Gefakte Liebe Alkohol - Richter Roland - E-Book

Gefakte Liebe Alkohol E-Book

Richter Roland

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6,99 €

Beschreibung

Wir wissen alle, dass die Grenze zwischen einem Alkoholiker und einem Nichtalkoholiker fließend verläuft. Du hältst ein Buch in den Händen, das von persönlichen Erfahrungen mit Alkohol getragen ist. Es ist kein wissenschaftliches Buch, das über die Risiken des Alkoholkonsums aufklärt. Es ist ein Buch, das dir einen Weg weisen könnte, der dich aus dem Alkoholnebel führt. Es richtet sich vor allem an diejenigen Leser, die nicht genau wissen, ob sie abhängig sind, aber ein Problem mit Alkohol erkannt haben. In diesem Buch findest du eine Weg Beschreibung, die einen einfachen und kurzen Ausstieg aus einer Alkoholsucht bedeutet kann. Dies geschieht ohne große Anstrengung. Es ist vielmehr ein Ergebnis deiner veränderten Perspektive auf den Alkoholgebrauch. Dieses Buch erfasst das Wesentliche und verfängt sich nicht in theoretischen oder medizinischen Betrachtungen - nach meiner Erfahrung nutzen sie Betroffenen wenig. Es braucht vielmehr einen praktischen Weg, der Abhängige von der Sucht befreit. Diesen Weg beschreibe ich hier anhand meiner persönlichen Erfahrung.

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Seitenzahl: 73

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Inhalt

Zusammenfassung

Nackt durch die Wirklichkeit

Worte sind nur Worte

Was ist Realität?

Apollo 13 an Erde: „Houston, ich habe ein Problem.“

Kevin allein zu Hause

Was dabei hilft

Bedürfnisse

Ist die Alkoholsucht eine Erkrankung?

Die Schwärze der Nacht

Egoismus

Alkoholfreies Bier

Reisebeginn

Jede Metapher hat ihre Grenzen

Verflossene Liebe

Angst vor den Aufbruch

Anker lichten, Segel setzen, freie Fahrt voraus!

Auf See

Mann über Bord

Wirf deinen Anker!

Über Sensibilität

Alkohol als Spion

Es lebe der kleine Unterschied!

Der heilige Gral des A lkoholikers

Auf zu neuen Ufern

Bereit sein loszulassen

Kontrolliertes Trinken

Der psychologische Hintergrund

Eine Tür in die Freiheit

Rituale

Literatur

Zusammenfassung

Wir wissen alle, dass die Grenze zwischen einem Alkoholiker und einem Nichtalkoholiker fließend verläuft.

Du hältst ein Buch in den Händen, das von persönlichen Erfahrungen mit Alkohol getragen ist. Es ist kein wissenschaftliches Buch, das über die Risiken des Alkoholkonsums aufklärt. Es ist ein Buch, das dir einen Weg weisen könnte, der dich aus dem Alkoholnebel führt.

Es richtet sich vor allem an diejenigen Leser, die nicht genau wissen, ob sie abhängig sind, aber ein Problem mit Alkohol erkannt haben.

In diesem Buch findest du eine Wegbeschreibung, die einen einfachen und kurzen Ausstieg aus einer Alkoholsucht bedeutet kann. Dies geschieht ohne große Anstrengung. Es ist vielmehr ein Ergebnis deiner veränderten Perspektive auf den Alkoholgebrauch.

Dieses Buch erfasst das Wesentliche und verfängt sich nicht in theoretischen oder medizinischen Betrachtungen – nach meiner Erfahrung nutzen sie Betroffenen wenig. Es braucht vielmehr einen praktischen Weg, der Abhängige von der Sucht befreit. Diesen Weg beschreibe ich hier anhand meiner persönlichen Erfahrung.

Nackt durch die Wirklichkeit

„Irgendwas stimmt nicht, irgendwas stimmt nicht“, hämmerte es in meinem Kopf. „Irgendwas stimmt nicht mit der Wirklichkeit.“

Angst kroch in mir hoch. Sie bewegte sich langsam über die Beine zum Bauch, bis sie mein ganzes Wesen erfasste. Es war eine Angst, die ich als Kind gespürt hatte, wenn ich von meinem Vater unkontrolliert geschlagen worden war. Ich hatte gefleht und gebettelt, bis ich gefühlt nur noch ein Eisklotz war. Ich war völlig erstarrt, unfähig, mich zu bewegen. Arme und Beine zum Bauch hin gekrümmt – in der Hoffnung, er würde mein junges Leben beschützen, wartete ich auf das Ende. Das Ende! Was für ein Ende?

