Freistoß für Coole Kicker - Band 8 - Dieter Winkler - E-Book

Freistoß für Coole Kicker - Band 8 E-Book

Dieter Winkler

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Beschreibung

Fairer Zweikampf, flinke Pässe, schnelle Tore: Die Coolen Kicker spielen wieder! Es geht um alles oder nichts. Frank und seine Freunde haben die Chance, in der berühmten Allianz-Arena zu spielen. Doch ihre Erzfeinde Eberhard und Thomy kommen ihnen in die Quere und setzen alles daran, sie mit unfairen Tricks rauszukicken. Schließlich stehen sich Frank und Eberhard bei einem Freistoß Auge in Auge gegenüber ... „Spannend, abgedreht lustig und auch für Mädchen geeignet – die Coolen Kicker punkten in jeder Beziehung.“ FOX KIDS Jetzt als eBook: „Freistoß für Coole Kicker“ von Dieter Winkler. Wer liest, hat mehr vom Leben: jumpbooks – der eBook-Verlag für junge Leser.

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Über dieses Buch:

Es geht um alles oder nichts. Frank und seine Freunde haben die Chance, in der berühmten Allianz-Arena zu spielen. Doch ihre Erzfeinde Eberhard und Thomy kommen ihnen in die Quere und setzen alles daran, sie mit unfairen Tricks rauszukicken. Schließlich stehen sich Frank und Eberhard bei einem Freistoß Auge in Auge gegenüber ...

„Spannend, abgedreht lustig und auch für Mädchen geeignet – die Coolen Kicker punkten in jeder Beziehung.“ FOX KIDS

Über den Autor:

Bis 1996 war Dieter Winkler Chefredakteur der erfolgreichen Computerzeitschrift CHIP. Seitdem widmet er sich ausschließlich dem Schreiben. Winkler unterhält mit spannungsgeladenen Kurzgeschichten und Romanen, deren Themenspektrum sich zwischen Fantasy und Internet erstreckt.

***

eBook-Neuausgabe April 2016

Copyright © der Originalausgabe 2006 by Verlag Carl Ueberreuter, Wien

Copyright © der Neuausgabe 2013 dotbooks GmbH, München

Copyright © 2016 jumpbooks. jumpbooks ist ein Imprint der dotbooks GmbH, München.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Tanja Winkler, Weichs

eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH

ISBN 978-3-96053-099-2

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Dieter Winkler

Freistoß für Coole Kicker

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KAPITEL 1

»Wir haben gewonnen!« Guido schmiss sein Rad ins Gras und eilte auf Frank und Jan zu, die an einem warmen Mittwochnachmittag in der Sonne vor ihrem Klubhaus standen und ihm aus großen Augen entgegensahen. »Ich hab's ja schon nicht mehr geglaubt. Aber wir haben tatsächlich gewonnen!«

»Gewonnen?« Frank ließ die alte, rostige Pumpe sinken, mit der er gerade den Ball aufgepumpt hatte, der vor ihm im Gras lag. »Davon wüsste ich aber was. Das letzte Spiel haben wir doch 3 : 1 verloren! Und das ausgerechnet gegen den Dödelverein TSV Klarshütten, in den unser allseits geliebter Eberhard gewechselt ist.«

»Eberhard!« Guido winkte ärgerlich ab, als er mit vor Anstrengung hochrotem Kopf und verschwitztem T-Shirt vor seinen zwei Freunden stehen blieb. Offensichtlich war er die ganze Strecke von Wilnshagen zu ihrer eigenen Fußballwiese im Düsenjägertempo hochgeradelt. »Wer spricht denn von dieser Dumpfbacke Eberhard und unserem letzten Spiel?«

»Hoffentlich keiner mehr«, sagte Jan düster. »Schließlich haben wir uns da nicht gerade mit Ruhm bekleckert.«

