Verlag: Papierverzierer Verlag Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2017

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Sicherung: Wasserzeichen

E-Book-Beschreibung Heiße Liebe - Kalter Tod - Pia Hepke

Elsa liebt den Winter. Schon als kleines Mädchen konnte sie es kaum erwarten, bis es den ersten Schnee gab. Als Jack Frost, der Sohn des Winters, Elsa begegnet, ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch ihr Glück währt nicht lange, denn ihre Gefühle für einander bergen eine schreckliche Gefahr. Die Schneekönigin hat es auf Jacks Herz abgesehen und lässt es durch ihren magischen Kuss gefrieren. Einzig und allein Elsa ist in der Lage, ihn zu retten. Nur kann ihre flammende Liebe sie beide vor dem eisigen Tod bewahren?

Meinungen über das E-Book Heiße Liebe - Kalter Tod - Pia Hepke

E-Book-Leseprobe Heiße Liebe - Kalter Tod - Pia Hepke

Copyright © 2016 by Papierverzierer Verlag

1. Auflage, Papierverzierer Verlag, Essen

Herstellung, Satz, Lektorat: Papierverzierer Verlag

Cover: Legendary Fangirl Design

Alle Rechte vorbehalten.

Sämtliche Inhalte, Fotos, Texte und Graphiken sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen ohne vorherige Genehmigung weder ganz noch auszugsweise kopiert, verändert, vervielfältigt oder veröffentlicht werden.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

ISBN 978-3-95962-326-1

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www.papierverzierer.de

Inhaltsverzeichnis
Heiße Liebe – Kalter Tod
Impressum
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Pia Hepke

Prolog

Jack trat aus lauter Frust in den Schnee, der sich meterhoch und unerbittlich vor ihm auftürmte. Völlig außer Kontrolle wirbelte die weiße Pracht umher, doch das konnte ihn nicht aufheitern. Er war wütend, so richtig zornig! Ständig machte sie ihm Vorschriften, stellte nervige Regeln auf und ließ ihn unnötige Dinge üben.

Aber wenn er sich mal etwas herbeisehnte, um etwas bat, dann war das nicht möglich. Er wünschte sich doch nur, einmal das tun zu können, was er wollte. Ein oder zwei Tage frei von irgendwelchen Vorschriften oder Verpflichtungen. Aber nein – das ging nicht.

Energisch stampfte Jack durch den tiefen Schnee. Er ließ es zu, dass die weiße Pracht ihm bis über die Oberschenkel reichte. Er keuchte vor Anstrengung, und weiße Atemwolken bildeten sich in der eisigen Luft. Das war es, was ihm endlich ein kleines Lächeln entlocken konnte.

Wie sie wollte. Wenn seine Mutter sich weigerte, ihm seinen Wunsch aus freien Stücken zu erfüllen, dann würde er sie eben dazu zwingen und sich nehmen, was er begehrte.

Er wusste noch nicht, wohin er ging, aber seine Füße trugen ihn sicher voran. Er würde einfach solange weiterlaufen, bis er etwas gefunden hatte, das ihn zum Verweilen einlud.

In der Stille der Nacht waren nur sein lautes Atmen, das Stapfen seiner Schritte und der knirschende Schnee zu hören. Jack genoss diese gleichförmigen Geräusche. Sie ließen seine Gedanken zur Ruhe kommen und er konzentrierte sich einzig auf das Laufen. Erst als die Schneeberge zu seiner Linken und Rechten kleiner wurden und er müheloser vorankam, blickte er sich um.

Und fand etwas, das seine Aufmerksamkeit auf sich zog.

Der Winter persönlich

Kapitel 1

Elsa wurde von einem lauten Klopfen an ihrer Zimmertür geweckt.

»Schwesterherz, schau mal nach draußen«, trällerte eine Stimme, woraufhin erwartungsvolles Schweigen folgte. Der Störenfried bekam jedoch nur ein ungehaltenes Grummeln als Antwort. Sogleich erbebte die Tür unter neuerlichem Klopfen.

»Es S-C-H-N-E-I-T!«

Elsa brauchte eine Weile, um den scheinbar zusammenhanglosen Buchstaben irgendeinen Sinn zu entnehmen. Als ihr Hirn das Rätsel endlich gelöst hatte, schlug sie sogleich die Bettdecke zurück und war in nicht einmal zwei Sekunden am Fenster.

Mit großen Augen und gar nicht mehr müde verfolgte sie verzückt die herabfallenden Flocken. Begleitet von einem lauten Quietschen hüpfte sie aus dem Zimmer und sang glücklich »Leise rieselt der Schnee«.

