Verlag: Schirner Verlag Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

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Sicherung: Wasserzeichen

E-Book-Beschreibung Gespräch mit Merlin - Christine Arana Fader

'Dieses Buch soll ein Zeichen der Hoffnung sein, ein Hinweis darauf, dass nichts in Stein gemeißelt ist, dass ihr die Freiheit in euch selbst findet und dass der Frieden in euren Händen liegt ' In ihren Gesprächen mit Merlin gewährt Christine Arana Fader einen einmaligen Einblick in das mystische Reich von Avalon, jenen Ort, an dem weise Frauen das geheime Wissen der Quelle hüteten und weitergaben. Tauchen Sie ein in diese sagenumwobene Welt, werden Sie Zeuge berührender Gespräche zwischen Merlin und Morgaine, und lassen auch Sie sich von den weisen Worten des legendären Druiden führen! Merlins Worte bergen wertvolle Schätze, die Ihre Sicht auf die Welt für immer verändern werden.

Meinungen über das E-Book Gespräch mit Merlin - Christine Arana Fader

E-Book-Leseprobe Gespräch mit Merlin - Christine Arana Fader

Christine Arana Fader

Der Zauber weiser Worte

aus einer zeitlosen Welt

Dieses Buch enthält Verweise zu Webseiten, auf deren Inhalte der Verlag keinen Einfluss hat. Für diese Inhalte wird seitens des Verlags keine Gewähr übernommen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich.

Originalausgabe

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks vorbehalten

ISBN 978-3-8434-6202-0

© 2014 Schirner Verlag, Darmstadt 1. E-Book-Auflage 2015

Umschlag: Simone Fleck, Schirner, unter Verwendung eines Bildes von Anja Kostka, www.anja-kostka.de Layout: unter Verwendung von # 164152514 (RAEVSKY), www.shutterstock.com Redaktion: Kerstin Noack, SchirnerE-Book-Erstellung: Zeilenwert GmbH, Rudolstadt, Germany

www.schirner.com

Über die Autorin

Christine Arana Fader wurde im Jahr 2000 von der Geistigen Welt mit der Drachenenergie verbunden. Zehn Jahre lang wurde sie von lichtvollen Wesen und den Drachen geschult, bis sie 2010 mit ihrer Arbeit an die Öffentlichkeit ging.

Seitdem hat sie sich mit ihrer Drachenarbeit einen Namen gemacht und ist daher heute vielen als »die Drachenfrau« bekannt. Mit großer Hingabe und Liebe bringt sie den Menschen in ihren Workshops die Energie der Drachen und Avalon nahe, über die sie nun auch literarisch berichtet. Sie eröffnet dadurch ein Verständnis davon, dass jeder seine eigene Magie in sich trägt, jenen inneren Zauber, der jetzt für unsere neue Welt erwachen darf.

Weitere Informationen zur Autorin findest du unter:

www.goldkamille.de

Inhalt

Über die Autorin

Vorwort

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Nachwort

VORWORT

Es war an einem goldenen Herbsttag. Wie gewohnt ging ich in meinen hellen Meditationsraum, legte meine Lieblings-CD ein und zündete einige Kerzen an. Ich legte mich auf den Boden und schloss die Augen. Meine Meditationen oder Trancereisen beginne ich meist ohne Absicht – ich lasse mich treiben und schaue, wohin sie mich führen. Manches Mal passiert nicht viel, dann schlafe ich ein. Aber ab und an unternehme ich wirklich wundervolle Reisen.

An diesem Abend führte mich meine Reise nach Avalon, es war meine erste Reise dorthin. Irgendwie war es so, als solle mir die Insel gezeigt werden, andererseits hatte ich das Gefühl, als würde ich alles kennen, denn ich konnte mich an vieles erinnern. Als ich zurückkehrte und die Augen wieder öffnete, war ich wie verzaubert. Etwas hatte sich verändert – ich selbst hatte mich verändert, so glücklich und so voller Frieden fühlte ich mich.

Einige Tage später ging ich erneut in meinen Meditationsraum, um eine Trancereise zu unternehmen, auch diesmal ohne Absicht. Es erstaunte mich, als ich mich abermals in Avalon wiederfand. Am Ufer des Sees, der Avalon umgibt, sah ich ein Boot, das mich magisch anzog. Ich stieg ein und fuhr über den See.

So etwa zwei Wochen waren vergangen, als ich bei einer Trancereise abermals in Avalon landete. Und ich fing an zu verstehen, dass dies mehr werden würde als eine entspannende, kraftbringende Meditation oder Trancereise.

