Gesund essen bei Krebs - Ihr Ernährungsberater für zu Hause - Margarete Agnes Heusch - E-Book

Gesund essen bei Krebs - Ihr Ernährungsberater für zu Hause E-Book

Margarete Agnes Heusch

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17,99 €

  • Herausgeber: TRIAS
  • Kategorie: Ratgeber
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2007
Beschreibung

Informieren Sie sich über die neu entdeckten Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs. Dieses Buch stellt Ihnen die Vorteile eines bewußt zusammengestellten Speiseplans vor. Sie erfahren, wie bioaktive Substanzen und Vitamine Ihre Abwehrkräfte stärken. Außerdem zeigt das Buch Ihnen, wie Sie wichtige Nährstoffe und Energie aufnehmen, um Ihr Gewicht zu halten.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 131

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Liebe Leserinnen und Leser!

Vielleicht haben Sie sich bisher nie übers Essen und Trinken Gedanken machen müssen. Doch mit Ihrer Krebserkrankung verändert sich alles und auch das Thema Ernährung erhält plötzlich einen hohen Stellenwert: Wie kann ich mich während der Therapie so ernähren, dass ich den Behandlungserfolg optimal unterstütze? Was kann ich tun, wenn es während der Therapie zu Problemen wie z. B. Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Erbrechen kommt? Wie kann ich verhindern, dass ich ungewollt an Gewicht verliere? Gibt es spezielle Diäten, um einen Rückfall zu verhindern? Wie kann ich trotz meiner Erkrankung ein Höchstmaß an Lebensqualität erreichen?

Als Ernährungsberaterinnen einer Universitätsklinik mit onkologischem Schwerpunkt betreuen wir zahlreiche Patientinnen und Patienten mit genau diesen Problemen. In unserer beruflichen Praxis beantworten wir täglich Fragen zum Thema gesunde Ernährung bei Krebs. Unsere langjährigen Erfahrungen aus unserem Beratungsalltag haben wir in diesem Ratgeber für Sie zusammengestellt.

Dabei möchten wir Ihnen praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Tipps zur gesunden Ernährung bei einer Tumorerkrankung vermitteln – wobei wir uns bewusst von dubiosen „Krebsdiäten“ distanzieren. Sie finden zudem spezielle Hinweise, wie Sie häufig vorkommende Beschwerden während der Therapie lindern können.

In unserem Rezeptteil nehmen wir Sie mit auf einen Streifzug durch die deutsche und internationale Küche und wir möchten Ihnen dabei Lust machen auf abwechslungsreiches und schmackhaftes Kochen und Essen. Mit wenig Aufwand lassen sich die Gerichte auch von ungeübten Köchen zubereiten.

Wir wünschen Ihnen gute Besserung, viel Spaß beim Kochen und Backen und natürlich einen guten Appetit!

Ihre Margarete Heusch/Anja Lemloh

Warum optimale Versorgung gerade jetzt wichtig ist

Die Diagnose einer Krebserkrankung bedeutet meist Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie. Das ist sehr anstrengend für Körper und Seele. Was dabei leicht vergessen wird: Der Körper bekommt in dieser Stresssituation oft nicht genug Energie. Neueste Untersuchungen belegen, dass bis zu 40 Prozent aller Betroffenen unter einer Mangelernährung leiden. Es wird schlicht zu wenig und auch oft das Falsche gegessen.

Wenn Sie infolge Ihrer Krebserkrankung an Untergewicht leiden, dürfen Sie die üblichen Regeln für eine gesunde Ernährung über Bord werfen. Wichtig ist dann erst einmal, dass ausreichend Kalorien auf den Teller kommen. Das ist nicht immer einfach, denn bei vielen Patienten mit Tumorerkrankungen kommt es aus verschiedenen Gründen zu Appetitmangel und das Geschmacks- und Geruchsempfinden ändern sich. Manche Tumore behindern durch ihre Ausdehnung auch direkt die Nahrungsaufnahme oder die Verdauung.

