Globalisierung in der Automobilindustrie - Katrin Blatt - E-Book

Globalisierung in der Automobilindustrie E-Book

Katrin Blatt

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie, Note: 1,3, Philipps-Universität Marburg (Fachbereich 19: Geographie), Veranstaltung: US Wirtschaftsgeographie, Sprache: Deutsch, Abstract: „Die Automobilindustrie gilt seit über zwanzig Jahren als Vorreiter der Globalisierung.“ Diese Aussage kann man in der Fachliteratur über das Thema Globalisierung mehrfach finden. Ich werde mich in meiner Arbeit mit der Frage beschäftigen, warum sich immer mehr Automobilhersteller (= Original Equipment Manufacturer, OEM) und Zulieferbetriebe ins Ausland orientieren und Produktionsstätten verlagern. Als Erstes werde ich einen Überblick über die Geschichte der Internationalisierung des Automobilkonzerns Volkswagen geben, da der Konzern weltweit eines der ersten Autounternehmen war, der Produktionsstätten im Ausland errichtet hat, um Kosten zu senken und neue Märkte zu erschließen. Anschließend werde ich auf die Gründe für Auslandsverlagerungen und die besonderen Standortfaktoren eingehen. Dabei werde ich ein besonderes Augenmerk auf die Topstandorte Osteuropa und China legen. In einem abschließenden Fazit gehe ich kurz auf die Chancen des Standorts Deutschland ein. In meiner Arbeit beziehe ich mich v.a. auf eine von der Prüfungs- und Beratergesellschaft Ernst & Young AG erhobene Studie „Automobilstandort Deutschland in Gefahr? Automobilbranche auf dem Weg nach Osteuropa und China“ aus dem Jahr 2004. In der Studie wurden 200 deutsche Zulieferbetriebe über ihre Auslandsaktivitäten befragt.

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Veröffentlichungsjahr: 2007

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Inhaltsverzeichnis

 

1) Einleitung

2) Die Globalisierung am Beispiel von VW

3) Gründe für die Verlagerung von Produktion oder Teilproduktion ins Ausland

4) Gründe für die Standortwahl

5) Die Top-Standorte China und Osteuropa im Vergleich

5.1) Standort Osteuropa

5.2) Standort China

6) Fazit und Ausblick

7) Literaturangaben

 

1) Einleitung

„Die Automobilindustrie gilt seit über zwanzig Jahren als Vorreiter der Globalisierung.“ Diese Aussage kann man in der Fachliteratur über das Thema Globalisierung finden (vgl. Ernst & Young 2004: S.4; Depner 2006: S.87, Spatz, J./Nunnenkamp, P. 2002: S. 7).

Ich werde mich in meiner Arbeit mit der Frage beschäftigen, warum sich immer mehr Automobilhersteller (= Original Equipment Manufacturer, OEM) und Zulieferbetriebe ins Ausland orientieren und Produktionsstätten verlagern. Als Erstes werde ich einen Überblick über die Geschichte der Internationalisierung des Automobilkonzerns Volkswagen geben, da der Konzern weltweit eines der ersten Autounternehmen war, der Produktionsstätten im Ausland errichtet hat, um Kosten zu senken und neue Märkte zu erschließen. Anschließend werde ich auf die Gründe für Auslandsverlagerungen und die besonderen Standortfaktoren eingehen. Dabei werde ich ein besonderes Augenmerk auf die Topstandorte Osteuropa und China legen. In einem abschließenden Fazit gehe ich kurz auf die Chancen des Standorts Deutschland ein.

2) Die Globalisierung am Beispiel von VW

 

Die Entwicklung der Globalisierung kann auch am Weg der Internationalisierung des 1937 gegründeten Autokonzerns Volkswagen (VW) deutlich gemacht werden. Volkswagen ist der größte Automobilproduzent Europas und einer der größten Hersteller der Welt.

 

Schon im Jahr 1952 wird mit der Verkaufsgesellschaft „Volkswagen Canada Ltd.“ in Toronto der Grundstein für die Internationalisierung gelegt. Ein Jahr später folgt die Gründung von „Volkswagen do Brasil Ltda.“, das 1959 der größte brasilianische Automobilhersteller wird. 1955 wird in Englewood Cliffs, New Jersey „Volkswagen of America, Inc.“ gegründet. Wiederum nur ein Jahr später kauft VW Aktien von “South African Motor Assemblers und Distributors Ltd. (SAMAD)", welches 1966 in „Volkswagen of South Africa Ltd.“ umbenannt wird. Mit der Gründung von „Volkwagen de Mexico, S.A. de C.V." beginnt VW 1964 mit der Eigenproduktion in Mexiko, wo das Unternehmen bereits vier Jahre später einen Marktanteil von 21,8 Prozent erreicht. 1968 beginnt mit der Gründung der „Svenska Volkswagen AB“ die Erschließung des schwedischen Marktes. Spätestens hier zeigt sich die Strategie des Konzerns, auf allen wichtigen Märkten Europas und der Welt präsent zu sein. Drei Jahre später steigt VW auch in den belgischen Markt ein, indem die „Volkswagen Bruxelles S.A.“ gegründet wird. 1986 folgt die Erschließung des iberischen Marktes, als VW den spanischen Hersteller SEAT übernimmt. Auch die Märkte Mittel- und Osteuropas folgen kurze Zeit später: 1990 bekommt der Konzern von der tschechischen Regierung den Zuschlag zur Übernahme des Herstellers SKODA. Seit 2001 wird mit der „Volkswagen Group Australia Pty. Ltd." der australische Markt von VW erweitert.

 

1982 beginnt für den Volkswagen Konzern die absolute Internationalisierung, als er einen Probemontagevertrag mit der „Shanghai Tractor & Automobil Corporation“ abschließt, aus der 1985 die „Shanghai-Volkswagen Automotive Company, Ltd." wird. Sechs Jahre später geht ein weiteres Joint-Venture aus der deutsch-chinesischen Partnerschaft hervor: „FAW-Volkswagen Automotive Company, Ltd."

 

in Changchun. 2003 wird ein weiteres Werk in Changchun errichtet. Damit untermauert der Konzern seinen Anspruch, sich auch langfristig die führende Marktposition in China zu sichern (Volkswagen 2006). Einen aktuellen Stand der weltweiten Aktivitäten der Volkswagen AG liefert die folgende Grafik.

 

Abb.1:Produktions- und Montagestandorte der Volkswagen AG