GÖTTERBLUT: Ísvindur - T. Stern - E-Book

GÖTTERBLUT: Ísvindur E-Book

T. Stern

0,0
3,99 €

Beschreibung

Die Weiterreise durch Draugur birgt erneut Gefahren, denen sich Fannar und Eirik stellen müssen. Die Verfolger sind ihnen weiterhin auf der Spur und weichen nicht ab. Dass noch immer Magie in den Landen verborgen liegt, enthüllt sich Fannar, der in Draugur auf so einige rätselhafte Kreaturen trifft. In der Herrscherstadt Gulborg angekommen, lernt er König Gael und dessen Gemahlin Una kennen. Dort offenbart sich, dass die Verderbnis nicht länger das größte Problem ist, mit dem sie zu kämpfen haben werden. Die Länder Lifgard und Eldfjöll befinden sich im Krieg. Eine weitere Aufgabe, die sie zu erfüllen haben, ist, das Schlimmste zu verhindern und die Lande endlich zu vereinen. Gegen den gemeinsamen Feind: die dunkle Armee. Zu ihrem Glück erhalten sie unerwartet Unterstützung in Form eines Mannes, der sich Myrkur nennt. Ein mysteriöser Magier, der Fannar vor unzählige neue Fragen stellt. In Eldingars Königshaus Fjöllborg wollen sie um Beistand für die Lande bitten, doch gilt es dafür erst, König Eskil zu überzeugen. Fannar spürt Veränderungen in sich, die ihn ängstigen. Die Gefahr, die ihn aus Freyvik trieb, bedroht nun die ganze Welt. Das letzte Siegel ist gebrochen! (Teil 2 der GÖTTERBLUT-Trilogie) 1. GÖTTERBLUT: Norðurvindur 2. GÖTTERBLUT: Ísvindur

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 218

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



T. Stern

GÖTTERBLUT: Ísvindur

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Titel

Handlung

 

Die Weiterreise durch Draugur birgt erneut Gefahren, denen sich Fannar und Eirik stellen müssen. Die Verfolger sind ihnen weiterhin auf der Spur und weichen nicht ab. Dass noch immer Magie in den Landen verborgen liegt, enthüllt sich Fannar, der in Draugur auf so einige rätselhafte Kreaturen trifft.

In der Herrscherstadt Gulborg angekommen, lernt er König Gael und dessen Gemahlin Una kennen. Dort offenbart sich, dass die Verderbnis nicht länger das größte Problem ist, mit dem sie zu kämpfen haben werden.

Die Länder Lifgard und Eldfjöll befinden sich im Krieg.

Eine weitere Aufgabe, die sie zu erfüllen haben, ist, das Schlimmste zu verhindern und die Lande endlich zu vereinen. Gegen den gemeinsamen Feind: die dunkle Armee.

Zu ihrem Glück erhalten sie unerwartet Unterstützung in Form eines Mannes, der sich Myrkur nennt. Ein mysteriöser Magier, der Fannar vor unzählige neue Fragen stellt.

In Eldingars Königshaus Fjöllborg wollen sie um Beistand für die Lande bitten, doch gilt es dafür erst, König Eskil zu überzeugen.

Fannar spürt Veränderungen in sich, die ihn ängstigen. Die Gefahr, die ihn aus Freyvik trieb, bedroht nun die ganze Welt.

Das letzte Siegel ist gebrochen!

Vorwort

 

Willkommen in der Welt von Götterblut, meiner kleinen Fantasy-Reihe. Mit Ísvindur geht die Reise durch die Götterwelt weiter.

Was erwartet euch?

Die Fortsetzung der Reise durch eine Welt, die inspiriert ist durch die nordische Mythologie. Diese Sagenwelt hat mich schon immer fasziniert. Ich dachte mir, es wird Zeit, eine eigene zu erschaffen. Sich inspirieren lassen bedeutet nicht, dass man sich zwingend an Vorgaben hält. Deswegen nennt es sich inspiriert und nicht auf Tatsachen beruhend. Erwartungsgemäß findet man Parallelen zu den Inspirationsquellen, das bleibt nicht aus.

Allumfassend ist Götterblut schlicht und einfach: Fantasy.

Fernab der Realität, in einer Zeit, die keine festen Vorgaben hat, in einem Land, welches ich erbaut habe, wo all das möglich ist, was meine Vorstellungskraft dieser zuschreibt.