Bei einer weiteren Reise begegnete ich Merlin, und von da an begann ich, alles niederzuschreiben.

Merlin nennt mich liebevoll Morgaine. Doch glaube ich nicht, dass ich Morgaine bin.

Sie benutzt mich, um in unserer Zeit gehört zu werden. Morgaine ist Priesterin von Avalon und alles, was in jener Zeit begann, muss in unserer Zeit vollendet werden. Die Priesterinnen und Druiden wollten den alten Glauben, der eng mit Lady Gaia und unserer Natur verbunden ist, bewahren. Doch haben sie versagt, die Herrschaft der Angst hat gesiegt. Allerdings kann solch ein Sieg in unserer Welt nicht von Dauer sein, solange es noch Menschen gibt, die das Licht von Avalon und Camelot in ihren Herzen tragen.

Während der Trancereisen spüre ich Morgaine, mit der ich teilweise regelrecht verschmelze, als lebendigen Quell. Sie ist mutig und inspirierend.

Jeder, der dieses Buch liest, darf sich seine eigene Meinung bilden und in sich hineinfühlen, was für ihn seiner individuellen Wahrheit entspricht. Die Wahrheit hat viele Gesichter und Facetten. Mit deinen Gedanken, Worten und Taten erschaffst du sie, deine Wahrheit. Nimm nur das in dein Herz auf, was du für dich als Wahrheit akzeptieren kannst.

Die Kapitel sind kurz, oft enden sie etwas abrupt. Aber dies war nötig, damit ich alles aufschreiben konnte, ohne – so hoffe ich – etwas zu vergessen. Das ein oder andere Mal war ich so weit weg, dass ich Mühe mit dem Schreiben hatte, weil ich mich erst wieder daran erinnern musste, wie es geht.

Es ist eine große Freude und Ehre, einem so weisen Magier und Lehrer wie Merlin begegnen zu dürfen.

Meist treffe ich Merlin am Rande des alten, lichtvollen Waldes südlich von Avalon. Dieser zauberhafte Hain reicht bis hin zu den Ufern des Sees, der Avalon umgibt. Hier, nahe der großen Lichtung, stehen die Bäume nicht so dicht, die Sonne wärmt den Boden und ein wundervoller Duft steigt mir in die Nase. Es ist Frühling, jedoch ist es noch nicht besonders warm, darum bin ich froh über den dicken, wärmenden Umhang aus Schafwolle. Wir haben uns auf den Boden gesetzt und lehnen an die Stämme zweier sehr alter Eichen. Von hier aus schauen wir auf eine Wiese. Die Sonne scheint und streichelt sanft unsere Gesichter – ein schöner Tag!

Merlin erzählt, und ich höre aufmerksam zu, zärtlich nennt er mich Morgaine.

Merlin spricht: »Ein guter Magier ist immer weise, und Weisheit ist immer mit Liebe gepaart. Magie bedeutet das Bündeln von Energie und auch das Umlenken von Energien in eine andere Richtung. Ein guter Magier ist immer ganz klar! Er hat nie den geringsten Zweifel an dem, was er wahrnimmt, und ist immer ganz sicher in dem, was er tut oder wie er sich entscheidet. Er vertraut sich und seiner göttlichen Führung und zweifelt dies niemals an. Er weiß, dass es nicht zu vermeiden ist, Entscheidungen zu treffen, und dass es zuweilen keine Rolle spielt, wie du dich entscheidest, sondern nur, dass du mit Liebe und Absicht den Weg gehst, den dir diese Entscheidung zeigt. Wenn du Ja zu etwas sagst, dann laut und mit Herz – und wenn du Nein zu etwas sagt, dann tue es genauso laut und mit Herz.«

Er hält inne, nimmt einem tiefen Atemzug frischer Luft und schaut verträumt in die Ferne. Nachdenklich legt er die Stirn in Falten.

