Gustav Gorky 2. Ein Roboter dreht durch - Erhard Dietl - E-Book

Gustav Gorky 2. Ein Roboter dreht durch E-Book

Erhard Dietl

4,8
9,99 €

Beschreibung

Gorky-gut! Roboter-Alarm für den rasenden Weltraumreporter. Gustav Gorky kehrt auf die Erde zurück, um für den "Urknall" menschliche Speisen zu analysieren. Im Gepäck hat er den Analyse-Reporter MAGBOT. Doch nachdem dieser von einem streunenden Hund angepinkelt wurde, dreht er durch und schießt wahllos mit Laserstrahlen um sich. Jeder, der getroffen wird, erstarrt. Das Chaos nimmt seinen Lauf. Band zwei der außerirdisch tollen Serie: ein gorkyansich-lustiger Roboterspaß!

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Seitenzahl: 124

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1.

Wieso gerate ich so oft in lebensgefährliche Situationen? Gibt es so etwas wie Schicksal? Ich weiß es nicht.

Wir Gorkyaner können noch nicht in die Zukunft sehen. Seit Jahren arbeiten unsere Techniker daran, aber leider sind sie noch nicht so weit. Hätte ich einen Blick in die Zukunft werfen können, dann hätte ich meine Reise zum Planeten Erde anders geplant. Auf jeden Fall hätte ich den Roboter nicht mitgenommen.

Hätte … hätte … hätte … Hinterher ist man immer schlauer!

Das sind überflüssige Erdlings-Gedanken.

Wie du vielleicht weißt, war ich schon einmal auf dem blauen Planeten. Dort habe ich einiges über das Denken der Erdlinge erfahren. Und das Erdlings-Denken hat Spuren auf meiner Festplatte hinterlassen.

Das Denkvermögen der Erdenbewohner ist äußerst begrenzt. Im Allgemeinen kann man von ihnen nicht viel lernen. Erdlinge sind technisch nicht auf dem neuesten Stand. Ihre Denkgehirne arbeiten kompliziert und sind voller überflüssiger Informationen.

Interessanterweise sehen sich die Erdlinge aber als Mittelpunkt des Universums. Sie bezweifeln, dass außer ihnen noch andere intelligente Lebewesen existieren.

Das ist lächerlich. Ich habe schon so viele intelligente außerirdische Wesen getroffen, dass ich sie hier gar nicht alle aufzählen kann.

Die Erdlinge glauben auch, dass nur eine Billion Planeten existieren. Natürlich sind es wesentlich mehr.

Einer davon ist mein Heimatplanet Gorky. Er ist halb so groß wie der blaue Planet und nur fünf Lichtjahre von ihm entfernt.

 

Auf Gorky arbeite ich als Reporter für das Nachrichten-Magazin »Der Urknall«. Kein schlechter Job. Er ist abwechslungsreich, und man kommt viel rum.

Kürzlich hatte mich meine Chefin auf den blauen Planeten geschickt, um die Eigenschaften der Erdlinge zu erforschen. Ich kann dir sagen, die Mission war ziemlich gefährlich. Nur knapp bin ich mit heiler Haut davongekommen. Aber ich war alles in allem ziemlich erfolgreich. Meine spektakulären Berichte über die Erdlings-Nahrung haben das ganze Redaktionsteam begeistert.

Denn auch primitive Lebewesen können bereichernd sein. Von den Erdlingen haben wir gelernt, dass Nahrung mehr sein kann als nur Energiezufuhr und Sättigung. Nahrungsmittel können interessante Geschmacksrichtungen aufweisen!

Das war neu für uns.

Im »Urknall« haben wir jetzt eine Seite für den gorkyanischen Feinschmecker: Sie heißt GRUMPF. In der Erdlings-Sprache bedeutet das so viel wie: »Stilvolle Energiezufuhr für aufgeschlossene Gorkyaner«.

