Freund der Sünder - Rich Wilkerson jr. - E-Book

Freund der Sünder E-Book

Rich Wilkerson jr.

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Beschreibung

Warum wurde Jesus bezichtigt, ein Freund der Sünder zu sein? Warum hat er Beziehung über die Religion gestellt und warum ist ihm Annahme wichtiger als Leistung? Warum schätzte er die Freundschaft mit dem Sünder mehr als richtiges Verhalten? In »Freund der Sünder« wirst du einen anderen Jesus entdecken, einen Jesus, der die Art, wie du Gott, dich selbst und andere siehst, radikal verändern wird – einen Jesus, der dich niemals aufgeben und nie aufhören wird, dich zu lieben. Er möchte, dass du ihn kennst, ihn liebst und von ihm geliebt wirst. Wirf einen lebensverändernden Blick darauf, wie sehr Jesus dein Freund sein möchte. Wenn du die Macht dieser Botschaft wirklich verstehst, wird das Leben für dich garantiert ganz anders aussehen. Alles wird sich verändern und du wirst in die befriedigendste Erfahrung eintreten, die überhaupt vorstellbar ist: von innen heraus zu wachsen und sich zu verändern, bis du zum erstaunlichen Zeugnis der transformierenden Kraft tiefer Freundschaft mit Jesus wirst.

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STIMMEN ZU DIESEM BUCH

»Rich hat die Fähigkeit, Menschen ganz zwanglos mit der Botschaft Jesu in Kontakt zu bringen, Kirchenbesucher und Kirchenferne, sowohl Errettete als auch Sünder gleichermaßen zu erreichen. Er ist ein generationeller Denker, Planer und Autor und ein phänomenaler Pastor. Die Freundschaft mit Gott durch Christus ist eine einfache und doch zutiefst wichtige Grundlage, die den Kern unseres Glaubens ausmacht. Freund der Sünder ist inspirierend, regt zum Nachdenken an und entfaltet das Thema Freundschaft mit Jesus auf erfrischende und transformierende Art.«

Brian Houston, Gründer und globaler Senior-Pastor von HillsongChurch

»Rich Wilkerson jr. hat mein Leben mit Christus durch sein neues Buch Freund der Sünder bereichert und vertieft. Christen wird heutzutage zwar schnell das Etikett angeheftet, verurteilend zu sein, aber dieses Buch zeigt, wie Jesus als ein Freund der Ausgestoßenen gelebt hat, und gibt dir eine Strategie, wie du dein Leben auf die gleiche Weise leben kannst.«

Mark Batterson, Pastor und New-York-Times-Bestsellerautor

»Die meisten Menschen kennen einige Fakten und Informationen über Jesus: Zimmermann, Lehrer, Wundertäter. Aber in welcher Weise wir ihn persönlich kennen, das macht den Unterschied. Das neue Buch von Rich Wilkersonjr. Freund der Sünder wird dich herausfordern, einen Schritt zurückzutreten, deine Herangehensweise in Frage zu stellen und anzufangen, Beziehung einer routinierten Religion vorzuziehen.«

Steven Furtick, Pastor der Elevation Church und New-York-Times-Bestsellerautor

»Freund der Sünder hebt eine Kernwahrheit hervor, die diese Welt hören muss– dass wir aus dem Rahmen unserer Normalität ausbrechen und es wagen müssen, uns denen zu nähern, die wir nicht verstehen. Pastor Rich hebt dies wunderschön hervor und ermutigt uns, dort zu beginnen, wo Menschen gerade stehen, nicht dort, wo wir sie gern hätten. Dieses Buch wird die Art und Weise, wie du andere liebst, für immer verändern.«

Lysa TerKeurst, New-York-Times-Bestsellerautorin und Vorsitzende von Proverbs 31Ministries

Copyright ©2018 by Rich Wilkerson.

Die amerikanische Originalausgabe erschien im Verlag Nelson Books unter dem Titel Friend of Sinners. All rights reserved.

Aus dem Amerikanischen von Thilo Niepel.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der »Neues Leben Bibel« entnommen. Copyright ©2017, SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH& Co. KG, Witten.

