Hexentöchter - Mona Vara - E-Book
Beschreibung

Charlie reist nach London, um ihren Bruder zu finden, der zum Vampir geworden ist. Dort wohnt sie bei ihrer Tante, der Hexe Haga, die ein Bordell unterhält. Der ebenso herrische wie mysteriöse Cyrill Veilbrook, den selbst die Vampire fürchten, bietet Haga viel Geld, wenn Charlie ihm exklusiv zur Verfügung steht. Denn laut einer Legende soll die erste Liebesnacht mit einer Succuba die ultimative Lust erzeugen ... Charlie ist empört, doch als ihr Bruder in Gefahr gerät, hilft Cyrill ihnen nur unter der Bedingung, dass Charlie seine Mätresse wird. Allerdings gibt es noch mehr Wesen, die an Charlie interessiert sind: Dunkle Kreaturen wollen sich in London etablieren und die Macht an sich reißen! Der einzige, der ihnen Einhalt gebieten kann, ist Veilbrook. Doch dieser ist vollauf mit der Verführung seiner Hexe beschäftigt ...

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Seitenzahl:454

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Mona Vara

HEXENTÖCHER

Erotischer Vampirroman

© 2010 Plaisir d’Amour Verlag, Lautertal

Plaisir d’Amour Verlag

Postfach 11 68

D-64684 Lautertal

www.plaisirdamourbooks.com

info@plaisirdamourbooks.com

© Coverfoto: Sabine Schönberger (www.sabine-schoenberger.de)

Coverlayout: Christoph Spittler

Print ISBN: 978-3-938281-45-1

Epub ISBN: 978-3-938281-81-9

Sämtliche Personen in diesem Roman sind frei erfunden. Für unaufgefordert auf dem Postweg eingesandte Manuskripte übernimmt der Verlag keine Haftung.

Durch Blut wird ein Wesen geschaffen, das uns an Macht gleicht, das Blut von unserem Blut in sich trägt. Und das die Welt beherrschen kann.

(Aus den Göttergesängen aus dem zweiten Buch von Herastos, geschrieben im Jahr der dunklen Sonne.)

PROLOG

Selbst als sie schon längst verstummt waren, konnte er sie noch schreien hören. Ihre Stimmen dröhnten unaufhörlich in seinem Kopf, übertönten das Lachen des Mannes, der neben ihm stand, und sogar sein eigenes Stöhnen, seine Stimme, die zu schwach war, um noch ein Wort hervorzubringen.

Aus halb geschlossenen Augen sah er, wie sich der Mann über ihn beugte.

„Nun, erhabener Prinz? Womit soll ich dich jetzt zum Wimmern bringen? Unser Herr möchte deine Stimme hören. Er langweilt sich.“

Ein beißender Schmerz wühlte in ihm. Er wusste nicht wo und mit welcher Waffe der andere ihn marterte, aber er schrie nicht. Er hatte aufgehört zu schreien, als sie gestorben waren. Sein Körper wand sich unter Qualen, aber sein Inneres war taub und tot.

Der Mann beugte sich tiefer, als wolle er an seinem Mund lauschen. „Was ist denn? Höre ich …“ Die Worte gingen in einem Gurgeln unter.

Seine Arme und Beine waren gefesselt, aber sein Kopf war frei. Es musste der Hass sein, die Verzweiflung, die ihn hochfahren und seine Zähne tief in den Hals des anderen schlagen ließ, sodass dessen Schrei von seinem eigenen Blut erstickt wurde. Die warme Flüssigkeit rann ihm in den Mund, die Kehle, floss über sein Gesicht.

Er verspürte keinen Ekel, keinen Widerwillen, als er trank. Es erfrischte ihn. Gierig saugte er den Lebenssaft aus den Adern des anderen. Und mit jedem Schluck wuchs eine neue, fremde Kraft in ihm. Er wurde stärker. Sein getrübter Blick wurde scharf. Er streckte sich, spannte die Muskeln an. Die Fesseln zerrissen.

Er setzte sich auf und schob den leblosen Körper verächtlich von sich. Sein Blick fand die Toten auf der anderen Seite des Zeltes. Er erhob sich, trat zu ihnen und blickte mit unerträglichem Schmerz auf sie herab. Er war dankbar gewesen, als sie vor zwei Tagen für immer verstummt waren und ihre Qual ein Ende hatte.

Ein Mann betrat das Zelt, sah ihn vor sich stehen, erblickte das blutverschmierte Gesicht, den Hass ihn seinen Augen, die Mordlust. Es dauerte kaum einen Herzschlag lang, da hatte er auch ihn gefasst.

Er ließ ihn mit zerrissener Kehle liegen, als er aus dem Zelt ins Freie trat und sich auf die anderen stürzte. Er wusste kaum noch, was er tat.

Er war nicht mehr er selbst. Er war wie ein tödlicher Schatten, der seinen Feinden den Lebenssaft aussaugte.

Er war schneller als ein Gedanke.

Und tödlicher als jedes Schwert und jeder Pfeil.

