Flüsterndes Gold - Carrie Jones - E-Book

Flüsterndes Gold E-Book

Carrie Jones

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Beschreibung

Sein Rufen bannt, sein Kuss tötet

Er riecht nach Wald und hinterlässt eine Spur aus Goldstaub – der schöne Fremde, der Zara seit ihrer Ankunft im verschneiten Maine zu verfolgen scheint. Wenn er in ihrer Nähe ist, spürt sie seine Gegenwart bis in jede Faser ihres Körpers. Und es fällt ihr immer schwerer, seinem sanften Flüstern zu widerstehen, mit dem er sie in die Wälder locken will. In ihrer Panik vertraut sie sich dem attraktiven Nick an, der ihr ein schreckliches Geheimnis offenbart: Zara ist vom Elfenkönig auserwählt. Sein Kuss raubt Seelen, aber wenn er seine Königin nicht bekommt, wird er junge Männer als Blutopfer fordern. Nick ist entschlossen, Zara zu beschützen. Denn er ist nicht nur unsterblich in sie verliebt, sondern auch ein Werwolf und damit der einzige Gegner, den die Elfen fürchten. Doch als der Elfenkönig droht, Nick an seinen dunklen Hof zu verschleppen, muss Zara entscheiden, ob sie bereit ist, sich für die Welt der Menschen und den Jungen, den sie liebt, zu opfern …

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Seitenzahl: 400

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Carrie Jones

Flüsterndes Gold

Aus dem amerikanischen Englisch von Ute Mihr

cbt ist der Jugendbuchverlag

in der Verlagsgruppe Random House

Gesetzt nach den Regeln der Rechtschreibreform

1. Auflage 2010

© 2010 für die deutschsprachige Ausgabe

cbt/cbj Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten

© 2009 by Carrie Jones

Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel »Need«

bei Bloomsbury U.S.A. Children’s Books, New York

Aus dem amerikanischen Englisch von Ute Mihr

MI - Herstellung: AnG

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

ISBN: 978-3-641-04907-2

www.cbt-jugendbuch.de

Für Doug Jones und Emily Ciciotte und William Rice – ja, für dich William. Ihr habt alles getan und mir geholfen, mein Ziel zu erreichen. Ich brauche euch alle.

Phobophobie

Die Angst vor der Angst

Jeder hat vor irgendwas Angst, oder?

Ich kenn mich da aus.

Ich sammle Ängste wie andere Leute Briefmarken. Das klingt sehr verrückt, eigentlich bin ich gar nicht so verrückt. Ich interessiere mich eben dafür. Für verschiedene Ängste. Phobien.

Da gibt’s zum Beispiel ganz typische, weit verbreitete Phobien. Viele Menschen fürchten sich vor großen Höhen, Spinnen oder in Fahrstühlen. Das ist langweilig. Ich bin ein Fan von anspruchsvollen Phobien. So was wie: Nelophobie, die Angst vor Glas. Oder Arachibutyrophobie, die Angst, dass einem Erdnussbutter am Gaumen kleben bleibt.

Ich habe natürlich keine Angst vor Erdnussbutter, aber ist es nicht irre, dass es einen Namen für so was gibt?

Man versteht die Dinge viel besser, wenn man einen Namen für sie hat. Ich selbst fürchte mich vor allem vor dem Unbekannten.

Den Namen für diese Angst kenne ich nicht, aber ich weiß, dass ich sie habe, die Angst vor dem Unbekannten.

Mnemophobie

Die Angst vor Erinnerungen

Flugzeuge sind ätzend. Du kannst nicht raus, sondern bist gezwungen in den Himmel zu starren, und dann fängst du an über Dinge nachzudenken, über die du vielleicht gar nicht nachdenken willst.

Mnemophobie ist eine echte Angst. Ich habe sie nicht erfunden. Ehrlich. Man kann sich vor Erinnerungen fürchten, und es gibt nicht einfach einen »Aus«-Knopf für das Gehirn. Es wäre wirklich ganz wunderbar, wenn es den gäbe.

Also drücke ich meine Finger auf die Augen und versuche so, die Erinnerungen zu verdrängen. Ich konzentriere mich auf die Gegenwart, auf das Heute. Das sagen die Leute in den Talkshows auch immer: Lebe im Hier und Jetzt.

Als mein Dad starb, habe ich mir einen weißen Faden um den Ringfinger gewickelt. Er soll mich daran erinnern, dass ich früher einmal etwas gefühlt habe, dass ich einmal einen Dad hatte, ein Leben. Der Fadenring hat sich gedreht. Der Knoten zeigt zu meinem kleinen Finger. Als ich gerade an ihm zupfe, schlägt der Typ neben mir die Beine übereinander und rammt mir seinen riesengroßen Schuh in den Oberschenkel.

