Das hungrige Biest - Zsolt Majsai - E-Book

Das hungrige Biest E-Book

Zsolt Majsai

4,4

Beschreibung

Mein Name ist Fiona. Ich bin eine Kriegerin, wie ich seit Kurzem weiß. Meinem Gefühl nach habe ich nicht wirklich eine Ahnung, was das wirklich bedeutet. Mein Chef ist Drol Wayne, Statthalter der Erde. Seine Stellenbeschreibung ist denkbar knapp: "Sorg für das Gleichgewicht." Nun gut. In der Kristallwelten-Saga erzähle ich von den großen Ereignissen meines Lebens. In "Geschichten einer Kriegerin" erzähle ich eher die Sachen, die ich persönlich schon für wichtig halte, aber ansonsten wohl keine besondere Bedeutung haben. Zum Beispiel der Anruf von Ben, da wäre so ein komischer Kerl im Krankenhaus aufgetaucht. Keine Ahnung, was daran übernatürlich sein soll, aber schön, ich fahre also hin und bekomme eins über den Schädel. Mit einem Hammer oder so. Ein gewöhnlicher Mensch hätte mindestens eine Gehirnerschütterung. Bei mir heilt das schnell, aber jetzt bin ich sauer. Dabei ist Theobald, der Kannibale, nicht einmal das tatsächliche Problem. Viel unangenehmer sind die Dämonen, auf die ich bei der Suche stoße. Wohlgemerkt, echte Dämonen. Für mich als Neuling in der Welt der gleichgewichtwahrenden Krieger schon eine Herausforderung. Immerhin ist es gerade mal ein halbes Jahr her, dass ich erfahren habe, wieso bei mir Verletzungen so schnell heilen. ***** Bereits erschienen oder in Planung: Fiona - Beginn 2.0 (2019er Version) Fiona - Entscheidungen Fiona - Gefühle Fiona - Wiederkehrer Fiona - Leben Fiona - Sterben Fiona - Reloaded Fiona - Spinnen Fiona - Liebe (30. Mai 2020) Fiona - Götter (24.12.2020) Fiona - Untergrund (in Planung) Fiona 12 - 21 (in Planung) Daneben gibt es die Reihe "Geschichten einer Kriegerin", die sich mit dem Leben von Fiona als Kriegerin abseits der Hauptserie beschäftigt. Hier sind derzeit bisher 4 Bände erschienen. Die Götter würfeln nicht, aber sie lieben Strategiespiele. Und Fiona ist ihre Lieblingsfigur, was sie nicht witzig findet. Doch sie hat keine andere Wahl als mitzuspielen. Erst einmal jedenfalls.

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Seitenzahl: 83

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Inhaltsverzeichnis
Titel
Übersicht
Impressum
Mein Name ist Fiona
Inhalt
Zeittafel
Preview Fiona 1 neu

Zsolt Majsai

Geschichten einer Kriegerin

Das hungrige Biest

- Erde, Winter 2005/2006 -

Fiona

Zyklus 1

Fiona - Beginn (Band 1)

Fiona - Entscheidungen (Band 2)

Fiona - Gefühle (Band 3)

Fiona - Wiederkehrer (Band 4)

Fiona - Leben (Band 5)

Fiona - Sterben (Band 6)

Zyklus 2

Fiona - Reloaded (Band 7)

Fiona - Spinnen (Band 8)

Fiona - Liebe (Band 9)

Fiona - Götter (Band 10)

Fiona - Untergrund (Band 11)

Geschichten einer Kriegerin

Was Fiona sonst noch erlebt

Liebe und andere Unwägbarkeiten

Das hungrige Biest

Der verliebte Dschinn

Der Geist von King Valley

Die Legende von Sarah und Thomas

Die Geschichte von Sarah und Thomas

Die Prinzessin, die ihre Eltern tötete (Band 1)

Zsolt Majsai

Geschichten einer Kriegerin - Das hungrige Biest

Fantasy

ISBN-eBook: 978-3-95667-324-5

© 2017 Verlag 3.0 Zsolt Majsai,

53545 Linz am Rhein | buch-ist-mehr

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Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der mechanischen, elektronischen oder fotografischen Vervielfältigung, der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, des Nachdrucks in Zeitschriften oder Zeitungen, des öffentlichen Vortrags, der Verfilmung oder Dramatisierung, der Übertragung durch Rundfunk, Fernsehen oder Video, auch einzelner Text- und Bildteile sowie der Übersetzung in andere Sprachen.

Umschlaggestaltung: Zsolt Majsai

Printed in EU

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Mein Name ist Fiona.

Ich bin eine Kriegerin, wie ich seit Kurzem weiß. Meinem Gefühl nach habe ich nicht wirklich eine Ahnung, was das wirklich bedeutet. Mein Chef ist Drol Wayne, Statthalter der Erde. Seine Stellenbeschreibung ist denkbar knapp: "Sorg für das Gleichgewicht."

