Freiraum für die Liebe - Wolfgang Krüger - E-Book
Beschreibung

Wenn sich die Verschmelzungswünsche der ersten Liebesleidenschaft gelegt haben, muss der Nähefaktor neu bestimmt werden, in jeder Partnerschaft. Nur in der richtigen Balance von Distanz und Nähe gedeiht dauerhaftes Liebesglück. Viele Verbindungen scheitern bereits daran, dass die Partner selbst ihre eigenen widersprüchlichen Wünsche und Bedürfnisse nicht hinreichend geklärt haben. Erst wenn dies geschehen ist und mit dem Anderen darüber eine Verständigung hergestellt wurde, sind die Partner beieinander glücklich und zufrieden.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:238


Wolfgang Krüger

Freiraum für die Liebe

Nähe und Abstand in der Partnerschaft

Impressum

Titel der Originalausgabe:

Freiraum für die Liebe

Nähe und Abstand in der Partnerschaft

ISBN 978-3-451-61068-4

© Kreuz Verlag

in der Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2011

© Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2014

Alle Rechte vorbehalten

www.herder.de

Umschlagkonzeption: Agentur RME Roland Eschlbeck

Umschlaggestaltung: Verlag Herder

Umschlagmotiv: © Getty Images

E-Book-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

ISBN (E-Book): 978-3-451-80119-8

ISBN (Buch): 978-3-451-06658-0

Inhalt

Nähe und Distanz – der Kernkonflikt der Liebe

So löst man den Nähe-Distanz-Konflikt

Die prägende Kindheit

Die vier Königswege der Nähe

Sollte man getrennt oder zusammen wohnen?

Die vier Belastungssituationen für die Partnerschaft

Abschied – der schwierige Weg der Trennung

»Was ist Glück?

Die Fähigkeit, Bindungen einzugehen.«

Christa Wolf

Nähe und Distanz – der Kernkonflikt der Liebe

Eine nachdenkliche Lehrerin sitzt mir gegenüber und schildert mir ihre Partnerschaftsprobleme: »Ich weiß nicht, was verloren gegangen ist. Wir sind jetzt 12 Jahre zusammen und reden kaum wirklich miteinander. Wir sprechen zwar viel über unsere Kinder, über den Beruf, aber emotionalen Themen weicht er aus. Allerdings verstehen wir uns ganz gut, wenn wir verreisen und dann gemeinsam Fahrrad fahren. Doch die Erotik ist fast auf der Strecke geblieben, wir schlafen kaum noch miteinander. Die Luft ist raus. Mal gehe ich stärker auf meinen Mann zu, mal macht er wieder einen Versuch, aber dann ziehe ich mich zurück. Ich will zwar Nähe, doch ich fühle mich manchmal fast wohler, wenn ich allein bin. Aber ich will mit ihm zusammenbleiben, vorher hatte ich einige andere Beziehungen, da war es nicht anders.« Diese 48-jährige Lehrerin hatte viele Ratgeberbücher gelesen und war verwirrt. Sie hatte gelernt, mehr über sich zu reden, aber ihr Mann fühlte sich eher bedrängt. Sie hatte Freundschaften begonnen, um die Beziehung von zu großen Ansprüchen zu entlasten. Sie hatte sogar einen Workshop zum Thema Partnerschaft besucht. Nichts hatte wirklich geholfen. Sie wollte sich aber auch nicht trennen, denn sie hatte Angst, dass sich dieser Verlust der Nähe immer wieder ereignen würde. Und ich stimmte ihr zu. Fast immer wiederholen wir die gleichen Nähe-Distanz-Muster in Beziehungen. Oft werden die Konflikte in einer neuen Partnerschaft sogar schlimmer, deshalb liegt das Trennungsrisiko bei Zweitverheirateten wesentlich höher als bei der ersten Heirat. Dies ahnte die Lehrerin und wollte gern in der Beziehung bleiben. Aber zufrieden war sie schon seit Jahren nicht mehr und betrachtete sich als ›schwierigen Fall‹. Doch für mich war dieser Nähe-Distanz-Konflikt eine klassische Problematik, wie ich sie fast jeden Tag zu hören bekomme. Und sicher beschäftigen Sie ähnliche Probleme? Wahrscheinlich fragen Sie sich, was Ihr Partner tun kann, damit die Liebe gelingt? Was Sie selbst tun können, damit Sie wieder eine entspannte Nähe genießen, aber auch genügend Abstand erleben können. Das klingt ein wenig nach einem komplizierten Seiltanz.

