Fußball - Torwarttraining - Thomas Dooley - E-Book

Fußball - Torwarttraining E-Book

Thomas Dooley

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Beschreibung

Dieser leicht verständliche und außergewöhnliche Ratgeber hat das Ziel, ein effektives und erfolgreiches Torhütertraining zu gestalten, das erfolgreich und problemlos in das Mannschaftstraining integriert werden kann. Das Buch basiert auf den Erfahrungswerten der beiden DFB-Fußball-Lehrer Christian Titz und Thomas Dooley und der jahrelangen und wertvollen Erfahrung vieler Weggefährten aus dem Profi- und Amateursport. Es beschäftigt sich in einleitender Form mit den allgemeinen Prinzipien, dem Stellungsspiel, den Aufgaben, der Beinhaltung und der Technikausführung des Torhüters. Hierbei wurde sich dreier Sichtweisen bedient: der des Torhütertrainers, der des Torhüters und der des Feldspielertrainers. Die Zusammenführung dieser drei Ebenen hat diese Übungssammlung entstehen lassen. Ein Torhüter hat in seinem Anforderungsprofil universell zu sein. Er soll eine enorme Reaktionsfähigkeit besitzen, in der Strafraumbeherrschung hohe Qualitäten aufweisen, als ruhender Pol der Mannschaft Sicherheit vermitteln und gleichzeitig diese von hinten ordnen. Gleichzeitig soll er in den Bereichen Koordination, Sprungkraft/Explosivität und in 1:1-Situationen überdurchschnittlich gut sein. Nicht zu vergessen ist, dass der Hauptteil der Aktionen des Torhüters die Spiel-eröffnung mit dem Fuß und der Hand ist. Diese Fähigkeiten werden in Form von Abwurf, Abstoß, Abschlag, Pass aus der Bewegung oder Passspiel durch vorherige Ballannahme und Ballmitnahme abgerufen. All diese Facetten werden in diesem Werk beleuchtet und in einer Vielzahl an praxiserprobten Trainingsbeispielen sowohl grafisch als auch mittels zahlreicher Tipps, Ratschläge und detaillierter Übungs- und Bewegungsbeschreibungen vorgestellt.

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Seitenzahl: 188

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir uns entschlossen, durchgängig die männliche (neutrale) Anredeform zu nutzen, die selbstverständlich die weibliche mit einschließt.

Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autoren noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, Haftung übernehmen.

Fußball –Torwarttraining

Thomas Dooley & Christian Titz

 

Meyer & Meyer Verlag

Bildnachweis:

Cover Photos: imago, © fotolia/Rainer Claus

Cover Design: Sabine Groten

Illustrationen: www.easy2coach.net

Fußball – Torwarttraining

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie das Recht der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren – ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, gespeichert, vervielfältigt oder verbreitet werden.

© 2010 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen

3. Auflage 2018

Auckland, Beirut, Dubai, Hägendorf, Hongkong, Indianapolis, Kairo, Kapstadt, Manila, Maidenhead, Neu-Dehli, Singapur. Sydney, Tehran, Wien

Member of the World

Sport Publishers’ Association (WSPA)

ISBN: 978-3-8403-2533-5

E-Mail: [email protected]