Im Badezimmer angekommen, begrüßte sie ihre Schwester Aurora. Die war bereits in dicke Wintersachen gekleidet und flocht nur noch schnell einen Zopf aus ihren langen blonden Haaren.

»Na, Schlafmütze? Hast den ersten Schnee verpasst«, neckte sie Elsa mit einem breiten Grinsen.

»Stimmt nicht. Es schneit ja noch«, widersprach Aurora und streckte frech die Zunge heraus.

»Wer weiß, wie lange noch. Dass es überhaupt schneit, ist ja schon ein halbes Wunder.«

»Hoffst du auf weiße Weihnachten?«, wollte Elsa wissen, während sie ihre Zahnbürste dick mit Zahnpasta belud.

»So weit würde ich noch nicht gehen, sind ja noch ganze vier Wochen hin. Aber die Chancen stehen nicht schlecht. Ich bin dann mal mit James draußen. Kannst ja nachkommen, sobald du fertig bist.«

Elsa murmelte etwas Unverständliches, weil ihr Mund bereits voll mit Zahnpasta war. Aurora grinste nur und flitzte aus dem Zimmer. Kurz darauf ertönte freudiges Gebell. James, der Jack Russell Terrier der Familie, war offenbar begeistert, dass er mit nach draußen durfte.

Elsa verschwendete nicht viel Zeit mit der Morgentoilette, sondern sah zu, dass sie ihrer großen Schwester rasch folgte.

Mit einer dicken Daunenjacke bekleidet und mit Mütze und Handschuhen ausstaffiert, trat sie schließlich vor die Haustür. Die Schneeflocken waren dicker und dichter geworden und Elsa atmete erleichtert aus. Gut, dass es nicht bereits wieder aufgehört hatte. Die kalte Luft brannte in ihrer Lunge und schien eine Leere in ihrem Inneren zu füllen. Mit einem breiten Lächeln streckte Elsa eine Hand aus und fing einige Flocken auf. Dabei formte sich bereits wieder der Gesang von »Leise rieselt der Schnee« in ihrem Kopf, den sie leise vor sich hinsummte.

Beleidigt blies sie die Backen auf. Aurora hatte nicht wie versprochen vor der Tür auf sie gewartet, sondern trieb sich mit Sicherheit in der Nachbarschaft herum. Lange hielt der Ärger darüber, dass sie die beiden nun mühsam würde suchen müssen, allerdings nicht an.

Zu sehr begeisterte sie der Anblick der Auffahrt. Die war bereits von einer leichten Schneedecke weiß gefärbt worden. Verräterische Schuh- und kleine Pfotenabdrücke zeigten ihr, dass Aurora mit Hund nach links die Straße Richtung Wald genommen hatte. Das hätte sie sich auch denken können. Und so machte sie sich auf den Weg, wobei sie im fallenden Schnee fröhlich die Straße entlang tanzte.

Je näher sie dem kleinen Waldstück kam, das nur drei Straßen von ihrem Zuhause entfernt war und in dem sie immer mit James spazieren zu gehen pflegte, desto dichter wurde der Schneefall. Mittlerweile hinterließ Elsa recht tiefe Abdrücke, wohingegen die von ihrer Schwester nicht mehr zu sehen waren.

Sie überlegte, ob sie nach James rufen sollte. Wenn er in der Nähe gewesen wäre, so wäre er mit Sicherheit schwanzwedelnd angerannt gekommen. Doch es widerstrebte ihr, die Stille der Winterwelt zu stören. Deswegen schwieg sie und ging ohne ein Wort in den Wald hinein.

Elsa stapfte den vertrauten Pfad entlang, der nur noch durch den Freiraum zwischen den Bäumen zu erkennen war. Die weiße Schicht auf dem Boden war inzwischen so hoch, dass ihre dick gefütterten Winterstiefel fast vollständig in dem lockeren Schnee einsanken. Der Schnee klebte intensiv, weswegen sie auf ihrer Schuhspitze stets ein kleines, weißes Dreieck spazieren führte. Sie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die großen watteartigen Schneeflocken bedeckten die Bäume. An den dicken Stämmen und auf den kräftigen sowie auch auf den feinen, zarten Ästen sammelte sich die weiße Pracht. Verzückt schritt sie voran. Immer weiter in den Wald hinein. Bei dem bezaubernden Anblick vollkommen vergessend, dass sie eigentlich auf der Suche nach ihrer Schwester und James war. Doch der Winter nahm sie mit seinem weißen Zauber gefangen, wodurch er keinen anderen, keinen fremden Gedanken zuließ. Der Bann wurde erst gebrochen, als ein Gesang durch den still fallenden Schnee schwebte.

