Forever You and Me - Ben Bertram - E-Book

Forever You and Me E-Book

Ben Bertram

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Beschreibung

Samu ist genervt. Genervt von seinem Job in der Versicherung und seinen spießigen Kollegen. Als er dann noch von seinem Chef dazu verdonnert wird, an einem mehrtägigen Teambildungsseminar auf einem kleinen Bauernhof teilzunehmen, sinkt seine Laune ins Bodenlose. Nach einem Blick auf die hübsche Hofinhaberin ändert sich das schlagartig. Lene verzaubert ihn, und auch sie ist fasziniert von Samu, der so gar nicht dem Klischee eines Managers entspricht. Die beiden kommen sich näher, doch wie sollen sie es schaffen, ihre grundverschiedenen Leben zu vereinen? Als durch einen Schicksalsschlag Lenes Existenz bedroht ist, bekommen sie damit die Antwort auf diese Frage.

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Ben Bertram, Kerry Greine

Forever You and Me

 

 

 

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- gekürzte Vorschau -

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

E-Mail

Vorbereitungen

Abfahrt

Bürohengste

WIR

Stallgeflüster

Klopfen

Das Strohlager

Führung

Kuhattacke

Nähe

Träume

Wolkenleicht

Wo Rauch ist

Ella und Peggy

Morgengrauen

Ohne mich

Blaumeise

Epilog

Impressum tolino

Prolog

Wenn ich mich kurz vorstellen darf, mein Name ist …

Ach, eigentlich tut der Name nichts zur Sache, denn ich habe nicht nur einen, sondern sehr viele.

In der römischen Mythologie nannte man mich Amor – das ist wohl auch der bekannteste.

Ihr findet mich aber auch unter Kama, Eros oder Bes und in der weiblichen Form als Aphrodite, Freya, Hathor oder Venus, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ich weiß, die meisten von euch denken, ich bin ein kleines, dickliches Kerlchen, das mit Pfeilen um sich schießt, aber ich kann euch versichern, das bin ich nicht. Na ja, zumindest nicht immer.

Ich tauche in unterschiedlichen Gestalten auf, bin männlich, weiblich, dick, dünn, klein oder groß. Ich kann ein menschliches wie auch tierisches Wesen sein. Manchmal aber auch einfach nur ein kleines Zeichen …

Es gibt ein Symbol, an dem ihr mich immer erkennt. Ein kleines rotes Herz, das ihr sehen könnt, wenn ihr es sehen wollt.

Achtet mal darauf!

Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte habe ich viel erlebt, mein Ziel ist jedoch immer das Gleiche geblieben: dass ihr Menschen die Liebe und die Lust erlebt und lebt, denn für mich sind die zwei untrennbar miteinander verbunden.

Und genau das ist es, was ich euch mit dieser Geschichte zeigen möchte.

Die Lust, die mit der Liebe einhergeht, und die Liebe, die mit der Lust einhergeht. Das ist es, was mir an meinem Job am besten gefällt.

Wenn die Funken zwischen zwei Menschen sprühen.

Wenn das Glitzern in ihren Augen zu erkennen ist.

Wenn der Wunsch, den anderen zu berühren, seine Haut mit Lippen und Händen zu erforschen, ihnen ins Gesicht geschrieben steht.

Wenn ihre Körper vor Lust erschaudern und sie sich einander hingeben.

Dann war ich es, der dafür verantwortlich war.

Wann das passiert? Wo das passiert?

Völlig egal, es kann jederzeit geschehen.

Ich sorge dafür, dass das Knistern zu einem Erlebnis wird, dass die Menschen sich fallen lassen und die körperliche Liebe bis zur letzten Sekunde genießen, bis die beiden Seelen sich verbinden und zu einer werden.

Ich wünsche euch viel Spaß. Schaltet euer Kopfkino an, lasst euch mitreißen und genießt meine Geschichte.

E-Mail

Schon als ich den Absender der E-Mail erkannte, wusste ich, dass eine stumpfsinnige Besprechung vor mir lag. Wahrscheinlich würde ich wieder einige Stunden in einem der Seminarräume sitzen und mir das Gerede unseres Vorstandes anhören müssen.