»Rituale sind eine andere Form des Gebets, bei ihrer Verrichtung geht es darum, dass der Mensch einen Wunsch hat, und diese tiefen Sehnsüchte haben immer etwas damit zu tun, dass der Mensch etwas verändern möchte. Mit einem konzentriert durchgeführten Ritual kannst du in den Fluss der Energien eingreifen. Viele Menschen haben zwar die Absicht, etwas in ihrem Leben zu verändern, sind aber nicht bereit zu handeln. Dies ist der Grund, warum sie die Dienste eines Magiers oder einer Priesterin von Avalon benötigen, der oder die den aktiven Part übernimmt und in die bestehenden Strukturen eingreift, indem ein Ritual durchgeführt wird. Wenn die Strukturen eines Menschen extrem gefestigt sind und sein System sehr gegen die angestrebte Veränderung ankämpft, muss das Ritual mehrfach wiederholt werden. In solch einem Fall sollte der Hilfesuchende auf den Rat des Magiers hören und seine Empfehlung annehmen.

Eine Empfehlung könnte zum Beispiel sein, die Essgewohnheiten für einige Zeit zu ändern oder auch, täglich selbst ein kleines Ritual abzuhalten. All dies kann helfen, die verhärtete Struktur etwas aufzuweichen. Ein tägliches Gebet hätte den gleichen Effekt.

Der Magier liebt die Natur und ist tief mit ihr verbunden, denn in ihr ist alles Magie. So sollte auch jeder Mensch diese Magie für sich nutzen und hinaus in die Natur gehen und sie auf sich wirken lassen. Jeder Baum hat uns etwas mitzuteilen, und jeder Baum hat seine eigene Schwingung, die unserem System guttut und sehr heilsam ist.

Gehe bei Sonnenaufgang auf eine Wiese und vertiefe dich in einen Tautropfen, denn in ihm ist eine unendliche Liebe versteckt, die dich verzaubern kann. Atme das Grün der Wiese ein, direkt in dein Herz, lasse es wachsen, und fühle die Freiheit darin. Höre auf den Rat eines sehr alten Magiers, und du wirst selbst Magie vollbringen!«

Merlin wendet mir langsam sein Gesicht zu. Er ist alt, doch seine Augen sind wach und funkeln mich an.

»Du wirst dann selbst zu Magie werden, und überall dort, wohin du deinen Fuß setzt, wirst du Magie verbreiten. Viele Menschen werden es nicht verstehen, sie werden sich fragen, was es wohl ist, was dich so anders macht. Sie werden sich fragen, warum du so frei und glücklich bist, und warum du derart geliebt und respektiert wirst, egal, wohin du kommst.«

Das Lächeln, das er mir schenkt, ist wie eine heilende Berührung. Die Farben um mich herum verblassen, Merlins Gesicht rückt etwas in die Ferne – ich kehre zurück.

Heute erreiche ich noch vor Merlin unseren Lieblingsort am Rande des Waldes. So habe ich genügend Zeit, mich niederzusetzen und in Ruhe umzuschauen. Die Wiese liegt im Sonnenlicht, und ein Reh steht friedlich grasend auf der anderen Seite der großen Lichtung. Unverhofft steht Merlin vor mir, ich habe ihn nicht kommen hören. Er lächelt über mein verdattertes Gesicht, setzt sich, wie gewohnt, an seinen Baum, lehnt sich gemütlich zurück und schaut in die Ferne. Ganz auf seine Art, nämlich mit Schweigen, begrüßt er mich. Doch es ist noch mehr als das, eine Energie strömt von ihm aus, die mich berührt und die Frieden und Glück in mein System bringt. Wie so oft sitzen wir lange schweigend zusammen, bevor er etwas sagt:

»Magie ist wichtig, denn sie ist eine Form des Glaubens. Seit Urzeiten ist der Mensch auf der Suche nach etwas, woran er glauben kann. Die Magie bringt dir bei, an dich selbst zu glauben – an die Gottesmacht in dir, an deine Schöpferkraft, an dein inneres Licht. Religionen kommen und gehen. Magie jedoch hat es schon immer gegeben, auf allen Kontinenten, auf allen Planeten. Überall dort, wo intelligentes Leben existiert, gibt es Magie. Ihr Menschen habt die Magie vergessen, jedenfalls viele von euch, aber die Magie hat die Erde nicht vergessen. Sie kommt zurück in euer Leben. Dann zieht Ruhe ein – Ruhe, Frieden, Fülle und Gelassenheit. Mit der Magie könnt ihr ein angstfreies, erfülltes Leben führen.«

Er schweigt eine Zeit lang. Dann streicht er liebevoll mit seiner Hand über den Boden und über das Laub, es raschelt unter seiner Berührung. Plötzlich hält er einen kleinen Stein in der Hand, der sich unter dem Laub versteckt hatte.