Die Melodie, die sich unter die knirschenden Schritte mischte, erinnerte sie an klirrendes Eis. Doch gehörte auch eindeutig Gesang dazu. Elsa blieb stehen und lauschte. Das Lied schien keinen Regeln zu folgen, wurde leiser, wieder lauter. Es machte auf sie einen genauso eigenwilligen Eindruck wie die Kristallbildung einer Schneeflocke. Neugierig bemühte sie sich herauszufinden, aus welcher Richtung die Töne an ihr Ohr getragen wurden. Dabei entging ihr nicht, dass sie manchmal eine Art Engegefühl in der Brust wahrnahm. Eine Mischung aus Trauer und Sehnsucht. Diese Empfindungen drängten sie nur noch mehr, den Sänger zu finden. Nachdem sie eine ausmachen konnte, mischte sich wieder das Knirschen von Schritten unter die Musik.

Elsa lauschte und lief weiter durch den Wald. Zum Schluss musste sie sogar den Pfad verlassen, um der Melodie folgen zu können. Aber sie hatte sich nun einmal in den Kopf gesetzt, ihren Ursprung zu finden. Also schritt sie unbeirrt zwischen den weißen Bäumen entlang und stieg über Äste, die aus dem Boden wie ausgestreckte Arme herausragten.

Selbstverständlich war sie auch schon mit James kreuz und quer durch das Unterholz gelaufen. Aber übermalt mit all dem Weiß, wirkte die ihr bekannte Umgebung mit einem Mal fremd auf sie. Alles sah irgendwie gleich aus, bot keinerlei Anhaltspunkte, um sich zu orientieren. Außerdem hatte sie keinen James an ihrer Seite, der ihr im Notfall den Heimweg erschnüffeln konnte. Trotzdem lächelte Elsa, während sie über einen umgefallenen Baumstamm stieg. Sie hatte sich nämlich gerade daran erinnert, wie der kleine Jack Russell zu seinem Namen gekommen war.

Elsa liebte die Harry Potter Bücher, weswegen sie den jungen Hund unbedingt Harry hatte nennen wollen. Aurora jedoch war dagegen gewesen. Niemand konnte sie davon überzeugen, dass Harry sich gut als Rufname eignete. Am Ende hatten sie sich auf James geeinigt. Mit dem Namen von Harrys Vater konnten sich beide Mädchen anfreunden. Mittlerweile zählten sie den Rüden ganze sieben Jahre zu ihrer Familie und inzwischen scherte es niemanden mehr, woher der Name ursprünglich stammte.

Elsa war in der Zwischenzeit dem Ursprung des Gesangs sehr nahe gekommen. Sie musste bei dem Klingen und Klirren, das die sanfte Stimme begleitete, an die träumerischen Klänge eines Windspiels denken; eines gefrorenen Windspiels. Jetzt, da es so deutlich zu hören war, wäre sie beinahe wieder stehengeblieben, um in Ruhe lauschen zu können. Aber sie zwang ihre Füße weiterzulaufen, um endlich herauszufinden, wer da so lieblich sang.

Als sie zwischen der nächsten Baumreihe hindurchtrat, kam sie unfreiwilligerweise doch zum Stehen. Denn vor ihr erstreckte sich eine Lichtung, in deren Mitte sich ein kleiner See befand. Das Wasser war gefroren und der See lag erstarrt, vollkommen unbeweglich vor ihr. Elsa wusste, dass sich sein Zulauf am anderen Ende befand. Ein kleiner Fluss, der sich mit der Zeit tief in den Waldboden gegraben hatte. Sie war mit James schon viele Male beim Erforschen der Umgebung hier gewesen. Im Sommer kamen sie her, damit der Rüde im Wasser baden konnte.

Dunstschwere Wolken bildeten sich in der Luft, weil Elsa mit offenem Mund dastand. Die Quelle des Gesangs hockte auf der gefrorenen Oberfläche. Ein weiter weißer Mantel wölbte sich über den gekrümmten Rücken und floss über den Boden. Obwohl auch dort keine Bewegung zu sehen war, machte es einen dynamischen Eindruck. Elsa blinzelte, denn sie glaubte, sich einzubilden, dass über den schneeweißen Mantel Wassertropfen bis zu seinem unteren Ende hinabwanderten. Aber das war albern. Es war klirrend kalt und vom Himmel fielen immer noch Schneeflocken. Wie sollte sich da fließendes Wasser bilden können?

Die Person auf dem Eis hob den Kopf und der Gesang verstummte. Es war, als ob plötzlich die gesamte Umgebung stillstehen würde. In dem Moment, in dem sie in diese blassblauen Augen mit ihrer unglaublichen Intensität blickte, blieben die Flocken wie erstarrt in der Luft stehen.

Elsa hielt den Atem an und wartete, während ihr ganzer Körper zitterte, was als Nächstes passieren würde.

