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Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing, Note: 1,2, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg, früher: Berufsakademie Ravensburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, anhand einer empirischen Untersuchung festzustellen, ob es durch Beimischen von Hedgefonds in ein aus klassischen Investments bestehendes Portfolio möglich ist, dieses nach dem Rendite-Risiko-Prinzip zu optimieren. Insbesondere wird in diesem Zusammenhang analysiert, welche Hedgefondsstrategien tatsächlich zur Optimierung eines Portfolios beitragen können. Der Mehrwert von Hedgefonds in einem Portfolio soll anhand einer Effizienzlinienverschiebung untersucht werden. Zu Beginn der Arbeit werden die wesentlichen Grundlagen der modernen Portfoliotheorie erläutert, um die später folgende Analyse vornehmen zu kön-nen. Zunächst wird in diesem Kapital auf die Portfolio-Selection-Theorie von Markowitz eingegangen. In diesem Zusammenhang sind die Begriffe Diversifi-kation und Korrelation sowie das Prinzip der Effizienzlinie näher zu erläutern. Anschließend werden die verschiedenen Arten von Informationseffizienz und das Entstehen von Marktanomalien, welche für bestimmte Hedgefondsstrategien von Bedeutung sind, beschrieben. Im dritten Kapitel wird ein Überblick über die verschiedenen Arten von Alternativen Investments gegeben. Zu Beginn des Kapitels soll der Begriff der Alternativen Investments zu dem der traditionellen abgegrenzt werden. Anschließend erfolgt eine kurze Beschreibung der unterschiedlichen Investitionsmöglichkeiten im alternativen Bereich. Das anschließende Kapitel beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema Hedgefonds, wobei insbesondere auf die Investitionsmotive sowie die Merkmale und Risiken der einzelnen Strategien detailliert eingegangen wird. Ebenfalls ist die Marktverteilung der verschiedenen Strategien in diesem Kontext zu erwähnen. Die empirische Untersuchung im fünften Kapitel stellt den eigentlichen Kern der Arbeit dar. Die Untersuchung erfolgt mit Hilfe unterschiedlicher Hedgefondsindizes sowie dem Aktienindex DAX und dem Rentenindex REXP. Zunächst wird die Renditeverteilung von Hedgefonds abhängig von ihrer Strategie untersucht. Auf Basis des vorliegenden Zahlenmaterials erfolgt anschließend die Ermittlung der Effizienzlinien aus verschiedenen Investmentkombinationen. Den Abschluss des Kapitels bildet die Berechnung und Analyse des Minimum-Varianz-Portfolios, des Maximum-Sharpe-Ratio-Portfolios sowie des Value at Risk eines Beispielportfolios.

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Veröffentlichungsjahr: 2010

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung.
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2. Grundlagen der modernen Portfoliotheorie
2.1 Die Portfolio-Selection-Theorie von Markowitz
2.1.1 Entstehung und Bedeutung der Theorie.
2.1.2 Annahmen im Portfoliomodell nach Markowitz
2.1.3 Korrelation
2.1.4 Aspekte der Diversifikation
2.1.5 Effiziente Portfolios
2.2 Informationseffizienz
2.3 Kapitalmarktanomalien und Erklärungsversuche
3. Alternative Investments.
3.1 Abgrenzung von Alternativen Investments zu traditionellen Anlageformen
3.2 Klassifizierung alternativer Investments
4. Hedgefonds
4.1 Definition und Merkmale von Hedgefonds
4.2 Instrumente
4.3 Hedgefondsstrategien
4.3.1 Kategorisierung und Überblick.
4.3.2 Aktuelle Marktstruktur.
4.3.3 Marktneutrale Strategien.
4.3.3.1 Convertible Arbitrage
4.3.3.2 Fixed Income Arbitrage.
4.3.3.3 Equity Market Neutral
4.3.4 Event Driven Strategien
4.3.4.1 Distressed Securities
4.3.4.2 Risk Arbitrage
4.3.5 Opportunistische Strategien.
4.3.5.1 Global Macro
4.3.5.2 Dedicated Short Bias
4.3.5.3 Emerging Markets
4.3.5.4 Long/Short Equity
4.4 Investitionsmöglichkeiten für Privatanleger.
4.4.1 Direkte Anlage.
4.4.2 Indirekte Investitionsmöglichkeiten.
4.4.2.1 Dachhedgefonds
4.4.2.2 Exchange Traded Funds.
4.4.2.3 Zertifikate.
4.5 Motivation eines Privatanlegers zur Investition in Hedgefonds.
4.6 Aktuelle Situation der Hedgefondsbranche.
5. Empirische Untersuchung.
5.1 Ablauf der Untersuchung.
5.2 Wertentwicklung
5.3 Schiefe und Kurtosis
5.4 Erwartete Renditen, Standardabweichungen und Korrelationen.
5.5 Effizienzlinien
5.6 Minimum-Varianz-Portfolio
5.7 Maximum-Sharpe-Ratio-Portfolio.
5.8 Value at Risk
5.9 Kritische Betrachtung der Analyse
6. Fazit.

