Beschreibung

Was zunächst wie ein schlechter Scherz ehemaliger Kollegen anmutet, wird für den Münchner Hauptkommissar Michael Schröck blutiger Ernst: Er soll für den Bundesnachrichtendienst gegen die georgische Mafia in Österreich ermitteln. Seine Nachforschungen führen ihn nach Graz, die Landeshauptstadt der Steiermark. Warum mussten die Wissenschaftlerin Katharina Wink und die Pharmaagentin Iris Meier sterben? Und was hat Schröcks Freundin,die Biologin Silvia Reuter, entführt wird, beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod.

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Edwin Haberfellner, geboren 1957 in Steyr, Oberösterreich, langjährige Tätigkeit im Krankenhaus, Jurastudium, Beamter und Autor.

Dieses Buch ist ein Roman. Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind nicht gewollt und rein zufällig.

© 2013 Hermann-Josef Emons Verlag Alle Rechte vorbehalten Umschlagmotiv: photocase.de / pischare Umschlaggestaltung: Tobias Doetsch eBook-Erstellung: CPI – Clausen & Bosse, LeckISBN 978-3-86358-218-0 Originalausgabe

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Prolog

Katharina knipste das Licht an und wartete, dass die Neonröhren zu flackern aufhörten. Sie schälte sich aus ihrem Wintermantel und warf ihn achtlos über einen Stuhl. Die Ventilatoren der Brutschränke brummten monoton vor sich hin, gelegentlich verstärkt durch die Lüfter der Kühlschrankkompressoren. Sie war wieder einmal die Erste im Labor. Die vergangene Nacht war schrecklich gewesen. Sie hatte sich im Bett herumgewälzt, so vieles war ihr durch den Kopf gegangen. Vielleicht würden sich ja jetzt auch ihre Haare bändigen lassen, daheim im Bad war nichts zu machen gewesen. Von wegen praktische Kurzhaarfrisur. Erst einmal brauchte sie einen starken Kaffee.

Als sie vom Kaffeeautomaten im Gang zurückkam, war die Labortür nur angelehnt, dabei hätte sie schwören können, sie hinter sich geschlossen zu haben. Katharina stieß sie auf und hätte beinahe ihren Kaffee verschüttet.

»Menschenskind, haben Sie mich erschreckt!«

Eine kleine stämmige Frau stand mitten im Labor und hielt sich die Hand vor den Mund.

Katharina verbiss sich ein Grinsen. »Was kann ich für Sie tun, Frau Weberknecht?«, fragte sie förmlich.

Susanne Weberknecht war die Leiterin des Personalbüros und für das Institut so überaus wichtig, dass ohne sie rein gar nichts ging. Zumindest sie war davon überzeugt.

»Ich versuche Sie schon seit einer Woche zu erreichen, und dabei waren Sie die ganze Zeit über hier. Jedenfalls, wenn Ihre Stundenaufzeichnungen stimmen. Ich habe Ihnen zwei E-Mails geschickt, die Sie nicht einmal geöffnet haben, Frau Doktor Wink, und auf meine Anrufe haben Sie auch nicht reagiert«, sagte sie vorwurfsvoll.

Katharinas schlechtes Gewissen regte sich, weil sie die Post von Murmel-Susi, wie die Weberknecht hinter ihrem Rücken genannt wurde, ignoriert hatte, aber das Gefühl verflog schnell. Ihr aggressiver Ton nervte sie. Natürlich hatte sie ihre Nummer auf dem Display gesehen, aber keinerlei Lust verspürt, mit ihr zu reden.

»Außerdem waren Sie seit mindestens drei Jahren bei keiner der für Labormitarbeiter vorgeschriebenen Untersuchungen. Das ist nicht nur unvernünftig, sondern auch gesetzeswidrig. Es ist Ihnen doch klar, dass das für das Institut schwerwiegende Konsequenzen haben kann? Wenn irgendetwas passieren sollte, lässt man Sie hier nicht mehr rein.«

Es war nur mehr eine Frage von Sekunden, dass Weberknechts roter Kopf platzen oder sie der Schlag treffen würde.

»Jaja, schon gut.«

»Heißt das, dass Sie zur Untersuchung gehen?«

»Und wann sollte ich das tun?«

Die Weberknecht japste nach Luft. »Na, heute! Jetzt sofort. Die anderen Kollegen sind schon unten in der Eingangshalle und werden in ein paar Minuten zur Klinik fahren.«

Katharina seufzte, lehnte sich an den Tisch und überlegte, was sie tun sollte. So eine Nervensäge. Am liebsten hätte sie sie rausgeworfen, aber stattdessen nahm sie einen Schluck Kaffee und zählte stumm bis zehn.

»Frau Doktor Wink, gerade Sie sollten doch mit gutem Beispiel vorangehen«, säuselte Weberknecht plötzlich so freundlich, als würde sie ahnen, was in der Wissenschaftlerin vorging.