Merlin seufzt: »Ahhh – Steine … Beschäftige dich mit Steinen! Der schwarze Turmalin etwa ist der Stein des Selbstvertrauens. Er wirkt wie ein Blitzableiter auf alle negativen Einflüsse und Strahlungen. Er bewahrt dich davor, die Kraft der Magie zu missbrauchen. Er vermag positive Energie zu zentrieren, zu bündeln. Der schwarze Turmalin eignet sich am besten als »magischer Stein«. Du kannst ihn für alle Rituale verwenden. Er ist ein Lichtbringer, der dein Bewusstsein erweitern kann. Schwarze Turmaline steigern deine Konzentrationsfähigkeit. Dieser Stein ist ein Stein der Freiheit, und er bringt Licht in alle Schattenbereiche.«

Merlin lächelt, greift in die Tasche seines Gewandes und zieht einen kleinen, olivgrünen Stein hervor. Er hält ihn zwischen Zeigefinger und Daumen in die Luft und betrachtet ihn im Sonnenlicht. »Mein Lieblingsstein ist der Peridot – ein wundervoller Stein. Er öffnet das Herz, wenn du ihn auf die Brust legst, oder er bringt dir Hellsichtigkeit, wenn du ihn auf die Stirn legst. Es gibt viele wunderbare Steine mit den unterschiedlichsten Wirkungen. Jeder Stein birgt ein Geschenk in sich.«

Er steckt den kleinen, olivgrünen Stein wieder zurück in seine Tasche, für einen Moment ruht seine flache Hand darauf, und sein Gesicht nimmt dabei einen etwas verträumten Ausdruck an – doch dann holt er tief Luft, schaut mir direkt in die Augen und sagt: »Aktiviere deine Hellsichtigkeit, und nutze die magische Kraft des Visualisierens. Übe dich im Sprechen von Ritualen, und nutze die magische Kraft des gesprochenen Wortes. Sprich laut, spricht mit Kraft, sprich bestimmend. So, liebste Morgaine, nun darfst du gleich das erste Ritual niederschreiben. Doch zuvor musst du lernen, wie man einen magischen Schutzkreis zieht.

Der magische Schutzkreis ist ein visualisierter Kreis aus blauen Flammen. Nimm dazu deinen magischen Stein in die linke Hand. Ziehe den Kreis mit nach unten ausgestrecktem rechtem Arm, deine Fingerspitzen zeigen dabei auf den Boden. Beginne im Osten. Stelle dich so auf, dass dein rechter Arm nach Osten weist. Drehe dich langsam im Uhrzeigersinn, lasse blaue Flammen aus deinen Fingerspitzen zum Boden fließen. Visualisiere einen Kreis aus kleinen blauen Flammen, in dessen Mitte du stehst. Mit deiner magischen Kraft ziehst du die blauen Flammen noch oben, bis sie sich über deinem Kopf schließen. Dies bewirkst du, indem du deine beiden Arme langsam nach oben hebst. Sei bei allem konzentriert, und führe jede Bewegung mit Kraft aus. Dies bringt die Absicht, mit der du das Ritual durchführst, zum Ausdruck. Nimm dann deine Hände zum Herzen und führe dein Ritual durch. Wenn der Schutzkreis geschlossen ist, darf er nicht verlassen werden, bis das Ritual beendet ist. Danach öffnest du den Kreis, indem du deine Arme wieder nach oben nimmst und damit die blauen Flammen über deinem Kopf öffnest. Mit deiner magischen Kraft ziehst du die blauen Flammen mit deinen Armen herunter. Du stehst jetzt wieder in dem Kreis aus kleinen blauen Flammen.

Beende das Ritual. Beginne dafür wieder im Osten, indem du mit einer auswischenden Handbewegung, gegen den Uhrzeigersinn, die göttlichen blauen Flammen im Boden versinken lässt. Sprich Worte des Dankes aus. Du musst ebenfalls darauf achten, dass während des Rituals niemand in den Kreis hineintritt, denn das würde den Schutz zerstören.«