Alle Rechte vorbehalten. Alle Bibelübersetzungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Verlage verwendet. Hervorhebungen einzelner Wörter oder Passagen innerhalb von Bibelzitaten wurden vom Autor vorgenommen.

ELB

Revidierte Elberfelder Bibel

©

1985, 1991, 2006, SCM R.Brockhaus im SCM Verlag GmbH

& Co. KG, Witten.

HFA

Hoffnung für alle

©

by Biblica, Inc.®, hrsg. von Fontis.

NEÜ

Neue evangelistische Übersetzung,

Copyright ©

Karl-Heinz Vanheiden.

NGÜ

Neue Genfer Übersetzung

– Neues Testament und Psalmen, Copyright ©

2011 Genfer Bibelgesellschaft.

SLT

Bibeltext der

Schlachter

, Copyright ©

2000 Genfer Bibelgesellschaft.

Zitate aus den folgenden Bibeln wurden aus dem Englischen übersetzt:

MSG

The Message

, Copyright ©

by Eugene H. Peterson 2002. NavPress Publishing Group.

NLT

New Living Translation,

Copyright ©

2013 by Tyndale House Foundation.

Umschlaggestaltung: Thomas Nelson

Corporate Design: Gabriel Walther– www.gabrielwalther.com

Lektorat: Gabriele Kohlmann

Satz: Grace today Verlag

Druck: CPI books GmbH, Leck

Printed in Germany

Datenkonvertierung: CPI books GmbH, Leck

1.Auflage 2019

©2019 Grace today Verlag, Schotten

Paperback: ISBN 978-3-95933-116-6, Bestellnummer 372116

E-Book: ISBN 978-3-95933-117-3, Bestellnummer 372117

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages.

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen. Wir verweisen lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung.

www.gracetoday.de

Für meinen erstgeborenen Sohn,

unser Wunder in Bewegung.

Du bist mein tapferer Junge.

INHALT

Einleitung

TEIL EINS:CHRISTUS:DER SKANDAL DES EVANGELIUMS

1.  Entgangene Botschaft

2.  Mehr als Hosen

3.  Gewichtsverlagerung

4.  »Fast Pass« – Unverdienter Zutritt

TEIL ZWEI:KULTUR:GOTTES LIEBE FÜR DIE WELT

5.  Verloren und gefunden

6.  Er sieht dich

7.  Reißt das Dach auf

TEIL DREI:GEMEINDE:DIE MISSION DES GLÄUBIGEN

EINLEITUNG

Ich hatte als Kind eigentlich keinen Spitznamen – bis zur Highschool war ich Richie und danach nur noch Rich. Es gab jedoch eine Ausnahme. Auf dem hoffnungslosen Schlachtfeld, das Völkerball an der Junior-Highschool war, habe ich mir einen Spitznamen verdient, auf den ich immer noch ziemlich stolz bin: Richie Randale.

Das war nicht nur ein Spitzname. Das war eher ein Alter Ego. Sogar eine Superkraft. Wenn das Spiel begann, war ich immer noch ruhig, cool, zuvorkommend. Aber sobald der Wettkampf ein bestimmtes Niveau erreichte, rastete etwas in mir aus. Meine Freunde konnten den Moment, wenn es so weit war, genau erkennen. »Passt auf, Richie Randale ist wieder da!«

Meine Augen verengten sich dann. Meine Sinne wurden schärfer. Jede Spur von Humor oder Menschlichkeit verschwand. Ich war eine Maschine, ein Überlebenskämpfer, ein Profi. Auf einmal konnte ich jeden Ball fangen, der in meine Richtung flog, und ihn mit wahnsinniger Präzision und Schnelligkeit zurückwerfen. Meine Gegner konnten nur noch davonhinken, lädiert und geschlagen.

Um ehrlich zu sein: Zeit und Wunschdenken haben die Legende von Richie Randale wohl etwas übertrieben. Aber mein Spitzname sagte etwas über mich aus, darüber, wie die Leute mich sahen. Das ist der springende Punkt bei Spitznamen. Wie die Leute dich nennen, sagt viel darüber aus, wie sie dich wahrnehmen. Und manchmal kann ihre Wahrnehmung sehr aufschlussreich sein.