Es gibt Monster, mysteriöse Wesen, Magie und Götter.

Neben einer langen Reise erwartet euch so allerlei. Diese Welt hat ihre Geschichte und einen Teil davon werdet ihr kennenlernen. Ebenso haben die Hauptprotagonisten ihre gelebte Zeit und gleicherweise wird es da so manches zu erfahren geben.

Für die alte Sprache, die hin und wieder genutzt wird, diente Isländisch als Inspirationsquelle. Wer diese beherrscht, möge nicht erwarten, dass alles grammatikalisch korrekt ist.

Der Sinn von Götterblut ist nicht der, mit realem Wissen zu trumpfen, sondern es geht darum, in eine fremde Welt zu entführen. Mein Wunsch ist es, euch Bilder sehen zu lassen, während ihr dabei seid und mit den Protagonisten ein Abenteuer erlebt. Taucht erneut ab und seht, was sie sehen, erlebt, was sie erleben, fühlt, was sie fühlen. Kämpft, wenn sie kämpfen. Hofft und bangt, empfindet Freude und Erleichterung, betrachtet die Zauber, die sie wirken.

Fantasy sollte nicht an die Realität gebunden sein müssen, sondern eben diese vergessen lassen können.

Genug der Rede, ich schweige jetzt und wünsche jedem fantastisches Lesevergnügen mit Götterblut und eine magische Fortsetzung der Reise durch die Götterwelt.

Danksagung

 

Beim letzten Mal galt mein Dank meinem Computer „Drogon“, dem Red Wyvern. Jetzt entrichte ich Dank an meinen Wasserkocher und meinen Kühlschrank. Sie ermöglichen mir frischen Kaffee und kalten Energy.

 

Wieder gilt mein Dank an die geduldige und nervenstarke Götterblut-Arbeitsgruppe.

Wie immer sind eure Zeit, euer Engagement, jedes Wort, Lob und Kritik, die Stunden gemeinsamer Arbeitszeit in Asgard, unbezahlbare Unterstützung gewesen.

 

Petra Schütze hat sich erneut ans Ausmerzen der Fehler gewagt. Katerlichster Dank dafür!

 

Zum Abschluss ein riesengroßes Dankeschön an genau dich, der du dieses Buch erworben hast. Herzlichen Dank für deine Unterstützung.

Ich wünsche dir viel Lesevergnügen mit Götterblut: Ísvindur.

 

16.

 Fannar öffnet die Augen, blinzelt leicht im Schlaf gefangen vor sich hin. Es dauert einen Augenblick, dann sieht er Eirik am Fenster stehen. Dessen zielloser Blick schweift in die Ferne. Genug Zeit, den nackten Körper zu bestaunen, der lässig angelehnt und in eine lockere Pose gebracht, eine ausgezeichnete Figur macht.

Freudig zuckt es unter dem Leinentuch, mit dem sie sich die Nacht über zugedeckt hatten. Verlockend genug, die Hand anzulegen und das Pulsieren der Härte zu spüren, sich endlich mal Erleichterung dieser Art zu verschaffen, nachdem er immer nur verführt, aber nie begattet wird. Dabei würde er zu gerne in den Genuss dieses Mannes kommen.

Jedes Mal, wenn sie sich näherkamen, funkte das Leben dazwischen. Fannar hat seine Neugier, sein Interesse gegenüber dem Krieger nie im Verborgenen gehalten. Eirik hat fürwahr um Längen mehr zu bieten, als einen prachtvollen Hintern – mit einer Narbe, deren Entstehungsgeschichte der Junge früher oder später in Erfahrung bringen wird.

Und der Wissensdurst lässt sich kaum zügeln, verspürt Fannar mehr denn je den Drang, endlich eine Antwort auf diese Frage zu erhalten.

Entschlossen, nicht nur um sein Verlangen nach Wissen zu stillen, krabbelt er unter dem Leinenlaken hervor, kommt auf der Kante des erhöhten Nachtlagers zum Sitzen und erhebt sich vorsichtig. Bemüht, keinen unnötigen Lärm zu machen, welcher den Krieger aufschrecken könnte, schleicht er zu diesem hinüber.

Nach wie vor schweift der Blick Eiriks ins Nichts. Die Annäherung des Jungen ist ihm nicht aufgefallen, doch tut sie es, als er eine Hand auf seinem Hintern spürt. Zaghaft streichen Fingerspitzen über die Narbe auf seiner Backe, hört er ein amüsiertes Glucksen, ehe die Frage folgt, welche er insgeheim erwartet hat.