Blöde Schleimerin, dachte Katharina. Andererseits hatte Murmel-Susi ja recht. Und was konnte es schon schaden, sich untersuchen zu lassen? Ein Schwätzchen mit den anderen würde zudem sicher auch ein wenig Abwechslung bringen.

Wortlos nahm sie ihren Mantel und ging zur Tür. »Und Sie, wollen Sie vielleicht hier Wurzeln schlagen?«, fragte sie die Weberknecht im Vorbeigehen.

»Wie jetzt? Sie kommen tatsächlich mit?« Überrascht trippelte ihr die Personalchefin hinterher.

Eine Woche später war ein Schreiben von der Klinik gekommen. Sie solle sich sofort melden, einige Werte seien außerhalb der Norm, eine Nachuntersuchung sei zwingend erforderlich.

Sicher meine mangelnde Bewegung und die unregelmäßigen Mahlzeiten. Ich sollte wirklich mehr auf meine Gesundheit achten, dachte Katharina.

Man nahm ihr noch einmal Blut ab und schob sie in den Kernspintomografen. Auf ihre Frage, was denn los sei, antwortete der Arzt, ihr Blutbild weise ein paar kleine Unstimmigkeiten auf, sicher nichts Besorgniserregendes.

Der Befund hatte vor drei Tagen in ihrem Briefkasten gelegen.

Im Labor starrte Katharina auf ihr verzerrtes Bild im Spiegel des Metallschranks und konnte es noch immer nicht fassen. Der Arztbrief lag vor ihr auf dem Tisch: »Pankreaskarzinom im fortgeschrittenen Stadium«. Deshalb also ihre blasse Gesichtsfarbe und das ständige Ziehen im Bauch. Sie lachte bitter auf. Und sie hatte sich die ganze Zeit über eingeredet, dass der Mangel an Sonnenlicht und ihre schlechte Verdauung die Ursachen wären.

Beim Patientengespräch hatte der Arzt sich gewunden wie ein Aal, als sie ihn um eine Prognose bat, und nichts Konkretes von sich gegeben. Sie war nach Hause gefahren, hatte alles, was sie über die Krankheit finden konnte, gelesen und war zum Schluss gekommen, dass ihr bestenfalls noch drei bis vier Monate blieben, eine Therapie in diesem Stadium schien keinen Unterschied mehr zu machen. Danach würde Katharina Wink Geschichte sein. Die Rackerei an der Uni, die unzähligen Nächte, die sie sich im Institut um die Ohren geschlagen hatte – alles vergebens.

In einem Anfall von Wut und Verzweiflung riss sie das Messglas vom Tisch und schleuderte es gegen die Wand. Das Ding zersprang in tausend Stücke. Katharina begann zu weinen. Einunddreißig, keine Familie, nicht einmal einen festen Freund, dafür hatte die Zeit nicht gereicht. Sie ließ sich auf einen Hocker sinken und betrachtete ihre zitternden Hände. Es war zum Verrücktwerden.

Sie erinnerte sich: Vor mehr als fünf Jahren hatte sie ihr damaliger Professor, Robert Tomaschek, nach einer Vorlesung über die richtige Wahl bestimmter Modellorganismen angesprochen und sie zum Essen in die Uni-Mensa eingeladen. Sie war noch Doktorandin gewesen und hatte sich geschmeichelt gefühlt. Der Professor erzählte ihr begeistert von seinen Forschungen, druckste ein wenig herum und bot ihr schließlich eine feste Stelle in seinem Labor an. Zunächst war Katharina skeptisch. Sie wollte schnell richtiges Geld verdienen – ihre Eltern waren nicht gerade wohlhabend –, am besten bei einer der renommierten Firmen der internationalen Biotech-Industrie. Doch Tomascheks Begeisterung wirkte ansteckend, und als er fortfuhr, vom Zweck und den bisherigen Ergebnissen seiner Forschungen zu erzählen, ahnte sie, dass hier etwas Bedeutendes am Entstehen war, und sagte zu. Der Professor forschte nach einem Heilmittel gegen Krebs. Natürlich, das taten viele andere auch, aber sein Ansatz klang phantastisch und realistisch zugleich.

Obwohl sich seine Theorien damals vielversprechend angehört hatten, mussten sie noch etliche Rückschläge hinnehmen und Jahre weiterarbeiten, bis sich endlich der Erfolg einstellte. Nach Hunderten von Testreihen war ihnen vor sechs Monaten dann endlich der Durchbruch gelungen. Tomaschek war mit einer Flasche Champagner ins Labor gekommen und hatte sich gefreut wie ein kleiner Junge. Alle Versuchstiere waren wieder gesund.