Nachdem ich die E-Mail geöffnet hatte, traute ich meinen Augen nicht. Ich hatte mich geirrt, es ging nicht um ein Meeting nach Feierabend. Es war viel schlimmer! Hatten wir nicht gerade erst in irgendeinem Schickimicki-Hotel an der Ostsee gesessen und drei Tage lang über die Versicherung und unser aller Zukunft getagt? Strategien und Auswertungen wurden eine halbe Ewigkeit lang durchgekaut, um sich am Ende gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. Jeder hatte jedem gesagt, wie wichtig und kreativ wir alle seien, und mit einem Kopf voller neuer Ideen hatten wir uns auf die Heimreise gemacht. Alle waren sich sicher gewesen, dass uns nichts und niemand auf dem Weg zur Spitze aufhalten könnte.

Fast alle zumindest. Bei mir verhielt es sich anders. Nach dem ersten dieser völlig überteuerten Events war auch ich mit Flausen im Kopf zurückgefahren. Vielleicht hatte ich sogar noch nach dem zweiten diese Vorstellungen gehabt.

Allerdings war ich, im Gegensatz zu meinen Kollegen, lernfähig. Schnell hatte ich herausgefunden, dass diese Veranstaltungen rein gar nichts brachten. Die Ideen waren nicht umsetzbar, da es zwischen Theorie und Praxis einen großen Unterschied gab. Einzig und allein unsere Mitarbeiter mussten nach einem solchen Meeting leiden. Ihnen wurden neue Arbeitswege aufgezeigt, die alle paar Wochen über den Haufen geworfen und neu definiert wurden.

Als ich jetzt zum zweiten Mal die E-Mail las, ärgerte ich mich noch mehr. Ich wollte an solchen Seminaren am liebsten nicht teilnehmen.

Liebe Führungskräfte,

wie wir bereits mehrfach besprochen haben, gehört die Spontaneität zu den Grundvoraussetzungen Ihrer Position.

Daher lade ich Sie für den Zeitraum vom 10.04.2017 bis 13.04.2017 zu unserem Führungskräftemeeting ein.

Wir treffen uns am 10.04.2017 um 8:00 Uhr im Foyer unserer Versicherung und werden mit einem Bus gemeinsam den Weg bestreiten.

Untergebracht sind wir auf einem extra für uns vorbereiteten Bauernhof.

Schon bei der Anreise gilt:

Zusammenhalt macht Freude.

Alle weiteren notwendigen Informationen können Sie dem Anhang entnehmen.

Mit besten Grüßen

J. Andreesen (Vorstand)

Ein Bauernhof! Felder und Wälder drumherum und ganz sicher viel Kuhscheiße und Pferdemist.

Na bravo!, dachte ich und schloss die E-Mail.

Nun ja, immerhin besser als diese spießigen Hotels. Aber müssen wir wirklich auf einen Bauernhof fahren? Allein dieser Güllegestank und die Vorstellung, durch Mist zu laufen, ließen mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen.

Nach einem Blick auf meinen Kalender öffnete ich die E-Mail erneut. Was dafür sorgte, dass mir spontan der Hals schwoll. Spontaneität war schließlich gefragt. Immerhin stand dieses Wort in der E-Mail, die mir gerade den Tag verhagelt hatte. In dieser Woche hatte ich Urlaub geplant. Wie konnte mein Chef auf die Idee kommen, direkt vor Ostern einen solchen Termin zu legen?

Wahrscheinlich würden seine Frau und die Kinder diese Woche auf der familieneigenen Finca verbringen. Noch wahrscheinlicher war jedoch, dass mein Chef nicht mitdurfte. Garantiert war mal wieder Familienzoff angesagt. Zoff, den er dann immer gerne bei uns ablud. Er liebte es, uns als Blitzableiter zu benutzen.

Um herunterzukommen, griff ich nach meinem Telefon und rief meinen besten Freund Sascha an.

„Hey, Samu, hast du nichts zu tun?“, begrüßte er mich.

„Zu tun hätte ich reichlich, aber der Dicke hat mir gerade mal wieder die Laune verhagelt.“

„Wieso das? Was hat er jetzt schon wieder getan?“, fragte Sascha und klang fast ebenso genervt, wie ich mich fühlte.

„Eins seiner dämlichen Seminare geplant. Von Montag bis einschließlich Gründonnerstag geht’s auf einen Bauernhof. Das ist doch echt eine bodenlose Frechheit von ihm. Nein, keine Frechheit. So etwas derart kurzfristig anzusetzen, ist Schikane!“

„Ach scheiße! Das ist doch unsere Dänemark-Woche.“

„Ja, was meinst du, weshalb ich so sauer bin. Deshalb rufe ich ja an. Die Woche muss wohl ohne mich stattfinden“, antwortete ich seufzend.