Die Suche nach der lebendigen Nähe

Tatsächlich ist die Liebe der Lohn dafür, dass wir eine sehr schwierige Lebensaufgabe lösen. Denn die Liebe resultiert aus der Spannung, die sich zwischen Nähe und Distanz abspielt. Mit anderen Worten: Die Liebe ist der Glücksbalken, der auf zwei Säulen aufruht: der Nähe und der Distanz. Sowohl die Nähe als auch die Autonomie der Partner sind wichtig. Und doch sind wir am stärksten von einem ewigen Wunsch erfüllt: Wir sind auf der Suche nach der lebendigen Nähe. Wir sind angerührt, wenn sich zwei Menschen wirklich lieben. Deshalb finden wir es traurig, wenn wieder einmal im Freundeskreis eine Ehe scheitert. Und deshalb müssen wir uns zunächst mit der Frage beschäftigen: Warum geht die Nähe in den meisten Beziehungen verloren? Erinnern Sie sich noch an die ersten Wochen und Monate Ihrer Liebesbeziehung? Und wenn Sie dies bereits vergessen haben: Schauen Sie sich junge Liebespaare an. Sie suchen ständig die Nähe, sie reden fast unaufhörlich miteinander, müssen sich berühren. »Wir konnten die Finger nicht voneinander lassen, kamen kaum noch aus dem Bett. Und wir haben dreimal täglich miteinander telefoniert. Und wenn er nach Hause ging, hatte ich bereits wieder Sehnsucht«, – erinnert sich die 48-jährige Lehrerin an ihre Liebe, die inzwischen so distanziert geworden ist: »Ich habe ja noch heute manchmal Sehnsucht nach meinem Mann, aber wenn er dann stürmisch auf mich zukommt, will ich Abstand, dann ist mir das zu schnell. Und wenn ich Sehnsucht habe, zieht er sich zurück. Das ist richtig tragisch. Das ist wie bei den Wetterhäuschen, wo mal der eine draußen ist, mal der andere. Wir kommen nicht mehr zusammen.«

Das gemeinsame Wir

In den meisten Liebesbeziehungen verstärken sich im Laufe der Zeit die Distanzwünsche. Dies ist teilweise durchaus normal. Doch wenn die Distanzwünsche überwiegen, liegt immer eine Fehlentwicklung vor. Denn das Hauptbedürfnis jeder Partnerschaft besteht stets in einer halbwegs stabilen Nähe. Das ist die eigentliche Sehnsucht, die wir in einer Partnerschaft ausleben. Nach einem alten griechischen Mythos sind wir alle auf der Suche nach unserer anderen Hälfte, da wir ursprünglich Kugelwesen waren. Diese Suche nach Nähe ist der Motor unserer Liebessehnsucht. Diese Erkenntnis wird durch alle Untersuchungen der letzten Jahrzehnte bestätigt. Erwähnen will ich nur eine amerikanische Studie mit ›glücklichen Paaren‹, die Judith Wallerstein 1990 durchgeführt hat. Aus ihren Untersuchungen ergab sich, dass glückliche Paare vor allem eine Aufgabe bewältigen müssen: ein gemeinsames Wir aufzubauen.1 Offenbar müssen zwei Menschen gemeinsam ein Haus der Liebe bauen. Am Beginn der Liebe ist das noch recht einfach, hier ist fast eine Verschmelzung zu beobachten. Doch zunehmend bekommt die Beziehung Risse, und oft bleibt eine Ruine der Liebe zurück. Einfach ist ein Aufbau von Nähe offenbar nicht. Und vor allem: Wir haben ja nicht nur eine Sehnsucht nach Nähe, jeder von uns hat immer auch eine Angst vor dem Verlust an Freiheit. Gewissermaßen haben wir alle einen inneren Konflikt, den wir auch als Abhängigkeits-Autonomiekonflikt bezeichnen. Wir brauchen den anderen, empfinden die Nähe aber auch als Gefahr. Das ist der Urkonflikt der Liebe. Wir suchen die Nähe, wollen aber auch einen genügend großen Abstand. Der Philosoph Schopenhauer hat sogar gemeint, es sei der Urkonflikt des Lebens, alle anderen Probleme würden sich daraus ableiten. Er veranschaulicht dies mit einem Gleichnis: Eine Gesellschaft Stachelschweine würde nach einem kalten Wintertage zusammenrücken, um sich durch die gegenseitige Wärme vor dem Erfrieren zu schützen. Doch bald empfanden sie die gegenseitigen Stacheln, und legten wieder Abstand ein. Das Bedürfnis nach wärmender Nähe brachte sie zusammen, das gepiekt werden durch die Stacheln entfernte sie. Das Geheimnis des Lebensglücks besteht daher nach Schopenhauer darin, dass wir die richtige Nähe finden, um nicht zu frieren und den richtigen Abstand, damit wir uns nicht ständig über die Mitmenschen ärgern.

Wie viel Abstand brauchen Sie?