INFO

Mangelernährung zeigt sich nicht allein durch Untergewicht, sondern auch an den Folgen einer unzureichenden Aufnahme von wichtigen Nahrungsbegleitstoffen wie etwa Vitaminen. Eine erhöhte Infektanfälligkeit oder auch Müdigkeit können dann zum Beispiel die Folgen sein.

Bei Patienten, die unter Mangelernährung leiden, kommt es häufiger zu unangenehmen Nebenwirkungen bei der Therapie. In manchen Fällen können Patienten sogar nur unzureichend behandelt werden oder sie sprechen schlechter auf die Therapie an. Die Folge: Patienten mit Mangelernährung haben schlechtere Heilungschancen und eine deutlich schlechtere Lebensqualität.

Sie können aber selbst aktiv werden, um es nicht zu einer Mangelernährung kommen zu lassen. Sich ausreichend und abwechslungsreich zu ernähren, muss nicht schwierig sein. Die folgenden Kapitel sollen Ihnen dabei eine Hilfe sein.

Essen und Trinken genauer betrachtet

Im folgenden Kapitel erfahren Sie Wissenswertes über unsere Nahrung: Was steckt in unseren Nahrungsmitteln? Welchen Energiegehalt haben sie? Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?

Die Nährstoffe – wie viel wovon?

Unser täglicher Energiebedarf wird über die Aufnahme der Nährstoffe gedeckt: Kohlenhydrate und Fette gelten als die wichtigsten Energielieferanten. Eiweiß dient in erster Linie dem Baustoffwechsel.

Ein optimales Verhältnis liegt bei folgender Verteilung der Nährstoffe vor:

Bei dieser Nährstoffverteilung handelt es sich um Richtwerte der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Bei Patienten mit Tumorerkrankungen steht das Wohlbefinden im Vordergrund – die Zusammensetzung der Mahlzeiten kann daher auch von der optimalen Verteilung abweichen.

Eiweiß

Ein Protein ist umso hochwertiger, je ähnlicher Menge und Art der essentiellen Aminosäuren jenen des menschlichen Körpers sind.

Proteine tierischer Herkunft aus Milch, Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Eiern haben eine hohe biologische Wertigkeit, da sie dem menschlichen körpereigenen Eiweiß besonders ähnlich sind. Im Vergleich dazu haben pflanzliche Proteine eine niedrigere biologische Wertigkeit, da sie einen geringeren Anteil essentieller Aminosäuren enthalten.

INFO

Bei der Auswahl des Nahrungseiweißes sollten Sie nicht nur auf die Menge, sondern auch auf dessen Qualität (biologische Wertigkeit) achten.

Essen und Trinken genauer betrachtet

Sie können die biologische Wertigkeit der Nahrungseiweiße deutlich steigern, indem Sie Lebensmittel pflanzlicher und tierischer Herkunft geschickt kombinieren. Eine besonders hohe biologische Wertigkeit des Nahrungsproteins erreichen Sie, wenn Sie pflanzliche Lebensmittel zusammen mit Milch oder Eiern verzehren.

Kombinieren Sie, um die Qualität des Eiweißes zu erhöhen:

Weizen und Milchprodukte – z. B. Pfannkuchen

Kartoffeln und Milchprodukte – z. B. Pellkartoffeln mit Quark

Kartoffeln und Ei – z. B. Bratkartoffeln mit Spiegelei

Hülsenfrüchte und Milchprodukte – z. B. Linseneintopf und Milchprodukt als Dessert

Bohnen und Mais – z. B. gemischter Salat, Chili con Carne

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate liefern dem menschlichen Körper schnell Energie. Sie sind als Stärke und Zucker vorwiegend in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Milch und Sauermilchprodukte enthalten ebenfalls Kohlenhydrate (Milchzucker). Früher galten kohlenhydratreiche Lebensmittel als „Dickmacher“, heute nehmen sie einen hohen Stellenwert in der gesunden Ernährung ein.

