Freund Hein - Kat Bel - E-Book

Freund Hein E-Book

Kat Bel

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Beschreibung

Sieben schaurige Kurzgeschichten für alle, die auszogen, das Fürchten zu lernen. In den Geschichten "Warten auf Orcus - Die Verrückte - Die Namenlose - Erstarrt - Spiegelverkehrt - Des Prinzen goldene Tage - Ewiger Schlaf" erwartet den Leser alles andere, als ein Happy End.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 29

Veröffentlichungsjahr: 2018

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TitelseiteKAT BELWarten auf OrcusDie VerrückteDie NamenloseErstarrtSpiegelverkehrtDes Prinzen goldene TageEwiger SchlafRosenpfadÜber die AutorinImpressum

KAT BEL

Freund Hein

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Freund Hein

Originalausgabe in Deutsch

Inhaltsangabe

Part 1 Düstere Kurzgeschichten

Warten auf Orcus

Die Verrückte

Die Namenlose

Erstarrt

Part 2 Zwielichtige Literatur

Spiegelverkehrt

Part 3 Schwarze Märchen

Des Prinzen goldene Tage

Ewiger Schlaf

Warten auf Orcus

Die Neonleuchten flackerten unruhig. Von irgendwoher brummte und ratterte es. Harry hob den Kopf. Er rutschte von der Metallbank, auf der außer ihm noch andere Wartende Platz genommen hatten und warf einen Blick um sich. Die U-Bahn Station war ziemlich leer, nicht viele, die auf eine Fahrt warteten. Harry reckte sich und schritt unruhig zu den Gleisen, bis er in den pechschwarzen Tunnel blicken konnte. Dunkelheit hatte ihm schon immer ein unbehagliches Gefühl vermittelt. Heute besonders.

Den anderen Fahrgästen schien es nicht anders zu ergehen. Eine alte Dame mit Schürzenrock und Lockenwicklern in den Haaren lief immer wieder vor sich hin murmelnd auf und ab. Ein noch sehr jung wirkender Mann saß auf der Bank hinter Harry, hatte den Kopf in die Hände gestützt und wackelte unruhig mit seinem rechten Bein. An der Wand lehnte ein Obdachloser in seinem Schlafsack und Harry konnte deutlich erkennen, dass der Mann stark zitterte. Andere hingegen warteten viel gelassener, hatten die Augen geschlossen und zählten die Sekunden. Harry war sich nicht sicher, ob er sich nicht auch einfach zurück lehnen sollte. Um sich abzulenken kramte er in seinen Gedanken herum. Gestern hatte er doch tatsächlich einen Autounfall erlitten. Ein anderer Fahrer hatte ihm die Vorfahrt genommen, sein guter Firmenwagen war komplett ruiniert. Was der Chef wohl dazu sagen würde. Harry schob den Ärmel von seinem Tweet-Anzug ein Stück zurück, um auf seine Uhr sehen zu können. So ein Mist, das gute Teil war stehen geblieben. Seufzend setzte Harry sich zurück auf die Bank.

Auf einmal schien es mit der Ruhe vorbei. Der Obdachlose im Schlafsack fing urplötzlich an zu schreien.

»Ich will das nicht«, brüllte er. Die Dame mit den Lockenwicklern blieb erschrocken stehen und biss ängstlich auf ihren Fingernägeln herum. Ein älterer Herr mit Hut und Stock erhob sich von einer der Bänke und begab sich zu dem Obdachlosen, wo er sich hinkniete und auf den Schreienden einsprach.

Harry spitzte seine Ohren, so konnte er Teile des Gesprächs aufschnappen.

»Alles wird gut, du wirst schon sehen.« Und: »Keine Sorge, du wirst entspannen können und erleichtert sein, wenn das Warten ein Ende hat.«

Der Obdachlose hatte inzwischen aufgehört zu schreien und sich wieder in seinen Schlafsack verzogen.

Harry wandte den Blick ab und sah stattdessen zur Decke. Anstelle der Steine, die an jeder Decke einer U-Bahn Station zu sehen gewesen wären, sah Harry wie auf die Leinwand eines Kinos. Er sah Menschen, Tiere, Städte. Die ganze U-Bahn Decke war mit diesem Film bedeckt. Es wurden immer andere Szenen gezeigt.Bestimmt aus dem Leben oberhalb der U-Bahn, vermutete Harry. Vielleicht bildete er sich das Ganze auch nur ein. Er fühlte sich ziemlich müde. Harry war als letzter zu den Wartenden gestoßen, die schon lange hier sitzen mussten und sich an den Umstand gewöhnt hatten. Hoffentlich war es bald vorbei. Dann, endlich, vernahm man das Zischen eines Zuges.