Fluch des Tigers - Eine unsterbliche Liebe - Colleen Houck - E-Book

Fluch des Tigers - Eine unsterbliche Liebe E-Book

Colleen Houck

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Beschreibung

Magisch, atemberaubend, unwiderstehlich!

Nachdem die 19-jährige Kelsey bereits unzähligen Gefahren getrotzt hat, um ihren geliebten Tigerprinzen Ren von seinem Fluch zu befreien, steht ihr nun die größte aller Prüfungen bevor: Ren verliert sein Gedächtnis und damit jede Erinnerung an die romantischen Stunden, die er und Kelsey miteinander verbracht haben. Und der Fluch des dunklen Magiers Lokesh, der Ren und seinen Bruder Kishan getroff en hat, ist noch immer nicht gebrochen. Das ungleiche Trio muss sich auf die Suche nach dem Kleinod einer Göttin machen, das vielleicht Erlösung bringen kann. Doch den Weg dorthin können nur fünf Drachen weisen. Auf einer Seereise, die Kelsey das Fürchten lehrt, muss sie erneut die Liebe Rens gewinnen – und sich gleichzeitig in Acht nehmen, Kishans Charme nicht zu verfallen …

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Seitenzahl: 878

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COLLEEN HOUCK

Fluch desTigers

EINE UNSTERBLICHE LIEBE

Roman

Aus dem Amerikanischen vonBeate Brammertz

Die Originalausgabe erscheint unter dem Titel Tiger’s Voyage bei Splinter, an imprint of Sterling Publishing Co., Inc., New York

Zitatnachweis:William Shakespeare: »Sämtliche Werke«. Ins Deutsche übertragen von August Wilhelm Schlegel, Dorothea und Ludwig Tieck, Wolf Graf Baudissin, Ferdinand Freiligrath, Friedrich Bodenstedt, Gottlob Regis, Karl Simrock. Phaidon – Akademische Verlagsanstalt, Athenaion/EssenWilliam Shakespeare: »Sonett Nr. 116«, aus: William Shakespeare’s Sonette in Deutscher Nachbildung von Friedrich Bodenstedt. Verlag der Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei R. Decker, 1866Heinrich Heine: »Nachts in der Kajüte«, aus: »Buch der Lieder«. Fischer Taschenbuch Verlag, 2008William Blake: »Die Hochzeit von Himmel und Hölle«. Eine Auswahl aus den prophetisch-revolutionären Schriften. Kommentiert und völlig neu und frei übersetzt von Sylvia Luetjohann. Edition Tramontane, 1987Alfred Lord Tennyson: »Der Krake«, aus: »Englische und amerikanische Dichtung 2: von Dryden bis Tennyson«, hrsg. von Werner von Koppenfels und Manfred Pfister. C. H. Beck, 2000

Copyright © 2011 by Colleen HouckCopyright © 2013 der deutschsprachigen Ausgabe byWilhelm Heyne Verlag, München,in der Verlagsgruppe Random House GmbHRedaktion: Susann RehleinUmschlaggestaltung: Nele Schütz Design, MünchenSatz: C. Schaber Datentechnik, WelsISBN: 978-3-641-09106-4www.heyne-fliegt.de

Für meine Eltern Bill und Kathy –die all ihre Abenteuer aufgeschoben haben,um eine Rasselbandevon sieben Kindern großzuziehen.

PROLOG

Blut imWasser

Hinter dem dicken Glas seines Penthouse-Büros in Mumbai versuchte der Magier Lokesh mit aller Gewalt, die unermessliche Wut zu bezähmen, die in seinen Adern brannte. Nichts im Lager der Baiga war nach Plan verlaufen. Gewiss, er hatte den weißen Tigerprinzen Dhiren gefangen und dem Mädchen ein entscheidendes Stück des Damon-Amuletts entrissen, doch er hatte nicht zu Ende führen dürfen, was er begonnen hatte.

Er atmete tief durch, um seinen Zorn zu zügeln, presste die Fingerspitzen aneinander und klopfte sich damit bedächtig an die Unterlippe, während er den Kampf vor seinem geistigen Auge Revue passieren ließ. Sie verfügen über besondere Waffen. Meine Handlanger haben herausgefunden, dass die Waffen auf irgendeine Art mit der Göttin Durga zusammenhängen. Offensichtlich war eine Form von Magie mit im Spiel, und zwar nicht die schwache Alltagsmagie des Stammes der Durga.

Magie war ein Werkzeug, eine Gabe, die allein denen vorbehalten sein sollte, die klug genug waren, sie in all ihrer Größe zu erfassen und zu benutzen. Ein Geschenk des Universums; nur eine Handvoll strebte danach, und noch weniger machten sich Magie zunutze. Lokesh war einer der Auserwählten, und er würde sich ihrer bedienen, um an noch mehr Macht zu gelangen. Manche hielten ihn für böse. Er selbst glaubte nicht an Gut und Böse – nur an Macht und Ohnmacht. Lokesh war fest entschlossen, mächtig zu sein.

