Hochstaplerin des Jahrhunderts - Viktor Krebs - E-Book

Hochstaplerin des Jahrhunderts E-Book

Viktor Krebs

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Beschreibung

Teure Hotels, Opernerstaufführungen und die besten Kurorten Europas, Gesellschaft der Wiener Aristokratie und Polizeiwürden von Petersburg - das alles umgab die legendäre Hochstaplerin des Jahrhunderts. In ihrer Rüstungsschmiede war auch Verführung reichen Greise, und Diebstahl in den Gemächern, Raub in den Schmuckgeschäften mit Hilfe eines dressierten Affen. Auf ihren hypnotisierenden Scharm fielen Bankiers, und Generäle, Kerkermeister und Gouverneurs.Doch alles "Gute" geht früher oder später zu Ende. Und die "Polizeispürhunde" sind der Hochstaplerin auf den Fersen. Aber die pfeift darauf. Sie entkommt, wie es schon mehrmals geschah...

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Veröffentlichungsjahr: 2013

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Viktor Krebs

Hochstaplerin des Jahrhunderts

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Impressum neobooks

Kapitel 1

Dana – Esther! Es reicht, auf dem Klavier zu klimpern! Laufe schnell zu Lady Rosalie und Tausche die Nelken um: sie hat uns gelbe geschickt!

Das Mädchen schloss unzufrieden das Instrument, zum Abschied die dunkle Polierung streichelnd. - Und wozu so hasten? – murmelte sie zwischen die Zähne, auf den knarrenden Stufen hüpfend. – Zum dritten Mal, und immer noch hasten.

Ihre Worte wurden gehört, deshalb lohnte es sich dem nicht zu wundern, dass ihr ein Schuh aus Ochsenleder nachgeworfen wurde. - Dana! Schneller, sage ich dir!

Mit der Odessitin Klaudia war es gefährlich zu streiten, danach konnte man bis zum Tode in blauen Flecken herumgehen. Zudem war es nicht in Danas Charakter ohne Grund Streit zu suchen, desto mehr an so einem Tag. Am Zimmer des Vaters vorbeigehend, bemerkte Dana kurz, dass er Besuch hat, derselbe widerliche kleine Greis, der sie, im Treppenhaus begegnend, schmerzhaft zwickte. Die Tochter erblickt, drohte ihr Cohn mit dem Finger und stieß die Tür mit dem Fuß zu. Aus dem Zimmer hörte man gedämpfte krähende Laute.

Dana, eine komische Fratze gemacht, kopierte ziemlich zutreffend den Gast.

- Sehr geehrter Herr Cohn, ich habe Ihnen paar schlechte Pantoffeln gebracht…

Sie wollte fortsetzen, aber da erschien oben der Kopf ihrer älteren Schwester in Haarwicklern und Reißpudern, die sofort zu schreien begann:

- Dana, du Aß! Du bist immer noch hier? Ich reiße dir gleich die Zöpfe raus! Laufe schnell wohin man dich geschickt hat! Ich muss mich schon anziehen. Und es ist noch Nichts fertig.

Dana, ließ wieder ihr lockiges Köpfchen hängen, stieg hinunter. - Natürlich, selbst herumgetrödelt, Gluckhennen, und Dana ist Schuld, dass sie noch nicht fertig sind…

* * *

Nicht dass sie zu Lady Rosalie nicht gehen wollte. Eher umgekehrt, in der Vorhochzeitshast war das ihr allerheißester Wunsch. Diese Dame, deren Vergangenheit ziemlich rätselhaft war, galt für Dana als Vorbild in Allem. Unklar, warum so eine wunderbar erzogene, intelligente Lady die Hauptstadt des Russischen Imperiums verlassen und sich mit so einer alltäglichen Beschäftigung fürs Leben verdienen musste. Ihr einsames Leben rief allerhand Gerüchte hervor. Man redete insbesondere, dass sie, angeblich, eine titulierte Person war und irgendwelche Tat begangen hat, die sie in den Augen der Gesellschaft blamiert hat. Doch die Anderen sagten, dass die extravaganten Gewohnheiten der Lady Rosalie die Gesellschaft so sehr erschütterten, dass die Gesellschaft ihre Anwesenheit nicht mehr dulden konnte.

Wie es eben nicht sei, aber Lady Rosalie war jetzt die populärste Modistin in Warschau und Dank ihrem tadellosen Geschmack hatte sie zahlreiche Kundinnen unter den Damen der hohen Gesellschaft.

Aus irgendwelchen Gründen leistete Lady Rosalie für Dana allerhand Schutz und nahm in ihrem Schicksal mehr Teil, als alle Verwandten, insgesamt. Nämlich, Dank ihrer weichen, aber hartnäckigen Leitung, bekam Dana eine Ausbildung, welche ihrem Niveau aus nicht geringer war, welches die jungen Leute in Instituten und Pensionaten bekamen. Das Mädchen sprach fließend vier Sprachen, kannte sich in der Poesie aus, las Werke der klassischen Literatur. Aber ihr Steckenpferd war Musizieren, in dem sich Dana irgendwie in einer neuen Realität fühlte. Das Spielen des Mädchens war nicht nur technisch tadellos, sondern auch auffallend hinreißend für ihr Alter. Eines Tages sagte Lady Rosalie dem Herrn Cohn, dass seine Tochter eine große musikalische Zukunft erwartet. Worauf der Herr Cohn mit ihm charakteristischer Gleichgültigkeit antwortete:

- Lady, wir sind arme Leute. Das Einzige, was das Mädchen braucht, so zu heiraten, damit das Vermögen des Vaters sich vergrößert, und er ohne Sorgen sein alter erlebt.

Weiter gab es keine Gespräche über Danas große Bestimmung

* * *

Herr Cohn holte mit ihm charakteristischer Fassungsgabe klirrende Münzen aus allem, woraus man nur kann. Seine Haupteinnahmen waren verdächtige Machenschaften. Aber Cohn sorgte auch dafür, dass auch seine Töchter irgendwelchen Profit einbringen. Keine Erben seines Vermögens habend, hat sich Cohn scheint es, ein Ziel gestellt, sein Leben so zu leben, um danach die versäumten Möglichkeiten nicht zu bereuen.

- Mädchen dann Mädchen, - empfing er kaltblütig die von der Ehefrau überbrachte Nachricht über die zweite unangenehme Überraschung, - Und aus Mädchen gibt es Nutzen.

So geschah es auch, Die Älteste, Barbara, lang und etwas herzlos, wurde dreimal verheiratet. Jeder folgende Ehemann war noch reicher, älter und hässlicher als der vorige. Aber das hat entweder den Vater, noch Barbara in Verlegenheit gebracht. Nur am ersten Mal vergoss sie bittere Tränen vor der Trauung. Nach dem der erste Mann durch geschickte Manipulationen des Vaters vollständig in Ruin getrieben war und Barbara ins Elternhaus zurückkam, hat sie klar den Sinn der Existenz begriffen. Danach heiratete Barbara mit beneidender Ruhe, Verbündete und Helferin des unternehmerischen Vaters in Sache des Betrugs der Ehemänner werdend.

- Liebe, - sagte sie belehrend der jüngsten Schwester, - ist ein Ding, welches die Männer erfunden haben, um kostenlos eine Frau zu haben.

Barbara selbst suchte Trost in den Armen zahlreichen Liebhaber. Einer von ihnen hat ihr ein Handwerk beigebracht, welches dem eigenen Familiengesetz nicht widersprach, und es irgendwie logisch erweitert hat. Diese Beschäftigung wurde später Dank der Ironie des Schicksals zum Familienberuf.

* * *

Hinausgelaufen und sich bemühend den dünnen Griechen aus dem Bäckereiladen, der sie, wie immer, unverschämt anschaute, nicht zu beachten, lief Dana über die Straße. Dort wohnte die Modistin Frau Rosalie, bei der das Brautgewand für Barbara bestellt wurde.

- Lady Rosalie, Lady Rosalie! Klaudia sagt, Sie haben ihr die falschen Nelken geschickt, sind die weißen also fertig?

Lady Rosalie, das Mädchen mit müden Augen angeschaut, fragte unpassend:

- Hast die Hausaugaben gemacht?

