Beschreibung

Ein Wahnsinniger hält eine Stadt in Atem: Er missbraucht junge Frauen und tötet sie auf bestialische Weise, indem er sie zu Tode beißt. Das Ermittlerteam Franka Hahne und Michael Stüttgen ist ihm auf den Fersen, aber der mysteriöse Unbekannte entpuppt sich als Phantom, das immer neue falsche Fährten legt. Binnen drei Tagen zieht er seine Blutspur durch die Stadt und bereitet seinen Opfern und seinen Verfolgern einen Albtraum nach dem nächsten ... Unsere Appetizer Ausgaben dienen als erster Vorgeschmack auf ein komplettes E-Book. Wir sind der Meinung, dass Lesen Freude machen muss. Wer sich durch die ersten Kapitel eines E-Book „quält", wird keine Freude haben. Um festzustellen, ob ein E-Book den persönlichen Geschmack trifft, braucht es meist mehr als eine herkömmliche Leseprobe. Deshalb möchten wir als Verlag unseren Lesern die Chance geben, das Werk bis zu einem bestimmten Punkt kostengünstig lesen zu können. Meist endet der Appetizer an einem spannenden Punkt. Wer dann weiterlesen möchte, hat Geschmack am Lesestoff gefunden und kann die Gesamtausgabe erwerben.

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Seitenzahl: 77

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Über die APPETIZER E-Books

Unsere Appetizer-Ausgaben dienen als erster Vorgeschmack auf ein komplettes E-Book. Wir sind der Meinung, dass Lesen Freude machen muss. Wer sich durch die ersten Kapitel eines E-Book „quält“, wird keine Freude haben. Um festzustellen, ob ein E-Book den persönlichen Geschmack trifft, braucht es meist mehr als eine herkömmliche Leseprobe. Deshalb möchten wir als Verlag unseren Lesern die Chance geben, das Werk bis zu einem bestimmten Punkt kostengünstig lesen zu können. Meist endet der Appetizer an einem spannenden Punkt. Wer dann weiterlesen möchte, hat Geschmack am Lesestoff gefunden und kann die Gesamtausgabe erwerben.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr Redaktionsteam

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(www.digitalpublishers.de/2015/02/gewinnspiel/)

Über dieses E-Book

Ein Wahnsinniger hält eine Stadt in Atem: Er missbraucht junge Frauen und tötet sie auf bestialische Weise, indem er sie zu Tode beißt. Das Ermittlerteam Franka Hahne und Michael Stüttgen ist ihm auf den Fersen, aber der mysteriöse Unbekannte entpuppt sich als Phantom, das immer neue falsche Fährten legt.

Binnen drei Tagen zieht er seine Blutspur durch die Stadt und bereitet seinen Opfern und seinen Verfolgern einen Albtraum nach dem nächsten ...

Über den Autor

Ein Mann ein Mord! Seit 1999 schreibt Andreas Schmidt Kriminalromane und Kurzgeschichten. Den Kontakt zu seinen Lesern sucht – und findet – er auf seinen Lesereisen, die ihn quer durch die Republik führen. Seine Liebe zur Nordsee verarbeitet Schmidt in seinen Küsten-Krimis. Wann immer es seine Zeit zulässt, bereist er den Norden und hält Lesungen zwischen Ost- und Nordsee.

Originalausgabe April 2016

Copyright © 2016 dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH, Stuttgart

Gehasst

Gesamtausgabe:ISBN 978-3-945298-62-6

Appetizer-Ausgabe:ISBN 978-3-945298-67-1

"Gehasst" erschien unter dem Titel "Mein ist die Nacht" 2010 im Juhr-Verlag.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf - auch teilweise - nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titel- und Covergestaltung: Annadel Hogen

Bildnachweis: Fotoskaufen Bildagentur: ING_19032_00315, Bigstockphoto: 70711690

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Gehasst

Andreas Schmidt

Prolog

Als er erwachte, spürte er dieses unbestimmte Verlangen. Gier beherrschte sein Denken und Handeln, als er aufstand und an das Fenster trat. Die Dunkelheit hatte sich wie ein Leichentuch über die verfallenen Gebäude der Stadt gesenkt. Er hatte lange geschlafen und war erst am Abend erwacht. Während er durch das fast staubblinde Fenster hinaus in die Nacht blickte, stellte er fest, welch düstere Wolken sich vor den Mond geschoben hatten. In den letzten Stunden hatte Schneefall eingesetzt, und die Stadt schien unter einer unsichtbaren Schallglocke zu stecken. Es war totenstill draußen, und er versuchte sich daran zu erinnern, wann es zuletzt im November geschneit hatte.