Er, dem diese faszinierenden Augen gehörten, richtete sich auf. Sein Mantel bauschte sich dabei um ihn und schloss sich schließlich vor seinem Körper. Der flauschige Kragen schmiegte sich an das fein geschnittene Gesicht, umrahmten es. Der Junge hatte weiße Haare, die so gut wie keinen Kontrast zur Umgebung bildeten. Seine Haut war ebenfalls blass, fast farblos.

Elsa musste schlucken, und es schmerzte, denn ihr Mund war trocken geworden. Ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, setzte sie sich in Bewegung. Kam direkt auf den Jungen zu, der nur wenige Jahre älter als sie sein dürfte.

Nach wenigen Metern stand sie direkt vor ihm auf dem gefrorenen See und blickte in sein Gesicht. Aus der Entfernung hatte es den Eindruck gemacht, als wären seine Augen von einem hellen Blau. Da sie nun aber direkt in seine Iris sah, erkannte sie einen kräftigen Blauton, der von feinen weißen Äderchen durchzogen war, wodurch die Augen heller wirkten.

»Wer bist du?«, fragte er.

Elsa glaubte nicht, dass sie auch nur ein Wort herausbringen würde, aber dennoch öffnete sich ihr Mund, um ihm zu antworten.

»Elsa.«

Ihre Stimme klang leise, mehr wie ein lautes Atmen als ein gesprochenes Wort. Er schien es dennoch verstanden zu haben, für einen kurzen Moment erschien ein Ausdruck der Überraschung auf seinem Gesicht, seine Augenbrauen hoben sich, dann war der Moment vorbei.

»Was machst du hier?« Voller Neugier musterte er sie, während sie ihn einfach nur anstarrte und bereitwillig auf seine Fragen antwortete.

»Ich habe jemanden singen gehört.«

Eine weiße Augenbraue zuckte nach oben.

»Du hast das Lied vernommen? Moment mal … du kannst mich ja sehen.« Seine Augen wurden groß vor Überraschung.

»Hören auch«, ergänzte sie wie von selbst. Dann schüttelte sie den Kopf, um dieses benommene Gefühl loszuwerden, das sie wie ein dummes Schaf dastehen ließ.

»Was machst du hier mitten auf dem See?«, stellte sie ihre erste Frage. Es war nur eine von vielen, denn sein Erscheinungsbild hatte viele Fragezeichen in ihrem Kopf entstehen lassen, aber es war die naheliegende.

»See?« Er lachte. Sein Lachen war hell und klar, schien nur aus einer Farbe zu bestehen, wie der Schnee. »Das ist doch kein See, ein größerer Teich vielleicht. Aber als See würde ich es nun wirklich nicht bezeichnen.«

Elsa verschränkte die Arme vor der Brust. Natürlich, es war das größte Gewässer hier in der Nähe – mal abgesehen von dem Fluss, der den Zulauf bildete – für sie war es kein kleiner Gartenteich.

»Du weichst meiner Frage aus.« Misstrauisch kniff sie die Augen zusammen. Tatsächlich aber wollte sie sich nicht auf eine Diskussion wegen der Bezeichnung dieser Wasseransammlung einlassen.

Anstelle einer Antwort sank der Junge erneut zu Boden und fuhr mit dem Finger über die gefrorene Oberfläche. Nach einem leichten Zögern hockte Elsa sich neben ihn und starrte auf das Eis.

Direkt unter der Oberfläche, so schien es, hatten sich große und kleine Blasen gebildet, die Hohlräume in der dicken Eisdecke bildeten. Verschiedene Muster, die geradezu willkürlich hineingemalt worden waren. Direkt daneben zierten wunderschöne Eisblumen die kalte Oberfläche. Als ob ein Künstler sie mit seinem Pinsel in stundenlanger Feinarbeit gemalt hätte. Sie umkreisten die eingeschlossenen Luftblasen und wirkten wie eine Art Rahmen. Der Rahmen eines Gemäldes.

»Wunderschön, oder?« Der Junge grinste sie an und entblößte dabei schneeweiße Zähne. Ohnehin schien alles an ihm weiß oder blass zu sein. Einzig die feinen blauen Linien auf seiner Haut, die wohl durchscheinende Äderchen sein mussten, und seine Augen bildeten Farbakzente. Selbst seine Wimpern waren weiß.

»So etwas hab ich noch nie gesehen.« Elsa schloss den Mund und fuhr gedankenverloren die Muster nach, die sich ein winziges Stück von dem glatten Eis abhoben. Als ob tatsächlich eine dünne Farbschicht darüber lag. Nach einer Weile stellte Elsa wieder eine Frage: »Wie heißt du?«

Vorsichtig schielte sie zu ihm hinüber. Er hatte jedoch den Blick in die Ferne gerichtet, so dass sie ihn direkt ansehen konnte.