Doch wie findet man in einer Partnerschaft den richtigen Abstand? Bei Freundschaften ergibt sich automatisch immer wieder ein gewisser Abstand, wenn man sich nicht trifft. Aber in einer Liebesbeziehung besteht – zumindest am Beginn – eine ständige Nähe, und wir müssen uns unsere Rückzugsräume bewusst gestalten. Auch dies ist nicht einfach. Häufig gestehen wir uns diese Distanzbedürfnisse nicht ein und es fehlt uns der Mut, diese Wünsche auszuleben. Das liegt nicht nur am Partner, der mitunter unruhig auf unsere Rückzugsneigung reagiert. Oft wurden wir schon in der Kindheit daran gehindert, uns einmal für längere Zeit zurückzuziehen. Oder durften Sie als Jugendliche das Zimmer abschließen? Durften Sie sich eine Zeitlang zurückziehen, ohne dass sich die Eltern darüber beschwerten? Wurden Ihnen Schuldgefühle vermittelt, wenn Sie keine Nähe herstellen wollten? Wir sollten also darüber nachdenken, welche Nähemuster wir in der Kindheit erlebt haben. Und dann müssen wir lernen, akzeptierend mit den eigenen Distanzwünschen umzugehen. Sonst gehen wir unreflektiert auf die Nähewünsche des Partners ein und überfordern uns. Denn die verdrängten Distanzwünsche kommen doch zum Vorschein. Man kommt zu einer wichtigen Einladung zu spät, äußert plötzlich Kritik, ist irgendwie kühl und zurückhaltend. »Du bist zickig« – muss man sich dann anhören.

Frauen und der Wunsch nach Abstand

Vor allem Frauen müssen lernen, die eigenen Distanzwünsche zu erkennen. Häufig entwickelt sich ihr Wunsch nach Autonomie erst nach der Familiengründung. Zunächst ist ihr Leben eher von einem Wunsch nach Nähe geprägt. Bei einer von mir durchgeführten Umfrage gaben 70 Prozent der Frauen zwischen 20 und 40 Jahren an, sie hätten gern mehr Nähe als ihre Partner. Wahrscheinlich führt der Kinderwunsch dazu, dass bei Frauen in diesem Alter sehr stark das Bedürfnis nach einem beständigen, verlässlichen Partner vorhanden ist. Doch wenn die Kinder etwas größer geworden sind, wollen die Mütter meist erheblich mehr Zeit für sich genießen. Sie haben sich um die Kinder gekümmert, haben auf vieles verzichtet und wollen nun stärker die eigenen Bedürfnisse ausleben. Und so gaben 65 Prozent der Frauen über 50 Jahren an, sie hätten gern mehr Freiheit für sich, doch 60 Prozent der Partner wollten gern mehr Nähe. Wir haben es hier mit einem massiven Emanzipationskonflikt zu tun. Die Nähe suchenden Frauen, die es noch nach dem zweiten Weltkrieg gab, suchen heutzutage viel stärker ihre Autonomie. Nach der Midlife-Crisis treffen die nunmehr anhänglichen Männer auf selbstbewusste Frauen, die ihre eigene Freiheit lieben. Und dieser Wunsch nach Distanz zeigte sich auch in einer Umfrage der Zeitschrift ›Für Sie‹: 77 Prozent der Frauen meinten, sie hätten gern mehr Freiheit, um den eigenen Interessen nachzugehen. Offenbar wollen heutzutage viele Frauen mehr Abstand in der Liebe. Sie sind selbstbewusst, wollen stark sein und doch möchten sie gelegentlich beschützt werden. Aber dieser Wunsch nach Nähe geht oft nicht in Erfüllung. Das hängt auch mit den Männern zusammen, die sich von den selbstbewussten Frauen überfordert fühlen. Wenn heute 40 Prozent aller Männer als unsicher gelten, ahnen wir, dass diese vor einer selbstbewussten, eher distanzierten Frau Angst haben. Die Nähe-Distanz-Muster von Frauen und Männern bieten offenbar keine verlässliche Orientierung mehr.

Aus zweien eins machen

Zu Recht sind viele Frauen heutzutage skeptisch hinsichtlich einer Nähe, die zu sehr mit Selbstaufgabe einhergeht. Sie sind skeptisch gegenüber der Aussage des Philosophen Schleiermacher, der einmal schrieb, in der Liebe müsse man aus zweien eins machen. Vielmehr meinen sie, man müsse auch in einer Partnerschaft seine Persönlichkeit behalten. So jedenfalls äußerte sich die bereits erwähnte Lehrerin, die ich kürzlich fragte, ob sie ihren Mann nicht heiraten wolle. Sie sagte mir unverblümt: »Beim Wort Heiraten ziehe ich innerlich den Revolver. Das ist mir zu eng. Das ist mir zu verpflichtend. Bis dass der Tod uns scheidet … – das kann ich mir nicht vorstellen.« Nun gibt es ja immer mehr Menschen, die nicht heiraten. Aber die temperamentvolle Äußerung dieser Lehrerin gab mir doch zu denken. Ich fragte mich, ob sie nicht selbst Angst vor einer engen Bindung hatte. Doch gleichzeitig fühlte sie sich einsam und zitierte einmal das Gedicht von Kästner:

Brauchtest Liebe. Findest keine.