Heute Nacht war es endlich so weit.

Er würde dem Verlangen nachgeben. Tun, was er tun musste.

Lange hatte er auf diesen Tag hingearbeitet. Wochenlange Arbeit lag hinter ihm, nun würde er die Früchte seiner Mühen ernten können. Ein teuflisches Grinsen huschte um seine blutleeren Lippen, als er sich abwandte und ruhelos durch die Räume schlich. Er war zu einem Wesen der Nacht geworden und er war sicher, dass sich sein Wille, so zu leben, heute Nacht manifestierte. Komplett aufgegeben hatte er sich in den letzten Wochen. Für verrückt hatte man ihn erklärt, ein Arzt hatte ihn sogar einweisen wollen. Er hatte sich enttäuscht und verbittert zurückgezogen. Dann würde er sein Ziel eben anders erreichen.

Nein, er war nicht verrückt.

Er war anders.

Lange hatte er nach einer geeigneten Räumlichkeit für sein Vorhaben gesucht und es schließlich in einer leer stehenden Fabrikhalle am Ufer der Wupper gefunden. Der Besitzer – sollte es ihn tatsächlich noch geben – hatte das Gebäude offenbar längst aufgegeben, und so ruhte die alte Fabrik in einer Art Dämmerschlaf und wartete darauf, ihm für seine große Tat zur Verfügung zu stehen. Es war eine Kleinigkeit für ihn gewesen, das Schloss der eisernen Eingangstür im Hof auszutauschen. Niemand interessierte sich mehr für das verfallene Gebäude, hier war seit Wochen niemand mehr gewesen. So hatte er sich die Räume im oberen Stockwerk der alten Fabrik für ein ungestörtes Treffen hergerichtet Meist hatte er nachts gearbeitet, wenn alle schliefen und das Viertel noch verlassener war, als es tagsüber der Fall war. Die Nacht war seine Zeit, lange schon nicht mehr der Tag. Einem Schatten gleich glitt er durch die einsame Halle, die von Zwischenwänden zu kleineren Räumen abgetrennt worden war.

Er war ein Geschöpf der Finsternis geworden.

Nun hatte er den Raum erreicht, in dem es heute Nacht geschehen würde. Eine fiebrige Erregung ergriff von ihm Besitz, als seine Finger beinahe liebevoll über das kalte Leder der Bahre glitten. Hier würde sie schon in ein paar Stunden liegen und ihm gehören. Sie wusste ja nicht, worauf sie sich einließ. Er spürte die feinen Vertiefungen des Leders an seinen Fingerkuppen und erschauderte.

Mit einem Ruck wandte er sich ab und trat wieder an eines der hohen Fenster, die mit eisernen Sprossen in kleine gläserne Felder unterteilt waren, und blickte hinaus. Um diese Zeit verirrte sich kaum ein Mensch in dieses Viertel. Niemand wusste, dass er hier hauste, sogar Obdachlosen war diese Bleibe zu heruntergekommen, oder sie hatten schlicht Angst davor, eine Nacht in diesem unheimlichen Gebäude zu verbringen, in dem das Dach undicht war und nachts Ratten über den Boden huschten und die Räume mit ihrem schrillen Fiepen erfüllten, stets auf der Suche nach Beute. Nein, hierhin trieb es niemanden freiwillig. Normalerweise. Doch die Hallen mit den hohen Decken waren wie geschaffen für seine Arbeit. Als er den Raum durchschritt, hallten seine Schritte von den schwarz gestrichenen Wänden zurück. Er liebte den morbiden Charme dieses Stadtteils. Leer stehende Gebäude, heruntergekommene Wohnblöcke und verlassene Fabriken. Kneipen, die schon vor Jahren für immer geschlossen hatten. Seit langem ging das Gerücht um, dass hier bald die Abrissbirne zum Zuge kommen und die geschichtsträchtigen, aber baufälligen Gebäude am Ufer der Wupper dem Erdboden gleichmachen würde. Wahrscheinlich würden sie hier ein weiteres Einkaufszentrum errichten. Oder ein Parkhaus, vielleicht auch beides.