„Aber den Urlaub hast du doch längst eingereicht oder etwa nicht?“

„Doch, klar! Nicht nur eingereicht, den hat der Dicke sogar selbst genehmigt!“

„Dann solltest du wohl mal zu ihm gehen und ihn daran erinnern. Ansonsten müssen wir wirklich ohne dich fahren.“ Bisher waren es nur Abende mit meinen Freunden gewesen, die ich aufgrund meiner Überstunden hatte absagen müssen. Das war nicht schön, aber zu verkraften. Ein Urlaub war jedoch eine ganz andere Hausnummer.

„Warum genau habe ich Idiot mich vor vier Jahren auf den Abteilungsleiterposten beworben?“, fragte ich ironisch und Sascha lachte.

„Weil du scharf auf das Geld warst, das diese Beförderung mit sich brachte.“

„Ach ja, richtig. Wie doof von mir! Hätte ich bloß auf die Warnungen der Kollegen gehört. Dann wäre mir so manche lästige Überstunde erspart geblieben. Die meisten davon sind sowieso vollkommen überflüssig, da Andreesen einfach Spaß daran hat, seine Führungsriege zu Sitzungen am späten Nachmittag zu zitieren. Als hätten wir alle Langeweile in unserer Freizeit.“

„Deinen Erzählungen nach bin ich mir bei deinen Kollegen manchmal nicht so sicher, ob sie außer der Arbeit noch andere Dinge mögen.“

„Stimmt! Wahrscheinlich stört es sie auch nicht, dass unsere Überstunden im Gehalt inbegriffen sind. Ich bekomme immer einen mittleren Brechanfall, wenn ich sehe, wie viele Überstunden ich meinem Arbeitgeber in den Rachen werfe.“

Klar mochte ich meinen Job, und es gefiel mir, für meine Mitarbeiter da zu sein. Doch ebenso wie ich mein Leben im Anzug gerne führte, liebte ich es, in Jeans und T-Shirt durch die Gegend zu laufen und meine Freizeit mit meinen Freunden zu genießen.

Ich versprach Sascha, mich wegen unseres Dänemark-Urlaubs noch einmal zu melden, wenn ich mit Herrn Andreesen gesprochen hatte. Dann beendete ich das Telefonat und machte mich auf den Weg zu meinem Chef.

Mit dickem Hals und Zornesröte im Gesicht kam ich keine Viertelstunde später zurück in mein Büro. Wahrscheinlich hatte jeder gesehen, dass ich mal wieder einen Hals auf Andreesen hatte. Mein Chef hatte mich auflaufen lassen, und ich war zu feige gewesen, ihm meine Meinung zu sagen.

Ganz höflich hatte ich ihn an meinen Urlaub erinnert. Hatte davon erzählt, dass ich in dieser Woche einen Trip nach Dänemark geplant hatte. Neben seinem blöden Grinsen und einem Schulterzucken hatte ich tatsächlich eine Antwort bekommen: „Wissen Sie, Herr Sassen, die Entscheidung liegt selbstverständlich ganz allein bei Ihnen. Ich kann nur Empfehlungen aussprechen. Allerdings ist meine Empfehlung, dass Sie am Montag in den Bus steigen und an unserem Führungskräftemeeting teilnehmen.“

Nächsten Montag. Heute war schon Mittwoch. Kurz hatte ich die Idee, zum Arzt zu gehen und mich krankschreiben zu lassen. Immerhin machten andere es in solchen Situationen auch. Doch so war ich einfach nicht. Offen heraus und ehrlich war meine Art. Manchmal ärgerte ich mich deswegen über mich selbst, allerdings war ich bisher damit meist gut gefahren.

Vielleicht fällt mir ja noch etwas ein. Ja, vielleicht habe ich morgen den Mut, zu Andreesen zu gehen und ihm zu sagen, dass ich den Urlaub nehme. Dass ich nicht auf den Bauernhof, sondern mit meinen Freunden nach Dänemark fahre.

Mit diesem Gedanken verließ ich mein Büro und machte mich auf den Weg in den Feierabend.

Vorbereitungen

„Herrje, Panzer! Jetzt geh mir unter den Füßen raus.“

Übellaunig und mit zusammengezogenen Augenbrauen schaute ich auf das graubraune strubbelige Ungetüm von Hund, das sich direkt vor mir niedergelassen hatte. Hechelnd sah Panzer zu mir auf und wedelte freundlich mit dem Schwanz. Ein Blick in seine treuen Augen reichte und meine Wut auf ihn verdampfte innerhalb von Sekunden. Seufzend ließ ich mich zu ihm auf das Laminat sinken und legte meine Arme um seinen Hals.

