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Fellpflege ist keine reine Schönheitsroutine – sie ist Kommunikation, Gesundheitsvorsorge und Beziehungsarbeit zugleich. In diesem Buch zeigt Sandra Schmidt, Tierpsychologin und Gründerin der Serafino Oase, wie du das Fell deines Tieres mit Verstand, Gefühl und Respekt pflegen kannst. Hier geht es nicht nur um Bürsten, Baden und Scheren, sondern um das große Ganze: um Hautgesundheit, Stressvermeidung, Bindung und Verhalten. Du lernst, wie Pflege zum Dialog wird – ein Moment der Nähe statt des Widerstands. Mit anschaulichen Bildern, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und vielen Praxisbeispielen führt dieses Buch durch alle Felltypen, Techniken und psychologischen Hintergründe. So wird Fellpflege zu einer liebevollen Routine, die Körper und Seele stärkt. Ganzheitliche Fellpflege – weil wahre Schönheit dort beginnt, wo Vertrauen wächst.
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Seitenzahl: 155
Veröffentlichungsjahr: 2025
„Ganzheitliche Fellpflege –
Wissen, Praxis &
Tierpsychologie für den
Salonalltag“
© 2025 Sandra Schmidt
Website: serafinooasevipcats.de
Druck und Distribution im Auftrag des Autors:
tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, DeutschlandDas Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte istder Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. DiePublikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: SandraSchmidt, Marktstrasse 11, 96484 Bayern - Meeder, Germany .
Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]
Autor : Sandra Schmidt
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Grundlagen der Haut & Fellpflege
Hautaufbau
Haarfollikel & Fellzyklus
Einflussfaktoren (Tageslicht, Hormone, Alter, Stress, Krankheiten)
Ablauf im Salonalltag
Termin & Aufnahmegespräch
Fell- & Hautanalyse
Vorbereitung & Sicherheit
Typischer Ablauf: Baden, Trocknen, Bürsten, Schneiden
Felltypen & Pflege
Glatthaarige Rassen
Rauhaar- & Drahthaar-Rassen (Handstripping)
Langhaar- & Seidenhaar-Rassen
Locken- & Wolletypen
Doppelfell & Unterwolle
Nackthunde (Hautpflege)
Katzenfelltypen (Pflege, Fixierung, Verhalten)
Kleintiere & Vögel (Exotenpflege)
Werkzeuge & Produkte
Scheren & Schermaschinen
Bürsten, Kämme, Spezialwerkzeuge
Shampoos, Conditioner, Sprays
Zusatzprodukte (Trockenshampoo, Pflegetücher, Kokosöl etc.)
Hygiene & Sicherheit im Salon
Reinigung & Desinfektion
Werkzeughygiene
Bade- & Waschplätze
Raumhygiene & Luftqualität
Arbeitssicherheit, Erste Hilfe, Notfallpläne
Parasitenkontrolle & Hautschutz
Flöhe, Zecken, Milben, Läuse, Haarlinge
Hautschutzprodukte & Risikogruppen
Psychologie im Grooming-Alltag
Stresssignale & Typen
Trauma & Verhalten
Kommunikation & Beziehung
Halter-Psychologie
Groomer-Psychologie (Selbstschutz)
Spezialfälle: Senioren, Welpen, Hyperaktive Hunde , Aggressive Tiere, Katzen , Vögel & ExotenPsychologie im Ablauf (Einstieg, Nachsorge, Rituale)
Ausbildung & Weiterbildung für Groomer
Grundlagenwissen (Anatomie, Physiologie, Verhalten)
Pflegetechniken
Kundenumgang & Berufspraxis
Tierpsychologie im Salon
Recht & Berufskunde
Prüfung & Weiterbildungsmöglichkeiten
Ernährung & Fellgesundheit
Traumatisierte Tiere im Salon
Katzen & andere Haustiere
Salonpraxis & Kundenservice
Technik & Innovation
Rassespezifische Herausforderungen
Salonalltag & Geschichten
Einleitung
Stellen Sie sich vor, Sie kommen frisch vom Friseur: die Haare sind weich, gepflegt und liegen perfekt. Sie fühlen sich nichtnur äußerlich schöner, sondern auch innerlich wohler. Genau dieses Gefühl können auch unsere Tiere erleben – wenn wirihre Fellpflege ernst nehmen.