„Wie lautet die Geschichte zu dieser Narbe, Eirik?“

„Sie ist unspektakulärer als du denkst“, setzt er rau an, verharrt in seiner Position und macht nicht einmal die Anstalten, sich umzudrehen.

„Ich möchte es dennoch gerne wissen“, flüstert Fannar sanft, schmiegt sich eng an den Körper vor sich und lehnt seine Wange gegen Eiriks Oberarm. Vergebens versucht der Junge, den Fokus seines Gefährten auszumachen, doch findet er keinen Anhaltspunkt, der ihm einen sinnvollen Hinweis darauf geben könnte, was diesen so fasziniert nach draußen schauen lässt.

„Es war ein Pfeil. Jemand verwechselte mich vermutlich mit einem Schwein und dachte beim Anblick meines Hinterns an einen saftigen Schinken.“

Einen Moment herrscht Stille, lässt Fannar diese Worte auf sich wirken, ehe er entschlossen den Kopf schüttelt, sämtliche Gedanken darin verwirft und vor den Krieger tritt.

„Bei allem was mir heilig ist, bei deinem Hintern denke ich an alles, aber sicher nicht an Schweine oder Schinken“, lacht er leise, kaum dass er den Blick der blauen Augen auf sich weiß.

Wachsam mustern ihn diese, zuckt eines davon kurz, als Fannar seine Hände auf den muskulösen Oberkörper legt und langsam über die Brust streichelt.

Skeptisch zieht sein Gegenüber eine Augenbraue hoch, ahnt offensichtlich schon, worauf das hinauslaufen wird. Deutlich sieht Fannar den Zwiespalt im Gesicht des Älteren. Er will es, aber sträubt sich dagegen, es zuzugeben. Es ändert trotzdem nichts daran, dass der Junge sich diesmal nicht abschütteln lassen wird. Darum reagiert er flink, als er den aufkommenden Protest erkennt. Eine Hand sinkt tiefer und greift beherzt nach Eiriks Schwanz, massiert er diesen voll Hingabe mit festem Griff, was den Krieger erst mal außer Gefecht setzt. Jeglichen Ansatz einer Gegenwehr erstickt er geschickt im Keim und hält dem starrsinnigen Blick seines Gegenübers stand.

„Fannar!“, knurrt Eirik halbherzig. Widerstehen? Es fiel ihm von Anfang an schon schwer, genau das immer wieder zu tun.

Sein Körper sehnt sich nach dieser Art der Nähe und er selbst würde Fannar am liebsten mit Haut und Haar verschlingen.

Aber der Kleine ist doch sein Schützling. Eiriks Aufgabe ist es, ihn unbeschadet in Sicherheit zu bringen. Wie soll er das mit sich selbst und seinem Gewissen vereinbaren, diese Reinheit durch so einen Akt zu verunreinigen? Das ist nicht möglich.

Eirik ist ein Krieger, seine Hände mit dem Blut unzähliger Monster und Menschen besudelt. Er würde diese unschuldige Macht beschmutzen und damit Gefahr laufen, das helle Licht zu beflecken.

Scharf zieht er die Luft ein, denn wenngleich Fannars Magie strahlend weiß erscheint, so ist er von Unschuld weit entfernt.

Eine heiße Spur auf seiner Brust ist Zeuge von wenig Scham. Wegsehen? Unmöglich. Gebannt sieht er den Kleineren an, der immer tiefer sinkt, geschickt mit den Fingernägeln über eine Brustwarze kratzt. Erregung flutet seinen Körper. Mit jedem Herzschlag, den er den Jungen nicht abwehrt, schwindet seine Vernunft ein Stück mehr. Doch ist ihm nicht möglich, es zu beenden. Begehren. Das empfindet er, seit er diesen bildhübschen Kerl zum ersten Mal gesehen hat.

Ohne jegliche Scheu und reichlich geschickt liebkost die feuchte Zunge des auf den Knien befindlichen seine Länge, leckt daran auf und ab, raubt ihm die Sinne.

Lüstern stöhnt er und schnauft, spannen sich seine Muskeln an, drängt sein Becken von selbst nach vorne, verrät die angedeutete Geste des Zustoßens, wie erheblich ihn all das berauscht.