Jesus wurde mit vielen Namen belegt. Er tat nichts anderes, als Menschen zu helfen und sie zu lieben, trotzdem hatte er seine Mobber und Kritiker. Viele der religiösen Führer seinerzeit waren neidisch auf seinen Erfolg und hatten Angst, er würde den Status quo stören. Sie wollten ihn in den Augen der Öffentlichkeit diskreditieren, also sagten sie allerlei verrückte Dinge über ihn. Sie flüsterten, dass er ein uneheliches Kind sei. Sie beschuldigten ihn, besessen zu sein. Sie denunzierten ihn bei den römischen Behörden als Aufrührer, eine Bedrohung für die öffentliche Ruhe und Ordnung.

Jesus verdiente den Hass nicht, aber wie sich herausstellte, war einer ihrer Spitznamen für ihn wahr. Sie nannten ihn einen »Freund der Zöllner und Sünder« (Lk 7,34 SLT). Ihrer Auffassung nach war das eine der schwersten Anklagen, die man sich vorstellen kann. Jesus gab sich mit schlechten Menschen ab, deshalb muss er selbst auch schlecht sein. Das war ihre Logik.

Aber für Jesus war die Bezeichnung Freund der Sünder ein Zeichen des Erfolgs, keine Quelle der Scham. Ich kann mir vorstellen, wie er lächelte, als er den Ausdruck das erste Mal hörte. »Freund der Sünder? Ich nehme das als Kompliment an.« Warum? Weil es die genaue Definition seines Auftrags war.

Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken, was der Spitzname Jesu für mich bedeutet, für meine Freunde und für die Menschheit heute. Welche Art von Gott bezeichnet sich selbst als Freund der Sünder? »Richter der Sünder« würde mir einleuchten; sogar »Erlöser der Sünder« könnte ich glauben. Aber Freund? Ernsthaft?

Das Ziel dieses Buches ist es, die Auswirkungen dieses Konzepts auf dich und mich zu entdecken. Freundschaft ist Gott viel wichtiger, als uns oft bewusst ist. Wir neigen dazu, zu denken, dass er auf Leistung, Reinheit und Perfektion höchsten Wert legt, und wir nehmen an, dass die Beziehung letztendlich die Belohnung für diese Dinge ist. Mit anderen Worten, je mehr wir wie Jesus werden, desto enger wird unsere Beziehung zu ihm sein. Eigentlich funktioniert es andersherum. Je näher wir Jesus kommen, desto mehr werden wir wie er. Beziehung kommt zuerst; Veränderung kommt später. Daher der Untertitel dieses Buches: Warum Jesus Beziehung wichtiger ist als Perfektion.

Leider bringen viele Menschen, die sich selbst als Christen und Anhänger Jesu betrachten, die Reihenfolge durcheinander. Wir versuchen oft, Menschen zu korrigieren, bevor wir uns mit Menschen verbinden. Jesus nicht. Wenn wir über sein Leben lesen und seinen Lehren lauschen, sehen wir immer wieder einen Mann, der keine Mühen scheute, sich mit Menschen anzufreunden, die von der Gesellschaft geächtet, beschimpft und abgelehnt wurden. Viele dieser Menschen wurden schließlich weltberühmte Leiter in der christlichen Kirche. Einige von ihnen wurden zu Autoren des Neuen Testaments. Manche von ihnen gaben ihr Leben für Jesus. Was ist passiert? Was hat sie so stark verändert? Sie waren Freunde Jesu, und ihr Leben wurde unweigerlich und unwiderruflich verändert.

Dieses Buch ist in drei Teile untergliedert. Teil 1, Christus, beschreibt Jesus und seine Botschaft der Gnade. Dies ist die Grundlage für alles, denn erst wenn wir verstehen, wie verschwenderisch seine Gnade ist – und wie sehr wir sie alle brauchen –, werden wir auch verstehen, warum er ein Freund der Sünder sein kann. Teil 2, Kultur, beschreibt Gottes Herz der Liebe für die Welt. Gott ist vernarrt in verlorene Menschen, und diese Leidenschaft treibt seine Initiative an, die Verlorenen zu finden und ihnen zu helfen. Teil 3, Gemeinde, handelt von der Mission eines jeden, der ein Freund Jesu geworden ist, die Liebe Jesu mit einer bedürftigen Welt zu teilen. Dies ist die logische Konsequenz, wenn die Botschaft der Gnade Jesu und das Herz Gottes für die Verlorenen wirklich verstanden werden. Wenn wir erkennen, wie viel Gott für uns getan hat und wie sehr er die Welt liebt, werden wir feststellen, wie sich unser Herz und unser Leben für leidende Menschen öffnen.