Jetzt war es Mitte März. Draußen schien die Sonne, es roch nach feuchter Erde, und der Gesang der Vögel war durch das offene Laborfenster zu hören. Tränen rannen Katharina über die Wangen. Wenn alles stimmte, was sie gelesen hatte, würde sie den August nicht mehr erleben – dabei liebte sie den Sommer so.

Es blieb ihr nur noch diese eine Möglichkeit. Sie musste es wagen. Und was hatte sie schon zu verlieren?

Mit zitternden Händen kritzelte sie mehrere Zahlenreihen auf einen Zettel. Sie rechnete das genaue Mischungsverhältnis aus und legte dafür das Gewicht der Laborratten auf ihr eigenes um. Im letzten Winter hatte sie wie üblich ein bis zwei Kilo zugenommen, aber das sollte nicht ins Gewicht fallen. Sie zog die Spritze auf, atmete tief durch und setzte sich die Injektion in den Unterarm. Anschließend desinfizierte sie sorgfältig die Einstichstelle, steckte den Plastikschutz wieder auf die Nadel, zog ein Blatt Papier aus dem Drucker, wickelte alles ein und verstaute es in ihrer Handtasche. Ganz ruhig bleiben.

Sie nahm einen karierten Block aus der Lade des Arbeitstisches, zeichnete eine Tabelle und überschrieb die Spalten mit »Datum«, »Zeit« und »Dosis«. Sie zitterte, ihre Knie waren so weich, dass sie sich am Labortisch anlehnen musste.

Das Zeug wirkte aber auch verdammt schnell. Eine seltsame Kälte stieg in ihr auf. Sie hob den Kopf und kniff die Augen zusammen. Die Neonbahnen an der Decke flackerten wild.

Sie sollte sich zusammenreißen und alles dokumentieren. Aber noch bevor sie über die letzte Rubrik »Reaktionen« schreiben konnte, sackte sie zusammen und meinte, in ein schwarzes Loch zu fallen. Katharina schlug hart auf dem Boden auf. Ihr Körper zuckte fünf Sekunden unkontrolliert, danach rührte sie sich nicht mehr.

EINS

Hauptkommissar Michael Schröck fühlte sich wie eine dieser Großkatzen im Zoo, die hinter dem Gitter nervös hin und her liefen, weil sie eingesperrt waren. Er war mit leichten Kopfschmerzen aufgewacht, die sich in den letzten zwei Stunden zu einer gewaltigen Migräne gesteigert hatten. Ein Geruch von frischer Dispersionsfarbe gemischt mit Kaffeesud lag in der Luft und malträtierte seine überreizten Nerven. Seit letztem Dienstag, also seit mehr als einer Woche, wurde gestemmt, gebohrt und rumgebrüllt, was das Zeug hielt – wie es schien, immer genau vor seinem Büro. Bis jetzt hatte er alles stoisch ertragen. Die Renovierung seiner Dienststelle war längst überfällig gewesen. Hätte die Genehmigung der Gelder noch länger auf sich warten lassen, wäre sicher nur mehr der Abriss der Bude in Frage gekommen.

Doch so unerträglich wie heute war ihm der Lärm noch nie erschienen. Mit jedem Hammerschlag wuchs der Kloß in seinem Magen. Er überlegte, ob er noch einen Kaffee trinken sollte, aber das wäre dann schon der vierte heute und würde vermutlich auch nichts mehr bringen. Bloß raus hier. Sollte sich doch jemand anderes um diese blöden Akten kümmern. Dumm nur, dass es im Moment niemanden gab. Schreiber, der Neue in seiner Ermittlungsgruppe, er war erst vor Kurzem von der Akademie gekommen, war vom Chef gleich wieder auf Fortbildung geschickt worden. Er wäre noch der Einzige gewesen, dem Schröck zugetraut hätte, den Schreibkram in seinem Sinne zu erledigen. Schreiber schien die Angewohnheit zu haben, alles in einem roten Taschenheftchen zu notieren. Wie ein Oberschüler, irgendwie seltsam, aber auch überaus praktisch, weil Schröck ihn somit auch noch Wochen später nach jeder Einzelheit fragen konnte. Vor ein paar Tagen hatte der junge Kollege sich jedoch ein modernes Computerpad zugelegt und schleppte es nun mächtig stolz überallhin mit. Schröck befürchtete, dass Schreiber, genauso wie er selbst, in diesem Ding seine Aufzeichnungen nicht mehr finden und es mit dem personifizierten, allwissenden und wandelnden Notizblock bald vorbei sein würde.