Sein Geist ist zu schwach, sich dieser bittersüßen Qual sinnlicher Freude zu entwinden, doch vermag seine Vernunft nicht zu schweigen. Immer wieder ermahnt sie ihn, dass es falsch ist. Er darf sich nicht auf Fannar einlassen. Es würde die Reinheit des Jungen ...

Ein kehliges Stöhnen entweicht ihm, verschwimmen alle Gedanken in seinem Kopf zu einem undurchsichtigen Gebilde aus umnebeltem Verstand und ertrinkender Vernunft.

Die geschickten Finger, die sein Gemächt wiegen und es sanft kneten, der heiße Mund, der seiner Härte zusetzt – unweigerlich sieht Eirik, dass er entmachtet ist.

Er begehrt Fannar und will ihn am liebsten ins Bett schmeißen, sich seines Körpers aneignen und mit jedem Stoß tief in dessen engen Hinterleib mehr Besitz von ihm ergreifen können. Ihm die Sinne berauschen, so wie er es bei Eirik schon seit dem ersten Tag macht.

Nein! Er darf und kann das nicht zulassen!

Energisch reißt er die Augen auf, richtet den Blick zu Fannar, nur um zu erkennen, dass dieser von ihm ablässt und sich mit einer anmutigen Bewegung aufrichtet.

Die rosa Lippen sind leicht geteilt und der Speichel bringt sie zum Glänzen, während die Atmung des Jungen dessen Lust verrät.

Keine Frage, Eirik könnte und würde sofort über ihn herfallen, doch gebietet seine Vernunft nach wie vor eine unüberwindbare Mauer, welche er nicht zu überqueren wagt. Die Folgen hiervon könnten verheerend sein.

„Ich kann das nicht tun, Fannar!“, sagt er schroff, schüttelt den Kopf, dreht sich zur Seite, macht zwei Schritte, vergisst aber, dass man den Jungen nicht unterschätzen sollte.

Der feste Griff an seinem Oberarm sorgt dafür, dass er hastig herumwirbelt und in die ungewöhnlich ernsten himmelblauen Augen blickt, die ihn innerlich schier in die Knie zwingen.

Schon im nächsten Augenblick verpasst sein Gegenüber ihm einen heftigen Stoß gegen die Brust, was unweigerlich dazu führt, dass Eirik rücklings auf das Nachtlager fällt.

„Aber ich“, raunt der Blonde, grinst dem Krieger entgegen und tritt mit einer faszinierenden Eleganz auf ihn zu. Verzweifelt ist der Liegende bemüht, zu reagieren, doch der Anblick alleine fesselt seinen Körper in diese Position und verdammt ihn zur Machtlosigkeit. Gebannt beobachtet er, wie Fannar mit gespreizten Beinen über ihn steigt und sich ohne Scheu niedersinken lässt. Eiriks zuckende Erregung verrät seinen Gefallen. Nur die Vorstellung genügt, ihn erneut mit dem Gedanken spielen zu lassen, jegliche Zurückhaltung zu vergessen.

Fannar rückt sich gekonnt zurecht und hält den Augenkontakt zu ihm aufrecht, vermag nichts den Jungen aufzuhalten. Insgeheim hofft Eirik, dass irgendwer sich erbarmt und klopft, so wie es bisher immer der Fall war. Doch ausgerechnet jetzt bleibt es still.

„Lass es geschehen, Eirik. Hier sind wir sicher. Es wird keine bessere Gelegenheit mehr geben, als diese. Wie lange willst du uns beide denn noch quälen?“ Innerhalb dieser Worte legt Fannar die Hände auf die Brust des Kriegers und rutscht sich etwas höher, hebt dann das Becken an und beißt sich auf die Unterlippe.

Im nächsten Augenblick kämpft Eiriks Verstand gegen seinen Körper. Doch der hat eindeutig die Oberhand. Das lüsterne Stöhnen, welches ihm entweicht, derweil er quälend langsam in die Enge eindringt, verrät mehr, als ihm lieb ist.

Unterdrückt wimmert der Junge auf ihm, bebt und zittert am ganzen Leib, doch aufhören will er nicht. Unnachgiebig drückt er sein Becken tiefer, vermag Eirik nicht länger tatenlos zuzusehen. Er packt mit beiden Händen nach Fannars Taille, drückt den Körper hoch und sorgt dafür, dass der Fortschritt des Jungen zunichte ist, denn er entzieht sich dessen Hintern.