»Mein Name ist Jack.« Er drehte den Kopf und lächelte wieder. Ein kalter Windzug begleitete seine Worte, der seinen Mantel aufwallen ließ, als wolle er sich gegen etwas wehren. Sein Haar allerdings wiegte sich nicht im Wind. Wie festgefroren, geradezu erstarrt, stand es von seinem Kopf ab.

»Jack.« Sie wiederholte den Namen und ließ ihn langsam über ihre Zunge rollen. Es war, als ob da noch mehr sein müsste. Sie konnte es beinahe schmecken. Aber nur beinahe.

»Du hast meine erste Frage noch nicht beantwortet.«

»Sieht man das nicht?« Er lachte leise. Elsa jedoch hätte lieber eine vernünftige Antwort gehabt.

»Wo kommst du her?«

»Von weit her«, antwortete er verträumt und fuhr gedankenversunken über die Muster im Eis.

Elsa bemerkte, dass es aufgehört hatte zu schneien und der gefrorene See nicht wie alles andere von Schnee bedeckt war. Sie richtete sich auf.

»Was zum …?« Die Worte blieben ihr im Hals stecken, denn hinter ihr, zwischen den Bäumen fielen immer noch dicke Flocken vom Himmel.

»Wer oder was bist du?«, fragte sie mit ängstlicher Stimme. Doch er hatte sich bereits von ihr entfernt und ging nicht darauf ein.

»Hey! Bleib stehen! Was ist hier los?«, wollte sie wissen, doch auch diese Antwort blieb er ihr schuldig. Sie streckte eine Hand aus, um ihn aufzuhalten, er war jedoch bereits zu weit entfernt. Am Ufer des Sees – was auch immer er sagen mochte, für Elsa war und blieb es ein See – drehte er sich noch einmal zu ihr um.

»Wir sehen uns.«

»Warte!«, rief sie und wollte ihm hinterherrennen.

Es folgte ein letztes Lächeln und schon war er in dichtem Schneegestöber verschwunden.

Elsa stand da, ihre Füße versanken wieder in einer dicken Schneedecke, und versuchte verzweifelt zu begreifen, was gerade geschehen war. War das real gewesen oder nur Einbildung?

Sie starrte noch eine ganze Weile wie hypnotisiert auf die Stelle, an der der seltsame Junge verschwunden war. War das seltsam gewesen. Im Nachhinein geradezu unheimlich!

Sie wusste nicht, wie lange sie so dagestanden hatte, doch auf einmal ging ein Schaudern durch ihren Körper. Als ob sie aus einem tiefen Schlaf erwachen würde. Wie spät es wohl sein mochte? Sie richtete den Blick zum Himmel, aber wegen der dichten Wolkendecke war es unmöglich, die Zeit abzuschätzen. Egal, sie sollte heimgehen.

Große Schneeflocken landeten wie eisige Küsse auf ihrem Gesicht. Als sie wieder geradeaus in den Wald starrte, fragte sie sich mit einer aufkommenden Unsicherheit, ob sie in diesem dichten Schneetreiben den Weg nach Hause überhaupt finden würde.

Wie sich herausstellte, war der Rückweg gar nicht so schwer zu finden. Sie hatten nur loslaufen müssen und ihre Füße hatten wie von selbst den richtigen Weg gefunden, während ihre Gedanken in ganz anderen Gefilden umherwanderten.

Die wahre Schwierigkeit wartete auf Elsa bei ihrer Heimkehr. Aurora hatte sich Sorgen gemacht, weil sie nicht wieder aufgetaucht war und der Schneefall so stark zugenommen hatte. Dabei war es doch die Schuld ihrer Schwester gewesen, schließlich hatte diese nicht auf sie gewartet und war ohne sie losgezogen.

Elsa hatte sich mehr oder weniger glaubhaft aus der Affäre gezogen und war sogleich in ihrem Zimmer verschwunden. Den Rest des Tages hatte sie damit verbracht, die Bilder und Gesprächsfetzen Revue passieren zu lassen. Sie wollte sich alles einprägen, um ja nichts zu vergessen, und war damit den gesamten Tag beschäftigt. Sogar einige Notizen fertigte sie an. Doch am Ende standen nur Fragezeichen auf ihrem Blatt.

Sie konnte nicht glauben, sich das alles nur eingebildet zu haben. Andererseits war es so unglaublich, dass es gar nicht echt gewesen sein konnte. Hatte sie die Ereignisse bloß herbeifantasiert? War so etwas möglich?