www.dersportverlag.de

Inhalt

Vorwort

Merkmale des modernen Torhüterspiels

Prinzipien/Grundtechniken des Torhütertrainings

Technikratgeber für Torhüter

Situationsabhängiges Stellungsspiel des Torhüters

Aufgaben des Torhüters

Torhüterkriterien

Technikausführung bei torverhindernden Aktionen

Trainingsschwerpunkte/Trainingsbeispiele

Allgemeine Beispiele

1 Ball mit den Fäusten jonglieren

2 Ball von hinten durch die Beine fallen lassen

3 Ball durch die Beine nach hinten hochwerfen und seitlich auffangen

4 Ball im Hopserlauf prellen

5 Aufnahme eines flach gespielten Balls

6 Rolle rückwärts/vorwärts mit Ball

7 Ball mit einer Hand auffangen

8 Einen hohen Ball abfangen

9 Aus dem Kniesitz einen Ball fangen

10 Ball-/Handwechsel durch 90°-Beinstellung

11 Hüftkreisen mit Ball

12 Schuss- und Wurftechniken

13 Schüsse aus spitzem Winkel

14 Froschsprünge mit anschließendem Hechtsprung

15 Torschusstraining mit der Mannschaft

16 Flanken von der Außen-/Grundlinie und aus der Halbposition

17 Hohe Bälle in den Winkel

18 Würfe von der Seite als Flanke

19 Hechtsprung über Hürden

20 Schüsse aus kurzer Distanz ins Eck

21 Schuss und Ballwurf in die entgegengesetzte Ecke

22 Flacher Schuss aus kurzer Distanz und Lupfer

23 Bewegungen über Stangen/durch Ringe, Schuss und einleitende Spieleröffnung

24 Torschüsse aus verschiedenen Distanzen

25 Torschuss aus kurzer Distanz auf 3-m-Hütchentor

26 Alleingänge

27 Jongliertechniken

28 Abwürfe mit Fußball/Medizinball

29 Abstoß/Abschlag

30 Torschusswettbewerb auf zwei Tore

31 Torschuss mit Prallbande

32 Torschuss mit Hütchenhindernissen

33 Mauerschießen

34 Sprung nach Bällen

35 Kombination Slalomlauf durch Hütchen und Rolle vorwärts mit anschließendem Schuss/Wurfball

36 Aufspringende Bälle

37 Sprint und Torschuss

38 Rückpasstraining

39 Hochwurf und Abfangen

40 Ball durch die Beine als Acht gehen lassen

41 Kombination Ball- und Bewegungstechnik

42 Hechtsprünge

43 Flankenball und Anschlussaktion Torschuss

44 Torschuss durch die Beine

45 Ball-/Bewegungstechniken mit Fuß/Hand

46 Reaktion aus Rückenposition

47 Torschusswettbewerb auf drei nebeneinander stehende Tore

48 Torschuss aus der Distanz

Erwärmung

49 Hürdenlauf und Torschuss

50 Ringsprünge und Torschuss

51 Warmschießen

52 Explosiver Start und Torschuss

53 Sidestep und Torschuss

54 Torschuss und Reaktion

Koordination

55 Sprünge und Dropkick

56 Sidesteplauf und Schuss

57 Stangenparcour mit Sidesteplauf und Torschuss

58 Kniehebelauf und Torschuss

59 Seitliche Skippings und Torschuss

Sprungkraft/Explosivität

60 Hocksprünge und Torschuss

61 Einbeinsprünge und Reaktion

62 Hocksprünge, Drehsprung und Torschuss

63 Hürdensprung und Wurf

64 Seitliche Sprünge und Wurf

Reaktion

65 Hindernissschüsse auf drei Tore

66 Doppelschussaktion

67 Bauchlage und Wurf

68 Torschuss mit Spielerhindernissen

Spieleröffnung/Techniktraining mit Fuß und Hand

69 Spieleröffnung Variante I

70 Spieleröffnung Variante II

71 Spieleröffnung Variante III

72 Spieleröffnung Variante IV

73 Spieleröffnung Variante V

74 Zuwurf, Ballkontrolle und Pass

75 Rückpass mit Direktabnahme

Torhüterspezifisches Torschusstraining

76 Torschüsse aus spitzem Winkel

77 Bälle in den Winkel

78 Schüsse in den Fangbereich

79 Dropkickschuss aus verschiedenen Schusspositionen

1:1-Situationen

80 Dribbling aus verschiedenen Startpositionen

81 Dribbling nach Rückpass

82 Dribbling und Zweikampf nach Kommando

Flanken

83 Wurfbälle von der Grundlinie und Abfangen

84 Flanken von der Außenseite

85 Flanken aus dem Halbfeld mit Gegnerdruck

Torschusstraining mit der Mannschaft

86 Schuss mit Praller neben dem Tor

87 Doppelpass und Schuss

88 Spielnaher Torschuss mit Passspiel und imitierten Gegenspielern

Spielformen

89 3:3 im abgesteckten Feld plus Torhüter

90 3:3 mit Flügeltoren und zwei Flügelspielern plus Torhüter

Danksagung

Die Autoren/Bildnachweis

easy2coach Animationen

Vorwort

Das Torwartspiel hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Ein Torhüter muss heutzutage nicht nur Bälle festhalten bzw. abwehren können, sondern aktiv als Spieleröffner am Spielgeschehen teilnehmen. Somit stellt der moderne Torhüter eine Art Libero dar, der versuchen muss, die Abwehr zu organisieren und bei eigenem Ballbesitz schnelle Tempostöße einzuleiten.

