Für eine Handvoll Pfund - Simon R. Green - E-Book
Beschreibung

Eigentlich lief alles ganz toll für Privatdetektiv John Taylor - es war also nur eine Frage der Zeit, bis alles den Bach runtergeht. Walker, der mächtige, aber nicht vertrauenswürdige Agent, der für die Autoritäten die Nightside regierte, stirbt. Er will John als Nachfolger - eine Aufgabe, die mehr Altlasten und Feinde mit sich bringt, als man sich vorstellen kann.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl:386

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

Sammlungen



Autor: Simon R. Green

Deutsch von: Jana Gengnagel und Diana Elisabeth Tilg

Lektorat: Oliver Hoffmann

Korrektorat: Solveig Tenckhoff

Art Director, Satz und Gestaltung: Oliver Graute

© Simon R. Green 2010

© der deutschen Übersetzung Feder&Schwert 2012

E-Book-Ausgabe

ISBN 978-3-86762-140-3

Originaltitel: The Good, the Bad, and the Uncanny

Für eine Handvoll Pfund ist ein Produkt von Feder&Schwert unter Lizenz von Simon R. Green 2010. Alle Copyrights mit Ausnahme dessen an der deutschen Übersetzung liegen bei Simon R. Green.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck außer zu Rezensionszwecken nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Die in diesem Buch beschriebenen Charaktere und Ereignisse sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zwischen den Charakteren und lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

Die Erwähnung von oder Bezugnahme auf Firmen oder Produkte auf den folgenden Seiten stellt keine Verletzung des Copyrights dar.

www.feder-und-schwert.com

Für eine Handvoll Pfund ...

Wir alle sind käuflich.

Prolog

Dies ist die Nightside.

Tief versteckt im toten Herzen Londons gibt es eine andere Stadt, eine andere Welt, eine andere Realität. Dort ist es immer Nacht, immer dunkel, immer drei Uhr morgens – die Stunde, die die Seelen der Menschen auf die Probe stellt. Regennasse Straßen, grelle Neonschilder in genau den gleichen Farben wie die Süßigkeiten unserer Kindheit, die nicht gut für uns waren. Bars, Clubs und private Etablissements, wo man alles finden kann, was man nicht begehren sollte. Käufliche Liebe an jeder Straßenecke – Liebe oder etwas Ähnliches und das unaufhörliche Getöse des Verkehrs, das niemals endet.

In schattigen Gassen lauern Engel und Dämonen, die Entscheidungen treffen und Geschäfte machen, von denen Menschen nie erfahren werden. Albträume wandeln in geliehenem Fleisch und Blut, und nicht alles, was durch menschliche Augen blickt, ist wirklich ein Mensch. Wer überwacht die Wächter? Wer jagt die Raubtiere? Wem ist in der Nacht, die niemals endet, nicht alles egal?

Ich bin John Taylor, Privatdetektiv. Groß, dunkeläugig und aus der Ferne hinlänglich attraktiv. Ich nehme mich der Fälle an, die niemand will, denn ich habe die Gabe, Dinge zu finden. Die meisten meiner Klienten sagen, sie suchten nach der Wahrheit, doch nicht immer meinen sie es so. Ich trage einen langen, weißen Trenchcoat, wie ein Ritter in kalter Rüstung, und ich bekämpfe Monster.

Man findet Monster und Götter in der Nightside – wenn sie einen nicht zuerst finden. Verbotenes Wissen, entsetzliche Genüsse, Sex, Tod und alles dazwischen – man muss nur danach fragen. Vergessen Sie nie: Alles ohne Gewähr. Können Sie bei einem Geschäft nicht ausmachen, wer über den Tisch gezogen wurde, so sind Sie es unzweifelhaft selbst.

