Global Value Chains Wein - Alexander Wijgers - E-Book

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Alexander Wijgers

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Politik - Region: Mittel- und Südamerika, Note: 1,0, Universität Hamburg (Institut für Politische Wissenschaften), Veranstaltung: Entwicklungsländer in der Globalisierung, Sprache: Deutsch, Abstract: Vor 20 Jahren war die Suche nach Wein in einem Supermarkt nicht sonderlich erfolgversprechend. Zwar fanden sich einige Weine, insbesondere aus Deutschland und einigen europäischen Nachbarstaaten, wie Frankreich, Italien und Spanien (alte Welt), doch insgesamt war die Auswahl recht gering. Heute ist dies anders. Die großen Supermärkte bieten eine große Auswahl verschiedener Weine aus der ganzen Welt an. Neue Produktionsländer wie die USA, Australien, Südafrika und vom südamerikanischen Kontinent aus Chile und Argentinien („neue“ Welt) stehen zur Auswahl. Daneben drängen in den letzten 10 Jahren noch vermehrt Weine aus den ehemaligen Ostblockstaaten (neue „alte“ Welt) in die Regale. Sogar in kleineren bzw. billigeren Supermarktketten finden sich solche Weine der neuen Welt. Zum einen zeigt diese einfache Beobachtung aus dem Alltag, dass es zu einer starken Diversifizierung der Weinproduktionsstandorte gekommen sein muss. Dies und der Umstand des Sinkens des Pro-Kopf Weinkonsums lässt einen verstärkten Wettbewerb vermuten, der vor allem die Produzenten in der „alten Welt“ unter Druck setzt. Auf der anderen Seite haben die Produktionsländer der „neuen“ Welt es geschafft sich an der Wertschöpfungskette scheinbar zu beteiligen. Insbesondere das Beispiel Chile soll im Folgenden in die Untersuchung mit einfließen, das derzeit bereits zum 5. größten Exporteur der Welt aufgestiegen ist.. Zur Analyse einer solchen Wertschöpfungskette bietet sich die Global Value Chains Theorie von Gereffi (1994) an. So muss geklärt werden, welche Akteure, wo und in welchem Maße auf die Wertschöpfungskette Einfluss nehmen. Der Fall der Wertschöpfungskette Wein lässt einen ähnlichen Einfluss der Supermärkte auf die Produzenten vermuten, wie im Falle von Agriculture oder zumindest den Wandel zu einer solchen Form. Eine Veränderung der Wertschöpfungskette und der bestimmenden Akteuren hat auch Folgen für die Anbaugebiete. Insbesondere im Bereich Agriculture ist der vermehrte Einfluss von Supermarktketten auf die Value Chains mit einer erhöhten Abhängigkeit der Produzenten verbunden („buyer driven“). Es ist aber auch eine Chance für die Produzenten. Sie können an der Wertschöpfungskette „aufsteigen“ bzw. durch Ausweitung des Know-hows ihre Produktion upgraden. Damit stellt der Wein insbesondere für Entwicklungsländer eine Möglichkeit dar, verstärkt an einer Wertschöpfung zu partizipieren.

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Veröffentlichungsjahr: 2008

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie der Global Value Chains
2.1. Theorieentwicklung
2.2. Governance
2.3. Upgradeprozesse.
2.4. Rückschüsse für Wein und Chile
3. Weltmarktsituation.
3.1. Produktion und Handel.
3.2. Distribution und Marketing
3.3. Prognose.
4. Weinland Chile.
4.1. Entwicklung und nationale Rahmenbedingungen
4.2. Aktuelle Situation
4.2.1. Räumliche Verteilung
4.2.2. Produktion
4.2.3. Export
4.2.4. Industriestruktur.
4.3. Upgradeprozesse.
5. Akteure und Governance
6. Fazit.

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1. Einleitung

Vor 20 Jahren war die Suche nach Wein in einem Supermarkt nicht sonderlich Erfolg versprechend. Zwar fanden sich einige Weine, insbesondere aus Deutschland und einigen europäischen Nachbarstaaten, wie Frankreich, Italien und Spanien (alte Welt), doch insgesamt war die Auswahl recht gering. Heute ist dies anders. Die großen Supermärkte bieten eine große Auswahl verschiedener Weine aus der ganzen Welt an. Neue Produktionsländer wie die USA, Australien, Südafrika und vom südamerikanischen Kontinent aus Chile und Argentinien („neue“ Welt) stehen zur Auswahl.1Daneben drängen in den letzten 10 Jahren noch vermehrt Weine aus den ehemaligen Ostblockstaaten (neue „alte“ Welt) in die Regale. Sogar in kleineren bzw. billigeren Supermarktketten finden sich solche Weine der neuen Welt.

Zum einen zeigt diese einfache Beobachtung aus dem Alltag, dass es zu einer starken Diversifizierung der Weinproduktionsstandorte gekommen sein muss. Dies und der Umstand des Sinkens des Pro-Kopf Weinkonsums lässt einen verstärkten Wettbewerb vermuten, der vor allem die Produzenten in der „alten Welt“ unter Druck setzt. Auf der anderen Seite haben die Produktionsländer der „neuen“ Welt es geschafft sich an der Wertschöpfungskette scheinbar zu beteiligen. Insbesondere das Beispiel Chile soll im Folgenden in die Untersuchung mit einfließen, das derzeit bereits zum 5. größten Exporteur der Welt aufgestiegen ist..