Steht der Gegner beispielsweise in der Defensive taktisch gut, agiert er als Ballverteiler. Bei aggressivem Forechecking des Gegners fungiert er aber ebenso als Anspielstation. Der Torhüter sollte daher immer in der Lage sein, sich auf neue Spielsituationen einzustellen und mit dem Fuß den Ball im Spiel zu halten. Ob flaches Kurzpassspiel mit der Innenseite oder lange Innenseitstöße in Form eines einleitenden Angriffspasses. Ob Abwurf, Abstoß bzw. Abschlag; der Torhüter muss mittlerweile über sämtliche Passtechniken verfügen und darf dabei das eigentliche Torhüterspiel nicht vernachlässigen.

Wir haben in diesem Buch versucht, all diesen Anforderungen Rechnung zu tragen und wir glauben, ein sehr umfangreiches und praxisorientiertes Werk vorzulegen, das alle Facetten des Torhüterspiels beinhaltet. Dabei haben wir uns auch der zahlreichen, wertvollen Erfahrungen vieler Weggefährten bedient, die dieses Werk umso interessanter und vielschichtiger machen.

Viel Spaß beim Lesen und Anwenden.

Euer Christian Titz und Thomas Dooley

Merkmale des modernen Torhüterspiels

Merkmale:

Präzises, direktes Passspiel.

Taktisches Verständnis und eine gute Spielantizipation.

Coaching der Hintermannschaft.

Mitbestimmung des Spieltempos (schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff, Spielberuhigung durch Ballhalten/Ballkontrolle etc.).

Gutes Stellungsspiel und gute Spielübersicht.

Ausgeprägtes Ballgefühl, sehr gute balltechnische Fertigkeiten mit dem Fuß und den Händen (saubere Annahme von Rückpässen/Zuspielen, Einleitung von Angriffen durch saubere und schnell gespielte Flach- und Flugbälle; gezielte Abstöße, Abwürfe oder Abschläge als Dropkick).

Gute Strafraumbeherrschung.

Gute Abwehrfähigkeiten auf der Linie und in 1:1-Situationen.

Hohe Absprungkraft und Sprungdynamik, gepaart mit hohen koordinativen Fähigkeiten.

Hohe psychische Stabilität.

Physische Voraussetzungen sind u. a. eine gewisse Körpergröße (sollte über 1,85 m sein) und eine große Reichweite.

Grundsätzlich muss ein moderner Torhüter über die Fertigkeiten eines Feldspielers verfügen, ergänzt durch seine torwartspezifischen Fertigkeiten. Der Torwart fungiert als eine Art Libero, der ständig ins Spiel eingebunden ist, die Vorderleute dirigiert und Pässe des Gegners abläuft.

Prinzipien/Grundtechniken des Torhütertrainings

Durchführung:Welche Aufgabenstellungen kommen auf einen Torhüter zu und wie kann er sie richtig lösen?

Hoher Ball:

Wenn die Hände den Ball festhalten, berühren sich die Daumen in der Mitte des Balls vor dem Körper, die Finger sind gespreizt. Der Ball soll immer am höchsten Punkt gefangen werden. Das heißt, die Arme müssen gestreckt sein. Der Torhüter springt mit einem Bein ab und winkelt das andere Bein an (zum Schutz).

Flacher Ball auf den Mann:

Den Körper hinter den Ball bringen. Der Torhüter geht mit einem Knie auf den Boden, nimmt die Hände vor dieses Knie und nimmt den Ball auf. Darauf achten, dass der Torhüter beide Knie gleich belastet, also immer das Knie nutzen und auf dem Boden aufsetzen, wo der Ball hinrollt.