- Was für Hausaufgaben noch? Lady, was sagen Sie da? Barbara heiratet, und Sie, Hausaufgaben…

- Na, mal angenommen, - sagte gelassen die Weißnäherin, graziös die Nadelarbeit abgelegt, - Barbara heiratet zum dritten Mal, und das sind ihre eigene Schwierigkeiten. Du musst dein eigenes Leben meistern, und nicht deine Aufmerksamkeit auf dich Umgebenden zu verschwenden, wenn es sogar auch deine Schwestern sind. Also?

Dana seufzte verstellt. Verstellt, weil der Unterricht bei Lady Rosalie viel angenehmer war, als in Gesellschaft der Stiefmutter in der Küche zu sitzen.

- Wiederhole all das, worum du mich batst in Französisch und Deutsch. Dann bekommt deine Schwester ihre weißen Nelken, - bat Lady Rosalie beharrlich, abwartend auf das Mädchen schauend.

Dana verdrehte gehörig die Augen und sprudelte schnell die Aufgabe heraus, nicht riskierend diese Sache länger hinauszuziehen. – denn man könnte was abbekommen.

- Gut, - bilanzierte die Modistin und, die seidene Nelken ins raschelnde Papier eingewickelt, schubste sie leicht das Mädchen zum Ausgang. – Geh zu deiner monströsen Schwester. Und wenn ich bis zum Abend aus dem Fenster deines Zimmers wenigstens ein paar Walzer nicht höre, nehme ich dir den Spiegel weg.

Zweimal musste man es Dana nicht sagen. Sie lief im Trab über die Straße rannte die Treppe hoch, flitzte blitzschnell ins Zimmer, wo ihrer Schwester sechshändig das Mieder zugezogen wurde.

- Hier, nehmen Sie! – warf sie der Stiefmutter die Rolle mit den Nelken hin und verschwand schnell, dass Niemand sich fassen konnte, in ihrem Zimmer. Das Instrument aufgeschlagen begann Dana mit Vergnügen zu musizieren. Dank dem Stuhlbein, das in die Tür durchgeschoben war, durfte sie Niemand stören

* * *

Nach Barbaras Wegfahrt verbreitete sich im Haus irgendwelche Leere. Sich auf den Finger eine kastanienfarbige Strähne wickelnd, beobachtete Dana von ihrem Fensterbrett mit Interesse, wie der Vater in tiefster Nachdenklichkeit von Zimmer zu Zimmer wandert und sich etwas unter die Nase murmelt. Nach solchem zweistündigen Zeitvertreib blieb Christian Cohn gegenüber seiner jüngsten Tochter stehen und sah sie aufmerksam an. Er wollte, wahrscheinlich, etwas sagen, winkte aber mit der Hand und ging zu sich.

Dana miss diesem Ereignis keine Bedeutung bei. Viel interessanter war es seine Besucher, die erst mit Beginn der Dunkelheit zu ihrem Vater kamen, zu beobachten. Das Mädchen machte sich jedes Mal lustig, beobachtend, wie sich irgendwelcher knittrige Greis mit seinem Plunderbündel schleppt, sich dabei ängstlich umschauend, als ob er in den Sträuchern Polizeimänner zu sehen versuchte.

Danach ging der Mann vorsichtig durch den hinteren Eingang ins Haus hinein und fragte im Flüsterton nach dem Herrn Cohn. Eines Tages stieß Dana mit so einem Besucher auf der Schwelle zusammen, und er sprang in das Gebüsch, wie ein erschreckter Hase.

- Hallo, Herr, - rief ihm Dana, lustig lachend, hinterher. – Sie haben einen Diamant verloren. Kommen Sie zurück!

Für solche Ausfälle wurde sie von der Stiefmutter getadelt, aber das rührte sie nicht – sie war es gewöhnt abzukriegen und ertrug die Strafen ziemlich standhaft. Der Vater dagegen hat ihr gewöhnlich sanft die Epistel gelesen, bittend in „Empfangsstunden“ das Zimmer nicht zu verlassen.

Heute war alles wie immer. Verdächtige Personen kamen, gingen fort, aus dem Zimmer des Vaters hörte man bald Stimmen, bald Lachen, bald duftete es nach Zigarren. Dana hatte vor zu gehen, als sie einen beeindruckend aussehenden Herren sich dem Haus nähern sah, der allem entsprechend, sehr aufgeregt war. Der Herr hat nicht den Hintereingang genommen – das bedeutete, dass er ein Fremder war. Er begann mit Raserei am Glöckchen zu ziehen. Dana kicherte, die Ereignisse erwartend.

Das Zimmermädchen öffnete die Tür, wurde von ihm mit so einer Wut vom Weg gedrängt, so dass es, um ihn anzuhalten oder nicht rein zu lassen, keine Rede sein konnte. Der Mann schritt direkt in Vaters Kabinett, die Teppiche mit den Schuhen beschmutzend. Aus dem Kabinett huschte Jemand von Vaters Stammbesuchern wie eine flinke Maus raus. Die Tür des Kabinetts ging mit Gepolter zu. Bald darauf erklang aus dem Kabinett so ein furchtbarer Streit, dass sich sogar die Stiefmutter Klaudia aus der Küche rausstreckte und mit Aufregung zuhörte. Eva spitzte auch die Ohren, wurde aber sofort vom Fensterbrett gezerrt und mit einem Genickstoß ins Zimmer hineingejagt. Zum Schluss gelang es ihr über Falschgeld und Polizei zu hören. Dana lag lange schlaflos, hörend, wie im Haus die Türen polterten, die Verwandten sich stritten und das Geschirr klirrte. Die Intuition verriet, dass der Besuch ernste Folgen für das Schicksal der Familie haben wird. Sie hatte Recht.

Es verging keine Woche, wie in ihrem Haus wieder Unbekannte erschienen. Diesmal waren unter ihnen zwei Polizeibeamten und ein Herr, der mit seinen Manieren einem Koker – Spaniel ähnelte. Sie haben im Haus alles umgedreht, zerbrachen die Möbel und zerschlugen alle brechbaren Gegenstände.

Das, was sie suchten, befand sich, wahrscheinlich, absolut an einem anderen Ort. Nichts Verurteilungswürdiges gefunden, ist es ihnen, jedoch nicht eingefallen sich für ihre Handlungen zu entschuldigen. Der unangenehmste Moment in dieser Geschichte war die schreckliche Szene, welche geschah, als Herr Cohn den Offizier sich zu entschuldigen bat. Der sagte, dem Vater ins Gesicht geschlagen, dass der Polizei Fakten bekannt sind, für die man leicht ins Gefängnis kommen kann.

Nachdem die Wächter der Rechtsordnung gegangen waren, wurde dem Vater schlecht, man musste den Arzt rufen. Einige Stunden im Haus verbracht, ist der Arzt, bleich, hohlwangig weggefahren. In der Nacht ist Christian Cohn verschieden.

Von diesem Moment an änderte sich alles, und zwar sofort. Kaum haben sich von den Hausangehörigen alle jüdische Verwandten und die volle Anzahl verdächtigen Personen verabschiedet, wurde alles im Haus von den Beinen auf den Kopf gestellt. Dana verlor nicht nur ihr wunderbares Zimmer mit den Fenstern in den Garten, sondern auch ihr Piano, und auch ihre Freizeit, die so angenehm für französische Romane zu verbringen war.

Die Stiefmutter, wie es ihr auch zutrifft, hat nicht berücksichtigt, dass ihre Stieftochter ein Mädchen in der Zeit der Aufblühung ist und Fürsorge für ihr weiteres Schicksal braucht. Für sie war Dana ein übriger Esser, zudem noch eine Konkurrentin auf dem Frauenschönheitsmarkt. Die Stieftochter war noch zu jung, aber ihr Äußeres versprach viel: gebräunte Haut, schwarze kluge Augen, kastanienfarbiger Zopf. All das war mehr als genügend, um allein den Fakt ihrer Existenz zu hassen. Es wiederholte sich also die alte Geschichte über die Hexe – Stiefmutter und ihre wunderschöne Stieftochter. Danas unbeschäftigtes Leben wechselte sich in beschäftigtes.

* * *

Einer der wenigen Freuden, die Dana im Leben noch blieben, war die begonnene Freundschaft mit dem Nachbarjungen, Sohn des Bäckers – Simon. Der junge Grieche sah gut aus, wie alle Griechen in der Jugendzeit. Um sich all seinen Liebreiz vorzustellen, genügt es sich die Statue, die mit dem Meißel seines Landmannes geschaffen wurde, anzusehen: die gleichen tadellosen Proportionen, das gleiche Charaktere Profil und schwere Augenlider.