Man unterteilt die Kohlenhydrate in Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker. Einfachzucker (Monosaccharide) und Zweifachzucker (Disaccharide) werden vom Körper schnell verdaut und gelten als „schnelle Energielieferanten“. Mehrfachzucker (Polysaccharide) werden auch als komplexe Kohlenhydrate bezeichnet, für die der Körper zur Verarbeitung mehr Zeit benötigt als für Einfach- oder Zweifachzucker.

EIWEISSREICHE LEBENSMITTEL

Eiweiß tierischer Herkunft: mageres Fleisch, magerer Fisch, Eiklar, magere Wurst, magere Käsesorten, magere Milch und Milchprodukte

Eiweiß pflanzlicher Herkunft: Hülsenfrüchte, Sojaprodukte

Viel Stärke – wenig Zucker

Gut die Hälfte des täglichen Energiebedarfs sollte über Kohlenhydrate gedeckt werden (das entspricht pro Tag etwa 400 Gramm Kohlenhydrate). Der Anteil der stärkehaltigen Lebensmittel (Mehrfachzucker) sollte dabei überwiegen. Eine günstige Verteilung erreichen Sie, wenn Sie die Auswahl der Kohlenhydrate nach folgender Faustformel vornehmen: Zwei Drittel der Kohlenhydratlieferanten bestehen aus stärkehaltigen Lebensmitteln, das restliche Drittel wird durch Ein- und Zweifachzucker abgedeckt. Allerdings sollten Sie den Anteil an Trauben- und Haushaltszucker möglichst knapp halten.

Fett

Fette, auch als Lipide bezeichnet, sind für unseren Körper bedeutende Energielieferanten. Fette enthalten Fettsäuren. Man unterscheidet dabei:

Gesättigte Fettsäuren: Sie erhöhen den Cholesterinspiegel in ungünstiger Weise.

Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Sie sind bei geringer Fettzufuhr eher günstig für den Cholesterinspiegel.

Essgewohnheiten, bei denen gesättigte Fettsäuren im Vordergrund stehen, haben einen negativen Einfluss auf die Blutfettwerte. Dies erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bestimmte Fettsäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, weil unser Körper sie nicht selbst produzieren kann. Diese werden als essentiell bezeichnet.

Fett liefert dem Körper mehr als doppelt so viel Energie wie Eiweiß und Kohlenhydrate.

Kaloriengehalt der Nährstoffe

1 g Fett

9 Kilokalorien (kcal)

1 g Eiweiß

4 Kilokalorien (kcal)

1 g Kohlenhydrate

4 Kilokalorien (kcal)

Fett erfüllt neben der Energiebereitstellung noch weitere Aufgaben im Körper: Es spielt eine Rolle beim Neuaufbau der Körperzellen und bei der Bildung von Hormonen, es sorgt dafür, dass die fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) vom Körper aufgenommen werden können, und es versorgt unseren Körper mit essentiellen Fettsäuren (einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren). Und schließlich: Fett sorgt auch dafür, dass uns das Essen besonders gut schmeckt, denn Fett wirkt als Geschmacksträger.

Wie viel Fett?

Zu viel Fett in der Nahrung führt zu Übergewicht mit sei nen vielen bekannten Begleiterkrankungen. Für gesunde Menschen ist die Menge von insgesamt 60-90 Gramm Fett pro Tag ausreichend. Das sind ca. 30 Prozent der Gesamtenergiemenge eines Tages. Diese Mengenangabe bezieht sich nicht nur auf die sichtbaren Fette (Streichfett, Kochfett), sondern auch auf die versteckten Fette in Lebensmitteln wie Wurst, Käse, Gebäck, Süßwaren, Fast-food- und Fertigprodukten.