„So wird das nichts“, sagt er rau, richtet seinen Oberkörper auf und spuckt sich ordentlich in die Handfläche. Die Feuchtigkeit verteilt er an seiner Erregung. Diesen Vorgang wiederholt er ein paar Mal, dann sieht er Fannar lächeln, was ihn eine Augenbraue hochziehen lässt.

„Ich wusste, du willst es auch“, sagt dieser leise, sorgt wieder dafür, dass Eirik auf dem Rücken zum Liegen kommt, rutscht erneut hoch und startet den Akt von vorne. Diesmal aber mit deutlich mehr Erfolg, bedingt durch das Eingreifen des Älteren.

Mit Leichtigkeit dringt dessen Schwanz in seinen Körper, füllt ihn aus und mit jeder Bewegung spürt er die Männlichkeit sein Innenleben reizen. Das zu Beginn langsame mit dem Becken kreisen gewinnt an Kraft. Alsbald hebt und senkt Fannar die Hüften, fängt an, den Krieger im rhythmischen Takt zu verwöhnen. Sein Keuchen erfüllt den Raum, spiegelt es seinen Genuss wieder.

Wie gebannt betrachtet Eirik den Jungen, vermag nicht wegzusehen. Er verfiel der Ausstrahlung Fannars auf den ersten Blick. Ihn jetzt so zu sehen, voller Leidenschaft und Sinnlichkeit, entfacht selbst in ihm die pure Lust. Dabei versucht er doch die ganze Zeit, bei klarem Verstand zu bleiben. Vergebens.

Mit einem erregten Stöhnen stützt sich Fannar mit beiden Händen auf Eiriks Brust, beugt sich tiefer und sieht ihm in die Augen. Kein Halten mehr. Der Krieger legt eine Hand in den Nacken des Blonden und zieht ihn auf sich, macht den Abstand zwischen ihren Mündern zunichte und drückt ihm einen Kuss auf. Nur ein flüchtiges Lippenspiel, schon mischen sich ihre Zungen ein, vereinen sich zu einem wilden Sturm sich stetig steigernder Leidenschaft.

Geschickt bewegt sich Fannar auf ihm, hält keinen seiner Laute zurück, sondern gibt den Genuss kund. Eirik verfällt ihm immer mehr und letztlich scheint der letzte Funke Verstand nachzugeben. Ein fester Griff an den Hüften des Jungen, ein gezielter, harter Ruck, schon werden ihre Positionen getauscht.

Fannar kommt mit einem erstaunten Keuchen auf dem Kreuz zum Liegen, während sich Eirik über ihm platziert.

Keine Zurückhaltung mehr. Ruppig packen seine Hände Fannars Becken, hebt es leicht an, rückt dichter und fängt an, dessen Hintern heftig ranzunehmen. Mit jedem Stoß glaubt sich der Junge den ewigen Hallen der Götter näher. Die Härte raubt ihm jegliche Selbstkontrolle, reißt er die Arme hoch und schlingt sie um Eiriks kraftvollen Nacken, zieht den Krieger auf sich und fordert einen innigen Kuss. Mit jeder weiteren Bewegung in seiner Enge treibt dieser Fannar in bisher unbekannte Sphären.

Das Stöhnen beider wird immer ungehaltener und wilder. Die Reibung an seinem Schwanz, erzeugt durch ihre Bäuche, die diesen eng umschließen, sorgt bei Fannar dafür, dass er sich dem finalen Flug entgegenstürzt. Eirik ergeht es nicht besser, verliert er sich vollends im Takt und treibt sich zur Höchstleistung an.

Laut stöhnt Fannar, als er die freudige Reaktion seines Körpers auf die Erlösung spürt, krallt verzweifelt mit den Händen zu und sucht Halt an Eiriks muskulösem Rücken. Dieser schnauft schwer nach Luft und mit einem heftig zuckenden Becken verliert er sich in der Erleichterung.

Langsam entzieht er sich der Enge, rollt neben Fannar aufs Laken und zischt dann nach Luft, kaum dass sein Rücken dieses berührt.

„Könnten wir das bei Gelegenheit wiederholen?“, wispert der Blonde und Eirik dreht den Kopf zur Seite, sieht ihn an. Da liegt er, tiefenentspannt, nach Luft ringend, glücklich am Grinsen und strahlend wie die Sonne.