»’tschuldigung«, sagt er,

»Kein Problem.« Meine Hände schieben all die Amnesty-International-Aufrufe beiseite, die mich bitten, noch mehr Briefe für gefolterte Mönche oder vermisste Studenten zu schreiben.

»Nichts für ungut, ist alles in Ordnung? Du kommst mir vor wie ein Zombie.«

Ich schaffe es, den Kopf zu drehen und ihn anzusehen. Er hat eine kräftige Nase, fleischige Wangen – Typ: weißer Geschäftsmann. Mein Mund bewegt sich. »Was?«

Er lächelt. Nach Kaffee riechender Atem strömt aus seinem Mund. »Du bist schon den ganzen Flug über auf Autopilot, schreibst diese Briefe, willst die Welt retten, aber wirkst wie ein richtiger Zombie.«

Die Worte versetzen mir einen Stich. »Mein Dad ist vor Kurzem gestorben. Eigentlich mein Stiefvater. Ich habe ihn Dad genannt. Er war mein Dad. Er hat mich aufgezogen.«

Das leutselige Lächeln auf dem Gesicht des Mannes erlischt. »Oh, das tut mir leid.«

Seine Verlegenheit ist mir unangenehm. »Schon gut. Ich bin nur …«

Gibt es ein Wort für »innerlich tot«? Zombie-artig? Das ist nicht einmal ein Wort. Zombifiziert?

Er lässt nicht locker: »Dann gehst du jetzt wieder zur Schule, oder? Gehst du in Maine zur Schule?«

Ich schüttle den Kopf, nein, aber ich kann ihm nicht alles erklären. Ich kann es ja nicht mal mir selbst erklären. Meine Mom hat mich hergeschickt, weil ich seit vier Monaten nicht mehr gelächelt habe. Seit vier Monaten kann ich nicht weinen oder etwas fühlen oder überhaupt irgendetwas tun.

»Ich fahre zu meiner Großmutter und bleibe bei ihr«, bringe ich schließlich heraus.

Er nickt, hustet und sagt: »Ach so. Das ist gut. Allerdings die falsche Jahreszeit für Maine. Winter. Höllisch kalt.«

Meine Großmutter, offiziell meine Stiefgroßmutter, holt mich in Maine am Bangor Airport ab. Wahrscheinlich gibt es auf der ganzen Welt keinen kleineren Flughafen, der eine längere Rollbahn hat. Unser Flugzeug landet. Und ich sehe einen sonnenlosen Himmel. Na klar. Nichts wird gut, wenn sogar der Himmel grau und kalt ist.

Ich schiele nach meinem Parka, ziehe ihn aber nicht über. Das hieße, sich zu früh geschlagen geben.

Schließlich ist erst Ende Oktober, oder?

Wie schlimm kann’s da schon sein?

Schlimm.

Kalte Luft strömt herein, kaum dass die Stewardess die Flugzeugtür geöffnet hat. Ich fröstle.

»Tja, wir sind nicht mehr in den Tropen«, meint der Typ neben mir und holt einen Parka aus seinem Handgepäck. Er ist viel schlauer, als ich ihm zugetraut hätte. Mein Dad sagte oft, man sollte von anderen Menschen stets das Beste erwarten.

Angeblich hatte mein Dad einen Herzanfall, aber in Wahrheit hat sein Herz ihn im Stich gelassen. Es hat einfach nicht mehr geschlagen und das kostbare Blut nicht mehr durch seine Venen gepumpt. Es ist einfach stehen geblieben.

Er starb auf dem Fußboden unserer Küche neben einer Wasserflasche, die ich fallen gelassen hatte. Das klingt nicht so, als dürfe es wahr sein, aber es ist wahr.

Jedenfalls rutsche ich auf den Stufen aus, die aus dem Flugzeug hinaus auf das geteerte Rollfeld führen. Der Mann hinter mir (alias mein Sitznachbar) greift nach meinem Arm.

»Es ist schwer, die Welt zu retten, wenn du mit dir selbst nicht klarkommst«, sagt er. So ein Klugscheißer.

Ich stolpere ein bisschen, und in meinem Magen bildet sich ein Knoten.

»Was?«, frage ich, obwohl ich ihn verstanden habe. Ich kann nur nicht fassen, dass er es gesagt hat. Es ist so gemein. Er wiederholt es nicht.

Eine Windbö schlägt mir die Haare ins Gesicht. Ich ducke mich, als würde mich das vor dem Wind schützen.

»Willkommen in Maine«, sagt die Stewardess am Fuß der Gangway.

Sie lächelt nicht.

