hashtag: #love - Drucie Anne Taylor - E-Book
Beschreibung

****Neue korrigierte Ausgabe*****Die 18-jährige Stella hat alles, was sie sich wünschen kann. Sie ist beliebt und hat die besten Freundinnen, die man haben kann. Doch ist sie im Gegensatz zu den Mädchen ihrer Clique Single, bis Crispin Parker, der Sohn des Schauspielers Jonathan Parker, in ihr Leben tritt. Alles könnte perfekt sein, doch Crispins Vergangenheit holt das junge Glück ein und droht, es zu zerstören.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:235


Drucie Anne Taylor

hashtag: #love

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog – #Crispin

Kapitel 1 – #Stella

Kapitel 2 - #Stella

Kapitel 3 – #Crispin

Kapitel 4 – #Stella

Kapitel 5 – #Crispin

Kapitel 6 – #Stella

Kapitel 7 – #Crispin

Kapitel 8 – #Stella

Kapitel 9 – #Crispin

Kapitel 10 – #Stella

Kapitel 11 – #Crispin

Kapitel 12 – #Stella

Kapitel 13 – #Crispin

Kapitel 14 – #Stella

Kapitel 15 – #Crispin

Kapitel 16 – #Stella

Kapitel 17 – #Crispin

Kapitel 18 – #Stella

Kapitel 19 – #Crispin

Kapitel 20 – #Stella

Kapitel 21 – #Crispin

Kapitel 22 – #Stella

Kapitel 23 – #Crispin

Kapitel 24 – #Stella

Kapitel 25 – #Crispin

Kapitel 26 – #Stella

Kapitel 27 – #Crispin

Kapitel 28 – #Stella

Kapitel 29 – #Crispin

Kapitel 30 – #Stella

Kapitel 31 – #Crispin

Kapitel 32 – #Stella

Kapitel 33 – #Crispin

Kapitel 34 – #Stella

Kapitel 35 – #Crispin

Kapitel 36 – #Stella

Kapitel 37 – #Crispin

Kapitel 38 – #Stella

Kapitel 39 – #Crispin

Kapitel 40 – #Stella

Kapitel 41 – #Crispin

Kapitel 42 – #Stella

Kapitel 43 – #Crispin

Kapitel 44 – #Stella

Kapitel 45 – #Crispin

Kapitel 46 – #Stella

Kapitel 47 – #Crispin

Liebe #Leser,

Impressum neobooks

Prolog – #Crispin

Auf meinem Smartphone geht eine E-Mail ein, dass ein 'BrilliantStar1995' auf meinen Status geantwortet hat. Ich öffne die App und sehe mir an, was mir geschrieben wurde.

»Es tut mir leid, dass Du so einsam bist, vielleicht brauchst Du, wie wir alle #Liebe«, hat diese Person geschrieben.

Ich habe 3.000 Follower und sie, es ist ein Mädchen, davon gehe ich aus, ist mir nie aufgefallen. Meine Neugier ist sofort geweckt. Ich tippe den Briefumschlag an, der unter dem Header ihres Profils ist, und gebe eine kurze Nachricht ein.

»Hast Du Lust ein wenig zu chatten? Wenn ja, dann adde mich bei Skype.«

Kapitel 1 – #Stella

1 Monat später

Wieder einmal sitze ich an meinem Laptop und sehe auf den Bildschirm, als er sich endlich einloggt. Crispin und ich chatten seit Wochen miteinander. Gemeinsam mit meinem Bruder spielt er Lacrosse auf dem College. Er ist so heiß und noch dazu der Sohn eines bekannten Schauspielers. Ihm liegen die Frauen zu Füßen, doch er chattet mit mir. Über ein soziales Netzwerk sind wir aufeinander aufmerksam geworden. Dort bin ich natürlich nicht unter meinem richtigen Namen angemeldet, sonst wüsste J.T. - mein Bruder - sofort Bescheid und würde mich damit aufziehen. Außerdem würde Crispin sich dann sicher weniger für mich interessieren, da wir lange nicht so viel Geld zur Verfügung haben, wie er und seine Familie. Na ja, wir sind nicht millionenschwer, aber wir sind auch nicht arm. Wir gehören zur oberen Mittelschicht. Meinen Laptop habe ich mir allerdings selbst gekauft, von gespartem Taschengeld und Löhnen, die ich bei Ferienjobs erhalten habe.

