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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,0, Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Filmwissenschaft / Mediendramaturgie), Veranstaltung: Hauptseminar "Alfred Hitchcock - Strategien der Suspense“, Sprache: Deutsch, Abstract: [...] Dass sich Figuren in einem begrenzten Handlungsraum, den sie nicht verlassen können und der dadurch zu einem Mikrokosmos wird, befinden, aber dennoch in Bewegung sind, ist eines der für eine solche Inszenierung bedeutsamsten Charakteristika. Oftmals entsteht hieraus auch ein Zeitdruck, da zum Beispiel etwas Bestimmtes erledigt sein muss, bevor der Zug einen Ort erreicht. Aber auch zahlreiche Filme anderer Regisseure weisen entsprechende Szenen auf; alleine Filmtitel wie THE FIRST GREAT TRAIN ROBBERY (DER GROßE EISENBAHNRAUB, Michael Crichton, UK 1979), RUNAWAY TRAIN (EXPRESS IN DIE HÖLLE, Andrei Konchalovsky, USA 1985) oder MURDER ON THE ORIENT EXPRESS (MORD IM ORIENT EXPRESS, Sidney Lumet, UK 1974) versprechen, Szenen zu beinhalten, die sich in der Eisenbahn abspielen. Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit werden entsprechende Szenen aus Hitchcocks Filmen analysiert, um herauszuarbeiten, welche Möglichkeiten sich bieten, wenn die Handlung oder ein Teil davon in einem Zug spielt, welche Standards in diesen Szenen vorkommen und anhand der Erkenntnisse definiert, was letztendlich eine „Standardsituation im Zug“ ausmacht. Dieser Abschnitt wird unterteilt in zwei Arten des Zuges als Handlungsort, indem jeweils typische Situationen zunächst im Güterzug (anhand NUMBER SEVENTEEN) und darauf folgend im Personenzug (anhand u.a. des frühen Spionagefilms THE 39 STEPS) aufgezeigt werden. Anschließend werden entsprechende Situationen verschiedener Filme verglichen, um festzustellen, ob diese dem Muster folgen und ob ein Einfluss Hitchcocks erkennbar ist. Der zweite Teil dieser Arbeit stellt über die Standardsituationen hinausgehend eine Untersuchung verschiedener Filme mit Handlung im Zug dar, in der auffällige Plotanleihen und deutliche Zitate betrachtet werden, um darzulegen, wie spätere Filmemacher sich das Werk Hitchcocks zum Vorbild genommen haben. Hierfür werden die Filme THE LADY VANISHES und FLIGHT PLAN, beziehungsweise STRANGERS ON A TRAIN und THROW MOMMA FROM THE TRAIN miteinander verglichen. Im abschließenden Fazit werden die Ergebnisse der Arbeit in ihrer Gesamtheit zusammengefasst. "Eine originelle Fragestellung, die kenntnisreich und pointiert umgesetzt wurde."
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Veröffentlichungsjahr: 2012
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„Hitchcock liebt Züge [...].“1
Diese Behauptung ist durchaus nachvollziehbar, wenn man sich das Werk Alfred Hitchcocks betrachtet, griff dieser doch immer wieder auf den Zug als Handlungsort in seinen Filmen zurück. Züge boten ihm dabei vielfältige Möglichkeiten für die Inszenierung. Der Zug kann den Rahmen um eine Geschichte bilden wie in SHADOWOF A DOUBT(IM SCHATTENDESZWEIFELS, USA 1943) - hier kommt und geht das Grauen mit dem Zug, manchmal sind es nur kurze Begegnungen im Zug, die aber das ganze Leben verändern, wie in STRANGERSON A TRAIN(DER FREMDEIMZUG, USA 1951), oder der Großteil der Handlung spielt sich im Zug ab wie in THE LADYVANISHES(EINE DAMEVERSCHWINDET,UK 1938).
Dass sich Figuren in einem begrenzten Handlungsraum, den sie nicht verlassen können und der dadurch zu einem Mikrokosmos wird, befinden, aber dennoch in Bewegung sind, ist eines der für eine solche Inszenierung bedeutsamsten Charakteristika. Oftmals entsteht hieraus auch ein Zeitdruck, da zum Beispiel etwas Bestimmtes erledigt sein muss, bevor der Zug einen Ort erreicht.
Aber auch zahlreiche Filme anderer Regisseure weisen entsprechende Szenen auf; alleine Filmtitel wie THE FIRST GREAT TRAIN ROBBERY (DERGROßEEISENBAHNRAUB, Michael Crichton, UK 1979), RUNAWAY TRAIN (EXPRESSIN DIEHÖLLE, Andrei Konchalovsky, USA 1985) oder MURDERON THEORIENT EXPRESS (MORDIMORIENT EXPRESS, Sidney Lumet, UK 1974) versprechen, Szenen zu beinhalten, die sich in der Eisenbahn abspielen.
Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit werden entsprechende Szenen aus Hitchcocks Filmen analysiert, um herauszuarbeiten, welche Möglichkeiten sich bieten, wenn die Handlung oder ein Teil davon in einem Zug spielt, welche Standards in diesen Szenen vorkommen und anhand der Erkenntnisse definiert, was letztendlich eine „Standardsituation im Zug“ ausmacht. Dieser Abschnitt wird unterteilt in zwei Arten des Zuges als Handlungsort, indem jeweils typische Situationen zunächst imGüterzug(anhand NUMBER SEVENTEEN) und darauf folgend imPersonenzug(anhand u.a. des frühen Spionagefilms THE 39 STEPS) aufgezeigt werden.
1Behrens, http://www.follow-me-now.de/html/hitchcock_v.html (eingesehen am 18.03.2009)