»Das ist doch Schnee von vorgestern. Aber jetzt können wir Eberhard endgültig abhängen.« Guido deutete hoch in den fast wolkenlosen, strahlend blauen Himmel. »Ich habe Nachricht von ganz oben, dass unser nächstes Spiel ein ganz dickes Ding wird!«

Frank und Jan wechselten einen Blick und Jan tippte sich bezeichnend an die Stirn. »Nachricht von ganz oben! Was soll denn das sein? Bayern München oder gleich die Jugendnationalmannschaft?«

»Nein, nein.« Guido langte in die Gesäßtasche seiner Jeans und holte einen zerknüllten Zettel heraus. »Besser! Hier steht alles drin ...« Er strich den Zettel, so gut es ging, glatt und setzte an vorzulesen, doch da verdüsterte sich sein Gesicht. »Mann, jetzt habe ich die Einkaufsliste meiner Mutter erwischt. Die wird mir die Hölle heiß machen!«

»Ich dir auch, wenn du nicht gleich sagst, was los ist«, drohte Jan.

Guido seufzte und strich sich die verschwitzten Haare nach hinten. »Also gut. Wie ihr wisst, habe ich mich, äh, ich meine natürlich: Wir haben uns für den Jugendaustausch beworben.«

»Ich verstehe ...«, begann Frank und Jan endete mit: »... kein Wort.«

»Doch, doch.« Guido griff in die andere Gesäßtasche und zog seinen abgegriffenen Spielerpass hervor. »Klar versteht ihr. Ich hab euch davon erzählt. Hab ich doch, oder?« Er starrte geistesabwesend auf den Spielerpass und sah dann zweifelnd von einem zum anderen. »Hab ich doch, oder?«, wiederholte er.

Erst schüttelte Frank vorsichtig den Kopf, dann Jan ganz entschieden. »Nein«, sagte er, »das hast du nicht, Professor.«

Es war kein Zufall, dass er diese Anrede wählte. Guido war mit Abstand der schlauste Kopf von den Dreien, aber leider oft auch etwas zerstreut.

»Also, irgendwo ...« Guido steckte den Spielerpass wieder weg und grinste verlegen. »Ist ja auch egal. Wir brauchen bloß das Bestätigungsschreiben zusammen mit unseren Spielerpässen bis Freitag persönlich beim überregionalen Verbandsbüro vorzulegen – und wenn alles gut geht, können wir unsere hübsche kleine Fußballwiese bald gegen die Allianz-Arena eintauschen.«

»Was faselst du denn da von der Allianz-Arena?« Frank schüttelte verblüfft den Kopf. »Das ist doch vollkommen unmöglich.«

»Das hast du bestimmt nur geträumt«, setzte Jan nach. »In die Allianz-Arena lassen sie doch keine Jugendkicker wie uns.«

»Nee.« Guido drehte sich auf dem Absatz um und deutete auf die Wiese mit den zwei tadellosen Metalltoren, die zusammen mit dem Klubhaus ihr ganzer Stolz war. »Hier muss sich allerdings einiges ändern. Wir brauchen Platz für die Zelte. Vielleicht können wir ja ein paar Bäume fällen.« Er wandte sich wieder seinen beiden Freunden zu. »Was meint ihr? Ob Bauer Sendler dafür seine Einwilligung gibt?«

Franks anfängliches Staunen verwandelte sich langsam in Entsetzen. »Sag mal, spinnst du jetzt total? Sendler wird uns was husten, wenn wir seine geliebten Fichten und Tannen abholzen wollen. Ganz abgesehen davon, dass wir keinen zusätzlich Platz brauchen. Und schon gar nicht für Zelte!«

»O doch, den brauchen wir«, sagte Guido versonnen. »Wenn die Berliner erst einmal anrücken ...«

»Welche Berliner?!« Frank schrie fast.

