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Lyrik, Liebeslyrik, orientalische Kaligraphien, Gedichte
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Seitenzahl: 23
Veröffentlichungsjahr: 2017
für meine Töchter
Mira und Laura
Lass mich auf dich warten
Meine Mona Lisa
Mitten im Turm von Babel will ich für dich eine neue Sprache erfinden
Tage die keiner will
Reifeprüfung
Vertrautheit
Habana
Nähzeug für dich
Nähe
Ferngespräch
Worte
Wie lange muss der November dem Juni nachtrauern
Dich küssen
Für die, die meine Seele ausgeliehen hat
Scheu
Wenn ich liebe
Für dich
Wiedergutmachung
Wiege
Sanduhren
Sehnsucht
Wenn meine Angebetete an mir vorbei geht sage ich meinem Leben
Nachts kommt das Exil zu mir
Eine Gewerkschaft für Wunden
Ich habe dich im März verlassen
Liebe mich
Versöhnung mit einem Fremden
Wenn mich in der Nacht unerwartet fremde Tränen aufsuchen
Steuerlos
Ich habe mich schon immer gefragt
Wiedergeburt
Ich bin von hier und von dort
Ein gutes Versteck
Zeit und raum
Ein nichtendender Dialog
Vom Vater geträumt
Die Einzige
wie der Olivenbaum durstig auf den Tau
die Saite voller Spannung auf den Bogen
der Pinsel gierig auf die Farbe
und mein Herz auf seinen nächsten Schlag
bevor du kommst
werde ich in jeder Straße
eine Geschichte anzünden
den Wind mit meinem Verlangen schmücken
meine Fingernägel mit Sehnsucht bemalen
und mir Ohrringe aus Eifersucht stecken
dann
dann wenn ich dich sehe
rennen meine Gefühle um ihr Leben
wie ein Haufen Billardkugeln
vom Schlag überrascht
fallen vor Ohnmacht in jedes Loch
um sich vor deiner Schönheit zu verstecken
wenn das Bild da ist, bevor das Bild da ist
wenn der Gedanke da ist, bevor
der Gedanke da ist
ist das Gefühl auch da, bevor es da ist?
und warst du bereits in mir, bevor ich dir
begegnet bin?
schließlich war die Mona Lisa im Maler
bevor sie auf die Leinwand kam
eine Sprache in der man dein Gesicht
in den Gesten meiner Hände sieht
in der man dein Lachen in dem Ton
meiner Stimme hört.
für dich will ich eine Sprache erfinden
deren Semiotik etwas vom Fallen
der Regentropfen
und der Lebenslust einer Eintagsfliege hat
eine Sprache deren Syntaktik
aus der Taktik eines hungrigen Wolfs
beim Anblick eines Lamms stammt
und deren Semantik
die Angst der Ahornblätter
beim Anblick des Septembers versteht
eine Sprache deren Zeitformen
aus den vielen Jahreszeiten
und Zwischenjahreszeiten sich formen
eine Sprache deren Buchstaben
die Farben eines Pfauenrades
beim Anblick einer Henne nachahmen
eine Sprache die ohne Artikel ohne Nebensätze
ohne die Schmerzen eines Abschieds
und ohne den Geschmack
meiner Heimatlosigkeit
auskommt...