Simon, soweit Dana einschätzen konnte, suchte schon lange die Gelegenheit sich mit seiner schönen hübschen Nachbarin näher bekannt zu machen. So lange rümpfte Dana die Nase von dem schönen Grieche.

Es kam die Zeit, wo sich das Mädchen am liebsten in der Welt menschliche Wärme und jemandes Anbetung ersehnte. Im Eigenen Haus war darauf nicht zu hoffen. Deshalb begann Dana den Nachbar mit mehr Wohlwollen anzusehen, was der sich auch wünschte.

Wenn der Junge im Laden des Vaters nicht beschäftigt war, und die Stiefmutter keine neue Aufgaben für die Stieftochter mehr einfielen, schafften sich die Freunde aufs Dachgeschoss des Stalles, das voll mit Heu war, und tauschte sich da mit Eindrücken des vergangenen Tages aus. Da das Tägliche Leben ziemlich eintönig war, erweiterten sich die Gesprächsthemen.

In den herzlichen Unterhaltungen erzählten sie einander über ihr Leben. Simon war so naiv und hartnäckig in seinem Wunsch mehr über seine Freundin zu erfahren, dass Dana begann sich sogar über ihn lustig zu machen. - Hör mal, - gestand der beleidigte Simon, - du sagst eben „Familie“. Aber meine Mutter, zum Beispiel, und der Vater auch, sagen, dass deine Familie eine Schande für die ganze Straße ist. Ich versuchte dich zu schützen, aber der Vater schrie sofort auf mich und hat mir verboten sich mit dir zu treffen. Warum das denn, Dana?

Das Mädchen presste die Lippen zusammen und dann lächelte sie schief.

- Ja, das stimmt, - sagte sie. – Meine Familie ist ein Gewühl von Halunken und Bastarde. In den Geschäften meines Vaters wurden Schmuggelwaren verkauft. Meine Mutter, als sie noch lebte, hat gestohlene Sachen umgenäht, und der Onkel verkaufte sie. Mein Vater, Dank seinen Verbindungen und Einfluss der zahlreichen Männern meiner Schwester vertickte den gewerblichen Genossenschaften und großen Konzernen große Summen Falschgeld, woran er, eben erwischt wurde. Meine Schwester, abgesehen davon, dass sie eine berühmte Hure ist, ist auch noch eine talentierte Diebin. Und ich – Tochter meiner Eltern und Fortfahrer der Familientraditionen. Hier, schenke ich.

In die Hand des erstarrten Griechen einen kleinen Schlüssel gesteckt, rutschte Dana auf der beigestellten Leiter hinunter. Simon sah erstaunt auf das „Geschenk“ – das war der Schlüssel von der Ladenkasse seines Vaters.

* * *

Nach diesem Vorfall tat Dana eifrig so, als ob sie Simon nicht kenne. Ungeachtet der Aufregungen, erlebten nach dem letzten Treffen mit der Freundin, machte Simon seiner Naivität entsprechend lächerliche Versöhnungsversuche. Dana blieb unbeugsam.

Ein Geschehnis half dem unglücklich Verliebten doch ins Blickfeld seiner Auserwählten zu kommen, wobei in überaus romantischer Rolle. Der Grund dafür war die angeborene Neugier des Mädchens und ihre Liebe zu lauschen. Eines Tages bemerkte Dana im Treppenhaus denselben widerlichen Greis, der ihr zum Andenken so viele blaue Flecken hinterließ. Sie versteckte sich hinter dem Vorhang, und als er zur Stiefmutter hineinging, begann sie der Tür gegenüber den Schnürsenkel des Schuhes zuzubinden. Das Gehörte zwang sie sich auf den Boden zu setzen.

- Ich glaube, Frau Klaudia, es lohnt sich nicht mehr hinauszuziehen, - hörte man die Ziegenstimme des Besuchers.

- Ja, Herr Jona, Sie haben mich nicht enttäuscht und verdienen eine Belohnung. Sie wollen also Dana? – sagte die Stiefmutter mit einer Marmeladenstimme. Überlegen Sie es sich, Herr Jona. Sie ist, natürlich, jung und hübsch, aber fünf tausend liegen nicht auf der Straße herum. Vielleicht besser Geld?

- Nein, meine liebe Witwe. Das muss ich Geld anbieten für so einen Schatz. Ich überlasse Ihnen meinen Laden, und Sie bereiten als Ersatz Dana zum Traualtar vor.

- Dann soll es so auch sein, - gab die unternehmerische Witwe nach.

Dana erstarrte vor Entsetzen sich als Frau Zewi vorgestellt. Sie hörte diesem Gespräch nicht mehr zu, sondern lief, ganz außer sich, in die Nachbarbäckerei. Hinter dem Ladentisch, stand, bleich wie Piero, ihr Anbeter, Milchbrot für die Köchin ins Papier einwickelnd. Dana erblickt schlug Simon die Augen nieder und wurde dermaßen geschäftig, dass er das Einschlagpapier zerriss und dadurch den Zorn des Vaters hervor rief. Aber Dana, langsam an die Theke getreten, legte eine Münze hin und bat leise: - Mir ein Mohnbrötchen und dich für paar Minuten.

Simon, kein Wort gesagt, legte auf den Ladentisch das Brötchen in Herzform, legte die Schürze ab, murmelte etwas und ging hinaus, mit einem missbilligenden Blick des Vaters begleitend.

Ihr Gespräch fand im Hinterhof, zwischen den Säcken und verletzenden Kisten statt. Irgendwo gackerten Hühner, das Gefühl der Unruhe noch mehr verstärkend.

- Weißt du was? – fixierte Dana den vor Liebe sterbenden Bäcker mit dem antiken Antlitz. – Laufen wir doch weg von hier?

Simon blickte langsam auf sie, zum ersten Mal nach vielen Tagen, und in diesem fieberhaften Blick konnte man die Liebe und Bereitschaft auf alles lesen. Dana wartete auf die Antwort, aber der leidenschaftliche Grieche schwieg. Das Mädchen seufzte, begriffen, dass die Initiative ganz in ihren Händen liegt.

- Weglaufen muss man, unbedingt, heute noch. Wir fahren nach Krakau. Mieten uns ein Haus. Leben werden wir für das Geld deines Vaters.

Die letzte Neuigkeit wurde mit einem schnellen verwunderten Blick empfangen.

- Ja – Ja, mein Junge, - sagte hart das Mädchen, die Hand erhoben, um dem Griechen auf die Wange zu streicheln. – Du nimmst das Geld aus der Kasse.

- Nein! – Danas Hand wurde in der Luft abgefangen. – Niemals!

Lächelnd, sah das Fräulein den vor Wut glühenden Simon an und steckte die Hand in die Tasche.

- Na dann, - sagte sie ruhig, einen Schritt zurückgetreten. – Werde ich mir einen anderen Begleiter suchen müssen. Wie meinst du, wird dein älterer Bruder auch so gewissenhaft in dieser Sache, wie du sein? Ich glaube, nicht.

Simon zuckte – Die Rivalität mit dem älteren Bruder war ein krankes Thema, und deshalb die beste Bewegungskraft um Entscheidungen zu treffen, und Dana wusste das ausgezeichnet. Der Jüngling versteckte wieder den Blick hinter den gebogenen Augenwimpern - Gut, - murmelte er dumpf. – ich bin einverstanden.

- Ausgezeichnet! – sagte Dana lebhaft. – Ich weiß, du hast den Schlüssel. Direkt um Mitternacht erwarte ich dich auf dem Bahnhof. Die Fahrscheine kaufe ich.

Sich leicht auf den Zehspitzen hoch gestreckt küsste sie den vor zerreißenden Gefühlen schwächenden Griechen auf die zarte Wange und lief nach Hause um zu packen.

Die Flucht gelang, wie auch der Diebstahl. Das Pärchen ließ sich in einem kleinen Häuschen nieder, wo es glücklich einige Zeit lebte – genau so lange, bis das gestohlene Geld reichte. Das Leben war entzückend, so kann es nur bei einem jungen Paar, von den Verwandten ohne Aufsicht gelassenen, sein.

Dann begann die Periode der Armut. Als erster hielt es Simon nicht aus. Einige Zeit nur Kartoffeln ohne etwas anderem gegessen, sagte er:

- Weißt du, Dana, ich liebe dich sehr, aber so kann ich nicht mehr.