Oscar Wilde, der berühmte Dramatiker des neunzehnten Jahrhunderts, schrieb einmal: »Jeder Heilige hat eine Vergangenheit, und jeder Sünder hat eine Zukunft.«1 Mit anderen Worten, selbst der beste Mensch braucht Demut, und auch die schlimmste Person hat Hoffnung. Gott interessiert sich für jeden, egal, wo derjenige sich auf seiner Reise befindet: geistlich reif oder suchend, glaubend oder im Zweifel, religiös oder einfach neugierig. Wir alle brauchen ihn, und wir alle können ihn finden. Ob wir uns selbst als Heilige oder als Sünder betrachten, Jesus möchte unser Freund sein. Werfen wir einen Blick darauf, was das bedeutet.

TEIL 1

CHRISTUS: DER SKANDAL DES EVANGELIUMS

Ich bin schon seit einigen Jahren Pastor und Prediger, aber in gewisser Hinsicht fühle ich mich, als würde ich gerade erst anfangen, die Botschaft von Jesus zu verstehen. Es ist nicht so, dass sie zu komplex wäre, das ist sie nicht. Sie steht nur so sehr im Gegensatz zu unserer Kultur, ist so kontraintuitiv, dass sie manchmal schwer zu glauben ist.

In diesem Abschnitt werden wir der Botschaft Jesu auf den Grund gehen. Manchmal verwenden wir das Wort Evangelium, das einfach »gute Nachricht« bedeutet, um auf diese Botschaft zu verweisen. Was ist das Evangelium? Was hat Jesus gelehrt? Und was bedeutet das für uns?

Du hast vielleicht bereits einige Antworten auf diese Fragen. Und wahrscheinlich haben diese Antworten viel mit Moral und Verhalten zu tun, mit gut und schlecht, Sünde und Heiligkeit, richtig und falsch.

Das ist Teil seiner Botschaft, aber es ist nicht alles. Und es ist nicht der wichtigste Teil. Ich möchte dich einladen, dich zu öffnen und dieses Buch mit einer unvoreingenommenen Haltung zu lesen. Ich denke, du wirst auf diesen Seiten einen anderen Jesus entdecken, einen Jesus, der die Art, wie du Gott, dich selbst und andere siehst, radikal verändern wird.

Du bist vielleicht nicht sicher, was du eigentlich über Jesus glaubst. Das ist auch in Ordnung. Du musst nicht an eine bestimmte Sache glauben oder dich auf eine bestimmte Weise verhalten, um von Jesus willkommen geheißen zu werden. Komm, wie du bist, denn er nimmt dich so an, wie du bist. Das ist die Schönheit des Evangeliums. Wenn du über die Botschaft der Gnade, Liebe und Freundschaft von Jesus liest, so denke ich, wirst du mehr über ihn erfahren, als du dir jemals vorgestellt hast.

Jesus nennt uns Freunde, aber nicht aufgrund dessen, wer wir sind oder was wir getan haben, sondern aufgrund dessen, wer er ist. Er ist der Freund aller Menschen, und er lädt uns in die Freundschaft mit ihm ein.

KAPITEL 1

ENTGANGENE BOTSCHAFT

Vor ein paar Jahren überraschte mich meine Frau DawnCheré mit einem besonderen Geschenk zu meinem siebenundzwanzigsten Geburtstag. Doch bevor ich diese Geschichte erzähle, lass mich vorwegsagen, dass DawnCheré Überraschungen liebt. Sie mag es, überrascht zu werden, aber sie liebt es noch mehr, Überraschungen für andere zu planen.

Ich hingegen hasse es, überrascht zu werden. Tief in mir hege ich ein zwanghaftes Bedürfnis, die Kontrolle zu haben. Ich habe gern einen klaren Plan. Überraschungen sind also nicht mein Ding.