Warum Durga? Vielleicht lenkt die Göttin sie auf irgendeine Weise.

Lokesh glaubte nicht an Götter. Der Glaube war eine Krücke, eine praktische Methode, die Massen zu kontrollieren, die sich in stumpfsinnige Sklaven verwandelten und ihren ohnehin schon bescheidenen Verstand nicht einsetzten. Gläubige saßen zu Hause und weinten und beteten, warfen sich zu Boden und flehten um göttlichen Beistand, der nie kommen würde.

Ein intelligenter Mensch nimmt die Sache selbst in die Hand. Mit gerunzelter Stirn entsann sich Lokesh, wie ihm das Mädchen entglitten war. Für sie musste es so gewirkt haben, als hätte er die Flucht ergriffen. Er hatte nach Verstärkung geschickt, doch die Dummköpfe waren mit leeren Händen zurückgekommen. Das Hauptquartier war zerstört. Die Kameras und Videoaufzeichnungen waren verschwunden. Die Baiga, der Tiger und das Mädchen unauffindbar. Es war äußerst … ärgerlich.

Ein Glockenschlag ertönte beim Eintreten seines Assistenten. Lokesh hörte sich an, wie der Mann nervös berichtete, man habe den Peilsender gefunden, den er dem Prinzen implantiert hatte. Der Mann öffnete die zitternde Hand und ließ die zermalmten Überreste auf den Schreibtisch fallen. Wortlos griff Lokesh nach dem zerstörten Chip und warf ihn und den vor Angst bibbernden Assistenten mithilfe der Kraft des Amuletts aus dem Fenster im sechzigsten Stockwerk. Er lauschte dem Kreischen des Assistenten, der eine Etage nach der anderen in die Tiefe stürzte. Kurz bevor der Mann auf die Erde aufgeschlagen wäre, murmelte Lokesh ein paar Worte, die ein Loch im Boden erzeugten, und begrub ihn bei lebendigem Leibe.

Nachdem er auf diese Weise seiner Enttäuschung Ausdruck verliehen hatte, zog er seinen hart erkämpften Preis aus der Tasche. Wind peitschte durch das zerbrochene Fenster, die Sonne stieg höher über die geschäftige Stadt und warf einen Lichtstrahl auf den jüngst erworbenen vierten Teil des Amuletts. Bald schon würde er alle Teile vereinen und endlich in der Lage sein, zu bewerkstelligen, wovon er schon immer geträumt hatte, seit er von der Existenz des Amuletts gehört hatte. Er wusste, dass ihn das vollständige Amulett zu etwas Neuem machen würde … etwas … Größerem. Etwas … Perfektem. Obwohl er es absichtlich hinausgezögert hatte, die Teile zusammenzuführen, und er die Vorfreude beinahe ebenso genossen hatte wie den Sieg, war es an der Zeit.

Der Moment war gekommen.

Ein freudiger Funke schoss durch sein Blut, als er das vierte Teilstück seiner kostbaren Amulettsammlung berührte.

Es passte nicht.

Er drehte das Stück, neigte es und hielt es schräg, doch es wollte sich einfach nicht zu den anderen fügen. Warum? Ich habe es dem Mädchen im Lager der Baiga vom Hals gerissen. Es war das gleiche Stück des Amuletts, das sie in den beiden Visionen getragen hatte.

Ein schwerer schwarzer Schatten des Hasses legte sich über ihn. Zähneknirschend zerquetschte er die ärgerliche Imitation und ließ das Pulver durch seine Faust rieseln, während jede Zelle in seinem Körper förmlich in einem Feuersturm verging. Funken blauen Lichts knallten und knisterten zwischen seinen Fingern.

Wellen der Wut durchfluteten ihn und schlugen gewaltsam gegen das dünne Hindernis seiner Haut. Das Mädchen! Sie hat mich überlistet!

Bei dem Gedanken an Kelsey Hayes pochte Zorn in seinen Schläfen. Sie erinnerte ihn an eine andere Frau, viele Jahrhunderte war es her, dass er sie kannte: Deschen; die Mutter der Tiger. Das war eine Frau gewesen! Voller Feuer war sie, erinnerte er sich – im Gegensatz zu seiner eigenen Ehefrau, die er umgebracht hatte, als sie ihm ein Mädchen gebar, Yesubai. Er hatte einen Sohn gewollt. Einen Erben. Mein Sohn und ich hätten die Welt beherrscht.

Nach der Enttäuschung über die Geburt seiner Tochter hatte er einen neuen Plan ausgeheckt – Rajaram umzubringen und Deschen zur Frau zu nehmen. Ihren Widerstand zu brechen, hätte einen Teil des Vergnügens ausgemacht. Der Kampf wäre köstlich gewesen.