Dana zuckte mit den Schultern, sich beide Backen mit Kartoffeln voll stopfen.                                                         - Dich zwingt auch Niemand.

Am nächsten Morgen erwachte Dana im leeren Bett. Sie schaute lange – lange in das Fenster, und dann ihr bestes Kleid angezogen. Ging sie in die Geschäfte. Gute Augen machend, mit den Verkäufern flirtend, ging sie die größten Geschäfte der Stadt durch. Unterwegs machte sie Beobachtungen, die sie zu bestimmten Schlussfolgerungen gebracht haben.

Besonders anziehend fand Dana die Schmuckgeschäfte, wo in den Schaufenstern mit schwarzem Sammet umgeben wunderbares Schmuck glänzte. In diesen Geschäften hielt sich Dana länger auf, die Ladenhelfer bittend ihr verschiedene Schmuckstücke zu zeigen, passte sie an, berührte ihre kalten, harten Facetten, erkundigte sich über den Preis, Hersteller und Karaten. Die Ladenhelfer schütteten Komplimenten aus, auf die sympathische junge Frau schauend. Gleichzeitig beobachtete Dana, wie sich die Verkäufer mit den reichen Besucherinnen benehmen: denen erlaubte man die Diamanten wie Erbsen herumzuschmeißen, man hat ihnen den Schmuck auf Kredit gegeben, und zum Schluss sich vor ihnen noch verbeugt.

Nach Hause kam Dana mit der Beute: in ihren Taschen lagen einige zerknüllte Geldscheine, zu ihr von den Gaffern übergewanderte, gebratene Pastete vom Trödelmarkt und ein Sammethandschuh, verlorenen von einer reichen Dame. Eine geräucherte Henne und eine Flasche Wein gekauft, verbrachte Dana den Abend in Einsamkeit bei Kerzenlicht, mit Genuss den herben Wein kostend und auf den Handschuh als Symbol des für sie unerreichbaren Luxus ansehend.

Das, dass sie dem Beispiel ihrer „unsauberen“ Verwandten gefolgt ist, war keine Überraschung. Das war, eigentlich, der einzige Ausgang, beim Fehlen des Geldes, Lage in der Gesellschaft, Bekannten und Unterstützung der Verwandten in dieser Stadt. Ein Mädchen ihres Alters konnte nicht mit einer gesetzlichen Einkommensquelle rechnen. Der Begriff „arbeitende Frau“ war ihrem Milieu noch fremd, und der Gedanke von Arbeit konnte ihr gar nicht in den Kopf kommen. Übrigens, er konnte so wieso nicht in Erfüllung gehen – einen Arbeitsmarkt für Frauen gab es auch nicht. Schwankend zwischen Bürgersteig und Dieberei, wählte Dana das zweite.

Übrigens, sie testete vorerst ihre Kräfte. Das Mädchen war noch keine so erfahrene Diebin, wie ihre Schwester und wusste von der Dieberei nicht viel mehr als die Dilettanten – Kleptomanen welche Äpfel auf dem Markt stahlen. Taschendiebstahl war für sie, wie es sich herausstellte, kein Problem. Danas Finger, geübte durch Klavierübungen, waren lang, stark und leicht. Zu Hause hat sie auch einige Übungen durchgeführt, zog langsam aus den Taschen der Schwester Zetteln heraus, und aus Vaters Tasche die Schlüssel vom Schrank mit Konfitüre.

Damals waren es nur freche Streiche. Aber jetzt eines der Mitteln ihrer Existenz. Und warum auch nicht? Der jungen Jüdin hat niemand erklärt, dass man dem Kodex der Moral, angenommenen von der Gesellschaft, folgen muss. Sie wusste, natürlich, dass stehlen eine Schande und schlecht ist, aber in der Gesellschaft, in der sie lebte, war das Umgehen des Gesetzes und dabei geschickt ohne Bestrafung davonzukommen sogar ehrenhaft. Am gemeinsamen Tisch machte man sich oft über die Erzählungen der Schwester von gut durchgeführten Machenschaften lustig, und das hauptsächliche Einkommen des Vaters war Schmuggelei.

Aber heute gelang es Dana, riskierend erwischt zu werden, die Taschen der Gaffer in der Menge vor der Jahrmarktsbude zu durchstöbern, und nicht ohne Erfolg. Das war „Probe der Feder“.

Am nächsten Tag gegen Nachmittag bereitete sie sich wieder zum Gewerbe vor. Kaum setzte sie den Hut auf, als ins Zimmer ein beleibter Mann mit rotem Gesicht reinplatzte. – Verwalter und Liebhaber der Witwe, Herr Chaja.

- Na was, Rumtreiberin, bereite dich vor, wir fahren nach Hause, - pustete er, sich ans Türgestell stemmend.

Dana, ihn mit einem verächtlichen Blick messend, drehte sich weiter vor dem Spiegel.

- Komm, sage ich. Mutter wartet, sagte drohend im Basston Herr Chaja.

- Sie ist mir keine Mutter. Und du bist überhaupt Niemand für mich. Verschwinde, sagte Dana kalt, die Handschuhe anziehend.

Ein betäubender Schlag ins Genick warf sie um. Dana fuchtelte hilflos mit den Händen und fiel hin die Lippe am Toilettentischchen aufgeschlagen. Zu sich kam sie erst im Zug, im wagen der dritten Klasse. Irgendwelche Alte trat ihr schmerzhaft auf den Fuß, was das Mädchen endgültig zur Besinnung gebracht hat. Der Verwalter, saß nebenan, aß mit einem stumpfen Gesichtsausdruck eine Zwiebel. Dana bewegte sich nicht, die Lage und die Fluchtmöglichkeit einschätzend. Da erschienen hinter den schmutzigen Fensterscheiben die Türmchen des Hauptstadtbahnhofes, und ihr wurde klar, dass sie von hier nirgendwohin wegläuft.

Zu Hause angekommen, wie sie es auch geahnt hatte, musste Dana furchtbare Schläge ertragen, nach denen sie etwa einen Monat sich draußen nicht zeigte. Am ersten Mal ging sie in die Bäckerei. Dort stand an dem Ladentisch, wie immer der wunderschöne, aber für sich jeglichen Wert verlorene, Simon. Dana erblickt, entflammte er, wie ein Mädchen, und erkundigte sich mit zitternder Stimme, was sie möchte.

Das Mädchen, schweigen auf das Langbrot zeigend, legte methodisch das Geld auf den Ladentisch. Der unglückliche Simon, nah das Brot vom Regal, ließ es aber sofort fallen. Der Vater, das sich ereignete bemerkt, schob den verwirrten Sohn mit dem Bauch vom Ladentisch weg:

- Geh – geh, ich bediene selbst das Fräulein.

Gelassen das Brot genommen, drehte sich Dana um und ging ruhig aus der Bäckerei. Von da an hörte der junge Mann, wie auch seine Familie, für sie auf zu existieren.

Kapitel 2

Es sind kaum zwei Monate vergangen und Dana verlor für irgend - was, außer dem Schlaf, jegliches Interesse. An einem Tag, der sich wegen Eintönigkeit durch nichts von den vorigen unterschied, kam Lady Rosalie unerwartet zu der Witwe Cohn zu Besuch. Der armen aber außerordentlich eleganten Dame, die noch vor kurzem ihr intimster Freund war, im Treppenhaus begegnet, machte Dana nur einen lächerlichen Knicks und lief in die Küche, die rau gewordene Hände unter der Schürze versteckend.

Frau Natali, sie mit einem traurigen Blick begleitet, stieg hoch ins Zimmer, dass mal das Kabinett des Hausbesitzers war. Jetzt war die Witwe Klaudia das Oberhaupt der Familie. Sie führte die Geschäfte an Stelle ihres verstorbenen Mannes, und, man muss sagen, auf Grund ihrer angeborenen Abgeschmacktheit und Frechheit, gelang es ihr ziemlich gut.

Lady Rosalie erreichte die Hauswirtin zu Hause am Tisch sitzend, in schwarzer Witwe Haube. Auf Klaudias Finger war ein Ring des wirkungsvollen Schlüsselbundes.

- Was wollen Sie? – wandte sie sich unfreundlich an die Besucherin, ohne vorzuschlagen sich zu setzen.