Zur Analyse einer solchen Wertschöpfungskette bietet sich die Global Value Chains Theorie von GEREFFI (1994) an. So muss geklärt werden, welche Akteure, wo und in welchem Maße auf die Wertschöpfungskette Einfluss nehmen. Der Fall der Wertschöpfungskette Wein lässt einen ähnlichen Einfluss der Supermärkte auf die Produzenten vermuten wie im Falle von Agriculture oder zumindest den Wandel zu einer solchen Form. Eine Veränderung der Wertschöpfungskette und der bestimmenden Akteuren hat auch Folgen für die Anbaugebiete. Insbesondere im Bereich Agriculture ist der vermehrte Einfluss von Supermarktketten auf die Value Chains mit einer erhöhten Abhängigkeit der Produzenten verbunden („buyer driven“). Es ist aber auch eine Chance für die Produzenten. Sie können an der Wertschöpfungskette „aufsteigen“ bzw. durch Ausweitung des Know-hows ihre Produktion upgraden. Damit stellt der Wein insbesondere für Entwicklungsländer eine Möglichkeit dar, verstärkt an einer Wertschöpfung zu partizipieren.

1„Today, the barbarians are at our gates“ (ANDERSON 2004, S.3)

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Ziel dieser Arbeit soll es nun sein genau diese Punkte zu analysieren. Dafür ist es notwendig in die aktuelle Diskussion um Global Value Chains und Governance, sowie deren Verbindung zu Cluster und Upgrading darzustellen (Kapitel 2). Daran anschließend ist sollen die Rahmenbedingung die der Weinweltmarkt derzeit stellt aufgezeigt werden (Kapitel 3) Das vierte Kapitel wendet den Verhältnissen in Chile, seine Entwicklung und vor allem den lokalen Upgradeprozessen zu und im letzten Kapitel soll versucht werden, diese Erkenntnisse in eine Global Value Chains umzusetzen, in dem Akteure identifiziert werden und eine mögliche Governance dargestellt wird.

Viele dieser Punkte werden sich nicht vollständig beantworten lassen, insbesondere die genaue Darstellung der Wertschöpfungskette, da sich die bisherigen Arbeiten nicht mit diesem Punkt im Falle der Wertschöpfungskette Wein beschäftigt haben. Deshalb stellt diese Arbeit einen Ansatz für spätere Vertiefungen dar und gibt Raum für Spekulationen.

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2. Theorie der Global Value Chains

Eine Wertschöpfungskette stellt die Abfolge verschiedener, wertsteigernder Produktionsschritte zu einem Endprodukt dar. Einem Rohstoff wird durch die Verarbeitung zu einem Endprodukt mehr Wert gegeben. Die Wertschöpfung liegt demnach nicht nur in der Rohstoffgewinnung, sondern auch in deren Verarbeitung und vor allem der Distribution. Ein einfaches Beispiel stellt das Brot dar. Der Anbau und die Ernte des Getreides ist der erste Schritt. Dieses wird von der Mühle zu Mehl veredelt und dann vom Bäcker zum Brot gebacken und von dort an die Kunden verteilt. Damit ist das Prinzip der Arbeitsteilung bzw. der Spezialisierung gleichzeitig das Grundprinzip jeder Wertschöpfungskette. Einzelne Akteure besitzen komparative Kostenvorteile in verschiedenen Arbeitschritten. Die Wertschöpfungskette beschränkt sich jedoch nicht auf die Wertschöpfung eines Produktes, sondern benötigt auch weitergehende Dienstleistungen und Produkte. Es werden technische Ausrüstungsgegenstände (Mühle, Ofen) benötigt, die von anderen Unternehmen hergestellt und gepflegt werden, sowie Dienstleistungen in Anspruch genommen werden (Bank, Steuerberatung). Die Wertschöpfungskette stellt damit ein komplexes Netzwerk verschiedener Akteure dar, die durch den Strom des Produktes miteinander verbunden sind. Jeder Akteur erhöht die Wertschöpfung des Produktes und erhält seinen Anteil vom Enderlös.

Bei einer systematischen Betrachtung lassen sich verschiedene Glieder der Kette identifizieren. Am Anfang steht der Input des Materials oder auch einer Leistung, da sich die Kette nicht auf materielle Güter beschränkt. Dem Input folgt die Transformation, bei der das Gut oder die Leistung in ein Fertigprodukt oder Halbfertigprodukt gewandelt wird. Dem schließt sich die Distribution (Vermarktung, Service) an und am Ende die Konsumption. Der Prozess zwischen den Gliedern hat jedoch nicht einen Weg, den des Produktes zum Verbraucher, sondern auch einen Rückfluss. Zum einen die Bezahlung der Ware, aber auch Informationen über die Wünsche der Verbraucher. An den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Gliedern setzen die Logistikdienstleistungen ein, die den Fluss von Ware und Information sicherstellen. Auf der anderen Seite haben die Forschung und Entwicklung Einfluss auf den Input, die Transformation und Distribution. Über dem Ganzen steht das Wirken der Koordination und Regulierung, die für jeden Akteur unterschiedlich ausfällt (DICKEN 2003, S.14 ff.) (vgl. Abbildung 1).