Schröcks Magen knurrte. Er hatte am Morgen nichts gegessen, nur einen Kaffee getrunken – zu Hause, in dem Achthundert-Seelen-Dorf Schönbergmoos, das unweit von München lag, dort, wo seine Großeltern vor dem Zweiten Weltkrieg ihre kleine Landwirtschaft betrieben hatten. Seine ältere Schwester Gisela hatte das Haus nach dem Tod der Eltern übernommen und aus dem ehemaligen Kleinbauernhof ein beschauliches Heim gezaubert, obwohl sie dort zeitlebens allein gewohnt hatte.

Schröck war nur selten zu ihr hinausgefahren. Keine Zeit, zu viel zu tun, die Überstunden, die Stadt. Damals hatte er in einer Drei-Zimmer-Wohnung im Zentrum von München gelebt. Sie war praktisch gewesen, weil seine Dienststelle gleich um die Ecke lag.

Dann aber war dieser wunderschöne Maitag gekommen, einer der ersten des Jahres, an dem man wieder ohne Jacke ins Freie gehen konnte, er konnte sich noch genau daran erinnern. Ein Dorfpolizist hatte ihn angerufen und ihm mitgeteilt, ein Lkw-Fahrer habe den Kleinwagen seiner Schwester an einer Kreuzung übersehen, einige Meter mitgeschleift und schließlich in den Straßengraben katapultiert, wo er als rauchender Blechhaufen liegen geblieben war. Gott sei Dank, sie hätte nicht leiden müssen, hatte der Polizist mitfühlend gesagt. Doch für Schröck war das kein Trost gewesen. Gisela war die Letzte seiner Familie gewesen.

Nach ihrem Tod fielen ihm das Haus und einige Wiesen zu – das, was vom großelterlichen Besitz nach dem Verkauf der Felder noch übrig geblieben war. Für ihn war damals klar gewesen, dass er alles so schnell, wie es nur ging, verkaufen würde. Er war ein Stadtmensch, sah sich nicht in einem Haus draußen auf dem Land. Das wäre ähnlich seltsam gewesen, wie einen Königspudel in einen Kuhstall umzuziehen. Wer hätte sich auch um alles kümmern sollen, wenn er manchmal tagelang nicht nach Hause kam?

Horst Denzel, ein ehemaliger Schulkollege, der das einzige Maklerbüro in Schönbergmoos betrieb, pirschte sich nach Giselas Beerdigung an ihn heran. Er wolle keinesfalls pietätlos erscheinen, sagte er, um der alten Freundschaft willen und so. Er versprach ihm einen sensationellen Erlös, wenn er ihm den Auftrag zur Veräußerung des Anwesens erteilen würde. Alte Freundschaft, von wegen! Das Lieblingswort dieses schwammigen Rotschopfs war »sensationell«. Er war noch genauso schmierig freundlich wie früher zu ihrer Schulzeit, wenn er seine Hausaufgaben nicht gemacht hatte und von ihm abschreiben wollte. Schröck war skeptisch, aber Denzel bearbeitete ihn so lange, bis er schließlich einwilligte, nur um endlich Ruhe vor ihm zu haben.

Anfangs kamen auch wirklich einige Interessenten, zumeist am Wochenende, und Schröck blieb nichts anderes übrig, als im Haus zu übernachten, um nicht ständig zwischen dem Dorf und München pendeln zu müssen. Die, die das Haus besichtigten, bemängelten jedoch einmütig, das Haus läge zu weit von der Stadt entfernt und in einer Umgebung ohne jede Infrastruktur. Es sei nicht geeignet für Familien mit Kindern, es gäbe keine Schule in der Nähe, und der kleine Krämerladen hätte ebenfalls schon vor Jahren dichtgemacht.

Eines Nachts, als Schröck wieder in Schönbergmoos geblieben war und er vor lauter Stille nicht einschlafen konnte, begann er durch die Zimmer zu wandern. Das Haus besaß viele kleine Räume, winzige Fenster und alte Dielenböden, im Großen und Ganzen war es noch so wie zu Lebzeiten seiner Großeltern. Die Wände waren weiß getüncht und so uneben, dass die Rahmen der vergilbten Familienbilder an manchen Stellen fast einen Zentimeter weit abstanden. Großmutters Frisiertisch mit den Flügelspiegeln, sie hatten ihn »die Psyche« genannt, stand auch noch an Ort und Stelle. Schröck betrachtete sich im Spiegel. Ein fünfzigjähriger schlanker Mann, so groß, dass er sich ein gutes Stück hinunterbücken musste, um sein Gesicht zu sehen, blickte ihn kopfschüttelnd an. Damals hatte er beschlossen, dass er bleiben würde.

Es dauerte nicht lange, und er fühlte sich in Schönbergmoos so wohl, als hätte er nie woanders gelebt.

Wenn er an einem kniffligen Fall arbeitete und Ruhe zum Nachdenken brauchte, fuhr er von nun an nach Hause und igelte sich ein. Sein Vorgesetzter, Polizeirat Wilhelm Obermeier, akzeptierte sein neues Verhalten stillschweigend.