Deschen war nun schon lange tot, und leider hatten ihre Söhne, die Tiger, ihm Kelsey beschert. Mit ihr hatte er eine wahrlich unangenehme Überraschung erlebt. Sehr unangenehm. Langsam verwandelte sich seine rasende Wut in etwas anderes. Sie brodelte siedend in seinem Geist, und Gedanken bildeten sich und zerplatzten wie krebsartige Blasen, bis sich ein dunkles, unerträgliches Verlangen tief in seinem Innern regte.

Kelsey hatte den gleichen flammenden Mut, den Deschen besessen hatte, und es würde ihm ein perverses Vergnügen bereiten, sie Rajarams Söhnen zu entreißen. Auf einmal juckte es ihn in den Fingern, ihre zarte Haut erneut zu berühren. Wie wunderbar es wäre, sein Messer an ihr Fleisch zu halten. Bei dem Gedanken ließ er den Daumen über die scharfe Kante der zerbrochenen Fensterscheibe gleiten. Vielleicht würde er die Tiger sogar am Leben lassen. Ja. Die Prinzen in einen Käfig zu sperren und zusehen zu lassen, wie ich mir das Mädchen unterwerfe, wäre höchst erquicklich. Besonders nach dem Betrug hier.

So lange. Ich warte nun schon so lange.

Doch er musste sich keine Sorgen machen. Noch war die Schlacht nicht geschlagen. Er musste sie nur finden. Sein Team suchte bereits ganz Indien ab, überwachte Durgas Tempel und beobachtete jeden Verkehrsknotenpunkt zu Land, zu Wasser und in der Luft. Er war ein Mann, der nichts unversucht ließ. Er würde wieder zuschlagen. Schließlich war sie bloß ein Mädchen.

Bald, dachte er. Lokesh erschauerte, als er sich vorstellte, sie zu berühren. Beinahe spürte er sie bereits. Wie sie wohl klingen wird, wenn sie schreit? Es überraschte ihn, dass er sich fast mehr darauf freute, das Mädchen zu fangen, als das Amulett in seinen Besitz zu bringen. Das Verlangen, sie zu besitzen, war heftig. Bald wäre das Mädchen sein, und er würde die Stücke des Amuletts zusammenfügen.

Er drehte an einem der Ringe an seinem Finger. Vielleicht hätte er nicht davon ausgehen sollen, dass der Kampf gegen die Tiger einfach wäre. Beim ersten Mal hatten sie so viel Ärger gemacht. Doch sie waren nicht die einzigen Raubtiere in Indien. Auch er war ein Wesen, vor dem man sich zu fürchten hatte. Er war ein Hai, der leise, schnell und tödlich durchs Wasser schnitt.

Lokesh lächelte. Der Hai war ein Geschöpf, dem Bewunderung gebührte, das ultimative Raubtier, der Herr des Ozeans. In der Welt der Tiere wird man zum Raubtier geboren. Ein Mensch hingegen entscheidet sich, ein Raubtier zu sein und all diejenigen in Stücke zu reißen, die ihm im Weg stehen, das Genick derer zu brechen, die sich ihm widersetzen, und seine Feinde zu verschlingen. Ein Mensch entscheidet sich, das Raubtier zu sein, oder aber begnügt sich mit der Rolle des Opfers.

Vor langer Zeit hatte Lokesh sich entschieden, ganz an der Spitze der Nahrungskette zu stehen. Jetzt gab es da nur noch eine Familie und ein junges Mädchen, die ihm im Weg waren. Und kein Mädchen hat auch nur die geringste Chance, wenn ich erst einmal Blut im Wasser gewittert habe.

Nachdenklich strich sich Lokesh über den Bart und lächelte bei der Vorstellung, wie er immer kleinere Kreise um sie zog. Das Wasser war trübe vom Blut. Sie würden nicht merken, dass er sich ihnen unaufhaltsam näherte.

1

Ein Leben ohneLiebe

Wird er es tun?

Ich starrte Ren an, suchte nach dem Hauch einer Gefühlsregung.

Eine volle Minute verstrich. In der Sekunde, in der er seine Entscheidung traf, wusste ich es.

Ren streckte die Hand aus und machte seinen Zug.

»Gewonnen.« Mit einem breiten Lächeln fegte er Kishans Figur vom Spielbrett und zog mit seiner eigenen ins ZIEL. Dann lehnte er sich in seinem Sessel zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. »Habe ich euch doch gesagt«, meinte er. »Ich verliere nie bei Pachisi.«

Mehr als ein Monat war schon vergangen, seit wir Ren aus der Gefangenschaft in Lokeshs Baiga-Lager befreit hatten, wo er furchtbare Folter durchlitten hatte, und drei Wochen seit meiner schrecklichen Geburtstagsfeier – und das Leben war die reinste Hölle. Obwohl ich ihm mein Tagebuch zum Lesen gegeben und das gesamte Mehl verbraucht hatte, um die weltberühmten Schokoladencookies mit Erdnussbutterfüllung meiner Mom zu backen, hatte Ren immer noch keinerlei Erinnerung an mich. Etwas war bei Lokesh geschehen, das Rens Gedächtnisschwund verursacht hatte. Nun waren wir wieder zusammen, aber nicht mehr vereint.