Träumst vom Glück. Und lebst im Leid.

Einsam bist du sehr alleine –

und am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

Diese Lehrerin fühlte sich einsam, obgleich ihr Mann nachts neben ihr lag, ihr mitunter Blumen mitbrachte und um sie warb. Sie sehnte sich nach Nähe, doch wenn er den ganzen Tag immer wieder etwas von ihr wollte bekam sie Fluchtgedanken. »Ja« – sagte sie mir nach dem Gespräch und fing an zu weinen: »Nähe und Distanz – das ist mein Thema.«

Das Geheimnis der guten Ehe

Eine stabile Nähe aufzubauen, in der beide Partner ihre Distanzwünsche ausleben können – das ist das Geheimnis einer guten Ehe. Dies bestätigt auch die Schweizer Psychotherapeutin Rosemarie Welter-Enderlin. Sie betont, wir bräuchten in einer Partnerschaft eine Ausgewogenheit zwischen Nähe und Distanz, Bindung und Autonomie. Und dies hat sie in einem wunderbaren Bild ausgedrückt: man müsse Wurzeln haben, aber auch über Flügel verfügen. Wir müssten also lernen in einer Partnerschaft jene Nähe herzustellen, die beide als beglückend erleben. Und wir müssten gleichzeitig lernen, genügend Abstand einzuhalten. Diese Herausforderung erinnert mich an einen Tanz, bei dem es immer wieder einen Wechsel zwischen Nähe und Distanz gibt. Doch offensichtlich beherrschen wir diesen Tanz meist nicht sehr gut und so treten wir uns auf die Füße, kommen aus dem Takt. Das mag daran liegen, dass dieser Tanz weitgehend unbewusst getanzt wird. Und es gibt auch keine Schule, wo man die notwendigen Schritte für diesen Nähe-Distanz-Tanz erlernen könnte. Und so gibt es immer wieder die klassischen Situationen: Sie sucht seine Nähe, doch er hat nur seine beruflichen Konflikte im Kopf und zieht sich zurück. Und als er sie abends im Bett streichelt, ist sie reserviert, und er ist gekränkt. So reagieren beide empfindlich auf die empfundene Ablehnung und können auf die Nähewünsche des anderen nicht eingehen.

Können Sie mit Ihrem Partner über solche Situationen reden? Im Allgemeinen spricht kaum jemand in der Ehe über seine Nähewünsche, die nicht in Erfüllung gingen. Man lebt seine Enttäuschungen eher über sachliche Themen aus. Heftig streitet man sich über die Kindererziehung, das Geld, über das nächste Urlaubsziel. Manchmal wirken die Themen belanglos – aber sie werden von den Kränkungen der Nähe und den nicht gelebten Distanzwünschen gespeist. Wäre es nicht besser, wir könnten offener über unsere Wünsche hinsichtlich der Nähe und Distanz reden und auch unsere Kränkungen mitteilen? Sollten wir nicht offener, vor allem auch bewusster mit diesem Konflikt umgehen? Dann könnten wir lernen, unsere Distanzwünsche offener auszuleben. Und wenn wir genügend Abstand hätten und unsere innere Mitte gefunden haben, könnten wir auch besser auf den Partner zugehen und eine verlässliche Nähe herstellen.

Die beglückende Nähe

Doch automatisch entsteht diese Nähe natürlich nicht. Es ist eine große Kunst, diese Nähe herzustellen, die im Laufe der Jahre so oft verloren geht. Dann bleibt oft nur noch eine Versorgungsbeziehung bestehen. Aber das ist kein zwangsläufiger Prozess, sondern ein Drama, das wir verstehen müssen und ändern können. Wir müssen begreifen, warum die verbindliche Nähe allmählich scheitert. Fast immer gibt es am Beginn der Liebe jene Nähe, von der die gesamte Partnerschaft erfüllt ist. Vielleicht kennen Sie selbst noch jene intensiven Momente der Nähe, in der ein tiefes Gefühl der Zusammengehörigkeit entstanden ist. Sie haben vielleicht mit dem Partner ein beglückendes Gespräch gehabt, Sie haben miteinander geschlafen, und es ist eine verlässliche Nähe entstanden, die durch nichts infrage gestellt werden kann. Die Alltagssorgen werden unwichtig: Es regnet plötzlich und Sie müssen den Ausflug verschieben. Der Strom fällt aus, Sie können ihre Lieblingssendung nicht sehen. Trotzdem geht es ihnen gut. Sie ärgern sich nicht über ihren Schnupfen und die Mieterhöhung, es geht Ihnen beiden einfach gut. So grundlegend ist die positive, beglückende Wirkung der Nähe. Sie ist wie ein Glücksschirm, der alle Sorgen von uns abhält. Das ist so elementar für unser Leben, dass wir versuchen sollten, das Geheimnis der Nähe zu ergründen. Beginnen wir also mit der Frage: Was ist Nähe?