Fellpflege ist weit mehr als „einmal bürsten, wenn’s nötig ist“. Sie ist Gesundheitsvorsorge, Wohlfühlfaktor, Bindungsarbeitund in vielen Fällen sogar eine psychologische Unterstützung. Ein verfilzter Hund fühlt sich oft unwohl, meidet Berührungenoder reagiert gereizt – so wie wir, wenn uns die Haare ziepen oder ständig ins Gesicht fallen.Viele Tierhalter unterschätzen die Bedeutung regelmäßiger Pflege. Doch die Haut ist das größte Organ des Körpers, das Fellschützt, wärmt und signalisiert. Es verrät uns, wie gesund unser Tier wirklich ist. Ein struppiges, glanzloses Fell kannAnzeichen für Stress, Mangelernährung oder Krankheiten sein. Umgekehrt ist ein glänzendes Fell nicht nur schön anzusehen,sondern ein Spiegel für ein gesundes Tier.
Dieses Buch soll Sie mitnehmen in die Welt der Fell- und Hautpflege – praxisnah, verständlich, mit wissenschaftlichemFundament und zugleich einem Augenzwinkern. Es ist kein „trockenes Lehrbuch“, sondern ein Werkzeugkoffer voller Wissen,Alltagstipps und auch psychologischer Kniffe. Sie werden sehen: Fellpflege kann ein Abenteuer sein, bei dem Halter, Groomerund Tier zusammenarbeiten.
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Fellpflege als Gesundheitsvorsorge
Das Fell ist nicht nur ein „Mantel“. Es wirkt wie eine Klimaanlage, ein Schutzschild gegen Parasiten und ein Signalgeber.Regelmäßige Pflege verhindert:
Verfilzungen, die die Haut ersticken und schmerzhaft ziehen.
Parasitenbefall, der sich unbemerkt im dichten Fell verstecken kann.Hautentzündungen, die durch Luftabschluss oder Schmutz entstehen.
Ein anschauliches Beispiel: Ein Havaneser kam mit dichten Filzplatten in den Salon. Unter dem Fell hatten sich kleine Wundengebildet, weil die Haut nicht mehr atmen konnte. Das Tier roch streng, war unruhig und ständig am Kratzen. Nach einerintensiven Pflege – Waschen, Schneiden, Hautkontrolle – blühte er auf. Die Besitzerin meinte danach lachend: „Mein Hund istjetzt wieder zwei Jahre jünger!“
Unterschied Hundesalon vs. Tierpflegesalon
Viele Menschen kennen den Begriff „Hundesalon“. Hier wird vor allem geschnitten, gebadet und frisiert. Doch einTierpflegesalon geht darüber hinaus. Er kümmert sich nicht nur um Hunde, sondern auch um Katzen, Kaninchen,Meerschweinchen und sogar Vögel.
Der Unterschied liegt nicht nur in der Artenvielfalt, sondern auch in der Philosophie:Im Hundesalon steht meist das äußere Erscheinungsbild im Vordergrund.Im Tierpflegesalon geht es um ganzheitliche Betreuung – Gesundheit, Wohlbefinden und Verhalten stehen gleichwertigneben der Optik.
Ein Beispiel: Eine ältere Dame brachte ihren Kater, der sich nicht mehr selbst gründlich putzen konnte. Im klassischenHundesalon hätte sie vielleicht die Antwort bekommen: „Wir machen nur Hunde.“ Im Tierpflegesalon wurde der Kater sanftgebadet, entfilzt und die Krallen gekürzt. Danach schnurrte er so laut, dass man ihn im Wartezimmer hörte. Das ist Tierpflege– ganzheitlich, nicht nur kosmetisch.