Aber wie dem auch sei, DawnCheré kam von der Arbeit nach Hause und reichte mir eine Schachtel. »Babe, ich habe das beste Geschenk für dich!« Sie war sichtlich aufgeregt.

Ich sagte: »Was – hast du dich etwa selbst eingepackt, Mädel?«

Sie ignorierte mich, was eine ihrer geistlichen Gaben ist. »Öffne die Schachtel. Du wirst es lieben!«

Ich wickelte die Schachtel aus und öffnete sie. Darin befand sich ein Stück Papier, das sie gestaltet und bedruckt hatte. Darauf stand: »In zwei Wochen werde ich dich auf das Konzert von Kings of Leon im Bank Atlantic Center mitnehmen.«

Ich war völlig von den Socken. Das ist eine unserer Lieblingsbands und ich konnte es kaum erwarten, sie live zu sehen. Endlich – eine Überraschung, über die ich mich freuen konnte!

In den nächsten zwei Wochen haben wir getan, was Menschen tun, wenn sie etwas sehnlich erwarten. Wir sprachen jeden Tag darüber. »Elf Tage noch bis zu den Kings!« Wir erzählten unseren Freunden davon, und wir bestanden darauf, dass sie so taten, als freuten sie sich wahnsinnig für uns. Wir sangen ihre Lieder. »You know that I could use somebody« (Du weißt, dass ich jemanden gebrauchen könnte).

Endlich war der Tag da. DawnCheré hatte den Abend sorgfältig arrangiert und geplant. Vor dem Konzert führte sie mich in unser mexikanisches Lieblingsrestaurant zum Abendessen aus. Wir hatten beschlossen, das Vorprogramm auszulassen, und sie hatte zeitlich alles perfekt abgestimmt, sodass wir von unserem romantischen Abendessen direkt in die Arena gehen konnten, genau rechtzeitig für den Hauptact.

Das Abendessen war zauberhaft. Wir lachten und genossen unser Beisammensein, während wir Tacos, Salsa und Pommes aßen. Als es gegen 20 Uhr ging, wussten wir, dass wir losfahren mussten, um es rechtzeitig zu schaffen. Auf der Fahrt zum Veranstaltungsort spielten wir Songs von Kings of Leon im Autoradio ab und sangen jede Liedzeile aus vollem Hals mit. Wir flirteten miteinander. Es lag so viel Liebe in der Luft. Das würde der schönste Abend aller Zeiten werden. Unsere Erwartungen hatten sich ins Unermessliche gesteigert, als wir die Autobahn verließen und uns dem Parkplatz des Bank Atlantic Centers näherten.

Zu unserer Überraschung lag der Parkplatz verlassen da. Mein erster Gedanke war: Wow, ich dachte, diese Band hätte eine größere Fangemeinde.

DawnCheré sagte: »Ich denke, da stimmt was nicht.«

»Nein, das wird großartig!« Ich bin kein Mensch, der so schnell aufgibt. »Lass uns das Auto parken und reingehen.«

Wir stiegen aus und gingen den ganzen Weg bis zu den Türen des Bank Atlantic Centers – und unsere Befürchtungen wurden bestätigt. Es war keiner da. Die Lobby war verlassen, die Türen waren verschlossen und die Lichter waren aus.

Also sagte ich: »Babe, lass mich mal die Karten sehen.«

DawnCheré war nicht gerade kooperativ. »Ich weiß, was darauf steht. Konzert um 19.30 Uhr im Bank Atlantic Center.«

»Mädel, lass mich einfach mal auf die Karten schauen.«

Sie gab mir die Karten und ich las sie. Und dann schrie ich fast: »Da steht nicht Bank Atlantic Center. Da steht Bank United Center! Wir sind in Fort Lauderdale und das Konzert ist in Coral Gables. Das ist eine Stunde entfernt! Das schaffen wir nie rechtzeitig.«

DawnCheré fing an zu weinen. »Das ist die schlimmste Überraschung aller Zeiten«, flüsterte sie. »Ich habe alles ruiniert.«