Nun gut. In der Kristallwelten-Saga erzähle ich von den großen Ereignissen meines Lebens. In "Geschichten einer Kriegerin" erzähle ich eher die Sachen, die ich persönlich schon für wichtig halte, aber ansonsten wohl keine besondere Bedeutung haben.

Zum Beispiel der Anruf von Ben, da wäre so ein komischer Kerl im Krankenhaus aufgetaucht. Keine Ahnung, was daran übernatürlich sein soll, aber schön, ich fahre also hin und bekomme eins über den Schädel. Mit einem Hammer oder so. Ein gewöhnlicher Mensch hätte mindestens eine Gehirnerschütterung. Bei mir heilt das schnell, aber jetzt bin ich sauer.

Dabei ist Theobald, der Kannibale, nicht einmal das tatsächliche Problem. Viel unangenehmer sind die Dämonen, auf die ich bei der Suche stoße. Wohlgemerkt, echte Dämonen. Für mich als Neuling in der Welt der gleichgewichtwahrenden Krieger schon eine Herausforderung. Immerhin ist es gerade mal ein halbes Jahr her, dass ich erfahren habe, wieso bei mir Verletzungen so schnell heilen.

In welcher Reihenfolge sollte ich die Bücher der Kristallwelten-Saga lesen?

Es gibt keine fest vorgeschriebene Reihenfolge. Es erleichtert jedoch das Verständnis, wenn man sich an den nachfolgenden Vorschlag hält.
Fiona - Beginn 2.0Fiona - EntscheidungenGeschichten einer Kriegerin - Das hungrige BiestGeschichten einer Kriegerin - Liebe und andere Unwägbarkeiten des LebensFiona - GefühleGeschichten einer Kriegerin - Der Geist von King ValleyGeschichten einer Kriegerin - Der verliebte DschinnFiona - WiederkehrerFiona - LebenDargks Erwachen (in Planung)Die Legende von Sarah und Thomas: Die Prinzessin, die ihre Eltern töteteFiona - SterbenFiona - ReloadedFiona - SpinnenFiona - Liebe (ab 30. Mai 2020)

Das Biest hat einen makabren Humor, so viel steht fest.

Es sieht aus wie eine Vogelscheuche. Fast. Nur dass diese hier aus echten menschlichen Teilen zusammengebastelt wurde. Der Kopf ist skelettiert, anscheinend stand kein gut erhaltener Schädel mehr zur Verfügung. Die in die Höhlen gepressten Augen hingegen wirken recht frisch. Der Körper ist nackt, der aufgeschlitzte Bauch notdürftig zusammengenäht. Das Biest hat eindeutig keine chirurgische Erfahrung. Und während der Oberkörper einer Frau gehört hat, stammt der untere Teil von einem Mann. Die Reste lassen das ganz gut erkennen, auch wenn nicht alles, was einen Mann so gewöhnlicherweise ausmacht, noch vorhanden ist.

Die Arme gehörten nicht der Frau, die den Oberkörper zur Verfügung stellt, sie gehörten nicht einmal demselben Menschen. Ein Arm ist so angewinkelt, dass die Hand ein Schild halten kann, auf dem in kraxeliger Schrift die eindeutige Aufforderung steht: „Kehr um!“

Der andere Arm zeigt mit ausgestrecktem Mittelfinger in die Richtung, aus der ich gekommen bin.

Ich denke darüber nach, ob ich dem Befehl folgen sollte. Was geht mich das hier überhaupt an? Okay, ich bin eine Kriegerin, ich habe gefälligst für das Gleichgewicht zu sorgen. Wobei, stört das Ding hier wirklich das Gleichgewicht? Ab wie vielen Opfern kann ich davon ausgehen? Und außerdem, vielleicht sollte ich dabei auch berücksichtigen, wen er sich holt. Klar, eigentlich ist das politisch sehr unkorrekt, den Wert von Menschen gegeneinander abzuwägen. Aber für das Gleichgewicht spielt es nun einmal eine Rolle, wer was tut in seinem Leben. Auch wenn es mich ankotzt, muss ich das berücksichtigen.

Seufzend beschließe ich, den Hinweis zu ignorieren, und gehe an der zusammengebastelten Vogelscheuche vorbei tiefer in den Tunnel hinein.

Um mich herum wird es immer dunkler. Warum konnte mir niemand vorher sagen, dass ich eine Taschenlampe brauchen werde? Missmutig betaste ich die Beule an meinem Kopf; das heißt, dank meiner Heilkräfte ist sie schon verschwunden. Aber es hat verflucht wehgetan, als das Biest mir mit dem Hammer den Kopf fast eingeschlagen hat.

Die Luft ist stickig und kalt. Und es stinkt. Wenn das Biest hier seine Opfer zum Verwesen aufbewahrt, dann ist das aber auch kein Wunder. 

Ich merke, wie es in meinem Bauch rumort. Jetzt ist es schon ein halbes Jahr her, dass ich erfahren habe, eine Kriegerin zu sein und was das bedeutet. Habe ich mich deswegen schon daran gewöhnt? Ganz sicher nicht. Ich muss wahnsinnig sein, als unerfahrene Gleichgewichtsbewahrerin hier einem Wesen hinterherzujagen, das verweste, menschliche Leichen für eine Delikatesse zu halten scheint. Es wäre besser gewesen, Nilsson zu fragen. Oder zur Not auch Michael, obwohl der seltsame Vampir mir unheimlich ist. Bei ihm weiß ich nie genau, was er denkt.