»Na, die vom Jugendaustausch«, antwortete Guido gelassen. »Dieses Jahr findet in unserer Region die Jugendfußballwoche statt. Um Aufnahme einer fremden Mannschaft konnte sich jeder Verein mit eigenem Fußballplatz bewerben.«

»Sag, pfeift bei dir jetzt Luft von einem Ohr zum anderen, oder was!«, fauchte Frank. »Wir sind doch kein Verein.«

»Wir drei natürlich nicht«, sagte Guido würdevoll. »Stell dir vor, das ist mir auch schon aufgefallen. Ich hab eben den 1. FC Wilnshagen als Verein angegeben und als geeigneten Fußballplatz mit Klubhaus und Zeltplatz unsere Wiese.«

Das verschlug Frank glatt die Sprache. Er starrte erst Guido wortlos an, dann den Ball zu seinen Füßen. Er stieß ihn leicht an, sodass er ein paar Meter weiterrollte.

Jan fasste das ohne ein weiteres Wort als Aufforderung auf, nahm den Ball an und ließ ihn drei-, vier-, fünfmal von einer Fußspitze zur anderen wandern, bevor er ihn zu Frank hinüberschoss. Frank lief ein paar Schritte, bevor er ihn zu Jan zurückgab.

»He!«, rief Guido. »Ihr könnt mich doch nicht so einfach hier stehen lassen! Wir haben noch einiges zu besprechen!«

»Bäume abholzen«, murmelte Frank, fuchtelte mit der rostigen Luftpumpe herum und passte den Ball so kraftvoll zu Jan, dass dieser ihn gerade noch im letzten Augenblick mit dem Knie erwischte, »der tickt ja nicht mehr ganz sauber.«

Frank grätschte nach vorn, um den Ball aufzuhalten, der auf den Rand der Wiese zukullerte, erwischte ihn im letzten Moment und konnte ihn mit der Fußspitze gerade noch stoppen.

»Mensch, bleibt doch hier!«, rief Guido.

Frank war nur ganz kurz abgelenkt, aber das reichte. Statt den Ball zurückzuschießen, donnerte er ihn den Feldweg entlang, genau dahin, wo er eine Kurve um den Wald machte. Und das war nicht das Schlimmste: Der Feldweg war nämlich nicht leer. Eberhard stand da wie ein lebendig gewordener Albtraum, breitbeinig, mit verschränkten, muskelbepackten Armen. Hinter ihm bemühte sich sein Kumpel Thomy gerade, sein riesiges feuerwehrrotes Fahrrad abzustellen.

Eberhard machte sich nicht die Mühe, den Ball abzufangen, der den Feldweg herabschoss. Das brauchte er auch gar nicht. Der Ball knallte voll in Thomys Rad, als der es gerade losließ, und warf es scheppernd und klirrend zu Boden.

»He!«, jaulte Thomy auf und drehte sich zu Frank um. »Was soll das denn, du Blödmann?«

»Lass ihn doch.« Eberhards Grinsen war mittlerweile so breit geworden, dass die Mundwinkel fast von einem Ohr zum anderen reichten. »Er wollte uns sicher nur seinen Ball schenken. Das wolltest du doch, Frank?«

Frank blieb stehen. Sein Atem ging plötzlich schneller. Es gab wohl niemanden auf der ganzen Welt, den er mehr verabscheute als diesen aufgeblasenen Angeber Eberhard.

»Von wegen schenken«, sagte er wütend. »Gebt den Ball sofort wieder her!«

»Nee, nee«, maulte Thomy. Er hatte sein Rad mittlerweile wieder aufgestellt. »Schau mal, was du angerichtet hast, du Hornochse!« Er deutete auf die schief stehende alte Hupe mit dem riesigen Gummiball am Lenker und die batteriebetriebene Lampe daneben, deren Glas gesplittert war. »Alles kaputt. Das musst du mir ersetzen!«

»Ich denke nicht daran«, sagte Frank. »Ihr habt hier überhaupt nichts zu suchen! Schließlich hatten wir ausgemacht, dass ihr auch nicht einmal mehr in die entfernteste Nähe von unserem Platz kommen dürft.«

»Entfernteste Nähe!« Eberhard grinste frech. »Du müsstest dich mal reden hören. Nach Blödsinn kommt Blablabla und nach Blablabla wieder Blödsinn.«