- Ich bin zu Ihnen mit einer Führbitte für Ihre Tochter gekommen, begann Rosalie weich lächelnd, als ob sie den feindlichen Ton der Wirtin nicht bemerkte. Ich habe schon mehrmals mit ihrem verstorbenen Mann über die Notwendigkeit ihrer Tochter eine gute Bildung zu geben gesprochen. Er verwies immer auf das Fehlen von Mitteln. Vorige Woche erhielt ich einen Brief, aus dem ich über die schwere Krankheit meiner ehemaligen Patronin erfuhr. Diese hochgestellte Dame – aus persönlichen Gründen möchte ich ihren Name nicht nennen – wünschte sich mit mir auf dem Todesbett treffen. Der Grund ist mir bekannt, aber ich will mich nicht in unnötige Kleinigkeiten eingeben. Somit werde ich in kürze Warschau verlassen müssen.

- Kann es kaum erwarten, - unterbrach sie Klaudia zänkisch. – Ihr Häuschen haben sie natürlich schon verkauft? Ansonsten finde ich Interessenten…

- Über das Häuschen machen Sie sich keine Sorgen, - sagte Rosalie ruhig, den Handschuh zupfend. – Es geht um etwas anderes. In den Jahren meines Lebens hier habe ich viel gearbeitet und bescheiden gelebt. Dadurch gelang es mir eine solide Summe zu sparen, genügend dafür, um wenigstens eine bescheidene Pension für ein junges Fräulein zu besorgen.

- Ihre Sparsamkeit in allen Ehren, aber was habe ich damit zu tun? – begann sich die Witwe zu reizen, die es eilig hatte den erlangten Profit für den geschmuggelten Brokat zusammenzurechnen.

- In diesem Zusammenhang möchte ich Sie um Erlaubnis bitten Ihrer Tochter zu erlauben, mich nach Russland zu begleiten. Ich verspreche Ihnen, dass sie unter Aufsicht sein wird und wenn wir ankommen, wird sie in ein angesehenes Pension um Erweiterung der Bildung eintreten – in Russland ist es etwas billiger als in Europa. Ich beteure Ihnen, um dem Mädchen eine glückliche Zukunft und eine ordentliche Partie zu garantieren, man keine bessere Mittel findet.

Klaudia begriffen, wohin die Gesprächspartnerin hinaus will, kniff verekelt die Augen zusammen.

- Weist du was, Schätzchen? Alle Ihre, angeblich, „edelmütige Bildungsmaßnamen“ führen die jungen Mädchen zu nichts anderem, als nur auf Unterhalt und Vergeudung zu leben. Nein, Dana – Dora – Esther bleibt in Warschau, heiratet einen ordentlichen Herr und wird sich mit dem Haushalt beschäftigen. Und wenn sie nicht heiratet, ist auch gut, zusätzliche Hände sind in der Wirtschat nicht übrig.

- Aber Sie verstehen doch, Talent wird dem Menschen nicht dafür gegeben, dass er es in alltäglicher Fadheit vergeudet. Das ist ungerecht – den Fähigkeiten sich zu entwickeln nicht geben.

- Natürlich, Liebste, - widersprach die Witwe giftig. – Sehe, wie weit du dich entwickelt hast. Ins Zuchthaus gehörst du. Junges Blut wünschst du dir! Raus hier, Aß!

Drohend und theatralisch mit den Augen blitzend, zeigte Klaudia mit dem Finger auf die Tür, hinter der man sofort ein Geräusch hörte.

Lady Rosalie, sich mit Würde erhoben, verabschiedete sich schweigend. Sie ging die Treppe hinunter, hoffend unterwegs ihren Zögling zu treffen, um sich von ihr zu verabschieden. Dana, die die Möglichkeit diese historische Unterhaltung zu lauschen nicht versäumte, saß jetzt hinter dem Ofen, die Tränen auf den Wangen verschmierend.

Lady Rosalie fuhr am nächsten tag ab. Es gelang ihnen doch noch sich zum Abschied zu sehen Dana stand mit einem Steingesicht, die Augen zur Erde niedergeschlagen, fürchtend den Mund zu öffnen und durch zittern der Stimme ihre Gefühle zu verraten. Lady Rosalie, der ohne Worte alles klar war, sagte zurückhaltend zum Abschied einige warme Worte zum Abschied:

- Dana – Esther, ich weiß nicht, wie sich dein Schicksal ergibt. Um eins bitte ich dich – verliere nie den Glauben an dich. Nur mit eigenen Händen kann man sich ein würdiges Leben erbauen. Und Hände hast du goldene.

Lady Rosalie drückte warm die dünne, lange Finger des Zögling und, fügte hinzu, sich in die Kutsche setzend; Und das Spielen auf dem Klavier vergiss nie.

Ein halbes Jahr später hat sich Danas Leben wieder grundsätzlich geändert. Das kleine Haus gegenüber, in dem die Weißnäherin Rosalie lebte, wurde von der Witwe Cohn, die mit jeder Stunde reicher wurde, gekauft. Nach der gründlichen Renovierung und Einrichtungen umwandelte es sich in ein wunderschönes Nestchen. Zuerst planierte die Witwe es für den dreifachen Preis den Emigranten, von denen es in jenen Jahren Massen gab, zu verkaufen. Nach Beratung mit der ältesten Tochter, die wieder in der Rolle einer Luxusdame war, änderte die Witwe ihre Entscheidung und gab es Barbara ab. Die hat das Häuschen für ihre habsüchtigen Ziele verwendet, sie empfing da die „auserwählte“ Gesellschaft.

Es bestand aus wohlhabenden Menschen, einigermaßen Einflussreichen in der Sphäre Unternehmung und Herstellung. In den Gesellschaftsabenden holte jeder seinen Nutzen raus. Die wollüstigen Greise schlossen hier Bekanntschaften mit jungen Damen, die Schutzpatronen brauchten. Kleine Beamten konnten irgendwelche pikante Dienste dem nötigen Mensch leisten und sich eine Dienstvorrückung besorgen. Barbara selbst veranstaltete hier Stelldicheine mit den Liebhabern und suchte sich gleichzeitig das nächste Opfer ihrer Affäre aus und fand sich Zugang in die nötigen Häuser. Ein Teil des Profits ging, selbstverständlich, in die Tasche der unternehmerischen Witwe

Ein halbes Jahr später hat sich Danas Leben wieder grundsätzlich geändert. Das kleine Haus gegenüber, in dem die Weißnäherin Natali lebte, wurde von der Witwe Cohn, die mit jeder stunde reicher wurde gekauft. Nach der gründlicher Renovierung und Einrichtungen umwandelte es sich in ein wunderschönes Nestchen. Zuerst planierte die Witwe es für den dreifachen Preis den Emigranten, von denen es in jenen Jahren Massen gab, zu verkaufen. Nach Beratung mit der ältesten Tochter, die wieder in der Rolle einer Luxusdame war, änderte die Witwe ihre Entscheidung und gab es Barbara ab. Die hat das Häuschen für ihre habsüchtigen Ziele verwendet, sie empfing da die „auserwählte“ Gesellschaft.

Es bestand aus wohlhabenden Menschen, einigermaßen Einflussreichen in der Sphäre Unternehmung und Herstellung. In den Gesellschaftsabenden holte jeder seinen Nutzen raus. Die wollüstigen Greise schlossen hier Bekanntschaften mit jungen Damen, die Schutzpatronen brauchten. Kleine Beamten konnten irgendwelche pikante Dienste dem nötigen Mensch leisten und sich eine Dienstvorrückung besorgen. Barbara selbst veranstaltete hier Stelldicheine mit den Liebhabern und suchte sich gleichzeitig das nächste Opfer ihrer Affäre aus und fand sich Zugang in die nötigen Häuser. Ein Teil des Profits ging, selbstverständlich, in die Tasche der unternehmerischen Witwe.

An einem wunderbaren Tag sagte Barbara zu Frau Klaudia, dass sie von der letzten europäischen Mode nicht zurückbleiben will und sie eine Gefährtin braucht, und zwar eine hübsche. Für diese Rolle ohne lang zu Bedenken wurde Dana ausgewählt. Sie wurde von der schwerer Hausarbeit befreit, gekleidet, geschminkt und in die „vornehme Welt“ rausgeführt.