Der Bohrhammer drohte, die Decke über ihm zu zertrümmern. »Es reicht!« Schröck knallte die Akte zurück auf den Stapel, schaltete den Computer aus und schnappte sich seine Jacke.

»Ich bin zu Hause, falls mich jemand sucht!«, rief er dem Kollegen im Nebenbüro zu, riss die Tür auf und wäre um ein Haar mit Fräulein Kolb zusammengestoßen. Zugegeben, es wäre ein weicher Zusammenstoß gewesen, sie war nicht eben schlank gebaut, aber keinesfalls ein angenehmer. Obermeiers Sekretärin war noch immer »Fräulein« und bestand auf diese Anrede. Sie war etwa gleich alt wie Schröck, ebenso unverheiratet und nicht gerade das, was man gemeinhin unter umgänglich versteht.

Sie starrte ihn mit aufgerissenen Augen an, fasste sich jedoch schnell und sagte in ihrem unheimlich wichtigen Tonfall, der ihm schon immer so auf die Nerven fiel: »Herr Hauptkommissar, Sie sollen sofort zum Herrn Polizeirat kommen. Ich konnte Sie telefonisch nicht erreichen.«

Kunststück, dachte Schröck, denn genau deshalb hatte er vorsorglich den Hörer neben den Apparat gelegt. Doch jetzt war es zu spät. Er ergab sich und trottete Fräulein Kolb hinterher.

Obermeier thronte hinter seinem Schreibtisch und gab vor, die Akte vor sich zu studieren, was natürlich Unsinn war. Für gewöhnlich dauerte es eine Minute, bis er überrascht aufsah und so tat, als würde er erst jetzt bemerken, dass sich außer ihm noch jemand in seinem Büro befand. Aber Schröck hatte heute keine Lust auf Spielchen. »Sie wollten mich sprechen?«

Der Polizeirat sah erstaunt auf und legte die Stirn in Falten. »Schröck. – Ja, genau, ich habe Sie holen lassen, weil ich mit dem Verlauf Ihrer Ermittlungen im Tötungsdelikt ›Reininger‹ alles andere als zufrieden bin.«

»Ach, sind Sie nicht?«, fragte Schröck angriffslustig.

»Nein. Ganz und gar nicht. Das alles ist für mich irgendwie noch nicht schlüssig. Sie haben gerade mal drei Leute aus der Nachbarschaft befragt und aus ihnen nichts rausgebracht. Die Akte ist mit zehn Seiten so dünn, dass ich sie postwendend wieder vom Staatsanwalt zurückbekomme. Es handelt sich hier schließlich um ein Tötungsdelikt.«

»Aber der Fall ist doch sonnenklar. Die beiden Bauersleute haben schon ein Leben lang rumgestritten, bis der Alte sich schließlich sein Jagdgewehr gegriffen und die Frau im Schlaf erschossen hat. Dann hat er die Waffe gegen sich selbst gerichtet, war aber so betrunken, dass er sich nur einen neuen Scheitel gezogen hat. Er kann sich an nichts mehr erinnern, nicht einmal mehr daran, dass er heulend bei uns angerufen und behauptet hat, sie habe ihn angeschossen.«

»Das ist eine ziemlich dünne Suppe, meinen Sie nicht?«

»Sie haben den Befund der Gerichtsmedizin vor sich liegen, oder? Selbstmord war es nicht, und Spuren, die auf einen Einbruch hindeuten, haben wir auch keine gefunden. Also ein Ehedrama.«

»Viel zu dünn, viel zu dünn«, wiederholte Obermeier immer wieder und schüttelte dabei den Kopf wie ein Plastikdackel aus den fünfziger Jahren. »Fahren Sie da noch einmal hin, oder schicken Sie wenigstens jemanden. In dem Fall muss ordentlicher recherchiert werden, das hier ist ja praktisch gar nichts.«

Schröck kniff die Augen zusammen. »Und wer sollte Ihrer Meinung nach recherchieren? Schreiber vielleicht, den Sie zu einer dieser sinnlosen Fortbildungen geschickt haben? Ich jedenfalls habe wirklich Besseres zu tun, als meine Zeit damit zu vergeuden, für die Herren von der Staatsanwaltschaft die Akten mit Papier zu füllen. Es gibt kein Zeugen, und leider kann ich auch keine herbeizaubern.«

Obermeier runzelte die Stirn. »Hauptkommissar Schröck, ich nehme da einen ziemlich aggressiven Unterton wahr.«

»Und damit liegen Sie gar nicht so falsch. Denken Sie wirklich, dass ich nach fast dreißig Jahren im Polizeidienst nicht weiß, wie man eine Untersuchung führt? Der Fall ist von meiner Seite gelöst, und wenn Ihnen meine Arbeit nicht passt, dann recherchieren Sie doch selbst.«

Obermeier japste nach Luft. »Schröck! Was ist Ihnen denn über die Leber gelaufen?«

»Es hat sich ausgeschröckt, Herr Polizeirat. Ich fahre jetzt nach Hause. Und wenn Ihnen das auch nicht gefällt, dann kann ich leider auch nichts dagegen tun. Mir reicht’s!« Er drehte sich auf dem Absatz um und knallte die Tür zu. »Vergiss mich doch, du Hanswurst!«

»Das habe ich gehört«, funkelte ihn die Kolb an.