»3Y egel lokre beil«, hatte die Chefin zu mir gesagt, »?nemhen rebü FPMURG novgnut ieleid thcine isnel low .etre pxe-sgnur handnu rekce mhcsnief hcoddni seis«

Damit du es leichter verstehst, übersetze ich es dir hier einmal in die Sprache der Erdlinge:

»Lieber Kollege Y3. Sie sind doch Feinschmecker und Nahrungs-Experte. Wollen Sie nicht die Leitung von GRUMPF übernehmen?«

Unsere gorkyanische Nahrung war bisher ausschließlich PIOJ und FGVU, rein synthetische Nahrung, die äußerst energiereich ist. PIOJ und FGVU sollen nun mit meiner Hilfe weiterentwickelt werden. Unsere Techniker haben mir sogar eine eigene Molekular-Küche eingerichtet.

Inzwischen kann ich mit hohem technischem Aufwand an neuen Geschmacksrichtungen experimentieren.

Ich habe GUZTE und KRIPTO entwickelt, FRAX und TREWI.

Dies alles sind sehr interessante Gerichte, doch ich weiß, dass ihr Geschmack noch immer nicht ganz an die Nahrung der Erdlinge heranreicht. Meine Forschungen sind noch lange nicht abgeschlossen.

 

Immer am Tag des Jupiters haben wir unsere Redaktionssitzung. Wie üblich hatten sich auch heute alle Kollegen vorher am Energator frisch aufgeladen. So saßen wir voller Energie am durchsichtigen Konferenztisch in unseren Magnetschalen und warteten auf die Chefin.

Zum Glück funktionierte heute die Heizung. Manchmal war es ziemlich kühl im Konferenzraum, und ich kann Kälte nicht ausstehen. Sie schadet meiner Technik und weckt unangenehme Erinnerungen in mir.

Alle Kollegen waren anwesend.

Y1, der schlaue Wissenschaftler mit den neun Augen, saß neben Y2, der Redakteurin für die Technikseite. Sie teilten sich gerade ein großes Stück FRAX und bröselten damit die Tischplatte voll.

Neuerdings futterten die Kollegen gerne während der Sitzungen. Ist auch verständlich, denn oft zieht sich das Ganze ziemlich in die Länge. Unsere Chefin hört sich gern reden und kann sich nie kurzfassen.

Auch ich kaute ein Stück FRAX und überlegte dabei, wie ich seinen Geschmack noch verbessern könnte. An den Geschmack von Erdlings-Gurken konnte ich mich noch gut erinnern. Bei meinem Besuch auf dem Erdtrabanten hatte ich ausführlich damit experimentiert. Aber hier auf Gorky hatte ich leider keine Gurke zur Hand. Und so einen Geschmack alleine aus der Erinnerung heraus in das FRAX zu transformieren, war schwer.

 

Die beiden Reporter Y4 und Y5 von der Klatschnachrichten-Seite hatten eine ganze Schüssel KRIPTO vor sich stehen. Anscheinend schmeckte es ihnen ausgezeichnet, denn sie griffen mit beiden Händen hinein. Sogar ihre Gesichter wiesen Spuren von KRIPTO auf, wie man es bei den jüngeren Gorkyanern beobachten kann, die beim Aufnehmen von Nahrung noch ungeschickt sind.

Y6, der langweilige Geologe, knabberte ein wenig an einem leuchtend roten TREWI-Riegel herum.

Und Y8, unser ältester Kollege, schlürfte genüsslich flüssiges GUZTE mit seinem dicken Rüssel. In seinem Alter waren die Kaumuskeln schon ziemlich ausgeleiert, weshalb GUZTE genau das Richtige für ihn war.

Y7, die Abenteurerin, nahm keine Nahrung zu sich. Sie saß wie immer mit grimmiger Miene da. Man wusste, sie trieb sich gern über einen längeren Zeitraum in den gefährlichsten Winkeln des Weltalls herum und hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, auch zu Hause wochenlang ohne Nahrung auszukommen. Anscheinend war das ein gutes Training für ihre Expeditionen.

Ach ja, und beinahe hätte ich den Kollegen Y9 vergessen.

Er hatte direkt neben der Magnetschale der Chefin Platz genommen und tippte wie immer übereifrig auf seinem Rechner. Sicher wollte er unsere Chefin wieder mal mit irgendwelchen Zahlenspielereien beeindrucken.

Kollege Y9 tat immer schrecklich beschäftigt. Er fühlte sich als Liebling der Chefin, aber für mich war er nichts weiter als ein Streber und ein nerviger Angeber. Wir Gorkyaner sind ein sehr friedliches Volk. Aber bei Y9 fällt es mir schwer, keine negativen Gedanken zu entwickeln.