»Hallo, Süße, wie geht’s Dir heute?«, schreibt Crispin.

»Hi, Cris, danke, mir geht’s super und Dir?«

Ich sehe, dass er schreibt und schreibt und schreibt, dann radiert er wieder. Ich hasse es, aber bei diesem Programm sieht man wenigstens, dass jemand seinen Text wieder löscht. Und das macht Crispin, den ich meist Cris nenne, oft.

»Das Training war anstrengend, der Coach hat mich und J.T. Strafrunden laufen lassen, weil wir uns unterhalten haben, statt ihm zuzuhören. Ich kann aber nichts dafür, dass ich so gerne über Dich rede, obwohl ich Dich noch nie gesehen habe. :-P«, schickt er mir.

»Hm, meine Freundinnen regen sich auch schon darüber auf, dass ich ständig von Dir spreche, aber nie mit Dir zu einer Party erscheine. :)«

Crispin schreibt wieder. »Dann sollten wir das schleunigst ändern. Ich verwette meinen Hintern darauf, dass wir perfekt zusammenpassen.« Dann setzt er gleich nach: »Würdest Du heute die Webcam anmachen? Ich möchte Dich endlich mal sehen. Bitte«, dazu schickt er mir einen Smiley mit Dackelblick.

Ich seufze. Ich weiß, dass es keine gute Idee ist, denn er kennt meinen Bruder - und mich vom Sehen. »Muss das wirklich sein? Willst Du nicht länger die Anonymität genießen?«, erkundige ich mich.

Kaum habe ich es abgeschickt, bekomme ich schon die Antwort: »Nein, ich möchte nicht noch länger warten. Du hältst mich schon so lange hin und irgendwie haben wir nie über uns gesprochen, sondern immer nur über Nichtigkeiten. Ich glaube, das wird sich ändern, sobald wir uns gesehen haben. ;-)«

>Scheiße<, denke ich. Meine Finger fliegen nur so über die Tastatur. »Aber wirklich nur die Webcam, wenn ich jetzt einen Anruf starte, steht mein Dad gleich hier und motzt herum, weil es schon so spät ist.«

»Alles klar. Du kannst ja dein Mikrofon deaktivieren und mir einfach zuhören. Also ich rede und Du schreibst. Das ist zwar ein bisschen umständlich, aber ich denke, dass ich das hinbekomme. ^^«

Schmunzelnd stecke ich das Headset ein. Das wird was werden. Er ist 22, ich bin 18 und wahrscheinlich wird er überhaupt nicht mehr interessiert sein, wenn er weiß, wer ich bin. Kaum habe ich die Kopfhörer auf, geht schon das vertraute Klingeln des Messengers los. Ich gehe erst mal auf 'Anruf annehmen' und nicht auf 'Anruf mit Video beantworten.'

»Hallo, schöne … Frau, du pfuschst, Stella«, sagt er.

»Ich weiß, ich habe falsch geklickt. Moment kurz«, erwidere ich leise.

»Gott, hast du eine schöne Stimme«, seufzt er.

Meine rechte Augenbraue schießt sofort in die Höhe. »Na ja, es geht so«, kichere ich. Dann aktiviere ich meine Kamera und sehe ihn an. »Nun zufrieden?«, frage ich gedämpft.

Crispin mustert mich, dabei fällt ihm die Kinnlade herunter. »Oh mein Gott.«

»Ist das jetzt positiv oder negativ?«, erkundige ich mich.

»Mehr als positiv. Warum hast du dich denn immer gedrückt?«, fragt er.

»Na ja, also … um ehrlich zu sein, kennst du meinen Bruder.«

Cris' blickt mich irritiert an.

»Ja, J.T., das ist mein Bruder. Der, mit dem du heute Strafrunden laufen musstest«, erkläre ich ihm.

»Warum hast du mir das nie gesagt?«, möchte er wissen.

»Ich hatte Angst, dass du dann nichts mehr mit mir zu tun haben willst. Also, weil ich die kleine Schwester von einem Kumpel von dir bin«, gestehe ich kleinlaut und merke, wie ich erröte.