»Dann ist es ja recht.«

* * *

Schröck brauchte fast eine halbe Stunde bis zum Stadtrand. Die Straßen waren heillos verstopft. Langsam beruhigte er sich wieder, Hektik war im dichten Berufsverkehr ohnehin nicht förderlich. Bloß an etwas anderes denken. Was Libuša, seine Haushälterin, ihm wohl heute in den Kühlschrank gestellt hatte?

Libuša. Eines Tages war sie beim Bäcker plötzlich neben ihm gestanden und hatte ihn am Ärmel gezupft.

»Das gibt es ja nicht! Sind Sie nicht der Enkel von den Schröcks? Mein Gott, wie lange ist das her?«

Er hatte sie sofort erkannt. Die Liba, wie sie im Dorf genannt wurde, war seiner Großmutter oft zur Hand gegangen, als diese alt und gebrechlich gewesen war.

»Ich wollte schon so lange einmal zu Ihnen rüberkommen, aber da waren immer die Bauleute, und anfangs dachte ich auch, Sie hätten das Haus verkauft. Ich bin ja so froh, dass Sie es behalten haben.« Sie hielt seine Hand, als wollte sie sie gar nicht mehr loslassen.

Schröck hatte die herzliche Frau schon immer gemocht und freute sich über das Wiedersehen.

»Wohnen Sie da jetzt ganz allein?«, fragte sie argwöhnisch.

Als er dies bejahte, schüttelte sie den Kopf.

»Das geht doch nicht! So ein großes Haus und keine Frau. Da muss sich doch wer drum kümmern, alles putzen und so.« Sie stemmte beide Hände in die Hüften. »Wenn Sie wollen, sehe ich bei Ihnen von nun an nach dem Rechten. So geht das wirklich nicht, was würde Ihre selige Frau Großmutter wohl dazu sagen? Ich verlange auch nicht viel.«

Sie waren sich rasch über das Gehalt einig geworden, und seitdem bügelte und kochte Liba für ihn und kümmerte sich um den Garten. Er liebte ihre südmährischen Gerichte, und sie war glücklich, endlich wieder einen dankbaren Abnehmer dafür gefunden zu haben. Ihr Mann war bereits vor zehn Jahren verstorben und die Kinder schon lange aus dem Haus.

Sie sprach oft von ihrer tschechischen Heimatstadt Příbor, einer Stadt im Nordosten Mährens, und erzählte Schröck, wie sie vor über vierzig Jahren mit ihrem Josef nach Schönbergmoos gekommen war, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Von allen war sie misstrauisch beäugt worden. »Ach, es waren schwere Zeiten damals, aber wir waren jung und verliebt«, pflegte sie mit einem Augenzwinkern zu sagen.

Zu Hause fand Schröck in der Backröhre die dunkelblau emaillierte Kasserolle. Er hob den Deckel an und schnupperte. Libas Znaimer Braten, eine würzige Kombination aus Rindfleisch und böhmischen Knödeln, in einer pikanten Sauce mit klein gewürfelten Gürkchen, dazu Bratensaft mit viel Sahne. Es duftete herrlich. Aber was ihm am besten daran gefiel: Der Braten war noch warm. Er hatte immer noch Kopfschmerzen, aber vielleicht würden die ja verschwinden, wenn er etwas aß.

Es schmeckte ausgezeichnet, aber an seiner Stimmung und den Kopfschmerzen änderte der gefüllte Magen leider nur wenig.

Ich muss grundlegend etwas ändern, dachte er. Der sinnlose Druck, den alle machten, war einfach nicht mehr auszuhalten. Es ging nur mehr um Zahlen und Statistiken. Als gäbe es nichts Wichtigeres.

Die letzte grundlegende Änderung in seinem Leben war seine Scheidung gewesen, aber auch die lag schon mehr als zwanzig Jahre zurück. Gleichsam über Nacht war er aus der ehelichen Wohnung ausgezogen und hatte sich eine Drei-Zimmer-Wohnung in der Münchner Innenstadt gesucht.

An normalen Abenden machte es ihm auch nichts aus, allein zu sein, aber heute fehlte ihm seine Freundin Silvia.