Merlin steht auf und geht mit auf dem Rücken verschränkten Händen einige Schritte auf die Wiese hinaus, als müsse er etwas überdenken. Ich stehe auf und gehe ihm nach. Das Gras ist fast kniehoch und durchsetzt mit wilden, bunt blühenden Blumen, die uns anlächeln. Ich spüre die Heilkräfte, die mich umgeben – in jeder Blüte auf dieser Wiese ist Heilung zu finden. Meine Handflächen fangen an zu vibrieren, so wie sie es immer tun, wenn sich besondere Energien der Heilung zeigen. Merlin beugt sich zu einer Blüte hinunter, berührt sie zärtlich mit seinen Händen und lächelt selig vor sich hin. Er spricht: »Und nun das Ritual. Du sitzt in deinem magischen Kreis aus blauen Flammen. Nimm deinen magischen Stein in die linke Hand. Zeichne mit der rechten Hand ein Pentagramm vor dich in die Luft. Beginne oben an der Spitze, ziehe die erste Linie nach rechts unten und vollende dann das Pentagramm von dort aus. Nun nutze die Kraft des Visualisierens und betrachte das Pentagramm. Wie aus Licht geschrieben schwebt es vor dir in der Luft. Zeichne anschließend die fünffache Schleife, auch arktische Rose genannt, in die Luft. Dieses Symbol ist kreisförmig und sieht aus wie der fünf Mal hintereinander in Schreibschrift geschriebene Buchstabe »e«. Dann sprich laut: »Ich, Morgaine, rufe den Engel der Gnade, ich bitte um seine Unterstützung bei diesem Ritual. Ich, Morgaine, rufe den Engel der Gnade, ich, Morgaine, rufe den Engel der Gnade und bitte darum, dass er mich und dieses Ritual segnen möge.« Dann zeichne drei übereinanderliegende Wellenlinien in die Luft und sieh, wie diese Linien – wie aus Licht geschrieben – vor dir entstehen. Anschließend sprich deinen magischen Spruch: »Mit der Macht der Magie und mithilfe der Geistigen Welt bewirke ich, dass mein Glaube, meine magische Kraft und die Kraft der Liebe in meinem Herzen sich in Gänze entfalten mögen und sich in allem, was ich tue, manifestieren. Frei fließt mein Geist, frei fließt meine Macht – es ist vollbracht.«

Merlins Worte und die hohe Schwingung, die sich über die ganze Lichtung ausgebreitet hat, machen mich schwindelig. Plötzlich sehe ich alles verschwommen. Ich taumle leicht und sehe nur noch Licht, ich bin zurück! Mein Körper ist steif, die Musik spielt nicht mehr, und die Kerzen sind fast ganz heruntergebrannt, lange war ich fort – ich friere.

Ich laufe hastig an den Ort, an dem die Eichen stehen, doch bevor ich ihn erreiche, halte ich kurz inne, um zu Atem zu kommen. Rasch streiche ich mein Kleid glatt und überprüfe, ob es ordentlich aussieht. Dann gehe ich ruhig und langsam die letzten Schritte – und was sehe ich? Nichts! Merlin ist nicht da. Deutlich kann ich erkennen, dass er noch vor Kurzem auf seinem gewohnten Platz unter der Eiche gesessen hat. Ängstlich schaue ich mich nach ihm um – habe ich ihn verpasst? Nein, er steht auf der Wiese, und eine kleine Gruppe von Rehen läuft an ihm vorüber. Er lacht.

Am Waldrand bleibe ich stehen, schließe meine Augen und lasse mein Gesicht von den Sonnenstrahlen streicheln. Ich spüre seine Präsenz, noch bevor er vor mir steht und sanft meine Wange berührt.

»Ich grüße dich, mein Kind.«

»Ach, wie schön, immer wieder gelingt es dir, dass ich mich wie ein junges Mädchen fühle, obgleich ich doch ganz offensichtlich in die Jahre gekommen bin«, sage ich zu ihm.

»Für mich wirst du immer das kleine, wissbegierige Kind von damals bleiben. Ein Mädchen mit einer ganz eigenen Schönheit. Deine Augen haben nichts von ihrem Glanz und Ausdruck von einst verloren, liebste Morgaine. Ja, ja diese blaugrauen Augen mit dem intensiven Blick … vielen machst du damit sogar etwas Angst.«

Ich selbst habe mich als Morgaine noch nicht gesehen. Während der Trancereisen kann ich nur meine Hände sehen, die deutlich auf eine Frau über fünfzig hinweisen. Seltsam ist, dass in meinen wild gelockten Haaren, die mir bis zu Taille reichen, noch kein einziges graues Haar zu sehen ist. Ich bin klein und zierlich und trage jedes Mal das gleiche Kleid, es ist blau. Das Blau ist nicht leuchtend, eher etwas verwaschen, darüber trage ich einen grauen Capemantel mit großer Kapuze. Kleid und Mantel reichen bis zum Boden. Meine Füße stecken in braunen Ledersandalen. Es wirkt alles sehr schlicht, denn ich trage zudem keinerlei Schmuck.