„Entschuldige, mein Dicker! Ich weiß, du kannst nichts dafür.“ Liebevoll kraulte ich sein dichtes, langes Fell und hörte, wie er an meinem Ohr genüsslich brummte. Ja, mein großartiger Hund konnte wirklich nichts für meine schlechte Laune. Im Gegenteil, er spürte ganz genau, was mit mir los war, und wich mir daher kaum von der Seite. Was allerdings im Umkehrschluss dazu führte, dass ich bei jedem Schritt über ihn stolperte.

Am liebsten würde ich einfach mit ihm im Arm sitzen bleiben, doch ich hatte noch mehr als genug zu tun, bevor morgen dieser Trupp aus Anzugfatzken hier auftauchte. Noch einmal vergrub ich meine Nase in seinem Fell und atmete tief ein, bevor ich mich von Panzer löste und aufstand.

„Komm, leg dich hierher. Da bist du nicht im Weg.“ Ich deutete auf den Platz neben dem Kleiderschrank des Gästezimmers. Brummelnd erhob mein Hund sich, nur um sich auf den ihm vorgegebenen Platz wieder fallen zu lassen.

„Na, bist du hier schon fertig?“ Freddy erschien in der Tür und schaute sich um. „Mensch, Lene! Was machst du denn die ganze Zeit? Wir haben noch vier weitere Zimmer vor uns. Wenn du in dem Tempo weiterarbeitest, werden wir nie mit allem fertig.“ Die Hände in die Hüften gestemmt, schaute er mich strafend an. Wieder einmal fragte ich mich, wer von uns beiden der Angestellte war und wem der Hof gehörte. Dennoch, ich konnte ihm nicht böse sein, dass er mich auf meinem eigenen Hof so herumscheuchte. Er war meine gute Seele, und in den letzten Jahren hätte ich oftmals nicht gewusst, was ich ohne ihn gemacht hätte. Obwohl ich es war, die jeden Monat sein Gehalt zahlte, hatte er bei mir Narrenfreiheit. Nicht nur weil er mein bester Freund war, sondern auch weil er mir schon unzählige Male den Arsch gerettet hatte.

„Vielleicht fahren sie ja wieder, wenn wir nicht fertig sind“, sagte ich und hörte selbst, dass meine Stimme ein wenig hoffnungsvoll klang.

„Nichts da! Ich weiß, dass du keinen Bock auf diese Wichtigtuer-Fuzzis hast. Aber damit verdienen wir unser Geld. Also reiß dich zusammen und mach das Zimmer fertig!“

Schmollend verzog ich den Mund, griff aber nach der Bettwäsche, die ich gerade auf die Bettdecke hatte ziehen wollen, als ich über Panzer gestolpert war.

„Warum können wir nicht mit normalen Feriengästen unser Geld verdienen? Was wollen diese Versicherungsheinis eigentlich hier? Back to nature ist doch nur eine blöde Modeerscheinung. Ich wette, es dauert keine zwei Stunden und der Erste wird sich darüber beschweren, dass die Kühe stinken, die Hühner gackern oder eine der Stallkatzen sich an seinem teuren Maßanzug gerieben hat“, motzte ich und kämpfte mit dem Bettbezug. Das Scheißding wollte einfach nicht über die Bettdecke.

„Lene …“ Als würde er mit einem kleinen Kind sprechen, wurde Freddys Stimme ganz sanft und nachsichtig. „Du weißt doch, wie es ist. Diese Seminare bringen uns einen Arsch voll Geld ein. Die zahlen für die drei Nächte mehr als das Doppelte von dem, was wir mit den Feriengästen verdienen würden. Und wir brauchen das Geld, wenn du deinen Hof behalten möchtest.“

Er hatte ja recht. Ohne diese Fatzkes hätte ich meinen kleinen Bauernhof schon längst von der Bank versteigern lassen müssen. Als ich ihn vor vier Jahren von meinen Eltern geerbt hatte, war er hoch verschuldet gewesen. Die einzige Möglichkeit, die ich damals gehabt hatte, war, einen Großteil der Ländereien zu verkaufen und das Hauptgebäude als Feriendomizil herzurichten. Anders hätte ich es nicht bewerkstelligen können. Ich konnte den Hof nicht allein bewirtschaften, hatte aber auch nicht die finanziellen Möglichkeiten, Angestellte zu bezahlen. Freddy war der einzige Festangestellte, nur mit ihm führte ich seit vier Jahren diesen Bauernhof.