„Hm“, ist alles, was der Krieger antwortet, genießt er die Nachwehen dieses Genusses. Der über seine Haut rinnende Schweiß kühlt ab, was seinem glühenden Körper ein angenehmes Gefühl beschert. Sieht man von dem doch leicht brennenden Schmerz am Rücken ab, über den er sich aber nicht beschweren möchte.

Bereuen kann er es nicht, wenngleich sein Gewissen wieder aufbegehrt.

Aus seinen aufkommenden Gedanken reißt ihn Bewegung, sieht er, wie Fannar sich aufrichtet und sich ohne langes Zögern oder Erklärungen auf ihn schwingt.

Da sitzt die blonde Schönheit wieder auf seinen Schenkeln, stützt beide Hände auf seine Brust und sieht ihm unverhohlen in die Augen. Eirik muss keine Gedanken lesen können, um zu verstehen, was in dem Köpfchen des Jungen vor sich geht.

„Wann wird je wieder so eine Gelegenheit sein?“, raunt Fannar und beugt sich tiefer, lässt sein Becken kreisen, was unweigerlich dazu führt, dass ihrer beider empfindlichen Zonen aneinander reiben.

„Hm“, ist alles, was dem Krieger entweicht, schleicht sich ein süffisantes Grinsen auf seine Lippen. Selbst er weiß, dass der Kleine recht hat. So schnell wird sich keine Gelegenheit wie diese mehr bieten. Ein gemütliches Lager unter ihren Körpern, eine sichere Umgebung, gedanklich weit entfernt vom Grauen, welches sie in den Landen erwartet.

„Der Schweiß auf deiner Haut ist nicht einmal getrocknet und du forderst schon nach mehr?“, geht Eirik auf die Verführung ein. Egal wie sein Gewissen ihn plagen wird, sich dem Bann Fannars zu entziehen ist nicht möglich.

„Du warst eben gut, Eirik aus Ísvik“, säuselt der auf ihm liegende, nähert sich weiter, bis nur ein minimaler Spalt ihre Lippen trennt.

„Und du bist unersättlich, Fannar aus Freyvik“, entgegnet der Ältere dunkel, packen seine Hände an den festen Hintern seines Schützlings, zieht er ihn höher, schiebt seine erneut harte Erregung zwischen die Backen.

„Ich habe eine ausgeprägte Schwäche für Schweine“, haucht dieser erregt und macht den Abstand unter ihren Mündern zunichte. Diesmal bringt er sofort seine Zunge ins Spiel, begehrt Einlass und dieser wird ihm gestattet, doch weit kommt er nicht. Eirik lässt sich fallen. Erst in einen sich stetig steigernden leidenschaftlichen Kuss, alsbald in die Gier, welche Fannar bei ihm entfacht.

Der Lust zwischen ihren Körpern frönend, verliert die Welt um beide erneut an Bedeutung.

Nicht nur ein zweites Mal stürzen sie sich in die Gier, sondern geben sich einer dritten Vereinigung ebenso geschlagen.

Dann liegen sie still da, gönnen ihren Körpern die nötige Erholung. Eirik hat die Augen geschlossen, atmet entspannt und doch zuckt sein Mundwinkel verräterisch, als Fannar sich näher an ihn schmiegt. Dabei hat der Krieger bereits einen Arm um ihn geschlungen, um ihm Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Er spielt mit einer langen blonden Strähne, lässt diese mehrfach durch seine Finger gleiten, ehe er damit aufhört und die Erinnerungen an seine eigentliche Aufgabe wieder Besitz von seinem Kopf ergreifen.

Er soll Fannar nach Galdurjan bringen. Der Insel der Magie.

Dort sei er sicher. Eirik fragt sich nur, vor was?

Die Verderbnis sucht die Lande heim, kennt weder Freund noch Feind. Früher oder später, so denkt er sich, wird auch das kleine Eiland überrannt. Ob von Monstern, die vom Festland übersiedeln, oder aber gar aus den eigenen Reihen. Niemand ist vor der Finsternis sicher. Kein Mensch, Krieger und Magier.

Alle sind anfällig für die Schwärze, welche sich zuerst die leichtesten Opfer aussucht, ehe sie sich den geistig stärkeren widmet. Sie krallt sich an Schwächen, schürt und nährt sich von Ängsten, treibt schlaue Köpfe in den Wahnsinn.

Dabei geht sie strategisch vor. Sie streut Misstrauen unter den Menschen, welche sich in ihrem Wahn gegenseitig beschuldigen, damit Ängste entfachen, an der sich das Böse laben kann.