Doch noch war es nicht so weit.

Wer hier nach Einbruch der Dunkelheit durch die engen Straßen schlich, der konnte sich kaum vorstellen, dass kaum einen halben Kilometer weiter das Leben der Großstadt brodelte. Einkaufspassagen, hektische Menschen, die auf der Suche nach einem Geschenk waren. Das Weihnachtsfest, für ihn die größte Lüge der Menschheit, stand bevor und beherrschte das Denken und Handeln der Sterblichen. Jedes Jahr fielen die Leute auf den Schwindel herein, mühten sich in überfüllten Innenstädten ab, um sich an Heiligabend nicht zu blamieren. Er grinste in weiser Vorfreude auf das Geschenk, das er sich heute schon machen würde. Gut, bis Weihnachten waren es noch ein paar Wochen hin. Aber er feierte das Fest der Christen schon lange nicht mehr.

Es gab noch viel vorzubereiten.

Dienstag

19.05 Uhr

Der Winter im Bergischen Land kotzte ihn wirklich an. Wenn es mal schneite, dann kam gleich der komplette Verkehr zum Erliegen. Feine Schneeflocken wirbelten gegen die Windschutzscheibe, um dort zu schmelzen, noch bevor die Scheibenwischer die Flocken fortwischen konnten. Das Wischergestänge quietschte bei jedem Hub, und er umklammerte den abgewetzten Lenkradkranz des alten Opel. Die feste Schneedecke auf dem Asphalt glitzerte im Scheinwerferlicht, das dem Wagen vorauseilte und die Nacht in breite Lichtbalken schnitt. Aus dem Radio ertönte leise Musik. Sie hörten beide nicht zu, hingen ihren Gedanken nach. Die Musik wurde fast vollständig vom monotonen Summen des Heizgebläses geschluckt, das auf Hochtouren lief und so verhinderte, dass die Scheiben des Autos beschlugen. Er seufzte unmerklich und schüttelte immer wieder den Kopf.

Auf der Straße herrschte kaum Verkehr. Seine markanten Gesichtszüge schimmerten geheimnisvoll im Widerschein der Armaturenbeleuchtung. Fest lagen seine Hände auf dem Lenkrad, den Blick hatte er starr nach vorn gerichtet. Die Kieferknochen mahlten, ein Zeichen dafür, dass er angestrengt nachdachte.

Dann hatten sie die angegebene Adresse erreicht. Eine enge Straße mit heruntergekommenen Fabrikgebäuden, die am wolkenverhangenen Himmel über Wuppertal zusammenzuwachsen schienen. Die Anfahrt über die Wesendonkstraße hatte sich wegen chaotisch abgestellter Autos als schwierig erwiesen. Er stoppte den Wagen am Straßenrand und blickte zu ihr herüber. „Hier ist es“, bemerkte er überflüssigerweise.

Sie nickte und löste den Sicherheitsgurt. „Fünf Minuten zu spät.“

„Er kann froh sein, dass du bei diesem Scheißwetter überhaupt zu ihm kommst“, knurrte er.

„Das ist mein Job.“

„Tolle Gegend.“ Die Häuser in dieser Straße waren marode. Altbauten, die ihrem Namen alle Ehre machten. Staubblinde Fenster, Putz, der von den Fassaden bröckelte, und überquellende Mülleimer sowie Unmengen von Unrat in den Hofeingängen prägten das Straßenbild. Auch die teils anzüglichen Graffitis an den Hauswänden vermochten es nicht, mehr Farbe in dieses Viertel zu bringen.

Unterwegs hatten sie sich angeschwiegen. Natürlich passte es ihm nicht, dass sie abends zu einem anderen Kerl ging. Er machte keinen Hehl aus seinem Unmut und seiner Eifersucht. Dass er sie begleitete, hatte sie vehement abgelehnt. Und ihn damit in seiner Eifersucht bestärkt.

„Es ist doch nur ein Job“, hatte sie immer wieder versucht ihn zu beruhigen.

Doch er war anderer Ansicht. „Jobs macht man tagsüber. In Studios, in Agenturen, bei Castings. Nicht zu nachtschlafender Zeit in irgendwelchen leer stehenden Fabrikgebäuden.“