Ein wenig wehmütig dachte ich daran, wie es früher hier gewesen war. Felder, so weit das Auge reichte, und sie gehörten alle uns. Ich konnte umherstreifen, Baumhäuser bauen, im Fluss schwimmen und mich im Winter im Kuhstall aufwärmen.

Und heute? Heute besaß ich noch ein paar kleinere Wiesen, die Stallungen und das Haupthaus. Es war kaum mehr etwas übrig geblieben vom Hof meiner Kindheit. Doch das, was es noch gab, wollte ich ums Verrecken nicht aufgeben. Da ertrug ich lieber diese verwöhnten Bürohengste, die für ein paar Tage auf Seminar herkamen.

Endlich konnte ich den Bettbezug davon überzeugen, sich über die Decke ziehen zu lassen, und schloss den Reißverschluss.

„Wie viele sind denn noch zu machen?“, fragte ich und schaute zu Freddy, der weiterhin in der Tür stand.

„Immer noch vier.“ Breit grinsend sah er mich an.

Stimmt, er hatte es bereits gesagt.

„Meinst du nicht, du könntest …?“ Hoffnungsvoll und gleichzeitig bittend lächelte ich Freddy an, ohne meine Frage zu beenden. Ich wusste, er verstand mich auch so. Sein Seufzen verriet mir, dass ich mit meiner Vermutung richtiglag.

„Los, hau schon ab. Ich mache alles fertig und dann kümmere ich mich um das Abendessen. Ist eh gleich Fütterungszeit.“

Dankbar fiel ich meinem Freund um den Hals und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

„Du bist ein Schatz! Komm, Panzer, wir gehen raus“, sagte ich und verschwand aus dem Zimmer.

„Ich weiß!“, rief Freddy mir hinterher, als ich mit meinem Hund den Flur entlang in Richtung Treppe ging.

Ja, so gefiel es mir. Ich kümmerte mich um meine Tiere, während Freddy den Haushalt machte und die Ferienzimmer vorbereitete.

Was würde ich nur ohne ihn machen?, fragte ich mich wieder einmal.

Ja, Freddy war für mich wirklich Gold wert. Als ich den Hof vor vier Jahren übernommen hatte, war er aus Hamburg mit hergekommen, weil er mir unter die Arme greifen wollte. Ich trauerte um meine Eltern, konnte ihren plötzlichen Tod durch einen Autounfall nicht recht begreifen und dann kamen die Entscheidungen den Hof betreffend hinzu. Es gab so viel zu regeln, so viele Termine bei Banken, Notaren und Rechtsanwälten, dass ich vollkommen überfordert gewesen war. Er war mein Halt in dieser schweren Zeit, während ich beinahe unter all der Last zusammengebrochen war.

Freddy hatte ohne Aufforderung mit angepackt. Er hatte sich die Bücher des Hofes geschnappt und tagelang alles durchgerechnet, Pläne geschmiedet und wieder verworfen, bis ihm irgendwann die Idee mit dem Ferienhof gekommen war. Da er gerade keinen Job hatte, war er geblieben und hatte mit mir zusammen den Hof in Eigenregie renoviert und umgebaut, hatte sich um Konzessionen und Bewilligungen gekümmert. Bereits ein paar Monate später hatten wir die ersten Gäste begrüßen dürfen.

Seitdem war er hier nicht mehr wegzudenken und bis heute hatte es sich nicht geändert: Freddy packte an, wo Hilfe erforderlich war.

Meine schlechte Laune war verschwunden, als ich im Stall ankam.

Das hier war mein Grund, weiterzumachen und nicht aufzugeben: meine Tiere! Ich liebte jedes Einzelne von ihnen. Für sie und für Freddy würde ich alles geben und mich sogar von diesen Managertypen nerven lassen.

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Impressum

Texte © Copyright by Ben Bertram Bodelschwinghstraße 19 b 22337 Hamburg und Kerry Greine Am Mellhorn 18 21423 Winsen [email protected]

Bildmaterialien © Copyright by Covergestaltung: Covergestaltung: Sabrina Dahlenburg www.art-for-your-book.weebly.comKorrektorat: SW Korrekturen e.U. [email protected]

Alle Rechte vorbehalten.

ISBN: 978-3-7394-1208-5