Fannar vor all dem zu beschützen wird nicht leicht.

Eirik atmet tief durch und öffnet die Augen, starrt an die hölzerne Decke.

Er hat es gesehen. Das Übel. In all seinen Facetten. Wandlungsfähiges Biest. Doch ist es ihm tausendmal lieber als die Verderbnis.

Es wird gefährlicher in den Landen. Das Übel, das Verderben, ein drohender Krieg.

Selbst für ihn wird es langsam immer riskanter, sich seiner Aufgabe zu widmen. Die Monster werden stärker. Nähren sich von Angst und Verzweiflung. Sie wachsen daran. Ihre Macht und Kraft wuchert wie die Schwärze im einst glorreichen Svartborg.

Stillstand ist der Untergang, das ist ihm klar. Doch wie rasend schnell sich diese Welt um ihn herum verändert hatte, vor allem aber wozu, das erfüllt ihn seit einiger Zeit mit Sorge.

Er sieht zu Fannar, mustert dessen schlafendes Gesicht und schließt die Augen.

„Es tut mir leid, Kleiner. Aber mir bleibt keine andere Wahl“, flüstert er leise vor sich hin, richtet den Blick wieder gen hölzerne Balken an der Zimmerdecke.

Nein. Ihm bleibt nichts anderes übrig. Eirik hat keine Wahl. Nicht, wenn er Fannar beschützen will.

 

17.

 In den frühen Morgenstunden verließen sie Vasborg, um sich auf den Weg zu machen. Fannar war nicht sonderlich gesprächig, denn ihn beschäftigten so einige Gedanken. Anstatt Eirik mit Fragen zu löchern, wollte er für sich selbst erst einmal Klarheit in seinen Kopf bringen.

Fylkir trottet gemütlich den Weg entlang, trägt seine beiden Reiter und deren Gepäck mühelos.

„Unser Ziel ist Galdurjan?“, fragt der Junge.

„Hm“, bejaht Eirik wortkarg.

„Wie lange wird die Reise dorthin dauern?“, begehrt Fannar zu erfahren.

Einen Moment schweigt der Krieger, dann sieht er die Notwendigkeit, Antworten zu geben, da sein Hintermann ihm sonst ewig in den Ohren liegen würde: „Schwer zu sagen. Die Lande sind gefährlich. Neben dem normalen Übel, der Bedrohung durch dunkle Wesen sowie dem vermehrten Auftauchen der Verderbnis, droht der Krieg zwischen Lifgard und Eldfjöll. Um nach Galdurjan zu gelangen, müssen wir Lifgard passieren. Ein genaues Bild der Lage ist dazu nötig. Darum werden wir um einen Umweg nicht herumkommen. In Gulborg weiß man sicher mehr, als auf den Dörfern oder in Vasborg.“

Einen Augenblick herrscht Stille, doch bricht Fannar sie schnell wieder: „Das heißt, wir reisen nicht direkt nach Galdurjan, sondern zuerst in die Stadt Gulborg?“

„Richtig“, stimmt der Krieger zu, ahnt schon jetzt, dass damit eine Fragenflut auf ihn niederprasseln wird.

„Aber, ich dachte, Galdurjan ist im Norden. Gulborg liegt doch gar nicht auf dem Weg. Das ist ein wirklich beachtlicher Umweg, findest du nicht?“

„Hm“, murmelt Eirik, seufzt innerlich, denn der Junge würde das nicht sagen, hätte er nicht irgendeine wilde Vermutung, die ihn dazu antreibt.

„Das heißt, du wirst in Gulborg ebenso bei einem Hochmagier vorsprechen?“

Scharfsinnig ist Fannar, das muss der Ältere ihm ja lassen.

„Möglich“, grummelt Eirik und grundlegend ahnt er schon, dass sein Schützling davon nicht begeistert ist. „Stört dich das?“

Nach einem Augenblick der Stille hört er ihn antworten: „Ich weiß nicht. Schon bei der Ankunft und dem Erblicken des Banners hatte ich ein ungutes Gefühl. Schimpf mich einen Narren, da ich die Hochmagier und Galdurjan nicht kenne, aber diese innere Unruhe hatte ich das letzte Mal, kurz bevor die Verderbnis in Freyvik einfiel.“