Zusammenarbeit Hundesalon & Tierpflegesalon – wenn Verhalten zur Herausforderung wirdViele Hundesalons stoßen an ihre Grenzen, wenn ein Tier stark verhaltensauffällig ist. Ein ängstlicher Hund, der sich panischwindet, oder eine Katze, die sich mit Zähnen und Krallen wehrt, bedeutet Stress, Verletzungsgefahr und Frust.Hier kommt der Tierpflegesalon ins Spiel:
Mit Desensibilisierung und Training wird das Tier schrittweise an Berührung gewöhnt.Mit mehr Zeit, Ruhe und Fachwissen können auch Angst- oder Traumatiere betreut werden.Groomer im Hundesalon können solche Fälle guten Gewissens weiterempfehlen.Das Besondere:
Viele Tiere gewöhnen sich nach einiger Zeit an die Pflege. Sobald sie gelernt haben, dass Bürste und Schere nichtsBedrohliches sind, kann der Hund wieder in einen klassischen Hundesalon wechseln. So wird Platz im Tierpflegesalon frei für neue „Sorgenkinder“.
Es entsteht ein gesunder Kreislauf:
Hundesalons behalten die Routinepflege.
Tierpflegesalons übernehmen die Sonderfälle.
Halter fühlen sich unterstützt statt abgewiesen.
Tiere lernen Schritt für Schritt, Pflege stressfrei zu erleben.
Merksatz: Kooperation schafft einen Kreislauf: vom Tierpflegesalon zurück in den Hundesalon – und immer mit dem Ziel,dass kein Tier wegen seiner Eigenheiten auf Pflege verzichten muss.
Rechtliche Rahmenbedingungen – Hundesalon & Tierpflegesalon
Pflege ja – Medizin nein. Genau hier verlaufen die klaren Grenzen.
Merksatz: Alles, was Blut, Medikamente oder Narkose betrifft, gehört ausschließlich in tierärztliche Hände.
Unterschiede
Hundesalon: Fokus auf Optik & Styling, schnelle Routinepflege.
Tierpflegesalon: Fokus auf Gesundheit, Verhalten, Sonderfälle & andere Tierarten – innerhalb derselben rechtlichen Grenzen.
Haftung & Verantwortung
Fixierungen dürfen nur so erfolgen, dass keine Schmerzen entstehen (§ 1 Tierschutzgesetz).Bei Auffälligkeiten (z. B. Hautpilz, Entzündungen) besteht Aufklärungspflicht → Weiterleitung an den Tierarzt.Unfälle während der Pflege fallen in den Verantwortungsbereich des Groomers, sofern keine Falschangaben des Haltersvorlagen.
Übersicht
BereichHundesalonTierpflegesalon
FellpflegeSchneiden,Gleiche Leistungen –allgemeinScheren,auch bei
Styling &RassespezifischeAlltagsschnitt,OptikSchnitte,praktische Pflege,
ParasitenkSichtkontrolle,Sichtkontrolle,ontrolleFlohkamm-Test,Flohkamm-Test,
KrallenpfleKürzen mitKürzen auch beigeSchere/Schleiferschwierigen Tieren,
Ohren- &Reinigung,Sanfte Reinigung,AugenpflegOhrhaare zupfenbesondere Vorsicht
PfotenpflegAusscheren,Ausscheren,eBallenpflege,Ballenpflege +
Haut- &Kontrolle, HinweisDetaillierte Analyse +Fellanalysean HalterBeratung zu
Unterwoll-Auskämmen,Intensive EntfernungManagemeEntfilzenmit Spezialgeräten,
HandstrippJa, v. a. TerrierJa, inkl.ingGewöhnungstraining
ZahnpflegeKontrolle, HinweisKontrolle, Beratung
Ernährung &
SeniorenpflStandard, wennSpezialprogrammeegemöglichmit Pausen, sanfte
WelpenpfleEingewöhnung,Desensibilisierung,gekleiner SchnittRituale, Training
ProblemtieMeist Ablehnung,Spezialisierung:reVerweisAngsttiere,
ArtenvielfaHundeHunde, Katzen,ltKleintiere, Vögel
BeratungStyling, ProdukteGanzheitlich:
Ernährung,
ZusatzangeProdukte,Anti-Stress-boteAccessoiresProgramme,
KooperatioWeitergabeRückführung insnschwieriger FälleHundesalon nach
Grundlagen der Haut & Fellpflege
Aufbau der Haut (Epidermis, Dermis, Subcutis)
Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Bei Hund und Katze macht sie – je nach Rasse und Körpergröße – etwa 12 bis 24 %des Körpergewichts aus. Sie ist nicht nur ein „Schutzmantel“, sondern ein hochkomplexes Organ, das Atmung, Temperatur,Abwehr und sogar Kommunikation beeinflusst.