Es war auch der Anfang einer lebenslangen Suche nach dem Leben und dessen Sinn. Ich fragte mich, was das Leben sei, was es bedeute, woher es komme. Natürlich kamen diese Fragen erst später, als er von mir ließ. Als ich geschlagen wurde, hatte ich keine Fragen. Da war nur die Angst, unaussprechliche Angst.

Ich denke, dass jeder Mensch eigene Trauma Erfahrungen hat, wenngleich in unterschiedlicher Intensität. Sie werden mit Gefühlen versetzt im Gehirn abgelegt. Viele nehmen sie nicht einmal mehr bewusst wahr.

Bevor ich zu der Alkoholsucht komme, der sich dieses Buch hauptsächlich widmen wird, möchte ich Grundsätzliches mit dir, lieber Leser, abklären. Ich bleibe beim Du, da ich das Sie als unnütze Distanzierung betrachte, die meinem Anliegen entgegenwirkt.

Ich möchte dich mitnehmen auf eine Reise zu dir selbst. Dies geschieht anhand meiner persönlichen Erfahrungen. Meine Person sollte als eine Art Reiseführer verstanden werden. Ich bitte dich, keine Seiten des Buchs zu überschlagen, da alles Erzählte ineinander übergeht und du eventuell den Faden verlieren könntest. Langweilige Passagen bitte ich also vorweg zu endschuldigen.

Mit diesem Buch erhältst du den Schlüssel, um dein Alkoholproblem, aber auch verwandte Süchte anzugehen. Ich verwende in voller Absicht nicht das Wort „Kampf“, denn der einzuschlagende Weg ist kein solcher.

Wir sind alle verschieden. Zwar versuchen Menschen zumeist der schnellen Einordnung wegen, einen anderen Menschen in Schubladen zu stecken, doch tatsächlich kann niemand sagen, wie dies oder das auf jemanden wirkt. Meine Sichtweise muss nicht zwangsläufig deine sein, doch kannst du bestimmt ein paar Anhaltspunkte für dich entdecken. Ich bin überzeugt, dass dir dieses Buch ein wenig Klarheit bringt.

Worte sind nur Worte

Mein überforderter Vater pflegte oft zu mir zu sagen: „Du bist zum Scheißen zu blöd.“ Ich reagierte darauf mit Angst, hätte aber genauso gut aggressiv werden können. Das sind nur zwei Seiten einer Medaille. Die buddhistische Lehre geht davon aus, dass dies generell so ist. Man muss nicht religiös werden, wenn man bestimmte Aspekte von Lehren, die schließlich auch Erfahrungen sind, anerkennt. Wichtig ist, dass es immer zwei Seiten gibt: ohne Tag keine Nacht, ohne warm kein kalt.

Alkohol hat durchaus positive Seiten. Er ist zum Beispiel ein hervorragendes Lösungsmittel. Allerdings gilt dies nicht für den menschlichen Körper. Er löst keine Probleme. Er verstärkt sie. Er löst höchstens mit der Zeit deine Körperzellen auf. Das ist dann aber leider gar nichts.

Bei mir war es so, dass der Alkohol meine Ängste aufgelöst hat. Er hat mich entspannt und diese endlosen Gedankenspiralen zum Schweigen gebracht.

Früh stellte ich Fragen wie: Woher kommen wir? Was oder wer sind wir? Gibt es einen Sinn? Was ist Realität? Ob meine traumatischen Erfahrungen dieses Fragen ausgelöst haben, weiß ich nicht. Ich denke aber, dass meine Konfrontation mit dem Tod oder besser: das Gefühl, ausgelöscht werden zu können, in frühester Kindheit eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Niemals werde ich den Tag vergessen, an dem ich in einer klaren Nacht das Sternbild Orion und den Stern Sirius aufkommen sah. Es sind wohl solche einschneidenden Erlebnisse, die uns Menschen prägen. Natürlich stößt der Verstand dabei schnell an seine Grenzen, doch das Gefühl des Staunens bleibt. Ich wollte alles darüber wissen, was es zu wissen gab. Heute weiß ich, dass jeder Mensch irgendwann einmal fragt, welche Stellung wir im Universum einnehmen. Viele haben ihre eigene Antwort gefunden, manche wohl auch nur eine Antwort übernommen. Bis heute beneide ich Menschen, die einfach glauben können.

