Glamrock Zeitreise nach 1973 - Ralf Johann - E-Book

Glamrock Zeitreise nach 1973 E-Book

Ralf Johann

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Beschreibung

Fabi und Rallie, beide Anfang der 60er Jahre geboren, finden durch Zufall beim Geocaching, nachdem sie in eine Höhle gestürzt sind, eine Zeitparadoxie und landen genau 42 Jahre in der Vergangenheit. Da sie das Jahr 1973 noch gut aus ihrer Jugendzeit kennen, geraten sie natürlich ins Schwärmen und überlegen, wie sie das Jahr 1973 für sich und ihre Hobbies (VW KÄFER, KARMANN GHIA, VW BUS und natürlich GLAMROCK) nutzen können. Ein aberwitziger, lustiger und auch abenteuerlicher Zeitreise-Roman, in der die Jugendzeit vieler Mitfünfziger wieder lebendig wird. Kommt mit auf die Spuren der Glamrock Stars, alten Bravos und allen kultigen Dingen, die man damals so hatte und machte ... Ein Must-Have Roman für alle junggebliebenen Glamrocker und Jahrgänge 1957-1963. Wird fortgesetzt mit den Erlebnissen im Jahre 1974 ...

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Seitenzahl: 74

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Ähnliche


Inhaltsverzeichnis:

Plötzlich im Jahr 1973

Erinnerungen

Vorbereitung auf eine weitere Zeitreise

In der Stadt

Die Garagen

Die Einlagerung

Karmann Ghia Typ 34 mal zwei

Anja merkt etwas

Anja ist schockiert und erfreut

Flohmarkt

Der alte Bulli

Sweet „live“ erleben

Glamrock-Xmas und Silvester 1973

Plötzlich im Jahr 1973

Es war einer der ersten Frühlingstage des Jahres 2015.

Ich war mit meinem Cousin Fabian, den wir seit Kinderzeiten nur kurz Fabi nannten, wieder einmal ohne unsere Frauen unterwegs. Zuerst wollten wir ein bisschen mit Fabi´s 1300 Käfer Cabrio rumcruisen, aber dann wurde das Wetter doch windiger und wir hatten keinen Bock mehr, offen zu fahren. Durch meinen Bruder Ingolf hatte ich das Geocaching kennengelernt. Fabi besaß ein Tablet-PC und damit konnte man auch Geocaching betreiben. Das ist so eine Art moderne Schnitzeljagd, aber mit GPS. Jemand hat etwas vergraben oder versteckt und anhand von Anfangskoordinaten und dem Folgen von Hinweisen - oder auch dem Lösen von Rätseln - konnte man dann das Versteck finden. Ja, das Kind im Manne war hier wieder voll und ganz voller Freude im Einsatz. Wer aber denkt, dass das ein reines „Jungen-Hobby“ war, der irrt gewaltig! Auch viele Frauen sind für diese moderne Schnitzeljagd offen und so sieht man recht oft auch ganze Familien in der Natur auf „Schatzsuche“ gehen.

Wir hatten uns einen Ort ausgesucht, den wir gut zu Fuß erreichen konnten. Wir starteten am Stadtbahnhof in Wuppertal-Ronsdorf und liefen Richtung Remscheid auf der Remscheider Straße entlang. Glücklicherweise hatten wir beide eine Art „Öko-Look“ an, da es auch ins Dickicht gehen sollte. Fabi trug eine leicht verschlissene Hose, die aussah, als hätte sie schon einige Jahrzehnte hinter sich. Er hatte ein paar Flicken draufgenäht, damit sie auch wieder hielt. Auf meine Frage hin, was denn daran schön wäre, meinte er nur, dass das jetzt „in“ wäre mit zerschlissenen Hosen rumzulaufen und grinsend meinte er dann noch: „Die sind fürs Geocaching gerade recht, woll?“. Das blaue Sweat-Shirt, das er trug, zeigte einen großen Smiley Kopf der grinste und eine Zahnlücke hatte. Man musste automatisch grinsen, wenn man das gute Stück anschaute. Adidas Turnschuhe der Größe 43, die auch schon bessere Zeiten hinter sich hatten, steckten an seinen Füßen. Gegen den Wind trug er eine Regenjacke, die sich bei dem leicht zunehmenden Wind aufplusterte. Ich hatte wie immer eine obligatorische Jeans an, die auch schon älter war, aber mir gefiel. Ein Holzfällerhemd und auch eine regenabweisende Jacke mit Kapuze hatte ich ausgewählt, dazu alte, abgelatschte Reebok Schuhe in Größe 48, die ich gerne trug, wenn es in die Natur ging. Wer wie ich auf „großem Fuß“ wörtlich gesprochen lebt, der muss immer suchen, wenn er preiswert ein neues paar Schuhe braucht.