Was ist wirkliche Nähe?

Nähe ist, wenn ich Deinen Duft in der Nase spüre – las ich einmal. Tatsächlich muss man einen Menschen riechen können, sonst entsteht keine Nähe. Aber wenn Sie einen Menschen riechen, ihn umarmen, ist dies nicht unbedingt mit dem seelischen Erlebnis der Nähe verbunden. Es ist oft nur ein Ritual, dass wir andere umarmen. Ja, wir können sogar mit einem anderen Menschen schlafen, ohne dass wirklich Nähe entsteht. Nähe ist nicht in erster Linie ein körperlicher Prozess und man kann sie nicht mit dem Zentimetermaß messen. Wir können uns einem Menschen nahe fühlen, der weit weg ist. Offenbar ist die Nähe eine Qualität, die nur schwer zu beschreiben ist. Deshalb sollten wir uns zunächst fragen, wie der Begriff Nähe entstanden ist. Als Nähe wurden im 15. Jahrhundert in Deutschland große, flache Fähren mit geringem Tiefgang bezeichnet. Diese hölzernen Fahrzeuge wurden vor allem auf Neckar und Rhein eingesetzt. Die Nähe ist demzufolge das Ergebnis eines Brückenschlags. Es ist der Versuch, einen anderen Menschen wirklich zu erreichen.

Doch eine intensive Nähe ist immer nur vorübergehend möglich, dann muss jeder wieder etwas stärker sein eigenes Leben gestalten. Insofern ist der Wechsel von Nähe und Distanz so wichtig. Ist die Beziehung gut, dann gelingt dieser ständige Wechsel mühelos. Aber wenn die Beziehung schwieriger wird, klappt dieser Wechsel nicht. Einer ist dann immer der Nähesuchende, der andere will Abstand – es kommt weder zu einer lebendigen Nähe, noch zu einer entspannten Distanz. Man könnte sagen, dass hier wie bei einem Motor ein Kolbenfresser vorliegt. Alles ist blockiert, jeder verharrt in seiner Rolle. Der Distanzierte denkt immer stärker daran, die Beziehung zu beenden. Und der Nähesuchende rennt ihm quasi hinterher und ist gereizt. Dies ist die Hauptursache für die massiven Enttäuschungen in der Liebe. Es kommt deshalb zunächst darauf an, dass wir einen Partner finden, der unserem Nähe-Distanz-Verhältnis entspricht. Dann ist die Gefahr geringer, dass es später Blockierungen im Wechsel zwischen Nähe und Distanz gibt. Die großen Partnerschaftsbörsen im Internet haben daher immer eine Rubrik für Nähe/Distanz. Mithilfe umfangreicher Tests wird erforscht, wie groß das Nähe- bzw. Distanzbedürfnis des Liebesuchenden ist, und ihm werden dann geeignete Partner empfohlen. Ich habe ziemliche Zweifel, ob dies so gelingen kann. Doch es ist richtig, wenn wir am Anfang einer Beziehung darauf achten, dass genügend Nähe entsteht und gleichzeitig ein genügender Abstand möglich ist. Sonst haben Sie in der Beziehung ständig massive Nähe-Distanz-Konflikte.

Die drei Grundregeln der Liebe

Wenn Sie Ihre Schwankungen in der Liebe verstehen wollen, müssen Sie sich zunächst fragen: Bestanden diese Konflikte von Anfang an oder wurden Sie erst durch die Belastungen in der Beziehung hervorgerufen? Nehmen Sie sich deshalb einige Stunden Zeit und überlegen Sie, wie sich die Nähe-Distanz-Konflikte im Laufe der Jahre entwickelt haben. Waren sie schon am Anfang vorhanden? Und wann und warum ging die Nähe verloren? Beschäftigen Sie sich mit dem Beginn der Liebe, denn es ist grundlegend für das Liebes-Glück, ob der Partner von Anfang an unseren Nähe- und Distanzbedürfnissen entspricht. Dabei gibt es drei wichtige Erkenntnisse:

1) Die Stimmung in der Liebesbeziehung wird gedämpft, wenn die Nähebedürfnisse nicht befriedigt werden.

2) Doch noch schlimmer ist es, wenn der Partner die Distanzwünsche missachtet. Nähegefühle schrumpfen, wenn der Partner mehr Nähe einfordert als wir geben können. Dies löst immer Abwehrreaktionen (»Ich will einfach weg.«) und Schuldgefühle (»Warum bin ich nicht beziehungsfähiger.«) aus. Langfristig führt das zum Scheitern jeglicher Nähe.