Jetzt in diesem Augenblick fürchte ich mich vor meiner Hilflosigkeit, als ich zusehe, wie mein Dad auf unserem Küchenboden an einem Herzanfall stirbt.

Aber das ist schon passiert, oder?

Also nehme ich mit meiner zweitgrößten Angst vorlieb, der Angst vor Kälte. Cheimaphobie, auch bekannt als Cheimatophobie oder Frigophobie oder Psychophobie. Es gibt viele Namen für diese eine Angst.

Ich bin Kälte nicht gewöhnt. Aber bald werde ich mich an sie gewöhnt haben. Man muss sich seinen Ängsten stellen. Das hat mein Dad immer gesagt. Du musst dich ihnen einfach stellen.

Und um mich ihnen zu stellen, singe ich sie vor mich hin. Bei jedem Schritt auf dem rutschigen Asphalt zum Terminal hinüber flüstere ich einen anderen Namen:

Cheimatophobie.

Frigophobie.

Psychophobie.

Cheimaphobie.

Warum hilft das Benennen der Angst kein bisschen?

Meine Großmutter Betty wartet im Terminal. Kaum erspäht sie mich, stiefelt sie wie ein Waldarbeiter auf mich zu und umschlingt mich in einer festen Umarmung. Sie ist gebaut wie mein Dad, und ich schmiege mich an sie, glücklich, dass ich nicht mehr allein bin, aber zugleich enttäuscht, dass sie nicht er ist.

»Was für ein erfreulicher Anblick. War die Reise anstrengend?«, fragt sie und schiebt mich dann auf den Parkplatz hinaus und hinauf in das Führerhaus ihres schwarzen Pick-ups. Meinen Koffer und meinen Rucksack verstaut sie auf der Ladefläche. Den Rest meiner Sachen aus Charleston haben wir schon per Post geschickt, obwohl all die T-Shirts und Trägertops in Maine vollkommen überflüssig sind. Sie kommt wieder nach vorn und lächelt mich an, während ich mich abmühe, in das Führerhaus zu klettern.

»Das ist ein Ungetüm, Betty«, sage ich, während ich mich hineinhieve. Ich fange an zu zittern. Ich kann nichts dafür. Meine Knochen fühlen sich an, als hätte die Kälte sie zerbrochen. »Dein Laster ist ein ganz schöner Brummer.«

Sie tätschelt das Armaturenbrett und lacht. »Das will ich meinen. Um so mehr Hintern kann man transportieren.«

»Hintern transportieren?«

»Soll ich lieber Ärsche sagen? Ich möchte nicht dein Zartgefühl verletzen.«

Zartgefühl? Ich muss fast lachen, kann es aber nicht richtig. »Ist er neu?«

»Jep. Hat deine Mutter dich zum Flughafen gebracht?«, fragt sie.

»Sie hat geweint.« Mein Finger fährt an der Kante entlang, wo das Fenster auf die Tür trifft, und hält inne. »Ich habe mich grässlich gefühlt, als sie geweint hat.«

Ich traue mich, ihr in die Augen zu sehen. Sie sind von einem hellen Bernsteinbraun wie die meines Dads und stehen zu den Schläfen hin ein winziges bisschen schräg. Der Blick aus den Augen wird weicher, während ich sie ansehe. Da ich meinen biologischen Vater nicht kenne, habe ich außer Grandma Betty keine Großeltern. Die Eltern meiner Mutter sind gestorben, als sie ein Teenager war. Sie hat hier bei Betty und deren Mann Ben, und meinem Dad gelebt, bis sie die Highschool abgeschlossen hatte. Finde ich toll, dass Betty sie einfach aufgenommen hat, fast so, wie sie jetzt mich aufnimmt.

Betty nickt und lässt den Motor an. »Klar. Es fällt ihr schwer, dich gehen zu lassen.«

»Dann hätte sie mich nicht wegschicken sollen.«

»Du meinst, sie hätte dich weggeschickt?«

Ich zucke die Achseln und lege die Hände zurück in den Schoß.

»Sie will nur, dass du nicht …«

»Was? Dass ich nicht den Verstand verliere?« Ich lache, aber es klingt hart und bitter und überhaupt nicht so, als solle es von mir kommen. Irgendwie hallt es in meiner Brust nach. »Sie schiebt mich in ein Land mit null Bevölkerungswachstum ab, damit ich bei Verstand bleibe?«

»Höre ich da eine gewisse Verbitterung heraus, Schätzchen?«

»Ja. Ich weiß. Tut mir leid.«

Betty lächelt. »Verbittert ist besser als nichts. Nachdem, was deine Mutter sagt, warst du schrecklich niedergeschlagen, gar nicht mehr die alte, eigensinnige Weltretterin.«

»Er ist tot, Betty.«

»Ich weiß, Liebes. Aber er würde wollen, dass wir weiterleben. Mein Gott, was für ein banales Geschwätz, aber es stimmt.«

Für eine Großmutter ist Betty ziemlich in Ordnung. Früher hat sie ein Lebensversicherungsunternehmen geleitet, aber dann ist mein Großvater gestorben und sie hat sich in den Ruhestand zurückgezogen. Außer Golf spielen und fischen hatte sie nichts zu tun, deshalb legte sie sich ein paar neue Interessen zu.