In ihr stritten sich zwei Meinungen und keine von beiden konnte die Oberhand gewinnen. Im Grunde wollte Elsa unbedingt glauben, dass all das wirklich passiert war, andererseits sagte ihr vernunftbezogener Menschenverstand, dass das ganz und gar unmöglich war.

Doch echt oder nicht, wirklich passiert oder doch nur eingebildet. Diesen Jungen, diesen Jack hatte sie getroffen, da war sie sich ganz sicher. Doch wer war er wirklich?

Jack Frost

Kapitel 2

Am nächsten Tag grübelte Elsa immer noch über das Erlebte und war deswegen in sehr melancholischer Stimmung, so dass sie als Erstes ihre Weihnachts-CDs herausgekramte. Normalerweise fing sie damit erst kurz vor Heiligabend an. Während sie dem Lied »We wish you a Merry Christmas« lauschte, blieb sie an der Zeile »Yesterday I met Jack Frost« hängen. Tatsächlich horchte sie auf, während ihre Gedanken bereits einen Schritt weiter waren.

Der Name des Jungen war ebenfalls Jack gewesen. Und hatte sie im Nachhinein nicht den Eindruck gehabt, er würde mit dem Schnee spielen? Die Eisblumen und Muster auf dem See – sie hatte so etwas noch nie gesehen. Wahrscheinlich wusste sie jetzt auch, wieso nicht.

Ohne sich recht dazu entschieden zu haben, war Elsa bereits dick angezogen auf dem Weg in den Wald. Sie wollte wissen, ob Jack auch heute wieder an dem See war. Eine kleine Chance, ihn wiederzusehen bestand durchaus, das redete sie sich zumindest ein. Dann würde sie ihn persönlich fragen können. Zwar war sie sich noch nicht ganz sicher, wie man so etwas erfragen sollte. Geschweige denn, wie man so eine Frage am besten formulierte, ohne sich total lächerlich zu machen. Aber zumindest der Entschluss dazu stand schon mal fest.

Auch heute wurde der Schneefall wieder dichter, je näher sie dem Wald kam. Natürlich war es denkbar, dass sie sich diese Dinge einbildete oder es ihr einfach nur so vorkam. Dennoch pochte ihr Herz vor Aufregung heftig in ihrer Brust. Nervös hastete sie die zugeschneiten, kaum erkennbaren Trampelpfade entlang. Ihre Hände begannen in den dicken Handschuhen unangenehm zu schwitzen, so dass sie sie auszog und in die Jackentasche steckte. Der kalte Wind biss in die erhitzte Haut von Händen und Wangen, aber sie begrüßte den Schmerz. Er lenkte sie von ihrer innigen Hoffnung ab, ihn wiederzusehen.

Es war albern zu glauben, dass er noch immer oder schon wieder dort sein würde. Womöglich auf sie wartete, sie wiedersehen wollte.

Das wurde ihr erst so richtig bewusst, als sie vor dem zugefrorenen See stand. Allein.

Elsa suchte, doch da war niemand. Keine Bewegung, kein Geräusch, keine faszinierenden Augen.

»Aber eingebildet habe ich mir das Treffen gestern nicht, oder?« Sie war sich nicht sicher. Es war albern zu glauben, sich all diese Dinge nur herbeifantasiert zu haben. Aber ohne einen Beweis konnte sie sich seiner Existenz plötzlich nicht mehr sicher sein. War das alles nur ein Traum gewesen?

Sie zögerte, tat einen Schritt an die Eisfläche heran. Wo hatte Jack nochmal gehockt? Es musste dort drüben gewesen sein. Etwa fünf oder sechs Meter rechts von ihr auf dem Eis. Wenn sie sich das tatsächlich nicht eingebildet hatte, dann mussten die merkwürdigen Muster doch noch dort sein. Das würde einem Beweis zumindest sehr nahe kommen. Sie betrat sie die zugefrorene Oberfläche. Auch wenn es ihr am Vortag überhaupt nichts ausgemachte hatte, zu Jack auf die Eisfläche zu gehen, fühlte sie sich dieses Mal verunsichert. Sie machte ein paar wippende Bewegungen und belastete ihren Fuß bei jedem Mal stärker. Das Eis gab nicht nach, schien noch fest mit dem Ufer verbunden zu sein. Demnach würde es sie sicherlich tragen können.

»Gestern hat es das auch getan, jetzt sei nicht solch ein Angsthase«, sprach sich Elsa selber Mut zu und setzte den zweiten Fuß vor den ersten. Dann folgte ein Schritt auf den anderen. Mit jedem wurde sie sicherer. Es waren nur noch ein paar Zentimeter bis zu den Eisblumen, von denen sie glaubte, sie bereits glitzern zu sehen. Ihr Herz beschleunigte weiter. Es war offenbar keine Einbildung gewesen!