Letztendlich sind das alles aber nur Worte. Sie beschreiben die Dinge, sind aber nicht die Dinge selbst. Deswegen sind sie auch nie ausreichend, sondern höchstens annähernd. Das Gleiche gilt für dieses Buch – alle Bücher: Erst in der Verbindung des Worts mit einem Gefühl wird es für mich und dich eine eigene Realität erzeugen.

Alkohol ist erst einmal nur Alkohol.

Lege hier eine Pause ein! Überlege

und notiere, welche Gefühle du mit Alkohol

verbindest!

Was ist Realität?

Realität entsteht im Gehirn, sie wird erst dort bestimmt. Wer Genaueres wissen möchte, sollte das Buch „Die Entstehung der Realität“ von Jörg Starkmuth lesen. Realität entsteht aus meiner Sicht, wenn ich mich auf etwas konzentriere. Auch dieser Satz wird im Verlaufe unserer Reise an Bedeutung gewinnen.

Meine Realität war von Gewalt und Angst geprägt, die ich später auch als Erwachsener nicht einfach loswerden konnte. Nur an Abenden mit vier bis sechs Flaschen Bier war sie erträglich. Inzwischen hatte ich eine eigene Familie.

Alkohol kann aber noch viel mehr im Gehirn erzeugen. Ich war schüchtern und meine ersten Erfahrungen mit Frauen kamen unter Alkoholeinfluss zustande. Aber auch die Frauen wurden plötzlich zugänglicher.

Über die Wirkung des Alkohols aufklärende Bücher gibt es viele. Du weißt darüber schon genug und ich werde dich damit nicht langweilen. Bücher allein machen aus dir noch keinen trockenen Alkoholiker. Eher ist es der Alkoholiker, der auf offener Straße eine abschreckende Wirkung entfaltet. Bei dieser Gelegenheit möchte ich etwas klarstellen. Mir ist ein Alkoholiker lieber als ein Geschäftsmann mit Autos, Haus und was weiß ich. Vergleiche ich die ökologischen Fußabdrücke auf unserem Planeten, so bevorzuge ich den Mann von der Straße mit seiner Flasche Schnaps. Das führt uns zu der folgenden Frage: Bin ich Alkoholiker?

Hier lohnt es sich, über den Tellerrand hinauszuschauen. Die Anonymen Alkoholiker sagen zum Beispiel Folgendes: Wenn ich die Kontrolle über das Trinken verloren habe, bin ich Alkoholiker. Ich persönlich sehe das auch so. Wer die Kontrolle über den Alkohol verloren hat, bedarf dringend ärztlicher Hilfe. Der Alkohol hat sich dann bereits so weit in den Stoffwechsel integriert, dass ohne ärztliche Begleitung ein Ausstieg kaum noch möglich ist. Das ist kein Spaß. Und es könnte tödlich enden.

Dieser Hinweis gehört in jedes Buch, das sich mit Alkohol beschäftigt. Wer die Kontrolle verloren hat, wird für ein Buch wie dieses überhaupt nicht zugänglich sein. Erst in der Therapie kann er sich näher mit seiner Alkoholsucht beschäftigen.

Die Frage, ob du Alkoholiker bist oder nicht, halte ich selbst für nicht zielführend. Die Frage, ob man Alkoholiker ist oder nicht, verbindet sich bewusst oder unbewusst damit, ob weitergetrunken wird. Lass dich nicht blenden!

Es sind Worte, nichts als Worte. In unserem Gehirn entstehen die Frage und auch die Antwort. Wenn du unbedingt eine Antwort möchtest, so sieh die Tatsache, dass du dieses Buch liest, als Antwort.

Unser Bewusstsein beschäftigt sich nie oder sehr wenig damit, was uns selbst nicht betrifft.