»Zuerst werde ich mich selbst verbessern und dann die Gesellschaft«, sagte sie zu meinem Dad. Sie begann zu laufen und trainierte, bis sie mit fünfundsechzig beim Boston-Marathon mitlaufen konnte. Nachdem sie dieses Ziel erreicht hatte, erwarb sie den schwarzen Gürtel. Dann wurde sie Rettungssanitäterin. Und das ist sie immer noch. Sie ist leitende Rettungssanitäterin der Downeast Ambulance in Bedford, Maine, aber sie lässt sich nicht dafür bezahlen.

»Ich habe meine Rente. Ich möchte, dass die jungen Männer mit Familie das Geld bekommen«, erklärte sie meinem Dad, als sie damals anfing, Rettungseinsätze zu fahren. »Das ist nur fair.«

Fairness ist Grandma Betty immer sehr wichtig.

»Ich weiß nicht, ob es fair ist, dass du eine alte Schachtel wie mich am Hals hast«, sagt sie jetzt, während wir die Route 1A in Richtung Bedford hinunterfahren.

Ich zucke die Achseln, weil ich nicht darüber reden will.

Grandma Betty bemerkt es. »Das Herbstlaub ist wunderschön, nicht wahr?«

Das ist ihre Art zu verhindern, dass ich darüber reden muss.

»Stimmt«, sage ich. Die Bäume, an denen wir vorbeifahren, sind alle schon bunt. Ich muss daran denken, dass es eine Abschiedsvorstellung ist, bevor sie über den Winter kahl werden. Jetzt sind die Blätter wunderschön, aber sie halten kaum noch an den Ästen. Bald fallen sie ab. Viele sind schon unten. Sie verrotten auf dem Boden, werden zusammengerecht, verbrannt, zertrampelt. Nicht ganz leicht, in New England ein Blatt zu sein.

Ich fröstle wieder.

»Dir ist schon klar, dass wir uns einfach Sorgen um dich machen?«

Ich zucke die Achseln: Zu mehr kann ich mich nicht durchringen.

Betty dreht die Heizung höher, und die warme Luft bläst mir ins Gesicht. Sie lacht. »Du siehst aus wie ein Model, dessen Haare von einem Ventilator aufgewirbelt werden, damit du besonders sexy wirkst.«

»Schön wär’s«, murmle ich.

»Du wirst dich an die Kälte gewöhnen.«

»Es ist einfach so total anders als Charleston, so kalt und öde …« Ich stütze den Kopf in die Hände, merke aber gleich, wie melodramatisch das wirkt. »Tut mir leid. Ich jammere hier nur rum.«

»Du darfst jammern.«

»Nein, darf ich nicht. Ich hasse rumjammern. Ich habe keinen Grund zu jammern, schon gar nicht dir gegenüber. Aber die Landschaft hier in Maine ist einfach nicht halb so üppig oder lebendig. Als ob sich der komplette Staat darauf vorbereiten würde, den ganzen Winter lang unter Schnee begraben zu werden. Das ist eine Jahreszeit des Todes. Sogar das Gras sieht aus, als hätte es aufgegeben.«

Sie lacht und sagt mit unheimlicher Stimme: »Und die Bäume. Sie kreisen dich ein, sodass du nicht weit in die Ferne sehen kannst, aber du kannst auch nicht erkennen, was auf dem Boden ist oder zwischen den Farnen lauert oder hinter den Baumstämmen in den Büschen.«

Meine Hand drückt gegen die kalte Scheibe. Ich mache einen Handabdruck.

»Wir sind nicht in einem Horrorfilm, Zara.« Sie lächelt mich an, damit ich weiß, dass sie irgendwie Verständnis hat, aber sie neckt mich auch. So ist Betty eben.

»Ja, klar.«

»Aber verglichen mit Charleston ist es kalt in Maine. Du musst dich warm einpacken hier oben.«

»Jep.«

Cheimaphobie.