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Abkürzungsverzeichnis

CA Convertible Arbitrage CDS Credit Default Swap CSFB/Tremont Credit Suisse First Boston Tremont DB Dedicated Short Bias DS Distressed Securities ED Event Driven FIA Fixed Income Arbitrage GM Global Macro HI Hedge Fund Index LS Long/Short Equity EM Emerging Markets EN Equity Market Neutral ETF Exchange Traded Fund EU Europäische Union HFR Hedge Fund Research KBV Kurs-Buchwert-Verhältnis KGV Kurs-Gewinn-Verhältnis MBS Mortgage Backed Securities ME Multi Event p.a. per anno p.M. pro Monat

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Symbolverzeichnis

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1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Finanz- und Wirtschaftskrise führte zu starken Kursrückgängen an den internationalen Kapitalmärkten. So verlor beispielsweise der deutsche Aktienindex DAX im Zeitraum von Januar 2008 bis Februar 2009 mehr als die Hälfte seiner Punkte und rutschte von über 8000 Punkten auf unter 3700 Punkte ab.1Neben institutionellen Anlegern waren auch Privatanleger mit schlecht diversifizierten Portfolios von den erheblichen Kursrückgängen betroffen.2Die häufig hohen Korrelationen zwischen den in Privatkundenportfolios befindlichen Wertpapieren, wie beispielsweise Aktienfonds und den von Bankberatern oft als sicher verkauften Bonuszertifikaten auf Aktienindizes,3führten in vielen Fällen zu erheblichen Vermögensverlusten der Privatanleger und zu weiterem Imageverlust der ohnehin durch die Finanzkrise in Verruf geratenen Banken.

Eine präzise Prognose für zukünftige Börsenkurse abzugeben, ist aufgrund der psychologischen Aspekte, die an der Börse eine essenzielle Rolle spielen, schlichtweg unmöglich, jedoch lassen sich durch die Beachtung von Diversifizierungsaspekten Portfolios hinsichtlich ihres Rendite-Risikoverhältnisses optimieren. Daher stellt sich für Anleger die Frage, welche Investments zur Diversifizierung eines bestehenden Portfolios geeignet sind und die Effizienz ihres Portfolios verbessern können. Bekannt als Anlageformen mit geringer Korrelation zu den Kapitalmärkten sind alternative Investments,4zu denen unter anderen geschlossene Fonds, Edelmetalle und die Assetklasse der Hedgefonds, welche Schwerpunkt dieser Arbeit sein soll, zählen.5

Die Assetklasse der Hedgefonds ist genauso vielfältig wie umstritten. Hedgefonds werden sowohl als „Wunderwaffen“ wie auch als „Teufelszeug“6oder „Heuschrecken“7bezeichnet und jede dieser Vorstellungen lässt sich anhand

1Vgl. www.finanzen.net (2010).

2Vgl. www.ftd.de (2008).

3Vgl. www.wiwo.de (2008).

4Vgl. Hoppe (2005), S.45.

5Vgl. Petrich (2007), S.13.

6Hornberg (2006), S. 1.

7www.handelsblatt.de (2008).

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von Beispielen und Zahlen belegen. Anlegern war es beispielsweise möglich mit einer Investition in Hedgefonds, die zeitweise auf fallende Kurse spekulierten, von der Finanzmarktkrise zu profitieren und die Verluste der traditionellen Investments im Portfolio auszugleichen.8Die enormen Risiken, welche Hedgefonds teils eingehen und unter Umständen zu sehr hohen Verlusten der Anleger führen, lassen sich jedoch ebenfalls an zahlreichen Beispielen belegen.9Des Weiteren befinden sich Hedgefonds derzeit in einer schwierigen Lage, da sie häufig für die drastischen Auswirkungen der Finanzkrise verantwortlich gemacht werden10und es in Zukunft in der EU eine strengere Regulierung geben wird,11welche die Handlungsfreiheit der Hedgefondsmanager dauerhaft einschränken soll.

Bei der Wahl eines Hedgefonds besteht bei Privatanlegern häufig das Problem, dass lediglich bisher ertragsstarke Investments präferiert werden12und nicht darauf geachtet wird, ob das Investment die Portfoliostruktur und dessen Effizienz verbessert. Es ist durchaus möglich, dass durch die Investition in einen Hedgefonds die erwartete Rendite des Portfolios sinkt und gleichzeitig das Risiko zunimmt. Daher sind insbesondere die Optimierungspotenziale der unterschiedlichen Strategien für ein Portfolio zu untersuchen.

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist es, anhand einer empirischen Untersuchung festzustellen, ob es durch Beimischen von Hedgefonds in ein aus klassischen Investments bestehendes Portfolio möglich ist, dieses nach dem Rendite-Risiko-Prinzip zu optimieren. Insbesondere wird in diesem Zusammenhang analysiert, welche Hedgefondsstrategien tatsächlich zur Optimierung eines Portfolios beitragen können. Der Mehrwert von Hedgefonds in einem Portfolio soll anhand einer Effizienzlinienverschiebung untersucht werden.