Daraufhin lacht er. »Warum sollte ich es von deinem Bruder abhängig machen, ob ich dich mag, oder nicht?«

»Ich weiß es nicht. Ich verstehe Männer sowieso nicht, deshalb war ich ganz froh, dass wir beide uns so gut verstanden haben«, erwidere ich, da ich noch nie viel mit Männern oder Jungs zu tun hatte.

»Wolltest du nicht nur schreiben, wegen deines Dads?«, fragt Crispin.

»Ich glaube, ich kann ein wenig mit dir quatschen, immerhin unterhalte ich nicht das ganze Haus«, schmunzele ich.

Sein linker Mundwinkel zuckt, als würde er jeden Moment in schallendes Gelächter ausbrechen. »Okay, dann sollte ich dich nicht zum Grölen bringen.«

Ich weiß nicht warum ich erröte, aber ich spüre die Hitze in meinen Wangen. »Solltest du wirklich nicht«, erwidere ich scheu und lächle ihn an.

»Du hast ein wundervolles Lächeln, hat dir das schon Mal jemand gesagt?«

Daraufhin nicke ich vorsichtig. »Ja, mein Ex-Freund.«

Es ist erstaunlich, wie schnell seine Züge sich verhärten. Man kann an seinem Gesicht eindeutig sehen, was er fühlt, dabei hatte ich es für ein Gerücht gehalten, als er mir das vor Wochen geschrieben hatte. »Wie lange warst du denn mit deinem Ex zusammen?«, hakt er interessiert nach.

Ich nehme meine Finger zur Hilfe, um die paar Wochen abzuzählen. »Hm, so vier bis sechs Wochen, ging wirklich nicht lang, weil er einfach nicht der Richtige für mich war.«

»Wie hast du denn festgestellt, dass er nicht der Richtige für dich war?«, fragt Cris weiter.

»Wir hatten total verschiedene Interessen. Wahrscheinlich war ich nur mit ihm zusammen, damit nicht alle denken, dass ich ein verklemmtes Püppchen bin«, kichere ich peinlich berührt.

»Soso, du bist also kein verklemmtes Püppchen? Erklär mir das doch bitte mal genauer«, lacht er.

»Äääh«, stottere ich.

Cris lacht laut. »Das war ein Scherz, Stella.«

Dann beiße ich mir auf die Unterlippe. Okay, wenn ich vorhin peinlich berührt war, war es nichts im Gegensatz zu dem, was jetzt in mir los ist. Ich schäme mich regelrecht, weil ich aus dem Grund, dass niemand über mich reden sollte, mit Pierce zusammen war. »Na ja, Pierce und ich waren eines dieser Pärchen, die miteinander gehen, weil der andere gut aussehend ist, aber mehr war da echt nicht«, gebe ich schließlich zu, obwohl es kein angenehmes Thema ist.

»Hm«, nickt er. »Verstehe.«

»Warum erzählst du mir nichts von dir? Hattest du auch mal eine Freundin, bloß, weil du irgendwelchem Gerede aus dem Weg gehen wolltest?«, drehe ich den Spieß nun herum.

Cris' Mundwinkel zuckt wieder. »Ja, die hatte ich in der 9. Klasse oder so, aber später habe ich mich nur noch auf die Mädchen eingelassen, in die ich wirklich total verschossen war. Wobei das bestimmt nie die große Liebe war. Eher jugendliches Verliebtsein«, antwortet er.

Ich sehe in seine Augen, die einfach toll aussehen. Sie sind so klar, wie ein tiefer Bergsee, obwohl sie kleine goldbraune Sprenkel haben. Mein Mund steht offen, glaube ich, da er mich angrinst.

»Ist irgendwas?«, erkundigt sich Cris.

Ich schüttele den Kopf. »W-was?«

»Du siehst mich so komisch an, Stella«, schmunzelt er.

»Ach so, nein, es ist nichts.« >Ich habe mich bloß in deinen Augen verloren, aber das werde ich dir bestimmt nicht auf die Nase binden<, denke ich weiter.

»Möchtest du noch mehr von mir wissen? Besonders gerne stellt man mir Fragen über meinen Dad«, sagt Cris.