Ich antwortete: »Hör auf zu weinen! Du kannst an meinem Geburtstag nicht weinen. Das ist meine Party.« In Wirklichkeit habe ich das nicht gesagt. So unsensibel bin ich nicht. Ich sagte ihr, wie sehr ich ihre Bemühungen schätze, und ich glaube, ich log, was meine Freude über ihre Überraschungen betrifft. Natürlich haben wir das Konzert an diesem Abend verpasst. Wir haben die Band immer noch nicht live gesehen. Aber immerhin war es ein denkwürdiger Abend – wenn auch aus den falschen Gründen. Am Ende haben wir gelacht und eine Erinnerung daraus gemacht. Bis heute ist es eine unserer Lieblingsgeschichten, um sie anderen Paaren zu erzählen.

Ist dir jemals bei etwas die Botschaft entgangen? Hast du jemals den Hauptpunkt übersehen? Bank Atlantic Center … Bank United Center. Sie klingen so ähnlich und sind doch so verschieden. Für DawnCheré und mich führte das Versäumen der Botschaft nur dazu, ein Konzert zu verpassen. Aber wenn es darum geht, Jesus zu folgen, sind die Konsequenzen viel weitreichender.

Jesus kam mit einer ganz bestimmten Botschaft auf die Erde. Seine Lehren, seine Wunder, seine Reaktionen auf Menschen, sein Tod und seine Auferstehung kommunizieren alle eine wichtige Kernaussage. Aber es ist nur allzu leicht, sie zu übersehen. Dies kann den Besten von uns passieren – und ist es wohl auch schon. Selbst wohlmeinenden, gutherzigen und geistlich gesinnten Menschen kann sie entgehen. Wir könnten einen Teil der Botschaft haben, wir könnten eine Variante der Botschaft haben, aber uns fehlt das Hauptthema.

Es ist nur leider so, dass wir irgendwo enden, wo Gott uns nie haben wollte, wenn uns seine Botschaft zu lange entgeht, und das Ergebnis wird uns nicht gefallen. Ich stelle fest, dass viele Menschen geistlich verwirrt und erschöpft sind, aber nicht weil das Christsein an sich schwerfällt oder weil Gott ein Tyrann ist, sondern weil ihnen bisher entgangen ist, mit welcher Botschaft Jesus eigentlich kam.

Manche Leute glauben, Jesus sei gekommen, um über gute Werke zu predigen. Sie denken, Ziel seines Lebens sei gewesen, uns dazu zu bringen, besser zu reden, besser zu handeln, besser zu sein. Jesus nachzufolgen dreht sich demnach um Verhaltensänderung. Es geht darum, sich selbst und diejenigen um einen herum in Ordnung zu bringen, nicht unbedingt in dieser Reihenfolge.

Andere glauben, Jesus sei gekommen, um eine Religion für einen geschlossenen Verein der Superheiligen zu gründen. Sein Ziel war es demzufolge, dass ein Haufen abnormal selbstdisziplinierter (und gleichermaßen selbstgerechter) Menschen zusammenkommen, sich selbst Gemeinde nennen und die Tage fortan damit verbringen würde, das Urteil über eine sündige Welt zu sprechen.

Wieder andere denken, dass Jesus nur ein Philosoph war. Er war ein guter Mann, ein inspirierender Lehrer. Er verdiente nicht, was mit ihm passiert ist. »Ein Jammer, dass er das Establishment gegen sich aufbrachte«, sagen sie traurig. »Es ist immer das Gleiche. Nur die Guten sterben jung.«

Manche denken, dass das Leben Jesu ein Protest gegen das Böse war. Sein Martyrium war demnach seine Botschaft. Sein Leben und sein Tod waren ein Vermächtnis und eine Inspiration, mehr aber nicht. Die Liste der Meinungen geht weiter. Einige Leute sagen, er war ein Rebell, ein Fanatiker, der das römische Imperium stürzen wollte und versagte. Manche sagen, er war ein apokalyptischer Prophet, der glaubte und verkündete, das Ende der Welt stehe unmittelbar bevor. Andere sagen, er war wahnsinnig, ein Betrüger oder ein Lügner.