3) Die Nähe-Distanz-Wünsche eines Menschen kann man kaum ändern. Sie ändern sich mitunter durch äußere Belastungen (Kinder, Krankheiten). Auch tief greifende persönliche Reifungsprozesse führen immer zu einem anderen Näheverhalten. Doch der Partner kann eine solche Veränderung nicht einfordern (»Du musst nähefähiger werden.«).

Viele Frauen machen den Fehler, sich einen Mann vom Typ ›einsamer Wolf‹ zu suchen. Sie haben die Hoffnung, dass er im Laufe der Zeit auftaut, wenn sie ihn ›für zwei lieben‹. Doch diese Hoffnung geht meist nicht in Erfüllung. Das musste auch die attraktive Lehrerin erleben. Ihr Mann hatte immer die Angewohnheit, dass er viel vor dem Computer saß, allein zum Segelfliegen ging und nicht gern mit ihr über Gefühle redete. Doch dies war für sie anfangs Ausdruck seiner Schüchternheit, sie war überzeugt, dass er im Grunde seines Herzens nähefähig ist. Und nun versucht sie seit vielen Jahren vergeblich ihn umzumodeln. Sie hat versucht mit ihm zu reden, hat geschmollt, hat mit anderen Männern geflirtet. Nichts hat genutzt. Dann ist sie fremdgegangen, und er war für kurze Zeit erschüttert, es entstand mehr Nähe. Doch nach mehreren Monaten spielte sich der alte Abstand wieder ein.

Glauben Sie an das, was passiert

Wenn Sie einen Dauerkonflikt vermeiden wollen, dann suchen Sie sich einen Partner, der von Anfang an halbwegs Ihren Nähe-Vorstellungen entspricht. Und glauben Sie an das, was wirklich passiert. Wenn wir uns eine Nähe herbeireden müssen, ist die Beziehung bereits zu kompliziert. Nähe ist immer offensichtlich und direkt – wenn man miteinander spricht, sich küsst oder ins Bett geht. Deshalb sollten Sie sowohl zu Ihren Nähe- als auch zu Ihren Distanzwünschen stehen und sich nicht auf Männer einlassen, die Sie immer wieder verunsichern. Machen Sie also nicht den Fehler, aus einem distanzierten Mann einen nähefähigen machen zu wollen. Unser Nähebedürfnis hängt sehr stark von unseren bisherigen Lebenserfahrungen ab, unser Distanzbedürfnis hat viel mit unserem Wunsch nach Sicherheit zu tun. Das ist ein sehr kompliziertes System, das wir nicht einfach ändern können. Das wäre genauso naiv, als würden Sie in das Getriebe eines Autos einige größere Zahnräder einbauen, um schneller fahren zu können.

Die Diagnose

Nun werden Sie zu Recht einwenden, dass es manchmal sehr verwirrend ist, die Fähigkeit zur Nähe bzw. Distanz eines Mannes einzuschätzen. »Mal ist er so, mal so« – sagen mir viele Frauen. Vertrauen Sie daher am Beginn der Liebe ihrem Bauchgefühl. Dies ist die beste Diagnostik für die Übereinstimmung von Nähe- und Distanzwünschen. Doch wie entsteht dies Bauchgefühl? Jeder von uns verfügt über ein inneres Drehbuch, in dem alle Erwartungen, Hoffnungen und Gefühle enthalten sind. So wie ein Dramaturg die wichtigsten Figuren eines Stücks anleitet, sind in diesem Drehbuch vor allem die Hauptakteure enthalten: ER und SIE. Leider kennen wir meist unser eigenes Drehbuch der Liebe nicht. Fast immer ist es naiv-kitschig. Darin träumen auch selbstbewusste Frauen davon, gerettet zu sein, und Männer sind unendlich gern Retter. Allerdings gehen wir selten so offen mit unseren Liebes-Erwartungen um wie der Philosoph Sartre. Er schrieb in seiner Autobiographie, er habe in seiner Jugend davon geträumt, Frauen unter dem Einsatz seines Lebens zu retten. Diese hätten dann zu ihm gesagt: du hast mein Leben gerettet, ich bin dein!