Auswahl eines Pflanzenöls für Ihre Küche

Bei der Auswahl eines guten Öls kommt es auf die Verwendung, die Zusammensetzung und natürlich auch auf Ihren Geschmack an. Da sich nicht alle Öle hoch erhitzen lassen, sollten Sie sich stets fragen: Wird das Öl eher zur Zubereitung von Salatdressings verwendet oder zum Braten? Für den gesundheitlichen Wert ist die Zusammensetzung des Öls aus den verschiedenen Fettsäuren von Bedeutung.

In der täglichen Ernährung sollten Sie pflanzliche Fette bevorzugen, die einen großen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren haben: Rapsöl, Olivenöl, Distelöl, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl und daraus hergestellte Streichfette. Die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren aus fettem Tiefsee-, oder Kaltwasserfisch bieten einen besonderen Schutz für Herz und Kreislauf.

Nicht alle pflanzlichen Fette sind gleichermaßen geeignet: In bestimmten industriellen Verfahren gehärtete pflanzliche Fette wie Kokosfett und verschiedene Brat- und Backfette sind ungünstig in ihrer Fettsäurenzusammensetzung und daher nicht in größeren Mengen empfehlenswert.

Reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und somit empfehlenswert sind:

Rapsöl

Olivenöl

Erdnussöl

Haselnussöl

Mandelöl

Einen hohen Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren haben:

Rapsöl, auch Margarine

Sojaöl

Nussöle

Leinöl

Sesamöl

Makrele, Lachs, Hering

Fischölkapseln

Tipp

Omega-3 Fettsäuren (Fischölkapseln)

Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass sich Omega-3-Fettsäuren im Fischöl positiv hinsichtlich einer Gewichtszunahme auswirken. Außerdem wirken diese Fettsäuren entzündungshemmend. Wenn Sie erwägen, Omega-3-Fettsäuren medikamentös zu sich zu nehmen, besprechen Sie Ihr Vorhaben unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt.

Günstig: Öle mit hohem Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren

Lange Zeit wurden vor allem Öle mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren empfohlen. Daher galten Distel- und Sonnenblumenöl als besonders wertvoll. Beide enthalten einen großen Anteil an Omega-6-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst aufbauen kann. Studien zeigten allerdings, dass viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren nicht nur das „schlechte" LDL-Cholesterin, sondern auch das „gute“ HDL-Cholesterin senken. Seit den 1970er Jahren wird vermehrt auf die positive Wirkung der einfach ungesättigten Fettsäuren, speziell der Ölsäure, geachtet. Die Ölsäure erniedrigt in erster Linie das „schlechte“ LDL-Cholesterin. Seither empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die gesättigten Fette – vorwiegend tierischer Herkunft – zu reduzieren, ausreichend, aber nicht zu reichlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren und mehr einfach ungesättigte Fettsäuren zu essen. Öle mit einem hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren, zum Beispiel Olivenöl oder Rapsöl, sollten in keinem Haushalt fehlen. Raffinierte Oliven- oder Rapsöle eignen sich sogar zum Frittieren.

Übersicht über die Speiseöle.

*siehe „Sekundäre Pflanzenstoffe“, → S. 23 f.

Die wichtigsten Regeln im Umgang mit Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten

Je nach Ihrem Ernährungsstatus – leiden Sie an Untergewicht, sind Sie übergewichtig oder ist im Zusammenhang mit Ihrer Krebserkrankung ein Eiweißmangel aufgetreten? – sind die Empfehlungen zum Nährstoffbedarf unterschiedlich.

Eiweiß

Zum Aufbau und zur Erhaltung der Körpersubstanz benötigen wir Eiweiß.