Dennoch weigerte ich mich standhaft, die Hoffnung aufzugeben, dass er sich wie durch ein Wunder doch noch an unsere gemeinsame Vergangenheit würde erinnern können, und ich war fest entschlossen, ihm zu helfen. Selbst wenn wir nie wieder ein Paar würden, hatte ich mir geschworen, mit ihm gemeinsam die anderen beiden Gaben zu suchen, um die Prophezeiung der Göttin Durga zu erfüllen und den Fluch zu bannen, der auf den Tigern lag, damit beiden Prinzen endlich ein normales Leben beschieden wäre. Das Mindeste, was ich für den Mann tun konnte, den ich liebte, war, ihn nicht im Stich zu lassen.

Von Tag zu Tag wurde es härter, in Rens Nähe zu sein. Mr. Kadam gab sich redlich Mühe, mich abzulenken, und Rens Bruder Kishan respektierte meine Gefühle und war mir eine echte Stütze als guter Freund, auch wenn jeder seiner Blicke und jede Berührung nur zu sehr verdeutlichten, dass er mehr von mir wollte.

Weder Ren noch ich wussten, wie wir uns in der Gegenwart des anderen verhalten sollten. Wir vier gingen wie auf rohen Eiern, warteten darauf, dass irgendetwas geschähe. Allein Nilima, Mr. Kadams freundlicher Ur-ur-ur-urenkelin, schienen wir es zu verdanken, dass wir noch nicht durchgedreht waren.

Während einer besonders tränenreichen Nacht fand ich Mr. Kadam im Pfauenzimmer vor. Er las im sanften Schein einer Lampe. Ich setzte mich neben ihn, legte den Kopf auf sein Knie und weinte leise. Er tätschelte mir den Rücken und summte ein indisches Wiegenlied. Schließlich beruhigte ich mich und gestand ihm meine Ängste. Ich erzählte von meiner Befürchtung, dass Ren für immer und ewig seine Liebe für mich verloren haben könnte, und fragte ihn, ob ein gebrochenes Herz jemals wirklich heilen könnte.

»Sie kennen die Antwort bereits, Miss Kelsey. War Ihr Herz erfüllt und glücklich, als Sie mit Ren zusammen waren?«

»Ja.«

»Obwohl Ihre Eltern gestorben sind, war Ihr Herz nicht zu versehrt, um Ren zu lieben?«

»Nein. Aber das sind zwei unterschiedliche Arten von Liebe.«

»In mancherlei Hinsicht mögen Sie recht haben, und dennoch ähneln sie sich sehr. Ihre Fähigkeit zu lieben hat nicht gelitten. Sie lieben Ihre Eltern noch immer, nicht wahr?«

»Natürlich.«

»Dann vermute ich, was Sie fühlen, ist nicht ein gebrochenes Herz, sondern das Fehlen des geliebten Menschen.«

Seufzend blickte ich zu dem weisen indischen Geschäftsmann auf. »Es ist ganz schön traurig, das Fehlen des geliebten Menschen zu spüren, wenn er sich im selben Zimmer befindet.«

»Wie wahr«, gab Mr. Kadam zu. »Vielleicht wäre es das Beste, überhaupt nichts zu tun.«

»Sie meinen, ihn einfach gehen zu lassen?«

Er tätschelte mir den Arm, und nach einem Moment des Nachdenkens sagte er: »Einer meiner Söhne hat damals ein kleines Vögelchen mit einem gebrochenen Flügel gefangen. Er wollte unbedingt für das Tier sorgen und es als Haustier behalten. Eines Tages hat er mir seinen Vogel gebracht. Er war tot. Mein Sohn erklärte mir, der Vogel sei genesen und habe mit den Flügeln geschlagen. Da ist mein Sohn in Panik geraten und hat den Vogel gepackt, bevor er wegfliegen konnte. Er hat ihn so fest umklammert, dass das Tier erstickt ist.

Vielleicht wäre der Vogel bei ihm geblieben, vielleicht wäre er weggeflogen. Doch jede dieser beiden Alternativen hätte zu einem glücklicheren Ausgang der Dinge geführt. Wäre der Vogel weggeflogen, wäre mein Sohn traurig gewesen, aber er hätte sich mit einem Lächeln im Gesicht an ihn erinnert. Stattdessen war mein Sohn tief erschüttert vom Tod seines geliebten Haustieres, und es fiel ihm sehr schwer, sich von diesem furchtbaren Erlebnis zu erholen.«

»Sie meinen also, ich sollte Ren gehen lassen.«

»Was ich meine, ist … Sie wären glücklicher, wenn er glücklich wäre.«

»Nun, ich will Ren auf gar keinen Fall die Luft zum Atmen nehmen.« Ich seufzte. »Aber ich will ihm auch nicht aus dem Weg gehen. Ich bin gerne bei ihm, und es würde schwierig für uns werden, Durgas Prophezeiung zu erfüllen, ohne uns zu sehen.«

»Darf ich vorschlagen, dass Sie versuchen, mit ihm befreundet zu sein?«

»Er war immer mein Freund. Vielleicht, wenn ich diesen Teil von ihm zurückgewinne, habe ich nicht das Gefühl, alles verloren zu haben.«

»Das wäre gut möglich.«

Mit Ren befreundet sein? Nachdenklich zog ich an dem Haargummi, der meinen Zopf zusammenhielt, und ging die Treppe hinauf, um mich hinzulegen. Hm, ein bisschen ist immer noch besser als nichts, und im Moment habe ich bloß ein dickes, fettes Nichts.