»Dein Dad interessiert mich eigentlich gar nicht, sonst hätte ich schon nachgefragt«, erwidere ich.

Nun steht sein Mund offen. »Okay, das habe ich bisher noch nie gehört. Du bist wirklich anders, als die Anderen, das merke ich jetzt auch.«

»Das habe ich dir doch von Anfang an gesagt. Würde dein Dad mich interessieren, dann würde ich mit ihm chatten und nicht mit dir, aber da ich mit dir chatte, ist die Frage doch schon beantwortet«, grinse ich.

Cris sieht mich immer noch so an, als hätte ich ihm gerade mit einem Baseballschläger gedroht.

»Was ist denn?«, frage ich.

»Nichts, gar nichts. Ich habe mich gerade nur spontan in dich verliebt, weil du die Erste bist, die sich wirklich nur für mich interessiert«, antwortet er.

»Jetzt echt?«, hake ich irritiert nach, denn das kann ich mir nun nicht vorstellen. In mich verliebt sich niemand, weil ich einfach ich bin. Die meisten kommen nicht damit klar, dass ich so eine ehrliche Haut bin und immer meine Meinung kundtue.

Er schmunzelt wieder. »Nein, das war wieder ein Scherz, aber ein blöder, es tut mir leid. Dennoch ist es wirklich toll, dass du dich für mich interessierst und nicht für meinen Vater oder nicht für mich interessierst, wegen meines Vaters.«

Ich atme auf, dabei pfeife ich leise. »Gott sei Dank.«

»Was soll das denn heißen?«, echauffiert er sich plötzlich.

>Scheiße, jetzt ist er sauer<, denke ich sofort. »Nichts, ich bin nur froh, dass du dich nicht in mich verliebt hast, da wir uns ja eigentlich gar nicht kennen.«

Nun nickt er. »Ach so, ja, ich kann mich nicht verlieben, wenn ich die Frau nicht kenne, aber ich würde dich wirklich gerne näher kennenlernen. Allerdings nicht über diesen Chat hier, sondern live und in Farbe. Vielleicht … gehen wir mal einen Kaffee miteinander trinken?«, fragt Cris.

»Ich … Ähm … also ...«, stammele ich unbeholfen, denn ich wurde bisher noch nie zu einem Kaffee oder einem Eis oder Ähnlichem eingeladen.

»Ja?«, bohrt er hoffnungsvoll nach.

»Okay«, antworte ich leise.

»Gut, soll ich dich morgen abholen kommen?«, erkundigt sich Cris.

»Morgen schon?« Das überrumpelt mich jetzt wirklich, so schnell hatte ich nicht damit gerechnet.

»Ja, morgen haben J.T. und ich nicht so viel Unterricht, ich könnte ihn nach Hause fahren und dich abholen«, sagt er.

»Ich … habe morgen Schule. Also du kannst ja dann noch mit meinem Bruder lernen, und wenn ich nach Hause komme, fahren wir los«, schlage ich vor.

»Du könntest mir auch einfach sagen, welche Highschool du besuchst, dann hole ich dich dort ab«, meint er.

»Ich würde dir das ungern zumuten. Wir machen es lieber so, wie ich vorgeschlagen habe. Das wäre mir um Einiges lieber, dann muss ich auch meinen Freundinnen nicht erklären, warum mich Jonathan Parkers Sohn abholt, den sie alle so anhimmeln«, entgegne ich abwehrend.

Crispin schnalzt mit der Zunge. »Na gut, dann werde ich J.T. morgen noch ein wenig nerven und auf dich warten. Wann wärst du denn zu Hause?«

»Gegen zwei, denke ich.«

»Klingt gut, da wir gegen zwölf freihaben, bis wir uns mit Kaffee versorgt haben … würde ich eine gute halbe Stunde auf dich warten«, lächelt er.

Ich gähne leise, dabei nicke ich. »Dann ist ja alles geklärt.«

»Bist du müde?«, möchte er wissen.

»Ja, ein wenig.«

»Dann machen wir jetzt Schluss und freuen uns auf morgen«, schlägt Cris vor.

»Alles klar. Schlaf gut und bis morgen«, erwidere ich lächelnd.

»Bis morgen, schöne Frau«, grinst er und beendet das Gespräch.