Flacher Ball zur Seite:

Der Torhüter fällt mit einem Schwungschritt zur Seite. Nach rechts fällt er, indem er über den rechten Fuß Schwung nimmt und sich über die Fußballen seitlich abdrückt. Nach links umgekehrt. Bei diesem Bewegungsablauf zeigen die Hände und das Gesicht Richtung Schütze. Beim Hechtsprung (hoher Sprung zur Seite) den Körper nicht nach hinten krümmen, sondern leicht nach vorne lang machen. Bei einer Krümmung nach hinten würde sich der Schusswinkel vergrößern und somit die Trefferfläche für den Schützen, d. h., der Torhüter würde seine Reichweite verringern. Als Grundregel gilt immer, zu versuchen, den Ball festzuhalten. Jeder Torhüter hat eine starke Seite, auch Schokoladenseite genannt, auf der er besser und schneller ist. Von daher ist man bestrebt, eine Beidseitigkeit zu entwickeln. Einfach die schwächere Seite etwas häufiger trainieren als die starke und zur Belohnung auch immer mal die Schokoladenseite einstreuen.

Halbhoher Ball unterhalb Brusthöhe:

Den Körper hinter den Ball bringen und den Ball mit den angewinkelten Armen von unten nach oben „aufschaufeln“, das bedeutet, zur Brust ziehen. Den Ball mit beiden Händen festhalten. Falls dies nicht möglich ist, mit der linken Hand den Ball zur Seite abwehren. Rechtshänder machen in dieser Situation gerne einen Armübergriff mit der rechten Hand. Allerdings ist auf der linken Seite die Reichweite größer, da der Arm von hinten nach vorne geführt werden kann.

Halbhoher Ball ab Höhe Brust:

Den Körper hinter den Ball bringen und die Hände, wie beim hohen Ball beschrieben, hinter dem Ball zum Fangen positionieren.

Fangtechniken:

Die oben genannten fünf Fangtechniken können ganz einfach mit zugerollten oder zugeworfenen Bällen aus kurzer Distanz geübt werden.

Beinarbeit:

Der Torhüter muss sich immer auf dem Vorderfuß/Fußballen bewegen und soll nicht nach hinten fallen. Er soll lernen, immer den Ball anzuschauen, bis er ihn unter Kontrolle hat. Um die Beinarbeit und den Schwungschritt zu üben, legt einfach eine Stange längs hin, über die der Torhüter den Schwungfuß (ist der Fuß, mit dem man sich abdrückt) führen muss, um zum Ball seitlich zu fallen.

In der Spielsituation, in der der Torhüter in aufrechter Position kniet, steht er zuerst mit dem rechten Bein auf und drückt sich dann mit links ab. Liegt er mit dem Oberkörper seitlich nach links, stützt er sich mit beiden Armen nach vorne auf und steht zuerst mit dem rechten Bein auf und drückt sich dann mit links ab.

Spieleröffnung:

Ziel muss sein, die Mitspieler so anzuspielen, dass sie keine Mühe haben, den Ball anzunehmen. Also, wenn möglich, bei einem Abwurf den Ball anrollen und aufspringende Bälle vermeiden. Im Gegensatz zu den Feldspielern hat der Torhüter mehr Möglichkeiten in der Spieleröffnung. So kann er den Ball abwerfen, abrollen, abstoßen, auf unterschiedliche Weise abschlagen (Volley, Dropkick) oder als Pass aus der Bewegung heraus spielen.

Wurftechniken:

Beim seitlichen Abwurf wird der Arm wie bei einem Speerwerfer nach hinten gestreckt und der Ball auf die offene Handfläche gelegt. Der gestreckte Arm wird dann unter Spannung nach vorne geführt. Dabei geht er nah am Ohr vorbei. Wichtig ist hierbei der Stemmschritt. Wenn der Torhüter mit rechts wirft, ist das linke Bein seitlich vorne versetzt, wenn er mit links wirft, ist das rechte Bein seitlich nach vorne versetzt. Man kann die Wurftechnik gegen einen Fangzaun üben lassen und nachher die Abwurfaktion in das Schusstraining mit einbauen, indem nach einem gehaltenen Ball dieser in ein auf dem Spielfeld aufgebautes Tor geworfen werden muss.