Am nächsten Tag hatten Mr. Kadam und Nilima einen Brunch vorbereitet. Sie hatten schon gegessen und waren längst wieder fort, aber ich fand Ren in der Küche vor, wo er sich einen Teller mit Früchten und Gebäck belud. Von Tag zu Tag schritt seine Genesung voran, und er sah dem alten Ren schon wieder halbwegs ähnlich. Seine hochgewachsene Gestalt wurde kräftiger, sein dunkles Haar hatte den schimmernden Glanz zurückgewonnen. Während ich mir einen Teller schnappte, beobachteten mich seine umwerfenden blauen Augen mit einem besorgten Ausdruck.

Als ich zu den Erdbeeren kam, stieß ich mit der Hüfte spielerisch gegen ihn, und er erstarrte.

»Könntest du ein Stück weitergehen? Ich hätte gerne ein paar von den Käsetaschen, bevor sich Kishan darauf stürzt.«

Ren riss sich zusammen. »Natürlich. Tut mir leid.«

Er stellte seinen Teller auf den Tisch, und ich setzte mich ihm gegenüber. Eindringlich betrachtete er mich, während er langsam das Papier von einem Muffin abzog. Mein Gesicht brannte leicht von seiner ungewohnten Aufmerksamkeit.

»Geht’s dir gut?«, begann er zögerlich. »Ich habe dich vergangene Nacht weinen gehört.«

»Alles in Ordnung.«

Er schnaubte und machte sich über sein Essen her, ließ mich jedoch nicht aus den Augen. Als er die Hälfte hinuntergeschlungen hatte, sah er weg. »Bist du sicher? Es tut mir leid, falls ich dich … mal wieder … verärgert haben sollte. Es ist nur so, dass ich mich nicht erinnere …«

Mit einer raschen Handbewegung brachte ich ihn zum Schweigen. »Du fühlst das, was du fühlst, Ren.«

»Dennoch entschuldige ich mich dafür, deine Gefühle verletzt zu haben«, sagte er leise.

Ich spießte mit der Gabel ein Stück Melone auf. Es fiel mir schwer, Mr. Kadams Ratschlag zu befolgen. Meine Augen brannten heiß.

»Für welches der vielen Male? Das bei meinem Geburtstag, als du gesagt hast, ich wäre nicht attraktiv, oder als du gesagt hast, du könntest es nicht ertragen, im selben Zimmer wie ich zu sein, oder als du von Nilimas Schönheit geschwärmt hast oder …«

»Okay, ich hab’s verstanden.«

»Gut, denn ich würde es jetzt gerne auf sich beruhen lassen.«

Nach einem Moment kam er dennoch auf die Angelegenheit zurück. »Außerdem habe ich nie behauptet, du wärst nicht attraktiv. Ich habe nur gesagt, du bist jung.«

»Im Vergleich zu dir ist Nilima auch jung. Du bist über dreihundert Jahre alt!«

»Das ist wahr.« Er grinste schief, wollte mir ebenfalls ein Lächeln entlocken.

»Im Grunde müsstest du mit einer sehr alten Frau ausgehen.« Ein winziges Lächeln huschte über meine Lippen.

Er verzog das Gesicht. »Außerdem möchte ich, dass du Folgendes weißt: Du hast ein sehr angenehmes Wesen und bist schrecklich liebenswert. Eine solche Reaktion kenne ich gar nicht an mir. Ich komme mit einfach jedem klar. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum ich das Bedürfnis verspüre, die Flucht zu ergreifen, wenn du den Raum betrittst.«

»Abgesehen von dem Druck, dich erinnern zu müssen.«

»Ja, der Druck ist groß, doch damit hat das nichts zu tun. Es ist etwas … anderes. Aber ich habe beschlossen, es zu ignorieren.«

»Schaffst du das denn?«

»Sicher. Je länger ich in deiner Nähe bin, desto intensiver ist die Reaktion. Nicht das Reden mit dir ist beschwerlich, es liegt einfach an der körperlichen Nähe. Wir sollten einfach mal telefonieren und ausprobieren, ob das einen Unterschied macht. Ich würde gerne daran arbeiten, immun gegen dich zu werden.«

»Ich verstehe. Dein Ziel ist also eine Art Impfschutz gegen mich.« Ich seufzte. »Okay.«