KAPITEL 1

London, Mitte des 19. Jahrhunderts

Die junge Frau, die soeben mit raschen, anmutigen Schritten die Straße überquerte und geschickt einer mit Unrat gefüllten Lache auswich, in der eine tote Ratte lag, hatte keine Ahnung, dass sie beobachtet wurde. Ein kaltes Augenpaar verfolgte im Schatten des Londoner Nebels bereits seit längerer Zeit ihren Weg – im Grunde schon, seit sie die besseren Gegenden verlassen und sich immer tiefer in die schmutzigen Armutsviertel begeben hatte. Sie bog in eine düstere, enge Straße ein, die schon am hellen Tag kaum beleuchtet wurde, geschweige denn jetzt, nachdem die Dämmerung hereingebrochen war, und der Nebel sich verdichtet hatte. Eine Schwade von kaltem Dunst kam auf sie zu und legte sich auf ihre Lunge, bis die junge Frau nach Luft rang. Sekundenlang blieb sie stehen und blickte zweifelnd in die Straße. Dann schloss sie ihre Hand fester um ihren Regenschirm und marschierte energisch los.

Sie war kaum einige Meter gekommen, als plötzlich ein Mann aus einem der dunklen Hauseingänge auf sie zusprang und nach ihr griff, um sie zu packen. Sie sah gerötete Augen, blitzende Zähne. Ein kleiner Schrei entrang sich ihr, aber dann fasste sie auch schon ihren Regenschirm fester und schlug damit so kräftig auf den Angreifer ein, dass dieser auf der Stelle von ihr abließ, sich schützend die Arme über den Kopf hielt und zurückwich.

Charlie, deren Schreck durch heiligen Zorn ersetzt worden war, verfolgte ihn, ihn dabei mit Ausdrücken bedenkend, die eine Dame von ihrem Stand und Aussehen niemals kennen sollte. Sie ließ erst von ihm ab, als er anfing, loszuschreien.

„Hör auf, Charlie! Bist du verrückt geworden?!“

Sie hielt inne. Dann senkte sie schwer atmend den Schirm und starrte den Angreifer wütend an. „Ich? Du bist verrückt geworden! Wie kannst du mich nur so erschrecken!“

„Geschieht dir ganz recht! Was machst du überhaupt hier? Du hast hier nichts verloren!“

„Was glaubst du wohl, was ich hier tue? Ich bin auf der Suche nach dir!“

Er sah sie einige Momente lang stumm an. „Aber ich wäre zu dir gekommen. Bestimmt.“

„Ach, und wann?! Du bist seit Monaten verschwunden! Keiner weiß, wohin! Kannst du dir nicht vorstellen, dass ich mir Sorgen um dich mache? Noch dazu, wo Tante Hagas Diener so komische Bemerkungen über dich gemacht hat, und sie selbst nicht mit der Sprache rausrücken wollte!“

„Charlie …“, seine Stimme klang jetzt weich und besänftigend. Und sehr jung. Jung war er tatsächlich, vier Jahre jünger als sie. Als er mit ausgestreckten Armen auf sie zutrat, warf sie den Regenschirm fort und flog ihm entgegen.

„Theo. Mein lieber Theo. Ich hatte ja solche Angst um dich. Tante Haga wollte mir einreden, du … du wärst nicht mehr ganz du selbst, und ich sollte dich deiner eigenen Wege gehen lassen. Aber wie könnte ich das denn?“ Sie löste sich von ihm, trat einen halben Schritt zurück und legte die Hände um sein Gesicht. Die Dämmerung beleuchtete es nur schwach, aber sie betrachtete prüfend jeden seiner Züge, bis sie an seinen Augen hängen blieb. Sie waren dunkler als früher, ernster. Er wirkte insgesamt erwachsener, als hätte er Dinge gesehen, die ihm vor wenigen Monaten noch völlig fremd gewesen waren. Als wäre aus dem liebenswerten Jungen ein Mann geworden.

Oder vielmehr ein Vampir.

„Ach, Theo … Wie konntest du nur einfach so verschwinden?“

„Ich wollte ja nicht verschwinden, aber es schien mir als das Beste. Das heißt, vorläufig … bis …“ Er unterbrach sich und sah aufmerksam die Straße hinab. „Hier können wir nicht bleiben. Die Gegend ist ziemlich verrufen. Es treibt sich hier mehr Gesindel herum als im restlichen England.“ Er nahm ihren Arm, hob den Regenschirm auf und zog sie fort, die enge Straße entlang, vorbei an sich nebeneinanderkauernden Bettlern und einem Betrunkenen, der halbbewusstlos vom Gin im Rinnsal lag, dann um die Ecke und schließlich einige Stufen hinab zu einem Kellereingang.

Charlie tastete nach ihm, als er im Dunkeln stehen blieb. Sie konnte kaum seine Umrisse, geschweige denn ihre Umgebung wahrnehmen. Sie hörte das Knarren einer Tür, ein kühler Luftzug drang heraus und ließ sie schaudern. Der Nebel war bis auf die Haut gedrungen, und Charlie fühlte sich durch und durch kalt und klamm.

„Warte, ich mache Licht.“ Seine Kleidung raschelte, und endlich flackerte ein Licht auf, das schnell heller wurde, als er das brennende Holzstück an einen Kerzendocht hielt.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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