Aber damit ist es ja nicht getan, sie müssen ja auch noch eingelaufen werden und deshalb bevorzuge ich oft die älteren Schuhe. So stiefelten wir also los und waren guter Dinge und wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, was da alles an Abenteuern auf uns zukommen sollte….

Aufgewachsen und die Jugend verlebt in den 70er Jahren, waren wir beide so echte Freaks und Experten, was die Mukke der 70er betraf. Bevorzugt Glamrock und Volkswagen…. Das waren unsere großen Leidenschaften damals gewesen und nahm auch heutzutage noch einen großen Stellenwert ein. Fabi hatte sein mp3 Player vergessen, aber ich hatte meinen dabei und holte ihn hervor.

„Watt hörste denn gerade, Alter?“ fragte er mich, als ich die Ohrhörer in die Ohrmuscheln stöpseln wollte.

„Von Mud den Titel Tigerfeet“, sagte ich und grinste.

„Geile Mukke, echt klasse. Jau! Dat war noch richtige geile Mukke!“

Fabi geriet ins Schwärmen!

„Willste mal wat hören?“ fragte ich ihn.

Er grinste. Das Lied endete gerade.

„New York Groove“ von der Kult Band „Hello“ begann dann.

Fabi sang mit: „I´m back, back in the New York Groove…“

Ich musste grinsen! Beide waren wir über 50 Jahre alt, aber irgendwie wurden wir nie erwachsen… Wären da nicht bei Fabi die grauen Haare auf seiner Pläte gewesen, könnte man denken, wir wären in den 70ern stehen geblieben. Ich hatte seit frühester Glamrock-Jugend lange Haare, mit Ausnahme von Bundeswehr und Lehre….

Ein paar graue Haare gab es auch schon, aber ich trug meine „Matte“ ordentlich zum Zopf gebunden.

Fabi stoppte die Musik und gab mir den mp3 Player wieder.

„So, Alter, hier ist die erste Koordinate“, sagte er. „Schau mal, ob du was findest….“

Ich nickte, verstaute den mp3 Player und wir schauten uns um.

Vor uns war ein Straßenschild.

„Ich schau mal, ob der Deckel oben auf geht“, sagte ich.

Solche Übungen waren Routine für einen Cacher und er überließ es gerne mir, da ich 8 cm größer als er war. Mit Schuhen hatte ich 190 cm Größe erreicht und es fiel mir nicht schwer, an den Deckel heran zu kommen.

„Bingo!“ sagte ich. „Dat Dingen ist locker. Ich pack mal rein.“

Mit der Hand tastete ich in der Röhre herum, ob ein Code oder etwas Verstecktes in dem Schild war. Jepp! Mit einem Magneten war dort ein Döschen befestigt. Ich holte es vorsichtig hervor und öffnete es.

Innen standen nur Koordinaten.

„Allet klar, Alter“, meinte Fabi. Wir legten die Dose wieder an seinen Ursprungsort und Fabi, der die neuen Koordinaten eingegeben hatte, sagte:

„Zu den neuen Koordinaten geht’s da hinten in dat Wäldchen rübber.“

Ich nickte und wir stiefelten los.

Nach etwa 5 Minuten zügigen Marsches hatten wir den Platz der nächsten Koordinate erreicht. Dort stand eine Bank, die zum Ausruhen einlud.

„Schau mal unter die Bank“, meinte ich zu Fabi, „ich muss mal für kleine Königstiger….“

Fabi grinste und nickte und ich schlug mich in die Blüsen, um zu pinkeln.