Man kann die Haut in drei Hauptschichten einteilen:
1. Epidermis (Oberhaut)
Die Epidermis ist die äußerste Schicht und wirkt wie eine lebendige Rüstung.Sie besteht aus mehreren Lagen von Hornzellen, die sich ständig erneuern.Ganz außen sitzt die Hornschicht (Stratum corneum) – vergleichbar mit Dachziegeln, die das Eindringen von Bakterien,Schmutz und Wasser verhindern.
Darunter liegen die Keimschichten (Stratum basale & Stratum spinosum), wo ständig neue Zellen gebildet werden. Diesewandern nach oben, verhärten sich und bilden die Hornschicht.
In der Epidermis finden sich Melanozyten (Pigmentzellen). Sie bestimmen Fell- und Hautfarbe und schützen vor UV-Strahlung.
Auch die Haarfollikel und Talgdrüsen sitzen hier und produzieren Fett (Sebum), das Fell und Haut geschmeidig hält.
👉 Fakten für den Alltag:
Bei Hunden ist die Epidermis deutlich dünner als beim Menschen (0,5 mm statt 2 mm). Darum sind ihre Hautbarrierenempfindlicher und Shampoos müssen pH-neutral (ca. 7,0) sein.
Katzen haben eine besonders flexible Epidermis, was ihnen Beweglichkeit und Elastizität verleiht – praktisch, wenn sie durchenge Spalten schlüpfen.
2. Dermis (Lederhaut)
Die Dermis liegt unter der Epidermis und ist das stabile Grundgerüst der Haut.Sie besteht hauptsächlich aus Bindegewebe (Kollagen und Elastin), das Stabilität und Elastizität verleiht.Hier verlaufen Blutgefäße, die die Haut mit Nährstoffen versorgen.
Auch Nervenendigungen sitzen in der Dermis – sie machen die Haut zu einem hochsensiblen Sinnesorgan. Hunde undKatzen spüren jede Berührung, jede Bewegung des Haares.
In dieser Schicht liegen die Schweißdrüsen (bei Hunden kaum ausgeprägt – sie schwitzen fast nur an den Pfotenballen).Katzen hingegen können an mehreren Körperstellen Schweiß absondern.Außerdem befinden sich hier die Talgdrüsen: Sie fetten Haut und Fell ein und bilden einen Schutzfilm gegen Wasser undBakterien.
👉 Praxisbeispiel:
Wenn ein Hund eine Schramme bekommt, blutet es, weil die Verletzung bis in die Dermis reicht – die Epidermis allein hättekeine Blutgefäße.
3. Subcutis (Unterhaut)
Die Subcutis ist die Polsterschicht der Haut.
Sie besteht aus lockerem Bindegewebe und viel Fett.
Sie dient als Stoßdämpfer (z. B. beim Spielen oder Rennen).
Sie speichert Energie in Form von Fettreserven.
Sie wirkt als Wärmespeicher und Isolationsschicht.
Hier verlaufen größere Blutgefäße und Nervenbahnen.
👉 Spannender Fakt:
Bei manchen nordischen Hunden (z. B. Huskys) ist die Subcutis besonders stark ausgeprägt – sie isoliert gegen Kälte. BeiWindhunden dagegen ist sie sehr dünn, was ihre schlanke Figur betont, aber auch dazu führt, dass sie schnell frieren.
Haarfollikel & Fellwachstum
Das Fell eines Tieres ist weit mehr als nur „Haare“. Jedes Haar hat seinen Ursprung in einem kleinen, lebendigen Organ: demHaarfollikel. Dieser Follikel ist nicht einfach nur eine „Wurzel“, sondern eine komplexe Mini-Fabrik, in der Wachstum,Pigmentierung und Versorgung stattfinden.