»Ich geb dir gleich was von wegen Blablabla und Blödsinn«, fauchte Frank und fuchtelte drohend mit der alten Luftpumpe herum. »Ihr seht jetzt besser zu, dass ihr ganz schnell von hier verschwindet.«

Eberhard machte den Mund auf, wahrscheinlich um mal wieder eine seiner absolut dämlichen Bemerkungen loszulassen, aber dann machte er ihn ganz schnell wieder zu. Denn jetzt hatte Jan Frank erreicht und baute sich neben ihm auf, gleichzeitig kam Guido herangesprintet und bezog auf der anderen Seite von Frank Stellung.

Jetzt standen sie sich wie in einem Western gegenüber: Eberhard immer noch breitbeinig, aber die Hände mittlerweile an seinem Hosenbund, als wollte er im nächsten Augenblick eine Waffe ziehen, Thomy ein Stück hinter ihm, mit der batteriebetriebenen Lampe in der Hand, die er wie ein Wurfgeschoss hielt.

KAPITEL 2

»Also gut.« Eberhard ließ seinen Blick über Frank und seine beiden Freunde wandern. »Bringen wir es hinter uns.«

»Klar doch!« Jan hatte einen hochroten Kopf, er riss die Fäuste hoch und begann zu tänzeln wie ein Boxer.

»Verausgab dich bloß nicht, Kleiner«, spottete Eberhard und ließ seine Muskeln tanzen wie ein Bodybuilder bei einem Wettbewerb.

»Ich geb dir gleich was von wegen Kleiner, du Großmaul«, polterte Jan. »Komm schon ran, wenn du dich traust.«

Eberhard schüttelte den Kopf und seufzte, eine perfekte Kopie des oft missmutigen Trainers Anstetter, der sie alle fünf Jahre lang trainiert hatte, bevor Eberhard und Thomy den Verein gewechselt hatten. »Du bist und bleibst ein Kindskopf, Jan. Glaubst du etwa, wir sind gekommen, um uns mit euch zu prügeln?«

»Wozu denn sonst, he?« Jan wollte losstürmen, doch Frank packte ihn am Gürtel und hielt ihn zurück. Ganz gelang ihm das nicht. Er rammte die Fersen in den Boden, wurde jedoch stückweise mitgezogen, beinahe so, als hinge er an einem durchgehenden Pferd.

Jan gab es schließlich auf, Frank mit sich ziehen zu wollen, und drehte sich wütend zu ihm um. »Lässt du mich vielleicht mal los?«, polterte er. »Ich will mich doch nur gepflegt mit Eberhard unterhalten!«

Frank konnte sich gut vorstellen, wie diese gepflegte Unterhaltung aussehen würde. Jan war der größte Hitzkopf, den er kannte, Eberhard aber ganz eindeutig der Stärkere der beiden. Wenn er Jan jetzt nicht zurückhielt, konnte er sich genauso gut gleich selbst auf Eberhard stürzen und versuchen, ihm die Eisenpumpe über den Kopf zu ziehen. Dazu sah er jedoch trotz aller Abneigung gegenüber dem stiernackigen Jungen nun wirklich keinen Grund.

Zumindest nicht im Augenblick.

»Ihr seid wirklich undankbar«, sagte Eberhard. »Dabei wollte ich euch nur etwas bringen, was einer von euch anscheinend verloren hat.«

Er griff in die Tasche.

Obwohl Frank gar nicht in Guidos direktem Blickfeld stand, glaubte er zu spüren, wie sein bester Freund erbleichte.

Jan dagegen wirkte kampfeslustig.