Dies ist die Nightside. Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

1

In den Drachenschlund

In jener Nacht war ich unterwegs, um in meinem Trenchcoat durch die Straßen zu streifen, als sich ein plötzlicher Nebel wie eine Flutwelle die Straße entlang auf mich zu wälzte. Ich hielt inne und beobachtete aufmerksam seinen Weg. In der Nightside gab es nicht oft Nebel. Wir hatten eine Menge Regen, Gewitter und den gelegentlichen Froschhagel, doch Wetter als solches kannten wir nicht wirklich. Wetter und Jahreszeiten waren Teil der natürlichen Ordnung der Welt, und natürlich kannten wir die ebenfalls nicht. Solch ein plötzlicher Nebel bedeutete immer Ärger.

Die Leute liefen bereits vor dem Nebel davon oder verschwanden in Schutz bietenden Türeingängen, während die perlgraue Wand unerbittlich weiterrollte und Clubs und Geschäfte einhüllte. Neonlichter erloschen, bis nur noch ein schwaches Leuchten von Technicolor-Farben hindurchschien wie viele halbblinde Augen.

Eine wachsende Stille stieg mit dem Nebel herauf, der alles Leben und Lachen auf den Straßen auffraß und absorbierte. Durch den dicken Dunst konnte ich düstere Formen ausmachen, die mühsam zu kämpfen schienen wie Insekten in sich verhärtendem Bernstein. Die Nebelschwaden wischten über Schaufenster, füllten die Nacht und hingen schwer in der Luft, sammelten sich in plötzlichen Wolken und waberten vorwärts. Die perlgrauen Dünste waren ganz nah und ließen schimmernde Funken und undeutliche Umrisse durchscheinen, die sogleich wieder verblassten. Ich dachte ernsthaft darüber nach wegzurennen.

Alles deutete auf einen Fluxnebel hin.

Die Dinger waren gefährlich. Ein Fluxnebel bedeutete, dass die Kanten der Welt nicht mehr niet- und nagelfest waren und die Realität aus den Fugen geriet. In einem Fluxnebel wurden alle Gewissheiten in Frage gestellt und alle existierenden Möglichkeiten gleichwertig. Wenn man in einer grauen Welt, in der jede Biegung gleich aussieht, die falsche Abzweigung nahm, betrat man vielleicht aus dem Nebel heraus einen komplett neuen Ort. Ohne Garantie, je wieder den Weg nach Hause zu finden. In einem Fluxnebel schien alles unscharf und verzerrt, denn man sah ein Dutzend verschiedener Dimensionen und Hunderte von Möglichkeiten für jeden Gegenstand, jede Person, jede Richtung. Personen und Orte konnten sich fast unmerklich verändern, während man sich ihnen näherte, vertraute Gesichter wurden zu Fremden, und es dauerte nur einen Wimpernschlag, sich in einer Welt zu verlieren, die man nicht kannte. Die einzige Verteidigung gegen einen Fluxnebel bestand darin, woanders zu sein, wenn einer entstand.

Ich hätte es besser wissen müssen. In so einer Nacht sollte man nicht auf den Straßen unterwegs sein. Die Wettervorhersage hatte besagt, es werde „wechselhaft“, mit dem Zusatz „auf eigene Gefahr“. Doch ich hatte das Bedürfnis auszugehen, in der Nightside auf und ab zu wandern, zu sehen, was es zu sehen gab und ein paar sehr private Gedanken zu denken. Manchen Gedanken konnte man nur dann anständig nachhängen, wenn man sich von seinem vertrauten Gebiet entfernte. Melancholie war in den letzten Wochen über mich gekommen, und ich war nicht sicher, warum. Die Dinge liefen zur Abwechslung wirklich gut. Ich war vermögend genug, um meine Fälle auszuwählen und nur denen nachzugehen, die mich interessierten, ich erfuhr genug Respekt, um in den vergangenen Wochen keinen Mordversuchen zum Opfer gefallen zu sein, und Suzie und ich waren einander ... näher als je zuvor.

Ich hatte alles, wovon ich je geträumt hatte. Warum also war ich so ruhelos? Warum erschien mir das alles wie die Ruhe vor dem Sturm?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!