Aufbau des Haarfollikels
Haarwurzel: sitzt tief in der Dermis oder Subcutis, hier entstehen die neuen Zellen.Haarzwiebel: Verdickung am unteren Ende, wo die Zellteilung stattfindet.Haarpapille: enthält Blutgefäße, die das Haar mit Nährstoffen versorgen. Ohne diese Papille könnte kein Haar wachsen.Talgdrüse: mündet in den Haarfollikel und produziert Sebum (Fett) → sorgt für Glanz und Schutz des Fells.M. arrector pili (Haaraufrichtemuskel): ein winziger Muskel, der das Haar aufstellt – Gänsehaut beim Menschen, Sträuben desFells beim Hund oder der Katze.
👉 Alltagsbeispiel:
Wenn sich ein Hund aufregt oder Angst hat, kann sich das Fell entlang des Rückens sträuben („Bürstenstrich“). Das geschieht,weil sich die Haaraufrichtemuskeln zusammenziehen.
Haarfollikel (Querschnitt)
Hier die Übersicht des Fellzyklus bei Hund & Katze:
1. Anagenphase (Wachstumsphase)
Haar wächst aktiv aus der Haarwurzel.
Dauer je nach Rasse & Felltyp Wochen bis Monate.
Bei Pudeln und Shih Tzus fast permanent → deshalb ständiges Nachschneiden notwendig.
2. Katagenphase (Übergangsphase)
Haarwachstum stoppt.
Haarwurzel löst sich von der Papille.
Sehr kurze Phase, nur wenige Tage.
3. Telogenphase (Ruhephase)
Haar sitzt locker im Follikel, ohne Wachstum.
Wird durch neue Haare nach oben gedrückt.
Typisch bei saisonalem Fellwechsel.
4. Exogenphase (Ausfallphase)
Das alte Haar fällt aktiv aus.
Oft sichtbar beim Bürsten → ganze Haarbüschel in der Bürste.Von Haltern oft als „Fellwechsel“ wahrgenommen.
5. Ausogenphase (Latenzphase)
Sehr kurze Zwischenphase, bevor ein neues Haar in die Anagenphase startet.Haarfollikel ist leer, regeneriert sich und bereitet sich auf das nächste Haar vor.
Unterschiede zwischen Hund & Katze
Hunde besitzen meist mehrfach Haarfollikel: ein Primärhaar (Deckhaar) + mehrere Sekundärhaare (Unterwolle). Das machtdas Fell so dicht und vielfältig.
Katzen haben sehr feine, dichte Unterwolle. Ihre Haare sind kürzer, wachsen aber schneller nach, weshalb sie oft ganzjährighaaren.
👉 Spannender Fakt:
Ein Hund kann pro Quadratzentimeter Haut bis zu 15.000 Haare haben – beim Menschen sind es im Vergleich nur rund 200.
ag
Merksatz für den Allt
zentrum des
Haares.
Fell wächst in Phasen – nicht alle Haare
gleichzeitig.
agen (z. B. Pudel)
Rassen mit Dauer-An
erden, Rassen
müssen geschnitten w
(z. B. Schäferhund)
mit starkem Telogen
haaren massiv.
schematische Übersicht des Fellzyklus
Merksatz:
Erkrankungen – wenn Fell & Haut Alarm schlagen
Fell und Haut sind wie ein offenes Tagebuch – sie verraten uns, wenn im Körper etwas nicht stimmt oder wenn die Pflegenicht ausreicht. Ein glänzendes Fell, eine saubere Haut und ein angenehmer Geruch bedeuten meist: alles im Lot. Dochstumpfes, struppiges oder gar kahles Fell ist ein Alarmzeichen, das ernst genommen werden sollte.
Typische Erkrankungen & ihre Symptome
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Symptome: stumpfes Fell, symmetrischer Haarausfall, Gewichtszunahme.Sichtbare Veränderungen: kahle Stellen wie „Mottenfraß“, trockene Haut.Was tun? → Groomer pflegt nur sanft, Halter wird direkt an Tierarzt verwiesen.
Cushing-Syndrom (zu viel Cortisol)
Symptome: dünne, brüchige Haare, „pergamentartige“ Haut.
Was tun? → Nur sanfte Pflege, Diagnose & Behandlung liegen beim Tierarzt.