Auch den Kollegen Y9 sah man nichts essen. Ich wusste, er tat das aus reiner Absicht. Auf keinen Fall wollte er zugeben, dass ihm die Ergebnisse meiner Kochkünste schmeckten.

Die Magnetschale von Y11 war wie immer leer.

Y11 war mit seinem Raumtaxi in einen Meteoritenstrom geraten. Dies hatte ihn in seine Atome zerlegt. Von Y11 hing seitdem ein Hologramm-Bild an der Wand. Auf dem Bild hob er den Rüssel und nickte uns freundlich zu.

Auch Kollege Y10 war schon länger nicht mehr bei uns. Er arbeitete inzwischen bei den gorkyanischen Verkehrsbetrieben, wo er GUNGS und VELOPEDE vermietete.

 

Die Chefin schwebte in den Raum und eröffnete die Sitzung.

»negel lokdnu nenni gello kebeil«, hörte ich sie sagen, »nessaf nemmas uz gnuz tis neg itue hreresnu etknu psgnund roseg ate idzruk fradhci«

In der Sprache der Erdlinge hieß das:

»Liebe Kolleginnen und Kollegen. Ich darf kurz die Tagesordnungspunkte unserer heutigen Sitzung zusammenfassen.«

»Kurz zusammenfassen« bedeutete bei ihr: zwei Stunden lang zuhören. Damit meine ich natürlich zwei Erdlings-Stunden. Für uns Gorkyaner ist das im Grunde kein langer Zeitraum, aber trotzdem. Ich weiß nicht, warum mich die Ausführungen unserer Chefin jedes Mal so schrecklich langweilten.

Während sie sprach, hatte sie ihre vier Arme in die Hüften gestemmt. Die Kollegen, die ihr gegenübersaßen, lehnten sich etwas zurück. Sie hatte eine nasse Aussprache.

Auch ich machte es mir so bequem wie möglich und schloss die Augen. Als die Chefin endlich fertig war, meldete sich Y9 zu Wort.

»Ich habe die AX-Position und Neuorientierung eines TiNs bezogen auf die Gelenk-Parameter berechnet!«, sagte er stolz.

»Wie bitte?« Die Chefin warf ihm einen verständnislosen Blick zu.

»Es betrifft nur den vierdimensionalen Bereich«, fuhr Y9 fort. »Ich denke, der rotatorische Anteil ergänzt sich um keine weitere Dimension. Ich erkläre das mal an einem Beispiel …«

»Sehr schön, aber schicken Sie uns doch lieber eine Zusammenfassung«, unterbrach ihn die Chefin. »Dann kann sich das jeder in Ruhe ansehen.«

»Vielen Dank, das mach ich gerne!«, sagte Y9.

Alle atmeten auf. Das war knapp. Auf Y9s umständliche mathematische Ausführungen hatte nun wirklich keiner Lust.

Es folgte der Bericht von Y1, der uns von den neuen Nano-Life-Robotern erzählte. Winzige Nano-Roboter bewegten sich im Blutkreislauf und verhinderten alle Arten von Krankheiten. Das gab es schon lange und war nichts Neues. Aber man hatte die Technologie weiterentwickelt, sodass Nano-Life-Roboter jetzt auch Zellerneuerung bewirkten. Und Zellerneuerung bedeutete verlängertes Leben.

Die Kollegen begannen zu diskutieren, wie sinnvoll es sei, das Leben unendlich zu verlängern.

»Irgendwo muss eine Grenze sein!«, rief Y7.

»Wer soll die bestimmen?«, knurrte Kollege Y8, der auch ohne einen Nano-Life-Roboter bestimmt schon achthundert Jahre auf dem Buckel hatte.

»Nun, auf jeden Fall ist das ein gutes Diskussionsthema für unsere Leser!«, meinte die Chefin.

Es ging noch eine Weile hin und her, dann war auch dieses Thema abgeschlossen.