Hier, glänzte sie, selbstverständlich. Ihre Naturschönheit regte ganz verschiedene Leute an. Die relative Freiheit, Umgebung der reichen und schönen Männer, und Luxussachen haben bald ihre Rolle gespielt. Dana verwandelte sich in eine kokette und witzige junge Dame, gekleidet, wie eine Puppe und liebende zu flirten.

Bald verdrehte sie vielen Wohlhabenden Menschen die Köpfe Man begann sie zu verwöhnen, schenkte Kostbarkeiten, führ sie zu Vergnügungsvorstellungen aus.

Hübsche, lustige, verwöhnt durch Aufmerksamkeit und Geschenken hat Dana bald selbst bemerkt, wie schnell sie eine Vorliebe für den Luxus und Faullenzen gefasst hat. Eines Tages fand aus diesem Grund ein Gespräch mit ihrer Schwester statt, dessen Anfang Dana ziemlich lustig machte.

- Na was? - Barbara setzte sich auf die Ottomane, die seidene Decke von den Füßen der Schwester heruntergezogen. – Hast dich ein wenig geaalt, jetzt ist es Zeit zu verrechnen.

Dana, verwundert die dünne Augenbraue hochgezogen, ließ einen Rauchschwaden ins Gesicht Schwester.

- Was meinst du? – fragte sie faul.

- Das, - duldete es kaltblutig Barbara. – Warum hast du dem Baron Steinmann abgesagt?

- Na und? Ein widerlicher, fetter Eber, er verdient es nicht, Mensch zu sein, geschweige noch des Titels. Die arme Ehefrau sieht nicht, was er hier macht, - zwitscherte Dana, theatralisch die Augen verdrehend.

- Nehmen wir an, geht dich das Familienleben des Barons nicht besonders was an. Es ist an der Zeit, der eigener Familie zu helfen.

- Familie? – Zuckte Dana mit den Schultern. Mir schien es immer, dass meine Familie es auch ohne mich gut schafft.

Von der Ottomane aufgestanden, begann sie im Zimmer umherzugehen, mit den Gürtelquasten spielend.

- Sei nicht so zuversichtlich, - sagte die Schwester, die Lippen eingezogen, - Solange du hier bist, bist du mir schuldig. Und wenn du irgendwelche Pflichten nicht erfüllen willst, dann geh doch zur Stiefmutter und putze weiter die Töpfe. Werden wir dann ja sehen, wie deine Verehrer dich dann mit Kleinigkeiten beschenken werden.

Dana zuckte mit den Schultern und überlegte. Schon lange musste sie nicht vor der Wahl stehen, so leicht und angenehm ist ihr Leben geworden. Aber Dana hegte nie falsche Hoffnungen, was die Realität betraf. Es kam immer die Zeit der Begleichung der Rechnungen. Zurück in Klaudias Haus zu gehen hieß sich fallen zu lassen, aber Dana strebte immer vorwärts und nach oben. Man war gezwungen sich zu gestehen, dass in der gegenwärtigen Lebensetappe sie immer noch von jemandes Willen abhängig ist und nicht stark genug, um zu leben, wie sie es sich wünschte. Es gibt nur eine Lösung: die Lage real einzuschätzen, und der Notwendigkeit nachgeben, für eine bestimmte Zeit die eigenen Interessen für die Höchsten Ziele schmälern. Und das höchste Ziel war die Freiheit und ein Leben zum eigenen Vergnügen.                                                                                                                                                          - Gut, - sagte Dana sich zu ihr nicht umdrehend. – Was willst du?

* * *

Barbara wollte nicht das Unmögliche. Dana sollte auch weiterhin freundlich und kokett zu allen, die für das Vergnügen der Unterhaltung mit den Damen der „Halbwelt“ zahlen konnten, bleiben. Im bestimmten Alter zahlen die Männer für dieses Vergnügen mit mehr Lust.

Aber, außer dem gewöhnlichen Frauenmittel sich auf Kosten der männlichen Wollust „sein Schäfchen ins trockene bringen“, gab es im Vorhaben der Schwestern noch ein Pünktchen. Ihre Gäste, getränkt mit einem Sonderwein, erwachten manchmal in einem ganz unerhofften Ort. Sie konnten sich nicht erinnern, wie sie dahin gekommen sind, und ihnen fehlten oft Uhren oder noch irgendwelche Kostbarkeit. Apropos, dieser Erwerbszweig musste man bald einstellen – zu eng war der Gästekreis.

Eines Tages drang in den friedlichen Lebensablauf zweier Gaunerinnen ihre unbändige Stiefmutter ein, gemeldet, dass sie sich damit nicht zufrieden geben kann, dass ihre jüngste Stieftochter immer noch nicht verheiratet ist. Dana, sich selbstsicher, wie nie zuvor, meldete:

- Ach was, Mutterchen! Machen Sie sich um mich keine Sorgen, ich bin jetzt im Geschäft. Und Ehemann, Was ist schon mit dem Ehemann? Mit dem Ehemann braucht man nicht so eilen, ich bin erst siebzehn. – sie lächelte spöttisch.

Das „Mutterchen“, die Ironie nicht begriffen, explodierte:

- Kindchen, du bist nicht erst siebzehn. Du bist schon siebzehn. Und es ist Zeit über deine Zukunft nachzudenken. Ich habe dir auch schon einen Mann ausgesucht. – Die Stiefmutter blinzelte Barbara zu, was Dana nicht übersehen hat.

Sie hat plötzlich begriffen, dass auf Unterstützung der Schwester sie nicht hoffen braucht. Es war schwer zu glauben, aber Barbara, wie es aussieht, hat sich mit Klaudia vereint, und der Wunsch Dana los zu werden war ihr gemeinsamer. Wahrscheinlich, war das durch die alte Fraueneifersucht und neid zu der ziemlich jüngeren und hübscher Person und wenn auch blutsverwandter Schwester zu erklären. Besser einen Komplice verlieren und sich freuen, sehend, wie die in der Ehe leidet.

Dana widersprach den Verwandten nicht, überlegt über die Möglichkeit wieder zu fliehen weiter vom unfreundlichen Zuhause. Aber sie hatte Pech. Auf die Notwendigkeit die Braut bis zur Schau zu hüten, verwiesen, sperrte man sie in der Mansarde ein und hielt da, wie ein widerspenstiges Tier.

Während der Schau führte sich Dana brav und war aristokratisch bleich. Auf den zukünftigen Ehemann erhob sie ihre Augen nicht, sprach mit niemandem. Auf die Verwandten des Bräutigams machte sie den allerbesten Eindruck.

- Was für eine bescheidene Ehefrau, Mischer, du haben wirst! – sagten sie

Es wurde beschlossen mit der Hochzeit nicht zu ziehen, weil das Mitgift war ganz zufrieden stellend, und das Vermögen des Bräutigams dermaßen beeindruckend, dass die Familie Cohn soviel sogar nicht erwartet haben. Danas Meinung zu diesem Grund war, selbstverständlich, nicht gefragt.

Am bestimmten Tag wurde auf die zu allem teilnahmslose Braut das Bereitschaftshochzeitskleid der Schwester, das schon drei Hochzeiten überlebt hat und noch lange durchzuhalten versprach angezogen, das bleiche Gesicht geschminkt… Sie sah in sich, versuchend an diesem feierlichen und geschichtlichen für jede Frau Tag die eigenen Gefühle zu verstehen.

In dem Augenblick, als alles vorbei war, sah sich Dana zum ersten Mal ihren neu gebackenen Ehemann an. Das Gesicht war gewöhnlich. Nicht der ersten Jugend, nicht erster Frische ohne Merkmahlen der äußeren Anziehung und innerer Erhabenheit. Wäre er ein vollkommener Krüppel, so wäre ein Grund zu leiden und sich zu bemitleiden. Aber dieses Muster der männlichen Mittelmäßigkeit flößte Sehnsucht und Langeweile ein, rief das Gefühl der Hoffnungslosigkeit hervor. Dana tief eingeatmet, befahl sich mutig zu bleiben. Letztendlich ist sie jetzt in Unerreichbarkeit für ihre Familie, und das ist schon der Anfang des Weges. Auf ihrem Finger prangte ein goldener Ring, der war für sie der Passierschein in die Welt, wo sie noch nicht gewesen war.