Seufzend schalte ich den Chat ab, nehme das Headset vom Laptop und fahre denselben herunter. Dann stelle ich meinen Computer zur Seite und lege mich ins Bett, wo ich das Licht ausschalte.

>Oh mein Gott, ich habe morgen ein Date mit Crispin Parker<, schießt es mir durch den Kopf.

Grinsend sehe ich an die Decke, an der ich vor Jahren kleine Leuchtsterne angebracht habe, und freue mich auf den nächsten Tag.

Kapitel 2 - #Stella

Am nächsten Morgen mache ich mich, wie immer, für die Schule fertig. Meine Tasche ist gepackt, mein dezentes Make-up sitzt und ich habe mir ein nettes Outfit, bestehend aus Spaghetti Top, Bluse und Jeansrock, angezogen. Obwohl es warm ist, trage ich meine Cowboystiefel, die zu dem weiß-blauen Outfit passen. Dann verlasse ich mein Zimmer.

»Woah, willst du wirklich so zur Schule?«, fragt J.T..

Ich sehe ihn an, als ich auf dem Weg zur Treppe bin. »Ja, oder hast du etwas dagegen?«, erkundige ich mich.

»Wenn du mich so fragst, wäre es mir lieber, wenn du dich vermummst, damit keiner von den pubertären Deppen auf die Idee kommt, dich blöde anzumachen«, antwortet er.

»Ich laufe jeden Tag in Röcken oder engen Hosen herum und bisher hat mich niemand blöd angemacht, J.T.«, sage ich.

Mein Bruder ist vier Jahre älter als ich und hat einen extremen Beschützerinstinkt. Er möchte nicht, dass ich Jungs treffe, folgt mir sogar manchmal zu Partys und verscheucht beinahe jeden Kerl, den ich toll finde. Nur Pierce hat sich von ihm nicht einschüchtern lassen. Ich hoffe, dass er Cris nicht droht. Denn Sprüche wie: 'Brichst du ihr das Herz, breche ich dir die Beine', sind nicht besonders romantisch.

»Gut, dann geh so zur Schule, ist nicht mein Hintern, der friert«, lacht er und geht weiter ins Bad.

»Spinner«, murmele ich amüsiert, dann hüpfe ich die Treppe herunter.

»Mom, Dad, ich bin weg«, rufe ich.

Meine Mom kommt in den Flur. »Alles klar, mein Schatz, wir sehen uns später.«

Ich schenke ihr ein Lächeln, als ich zur Tür schlendere. »Hab dich lieb.«

»Ich habe dich auch lieb, Stella.«

Danach verlasse ich das Haus und laufe bis zum Briefkasten, wo ich auf Harper warte, die mich jeden Morgen abholt. Immerhin erspart mir das die Fahrt mit dem Schulbus. Und es ist wesentlich angenehmer mit dem Auto zu fahren, als mich zwischen unreife Achtklässler zu setzen.

Harper ist meine beste Freundin und ein paar Monate älter als ich. Wir kennen uns schon seit dem Kindergarten und teilen einfach jedes Geheimnis miteinander. Sie weiß auch, dass ich mit Crispin Parker chatte, bin gespannt, wie sie reagiert, wenn ich ihr erzähle, dass ich heute eine Verabredung mit ihm habe.

Ihr Cabrio kommt um die Ecke gefahren, aus den Boxen dröhnt irgendein Hip-Hop Gedudel, das mir wieder einmal nicht zusagt, und schließlich hält sie vor mir.

»Steig ein, du Luder«, ruft sie mir zu.

Lachend setze ich mich auf den Beifahrersitz, dann begrüßen wir uns mit zwei Küssen auf die linke und rechte Wange. »Hey, alles klar bei dir?«, frage ich.

»Ja, bloß mal wieder Streit mit Steve und bei dir?«, erwidert Harper.

»Ich kann überhaupt nicht klagen«, grinse ich.

»Oh, wie kommt's?«, möchte sie wissen und mustert mich kritisch. »War die Chatrunde gestern Abend wieder erfolgreich?«

Ich nicke mit einem frechen Lächeln. »Sehr erfolgreich. Ich treffe mich heute mit Crispin zum Kaffee.«

All ihre Gesichtszüge entgleisen. »Verarsch mich nicht!«

»Ich verarsche dich nicht. Er will heute mit J.T. zu uns fahren und auf mich warten. Sobald ich aus der Schule gekommen bin, machen wir uns auf den Weg«, erzähle ich ihr.