Je mehr ich die Geschichten über Jesus lese und auf seine Worte höre, desto überzeugter bin ich, dass diese und ähnliche Ansichten die Wahrheit verfehlen. Jesus kam nicht lediglich zum Zweck einer Verhaltensänderung. Er kam nicht, um einen religiösen Club oder eine Clique zu gründen. Er kam nicht bloß als Philosoph oder Märtyrer oder als Lebensberater. Jesu Botschaft ist weitaus einfacher und gleichzeitig weitaus kraftvoller als irgendeine dieser Vorstellungen.

Zu erkunden, wer Jesus ist und warum er gekommen ist, ist das zentrale Anliegen dieses Buches. Ich will mir die Botschaft, wegen der Jesus gekommen ist, nicht entgehen lassen, und ich bin mir sicher, dass du es auch nicht willst. Wenn er der ist, der er behauptete zu sein – und er sagte, dass er Gott ist –, dann ist es nur logisch, dass wir sichergehen wollen, seine Botschaft richtig zu verstehen. Was wollte er uns mitteilen, während er dreieinhalb Jahre lang ein winziges Land im Nahen Osten durchwanderte? Warum hat er Menschen geheilt? Menschen vergeben? Leute aufgerufen, ihm nachzufolgen? Warum ist er gestorben und wieder auferstanden? Und wie sollten wir auf der Grundlage all dessen heute, zweitausend Jahre später, unser Leben führen?

Vielleicht bist du dir nicht ganz sicher, was den Anspruch Jesu angeht, Gott zu sein. In deinem Kopf haben die Geschworenen ihr Urteil, ob seine Worte und Lehren in deinem Leben Bedeutung haben sollten, noch nicht gefällt. Das ist okay. Das stört mich kein bisschen. Wir sind alle auf einer Reise, Gott, das Leben und uns selbst kennenzulernen. Keiner von uns hat alle Antworten, ich am allerwenigsten. Aber auch wenn du dir nicht sicher bist, wo du in Bezug auf Jesus oder die Bibel stehst, würden die meisten von uns dem zustimmen, dass Jesus ein Leben führte, das aus irgendeinem Grund Auswirkungen hatte wie kein zweites.

Aus irgendeinem Grund teilte seine Geburt die menschliche Chronologie in zwei Hälften.

Aus irgendeinem Grund hallen seine Lehren und seine Geschichte im menschlichen Herzen wider.

Aus irgendeinem Grund schreiben Millionen von Menschen aus allen Nationen in jedem Jahrhundert positive Veränderungen in ihrem Leben ihm zu.

Aus irgendeinem Grund beten Menschen in seinem Namen und berichten immer wieder von Antworten auf ihre Gebete.

Aus irgendeinem Grund sind seine Lehren und Prinzipien so sehr Teil unseres Denkens, dass wir ihn oft zitieren und es nicht einmal merken.

Also, was war seine Botschaft? Und für wen ist sie? Die Antwort könnte dich überraschen. Und sie könnte bleibende Auswirkungen auf dein Leben haben.

Jesus und der Gangster

Um die Frage zu beantworten, möchte ich eine kleine Geschichte im Matthäusevangelium betrachten. Die Evangelien – Matthäus, Markus, Lukas und Johannes – sind voll von Geschichten, die ein Bild von Jesus malen sollen. Sie zeigen in ungeschminkten, überzeugenden Einzelheiten einen Mann, der von einer Botschaft verzehrt wird.

Eine der aufschlussreichsten Geschichten ist die, in der Matthäus, ein Mann, der früher als Levi bekannt war, Jesus begegnet. Diese kurze Geschichte verrät viel über Jesu Botschaft und Auftrag.

Bevor ich auf die Geschichte eingehe, kurz etwas anderes. Du wunderst dich vielleicht, warum dieser Typ zwei Namen hat. Einer meiner Lieblingsfilme als Kind hieß 3 Ninja Kids. Die Handlung drehte sich um drei Kinder, deren Großvater ein Ninja war. Er trainierte sie und gab ihnen Ninja-Namen. Samuel, Jeffrey und Michael wurden Rocky, Colt und Tum Tum. Ich weiß nicht, warum der letzte so einen lahmen Namen bekam, aber diese Kinder waren toll. Sie konnten erwachsene Leute verprügeln. Ich wollte immer einen Ninja-Namen.