Der Ehemann, Mischer Rosenzweig, war Besitzer einer Kette von Läden und Inhaber von Aktien der Grubenkompanie. Er wurde in der Gesellschaft als fähiger Geschäftsmann geehrt. Von der materiellen Seite war Danas Zukunft gesichert. Was die andere Seiten betraf, dafür würde man sich selbständig sorgen müssen, das wusste Dana fest. Deshalb fasste sie sich zusammen und begann die sie Umgebenden anzulächeln.

Das einzige merkbare Ereignis am Hochzeitstag war das, dass Dana das Hochzeitskleid versaut hat, schüttete ein Glas Rotwein darauf.

Kapitel 3

Das Eheleben hatte Anfangs sogar seinen Reiz. Wenn man den Umstand ausschließt, dass man sich manchmal mit dem Ehemann, der, außer seiner Langweiligkeit, noch in Dana

verliebt war, unterhalten musste, sah alles ziemlich erträglich aus. Kaffee im Morgenrock auf der Mansarde, Spaziergang durch teure Läden, Möglichkeit mit einem Roman auf der Ottomane liegen. Das Fehlen der unerträglichen Verwandten war der wichtigste positive Faktor, wegen dem man alles andere ertragen konnte.

Selbstverständlich, den Glanz, den Dana sich so wünschte, bekam sie nicht. Ein hohes Einkommensniveau und Stellung hatten nur Adelige, und einen Adeligen zu heiraten war unmöglich. Für Dana blieb nur die Schaufenster der Juweliere zu bewundern und sich auf französische Kleidung die Lippen belecken, die sie sich immer noch nicht leisten konnte, nicht so wegen der Armut, als wegen der Unstimmigkeit ihrer sozialen Angehörigkeit.

Einen angeborenen Geschmack, Raffiniertheit besitzend, reifte sich Dana unveränderlich, Frauen aus den Familien, mit denen sich ihr Mann unterhielt, beobachtend. Sie wurde einfach hysterisch, ihre Geschmacklosigkeit sehend. Aber man war gezwungen sich damit zufrieden zu geben, und bei den Schneidern, wenn auch bescheidene aber elegante Kleidung, die ihr stand, ihre Überlegenheit gegenüber der umgebendem Milieu unterstrich, bestellen.

Man kann nicht sagen, dass Dana diese Überlegenheit nicht fühlte. Ihre derzeitigen Bekannten waren empörend Unwissend, womit sie ziemlich stolz waren. Sie hat sie öfters für sich mit Hennen verglichen und über sie gespottet. Apropos, ihr feiner Humor konnte nicht mit würde von den sie Umgebenden eingeschätzt werden, sie haben ihn einfach nicht verstanden. Bei all dem war Dana nicht hochmütig, sich zu allen freundlich und zurückhaltend verhaltend. Aber, oh Himmel, wie langweilig war es ihr!

Sehend, was für ein Wohlleben ihre jüngste hat, kamen Frau Klaudia und Barbara bei Gelegenheit unverzüglich zu Besuch, versuchend ihr geregeltes Familienleben unter ihre Fittiche zu nehmen. Sie begannen ihr die schon lange erprobte Methode den Ehemann Bankrott machen ins Ohr einzuflößen. Aber Dana, die das Schicksal der Schwester nicht wiederholen wollte, unterbrach schnell diese Versuche, sich über beide bei ihrem Mann beschwert.

- Mischer, die Stiefmutter will, dass du ihr eine Rente von zwei tausend zahlst und sie dann ihren Laden verkaufen kann und nicht mehr arbeiten braucht, - sagte sie ihm beim frühstücken mit einem naiven Gesichtsausdruck.

Der Ehemann, den Tee mit Milch zur Seite gestellt, sah Dana mit großen Krebsaugen an:

- Aber, Schätzchen,! Es ist unmöglich! Ich bin ein ehrlicher Geschäftsmann und kann nicht das Geld der Korporation für die Noten deiner Verwandten rausschmeißen.

- Wirklich? – Verwunderung spielend, überfragte Dana, Marmelade auf das Brötchen schmierend. – Und ich dachte, Kuschelchen, ich und du sind sehr reich…

Der gekränkte Ehemann pustete die Wangen auf und begann sich wichtig zu machen:

- Na ja, liebste, reich, natürlich doch. Aber das geht nicht, - Geld aus dem Geschäft nehmen, und noch so viel. Es arbeitet doch.

- Ja? - Dana zeigte Traurigkeit und Enttäuschung.

Diese Gefühle im Gesicht der lieben Frau waren für Mischer unerträglich. Man musste die Lage retten.

- Also, ich verstehe es so, deine geehrte Mutter braucht Geld, richtig? Ich kann ihr eine Partie Ware für einen reduzierten Einkaufspreis verschaffen, bei geschicktem Verkauf kann sie einen ordentlichen Profit machen.

Dana rümpfte die Nase, als ob sie versuche zu begreifen, worüber die Rede geht. Der Mann verstand die Kompliziertheit der Sache für die Begreifung der jungen Frau.

- Na gut. Wie meinst du, wenn ich der Mutter eine bestimmte Summe gebe, wird sie gegen mich noch was haben?

- Ich meine, nicht, - sagte Dana unsicher, etwas gezögert.

- Ausgezeichnet. – Der Mann nahm seine Brieftasche. Einige große Geldscheine abgezählt, streckte er sie der Ehefrau hin.

- Nimm, Schatz, und gebe es der Mutter. Sie soll uns besuchen.

- Oh, Mischer! Dana sprang auf, Entzückung zeigend, und küsste den Ehemann auf beide Wangen. Er, zufrieden, ging seinen Geschäften nach. Dana verschloss das Geld in ihrem Sekretär, und der Stiefmutter schrieb sie ein Zettel, in dem sie berichtete, dass der Ehemann den Verwandten inbrünstig rät sich an Ihr Haus auf einen Kanonenschuss nicht nahe zu kommen. Ansonsten verspricht er ihnen große Unannehmlichkeiten mit der Polizei. Nachdem war Dana von der Gesellschaf der Stiefmutter und Schwester für lange befreit. Der Mann war auch zufrieden.

* * *

Der Ehemann, wie auch seine aufdringliche Bitten das oder jenes nicht tun, und auch noch diese ungehobelte Verwalter und die dummen Manieren mit vollem Mund zu sprechen, haben, natürlich, das Bild ein wenig verdirbt.

Am widerlichsten war der Teil des Ehelebens, worüber man in anständigen Häusern nicht spricht, das heißt die Ehepflichten. Sie wurden in bestimmter Periodizität erfüllt, nicht seltener als einmal monatlich. Das konnte man noch ertragen. Aber das, dass dadurch unerwartete Folgen, wie Schwangerschaft, kommen, war schon überflüssig.

- Dana, Liebste, rege dich doch nicht so auf! Der verzweifelte Ehemann trampelte um die weinende Dana herum, die kurzfingrige Hände zusammenschlagend, nicht aushaltend so ein Leid anzusehen. – Habe doch keine Angst, alle machen es doch, und sind zufrieden.

Dana war untröstlich. Sie wusste, was für Schicksal sie jetzt erwartet. Sie hat schon tausende solche Geschichten gehört. Sie wird gezwungen sein in vier Wänden zu sitzen, von dem Moment an, als man ihrem Aussehen nach über ihren Zustand beurteilen wird. Und dann kommt der Moment, wo sie höllische Qualen erleiden muss, und vielleicht auch sterben. Dana konnte sich damit nicht zufrieden geben, dass ihr Leben so ruhmlos endet. Aber es war schon zu spät.

Als diese Ruhmlose Periode, die im ständigen Kampf mit ihrem schlechten Selbstbefinden verlief, vorbei war, gebar Dana ein Mädchen. Sie gab ihr den Namen Anat – Binah und bat den Ehemann eine Amme einzustellen.

Nach dem riss sich Dana wieder in die Freiheit raus und versuchte diesmal vom Leben so viel wie möglich zu nehmen.

Der Ehemann war wie immer sehr beschäftigt. Er wurde durch den Fakt, dass die Frau ihm keinen Erben schenkte, ein wenig traurig. Etwas überlegt, beschloss er, dass es nicht so schlimm sei. Es hat noch Zeit, sie ist noch jung. Ihre Familie bestand jetzt aus drei Menschen, was zwang zusätzliches Geld zu verdienen. Allein die Amme kostete schon genug! Als die Frau zum ersten Mal die Notwendigkeit eine Amme einzustellen ansprach, versuchte er zu widersprechen:

- Aber, Dana, Liebste! Kommst du denn nicht selbst zurecht? Meine Mutter hat allein vier Söhne großgezogen, und deinen Ehemann auch…

Dana, die Augen verdrehend, seufzte schwer – hat mir der Herrgott doch so einen Tölpel geschenkt.