»Singst du immer noch Phobien vor dich hin?«

»Hab ich das laut gesagt?«

»Ja.« Ihre Hand lässt das Lenkrad los und tätschelt kurz mein Bein, bevor sie sich wieder an der Heizung zu schaffen macht. »Ich habe dazu eine Theorie.«

»Ach ja?«

»Ja, ich glaube, du gehörst zu den Menschen, die glauben, dass man etwas überwinden, etwas besiegen kann, wenn man es beim Namen nennt. Genau das musst du auch mit dem Tod deines Dads tun. Ich weiß, dass das schmerzt, Zara, aber …«

»Betty!« Ein hochgewachsener Mann steht am Straßenrand. Er bewegt sich nicht, sondern schaut nur.

Betty weicht ruckartig über die Mittellinie aus und bringt den Truck dann wieder in die richtige Spur.

»Scheiße!«, schreit sie. »Idiot!«

Sie muss fast nach Luft ringen. Meine Hände klammern sich an meinen Sicherheitsgurt. Sie holt ein paar Mal tief Luft und sagt: »Fang nicht an so zu reden wie ich, sonst bringt deine Mutter mich um.«

Schließlich schaffe ich es zu sprechen. »Hast du ihn gesehen?«

»Na klar, hab ihn gesehen, diesen verdammten Idioten. Steht da einfach am Straßenrand. Wenn ich ihn nicht gesehen hätte, hätten wir ihn überfahren.«

Ich schaue sie an und versuche, ihre Worte zu verstehen. Dann drehe ich mich um, aber wir sind durch eine Kurve gefahren, und selbst wenn der große Mann noch dastünde, könnte ich ihn nicht mehr sehen.

»Hast du ihn richtig gesehen?«, will ich wissen.

»Natürlich. Warum fragst du?«

»Du wirst mich für verrückt halten.«

»Wer sagt, dass ich das nicht sowieso tue?« Sie lacht, also weiß ich, dass sie nur Spaß macht.

»Du bist eine richtig fiese Großmutter.«

»Ich weiß. Aber warum fragst du?«

Sie gibt nicht so leicht auf, also bemühe ich mich, die Sache harmlos klingen zu lassen. »Ich habe einfach den Eindruck, als würde ich diesen großen, dunkelhaarigen, blassen Mann überall sehen. Aber das kann ja gar nicht sein.«

»Du hast den Kerl in Charleston gesehen?«

Ich nicke und wünsche zugleich, meine Füße würden den Boden berühren, dann käme ich mir nicht so klein und dumm vor.

Den Bruchteil einer Sekunde lang überlegt sie. »Und jetzt siehst du ihn hier?«

»Ich weiß. Das klingt albern und unheimlich.«

»Albern ist es nicht, Liebes, aber auf jeden Fall unheimlich.« Sie hupt einem entgegenkommenden Laster zu. »Das war John Weaver. Er baut Häuser. Ist bei der freiwilligen Feuerwehr, ein prima Typ. Zara, Liebes, ich will dir keine Angst machen, aber ich möchte, dass du im Haus bleibst, wenn es dunkel ist, okay? Du treibst dich nicht rum, gehst nicht aus.«

»Was?«

»Lass einer alten Frau einfach ihren Willen.«

»Aber warum?«

»Seit letzter Woche wird ein Junge vermisst. Man befürchtet, dass ihm etwas zugestoßen ist.«

»Vielleicht ist er einfach nur abgehauen.«

»Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund. Hör zu. In meinem Job geht es nur darum, Menschen zu retten, nicht wahr? Und ich weiß, dass du in Charleston auch nachts trainierst, aber hier gibt’s nicht so viele Straßenlampen. Ich möchte nicht meine einzige Enkelin von der Beechland Road kratzen, kapiert?«

»Klar.« Ich schaue starr zu den Bäumen hinaus und fange dann an zu lachen, weil alles einfach so lächerlich klingt. »Ich laufe nicht mehr besonders viel.«

»Nach allem, was ich höre, machst du überhaupt nur noch sehr wenig.«

»Na ja.« Ich zupfe an dem Faden an meinem Finger. Er stammt aus einem Teppich, den mein Dad gekauft hat. Früher war er mal weiß, jetzt ist er eher schmutziggrau.

Ich schaudere. Die restliche Fahrt über machen wir Smalltalk, und ich versuche, sie darüber zu belehren, welche Folgen der Krieg gegen den Terror für die Menschenrechte in der ganzen Welt hat. Aber ich bin nicht ganz bei der Sache, und so sind wir die meiste Zeit ziemlich schweigsam.

Mir ist das egal.

