Hartz IV und wir - Anne Waak - E-Book
Beschreibung

Knapp zehn Jahre nach seiner Einführung wird Hartz IV immer noch als etwas wahrgenommen, das vor allem eine schlecht ausgebildete Unterschicht betrifft. Dabei wird es längst in vielen Fällen als Vorstufe zu einem bedingungslosen Grundeinkommen zweckentfremdet - und zwar von Leuten, die meist über eine ziemlich genaue Vorstellung davon verfügen, was sie vom Leben wollen. Anne Waak befragte zwölf Hartz-IV-Empfänger, die sich mit dem Geld aus der staatlichen Transferleistung Zeit und Raum verschafft haben, um etwas anderem nachzugehen als der Erwerbsarbeit: Dingen, die ihnen wirklich wichtig sind. Mit dem Augenmerk auf Berlin, das 25 Jahre nach der Wiedervereinigung zu einem internationalen Zentrum der Kreativwirtschaft geworden ist, fügen sich die Geschichten zu einer Erzählung vom Widerstand gegen das neoliberale Leistungsethos, von hochfliegenden Ideen und vom bestehenden Sozialstaat als deren Grundlage und Hindernis. Anne Waak wurde 1982 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Sie schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine und ist Mitbegründerin von Waahr.de, dem Online-Archiv für literarischen Journalismus.

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Seitenzahl:190

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Anne Waak

Hartz IV und wir

Protokolle

Inhalt

Cover

Titel

Vorwort

Patrick Wagner

Lea Koch

Steffen Hannemann

Marco Clausen

Louise Pohlmann

Ralf Hengst

Rahel Savoldelli

Wolfgang Reinke

Friedemann Bartels

Thorsten Peters

Matthias Vernaldi

Francesco Wilking

Dank

Impressum

Fußnoten

Vorwort

Hartz IV und wir– Karlssons auf Stütze

13,42Euro für alkoholfreie Getränke, 4,54Euro für den Besuch von Kulturveranstaltungen und 2,29Euro für einen Internetanschluss. Einen Betrag für Zimmerpflanzen jedoch nicht – sie gelten als »nicht existenzsichernd«. Mit diesen und 70 weiteren Posten wird der Betrag berechnet, der Hartz-IV-Empfängern monatlich zusteht.

Ganz abgesehen von der Frage, wo ein Internetanschluss für den Preis einer Packung Cornflakes zu bekommen ist, kristallisieren sich am vor knapp zehn Jahren, im Januar 2005, eingeführten Hartz IV einige der größten Probleme unserer Zeit heraus: die fortschreitende Liberalisierung des Arbeitsmarktes, die Angst der Mittelschicht vor dem sozialen Abstieg, Löhne, die zu niedrig sind, als dass irgendjemand von ihnen leben könnte. Und die deswegen entweder mit einem zweiten Job oder eben mit staatlichen Transferleistungen aufgestockt werden müssen.

In Deutschland hat jeder Hilfebedürftige das Recht auf den Regelsatz von derzeit 391Euro1 zuzüglich Wohnkostenbeihilfe und Krankenkassenbeiträgen. Laut der letzten Erhebung des Statistischen Bundesamtes lebten im Jahr 2012 durchschnittlich 4,5Millionen Menschen von HartzIV. In Berlin bezogen 19 Prozent der Gesamtbevölkerung, das heißt nahezu jeder Fünfte, sogenannte Mindestsicherungsleistungen2. Dennoch wird Hartz IV nach wie vor als etwas wahrgenommen, das fast ausschließlich die schlecht ausgebildete, tendenziell als verwahrlost geltende Unterschicht betrifft.

Die Anfänge dieses Buches liegen im Frühling 2010.Es begann mit der Beobachtung, dass in meinem näheren Umfeld auf einmal eine ganze Reihe von Leuten im Alter von etwa 25 bis 40Jahren von staatlicher Grundsicherung abhängig wurden. Was zunächst als Zeitungsartikel über junge Akademiker auf Stütze gedacht war, wuchs sich schnell zu einem Projekt mit größeren Dimensionen aus. Mit je mehr Menschen ich sprach, von desto mehr potenziellen Interviewpartnern hörte ich. Es ging so weit, dass ich kontaktiert und um ein Gespräch gebeten wurde.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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