Beim Zurollen liegt der Ball auf der Handfläche, man geht in die Schrittstellung (Beine nach vorne versetzt) und winkelt beide Beine an (Hockstellung). Wird mit dem linken Arm gerollt, ist der linke Fuß das Standbein und nach vorne versetzt. Mit dem rechten Arm wird nach hinten eine Ausholbewegung gemacht und der Arm schwungvoll nach vorne in Richtung Boden geführt. Dabei wird der Ball auf dem Boden aufgesetzt. Die Hand stößt dabei den Ball nach vorne ab und gibt somit die Richtung vor. Der Oberkörper ist leicht nach vorne gebeugt.

Schuss-/Passtechniken:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Schusstechnik zu trainieren: mit der Innenseite (Innenseitschuss), dem Vollspann (Spannstoß), dem Außenrist, dem Innenseitstoß, dem Zwirbelstoß, dem Dropkick, einem Volleyschuss aus frontaler oder seitlicher (Scherenschlag) Schusshaltung oder durch einen Lupfer.

Ballannahme und Ballmitnahme:

Schulung der Ballannahme und der Ballmitnahme aus der Bewegung.

Wiederholungen:

Nach maximal 10 Bällen sollte die Seite oder der Arm/Fuß gewechselt werden.

Konzentration:

Der Torhüter muss immer konzentriert sein, da ein Torhüterfehler oftmals zu einem Gegentor führt.

Korrekturmerkmale:

Die erlernten Techniken immer wieder bei den Torschussübungen und Spielformen einfordern. Fehler umgehend korrigieren, damit sich keine falschen Bewegungsabläufe automatisieren.

Trainingsmerkmale:

Das Training sollte spielbezogen gestaltet werden und nach einem Schuss auf das Tor eine Anschlussaktion erfolgen.

Tordistanzen und Torentstehung:

Die meisten Tore fallen aus einer Distanz von 6-13 m zum Tor. Von daher muss dieser Aspekt auch in die Trainingsarbeit mit einfließen.

Aspekte guter Trainerarbeit:

Immer wieder Genauigkeit und Tempo einfordern (die langsame Ausführung führt dauerhaft nicht zum spielgemäßen Erfolg).

Das Erklären von Übungen und die anschließenden Fehlerkorrekturen dürfen zu keiner Informationsüberhäufung führen (Konzentrationsmangel bedingt erhöhte Fehlerhäufigkeit). Hier gilt es, die richtige Mischung aus Korrektur und flüssiger Ausführung der Übung zu finden.

Die Spieler sollen lernen (ähnlich wie im Spiel), zu beobachten und das Beobachtete anwenden zu können.

Immer wieder die Fehler korrigieren, um dem Einschleifen von falschen Automatismen vorzubeugen.

Die Ansprache so gestalten, dass sie sowohl sachliche Klarheit als auch Einfühlungsvermögen vermittelt.

Bei guten Gruppen kann im Training eine Stresssituation durch den Trainer imitiert werden, die den Spieler auf Drucksituationen im Spiel vorbereiten kann (laute Ansprache, kritische Ansprache/Äußerungen während der Übungsausführung etc.).

Immer wieder Konzentration einfordern.

Das Auftreten des Trainers (Körpersprache, Stimmlage, Korrekturhinweise) entscheidet grundlegend über die Qualität des Trainingsablaufs.

Zwei grundlegende Aspekte müssen bei der Ausführung immer berücksichtigt werden:

Was macht der Arm?

Wie ist die Fuß- und Körperhaltung?

Technikratgeber für Torhüter

Durchführung:

Grundsätzliches

Erklärung der verschiedenen Schusstechniken

2.1 Allgemeine Ausführungen

2.2 Abstoßtechnik Spannstoß (Vollspann)

2.3 Zwirbeln

2.4 Innenseitstoß

2.5 Innenseitschuss

2.6 Außenristschuss

2.7 Abschlagtechnik Dropkick

2.8 Abschlagtechnik Volleyschuss aus frontaler oder seitlicher (Scherenschlag) Schusshaltung

2.9 Lupfen

Erklärung der verschiedenen Wurftechniken

3.1 Seitlicher Abwurf

3.2 Abwurftechnik Zurollen

Schusstechniken – Korrekturhinweise für den Trainer

Ausführungstechnik und Körperhaltung bei der Ballannahme und Ballmitnahme

Ausführungstechnik und Körperhaltung bei der Ballmitnahme mit der Fußsohle

1 Grundsätzliches

Das Erlernen von Ball- und Bewegungstechniken mit dem richtigen Schuss- und Starttiming dauert seine Zeit und sollte sowohl isoliert als auch mit Passübungen kombiniert und in Spielformen integriert geschult werden.