»Heute erzähle ich dir von Avalon«, sagt Merlin. Er lehnt an den dicken Stamm der Eiche und hat die Augen geschlossen.

»Vor sehr langer Zeit kam eine kleine Gruppe von Frauen in dieses Land. Sie waren auf der Flucht, denn sie wurden wegen ihres Glaubens und wegen ihrer magischen Macht verfolgt, aber auch, weil sie frei sein wollten. Unterwerfung kam für diese stolzen Frauen nicht infrage. Sie kamen aus einem Land hinter dem Uralgebirge. Es waren vierundzwanzig Frauen, davon waren einundzwanzig wie Krieger ausgestattet, die anderen drei trugen jenes Gewand, das zu allen Zeiten von den Priesterinnen von Avalon getragen wurde – ein blaues, schlichtes Kleid und einen grauen Capemantel mit einer großen Kapuze. Die drei Frauen waren hochgewachsen und kräftig. Die Kriegerinnen waren bewaffnet, trugen kurze, helle Kleider und einen Brustpanzer aus Leder, ebenso waren ihre Unterschenkel und Unterarme durch Ledermanschetten geschützt. Sie kauften dieses Stück Land mit dem großen See und der Insel. Sie bauten eine kleine, einfache Siedlung in der Nähe des südlichen Seeufers. Schon nach kurzer Zeit waren sie aufgrund ihres Heilwissens sehr beliebt bei der einheimischen Bevölkerung. Sie behandelten jeden gleich, egal, ob Edelmann oder Bettler.

Die Kriegerinnen wurden sesshaft. Nach und nach heirateten einige von ihnen und bekamen Kinder. So vermischten sie sich mit dem Volk, und die Siedlung wuchs. Zur gleichen Zeit begannen die Bauarbeiten auf der Insel. Viele Jahre zogen ins Land, bis das große Steingebäude fertiggestellt war. Die drei Priesterinnen nahmen die weiblichen Kinder der Siedlung, sobald sie sieben Jahren alt wurden, mit auf die Insel. Dort wurden sie zehn Jahre lang unterrichtet. Es herrschte jedoch kein Zwang Wenn ein Mädchen auch nach einem Monat noch sehr unter Heimweh litt und sich dem Zauber Avalons nicht öffnen konnte, durfte es zu seiner Familie zurückkehren. Jedoch konnte eine Entscheidung gegen Avalon nicht rückgängig gemacht werden. An ihrem siebzehnten Geburtstag konnten sich die Mädchen erneut entscheiden. Für ein Leben auf der Insel oder für ein Leben außerhalb von Avalon.

Zu jeder Zeit gab es drei Hohepriesterinnen in Avalon. Sie herrschten auf der Insel und hatten später auch großen Einfluss auf bedeutende Personen wie z. B. Könige, Edelmänner und deren Frauen. Die ersten drei Hohepriesterinnen pflanzten die ersten Apfelbäume, und so wurde der Apfel zum Wahrzeichen von Avalon. Die Heilige Insel wird auch die Apfelinsel genannt, das Zeichen für Avalon ist seither der silberne Apfel, so wie eine goldene Eichel mit Eichenblatt das Zeichen für die Insel der Druiden ist. Der Apfelbaum gibt in der Zeit, in der er seine Blüten trägt, enorme energetische Kraft ab und sorgt in der Zeit, in der er seine Früchte trägt, für Fruchtbarkeit und Fülle. Der Brauch, einer Braut vor der Hochzeitsnacht einen kleinen Apfel in den Ausschnitt ihres Kleides zu stecken, stammt aus Avalon. Der Apfel ist eine magische Frucht: Wenn man ihn quer halbiert, zeigt sich in der Mitte ein Pentagramm. Dieser Zauber ging auf die ganze Insel über. Die Priesterinnen kannten sämtliche Geheimnisse des Apfels: Ein Apfel vor dem Schlafengehen hilft bei Schlafstörungen, ein Apfel am Morgen macht munter, ein Apfel vor dem Aufstehen hilft bei Schwangerschaftsübelkeit. Äpfel gebraten mit Honig heilen Heiserkeit, Apfelschalentee lindert Gicht. Auch Apfelmost wurde hergestellt, vor allem für die alten Menschen, denn Apfelmost wirkt kräftigend und heilend. Äpfel reinigen den Körper, besonders das Blut. Der Apfel hält den Körper gesund und den Geist rein.« Merlin macht eine kurze Pause und verändert seine Sitzposition, dann spricht er weiter: »Asley, Marla und Urgain waren die Namen der ersten drei Hohepriesterinnen. Ich selbst habe diese drei Frauen nie kennengelernt, auch sind sie in keiner anderen Dimension zu finden. Sie sind heimgekehrt in die Quelle ihres Ursprungs und mit ihr verschmolzen. Sie haben der Welt – und damit den Menschen – etwas Großartiges hinterlassen: AVALON, ein unsterbliches Avalon.