»Fast zu Hause«, sagt sie. »Du bist bestimmt müde.«

»Ein bisschen.«

»Jedenfalls siehst du müde aus. Du bist blass.«

Bettys Haus ist ein großes Einfamilienhaus mit Zedernschindeln und einer Veranda nach vorn hinaus. Es wirkt warm und gemütlich wie ein versteckter Bau draußen im kalten Wald. Aus Erzählungen meiner Mutter weiß ich, dass es oben drei Schlafzimmer gibt und unten eines. Innen ist alles aus Holz und Ziegelstein mit einer hohen Decke in der Küche und einem Kaminofen im Wohnzimmer.

Während Betty den Pick-up in die Einfahrt lenkt, zeigt sie auf den Subaru, der dort steht.

Mein Mund klappt auf. »Da klebt ja noch das Preisschild im Fenster«, ist alles, was ich rausbringe.

»Das Auto ist brandneu. Autofahren in Maine ist nicht so einfach. Deine Sicherheit ist mir wichtig. Und ich kann dich nicht überallhin kutschieren und deinen Chauffeur spielen, verdammt noch mal.«

»Du hast geflucht.«

»Wie ein Bierkutscher. Gewöhn dich lieber dran.« Sie schaut mich an. »Gefällt es dir?«

Ich schlinge die Arme um sie, und sie lacht in sich hinein, während sie mir den Rücken tätschelt. »Keine große Sache, Liebes. Es läuft auf mich, weißt du. Nichts Großes.«

»Doch, das ist es.« Ich springe aus dem Pick-up und renne hinüber zu dem Auto. Dann herze und drücke ich das kalte schneebedeckte Metall, bis meine Finger steif sind vor Kälte und Betty mich nach drinnen scheucht.

»Das habe ich nicht verdient«, sage ich.

»Natürlich hast du das verdient.«

»Nein, hab ich nicht.«

»Zwing mich nicht, mit dir zu schimpfen. Bedank dich und fertig.«

»Danke und fertig.«

Sie schnaubt. »Luder.«

»Ich … Es ist einfach toll, Betty.« Noch einmal schlinge ich die Arme um sie. Das Auto ist mein erstes positives Erlebnis in Maine. Es ist überhaupt mein erstes positives Erlebnis seit langer Zeit.

Die Menschen in der Dritten Welt müssen ihr Leben lang sparen, um sich ein Auto kaufen zu können, und meines steht einfach hier in der Einfahrt und wartet auf mich. In meinem Kopf dreht sich alles.

»Das hab ich nicht verdient, Betty«, sage ich noch einmal später in ihrem gemütlichen Wohnzimmer. Sie steht mit gebeugtem Rücken vor dem Ofen und macht Feuer. Zuerst knüllt sie Papier zusammen und stapelt dann Anfeuerholz darauf.

»Hör auf mit diesem Geschwätz, Zara«, sagt sie. Ihr Rücken knackt, als sie sich wieder aufrichtet. Das erinnert mich daran, dass sie alt ist. Es ist schwer, das nicht zu vergessen. »Du verdienst viel.«

»Aber viele Menschen auf der Welt hungern. Viele haben kein Zuhause. Viele …«

Sie hebt den Finger. »Du hast recht. Ich behaupte nicht, dass du nicht recht hast, aber nur weil sie etwas nicht haben, heißt das nicht, dass du es auch nicht haben darfst.«

»Aber …«

»Und es heißt nicht, dass du nicht nutzen kannst, was du hast, um anderen das Leben zu erleichtern.« Sie zieht sich den Hut vom Kopf und fährt sich mit den Fingern durch ihr wild gelocktes, gräulich-orangefarbenes Haar. »Wie willst du hier ohne Auto ehrenamtlich arbeiten? Oder in die Schule kommen? Na?«

Ich zucke die Achseln.

»Ich bin eine vielbeschäftigte Frau, Zara«, fährt sie fort. »Auch wenn ich meinen Dienstplan so geändert habe, dass ich nachts nicht gerufen werde. Wir werden immer zusammen zu Abend essen und ganz häuslich sein.« Sie lächelt ein bisschen, und ihre Stimme wird weich. »Du bist wie er.«

Sie meint meinen Dad. Es schnürt mir die Kehle zu, aber ich bringe flüsternd ein »Inwiefern?« heraus.

»Immer dabei, die Welt zu retten. Immer besorgt, dass du zu viel haben könntest, wo andere Menschen zu wenig haben«, sagt sie. »Und immer bemüht, die Schule zu umgehen.«

Sie stapft zu mir herüber und nimmt mich kurz in den Arm. Dann gibt sie mir einen Klaps auf den Hintern. Manchmal benimmt sie sich wie ein Footballtrainer.

Ich rufe meine Mom an, obwohl ich eigentlich gar keine Lust dazu habe.

»Ich bin angekommen«, sage ich.

