Hadrians zweiter Tod - Martin Mehner - E-Book

Hadrians zweiter Tod E-Book

Martin Mehner

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Beschreibung

Susanne ist erfolgreiche Inhaberin eines Fleischunternehmens. Adriano, ihr Liebster und Gatte, führt das Auslandsgeschäft und ist neuerdings auch Teilhaber. Gerade, als es ihnen miteinander und geschäftlich sehr gut geht, findet Susanne einen Abschiedsbrief von Adriano. Der Poststempel trägt das Datum 14.April, aber der Brief kommt am 1.April an. Niemand weiß, wer den Brief geschrieben hat.

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Seitenzahl: 16

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Martin Mehner

Hadrians zweiter Tod

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Hadrians zweiter Tod

Impressum

Hadrians zweiter Tod

Kleine Seele, schweifende, zärtliche,

Gast und Gefährtin des Leibs, 

Die du nun entschwinden wirst dahin,

Wo es bleich ist, starr und bloß,

Und nicht wie gewohnt mehr scherzen wirst …

            Der Römische Kaiser Hadrian, wenige Tage vor seinem Tod.

           Liebe Sanne.

Wenn Du diese Zeilen liest, werde ich wahrscheinlich nicht mehr leben. Du wirst eine Weile brauchen, um zu verstehen, dass es besser so ist. Aber die letzten zwei Wochen waren zu furchtbar. Ich möchte Dir ersparen, noch Jahre mit einem Menschen wie mir zubringen zu müssen, so krank, wie ich offenbar bin.

Vielleicht erfährst Du es morgen aus der Zeitung oder den Nachrichten, oder die Polizei wird Dich informieren. Ich befinde mich auf dem Weg zur Akropolis, die mich, wie Du weißt, schon immer magisch angezogen hat. Irgendwo zwischen dem Dionysos-Theater und dem Odeon des Herodes Atticus wird mein Kopf auf einen barmherzigen Steinbrocken treffen und sein sinnloses Gedankenspiel einstellen. Ich ertrage ihn nicht mehr, diesen quälenden Traum, ein römischer Imperator zu sein, der sich den gesamten Mittelmeerraum unterwirft. Ich bin nicht Hadrian. Ich werde keine Stadttore mit korinthischen Säulen bauen lassen.

Ich bin Adriano. Verstehst Du? Dein Adriano. Und bald bin ich nicht mehr.

Behalte mich in guter Erinnerung. Lass die letzten zwei Wochen nicht die gesamte Zeit überschatten, die wir zusammen waren und großes vollbracht haben. Du wirst einen neuen Geschäftsführer finden, der mit Dir gemeinsam unser Werk fortsetzt. Sei froh, dass ich Dir noch keine Kinder hinterlassen habe.

Vielleicht wäre es besser, wenn Du das Griechenland-Geschäft zurückfährst. Kann sein, dass ich mich da ein wenig verrannt habe. Aber Du wirst es schon schaffen.

Lebe wohl.

Für immer, Dein Adriano.