»Ich versuche mein Bestes, Kelsey.«

»Mach dir nicht zu viele Gedanken, denn es spielt keine Rolle mehr. Ich habe entschieden, einfach nur mit dir befreundet zu sein.«

Er lehnte sich vor und flüsterte verschwörerisch: »Aber bist du denn nicht mehr, du weißt schon, in mich verliebt?«

Ich beugte mich ebenfalls vor. »Ich will nicht mehr darüber reden.«

Ren verschränkte die Arme vor der Brust. »Warum nicht?«

»Weil Lois Lane Superman niemals die Luft abschnüren würde.«

»Wovon redest du?«

»Du musst den Film anschauen, dann weißt du es. Aber der Punkt ist, ich werde dir keine Steine mehr in den Weg legen. Also wenn du mit Nilima ausgehen willst, dann nur zu.«

»Augenblick mal! Du schießt mich einfach ab?«

»Ist das ein Problem?«

»Das habe ich nicht gesagt. Es ist nur so, ich habe dein Tagebuch gelesen, und für ein Mädchen, das angeblich bis über beide Ohren in mich verliebt ist, gibst du ganz schön schnell auf.«

»Ich gebe überhaupt nichts auf. Zwischen uns ist im Moment nichts, was man aufgeben könnte.«

Er starrte mich überrascht an, während ich ein weiteres Stück Obst aufspießte.

»Du willst also befreundet sein«, sagte er und rieb sich das Kinn.

»Ja. Kein Druck, keine Tränen, keine schmerzlichen Erinnerungen an Dinge, die du vergessen hast. Wir fangen einfach bei null an. Ziehen einen Schlussstrich unter die Vergangenheit. Wir werden lernen, Freunde zu sein und trotz deines inneren Drangs, vor mir wegzulaufen, miteinander auskommen. Was meinst du?« Ich wischte meine Finger an einer Serviette ab und streckte ihm die Hand entgegen. »Schlägst du ein?«

Ren dachte einen Moment nach, lächelte und nahm meine Hand. Ich schüttelte sie einmal kräftig.

»Was habt ihr vereinbart?«, fragte Kishan, als er in unser Gespräch platzte, die längste Konversation, die Ren und ich seit seiner Befreiung geführt hatten.

»Kelsey hat gerade zugestimmt, mir ihre Gabe vorzuführen«, log Ren, ohne mit der Wimper zu zucken. »Ich will unbedingt sehen, wie sie mit der Hand Blitze schleudert.«

Ich sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an. Er zwinkerte mir lächelnd zu, dann stand er auf und trug unsere beiden Teller in die Spüle. Kishans goldene Augen warfen mir einen zweifelnden Blick zu, doch dann setzte er sich und schnappte sich die übrige Hälfte meiner Käsetasche. Ich gab ihm einen spielerischen Klaps auf die Hand, bevor ich ein Geschirrtuch holte, um Ren zu helfen. Als wir fertig waren, entriss er mir das Geschirrtuch und schnalzte es sanft gegen meine Hüfte. Ich lachte, genoss unseren wiederentdeckten Schlagabtausch. Kishan beobachtete uns stirnrunzelnd.

Ren legte mir den Arm leicht um die Schulter und senkte den Kopf an mein Ohr: »›Der Cassius dort hat einen hohlen Blick. Er denkt zu viel! Die Leute sind gefährlich!‹ Man sollte ihn besser im Auge behalten, Kelsey.«

Ich lachte, freute mich, dass er sich zumindest an seinen Shakespeare erinnerte, wenn schon nicht an mich. »Sei unbesorgt wegen Kishan, Cäsar. Hunde, die bellen, beißen nicht.«

»Hat er dich denn in letzter Zeit gebissen?«

»Nicht, dass ich wüsste.«

»Hm, dann werde ich wohl lieber dich im Auge behalten«, sagte Ren, als er aus der Tür ging.

»Was sollte das?«, knurrte Kishan und ließ mich einen flüchtigen Blick von dem grimmigen schwarzen Tiger erhaschen, der hinter seinen Augen lauerte.

»Er feiert seine Befreiung.«

»Was meinst du damit?«

»Ich habe ihm gesagt, dass ich gerne mit ihm befreundet wäre.«

Kishan machte eine kurze Pause. »Ist es das, was du willst?«

»Was ich will, ist irrelevant. Mit mir befreundet zu sein, ist etwas, das ihm möglich ist. Mit mir eine Beziehung einzugehen, kommt nicht infrage.«

Zum Glück erwiderte Kishan nichts. Ich wusste, dass er sich am liebsten als Ersatz angeboten hätte, entweder im Spaß oder ernst gemeint, aber er biss sich auf die Zunge. Weil er mir zuliebe den Mund hielt, hauchte ich ihm im Hinausgehen einen Kuss auf die Wange.