- Mischer, ich habe nicht vor, meine Figur aus dem Grund, dass es jemandem einfiel sich auf meine Kosten zu ernähren einfiel, zu ruinieren. Was spielt es für einen Unterschied, mit wessen Milch die Kleine sich ernähren wird?

Mischer wusste nicht, was er sagen sollte. Alles, was Frauensachen betraf, machte ihn äußerst irre, der Ehefrau zu widersprechen, bei aller Empörung ihrer Worte, wagte er nicht. Einerseits, war den Leuten seines Kreises solche Frömmelei nicht eigen. Ammen wurden für Adeligen eingestellt, und sie waren einfache Leute. Andererseits, wodurch ist seine Frau schlechter, als irgendeine Baronin?

Dank dem schweigenden Einverständnis des Ehemannes erschien im Haus ein korpulentes Weib aus dem Dorf, die auch für die Tochter als zweite Mutter wurde.

* * *

Die Tochter hat Dana keinesfalls ermüdet. Im Gegenteil, ihre Erscheinung brachte ins Leben einige positiven Momenten. Mutter geworden bekam Dana dasselbe Aussehen, das ihr später den Ruhm einer zauberhaften Frau brachte. Zweitens, ging der Ehemann von früh bis spät den Geschäften nach, sich bemühend Geld für Spitzenwindeln zu verdienen. Dana konnte wieder tagelang auf dem Klavier spielen, ihre Lieblingsdichter lesen, und an den Abenden, wie die Weltlöwinnen, Salons zu veranstalten.

Apropos, die Weltlöwinnen – das war die größte Frage für Dana. Sie hat mehrmals ihre Eltern verflucht, die keine Adelige waren, für diesen Traurigen Fakt in ihrer Biographie. Wie wünschte sie sich in einer Kutsche durch die Hauptstraßen zu fahren und auf Tanzfesten zu sein!

Oh, weh, das Los der Ehefrau eines Großhändlers erlaubte Dana nicht, bei all ihrer Bildung, und zauberhaften Aussehen ihre Nische in der Gesellschaft einzunehmen.

Also, den titulierten Personen nachahmend, gründete Dana bei sich Salons. Danas Salons waren mit dem Zeitverbringen ihrer „liebster“ Schwester nicht messbar. In Barbaras Haus trug alles den Beigeschmack des abgeschmackten Luxus und minderwertigen Unzucht, aber Dana konnte dadurch angeben, dass ihr niemand Vorwürfe, am Fehlen von Geschmack und Takt machen konnte. Die sie besuchende Gesellschaft war nicht die Glänzende, aber Aufmerksamkeit würdige. Gewöhnlich waren es Studenten, Militärleute nicht so hohen Rangs, Ehefrauen der Beamten, und zwei – drei Adelfamilien, zu sehr verarmte, um in der hohen Gesellschaft aufgenommen zu werden.

Gewöhnlich beschäftigte sich die Kompanie damit, womit es sich in den Salons zu beschäftigen brauch war. Man sprach über Politik, besprach die Neuigkeiten in der Literatur oder spielte auf dem Klavier und sang. Manchmal veranstaltete man Tänze oder spielte auch Pfände, dabei weckte die zu laut gewordene Gesellschaft manchmal die kleine Anat – Binah auf, und die Amme verscheuchte alle mit Schimpfereien.

Lustig vergingen die Tage. Bald bemerkte Dana, dass es ihr nichts ausmacht den Ehemann zu betrügen. Er war so eine Seele, so taub, dass er nicht bemerkte, wie die auserwählte Gesellschaft seiner Frau sich in eine Sammlung von ihrer Umschmeichele verwandelte. Junge Leute, angezogen durch Eleganz und Schönheit der jungen Dame, begannen die Möglichkeit sie näher kennen zulernen, zu erobern – dermaßen nah, soweit es die Nachmittagstunden in ihren Boudoir erlaubten.

Aber Dana flatterte immer noch in der Höhe und erlaubte sich nur unschuldige Flirts. Man konnte sie nicht in Leichtsinnigkeit, und dummer Frömmelei beschuldigen. Den sie umgebenden Menschen war es nicht bewusst, dass die Hübsche Dame, die so süß Romanzen singt und sie mit Champagner tränkt, ihr eigene, weit nicht naive Pläne besitzt.

Dana wusste aus eigener Erfahrung: je länger man einen Mann in Ungeduld hält, desto mehr Schanzen hat man alles aus ihm auszupressen, sogar seine Wünsche zu befriedigen nicht versprechend. Sie teilte gerne Avance aus, nahm Zeichen der Aufmerksamkeit in Form der Geschenke an, aber von den Prinzipien einer vorbildlichen Ehefrau zurücktreten, eilte sie nicht.

* * *

Es war August. Diese Zeit liebte Dana von Kindheit an. Man fühlte etwas sehr warmes in dieser Nähe des Endes. Sie saß auf der Schaukel, kauerte an einem Apfel und beobachtete mit Bewunderung, wie hübsch ihre Tochter sein kann. Die Kleine krabbelte in ihrem komischen Kleidchen auf dem Teppich, ausgelegten auf dem Gras, und ließ Bläschen. Die Amme, im blauen gestärkten Rock saß nebenan.

Dieser Tag, außer seiner Herrlichkeit, hatte für Dana auch einen anderen Sinn.

Sie schaffte sich heute in die Galerie der Bibliothek, um dort ein Band von Plutarchus zu suchen, und war so in das Durchsehen der verstaubten Bücher, von deren Existieren sie bis dahin nicht ahnte, vertieft, dass sie nicht bemerkte, wie ins Zimmer ihr Mann und sein Gefährten hereinkamen. Dana verbarg sich auf der Galerie, wissend, dass der Mann unzufrieden war, wenn sie zu dieser Zeit die Bibliothek betrat, und wurde Zeugin des Geschäftsgesprächs der Männer.

- Also, so, Herren, - begann einer der Kompagnons. - Ich bin der Meinung, dass die Idee der Preiserhöhung auf Kolonialwaren ziemlich vernünftig ist. Aber man muss auch darüber nachdenken, dass die Kauffähigkeit solange fallen wird, bis die Stabilisierung der internationalen Lage nicht eintritt. Apropos, es ist gerade Zeit die Aktien zu verkaufen. Ich mache mir Sorgen um folgendes. Den Konkurrenten ist eingefallen den Ausverkauf zu veranstalten, was nur eins bedeuten kann – sie wollen den Preis herunterschlagen. Was sollen wir machen?

Es begann eine stürmische Besprechung, es wurden mehrere Vorschläge geäußert, jeder von ihnen hatte wie positives, so auch negatives.

- Und ich glaube, - hielt es Dana plötzlich auf ihrer Galerie nicht mehr aus, - dass man irgendwelche Neuigkeit einführen muss, die die Aufmerksamkeit der in Versuchung geratene Käufer anzieht. Man kann eine gute Reklame machen oder eine Schaudegustation veranstalten. Oder für eine kurze Zeit die Preise bis zur bestimmten Grenze reduzieren. Und noch besser einige Läden mit gleichen Preisen eröffnen. Stellt euch vor, im Geschäft wird alles, was man will, für einen Preis verkauft! Der Mensch kommt ins Geschäft, und da, oh Gott! Alles für fünf Groschen!

Auf die begeisterte Rede reagierte die Männerkompanie mit Grabesstille. Nachdem Dana, bereit fortzusetzen, stockte, drehten sich alle Köpfe in Richtung ihres Mannes.

Mischer errötete, stand auf, zog Dana an der Hand von der Galerie und, Entschuldigungen murmelnd, führte sie ins Boudoir. Dort setzte er sie in den Sessel, steckte die Stickerei in die Hände und, zitternd vor Zorn, zeigte mit dem Finger darauf:

- Das ist deine Beschäftigung, Frau. Und blamiere mich nicht vor den Leuten.

Als die Tür hinter dem Mann zuging, hat Dana begriffen, dass diese Spielchen ihr ziemlich überflüssig sind. Den Stickrahmen in die Ecke geworfen, ging sie in den Garten, frische Luft zu schnappen.