»Ach, Süße. Ich bin froh, dass alles gut gegangen ist. Wie ist es?«

»Kalt.«

»Klingt ganz nach dem Maine, an das ich mich erinnere.« Sie lacht und hält dann inne. Ich lausche dem Schweigen, aber dann fragt sie: »Bist du immer noch sauer auf mich?«

»Jep.«

»Es ist zu deinem Besten.«

»Klar. Wusstest du, dass hier seit letzter Woche ein Junge vermisst wird?«

»Was? Gib mir mal deine Großmutter, ja? Und Zara … Ich hab dich lieb.«

Ich zeige auf Betty. »Sie will mit dir sprechen.«

Dann sage ich in den Hörer: »Ich dich auch.«

Betty schnappt sich den Hörer, legt die Hand über das Mikro und sagt zu mir: »Jetzt geh hoch in dein Zimmer und pack aus. Die zweite Tür auf der linken Seite. Du musst morgen das Auto anmelden. Und zur Schule gehen. Zuallererst. Trauriges Rumhängen im Haus dulde ich nicht.«

Ich nicke und trotte in Richtung Schlafzimmer davon. Auf der Treppe bleibe ich stehen und kann gerade noch hören, wie Betty mit gedämpfter Stimme sagt: »Sie ist wirklich nur ein Schatten ihrer selbst. Du hattest recht.«

Sie schlurft durch den Raum und ertappt mich beim Lauschen. »Hörst du mit, was ich mit deiner Mutter berede?«

Es schnürt mir die Kehle zu. Ich bringe ein Nicken zustande.

»Ab ins Bett, Fräulein!«

Ich renne die restlichen Stufen hinauf und stürme in mein Zimmer. Mit den Spitzenvorhängen und der kuscheligen Patchworkdecke auf dem Bett kommt mir auch mein Zimmer gar nicht so übel vor. Die Wände sind mit einer blassen Farbe gestrichen und nicht aus Holz. Auch die Kartons mit meinen Kleidern stehen schon da. Ich reiße mir die Jeans und den Kapuzenpulli vom Leib und schnappe den Bademantel, der an einem Haken innen an der Tür hängt. In den flauschigen, babyblauen Stoff ist ein Z eingestickt. Ich wickle mich hinein und einen Augenblick lang bin ich fast glücklich. Die warme Dusche, die den Flughafendreck wegspült, fühlt sich wunderbar an, obwohl alle Fliesen mit Entenabziehbildchen beklebt sind. Nach dem Abtrocknen eile ich zurück in mein Zimmer. Ich darf mich ganz allein einrichten. Sogar mein Amnesty-International-Poster hänge ich auf: eine mit Stacheldraht umwickelte Kerze, das Symbol der Organisation. Ich starre in die Flamme auf dem Bild und fühle mich fast – aber noch nicht ganz richtig – geborgen. Als ich die Menschenrechtsberichte hervorziehe, streckt sie den Kopf durch die Zimmertür.

»Kommst du klar mit dem Einräumen?«

»Ja. Danke, dass ich hier sein darf.« Ich lasse die Berichte auf einem Stapel liegen, stehe auf und lächle sie an.

Sie lächelt zurück und lässt an einem der Fenster die Jalousie herab. »Es ist mir eine Ehre, dass ich Zeit mit meiner einzigen Enkeltochter verbringen darf.«

Ich gehe zum anderen Fenster, um dort die Jalousie zu schließen, aber zuerst will ich hinausschauen. Dazu muss ich die von der Kälte beschlagene Scheibe freiwischen. Draußen gibt es nur Dunkelheit und Bäume, Dunkelheit und Bäume. Ich lasse die Jalousie herab. »Ich will morgen nicht zur Schule gehen.«

Sie kommt und stellt sich neben mich. »Natürlich willst du nicht.«

»Ich will eigentlich überhaupt nicht viel tun.«

»Ich verstehe das, aber es wird besser werden.« Sie stößt mich mit der Hüfte an und legt dann einen Arm um meine Schulter. »Du kannst natürlich beten, dass es schneit.«

Ich erwidere ihre Umarmung. »Das ist eine fantastische Idee. Vielleicht könnte ich den Schneetanz aufführen.«

Sie lacht. »Hat dein Dad dir den beigebracht?«

»Klar. Du wirfst einen Eiswürfel ins Klo und tanzt dann laut ›Schnee, Schnee, Schnee‹ singend um die Kloschüssel herum.«

»Bis der Würfel geschmolzen ist. Ach, mein Sohn. Er fehlt mir wirklich.« Sie lehnt sich einen Augenblick an mich und legt mir ihre kräftige Hand auf den Rücken. »Ich bin froh, dass du da bist und mir Gesellschaft leistest, auch wenn das egoistisch ist. Aber keine Angst. Es wird dir hier gut gehen, Zara. Dafür sorge ich.«

»Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich Bock auf Schule habe.« Ich löse mich von ihr und kreuze die Arme vor der Brust.

