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Geschichte der Gouvernamentalität 1 und 2 E-Book

Eva Kostakis

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte, Note: 1-, Justus-Liebig-Universität Gießen, Sprache: Deutsch, Abstract: Ziel dieser Arbeit ist es die These von Thomas Lenke nach zu vollziehen. Lemke behauptet, im Gegensatz zu vielen Anderen, das es keinen gravierenden Bruch zwischen Foucaults früheren Arbeiten und den, in zwei Bänden erschienen, Vorlesungen von 1977 bis 1979 am College de France gebe. Um diese These nachzuvollziehen stelle ich in dieser Arbeit, neben den zwei Bänden der „Geschichte der Gouvernementalität“, auch „Die Sorge um sich“ und „Der Willen zum Wissen“ vor. Diese Arbeit beansprucht nicht für sich vollständig und umfassend zu sein. Im weiteren Verlauf werde ich Lemkes Theorie nur an Hand des Begriffs Bevölkerung untersuchen. Obwohl der Bevölkerungsbegriff hier Gegenstand meiner Untersuchung sein soll, ist auch diese eingeschränkte Untersuchung nicht vollständig, da ich mich auf die Vorlesungen in „Geschichte der Gouvernementalität I&II“, „Der Wille zum Wissen“ und „Die Sorge um sich“ beschränke. Diese Arbeit besteht im Wesentlichen aus einer Erläuterung der Lemke These, aus den Darstellungen der vier Bücher und wie genau der Begriff Bevölkerung in den verschiedenen Büchern definiert wird, danach folgt ein Vergleich und ein Fazit in dem erläutert wird ob ich Lemkes These „des roten Fadens“ nachvollziehen kann und warum.

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Veröffentlichungsjahr: 2009

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
1.1. Lemkes These:
2. „Der Wille zum Wissen“ (allgemein):
2.1. Was sagt Foucault in „Der Wille zum Wissen“ über Bevölkerung?
4. „Die Sorge um sich“ (allgemein):
4.1. Was sagt Foucault in „Die Sorge um sich“ über Bevölkerung?
5. Fazit:
5.2. „Der Wille zum Wissen“ und „Die Sorge um sich“:
6. Sackgasse? Ja oder nein?
7. „Statt eines Schlusswortes“:
8. Literatur:

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1. Einleitung:

Ziel dieser Arbeit ist es die These von Thomas Lenke nach zu vollziehen. Lemke behauptet, im Gegensatz zu vielen Anderen, das es keinen gravierenden Bruch zwischen Foucaults früheren Arbeiten und den, in zwei Bänden erschienen, Vorlesungen von 1977 bis 1979 am College de France gebe. Um diese These nachzuvollziehen stelle ich in dieser Arbeit, neben den zwei Bänden der„Geschichte der Gouvernementalität“,auch„Die Sorge um sich“und„Der Willen zum Wissen“vor. Diese Arbeit beansprucht nicht für sich vollständig und umfassend zu sein.

Im weiteren Verlauf werde ich Lemkes Theorie nur an Hand des Begriffs Bevölkerung untersuchen. Obwohl der Bevölkerungsbegriff hier Gegenstand meiner Untersuchung sein soll, ist auch diese eingeschränkte Untersuchung nicht vollständig, da ich mich auf die Vorlesungen in„Geschichte der Gouvernementalität I&II“, „Der Wille zum Wissen“und„Die Sorge um sich“beschränke. Diese Arbeit besteht im Wesentlichen aus einer Erläuterung der Lemke These, aus den Darstellungen der vier Bücher und wie genau der Begriff Bevölkerung in den verschiedenen Büchern definiert wird, danach folgt ein Vergleich und ein Fazit in dem erläutert wird ob ich Lemkes These „des roten Fadens“ nachvollziehen kann und warum.