Eine genaue Schuss-/Passtechnik ist sowohl für den Feldspieler, als auch für den Torhüter für ein erfolgreiches Fußballspiel von großer Bedeutung. Für den Feldspieler ist eine gute Passtechnik die Grundvoraussetzung für ein sicheres und effektives Passspiel sowohl in der Defensive als auch bei Tempogegenstößen und bei der Anwendung von Angriffsvarianten in der Offensive. Die Frage nach der Bedeutung einer guten Schusstechnik kann sich bei Feldspielern wohl jeder selbst beantworten, ist das Erzielen von Toren doch das Hauptziel des Fußballspiels.

Der Torhüter setzt seine Schuss- und Passtechniken ebenfalls gewinnbringend für die Mannschaft ein. Sein Passspiel entscheidet, ob es zu einem strukturierten Spielaufbau über das Zentrum oder über die Außenspieler kommt. Zu seinem Repertoire gehören kurze, präzise Pässe auf die Abwehrspieler oder den tief stehenden zentralen Mittelfeldspieler genauso wie lange, als Flugbälle gespielte Pässe auf die äußeren Mittelfeldspieler und hin und wieder auch auf die Stürmer. Seine Pässe erfolgen als Anschlussaktion zu einer sauberen Ballannahme und Mitnahme oder als Direktpass. Seine Schussqualitäten werden bei allen Abstoß- und Abschlagvarianten benötigt. Das Erlernen von Schuss- und Passtechniken sollte daher in erster Linie in Verbindung mit einer vorherigen Ballannahme und Ballmitnahme im höchsten Tempo, mit möglichst wenig Ballkontakten und nach einem Zuspiel aus verschiedenen Positionen als spieltypische Voraktionen, einstudiert werden. So ist es doch gerade diese Trainingsform, die es ermöglicht, eine realistische Spielsituation nahezu simultan in ein anspruchsvolles und zielorientiertes Torhütertraining zu übertragen.

Grundsätzlich gilt natürlich, dass Fehler bei der Ausführung unbedingt durch den Torhütertrainer zu korrigieren sind, damit es zu keiner Einschleifung falscher Pass- und Schussautomatismen kommt.

Im Spiel werden verschiedene Schuss- und Passtechniken benötigt. Um diese im Spiel anwenden zu können, müssen sie vorher im Training erlernt werden.

Schuss- und Passtechniken im Fußball:

mit der Innenseite (Innenseitschuss),

mit dem Vollspann (Spannstoß),

mit dem Außenrist,

als Innenseitstoß,

gezwirbelt als Kurvenball oder Bananenflanke,

als Dropkick,

als Volleyschuss und

als Lupfer.

Methodischer Hinweis zum Vorstellen und Aufzeigen von Bewegungsabläufen:

Die Gruppe einige Meter vor dem Trainer platzieren.

Den Bewegungsablauf erklären und langsam die Bewegung aufzeigen. In einem ersten Schritt frontal vor der Gruppe vorführen. In einem zweiten Schritt sollte die Übung so vorgeführt werden, dass die Spieler den Ablauf von hinten sehen (Hinweis: Insbesondere Kinder können Übungen einfacher nachvollziehen, wenn sie eine Übung aus der eigenen Perspektive betrachten.).

Langsam anfangen und beide Füße gleichermaßen nutzen.

Der Bewegungsablauf kann vorab als Trockenübung geschult werden, indem die Spieler den Bewegungsablauf ohne Ball üben.

2 Erklärung der verschiedenen Schusstechniken

In den folgenden Abschnitten wird zuerst detailliert auf die allgemeinen Technikausführungen der unterschiedlichen Schussvarianten eingegangen. Anschließend werden die unterschiedlichen Schusstypen mit ihren technischen Anforderungen und jeweiligen Besonderheiten vorgestellt.

2.1 Allgemeine Ausführungen

Das Standbein sollte 30-40 cm seitlich und auf Höhe des Balls platziert sein.

Der Oberkörper ist leicht über den Ball gebeugt.

Der Fuß wird von oben nach unten geschwungen.