Sie küsst mich auf den Kopf. »Das wird schon alles klappen, Prinzessin. Und wenn dir jemand dumm kommt, dann knöpf ich ihn mir vor, okay?«

Bei der Vorstellung, dass meine alte lebensrettende Großmutter jemanden verprügelt, muss ich lachen, obwohl ich weiß, dass ich über Gewalt eigentlich nicht lachen sollte.

»Ich meine das ernst, Zara. Wenn dir jemand Scherereien macht, sag mir Bescheid. Wenn dir jemand Angst macht oder dich belästigt, sag es mir. Das ist meine großmütterliche Pflicht. Und die will ich wahrnehmen. Einverstanden?«

Draußen fällt immer noch Schnee. Fröstelnd schaue ich auf und sehe ihr in die Augen. Sie sind bernsteinfarben wie die einer Wildkatze. Die Pupillen scheinen sich ein bisschen zu weiten, denn sie meint, was sie sagt.

Ich nehme ihre Hand. »Einverstanden.«

Das Heulen weckt mich mitten in der Nacht.

Ein lang gezogener, schmerzerfüllter Ton.

Ich schaudere und setze mich in meinem Bett auf.

Wieder heult draußen etwas. Nicht weit entfernt.

Koyoten?

Auf eine Reihe von aufgeregten Jaultönen folgt wieder ein langes Heulen. Ich muss an den Film denken, den wir in Biologie gesehen haben über das Verhalten von Koyoten, wenn sie Beute geschlagen haben. Das hier klingt ganz ähnlich, aber nicht genau wie Koyoten, eher tiefer, wie große Hunde oder Wölfe.

Ich tapse hinüber zum Fenster, ziehe den Vorhang beiseite und schaue hinaus. Eine weiße Decke breitet sich über den Rasen und mein Auto. Im gleißenden Mondlicht wirkt der Schnee, als bestehe er aus glitzernden und funkelnden Kristallen oder Diamanten. Es ist wunderschön.

Ich atme aus. Hatte ich den Atem angehalten? Warum sollte ich den Atem anhalten?

Weil ich an meinen Dad denke.

Mein Dad ist hier aufgewachsen. Aber er wird diesen Schnee oder dieses Haus oder den Wald oder mich nie wieder sehen. Er ist weggesperrt von all dem, weggesperrt von mir, vom Leben. Er ist ein Gefangener, und ich würde alles darum geben, ihn zu befreien.

Ich drücke meine Hand gegen den kalten Fensterrahmen. Am Rand des Waldes bewegt sich etwas, eigentlich nur ein Schatten, ein Stück Dunkelheit, das dunkler erscheint als die Baumstämme und Äste.

Ich lege den Kopf schief und spähe angestrengt hinaus. Nichts.

Dann kommt das Gefühl. Imaginäre Spinnen krabbeln über meine Haut.

Meine Hand löst sich vom Holz des Rahmens. Der Vorhang senkt sich wieder vor das Fenster. Auf Zehenspitzen gehe ich zurück ins Bett, dabei überwinde ich die Entfernung zwischen Fenster und Bett so schnell wie möglich, aber ohne zu rennen.

»Da ist nichts.«

Das ist der Mist beim Lügen. Man kann sich nur sehr schwer selbst belügen und die Lüge dann tatsächlich glauben. Es ist viel besser, seine Phobien herunterzubeten, sich der Wahrheit zu stellen und seinen Weg zu gehen. Aber das kann ich nicht. Noch nicht.

Didaskaleinophobie

Die Angst vor dem Zur-Schule-Gehen

Das Beste am Weinen ist, dass es mich immer umhaut. Ich habe vergangene Nacht wirklich gut geschlafen, obwohl die blöden Hunde um Mitternacht herum so laut geheult haben. Gut, dass ich keine Cynophobie habe, sonst wäre ich die ganze Nacht ausgeflippt.

Jetzt ist es ruhig.

Der Schnee dämpft alle Geräusche der Außenwelt, und als mein Wecker schrillt, habe ich absolut keine Lust aufzustehen und mich der Welt zu stellen. Grandma Bettys Haus ist so schön sicher und gemütlich, vor allem auch mein Bett. Trotzdem hieve ich meine müden Knochen aus dem Bett, weil ich aus dem Fenster sehen will. Alles ist schneebedeckt, dabei ist es erst … was? Mitte Oktober.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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