1.1. Lemkes These:

Michel Foucaults Interesse für Subjektivierungsprozesse ist Ergebnis seiner Beschäftigung mit Machtanalyse, es bedeutet nicht, dass Foucault seine Machtanalytik aufgegeben hat. Das besondere Interesse für Subjektivierungsprozesse ist eine Korrektur seiner Machtproblematik, es präzisiert und relativiert seine früheren Arbeiten und steht zugleich in Kontinuität. (vgl. Lemke, 1997, S.29) Die Gouvernementalität ist eine wichtige Weiterentwicklung der Machtanalytik, die sich Ende der 70er Jahre entwickelt hat. Bis„Der Wille zum Wissen“hat Foucault die„Hypothese Nietzsches“1zur Untersuchung der sozialen Beziehungen eingesetzt. Ende der 70er Jahre zeigt sich aber, dass dieses Konzept Mängel aufweist, da der Akzent der Genealogie allein auf dem individuellen Körper und seiner Disziplinierung liegt, ohne den umfassenden Prozessen der Subjektivierung Beachtung zu schenken. Um diese Mängel zu beseitigen ist, eine Erweiterung des analytischen Instrumentariums von Nöten, um dem Verhältnis zwischen Subjektivierungsprozessenund Herrschaftsformen nachgehen zu können.

1Für ausführliche Informationen über die Hypothese Nietzsches siehe Lemke (1997) Seite 89- 110

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Im Mittelpunkt dieser Neuorientierung steht der Begriff der Regierung. Diese Einführung und die Differenzierung von Macht und Herrschaft ermöglichen es Machtbeziehungen unter dem Blickwinkel der „Führung“ zu untersuchen. Foucault spricht diesem Begriff eine „Scharnierfunktion“ zu, die es ermöglicht die Verknüpfung zwischen Herrschaftstechniken und„Technologien des Selbst“2zu untersuchen.

Außerdem wird er ein wichtiges Analyseinstrument für die Macht- Wissen- Komplexe. Hier für prägt Foucault den neuen Begriff der Gouvernementalität, der Regieren(„gouverner“)und Denkweise(„mentalité“)miteinander verbindet. (vgl. www.thomaslemkeweb.de, S.1) Foucault gibt nicht die Machtproblematik für die Selbsttechnik auf, sondern untersucht die Frage der Gouvernementalität unter einem anderen Aspekt. (vgl. Lemke,1997, S.263) Ein weiterer wichtiger Begriff ist Erfahrung, hier bedeutet Erfahrung nicht das persönlich Erlebte, sondern betrachtet das Persönliche und Subjektive in seiner Beziehung zu Wissensformen und Machtprozessen.

„Die Erfahrung ist die Rationalisierung eines Vorgangs, der selbst vorläufig ist und in einem Subjekt mündet oder besser in Subjekten, genauer noch eine Subjektivität, konstituiert wird, würde ich Subjektivierung nennen, die selbstverständlich nur eine der gegebenen Möglichkeiten oder Organisation des Bewusstseins seiner selbst ist.“ (Lemke,1997, S.266)

Foucault bricht mit der Vorstellung der Subjektivität als Subjekt-Wesen und sieht Subjektivität als Subjekt-Werdung. Das Subjekt ist nicht die einzige Form von menschlicher Existenz und auch nicht Quelle jeglicher Erfahrung.

„Es gibt keine universelle Form des Subjekts, die man überall wieder finden könnte, weil das Subjekt eine Form und keine Substanz ist.“ (Lemke,1997, S.266) „Die „Genealogie des modernen Subjekts“ verfolgt das Ziel, die Alternative von Subjektivismus und Objektivismus zu vermeiden und der „heillose Subjektivismus“, der diesem Unternehmen anhaften soll, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als politisches Interesse an einer Subjektivität jenseits der christlichen Pastoralmacht: eine Subjektivität ohne Heilsversprechen.“ (Lemke,1997, S.302)

Der Widerstand gegen bestehende Subjektivierungsformen zeichnet sich nicht nur durch Ablehnung gegenüber bestimmter Subjektivierungsformen aus, sondern auch durch die Suche

2„Diesedefinieren dich darüber, dass sie es Individuen ermöglichen, mit eigenen Mitteln bestimmte

Operationen mit ihren Körpern, mit ihren eigenen Seelen, mit ihren eigenen Lebensführungen zu vollziehen, und

zwar so, dass sie sich selber transformieren, sich selber modifizieren und einen bestimmten Zustand von

Vollkommenheit, Glück, Reinheit, übernatürlicher Kraft erlangen.“ (Lemke,1997, S.262)