Fremd und vertraut - Georges Awad - E-Book

Fremd und vertraut E-Book

Georges Awad

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Beschreibung

Lyrik, Liebeslyrik, orientalische Kaligraphien, Gedichte

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Seitenzahl: 23

Veröffentlichungsjahr: 2017

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für meine Töchter

Mira und Laura

Inhaltsverzeichnis

Lass mich auf dich warten

Meine Mona Lisa

Mitten im Turm von Babel will ich für dich eine neue Sprache erfinden

Tage die keiner will

Reifeprüfung

Vertrautheit

Habana

Nähzeug für dich

Nähe

Ferngespräch

Worte

Wie lange muss der November dem Juni nachtrauern

Dich küssen

Für die, die meine Seele ausgeliehen hat

Scheu

Wenn ich liebe

Für dich

Wiedergutmachung

Wiege

Sanduhren

Sehnsucht

Wenn meine Angebetete an mir vorbei geht sage ich meinem Leben

Nachts kommt das Exil zu mir

Eine Gewerkschaft für Wunden

Ich habe dich im März verlassen

Liebe mich

Versöhnung mit einem Fremden

Wenn mich in der Nacht unerwartet fremde Tränen aufsuchen

Steuerlos

Ich habe mich schon immer gefragt

Wiedergeburt

Ich bin von hier und von dort

Ein gutes Versteck

Zeit und raum

Ein nichtendender Dialog

Vom Vater geträumt

Die Einzige

Lass mich auf dich warten

wie der Olivenbaum durstig auf den Tau

die Saite voller Spannung auf den Bogen

der Pinsel gierig auf die Farbe

und mein Herz auf seinen nächsten Schlag

bevor du kommst

werde ich in jeder Straße

eine Geschichte anzünden

den Wind mit meinem Verlangen schmücken

meine Fingernägel mit Sehnsucht bemalen

und mir Ohrringe aus Eifersucht stecken

dann

dann wenn ich dich sehe

rennen meine Gefühle um ihr Leben

wie ein Haufen Billardkugeln

vom Schlag überrascht

fallen vor Ohnmacht in jedes Loch

um sich vor deiner Schönheit zu verstecken

Meine Mona Lisa

wenn das Bild da ist, bevor das Bild da ist

wenn der Gedanke da ist, bevor

der Gedanke da ist

ist das Gefühl auch da, bevor es da ist?

und warst du bereits in mir, bevor ich dir

begegnet bin?

schließlich war die Mona Lisa im Maler

bevor sie auf die Leinwand kam

Mitten im Turm von Babel will ich für dich eine neue Sprache erfinden

eine Sprache in der man dein Gesicht

in den Gesten meiner Hände sieht

in der man dein Lachen in dem Ton

meiner Stimme hört.

für dich will ich eine Sprache erfinden

deren Semiotik etwas vom Fallen

der Regentropfen

und der Lebenslust einer Eintagsfliege hat

eine Sprache deren Syntaktik

aus der Taktik eines hungrigen Wolfs

beim Anblick eines Lamms stammt

und deren Semantik

die Angst der Ahornblätter

beim Anblick des Septembers versteht

eine Sprache deren Zeitformen

aus den vielen Jahreszeiten

und Zwischenjahreszeiten sich formen

eine Sprache deren Buchstaben

die Farben eines Pfauenrades

beim Anblick einer Henne nachahmen

eine Sprache die ohne Artikel ohne Nebensätze

ohne die Schmerzen eines Abschieds

und ohne den Geschmack

meiner Heimatlosigkeit

auskommt...