Sie war schon seit drei Tagen weg, irgendein Seminar über neue chemische Ermittlungsmethoden. Silvia Reuter war studierte Biologin und arbeitete seit ein paar Jahren als Auswertungsspezialistin bei der KTU, der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle. Manchmal begleitete sie auch die Sammler von der Kriminaltechnik, um sich selbst ein Bild vom Tatort zu machen.

Schröck hatte sich gleich bei ihrer ersten Begegnung zu ihr hingezogen gefühlt, es aber nie gewagt, sie anzusprechen. Und als hätte sie es gespürt, hatte sie ihn jedes Mal dabei ertappt, wenn er sie gerade heimlich anschaute. Peinlich war das gewesen. Eigentlich hatte das gar nicht zu ihm gepasst. Ihr aber hatte seine Aufmerksamkeit scheinbar nichts ausgemacht, denn sie hatte ihn immer angelächelt. Hätte sie nicht den ersten Schritt gemacht, wären sie wohl nie zusammengekommen. Er war kein Aufreißertyp und Silvia nicht eben die Geduldigste.

Sie hatte noch immer ihre eigene Wohnung in der Stadt. Schröck war nur ein oder zwei Mal kurz dort gewesen, um sie zum Essen abzuholen. Ein großes Apartment, modern und dennoch gemütlich eingerichtet. Wenn sie zusammen waren, dann immer bei ihm, draußen auf dem Land. Silvia liebte das alte Haus und den Garten, und Schröck fühlte sich wohl, wenn sie da war. Liba war ganz aus dem Häuschen gewesen, als er Silvia ihr vorgestellt hatte. Die beiden Frauen hatten sich auf Anhieb verstanden, und seitdem erkundigte sich Liba bei jeder Gelegenheit nach Silvia. Dabei musterte sie Schröck stets wie eine Inquisitorin und war erst zufrieden, wenn er ihr augenzwinkernd beteuerte, dass alles in bester Ordnung sei.

Der Braten hatte köstlich geschmeckt, und es war angenehm ruhig hier. Keine Autos oder lärmenden Traktoren, genauso wie er es liebte. Aber warum, zum Donnerwetter, fühlte er sich plötzlich so allein?

Er wählte die Nummer von Silvias Mobiltelefon und landete auf der Sprachbox. Es war Viertel vor sieben. Das Seminar war wohl noch nicht zu Ende. Schröck fuhr den Computer hoch und suchte nach der Webseite ihres Hotels. Der »Berghof« im Schwarzwald, ruhige Lage, mitten im Grünen, spezialisiert auf Seminare und Vorträge. Vielleicht hatte sie dort auch einfach nur kein Netz? Unter »Kontakt« fand er die Festnetznummer.

»Hallo, würden Sie mich bitte mit Frau Silvia Reuter verbinden?«

»Einen kleinen Moment, ich muss kurz nachsehen. – Tut mir leid, aber bei uns wohnt keine Frau Reuter«, entgegnete die Frau am anderen Ende der Leitung.

»Sind Sie sicher? Sie nimmt an einem Seminar in Ihrem Hotel teil. Es geht um irgendetwas mit Zähnen bei Leichen.«

»Ich weiß, das Odontologen-Seminar, aber trotzdem kann ich keine Frau Reuter finden.«

»Bitte, sehen Sie noch einmal genau nach. Sie muss da sein. Reuter, ohne th.«

»Ich hab Sie schon verstanden, aber wie ich bereits sagte: Sie wohnt nicht bei uns.«

»Das kann nicht sein. Sie hat mich doch vor zwei Tagen angerufen und gesagt, sie sei gut bei Ihnen angekommen. Ist sie vielleicht schon abgereist?«

»Nicht dass ich wüsste. Bei mir im Computer taucht sie überhaupt nicht auf. Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht weiterhelfen.«

Er starrte auf sein Handy. Wo, um alles in der Welt, sollte Silvia denn sonst sein? Vielleicht war die Frau am Telefon ja bloß eine Aushilfskraft, die nicht richtig nachgesehen hatte. Kein Grund zur Sorge. Wahrscheinlich war alles nur ein Irrtum, und morgen früh würde sich alles aufklären.

Schröck schaltete den Fernseher ein und legte sich aufs Sofa. Die ersten Meldungen der »Heute«-Nachrichten bekam er gerade noch mit, dann fielen ihm die Augen zu.

Der Klingelton des Handys ließ ihn hochschrecken. Es war ihm aus der Hosentasche gerutscht und lag lärmend und vibrierend am Boden. Anrufer unbekannt. Er wollte es schon ignorieren. Vermutlich wieder nur eine dieser lästigen Umfragen oder irgendjemand, der ihm zu nachtschlafender Zeit eine Versicherung andrehen wollte. Oder vielleicht war es doch Silvia? Das musste es sein.

»Endlich. Ich habe schon ein paarmal versucht, dich zu erreichen. Wo steckst du denn?«, brummte er benommen.