„Sie sind mit Vorsicht zu genießen“, murrt Eirik, dennoch versucht er sofort, den Jüngeren etwas zu beruhigen. „Aber sie sind nicht grundlos die Hochmagier. Ihre Zauber sind die stärksten und mächtigsten. Wenn jemand vermag für deine Sicherheit zu sorgen, dann sie.“

Erstaunt registriert er, wie Fannar die Arme um ihn schlingt und sich von hinten an ihn schmiegt, hört er deutlich dessen Worte: „Wenn du es nicht schaffst mich zu schützen, dann wird es auch ihnen nicht gelingen.“

Er lässt es unkommentiert, verhindert so, dass der Junge merkt, wie immens ihn diese Aussage berührt. Das Vertrauen seines Schützlings in ihn ist unermesslich. Doch weiß Eirik, dass er nicht den Schutz bieten kann, den Fannar benötigt. Ohne diesen und seine Magie wäre er schon von dieser Welt gegangen. Die Narbe an seiner Brust ist der stetig erinnernde Zeuge daran. Der Pfeil in seinem Herz hätte sein Ende bedeutet.

Sie reiten eine Weile und schweigen sich an, hört man nur Fylkirs Hufe, die auf dem erdigen Grund ihre Schritte tun und sie vorantragen.

„Eirik?“, durchbricht der Hintermann die Ruhe, erweckt damit die Aufmerksamkeit des Kriegers. „Wie stehst du zu den Göttern?“

Diese Frage überrascht diesen dann doch, zieht er beide Augenbrauen hoch und überlegt einen Moment, wie er darauf am besten antwortet. Ehe er das Wort ergreifen kann, setzt Fannar nach.

„Glaubst du, es gibt sie wahrhaftig? Den Allvater und seine Frau mit ihren Söhnen und Töchtern? Sitzen sie alle in einer anderen Welt und erwarten jene, die ein ehrenvolles Leben führten?“

Dies versetzt Eirik doch in Unruhe. Warum stellt der Junge solche Fragen?

„Zweifelst du an ihrer Echtheit, Kleiner?“, fragt er vorsichtig, denn er spürt tief in sich, dass diese Angelegenheit ein sensibles Vorgehen erfordert.

„Du nicht? Nach allem, was du gesehen hast? Das Übel? Die Verderbnis? All das Böse, welches sein Unwesen in dieser Welt treibt? Warum sehen sie zu? Weshalb schreiten sie nicht ein und retten die Menschen, die sie anbeten und um ihre Hilfe flehen? Wieso schauen sie weg? Haben wir sie so erzürnt, dass sie die Unschuldigen für die Vergehen ihrer Vorfahren leiden lassen?“

Eirik kann nicht verhindern, wie gebannt vor sich hinzustarren. Fannar ist nicht nur ein begabter Junge, sondern ebenso direkt, was seine Beanstandung betrifft.

„Du ziehst beachtlich hart mit den Göttern ins Gericht, findest du nicht?“, hinterfragt der Krieger behutsam, mit einem milden Tonfall in der Stimme. Er kann diese Gedanken durchaus verstehen, hat er sie sich längst ebenso mehrfach gemacht. Doch wer ist er, die Absichten der Götter infrage zu stellen? Er, der er einen Hauch von ihnen in sich trägt.

„Wir tragen ihre Existenz in uns, Fannar. Die Magie in unserem Blut ist der Zeuge für ihre Echtheit. Oder wie erklärst du es dir, dass manche diese Kraft in sich haben, die man nur den Göttern zuschrieb? Wir wirken Zauber. Das ist nichts Selbstverständliches.“

Erneut herrscht für einen kurzen Augenblick Stille, macht sich Eirik Sorgen, dass er zu harsche Worte hat walten lassen. Er möchte Fannar nicht verunsichern oder ihn gar ängstigen.

„Valið af guðunum“, haucht er leise, spürt, wie sein Hintermann sich wissbegierig streckt. „Von den Göttern auserwählt. In der Zeit, nachdem die Götter diese Welt verließen, bis zum ersten großen Krieg hin, nannte man uns so. Die Magie in unserem Blut war ein Segen des Allvaters. Wir dienten zum Schutz der Menschen. Aber eben nur bis nach dem großen Krieg. Als die Lande Draugur, Lifgard und Eldfjöll sich gegen Ísbygg stellten.“

„Ísbygg? Dort liegt doch Ísvik, oder? Warum gab es diesen Krieg?“, bricht es sofort aus Fannar, scheint der Ältere seine Neugier gänzlich entfacht zu haben.