»Y3! Was haben Sie aus Ihrer Küche zu berichten?«

Nun war ich an der Reihe. Ich schluckte mein letztes Stück FRAX hinunter und sagte:

»Ich komme nicht recht weiter. Für neue Geschmacksrichtungen brauche ich unbedingt genauere Analysen von Erdlings-Nahrung.«

Y4 und Y5, die immer noch an ihrem KRIPTO kauten, sagten:

»Was kann man daran noch verbessern? Schmeckt doch prima.«

»Aber wir stehen erst am Anfang. Es könnte noch viel besser schmecken«, erklärte ich. »Ich möchte noch einmal zum Planeten Erde fliegen und diesmal den MAGBOT-Roboter mitnehmen. MAGBOT ist bestens geeignet für einen Einsatz auf dem blauen Planeten. Er kann das Magnetfeld der Erde für seine Bewegungen nutzen. Und nur MAGBOT kann die Erdlings-Nahrung in den kleinsten Bestandteilen analysieren.«

»Klingt vernünftig«, sagte die Chefin.

»Spurenelemente, Proteine, Vitamine!«, rief ich aus. »Mineralien und Ballaststoffe!« Ich hatte mich gut vorbereitet. Ein Raunen ging durch die Versammlung. »Und was für uns das Wichtigste ist: Aroma- und Geschmacksstoffe! Darüber brauche ich dringend neue Informationen.«

»Klingt logisch, Kollege Y3«, lobte mich die Chefin.

Ich warf einen Seitenblick auf Y9. Er tat nun wieder völlig unbeteiligt und beschäftigte sich weiter mit seinem Rechner. Aber ich wusste, dass es ihn wurmte, wenn die Chefin von mir begeistert war.

»Wann möchten Sie abreisen?«, fragte sie mich.

»Alle technischen Vorbereitungen sind bereits getroffen.«

»Aber denken Sie an Ihren letzten Besuch auf dem Erdtrabanten. Sie waren in größter Gefahr! Wir alle wissen, dass diese Erdlinge völlig unberechenbar sind.«

»Nicht alle«, sagte ich. »Ich kenne einige sehr angenehme Exemplare. Und die werde ich aufsuchen.«

Die Chefin genehmigte mir, eines der neuen XÖX-Raumtaxis zu benutzen. Auch das war erfreulich, denn diese automatischen Dinger flogen sich sehr angenehm.

Die Reise würde das pure Vergnügen werden.

Ich ahnte nicht, wie sehr ich mich irrte.

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2.

Nach der Sitzung schwebte ich sofort hinüber in die Technikabteilung.

Ich begrüßte Hoyu, die gerade an einem Beamer arbeitete. Im gleißenden Licht des Labors schimmerten die langen Zacken an ihrem Kopf und Rücken heute ganz besonders schön.

Hoyu war Laborleiterin. Neuerdings arbeitete sie an der Entwicklung von Robotern, und der Arbeitsroboter MAGBOT war ihre neueste Erfindung.

»Ich muss mal wieder verreisen. Planet Erde«, sagte ich zu ihr.

»Schon wieder?«, seufzte Hoyu. »Ach du meine Güte! Immer bekommst du diese gefährlichen Aufgaben.«

Ich fand es schön, wenn sie sich Sorgen um mich machte.

Hoyu mochte Fernreisen nicht besonders. Eigentlich schade, denn ich hätte sie gern mal zu einem meiner Ausflüge mitgenommen.

»Tja, das wird sicher nicht ungefährlich«, sagte ich lässig. »Mit den Erdlingen ist nicht zu spaßen. Aber was soll ich machen? Gehört eben zum Job.«

»Warum musst immer du da hin? Kannst du nicht mal zur Venus oder auf einen anderen friedlichen Planeten?«

Ich beobachtete sie aus den Augenwinkeln, als ich sagte: »Ist doch langweilig. Friedlich sind wir selber. Mich locken eben die Gefahr und das Abenteuer!«

Das war ein bisschen übertrieben. Ehrlich gesagt hatte ich es lieber ruhig und gemütlich. Aber damit konnte ich Hoyu sicher nicht beeindrucken. Deshalb fügte ich noch hinzu:

»Und was soll diesmal schon groß passieren? Ich werde ein paar Nahrungs-Analysen machen und dann so schnell wie möglich zurückkehren. Und ich möchte gerne deinen MAGBOT mitnehmen. Er kann doch Erdlings-Nahrung analysieren.«

»Gute Wahl«, meinte Hoyu. »MAGBOT ist perfekt.«

Sie streifte ihre drei Arbeitshandschuhe ab, und ich folgte ihr nach nebenan in das Lager, wo die Roboter standen.

