Gesetzlose Liebe - Cora Buhlert - E-Book

Gesetzlose Liebe E-Book

Cora Buhlert

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Beschreibung

Einst war Lola Laverne war einer der größten Stars im Europa des 19. Jahrhunderts, Sängerin, Tänzerin, Geliebte von Millionären und Königen.Aber all dies ist Vergangenheit, und nun sitzt Lola in einer Zelle in Silver Dollar City, einem Goldgräbernest in Wilden Westen, verurteilt zum Tode durch den Strang, weil sie einen Mann erschossen hat, der versucht hat, sie zu vergewaltigen.Männer waren schon immer Lolas Verderben. Aber ist dies wirklich das Ende für sie? Wird Lola wirklich ihren letzten Tanz am Ende das Galgenstrickes aufführen oder hat das Schicksal etwas anderes für sie im Sinn? Und wird Lola endlich die wahre Natur ihrer Wünsche erkennen?Dies ist eine Kurzgeschichte von 4550 Worten, was etwa 16 Buchseiten entspricht.

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Gesetzlose Liebe

von Cora Buhlert

Bremen, Germany

Copyright © 2011 by Cora Buhlert

Copyright der Übersetzung © 2014 by Cora Buhlert

Alle Rechte vorbehalten.

Originaltitel: Outlaw Love

Aus dem Englischen übersetzt von Cora Buhlert

Pegasus Pulp Publications

Mittelstraße 12

28816 Stuhr

Germany

www.pegasus-pulp.com

Gesetzlose Liebe

Lola Laverne lief in der winzigen Zelle auf and ab. Draußen vor dem Gefängnis zimmerten Arbeiter gerade den Galgen zusammen. Lolas Herz pochte im selben Takt wie die Hämmer der Zimmerleute. In weniger als zehn Stunden würde sie sterben.

Viele Menschen waren nach Silver Dollar City gekommen, um Lolas Hinrichtung beizuwohnen. Dass eine Frau gehängt wurde war ein seltenes Spektakel, sogar hier im gesetzlosen Westen.

Aber Lola war nicht einfach nur irgendeine Frau. Sie war Lola Laverne, die weltberühmte Tänzerin, weithin bekannt als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Einst war sie auf allen großen Bühnen Europas aufgetreten. Ihr Tanz hatte den König von Preußen so verzaubert, dass er sie glatt zu seiner Königin gemacht hätte, wenn er nicht schon verheiratet gewesen wäre.

Doch all das war Vergangenheit. Denn jetzt war Lola nichts weiter als eine verurteilte Mörderin, die in einer schmutzigen Zelle in einer kleinen Bergarbeiterstadt irgendwo im Wilden Westen darauf wartete, ihre letzte Vorstellung am Ende eines Stricks zu geben.

Ein Schlüssel quietschte im Schloss, die Tür zum Zellenblock öffnete sich und Lolas Herz rutschte ihr in die Magengrube. War es denn schon Zeit? Kamen sie etwa schon, um sie zu holen? Aber nein, das konnte nicht sein. Die Zimmerleute waren doch noch nicht einmal mit dem Galgen fertig.

Einen Moment später blickte das sommersprossige Gesicht von Deputy Stubbs in den düsteren Korridor, der zu den Zellen führte. Lola entspannte sich ein wenig. Sie mochte Deputy Stubbs recht gerne. Zumindest behandelte er sie wie eine Dame, trotz der Umstände. Das war mehr als man über die meisten anderen sagen konnte.

„Miss Laverne”, sagte der Deputy, „Sie haben Besuch.”

Wahrscheinlich Zeitungsleute, die hofften, einen Blick auf die berüchtigte Lola Laverne zu erhaschen, bevor sie aufgeknüpft wurde. Vielleicht auch nur normale Gaffer, die dem Sheriff ein oder zwei Silberdollar zugesteckt hatten für das Privileg, Lola anstarren zu dürfen.

Aber die zwei Gestalten, die den Zellenblock betraten, sahen nicht wie die üblichen Gaffer aus. Zunächst einmal waren es Frauen, zwei Frauen, die Weidenkörbe trugen. Alles an ihnen war grau. Ihre Kleider, ihre Hüte, sogar ihre Gesichter. Die beiden Frauen trippelten den Korridor entlang und stoppten im respektvollen Abstand vor der Zelle, als ob Lolas Situation irgendwie ansteckend wäre.

„Miss Laverne…” Eine der Frauen holte ein Heft, das etwa die Größe eines Beadle Groschenromans hatte, aus ihrem Korb und reichte es durch die Gitterstäbe. „Wir bringen ihnen Erbauung für die Seele.”

Lola warf einen kurzen Blick auf das schlichte Titelbild des Heftes und sah, dass es ein religiöses Traktat war. Sie nahm alle ihre Höflichkeit zusammen und sagte, „Vielen Dank.” Dann legte sie das Heft auf die schmale Pritsche, welche in den letzten fünf Tagen ihr Bett gewesen war.

Lola hatte natürlich nicht vor, das Traktat zu lesen, aber das musste sie den beiden Frauen ja nicht unbedingt erzählen. Außerdem konnte man nie wissen, wann man etwas Toilettenpapier benötigen würde.

Die Frauen zogen noch etwas anderes aus ihrem Korb. Es war ein zusammengefaltetes Stück Wollstoff.

„Wir haben ihnen auch noch ein Kleid gebracht”, sagte eine der Frauen, „Ein schlichtes, demütiges Gewand, damit sie nicht in solch einer schamlosen Aufmachung vor unseren Schöpfer treten müssen.”

Lola warf einen Blick auf das schlichte schwarze Gewand. Es sah noch unvorteilhafter aus als die Kleider, die die beiden Frauen trugen, selbst wenn das kaum möglich schien.

Dann sah Lola an sich selbst herunter, auf ihr elegantes Kleid aus smaragdgrünem Atlas und schwarzer Chantilly Spitze, der neuesten Pariser Mode nachempfunden. Die Wahl war klar.

„Danke, aber nein danke”, sagte sie, „Dieses Kleid war gut genug, um darin in der Pariser Oper zu tanzen. Dann ist es sicherlich auch gut genug, um darin am Galgen zu tanzen.”

Die beiden Frauen falteten das schlichte schwarze Wollkleid zusammen, legten es wieder in den Korb und gingen, offensichtlich enttäuscht.