Die Energie ist lebendig, und jeder kann sie spüren. Irgendwann waren es dann nicht mehr nur die Mädchen aus der Siedlung, die auf die Insel kamen. Es wurden Mädchen aus dem ganzen Land gebracht, sie wurden dort unterrichtet und erzogen. Sie wurden vorbereitet auf ein Leben ihrer Wahl. Manche blieben und wurden zur Priesterin geweiht. Dies bedeutete ein Leben in Liebe und Demut, aber auch ein Leben im Dienste der Menschen. Manche gingen zurück zu ihren Familien, heirateten und bekamen Kinder. Die Mädchen brachten Reichtum nach Avalon, er war der Ausgleich für die Ausbildung, doch zu keiner Zeit nahm der Reichtum in Avalon überhand, weil immer mit jenen geteilt wurde, die Hilfe benötigten. Zu keiner Zeit blieb ein Hilferuf unerhört. Avalon ist ein heiliger Ort, ein Ort voller Liebe, aber auch ein Ort der Ruhe und des Friedens. Liebste Morgaine, ich sehe, dass du lächelst, also spreche ich die Wahrheit – denn wer sonst, wenn nicht du, kennt Avalon so gut, dass er meine Worte bestätigen könnte.«

Merlin beugt sich vor und legt seine Hand auf die meine. Tränen laufen über mein Gesicht, und ich spüre eine tiefe Sehnsucht in meinem Herzen. Es ist, als würde mein Herz rufen: Ich will nach Hause!

Ich bin zurück und öffne meine Augen, noch etwa eine Stunde bleibe ich unbeweglich liegen, da ich noch immer die Wärme von Merlins Hand auf der meinen spüre. Er tröstet mich, er versteht mich.

Bevor ich die nächste Trancereise unternahm, war ich lange im Wald spazieren und verspürte schon währenddessen eine große Sehnsucht nach Avalon. Ich hatte die Reise für den frühen Abend geplant und freute mich besonders auf Merlin. Zunächst war alles wie immer: Ich ging in meinen Meditationsraum und schaltete die kleine Musikanlage ein. Ich setzte mich, legte Papier und Stift bereit und konzentrierte mich auf meine Mitte.

Es beginnt fast immer gleich, wenn ich nach Avalon reise: Ich stehe am Bootssteg der Insel und schaue auf das Festland hinüber. Ich gehe die wenigen Stufen, die zum Steg führen, hinunter. Sie sind aus dem Fels gehauen und ein wenig glitschig. In Höhe der untersten Stufe ist eine kleine hölzerne Plattform angebracht, die von dicken Pfeilern aus Eichenholz getragen wird. Ich steige vorsichtig in das Boot und rudere in Richtung Festland. Wie immer halte ich auf halber Strecke inne und fühle die Angst vor diesem dunklen Gewässer in mir aufsteigen. Jedes Mal frage ich mich, ob ich hier wohl irgendwann ertrinken werde, da diese Angst mich fast lähmt. Ich schüttle diese düsteren Gedanken ab. Bisher ruderte ich an diesem Punkt einfach weiter, doch heute entsteht über mir plötzlich ein großer Sog, der mich erfasst und nach oben zieht. Bald kann ich das Boot von oben sehen, mit mir darin – was ich sehr merkwürdig finde, aber ich lasse es geschehen. Ich werde weit in das Weltall hinausgezogen. Ich sehe Mutter Erde von oben, und dann stehe ich urplötzlich auf Sirius. Ich kenne diesen Planeten von Reisen, die mich früher schon hierher führten. Ich erkenne das Gebäude vor mir – es ist die Universität von Sirius. Ich war schon einige Male hier, also laufe ich auf das Gebäude zu und gehe hinein. Die große Halle ist sehr beeindruckend, lichtdurchflutet und wird durch eine unglaubliche Vielfalt unterschiedlichster Wesen von Leben erfüllt. Ich bleibe einen Moment stehen und schaue mich ein wenig um. Und da sehe ich ihn: Merlin. Er steht auf der gegenüberliegenden Seite der Halle und lächelt mir zu. Schnell laufe ich ihm entgegen. Es bedarf keiner Begrüßung, jeder weiß um die Gefühle des anderen. So tief ist unsere Verbindung. »Heute unterrichte ich in der Universität auf Sirius. Komm, liebste Morgaine, ich möchte dir einiges zeigen«, er dreht sich um und ich folge ihm.