MAGBOT sah freundlich aus und war mir sofort sympathisch. Er war rund und handlich, und wenn ich wollte, konnte ich ihn unter den Arm klemmen, ohne ihn erst klein transformieren zu müssen.

»MAGBOT reagiert auf Sprachbefehle und auf seine Umgebung«, sagte Hoyu. »Er ist sehr klug. Zum Beispiel kann er Zauberwürfel in weniger als fünf MONXIS lösen. Und …«

»Weiß schon, ich hab mich informiert«, unterbrach ich sie. Fünf MONXIS waren ungefähr vier Erdlings-Sekunden.

»Und er besitzt einige Funktionen, die zu seiner Selbstverteidigung gedacht sind«, fuhr Hoyu fort.

»Ach ja? Was kann er denn so?«

»Lasermagnetismus«, sagte sie. »Musst du nicht so genau wissen. Es läuft im Ernstfall alles automatisch. Ich hoffe, du wirst es nicht benötigen.«

»Natürlich nicht«, sagte ich.

 

Voller positiver Energie verabschiedete ich mich von Hoyu und verließ die Technikstation.

Auf meiner Festplatte aktivierte ich die Module aller Erdlings-Informationen. Auch die Erdlings-Sprache hatte ich noch von meinem letzten Einsatz programmiert, deshalb musste ich nicht erst unter den Transmitter. Dass ich die Erdlings-Sprache perfekt beherrsche, hast du ja schon bemerkt.

Sicherheitshalber ließ ich mir auf der medizinischen Station einen Immun-Chip implantieren. Obwohl wir Gorkyaner alle Krankheiten inzwischen längst im Griff haben, wollen wir kein Risiko eingehen. Unbekannte Viren von anderen Galaxien waren nach wie vor nicht ungefährlich.

Der Akku in meinem Rucksack war aufgeladen, und alle meine Energiesysteme arbeiteten einwandfrei. Ich überprüfte die Prozessoren meines Denkgehirns und sämtliche Körperfunktionen. Die Bremsdüsen, der Transmitter, meine Schwebschuhe und das Funkgerät – alles war in bestem Zustand.

Ich checkte den Transformator am Handgelenk, denn der war ganz besonders wichtig. Mit seiner Hilfe konnte ich mich in jeden gewünschten Gegenstand verwandeln. Und gerade auf dem Planeten Erde musste ich mich eventuell wieder unkenntlich machen. Es war eine Frage der Sicherheit. Oft war es am besten, wenn mich die Erdlinge gar nicht als Außerirdischen wahrnehmen konnten.

Zur weiteren Sicherheit steckte ich meinen schwarzen Laser in die Tasche. Wie alle Gorkyaner hasse ich körperliche Gewalt, aber notfalls muss ich mich verteidigen können. Allerdings ist mein Laser nicht nur zur Selbstverteidigung gedacht. Er konzentriert große Energiemengen auf einen winzigen Fleck, und mit diesem Hitzestoß kann ich Löcher bohren oder alle Arten von Gegenständen zerbröseln. Das Ding hat mir schon oft nützliche Dienste erwiesen.

Nun war ich startklar.

»nebag fua eniemf uaetra whcitre ivitkaem etsys«, sagte MAGBOT zu mir. Auch mein neuer Begleiter war also bereit. Die Stimme des Roboters klang ziemlich blechern. Anscheinend hatte Hoyu nicht so viel Wert auf seine Stimmbildung gelegt.

»Fein«, antwortete ich. »Wir werden sicher gut zusammenarbeiten.«

»Korrekt«, schnarrte MAGBOT und machte eine kleine Verbeugung. Oben, wo sein Denkapparat arbeitete, leuchtete es grünlich.

»Alles klar bei dir?«, fragte ich.

»Bei mir ist immer alles klar. Ich bin perfekt programmiert«, antwortete der Roboter. »Diese Frage war überflüssig.«