Erniedrigter Gesamteiweiß- oder Albuminspiegel: Besonders, wenn es durch die Krebstherapie zu einem erniedrigten Gesamteiweiß- oder Albuminspiegel im Blut kommt, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Kost eine ausreichende, das Defizit ausgleichende Menge an Eiweiß enthält. Welche Lebensmittel eiweißreich sind und welche besonders hochwertiges Eiweiß liefern, lesen Sie im Kapitel über das Eiweiß (→ Seite 9). Besonders eiweißreich und auch oft gut bekömmlich sind Mixdrinks auf Milchbasis oder Quarkspeisen.

Bei normalem Eiweißspiegel im Blut ist eine übermäßig eiweißreiche Kost nicht notwendig. Auch wenn Sie häufiger vegetarische Gerichte essen, weil Sie Fleisch schlecht vertragen, muss das nicht gleich zu einem Eiweißdefizit führen.

Fett

Kleine Mengen Fett liefern dem Körper große Mengen Energie.

Bei Untergewicht: Das können Sie sich zu Nutze machen, wenn Sie durch Ihre Krebserkrankung sehr stark an Gewicht verloren und eventuell auch Schwierigkeiten haben, Ihren Energiebedarf mit großen Essensportionen zu decken. Kleine Gerichte, Snacks oder Zwischenmahlzeiten und auch Suppen oder Soßen können Sie dann durch die Zugabe von Sahne, Butter oder Öl kalorienmäßig aufpeppen. In unserem Rezeptteil finden Sie zahlreiche Hinweise zu kalorienreichen Zubereitungen.

Bei Übergewicht: Aber nicht alle Betroffenen haben Untergewicht. Es gibt auch Patienten, die trotz ihrer Erkrankung ihr Gewicht halten können, oder sogar Übergewicht haben. In solchen Fällen ist der übermäßige Fettverbrauch in der Küche natürlich nicht empfehlenswert. Hier sollten Sie sich an den Empfehlungen zum Beispiel der DGE orientieren und je nach Ihrem Körpergewicht die tägliche empfohlene Menge von 60 bis 90 Gramm Fett nicht überschreiten.

Bei der Auswahl des Fettes empfehlen wir allen Patienten, auf besonders hochwertige pflanzliche Fette zurückzugreifen (siehe → Seite 11 f.).

Kohlenhydrate

Kohlenhydratreiche Lebensmittel sind die Grundlage einer gesunden Ernährung, denn Kohlenhydrate liefern Ihrem Körper schnell Energie. Mit kleinen Mengen Traubenzucker oder auch mit geschmacksneutralen Kohlenhydratpräparaten kann man bei Bedarf schnell einen Energiemangel ausgleichen.

Bei erhöhten Blutzuckerwerten: In manchen Fällen kann es durch die Therapie einer Krebserkrankung zu erhöhten Blutzuckerwerten und deren Begleitsymptomen kommen. Wenn Sie neben Ihrer Krebserkrankung unter Diabetes (Zuckerkrankheit) leiden, sollten Sie Kohlenhydratmenge und -art gezielt auswählen. Ein unbesorgtes Zugreifen bei Süßigkeiten, Kuchen, Eis und gezuckerten Getränken ist dann ungünstig. Die Kohlenhydratmenge, die Sie bei erhöhten Blutzuckerwerten essen können, ist individuell anzupassen.

Begleitstoffe – Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe

Unsere Nahrung enthält nicht nur Nährstoffe für die Energieversorgung des Körpers, sondern darüber hinaus auch andere Stoffe, die zwar keine Energie liefern, aber genauso notwendig sind. Sie erfüllen wichtige Funktionen in unserem Organismus. Diese Nahrungsbestandteile werden auch als Begleitstoffe bezeichnet. Dazu gehören zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Vitamine

Vitamine sind lebensnotwendige Substanzen, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Ausnahmen sind die Vitamine D, K, B12 und Biotin, die im Körper selbst gebildet werden können. Die meisten Stoffwechselvorgänge unseres Körpers sind von der Mitwirkung einzelner Vitamine abhängig. Ihr Fehlen kann zu Störungen im Stoffwechsel führen.