Die Arm-Fuß-Koordination beim Schuss/Pass ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

a) Ausholbewegung mit dem rechten Bein: rechter Arm geht zurück, linker Arm nach vorne.

b) Ausholbewegung mit dem linken Bein: linker Arm geht zurück, rechter Arm nach vorne.

Zur Verdeutlichung kann man die Spieler in die Luft treten lassen. „Was macht der Arm?”

Der Blick ist im Moment des Schusses auf den Ball gerichtet.

Auf Grund der hohen Anforderung an die Feintechnik der Spieler sollte bei Gruppen mit einem niedrigen Niveau (z. B. bei Anfängern oder Kindern) der Ball so zugespielt werden, dass die Kids ihm entgegenlaufen können und so den Schwung des entgegenkommenden Balls nutzen können. Dadurch erhöht sich die Schussschärfe bzw. die Schussgeschwindigkeit, da der Spieler so mehr Druck hinter den Ball bekommt.

Bei den Ausführungstechniken und der Körperhaltung bei den Schusstechniken sind die Pass-/Schussschärfe, die Schussgenauigkeit, das Schuss- und Starttiming entscheidende Faktoren für eine erfolgreiche Ausführung.

2.2 Abstoßtechnik Spannstoß (Vollspann)

Die Fußspitze zeigt nach unten, das Fußgelenk ist angespannt und der Oberkörper leicht über den Ball gebeugt. Trefferfläche ist der hintere Bereich des Fußrückens. Um eine größere Passweite zu erlangen, ist eine leichte Rückenlage erlaubt.

2.3 Zwirbeln

Der Ball wird mit der Innenseite/Fußspitze geschossen und bekommt einen Drall. Der Spieler geht verstärkt in die Seitenlage. Eine leichte Rückenlage ist dabei nicht ungewöhnlich.

2.4 Innenseitstoß

Der Ball wird teils mit der Innenseite und teils mit dem Vollspann gespielt. Das Standbein ist seitlich neben dem Ball positioniert und der Oberkörper des Spielers geht in eine Schräglage. Die Fußzehen zeigen nach unten, dies ähnelt der Fußhaltung beim Spannstoß.

2.5 Innenseitschuss

Die Fußspitze zeigt nach oben, das Fußgelenk ist fest angespannt und um 90° nach außen aufgeklappt. Der Spielfuß wird leicht angehoben. Der Ball muss mittig getroffen werden. Den Körper über den Ball bringen und vermeiden, ins Hohlkreuz zu gehen.

2.6 Außenristschuss

Beim Spielen des Balls mit dem Außenrist ist eine leichte Rückenlage möglich. Der Ball wird mit den äußeren Zehen und der Fußaußenseite gespielt und erhält dadurch einen Drall.

2.7 Abschlagtechnik Dropkick

Beim Dropkick wird der Ball mit dem Spann genau in dem Moment getroffen, in dem der Ball den Boden berührt.

Lernhilfe Dropkick:

Den Ball in beide Hände nehmen, Arme ausstrecken und den Ball fallen lassen. Im Moment der Bodenberührung muss der Ball mit dem Spann getroffen werden. Das Bein schwingt nach dem Treffen durch. Der Ball sollte sich nicht drehen.

Für manche Kinder ist dies eine sehr schwer zu erlernende Technik und es bedarf einiger Zeit, bis sich der Bewegungsablauf automatisiert hat. Hilfreich kann es sein, das Kind zu dem Zeitpunkt, wenn der Ball den Boden berührt, neben den Ball treten zu lassen. So kann es das richtige Gefühl/Timing für den Treffpunkt entwickeln, ohne permanent den Ball neu holen zu müssen. Es kann auch helfen, den Treffpunkt mit einem verbalen „Hopp“ zu unterstützen.

Gut lässt sich dies vor einem Fangzaun üben.

Probleme und Korrekturhilfe beim Dropkick:

Der Ball wird zu früh geschossen (bevor er den Boden berührt) => vormachen und erklären. Der Ball wird zu spät geschossen (wenn er sich schon wieder vom Boden hoch bewegt) => vormachen und erklären.