Als ich nach wenigen Minuten zurück war, sah ich Fabi auf der Bank sitzen und neben ihm stand ein kleines Filmdöschen, wie man sie früher benutzte, um Filme zu transportieren.

„Wat is loss?“ fragte ich.

„Wir sollen in eine Höhle und ein Rätsel lösen“, sagte er.

„Höhle? Hier?“ fragte ich.

„Hömma, hier sind die Koordinaten. Wat meinste, wenn wir dat Dingen lösen. Muss voll krass sein, hömma.“

Er war jetzt aufgeregt, der Gute….

„Ich möchte die Frage, die es zu lösen gibt auch wissen. Also brechen wir auf, ok Alter?“

Meine Frage beantwortete er mit einem Grinsen.

„Okidoki, Keule!“

Fabi hatte die neuen Koordinaten schon eingegeben und wir dackelten munter in das Wäldchen hinein.

Nach etwa 5 Minuten hatten wir die neue Koordinate gefunden. Da is´n riesiger Busch, hömma“ sagte Fabi.

„Wat wohl dahinter is, wat meinste?“ fragte ich.

Er zuckte mit den Achseln und wir suchten gemeinsam.

Fabi zog an dem Busch, als wäre er nur künstlich dort hingestellt worden.

„Vorsicht!“ rief ich noch, als ich merkte, dass er den Halt verlor, doch da rutschte er schon aus und fiel nach hinten und kullerte einen Abhang hinunter.

„Rallie! Hilf mir!“ rief er mir zu.

Ich sprang um den Busch herum und sah ihn unten in einer Kuhle liegen. Meine erste Schätzung betraf etwa 7-8 Meter.

Zum Glück waren Wurzeln von Bäumen vorhanden, an denen man sich hochhangeln konnte.

„Alter, ich helf dir, watt ens…“ sagte ich zu ihm und überlegte, wie ich ihm am besten helfen konnte.

„Hast du dich verletzt?“ fragte ich fast automatisch.

„Nee, zum Glück nich`. Hab Dussel gehabt, Alter.“

„Ich machte mich gerade auf den Weg, um zu schauen, ob die Wurzeln an der linken Seite halten, da sagte er:

„Komm runter, Alter! Hier is ne Höhle!“

„Echt?“ fragte ich zurück.

„Klar echt…, meinste ich laber dir einen inne Tasche oder wat?“

Vorsichtig kletterte ich, mich an den Wurzeln festhaltend, in die Tiefe. Die letzten zwei Meter sprang ich hinunter.

Fabi war schon in die Höhle hineingekrabbelt. Beide hatten wir eine Kurbeltaschenlampe dabei, die uns jetzt gute Zwecke taten.

„Sollen wir soweit krabbeln wie et geht?“ fragte ich ihn.

„Klaro. Is doch voll geil hier!“ Man merkte, dass Fabi viel mit jüngeren Erwachsenen beruflich zu tun hatte. Er sprach auch wie sie.

Dank unserer Taschenlampen, die wir zwischen die Zähne genommen hatten, konnten wir auf allen vieren krabbeln. Die Höhle wurde immer enger, aber da wir beide schlank waren, kamen wir gut voran. Nach gefühlten 15 Minuten unterirdischen Krabbelns kamen wir an einen Abzweig. Zwei Wege waren dort möglich zum Folgen.

“Ich links, du rechts, ok?“ meinte ich.

Er nickte und krabbelte in die linke Höhle.

„Komm wieder, wenn es schwierig wird. Ich mach’s auch so“, sagte ich noch und krabbelte ebenso los. Wir hatten noch keine Tiere hier unten gesehen und das verwunderte mich.

Ich brauchte nicht weit zu krabbeln, dann kam ein gefährlicher Abhang, den ich bestimmt hinuntergefallen wäre, wenn ich keine Funzel dabei gehabt hätte. Ich beschloss, umzukehren. Auch Fabi war mittlerweile umgekehrt, wie ich jetzt sah.

„Bei mir is Sackgasse, Alter. Da is nur so´n dicker Kawenzmann von Baum und der versperrt den Weg, hömma.“

„In der Höhle so´n Oschi von Baum?“ fragte ich.

„Und wat für´n großes Gedrähten“, sagte er.