»Oh mein Gott, das ist so genial. Freust du dich? Bist du aufgeregt?«, quietscht sie.

»Ich freue mich und ja, ich bin total aufgeregt. Ich hoffe, dass ich mich nicht total lächerlich mache«, antworte ich.

Dann fährt sie endlich los. »Wieso solltest du dich lächerlich machen? Er ist doch auch nur ein Kerl.«

»Na ja, er ist der Sohn von Jonathan Parker, sieht gut aus und ist total heiß begehrt, weißt du doch. Wie soll ich gegen seine Ex-Modelfreundin ankommen? Ich entspreche eigentlich gar nicht seinem Typ«, sage ich.

»Diese Lucy Johnson war doch bloß ein weiteres magersüchtiges, Wattebausch essendes, Weib, das so Aufmerksamkeit bekommen wollte. Du bist weitaus hübscher als sie«, erwidert Harper.

Ich seufze leise. »Ich warte einfach ab, wie es läuft. Vielleicht entpuppt er sich ja noch als totaler Vollidiot und es bleibt eine einmalige Sache.«

»Jetzt sei nicht so eine Schwarzseherin. Cris Parker ist der heißeste Kerl der auf Erden wandelt, außerdem schwärmst du seit Wochen von ihm und ich sage dir, wenn du ihn nicht bald mit zu irgendeiner Party bringst, werde ich zickig«, schmunzelt sie, während sie mit zu hohem Tempo in eine Kurve schießt.

Natürlich halte ich mich am Türgriff fest, sonst purzele ich noch durch den Wagen, aber ich bin das seit zwei Jahren gewöhnt. Es ist ein Wunder, dass sie noch keinen einzigen Strafzettel bekommen hat.

»Und was ist mit dir und Steve?«, frage ich, weil ich endlich einmal von mir ablenken möchte.

»Ach, der Dreckssack. Der Kerl ist so ein Arsch«, schimpft sie sofort los.

»Was ist denn passiert?«, dabei versuche ich, mitleidig zu klingen und ich bin auf jeden Fall auf ihrer Seite, wobei ich am Anfang unparteiisch sein möchte.

»Gestern Abend kam er zu mir, da meine Eltern unterwegs waren, und ich habe alles schön für uns hergerichtet, damit wir es romantisch haben, aber nein, er bringt zwei Sixpacks Bier mit und betrinkt sich beim Footballspiel. Ich konnte im Negligé neben ihm sitzen, mich ausziehen, nichts, wirklich NICHTS hat geholfen. Als ich ihm dann gesagt habe, wie sehr mich das angekotzt hat, wurde er doch tatsächlich sauer und meinte, dass das College im Moment so anstrengend sei und er einfach Entspannung bräuchte. Ich bin so sauer auf ihn«, mault sie.

»Und hast du dann noch Nähe bekommen?«, hake ich nach und drücke mich so … verklemmt aus, weil ich nicht fragen möchte, ob er ihr das Hirn rausgevögelt hat.

»Natürlich nicht. Er ist dann nach vier Flaschen Bier einfach abgehauen und hat mich sitzen lassen.«

»Oje, das tut mir leid für dich«, entgegne ich und streichle ihren Oberarm.

Sie holt tief Luft. »Ich sollte endlich Schluss machen, er tut mir ja doch nicht gut und bestimmt hat Cris einen netten Freund, den ihr mir vorstellen könnt. Oder vielleicht schaffe ich es endlich, deinen Bruder auf mich aufmerksam zu machen«, sagt sie, sieht mich an und grinst frech.

Ich lache leise. »Ich weiß nicht, warum J.T. dich nie beachtet«, gebe ich zu, da Harper eigentlich voll seinem Typ entspricht.

Sie ist groß, schlank, hat dennoch Kurven und ist einfach sexy. Außerdem hat sie schon ihre Erfahrungen gesammelt, ganz im Gegensatz zu mir.

»Vielleicht komme ich nach der Schule einfach mit zu dir?«, fragt sie.