Noch bevor sie sich dessen völlig sicher sein konnte, erklang ein unangenehmes Geräusch. Es hörte sich an wie ein Peitschenknall, der die Stille geradezu in zwei Teile schlug.

Vollkommen erstarrt stand Elsa auf dem See. Das Geräusch war wie das Reißen einer Gitarrenseite gewesen, und sie wusste, was das bedeutete. Das Eis war gerissen. Irgendwo auf dieser gewaltigen Fläche. Das wiederum hieß, dass es doch nicht so stabil war, wie sie geglaubt hatte. Dass es ihr Gewicht vielleicht nicht halten würde.

»Scheiße«, fluchte Elsa, während sie zwischen Ufer und Eisblumen hin und her blickte. Es waren nur noch wenige Schritte bis zu den Blumen. Sie biss die Zähne zusammen, rührte sich aber keinen Millimeter.

War es diesen angeblichen Beweis wert, dass sie es riskierte, im Eis einzubrechen? Natürlich nicht! So vorsichtig wie möglich drehte sie sich um. Den Blick geradeaus zum Ufer gerichtet, machte sie einen ersten Schritt. Sie atmete auf, da keine weitere Gitarrenseite riss. Bei ihrem nächsten Schritt konnte sie jedoch ein leises Knacken hören. Verdammt, das Ufer war so weit entfernt.

Elsa atmete ganz flach, obwohl das mit Sicherheit keinen Unterschied machte. Sollte sie sich weiter langsam und vorsichtig Schritt für Schritt vortasten? Oder lieber alles auf eine Karte setzen und losrennen?

Ihr hektischer Blick wechselte zwischen Wald und Eisfläche hin und her. Am Ufer sollte das Wasser nicht allzu tief sein. Eventuell würde sie sogar stehen können. Allerdings bezweifelte sie, dass sie in vollkommen unterkühltem Zustand gesund und munter zu Hause ankommen würde. Oder?

Ihre Gedanken kreisten und ließen sie innerlich wanken. Das machte sich dann auch äußerlich bemerkbar. Sie verlor das Gleichgewicht wegen ihres ohnehin unsicheren Standes auf den Zehenspitzen und fiel zur Seite. Mit einem Ausfallschritt war es nicht getan. Und so wurde aus dem hilfesuchenden Schritt ein Umknicken, wodurch sie mit ihrem ganzen Körper auf die gefrorene Wasseroberfläche krachte.

Das waren gleich mehrere Gitarrenseiten, die in voller Lautstärke rissen. Wie wenn ein ganzer Eisberg in Stücke bricht. Elsa schloss in ihrer Angst die Augen und wartete auf den eiskalten Knall des Wassers unter sich.

Sie spürte den Aufprall, die Kälte des Eises und hörte das gellende Knacken, mit dem der Untergrund brach. Sie schrie, versank in den Fluten. Wie tausend Nadeln stach es in ihre Haut, der Atem schien ihr in den Lungen zu gefrieren, sie wollte Luft holen, vermochte es jedoch nicht.

In ihrer Panik versuchte sie irgendwo Halt zu finden, doch ihre Finger waren bereits taub und steif, bevor sie sich auch nur weit genug krümmen konnten, um nach etwas zu greifen, das nicht da war. Zwar bewegten sich ihre Hände und suchten nach Halt, doch sie nahm sie kaum noch als ihre eigenen wahr.

Mit einem Aufschluchzen versank Elsa vollends in den Fluten und konnte nur noch die scharfe Kante des Lochs sehen, die sie in die Eisfläche geschlagen hatte. Ihr Kopf schien zu explodieren, die eisige Kälte des Wassers bohrte sich ihr in die Schädeldecke. Gleichzeitig waren ihre Gedanken wie betäubt, und sie schien sich immer weiter von ihrem Körper und dem damit verbundenen Schmerz zu entfernen.

Auf einmal durchbrach ihr Kopf die Oberfläche, ihr ganzer Körper tauchte aus dem See auf. Benommen beobachtete Elsa, wie sich die Eisschollen unter ihr wieder zu einer Fläche verbanden. Die Risse schlossen sich und verschwanden, als ob sie nie im Eis eingebrochen wäre. Ihre Gedanken waren noch ganz betäubt, was sie ansonsten sicherlich als merkwürdig empfunden hätte.

Die nasse Kleidung klebte an ihrem Körper und verband sich mit der eisigen Fläche unter ihr. Elsa schloss für einen Moment die Augen, und in diesem Augenblick griff das Kältegefühl mit gierigen Händen nach ihr und sie schüttelte sich fürchterlich. Ihre Zähne schlugen aufeinander und füllten die Stille um sie herum. Elsa krümmte sich zusammen und versuchte, sich auf etwas anderes als die Kälte zu konzentrieren. War da nicht noch etwas?