Die Nähe-Distanz-Ausstrahlung

Meist kennen wir die eigenen Drehbücher der Liebe nicht, die bei der Partnerschaftswahl eine große Bedeutung haben. Denn diese Drehbücher enthalten immer unsere Nähewünsche, aber auch Distanzbedürfnisse. Wie ausführlich ein solches Drehbuch ist, wurde mir kürzlich bei einer sehr attraktiven Schauspielerin bewusst, mit der ich befreundet bin. Sie mag eine verlässliche Nähe, braucht aber auch einen großen Freiraum. Sie liebt intensive Gespräche, würde sich aber schnell eingeengt fühlen, wenn der Partner ständig mit ihr zusammen sein würde. Sie hatte bereits einige Fernbeziehungen, und wiederum fand sie einen sehr liebenswürdigen Mann, der 600 km entfernt lebt, drei Söhne hat und aus beruflichen Gründen nicht nach Berlin ziehen kann. Und diese Wahl war kein Zufall, sondern das Ergebnis ihres inneren Drehbuches. In ihm waren alle Nähewünsche (Ich will mit ihm reden, er muss verlässlich sein, er muss lieb sein) und Distanzwünsche (Er muss eigenständig sein, er muss mir meine Freiheit lassen, ich brauche Zeit für mich) verzeichnet. Und solch ein kompliziertes Drehbuch haben wir alle. Im Bruchteil einer Sekunde nehmen wir wahr, ob sich irgendwo in unserer Nähe ein Mensch befindet, der unserem Drehbuch entspricht. Dazu gehört vor allem, dass wir seine Nähe-Distanz-Ausstrahlung wahrnehmen. Instinktiv erfassen wir sein Gesicht, seine Bewegungen, seine Körperhaltung und erahnen, ob es sich hier eher um einen distanzierten, ehrgeizigen Mann oder einen eher nähefähigen, kameradschaftlichen Mann handelt. Wie er schaut, sich bewegt, seine gesamte Ausstrahlung sagt viel über sein Näheverhalten aus. Wir spüren, ob er eher frech, ruhig, verlässlich oder distanziert ist. Und wenn er unserem inneren Drehbuch entspricht, beginnt die nonverbale Kommunikation von Nähe und Distanz. Wir schauen zum Mann herüber und signalisieren: Du interessierst mich. Dann schauen wir weg, ziehen gewissermaßen die Aufmerksamkeit zurück. Nun erfolgt in kurzen Abständen ein Wechsel der Aktivität: Mal stellt der eine mehr Nähe her, mal der andere – bis es zu einer Begegnung kommt, die meist vom Mann ausgeht. Und dann beginnt ein Tanz von Nähe und Distanz.

Würde er immer Nähe herstellen, ihr seine unverbrüchliche Liebe gestehen, sie ständig anrufen – das Spiel der Liebe wäre bald zu Ende. Wenn er zu schnell vorgeht, fühlen wir uns bedrängt. Wir reagieren dann sogar körperlich: Alle Nackenhaare richten sich auf, wir werden verkrampft. Gleichzeitig sind wir enttäuscht, wenn nicht genügend Nähe entsteht. Wir müssen Liebe empfangen, uns vom anderen umwerben lassen. Doch dann müssen wir auch Sehnsucht nach dem anderen entwickeln, ihn vermissen. Damit wir lieben, muss diese Liebe atmen. Wir müssen die Gelegenheit haben, auch ihn zu umwerben, ihn zu lieben. Über 70 Prozent der Frauen wünschen sich in dieser Phase der ersten Annäherung mehr Distanz von den Männern. Dies meinte auch eine junge Physiotherapeutin: »Ich will, dass ein Mann durchaus Nähe herstellt, aber es geht mir oft zu schnell, ich muss auch um ihn kämpfen, ich will mich für ihn entscheiden, ich muss mich um ihn bemühen. Wenn ich genau weiß, dass er mich immer will, dass ich ihn sicher habe – interessiert er mich nicht. Ich fühle mich dann bedrängt.«

Der Reißverschluss der Liebe

Jeder muss also immer wieder Nähe herstellen, um sich dann zurück zu ziehen. Das ist wie bei einem Reisverschluss: Mal kommt der eine, dann der andere, und nur so ist gewährleistet, dass sich beide füreinander entscheiden. Sonst ist der eine verliebt, der andere bleibt unterkühlt. Dieser Prozess ist deshalb so aufregend, weil man zwar in dieser Phase dem anderen seine Liebe zeigen muss, aber er darf sich nicht zu sicher fühlen. Daher muss immer wieder jener Abstand entstehen, der bei ihm ein Gefühl der Sehnsucht und mitunter auch ein leises Gefühl der Angst auslöst. Wir fangen nur an zu lieben, wenn es eine innere Explosion gibt. Üblicherweise ›verschanzen‹ wir uns etwas hinter den Mauern unserer Persönlichkeit. Die Liebe ist doch auch eine große Gefahr, wir können enttäuscht werden, verletzt, betrogen. Der französische Schriftsteller Stendhal ist deshalb der Meinung, dass eine gewisse Angst notwendig sei, damit unser übliches Lebensfundament aufgelöst wird. Dies bestätigte die junge Physiotherapeutin: »Erst hatte ich Sehnsucht nach ihm, es gefiel mir, wie er um mich warb. Aber so richtig verliebt war ich erst, als er etwas enttäuscht nach einem Treffen nach Hause ging. Er hatte wohl mehr erwartet und ich lag im Bett und konnte nicht einschlafen und wollte ihn am liebsten anrufen und ihm sagen: Zieh dich nicht zurück, ich will dich nicht verlieren. Irgendwie bekam ich Angst, ich war richtig weich gekocht, durcheinander … und dann wurden wir ein Paar.«