»Hier!« Eberhard hielt jetzt ein Blatt Papier in der Hand, das ein x-beliebiger Computerausdruck hätte sein können, wenn Guido nicht darauf so extrem reagiert hätte. Er fing plötzlich an, wie ein Wilder in seinen Hosentaschen zu wühlen, riss Papiertaschentücher, ein paar Centstücke, einen abgebrochenen Bleistift, seinen Spielerpass, das Handy und Schokoladenpapier heraus und stülpte dann, zu guter Letzt und mit immer noch vollen Händen, seine Hosentaschen um. Ein paar Krümel fielen zu Boden, gefolgt von seinem Handy und den Geldstücken, die ihm aus den schweißnassen Fingern entglitten.

»Guido, Guido, Guido.« Eberhard schüttelte in einer Geste gespielten Bedauerns den Kopf. »Was soll ich nur mit dir machen? Du bist manchmal aber auch ein solcher Schussel.«

»Ich weiß überhaupt nicht, was du meinst!« Das leichte Zittern in seiner Stimme strafte Guido Lügen. Statt sich nach dem Handy und dem Geld zu bücken – was Jan tat –, machte er einen unentschlossenen Schritt auf Eberhard zu. »Was hast du denn da für ein Schreiben gefunden?«

»Als ob du das nicht ganz genau wüsstest«, sagte Eberhard. Sein Grinsen wurde zu einer hämischen Grimasse. »Hat der kleine Guido sich etwa für den Jugendaustausch angemeldet? Das haben wir auch. Ganz gut, dass wir nicht mehr im selben Verein spielen - denn dadurch bin ich ganz leicht an die Liste mit all den anderen Vereinen gekommen, die auch glauben, sie könnten so einfach in der Allianz-Arena spielen. Und soll ich dir was verraten: Das Rennen ist schon so gut wie gelaufen. Denn wir werden die Berliner aufnehmen und wir werden in der Allianz-Arena spielen! Nicht ihr Pfeifen.«

Ein eisiger Schreck durchfuhr Frank. Als Guido vorhin die Allianz-Arena erwähnt hatte, hatte er ihn nicht wirklich ernst genommen. Jetzt sah das plötzlich ganz anders aus. Er fühlte sich, als hätte er die sechs Richtigen getippt, nur um dann zu erkennen, dass sein ärgster Feind den Lottoschein an seiner Stelle abgegeben hatte. Doch bevor er ein Wort hervorbrachte, reckte Jan trotzig das Kinn vor und sagte: »Das werden wir ja sehen. Guido hat alles ganz klasse vorbereitet. Wir werden Zelte aufstellen und wenn nötig den ganzen Wald platt machen, um genug Platz für die Berliner zu haben.«

Eberhard nickte. »Danke, Klein-Jan, dass du mal wieder mehr ausplapperst, als deinen Freunden recht sein dürfte. Nicht wahr, Guido?«

Jan stieß einen knurrenden Laut aus und machte einen drohenden Schritt vorwärts. Diesmal war Frank nicht schnell genug, um ihn erneut zurückzuhalten.

»Gib den Zettel her!«, rief Jan. »Das ist doch bestimmt der Brief, den Guido gesucht hat.«

»Ach, hat er einen Brief gesucht?« Eberhard wich Jans Hand geschickt aus, die ihn packen wollte.

»Na warte«, knurrte Jan.

Er ließ achtlos Guidos Handy fallen, gefolgt von den Geldmünzen, die klirrend auf dem kiesbedeckten Weg landeten, packte mit beiden Händen Eberhards Arm, um ihm das Schreiben zu entwinden. Eberhard riss in diesem Moment das Knie hoch und erwischte Jan so hart in der Magengrube, dass er wie ein Taschenmesser zusammenklappte.

Jetzt reichte es Frank. Gleichzeitig mit Guido stürmte er los. Sie waren bis auf zwei Schritte an Eberhard herangekommen – und damit auch an Jan, der ihnen rückwärts entgegentaumelte –, als der kräftige Junge die Hand nach oben riss.

»Halt!«, brüllte Eberhard. »Oder es passiert was.«

Frank dachte gar nicht daran, sich stoppen zu lassen. Er umklammerte die Luftpumpe so fest, dass seine Knöchel weiß hervortraten.