Konzentrier dich lieber auf deine Aufgabe, erkläre ich mir. Wer weiß, ob du dich auch dann regenerierst, wenn du aufgefressen wirst.

Mit Sicherheit, erwidere ich mir und muss grinsen, als mir bewusst wird, was für Selbstgespräche ich führe. Ich sollte mich lieber auf meine Umgebung konzentrieren, sonst gibt es gleich den nächsten Schlag auf meinen Kopf. 

Wozu braucht ein Wasserwerk überhaupt so einen Tunnel? Und will ich das wirklich wissen? Hoffentlich ist er außer Betrieb, wie der Rest. Möchte nicht plötzlich mit irgendwelcher Kloake geflutet werden. Obwohl, das Biest ist ja hier drin …

Ich halte inne. Eigentlich habe ich es hier nicht hineingehen sehen. Lediglich die komische Vogelscheuche im Eingang ließ mich das glauben. Was, wenn es zum makabren Humor des Wesens gehört, Leute auf völlig falsche Fährten zu locken?

Ich lausche angestrengt in die Dunkelheit hinein und verfluche meinen Leichtsinn, keine Taschenlampe dabei zu haben. Memo an mich: Auf Einsätze als Kriegerin immer, wirklich immer, eine Taschenlampe mitnehmen.

Es ist nichts zu hören. Und zu sehen schon mal gar nicht. Andererseits stinkt es derart abartig, als stünde ich inmitten der Vorratskammer des menschenfressenden Biestes.

Vielleicht stimmt das ja sogar.

Ich gehe langsam in die Hocke und taste den Boden ab. Es fällt mir schwer, keinen Schrei auszustoßen, als ich in etwas Glitschiges packe und mir kurze Zeit später klar wird, dass ich im Bauch von einem Menschen herumwühle.

Okay, also Vorratskammer stimmt schon einmal und auf falsche Fährte gelockt wurde ich auch nicht. Dann müsste das Biest doch eigentlich in der Nähe sein …

Ich spüre den Luftzug, bevor ich getroffen werde, und das rettet mich diesmal. Etwas Hartes streift meinen Kopf zwar trotzdem und reißt mir fast das linke Ohr ab, aber ich werde nicht bewusstlos.

Allerdings verliere ich das Gleichgewicht und falle in das, was ich gerade eben noch als offenen Bauch eines Menschen identifiziert habe. Ich schreie auf, halb vor Wut und halb vor Ekel.

Dann wird mir klar, dass ich es meinem Gegner nicht so leicht machen sollte, und rolle mich zur Seite. Das ist jedoch nur bedingt eine gute Idee, denn logisch, dass der Bauch nicht allein auf dem Boden herumliegt. Ob es die dazugehörigen Eingeweiden sind, in denen ich lande, oder etwas gänzlich anderes, kann ich auf die Schnelle nicht erkennen.

Und um ehrlich zu sein, will ich es auch gar nicht.

Das Biest scheint im Dunkeln sehen zu können, denn plötzlich packt es mich an den Schultern und hievt mich hoch. Ich spüre seinen Atem im Gesicht und denke darüber nach, ohnmächtig zu werden, derart gräßlich ist der Gestank, der plötzlich meine empfindlichen Geruchssinne bombardiert.

„Hör auf!“

Wie? Was? Hat wirklich gerade das Biest mit kaum zu verstehender Stimme, die einem Subwoofer Ehre machen könnte, darum gebeten, aufzuhören?

Ich beschließe, dass ich wohl halluziniere, was kein Wunder wäre angesichts dessen, was ich gerade einatmen muss. Ob sich bei der Verwesung auch Halluzinogene bilden, die nun konzentriert aus dem Magen dieses Monsters entweichen und mich der Sinne berauben?

Ich schlage wild in die Richtung, aus der die Stimme kam, und treffe etwas Hartes. Obwohl ich vom Kampfsport her gewohnt bin, Ziegelsteine und Ähnliches zu zertrümmern, habe ich das Gefühl, sämtliche Knochen meiner Faust wären gebrochen. Anscheinend habe ich das Biest voll im Maul getroffen, und seine Zähne sind verflucht hart.

Wir schreien beide auf und taumeln voneinander weg. Wenigstens kann ich meinen Gegner jetzt hören und so lokalisieren. Er scheint in Richtung Ausgang zu laufen und ich folge ihm, wenn auch etwas langsamer, da ich nichts sehen kann. Ich werde bei Gelegenheit Michael fragen, ob es irgendeinen Trick gibt, wie sich Vampire auch bei völliger Dunkelheit orientieren. Wobei, so wie ich ihn kenne, wird er sagen, dass sie es genauso machen wie die Fledermäuse.

Blödes Arschloch.