Ich nicke langsam. »Kannst du machen und dein Vorteil ist, dass meine Mom wahrscheinlich einkaufen ist, wenn Cris und ich uns auf den Weg machen, also wirst du wohl oder übel mit meinem Bruder allein sein.«

Sie quietscht wieder, das macht sie immer, wenn sie sich freut. »Sehr cool, dann machen wir das doch so.«

»Oki doki«, griene ich und sie schießt um die nächste Kurve. Ich bin froh, dass ich nicht gefrühstückt habe, sonst würde ich die Windschutzscheibe … nein, ich gehe lieber nicht ins Detail.

»Willst du noch einen Kaffee, Cupcakes und Donuts holen?«, fragt Harper.

»Ja, halt am besten bei Joe an, damit wir uns eindecken können«, antworte ich.

Joe ist der Verkäufer in dem kleinen Backshop nahe unserer Schule. Der Laden ist ein absoluter Geheimtipp, aber auch teuer, da er alles alleine und selbst macht.

»Ich würde sowieso nirgendwo anders anhalten, weil ich total auf die Donuts mit Zitronenfüllung stehe«, lacht sie und fährt in die Nebenstraße, in der die kleine Bäckerei ist.

»Gut, wartest du und ich versorge uns?«

Harper nickt. »Ja, wie immer.«

Dann hält sie schließlich an, ich steige aus und eile in den kleinen Laden.

»Guten Morgen, Schönheit«, grüßt mich Joe, der ganz allein ist.

»Hey, Joe, alles klar bei dir?«, frage ich.

»Ja, wie immer. Was kann ich für dich tun?« Danach mustert er mich. »Meine Güte, du siehst heute wieder heiß aus.« Er lächelt mich an.

»Wie immer, vier große Kaffee, zwei mit Milch und zwei schwarz. Vier Donuts mit Zitronenfüllung, vier mit Erdbeerfüllung und vier Cupcakes«, antworte ich.

»Willst du eine Mannschaft versorgen?«, grient er.

»Ja, na ja, bloß meine Freundinnen und mich.«

»Ach so, ihr seid trotzdem kleine verfressene Leckermäulchen«, lacht er und füllt die Becher mit heißem Kaffee.

»Wir können nichts dafür, wenn du so gut backst«, schmunzle ich und mustere ihn. Man sieht ihm an, dass er homosexuell ist, denn die Art und Weise, wie er spricht, sich gibt und überhaupt ist, schreit es geradezu heraus. Mich stört es überhaupt nicht, da er ein toller Kerl und dadurch ja nicht schlechter ist.

»Das höre ich gerne.« Dann packt er mir die Donuts und die Cupcakes in eine Pappbox, die er auf die Theke stellt. Die Kaffeebecher steckt er in einen Halter und stellt sie neben die Box.

»Und wie arm machst du mich heute?«, lächle ich.

Er rechnet, dabei sieht er nach oben. »Eigentlich 25 Dollar, aber gib mir 15 und wir sind quitt«, erwidert Joe.

Ich hole einen Zwanzig Dollar Schein aus meinem Portemonnaie und reiche ihm den. »Sagen wir 20.«

»Wie du willst, Cherie«, sagt er charmant, nimmt das Geld an und legt es in die Kasse.

Nachdem ich meine Brieftasche wieder verstaut habe, nehme ich alles an mich und gehe zur Tür. Joe folgt mir und hält sie mir auf. »Wir sehen uns dann am Montag, meine Schöne«, schmunzelt er.

»Oder später, ich habe heute ein Kaffeedate«, antworte ich amüsiert.

»Dann bis später, Cherie.«

»Bis dann, Joe.« Ich verlasse seinen Backshop und steige zu Harper ins Auto.

»Meine Güte, ihr wart aber auch schon mal schneller«, mault sie und nimmt mir die Box ab, aus der sie sich gleich einen der Zitronendonuts holt.

»Ich weiß, aber gut Ding will Weile haben«, necke ich sie.

Sie nickt, da sie den Donut zwischen den Zähnen hat, reicht mir die Pappbox und fährt los, ohne, dass ich mich angeschnallt habe.