Gerade junge Männer machen den Fehler, dass sie ungestüm werben und die Distanz-Regel der Liebe missachten. Ein Freund von mir wunderte sich, dass seine massiven Verführungskünste bei einer hübschen Frau keinen Erfolg hatten. Doch als er sie aus Versehen mit einem falschen Namen anschrieb, rief sie ihn sofort an. Plötzlich hatte sie Sehnsucht nach ihm.

Die emotionale Kompetenz

Es ist nicht einfach, um den anderen zu werben und noch schwieriger ist es, später den passenden Abstand einzuhalten. Wir brauchen seelische Antennen, um die richtige Nähe und zugleich den passenden Abstand in der Liebe zu finden. Wir brauchen ein soziales Gespür, denn wir müssen nicht nur die eigenen Wünsche und Interessen, sondern vor allem auch die Signale des anderen erfassen. Die richtige Nähe in einer Partnerschaft herzustellen, ist wohl eine der schwierigsten Fähigkeiten. Wir werden später sehen, dass im Allgemeinen unser soziales Gespür in der Kindheit eher gestört wird. Nun wollen amerikanische Forscher festgestellt haben, wie dieses soziale Gespür entsteht. Sie haben herausgefunden, dass es insbesondere der Mandelkern (Amygdala) im Gehirn ist, der jene Gefühle steuert. Als man einer Patientin diesen Mandelkern entfernte, hatte sie auch das Gefühl für die soziale Distanz verloren. Man verglich sie in Experimenten mit 20 gesunden Probanden. Während diese einen Abstand von 60–70 Zentimetern als am angenehmsten empfanden, hielt die Patientin einen Abstand von 34 Zentimetern für angemessen. Doch auch bei ›Gesunden‹ ist das Gespür für die richtige Distanz nicht immer vorhanden. Schließlich handelt es sich um eine emotionale Fähigkeit, die sehr viel Spürsinn voraussetzt.

Nur wenn wir über die richtigen emotionalen Antennen verfügen, spüren wir, welche ›Entfernung‹ richtig ist oder testen dies aus. Wir geben dem anderen die Hand, siezen ihn, halten körperlich einen größeren Abstand, wenn wir feststellen, dass der andere etwas reserviert ist. Und wir kommen ihm erst dann etwas näher und duzen ihn, wenn wir merken, dass er damit einverstanden ist. Und wenn wir unsicher sind, machen wir einen Test. Er berührt sie – scheinbar zufällig – am Arm und registriert dann sehr genau, ob ihr das angenehm ist oder nicht. Und mitten im Gespräch benutzt er das vertraute: »Weißt du … kürzlich habe ich mir abends noch einen Rotwein aufgemacht und habe ein Buch gelesen … kommst du manchmal zum Lesen?« Entweder geht sie auf das ›Du‹ ein oder bleibt beim ›Sie‹; und so gibt es hundert kleine Anzeichen für die Nähe-Distanz-Relation. Wenn sie spürt, dass er zu aufdringlich ist, indem er zu schnell persönliche Dinge wissen will (»Woran ist deine Ehe gescheitert?«), wenn er zu viel Intimes preisgibt (»Ich bin immer unsicher bei Bewerbungen.«) oder wenn er zu sehr drängelt (»Kommst du noch zu mir nach Hause?«) fühlt sie sich bedrängt. Dann dämpft sie ihn, indem sie mit dem nächsten Telefongespräch oder der E-Mail wartet. Wenn er diese Botschaft nicht begreift, ist die Beziehung hier bereits zu Ende. Doch wenn er die Botschaft versteht und warten kann, beginnt ein gemeinsames Schwingen: Das ist die Geburt der Liebe. Allerdings gibt es dann zahllose Stolpersteine, so dass der Prozess der Nähe immer wieder misslingen kann. Deshalb möchte Sie gern auf diesem Weg der Liebe mitnehmen. Es ist wichtig, dass Sie diese Anfänge der Liebe begreifen und sich erinnern. Auch ein Statiker untersucht zunächst die Fundamente des Hauses, um die Risse im Erdgeschoss zu verstehen. Und so müssen auch Sie die Geschichte Ihrer Liebesbeziehung mit allen Schwierigkeiten und Hoffnungen begreifen, damit Sie die richtige Diagnose für Ihre Liebe und die passenden Schritte zur Heilung der Beziehung finden können.