8Vgl. www.manager-magazin.de (2009).

9Vgl. www.handelsblatt.de (2008b).

10Vgl. www.zeit.de (2010).

11Vgl. www.faz.de (2010).

12Vgl. www.welt.de(2009).

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Zu Beginn der Arbeit werden die wesentlichen Grundlagen der modernen Port-foliotheorie erläutert, um die später folgende Analyse vornehmen zu können. Zunächst wird in diesem Kapital auf die Portfolio-Selection-Theorie von Markowitz eingegangen. In diesem Zusammenhang sind die Begriffe Diversifikation und Korrelation sowie das Prinzip der Effizienzlinie näher zu erläutern. Anschließend werden die verschiedenen Arten von Informationseffizienz und das Entstehen von Marktanomalien, welche für bestimmte Hedgefondsstrategien von Bedeutung sind, beschrieben.

Im dritten Kapitel wird ein Überblick über die verschiedenen Arten von Alternativen Investments gegeben. Zu Beginn des Kapitels soll der Begriff der Alternativen Investments zu dem der traditionellen abgegrenzt werden. Anschließend erfolgt eine kurze Beschreibung der unterschiedlichen Investitionsmöglichkeiten im alternativen Bereich.

Das anschließende Kapitel beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema Hedgefonds, wobei insbesondere auf die Investitionsmotive sowie die Merkmale und Risiken der einzelnen Strategien detailliert eingegangen wird. Ebenfalls ist die Marktverteilung der verschiedenen Strategien in diesem Kontext zu erwähnen. Abgerundet wird dieses Kapitel durch das Aufzeigen der verschiedenen Investitionsmöglichkeiten in Hedgefonds für Privatanleger, wobei Dachhedgefonds, ETFs und Zertifikate als Anlageinstrumente für Privatanleger näher untersucht werden.

Die empirische Untersuchung im fünften Kapitel stellt den eigentlichen Kern der Arbeit dar. Die Untersuchung erfolgt mit Hilfe unterschiedlicher Hedgefondsindizes sowie dem Aktienindex DAX und dem Rentenindex REXP. Zunächst wird die Renditeverteilung von Hedgefonds abhängig von ihrer Strategie untersucht. Auf Basis des vorliegenden Zahlenmaterials erfolgt anschließend die Ermittlung der Effizienzlinien aus verschiedenen Investmentkombinationen. Den Abschluss des Kapitels bildet die Berechnung und Analyse des Minimum-Varianz-Portfolios, des Maximum-Sharpe-Ratio-Portfolios sowie des Value at Risk eines Beispielportfolios. Im sechsten und letzten Kapitel der Arbeit wird abschließend ein Fazit gezogen.

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2. Grundlagen der modernen Portfoliotheorie

2.1 Die Portfolio-Selection-Theorie von Markowitz

2.1.1 Entstehung und Bedeutung der Theorie

Die 1952 von Harry Markowitz entwickelte Portfolio-Selection-Theorie stellt bis heute eine der wichtigsten Grundlagen der modernen Portfolio-Theorie dar.13Markowitz gelang es mathematisch nachzuweisen, dass das Risiko eines Portfolios nicht aus den aufsummierten Einzelrisiken besteht, sondern auch von den Wechselwirkungen der Investments untereinander abhängig ist.14Er bewies damit, dass es durch geschicktes Mischen von Investments möglich ist, ein optimales Portfolio zu gestalten und die Risiken von bestehenden, nicht effizienten Portfolios bei gleichbleibender Renditeerwartung zu senken.15Um ein optimales Portfolio zu konstruieren, müssen laut Markowitz (1952) dem Investor lediglich die erwartete Rendite und die Volatilität einer Anlage sowie die daraus errechenbaren Korrelationen der Investments bekannt sein.16Diese Theorie wurde seither nicht nur in der theoretischen Fachwelt ausführlich diskutiert, sondern findet auch in der heutigen Anlagepraxis häufig Anwendung.17Das Modell wurde 1964 von Sharpe zum Capital-Asset-Pricing-Model erweitert, indem eine risikofreie Anlage- und Verschuldungsmöglichkeit hinzugefügt wurde. Die Port-folio-Selection-Theorie stellt für die empirische Untersuchung im späteren Verlauf der Arbeit eine wichtige Grundlage dar und soll daher im Folgenden näher beschrieben werden.

2.1.2 Annahmen im Portfoliomodell nach Markowitz

Der Portfolio-Selection-Theorie liegen zahlreiche, teilweise sehr restriktive Annahmen zugrunde. Die wichtigsten Annahmen sollen im Hinblick auf die spätere empirische Untersuchung im Folgenden näher erläutert und analysiert werden:

13Vgl. Steiner/Bruns (2007), S. 15.

14Vgl. Leupold (1996), S.12.

15Vgl. Spremann (2006), S. 182-184.

16Vgl. Markowitz (1952), S. 77.

17Vgl. www.faz.de (2010b).