Wir befinden uns im Erdgeschoss der Universität von Sirius. Von hier aus sieht man zahlreiche Stockwerke, in denen die unterschiedlichsten Fachbereiche untergebracht sind. Ich war bei meinen vergangenen Reisen immer auf anderen Etagen, noch nie im Erdgeschoss, außer in der großen Halle natürlich. Wir laufen auf eine Tür zu und Merlin öffnet sie.

»Hier ist mein Hörsaal mit meinen Schülern. Einst, in Avalon, als du noch ein Kind warst, habe ich dich auch ab und an unterrichtet. Dort habe ich dir und den anderen Mädchen Rituale beigebracht, ich habe euch Dinge über die Natur gelehrt, all das alte Wissen der Druiden. Die Hohepriesterinnen haben euch alles über die Kraft des Mondes beigebracht. Die Ausbildung der Mädchen in Avalon war sehr umfassend, aber hier, auf Sirius, ist das Wissen um ein Vielfaches umfangreicher. Jede Frage, die je in dieser Galaxie gestellt wird, kann hier ihre Antwort finden. Komm, setzt dich und sieh.« Merlin winkt eine lichte Gestalt herbei.

»Abrom, zeig Morgaine, was wir in den letzten Unterrichtseinheiten durchgenommen haben.«

Abrom kommt von seinem Platz herunter und stellt sich neben den Tisch, auf dem eine mittelgroße Kugel aus Kristallglas liegt. Er schaut die Kugel an und richtet dabei seine ganze Konzentration auf dieses Objekt. Und dann passiert es, es ist unglaublich: Die Kugel fängt an, sich zu verändern! Sie nimmt eine neue Form an, ich kann es kaum fassen. Eine Pyramide ist entstanden, eine Pyramide aus Kristallglas. Ich bin überwältigt.

»Ja, das erscheint dir erstaunlich. Aber das ist ungefähr so, als würde ein Mensch auf der Erde lernen, seinen ersten vollständigen Satz zu lesen. Damit möchte ich sagen, dass dies nur der Anfang ist. Myrian, zeig Morgaine noch mehr.«

Abrom geht zurück auf seinen Platz, Myrian geht – oder besser gesagt schwebt – zu einem würfelförmigen Gefäß aus Kristallglas und schaut es an. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit, so habe ich das Gefühl, füllt sie das Gefäß mit goldener Luft.

»Das ist Prana, heilende Luft. Du musst sie nur wollen – und schon ist sie da.« Myrian neigt bei diesen Worten den Kopf ein wenig und zwinkert mir zu. Natürlich weiß er, dass das mit dem Wollen und dem Nichtwollen für einen Menschen nicht ganz so einfach ist. Ich gehe durch die Reihen, jeder übt für sich. Kugeln, Quadrate, Pyramiden und andere Formen, es macht mir Freude, den Schülern zuzuschauen.

»Und nun kommen wir zu einem weiteren Schritt, und zwar zum Teilen – oder besser gesagt zum Duplizieren – der Form. Zuerst müsst ihr euch auf das Teilen konzentrieren. Schneidet mit euren Gedanken die Form in zwei Hälften. Nutzt euer Vertrauen und das Wissen, dass das kleinste Teilchen um diese Form weiß. Das kleinste Teilchen weiß, wie das Ganze aussieht. Aktiviert die Erinnerung des Atoms, indem ihr energetische Impulse aus eurem dritten Auge aussendet.«

Merlin stellt sich vor den Tisch und teilt die Pyramide aus Kristallglas. Zuerst sehe ich zwei halbe. Doch dann beginnen sie sich zu verformen, und es entstehen tatsächlich zwei komplette Pyramiden.

»Die Menschen auf der Erde klonen Gene, um ein Lebewesen ein zweites Mal zu erschaffen. Dies ist eine Vorstufe und wird den Menschen irgendwann die Erkenntnis bringen, dass das nicht möglich ist. In seiner Essenz und in seiner Schwingung ist jedes Lebewesen,