Matthäus war eindeutig kein Ninja. Aber sein Beruf erforderte einen nicht-hebräischen Namen. Er wurde als Jude mit dem Namen Levi geboren. Irgendwann jedoch wurde er unter dem griechischen Namen Matthäus bekannt. Sein Name und seine Identität waren, genau wie bei den drei Ninjas, untrennbar miteinander verbunden. Dafür gab es einen wichtigen Grund, auf den ich gleich eingehen werde.

Später im Leben wurde aus Matthäus ein unglaublicher Typ. Er war einer von den zwölf Jüngern Jesu und einer der Autoren des Neuen Testaments. Er schrieb das Evangelium, das seinen Namen trägt, weshalb er den meisten von uns bekannt ist.

Viel früher jedoch, bevor er Jesus traf, war er kein netter Mensch. Eigentlich ist das eine Untertreibung. Matthäus war der Bösewicht schlechthin. Er war nicht einfach nur ein übler Typ – er war ein richtiger Verbrecher. Er war unverhohlen und vorsätzlich böse und dafür berüchtigt. Er war der Typ Mensch, vor dem Eltern ihre Kinder warnten und bei dem sie die Straßenseite wechselten, um ihm aus dem Weg zu gehen.

Bevor er Jesus traf, war Matthäus ein Steuereintreiber. Okay, das hat dir beim Lesen jetzt wahrscheinlich nicht den Atem verschlagen oder dich rot werden lassen – bei jedem, der in jener Epoche und Kultur gelebt hat, wäre das jedoch der Fall gewesen. Damals war ein Zöllner nicht das Toga tragende Gegenstück zu einem Finanzbeamten. Er war eher wie ein Mafiaboss, ein Gangster. Matthäus, der Steuereintreiber, war ein Mann, mit dem nicht zu spaßen war. Er war ein Mobster alter Schule. Er war wie alle drei Der-Pate-Filme in einer Person.

Zu jener Zeit war Rom die vorherrschende Super-Weltmacht, und Israel war eines der Länder, die sie erobert hatten. Die römische Armee war berüchtigt für ihre Brutalität und Grausamkeit. Zahlreiche historische Berichte belegen, dass Rom andere Städte plünderte. Oft wurden viele der Männer getötet, die Frauen vergewaltigt und die Kinder versklavt. Die Geschichte berichtet von Fällen, in denen die Armee die Straßen mit Menschen säumte, die sterbend an Kreuzen hingen, damit jeder, schon bevor er die Stadt betrat, die Macht und Stärke des römischen Reiches erkennen würde.

Nach der Eroberung eines neuen Territoriums wurde der dortigen Bevölkerung von der römischen Regierung in der Regel Steuern auferlegt. Genau da kam Matthäus ins Spiel. Seine Aufgabe war es, Steuern von seinem eigenen Volk einzutreiben, um sie Rom zu geben. Anders gesagt, er verriet sein Volk für einen Gehaltsscheck. Und hier ist der Clou: Steuereintreiber mussten eine bestimmte Summe Geld an Rom abführen, aber sie konnten alles behalten, was sie darüber hinaus eintrieben. Sie durften – man rechnete sogar damit – Geld von ihren eigenen Leuten erpressen, um ihre Taschen zu füllen. Sie waren Verräter, Diebe und Schläger. Es ist kein Wunder, dass sie von ihren eigenen Leuten so massiv gehasst wurden.

Dies war der Grund, warum Matthäus unter seinem griechischen Namen bekannt war. Griechisch war die hauptsächlich gesprochene Sprache, also wäre Levi nicht der kulturell annehmbarste Name für die Römer gewesen. Matthäus war in die Nation Israel hineingeboren worden, Gottes auserwähltes Volk – aber das kümmerte ihn nicht. Ihn interessierten Geld, Macht und Bekanntheit. Anstatt Levi, der Jude, zu sein, nahm er eine neue Identität an: Matthäus, der Steuereintreiber. Matthäus, der Verräter. Matthäus, der Erpresser. Indem er für Rom arbeitete, hatte Matthäus seinem jüdischen Erbe den Rücken gekehrt.