Als das Eis zwischen Ren und mir gebrochen war, konnten wir alle endlich mit unserem Leben weitermachen und fielen rasch in eine Routine. Ich meldete mich einmal wöchentlich bei meinen Pflegeeltern Mike und Sarah und erzählte ihnen im Grunde nichts, außer dass es mir gut ging und ich in Arbeit fast erstickte. Ich versicherte ihnen, dass ich mein erstes Jahr an der Western Oregon University online abgeschlossen hatte und die Sommerferien wieder in Indien verbringen würde, um ein Praktikum zu absolvieren.

Morgens trainierte ich mit Kishan Kampfsport, frühstückte spät mit Ren und half Mr. Kadam am Nachmittag bei den Recherchen zu Durgas dritter Prophezeiung. Anschließend kochten Mr. Kadam und ich gemeinsam das Abendessen – außer wenn es Curry gab. An jenen Abenden zauberte ich mir mithilfe der Goldenen Frucht mein eigenes Essen.

Nach dem Abendessen spielten wir Gesellschaftsspiele, sahen fern oder lasen manchmal im Pfauenzimmer. Kishan blieb nur in der Bibliothek, wenn ich eine Geschichte erzählte, dann rollte er sich als schwarzer Tiger vor meinen Füßen zusammen. Gemeinsam begannen wir, Ein Sommernachtstraum zu lesen. Mr. Kadam kaufte mehrere Ausgaben des Stücks, damit wir mit verteilten Rollen lesen konnten. Diese Zeiten mit Ren genoss ich sehr.

Mr. Kadam hatte wie gewöhnlich recht behalten. Ren schien tatsächlich glücklich zu sein, und wir alle blühten durch seine unbeschwerte Stimmung auf, selbst Kishan, der sich von einem grüblerischen, nachtragenden jüngeren Bruder in einen selbstbewussten Mann verwandelt hatte. Zu mir blieb Kishan auf Distanz, aber seine eindringlichen goldenen Blicke trieben mir häufig die Röte ins Gesicht.

Manchmal traf ich Ren abends im Musikzimmer an, wo er auf seiner Gitarre klimperte und Melodien nachspielte. Er lachte, als ich um My Favorite Things aus Meine Lieder – meine Träume bat. An einem dieser Abende spielte Ren das Lied, das er für mich geschrieben hatte. Ich beobachtete ihn eindringlich, hoffte inständig, die Erinnerungen kämen zurück. Tief konzentriert stimmte er die Noten an. Doch immer wieder verspielte er sich und setzte neu an.

Als er meinen Blick auffing, ließ er die Hand sinken und grinste mich betreten an. »Tut mir leid. Ich kann mich einfach nicht an die Akkorde erinnern. Hast du sonst noch einen Wunsch?«

»Nein«, sagte ich ungewollt schroff und erhob mich.

Ren nahm meine Hand, zuckte dann wieder zurück. »Was ist los? Du bist traurig. Mehr als sonst.«

»Dieses Lied … Es ist …«

»Dieses Lied? Hast du es schon mal gehört?«

»Nein«, log ich und lächelte traurig. »Es ist … wunderschön.« Ich drückte seine Hand und flüchtete, bevor er noch weitere Fragen stellen konnte. Während ich die Treppe hinauflief, wischte ich mir eine Träne von der Wange. Ich hörte, wie er weiter an dem Lied arbeitete, sich verzweifelt die Noten ins Gedächtnis rufen wollte.

An einem der folgenden Abende ruhte ich mich auf der Veranda aus, sog den köstlichen Geruch des Nachtjasmin ein und blickte zu den Sternen, als ich zufällig ein Gespräch zwischen Kishan und Ren belauschte.

»Du hast dich verändert«, erklärte Ren. »Du bist nicht mehr derselbe Mann wie vor sechs Monaten.«

»Ich kann dir immer noch das weiße Fell über die Ohren ziehen, wenn es das ist, was du meinst.«

»Nein, das ist es nicht. Du bist immer noch ein guter Kämpfer. Aber du bist jetzt entspannter, selbstsicherer … gelassener.« Ren lachte. »Und du lässt dich nicht mehr so leicht provozieren.«

»Sie hat mich verändert«, erwiderte Kishan leise. »Ich habe hart daran gearbeitet, der Mann zu werden, den sie braucht, für den sie mich hält.«

Ren antwortete nicht, und die zwei gingen zurück ins Haus. Ich saß still da, dachte lange über Kishans Worte nach. Wer hätte ahnen können, dass das Leben und die Liebe so kompliziert sind?

2

Ein zweitesKennenlernen

Ein paar Tage später berief Mr. Kadam eine Versammlung im Esszimmer ein. Während wir uns setzten, hoffte ich im Stillen, dass keine schlechten Neuigkeiten der Anlass waren und Lokesh uns nicht gefunden hatte.