2.8 Abschlagtechnik Volleyschuss aus frontaler oder seitlicher (Scherenschlag)Schusshaltung

Beim frontalen Volleystoß ist der Oberkörper leicht nach vorne gebeugt. Der Ball wird aus beiden Händen leicht nach vorne geworfen und an einem tiefen Punkt (nicht zu hoch) getroffen. Der Ball erhält so einen starken Druck und eine hohe Genauigkeit. Die Trefferfläche ist der Vollspann. Um eine größere Abschlagweite zu erreichen, ist es sinnvoll, den Oberkörper aufzurichten oder leicht nach hinten zu beugen.

Beim seitlichen Scherenschlag ist das Standbein seitlich neben dem Ball positioniert und der Oberkörper des Spielers geht in eine Schräglage. Die Fußzehen zeigen nach unten, dies ähnelt der Fußhaltung beim Spannstoß. Die Trefferfläche ist der Vollspann, das Schussbein ist schräg angewinkelt und der Ball wird leicht mit der Hand zum Schussbein geführt bzw. geworfen.

2.9 Lupfen

Beim Lupfen geht der Fuß unter den Ball, der dann mit dem Vollspann nach oben angehoben wird.

3 Erklärung der verschiedenen Wurftechniken

Dieses Kapitel widmet sich den beiden gängigsten Wurftechniken des Torhüters. Ziel ist es, dem Mitspieler den Ball exakt zur Annahme aus dem Stand zuzuwerfen oder ihm den Ball in den Laufweg zu werfen. Die im Folgenden vorgestellten Abwurftypen werden beide diesen Ansprüchen gerecht.

3.1 Seitlicher Abwurf

Beim seitlichen Abwurf wird der Arm wie bei einem Speerwerfer nach hinten gestreckt und der Ball auf die offene Handfläche gelegt. Der gestreckte Arm wird dann unter Spannung nach vorne geführt. Dabei geht er nah am Ohr vorbei. Wichtig ist hierbei der Stemmschritt. Wenn der Torhüter mit rechts wirft, steht das linke Bein seitlich nach vorne versetzt. Wirft er mit links, ist das rechte Bein seitlich nach vorne versetzt. Man kann die Wurftechnik gegen einen Fangzaun üben lassen und nachher die Abwurfaktion in das Schusstraining mit einbauen, indem nach einem gehaltenen Ball dieser in ein beliebig weit entfernt aufgestelltes Tor geworfen werden muss.

3.2 Abwurftechnik Zurollen

Beim Zurollen liegt der Ball auf der Handfläche, man geht in die Schrittstellung (ballentferntes Bein ist nach vorne versetzt) und winkelt beide Beine an (Hockstellung). Wird mit dem linken Arm gerollt, wird demzufolge das rechte Bein vor das linke gesetzt. Gleichzeitig wird das Körpergewicht auf das rechte Bein verlagert. Der linke Arm wird schwungvoll nach vorne Richtung Boden geführt und dabei der Ball auf dem Boden aufgesetzt. Die Hand stößt den Ball nach vorne ab und gibt die Richtung vor. Der rechte Arm macht parallel zur Rollbewegung des linken Arms eine Ausholbewegung genau entgegengesetzt nach hinten. Der Oberkörper ist leicht nach vorne gebeugt.

4 Schusstechniken – Korrekturhinweise für den Trainer

Den Ball vor dem Standbein treffen.

Das Bein nach dem Treffen durchschwingen lassen.

Die Fußspitze zeigt zum Boden.

Das Fußgelenk ist angespannt.

Auf die richtige Armhaltung achten.

Kleine Schritte zum Ball.

Bei Distanzstößen den Ball nicht über den Spann rutschen lassen.

Nicht zu viel Spinn in den Ball.

Den Ball nicht zu hoch spielen, da er sonst zu lange unterwegs ist und für die ballempfangenden Spieler schwieriger kontrollierbar wird.

Den Abschlag nicht als Bogenlampe spielen.

Eine nahezu lineare Flugbahn des Balles in 3 m Höhe ist optimal.

Den Ball beim Abwurf nicht zu stark über die Handfläche abgleiten lassen. Den Ball nicht zu hoch werfen, da er dann zu lange unterwegs ist. Möglichst viel Druck hinter den Ball bringen.

Beim Zurollen den Ball spätestens ca. 50 cm vor dem Standbein loslassen.