»Wäre nett, wenn du jetzt nicht Kamikaze fährst, da ich nicht angeschnallt bin.«

Harper nickt wieder und übertreibt es glücklicherweise wirklich nicht mit dem Tempo. So muss ich wenigstens keine Angst haben, dass ich den Tag nicht überlebe. Immerhin ist er wichtig, denn diese Verabredung später bedeutet mir schon etwas mehr, als die, die ich bisher hatte. Cris ist mein Traumtyp, jedenfalls das, was ich von ihm kenne.

Endlich hält Harper vor der Schule, wir steigen aus und gehen zu Sunny, die schon am Footballfeld auf uns wartet. Ich bin immer noch beladen, weshalb ich Harper die Pappbox in die Hand drücke.

»Hey, wartet ihr zwei«, ruft Claira, die auch zu meiner kleinen Clique gehört.

'Brilliants' nennen sie uns, weil wir die angesagteste Mädchengruppe sind, keine Ahnung warum, wir sind einfach nur wir selbst, nicht eingebildet, aber achten schon sehr darauf, dass wir nicht wie Lumpi in die Schule kommen.

Irgendwie hat das ein bisschen von 'Grease', da gab es auch die Gruppen, die spezielle Namen hatten. Naja, mir soll es egal sein. Wir sind, wie wir sind, und lassen uns davon nicht beeindrucken. Claira ist inzwischen bei uns. »Habt ihr gestern den Streit von Cole und Sunny mitbekommen?«, fragte sie.

»Warum streiten sich im Moment denn alle?«, erkundige ich mich irritiert.

Claira zuckt mit den Schultern, während Harper brummt: »Es ist Vollmond, wahrscheinlich liegt es daran.«

Ich zucke mit den Augenbrauen, aber sage nichts weiter dazu, weil ich keine Lust habe, meine Kurse mit einer mürrischen Harper zu verbringen. Schließlich sind wir beim Footballfeld angekommen. Die erste Stunde fällt heute aus, weshalb wir dort in Ruhe frühstücken können. Sunny sitzt bereits auf der Tribüne und liest wieder irgendein Buch. Bei näherer Betrachtung sehe ich, dass es das Geschichtsbuch ist, da sie heute ihre letzte Geschichtsprüfung schreibt. Bald machen wir unseren Schulabschluss. In vier Wochen, um genau zu sein. Ich setze mich neben sie. »Wann war der Dreißigjährige Krieg?«, frage ich sie.

»Von 1618 bis 1648«, antwortet sie, wie aus der Pistole geschossen.

Schmunzelnd sehe ich mit ihr in das Buch. »Du weißt, dass du wieder einen Blackout hast, wenn du jetzt noch lernst, oder?«

»Ich mache mir einen Spickzettel. Mrs. Tanner sieht eh nie genau hin und so kann ich mich durch diese Prüfung schummeln«, sagt Sunny. »Ich konnte gestern nicht lernen, weil Cole und ich uns nur gefetzt haben und ich danach mehr mit weinen beschäftigt war«, fährt sie leiser fort.

Ich gebe ihr ihren Kaffee und einen der Cupcakes, die sie so gerne isst. »Kopf hoch, du schaffst das schon. Auch ohne diesen Spickzettel«, ermutige ich sie, als ich meinen Arm um sie lege.

Sunny legt ihren Kopf auf meine Schulter, nachdem sie das Buch zugeklappt hat. »Ich hoffe, dass du Recht hast.«

»Hat sie«, mischt Claira sich ein.

»Stimmt, Stella hat Recht, also stress dich nicht und keep cool«, meint Harper, die schon wieder einen Donut in den Händen hat.

Wir frühstücken, quatschen über Jungs und beobachten den Sportkurs der Footballmannschaft. Die Jungs drehen ihre Runden um das Feld, während Coach Healy sie anbrüllt, dass sie kleine Pussys wären und endlich mal ihre Ärsche hochbekommen sollen. Wir amüsieren uns darüber, während wir unsere letzten Donuts und Cupcakes verspeisen. Schließlich läutet die Schulglocke. Sunny ist inzwischen ruhiger, da wir sie aufgeheitert haben, Harper ist nicht mürrisch und Claira und ich hatten sowieso gute Laune. Sie alle wissen nun von meinem Kaffeedate mit Crispin und freuen sich für mich.

Kapitel 3 – #Crispin