»Ich würde euch gerne eine Idee unterbreiten«, begann Mr. Kadam. »Ich habe eine Möglichkeit ausgemacht, wie wir einander finden können, falls einer von uns noch einmal verschleppt werden sollte. Die Sache ist mit gewissen Unannehmlichkeiten verbunden, aber ich denke, dies ist ein kleiner Preis für die Sicherheit, dass keiner von uns verloren geht.«

Er öffnete eine Schachtel und holte ein in Blisterfolie eingeschlagenes Päckchen heraus. Im Innern befand sich ein schwarzes Samttäschchen mit fünf dicken Spritzen von der Größe riesiger Stachelschweinborsten.

Nervös fragte ich: »Äh, Mr. Kadam? Was genau verstehen Sie unter gewissenUnannehmlichkeiten?«

Er zog die erste Spritze auf und nahm eine Flasche mit Kochsalzlösung und Desinfektionstücher zur Hand. »Haben Sie schon einmal von RFID-Tags gehört?«

»Nein«, erwiderte ich besorgt, während ich beobachtete, wie er sanft Kishans linke Hand nahm, die Stelle zwischen seinem Daumen und Zeigefinger mit einem Desinfektionstuch reinigte und sie dann mit einer gelben Creme bestrich.

»Es ist das Akronym für ›Radio Frequency Identification Tags‹, eine Identifizierung mithilfe elektromagnetischer Wellen. Das Verfahren wird häufig zur Ortung von Tieren eingesetzt.«

»Ein Gerät, um Wale und Haie aufzuspüren? So etwas in der Art?«

Ren beugte sich vor und hob einen Chip von der Größe eines Reiskorns auf. »Sieht aus wie das, was Lokesh mir eingepflanzt hat.«

Er legte den Chip zurück und rieb die Hände langsam aneinander, während er wie erstarrt in die Ferne blickte.

»Hat es wehgetan? Konntest du es in deiner Haut spüren?«, fragte ich zögerlich, versuchte, ihn von dem dunklen Ort zurückzuholen, an dem er nun war.

Ren stieß den Atem aus und schenkte mir ein verhaltenes Lächeln. »Der Schmerz war nicht der Rede wert, aber ja, ich konnte ihn unter der Haut spüren.«

»Dieser Chip hier ähnelt mehr den RFID-Tags, die bei Tieren Einsatz finden. Er sendet eine Frequenz aus, für gewöhnlich eine zehnstellige Nummer, die durch die Haut hindurch gescannt werden kann.

Der Chip ist in biokompatibles Glas eingelassen, damit er nicht mit Flüssigkeit in Berührung kommt. RFID-Tags für Menschen sind noch nicht gang und gäbe, werden jedoch immer öfter für medizinische Zwecke eingesetzt. Auf ihnen werden die Krankengeschichten, die Allergien und alle Medikamente gespeichert, die ein Patient gerade einnimmt.«

Er zog etwas Kochsalzlösung in die Spritze und tauschte die kleinere Nadel mit der riesigen aus. Dann legte er einen winzigen Chip in die Kanüle. Er drückte die Haut zwischen Kishans Daumen und Zeigefinger zusammen und führte behutsam die Nadel ein. Ich senkte den Blick.

Unbeirrt fuhr Mr. Kadam fort: »Nun, für die großen Meerestiere, von denen Sie sprachen, benutzen die Forscher Satellitenchips, die alles, von der gegenwärtigen Position bis hin zur Dauer des Tauchgangs oder der Schwimmgeschwindigkeit, übertragen. Diese Art Chip wird äußerlich angebracht und besitzt eine eingebaute Batterie. Ein Großteil dieser Chips hält nur sehr kurze Zeit.«

Er drückte einen Wattebausch auf Kishans Hand, zog die Nadel heraus und klebte ein Pflaster auf die Einstichstelle. »Ren?«

Kishan und Ren tauschten die Plätze, und Mr. Kadam wiederholte den Vorgang bei Ren.

»Es gibt einige Chips, die den Meerestieren unter die Haut implantiert werden und die den Herzschlag, die Wasser- und Körpertemperatur sowie die Tauchtiefe des Tieres messen. Viele von ihnen übertragen die Informationen an Satelliten, sobald das Tier auftaucht.«

Als er die Haut mit den Fingerspitzen zusammendrückte und sich hinabbeugte, verzog ich das Gesicht. Ren sah auf und blickte mir tief in die Augen. Dann lächelte er und sagte: »Harmlos wie ein Pfirsichkuchen.«

Pfirsichkuchen. Mit einem Schlag wurde ich aschfahl.

Rasch versuchte er, mich zu beruhigen. »Nein, wirklich, es ist überhaupt nicht schlimm.«

Ich lächelte matt. »Ich glaube nicht, dass deine und meine Schmerztoleranz vergleichbar sind, aber ich werde es schon überleben. Was haben Sie gerade gesagt, Mr. Kadam?«

»Das Problem mit den RFID-Chips und den Satelliten-Tags ist die Batterie. Was wir hier haben, ist nicht auf dem freien Markt erhältlich und wird es wohl auch nie sein, wegen der Angst der Menschen, dass ihre Identität gestohlen oder sie von der Regierung überwacht werden könnten.

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