Eine optimale Immunabwehr ist für Sie als Krebspatientin oder -patient von besonderer Bedeutung. Sie kann nur bei einer ausreichenden Vitaminversorgung sichergestellt werden. Oft werden in der Werbung zusätzliche Vitamingaben zur Verbesserung der Immunabwehr als unverzichtbar dargestellt. Eine deutliche Verbesserung der Immunabwehr durch eine Selbstmedikation mit Vitaminpräparaten ist allerdings nicht nachgewiesen.

Auch die These, dass hochdosierte Vitamingaben das Wachstum eines bestehenden Tumors hemmen, konnte wissenschaftlich bisher nicht bestätigt werden. Vitamine können also keine medikamentöse Therapie ersetzen. Bei einem nachgewiesenen Vitaminmangel ist eine ärztlich kontrollierte Verabreichung der fehlenden Nahrungsbestandteile notwendig.

Unsere Nahrung: die wichtigste Vitaminquelle

Eine ausgewogene Aufnahme an Vitaminen ist für eine gesunde Ernährung unabdingbar. Dabei stellt unsere Nahrung die wichtigste Vitaminquelle dar. Der beste Weg, um den Organismus optimal mit Vitaminen zu versorgen, ist die Ernährung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, die schonend zubereitet werden. Durch eine ausgewogene Mischkost können Sie Ihren Vitaminbedarf auf natürliche Weise decken. Eine zusätzliche Aufnahme von Vitaminpräparaten ist nicht notwendig.

Fettlösliche und wasserlösliche Vitamine

Fettlösliche Vitamine: Dies sind die Vitamine E, A, D und K. Sie sind in erster Linie in fettreichen Lebensmitteln enthalten. So ist Vitamin E vorwiegend in pflanzlichem Fett und Öl, Vitamin A ausschließlich in tierischen Lebensmitteln wie Leber enthalten. Vitamin D findet sich in pflanzlichen und auch tierischen fettreichen Nahrungsbestandteilen. Das fettlösliche Vitamin K kommt insbesondere in grünen Gemüsesorten vor.

Wasserlösliche Vitamine: sind in der Regel in Gemüse, Obst und Getreideprodukten in sehr unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Es gibt auch einige tierische Lebensmittel mit einem hohen Anteil wasserlöslicher Vitamine.

Der natürliche Vitamingehalt der Nahrungsmittel ist abhängig vom Vitamingehalt der Tiernahrung. Je nach Vitamingehalt im Tierfutter kann der Gehalt an Vitaminen etwa in Fleisch oder Eiern recht stark variieren.

Aufgaben der Vitamine

Vitamine als Enzymbestandteile: Die Vitamine B1, B2-Komplex, B6, B12 und Vitamin K sind Bestandteile von Enzymen. Bestimmte Enzyme können nur bei ausreichendem Vorhandensein dieser Vitamine aufgebaut werden. Diese Enzyme werden für den Zellstoffwechsel der Nährstoffe benötigt. Liegt ein Vitaminmangel vor, ist der Auf- oder Abbau von Stoffen in den Zellen gestört.

Vitamine mit speziellen Aufgaben: Vitamin A, C, D und E sind nur im Blut oder in ganz bestimmten Zellen vorhanden.

Wie kann es zu einer Unterversorgung kommen?

Ein Vitaminmangel ist nur durch eine Blutuntersuchung eindeutig feststellbar. Zu den Symptomen, die auf einen Vitaminmangel hinweisen können, siehe die Übersicht auf → Seite 19.

Unzureichender Vitamingehalt der Speisen: Bei der Zusammenstellung der Speisen sollten Sie vitaminreiche Lebensmittel bevorzugen. Außerdem ist die vitaminschonende Zubereitung und Lagerung von Lebensmitteln von Bedeutung.

TIPP

Nach einer Magenentfernung