Parasitenbefall (Flöhe, Milben, Haarlinge, Läuse)
Symptome: Juckreiz, Kratzen, rote Stellen, Schuppen, kleine schwarze Pünktchen (Flohkot).Was tun? → Arbeit sofort abbrechen! Gefahr für andere Tiere im Salon. Halter freundlich, aber bestimmt an Tierarztverweisen.
Pilzinfektionen (Dermatophytosen)
Symptome: runde kahle Stellen, manchmal eitrig oder verkrustet.
Was tun? → Höchst ansteckend – sofortiger Abbruch, Hinweis an den Halter: „Bitte direkt zum Tierarzt.“
Allergien
Symptome: Pfotenlecken, Hautrötungen, immer wiederkehrende Ohrentzündungen.Was tun? → Groomer nutzt nur milde, hypoallergene Produkte. Halter zum Tierarzt.
Weitere Probleme durch falsche Pflege
Nicht immer steckt eine Krankheit hinter Haut- und Fellproblemen – manchmal sind es schlicht Pflegefehler. Und hier gilt:Fehler machen alle. Groomer ebenso wie Halter.
Wenn Groomer Fehler machen
Viele Groomer sind mit Herzblut dabei, aber nicht alle haben eine fundierte Ausbildung. Und so entstehen Fehler, die für dasTier gravierende Folgen haben können.
Doppelfell scheren – der Klassiker:
Immer wieder kommen Huskys oder Schäferhunde zu mir, die kurz rasiert wurden, „damit sie es im Sommer kühler haben“.Klingt logisch – ist aber falsch. Das Fell wächst danach oft wie ein alter Teppich nach, die Haare verfilzen schneller, und derTemperaturausgleich funktioniert nicht mehr. Ergebnis: Der Hund schwitzt mehr als vorher – und sieht aus wie einFlickenteppich.
Shampoo-Desaster:
Ein Groomer greift beherzt zum Menschenshampoo – „riecht so schön nach Apfelblüte“. Nur: Hund und Katze haben einenanderen pH-Wert. Statt Wellness gibt’s Juckreiz, Schuppen und eine gestörte Hautbarriere. Stellen Sie sich vor, Sie duschenwochenlang mit Spülmittel – genau so fühlt sich das an.
Föhn-Marathon auf 90 Grad:
Hauptsache schnell fertig? Viele Tiere erleiden dabei Austrocknung oder sogar leichte Verbrennungen. Fellpflege ist kein Grillabend – auch wenn manche Föhngeräusche sich genau so anhören.
📌 Merksatz:
Entfilzen mit Gewalt: Alles, was infektiös, Da wird gebürstet und gezerrt, bis das Tier nur noch schreit oder schnappt. Zurück schmerzhaft oder bleiben Schmerzen, Angst – und oft ein Hund oder eine Katze, die Pflege für immer medizinisch ist →mit Qual verbinden.gehört in tierärztliche
Hände.
Unnötiges Ohrhaarzupfen:
Manche glauben, das müsse immer gemacht werden. Dabei entstehen Mikroverletzungen, die Entzündungen provozierenkönnen.
Keine Rücksicht auf Senioren oder kranke Tiere:
Zu langes Stehen, keine Pausen, falsche Fixierung – das kann für ältere Tiere eine Tortur sein.Wenn Halter Fehler machen
Auch wir Halter sind nicht unschuldig. Oft fehlt schlicht das Wissen – manchmal aber auch die Zeit.
Das Märchen von der selbstreinigenden Katze:
Früher konnten Katzen ihr Fell selbst sauber halten. Heute nicht mehr – zumindest viele Rassen nicht. Meine beiden MaineCoon zum Beispiel: Sie putzen sich zwar fleißig, aber an die dichte Unterwolle kommen sie nie im Leben ran. Wenn ich sienicht regelmäßig bürste, sehe ich binnen Wochen zwei wandelnde Filzbälle durchs Haus stolzieren.
„Der Hund braucht doch keine Bürste, der läuft sich frei!“
Klingt romantisch. Die Realität? Meine beiden Bolonkas würden nach zwei Wochen ohne Bürste aussehen wie Wischmoppsauf vier Beinen. Früher haben Hunde draußen gelebt, heute liegen sie auf Sofas und schlafen mit im Bett – Hygiene undPflege sind deshalb Pflicht.