Am anderen Ende blieb es still.

»Hallo?«

»Bin ich da bei Schröck? – Michael?«

»Ja. Wer spricht da, bitte?«

»Ich bin es, Klaus.«

»Welcher Klaus? Ich kenne keinen Klaus.«

»Klaus Heinrich, erinnerst du dich nicht mehr? Wir waren zusammen beim Kripo-Lehrgang.«

»Mensch, Klaus, hallo! Wie geht es dir? Bist du noch bei den Kölnern?«

Es war bestimmt schon zehn Jahre her, dass sie sich das letzte Mal gesehen hatten. Heinrich hatte wie Schröck bei den Uniformierten begonnen und war danach zur Kripo Köln gewechselt.

»Nein, schon lange nicht mehr. Und geht so.«

»Bist du in der Stadt?«

»Auch nicht, aber ich muss dringend mit dir reden.«

»Natürlich«, Schröck setzte sich auf. »Gibt es ein Problem?«

»Das nicht«, sagte Heinrich ruhig, »aber ich habe einen Job für dich.«

»Ich hab doch schon einen, auch wenn der mich mal wieder maßlos nervt.«

»Ich weiß.«

»Wie, du weißt?«

»Michael, ich bin mittlerweile beim BND.«

»Oh, gratuliere. Du hattest schon immer das Zeug zum Agenten.«

»Du aber auch.«

»Natürlich, darum sortiere ich auch schon seit drei Jahrzehnten Akten und ärgere mich mit gedächtnisschwachen Zeugen herum.«

»Nein, ganz im Ernst. Wir wollen, dass du bei uns mitmachst.«

Schröck schüttelte den Kopf. »Wie stellst du dir das vor? Ich bin über fünfzig und alles andere als ein James Bond, wenn ich ehrlich bin. Außerdem gehöre ich als braver Beamter quasi schon zum Inventar.«

»Das lässt sich regeln. – Michael, wir verfolgen deine Arbeit schon seit Längerem. Du bist genau der Mann, den wir brauchen.«

»Ja, klar«, lachte Schröck.

»Du könntest unabhängig arbeiten und dich frei bewegen.«

»Und du wärst mein Verbindungsmann?«

»Genau.«

»Das ist doch ein Witz, oder?«

»Keineswegs. Natürlich müssen wir uns noch persönlich treffen, am Telefon können wir das alles nicht besprechen. Schalt mal deinen Computer ein. Ich habe dir schon ein Onlineticket geschickt. Um deine Dienststelle brauchst du dich nicht zu kümmern, das übernehme alles ich, vorausgesetzt natürlich, du gibst mir keinen Korb?«

»Aber das geht doch nicht so einfach. Ich muss mich doch noch da abmelden. Und bis wann brauchst du eine Antwort? Außerdem muss ich –«

»Es eilt ein wenig, wenn ich ehrlich bin. Am besten sofort. Du kannst dich ja morgen früh, bevor dein Flug geht, noch einmal im Kommissariat blicken lassen. Ich zähle auf dich. Dann gute Nacht und bis morgen.«

»Mein Flug? Warte mal! Wohin soll ich denn überhaupt fliegen? Und holst du mich da ab, oder was?«

»Keine Sorge, es ist alles geregelt. Ich muss jetzt Schluss machen. Bis morgen.«

Aufgelegt. Das war doch sicher alles Unsinn. Er und beim BND, nie und nimmer! Da saßen sicher gerade ein paar alte Kollegen in irgendeiner Kneipe und lachten sich halb krumm.

Schröck warf einen Blick auf Großvaters Kuckucksuhr. Halb eins, und Silvia hatte sich noch immer nicht gemeldet. Schröck holte sich ein Glas Wasser, fuhr den Computer hoch und checkte seine Mailbox. Tatsächlich fand er das angekündigte Ticket: München–Wien–Graz, Abflug: zehn Uhr fünfzehn, Ankunft: vierzehn Uhr dreißig.

ZWEI

Der vierstöckige Stahlbetonbau der Swiss Privat Commercial Bank in Zürich glich mit seiner grauen Steinfassade eher einer wehrhaften Stadtmauer aus dem Mittelalter als einem Hightech-Geldtempel, in dem im Minutentakt Geschäfte in Millionenhöhe abgewickelt wurden.

Es schüttete wie aus Kübeln. Die Frau im beigen Kurzmantel zog den aufgestellten Kragen noch enger um den Hals. Sie fröstelte, aber das lag nicht nur am Wetter. Sie hasste es hierherzukommen. Im Foyer empfing sie ein junger Mann und führte sie in ein Büro. Er tat sehr wichtig, als er sie um die Kontonummer bat und sie ersuchte, Platz zu nehmen, bis ihr Kundenberater bei ihr sein würde.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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