Als sie die Augen wieder öffnete, sah sie am Ufer einen Jungen kauern, die eine Hand auf die gefrorene Oberfläche gedrückt. Erst als er zu ihr herüberblickte und sich erhob, erkannte sie, wen sie da vor sich hatte.

Jack.

Er war ohne seinen Mantel erschienen. Beinahe hätte sie ihn deswegen nicht erkannt. Er wirkte auf einmal wie jemand ganz anders. Nicht mehr wie von einem fremden Stern und so erhaben. In der dunklen Jeans und dem Kapuzenshirt hätte sie ihn fast für einen gewöhnlichen Jungen gehalten. Einen gewöhnlichen Jungen, der bei den Minusgraden ohne dicke Wintersachen zu einem Eiszapfen hätte gefrieren müssen.

Nun, ein Eiszapfen war er nicht, aber seine Kleidung war tatsächlich von Eiskristallen bedeckt, wie Elsa erkannte, als er über den gefrorenen See auf sie zuschritt. Die Erscheinung seiner Gestalt erbebte leicht, weil sie so heftig zitterte, aber es war ihr nicht möglich, den Blick abzuwenden.

Das dunkelblaue Oberteil wirkte beinahe weiß, da so viele Eisblumen den Stoff bedeckten. Und die schwarze Hose sah aus, als ob sie von oben bis unten mit weißen Fäden durchzogen wären. Wobei auch dies gefrorenes Wasser sein musste.

»Was machst du hier?« Sein Blick war grimmig und die Stimme klang wie brechendes Eis. Vor Schreck zuckte sie zusammen, weil sie doch erst einen Moment zuvor erfahren hatte, welche Gefahr hinter diesem Geräusch steckte.

Als er ihre verschreckte Miene sah, wurde sein Blick sanfter.

»Komm, steh auf.«

»Iiii … kannn … niiii … chtttt …« Ihre Zähne schlugen inzwischen so heftig aufeinander, dass sie kaum noch in der Lage war zu sprechen.

»Entschuldige, warte …« Er streckte zaghaft eine Hand aus und tippte ihr an die Schläfe, berührte sie dabei im Grunde jedoch nicht.

Im ersten Moment glaubte sie, sie würde gefrieren. Kalter und gleichzeitig heißer Schmerz brannte sich durch ihren Körper. Dann war es vorbei.

»Was hast du …?« Ihr war immer noch kalt, doch es war nicht länger so schlimm, dass sie vor Muskelzittern nicht wusste, wohin mit sich. Wie gelähmt vor Kälte starrte sie einfach nur auf den Ärmel ihrer Jacke. Wenige Sekunden zuvor war er noch vor Nässe dunkelrot gewesen. Inzwischen wies ihre Jacke wieder ihren normalen Farbton auf. Mit langsamen Bewegungen und steifen Fingern fuhr sie über den Stoff; er war trocken.

»Wie kann das sein?« Elsa hob den Blick und sah in die faszinierenden blauen Augen von Jack.

»Ich habe das Wasser gefrieren lassen. Und dann ist es übergegangen in den Zustand der Verdunstung. Das Ganze nennt sich Sublimation, aber das ist nicht wichtig. Hauptsache, du bist trocken. Komm, jetzt kannst du aufstehen.« Er beugte sich zu ihr herab und nach leichtem Zögern ergriff Elsa die ausgestreckte Hand. Doch als ihre Finger die seinen berührten, fuhr brennend heißer Schmerz ihren Arm empor. Instinktiv zuckte sie zurück und zog ihre Hand schützend vor den Körper.

Verstört blickte sie zu ihm hinauf. »Was hat das alles zu bedeuten?«

War Elsa bei ihrem gestrigen Treffen noch wie verzaubert gewesen, war dieses Gefühl heute längst der Angst gewichen. Am liebsten wäre sie aufgestanden und davongelaufen. Doch das Vertrauen in die Eisfläche unter ihrem Körper war noch nicht wieder hergestellt, trotz seiner Anwesenheit. Zuerst musste sie wissen, in wen sie da ihr Vertrauen setzte.

»Die Frage würde ich dir auch gerne stellen. Ich frage mich seit gestern, was das alles zu bedeuten hat.«

»Das fragst du dich?«, wollte sie ungläubig wissen. Sie war diejenige, der seltsame Dinge passierten. Nicht ihm! »Du hast diese Blumen auf das Eis gemalt und die seltsamen Luftblasen, nicht wahr?«

»Nein.«