Krallenpflege vergessen:
Viele denken, die nutzen sich von selbst ab. Stimmt in Wohnungshaltung nicht. Ergebnis: Krallen wachsen ein, Tiere laufenschief, Schmerzen sind vorprogrammiert.
Falsches Bürsten oder gar kein Bürsten:
Schnell entstehen Verfilzungen, unter denen die Haut nicht mehr atmen kann. Feuchtigkeit sammelt sich → Pilze undBakterien haben leichtes Spiel.
Falsches Futter:
Billigfutter ohne gesunde Fette und Proteine führt zu stumpfem, brüchigem Fell.
Zu spätes Eingreifen:
Erst wenn die Haut wund ist, suchen viele Hilfe. Für das Tier bedeutet das lange Leidenszeit.
Warum Pflege heute wichtiger ist als früher
Früher waren Hunde Wächter, Jäger oder Hofhunde. Katzen Mäusefänger. Fellpflege? Nebensache. Heute sind unsere Tiere Familienmitglieder: Sie sitzen mit am Tisch, liegen im Bett, fahren mit in den Urlaub.Das bedeutet:
Mehr Hygiene, weil sie so eng mit uns leben.
Mehr Pflege, weil viele Zuchtrassen das alleine nicht mehr schaffen.Mehr Verantwortung, weil wir ihnen ein Leben im Haus bieten.
Mein persönliches Fazit:
Meine Maine Coons und Bolonkas haben mir oft genug gezeigt, wie schnell kleine Fehler große Folgen haben. Und auch, wiesehr gutes Bürsten, Waschen und Pflegen das Wohlbefinden steigern.
Erkrankungen wie Schilddrüse, Cushing, Parasiten, Pilz und Allergien zeigen sich fast immer zuerst am Fell.Groomer und Halter können durch falsche Pflege genau die gleichen Probleme hervorrufen.Früher Stall und Hof – heute Sofa und Bett: Die Rolle der Tiere hat sich verändert, und mit ihr die Pflicht zur Grundpflege.
Früher war Fellpflege Luxus
–
heute ist sie
Grundversorgung.
Ohne richtige Pflege leidet
das Tier, egal ob Hund oder
Katze.
Haut als Sinnesorgan
Die Haut ist nicht nur eine schützende Hülle, sie ist auch ein hochspezialisiertes Sinnesorgan – vergleichbar mit einemriesigen Kommunikationsnetzwerk, das ständig Daten sammelt und an das Gehirn weiterleitet. Jede Berührung, jederLuftzug, jede Temperaturveränderung wird registriert und gibt dem Tier wertvolle Informationen über seine Umwelt.Man könnte sagen: Die Haut ist das größte „WhatsApp-Gruppenchat“-Organ des Körpers – nur ohne Stummschaltung.
Berührung & Tastsinn
In der Haut sitzen Millionen von Rezeptoren, die jede noch so kleine Bewegung registrieren:
Mechanorezeptoren nehmen Druck und Vibrationen wahr.
Thermorezeptoren melden Hitze und Kälte.
Nozizeptoren warnen bei Schmerz.
Besonders spannend: Hunde und Katzen spüren jede Berührung viel feiner, als wir oft denken. Wenn wir glauben, ein sanftesStreicheln sei kaum zu spüren, kann es für das Tier schon sehr intensiv sein.
Praxisbeispiel:
Meine Bolonka-Hündin liebt es, wenn ich sie sanft am Hals kraule – ihre Augen fallen fast zu wie bei einer kleinenMeditation. Ihr Bruder dagegen reagiert empfindlicher. Bei ihm reicht schon eine etwas zu feste Bewegung, und er schautmich an, als hätte ich gerade ein Verbrechen begangen.
Schnurrhaare & Vibrissen – kleine Antennen mit Superkraft
Die Haut ist eng verbunden mit den Vibrissen (Schnurrhaaren). Diese Haare sind tief in der Haut verankert und hochsensibel.Schon der kleinste Luftzug reicht, damit ein Signal ans Gehirn geht.Bei Katzen:
