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Mit Hoimetaberau beginnt dr Wonderfitz seine Kolumnen im Herrenberger GÄUBOTE, in denen er mit Humor und schwäbischem Sprachwitz die Mödele seiner Zeitgenossen aufs Korn nimmt. Als Gegner des landläufigen schwäbischen Spruchs - Net bruddelt isch globt gnueg - preist er jedoch gerne auch bewundernswerte Persönlichkeiten und Taten oder bringt seine eigenen Fisematente ans Licht. Das bekräftigende Fazit - moint dr Wonderfitz - lädt zum Kopfnicken oder -schütteln, immer aber zum Nachdenken ein. Die knitzen Haafschen Cartoons eröffnen als Dipfele auf dem i unerwartete Deutungen und regen zum Schmunzeln oder gar herzlichem Lachen an.
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Seitenzahl: 50
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Die Kolumne „Hoimetaberau... moint dr Wonderfitz“ erscheint einmal im Monat in der Herrenberger Zeitung GÄUBOTE.Wir danken dem Förderverein Schwäbischer Dialekt e. V. fiir die Unterstützung.
Schwäbisch em Lokalblättle
Wölf ond Wildsäu
So a hoißer Sommer
Erschtklässler ond i-Dipfele
D Kicker vom Hoidamr FC
Vogelschoiche ond Heilige
Hond ond Laterne
Lichtmess ond Lompasäck
Schnecke ond Rennsäu
Flotter Dreier mit dr Konni
Naus en d Natur
Brezgefrühstück
Fahrrädle ond Rolltrepp
ABI 68
Urlaubssuffenier
Rupfesäck ond Afterbergle
Vrliebt, vrlobt, vrheiratet
Rentnerausflug
Sauglück
Sparsam isch et geizig!
Nachwort
Karlheinz Haaf
Wolfgang Wulz
Hoimetaberau,
ben i doch oheimlich froh, dass i als Schwätzer ond Schreiber en meiner Muttersproch Schwäbisch onderwegs sei derf ond en dr Aussproch ond Schreibong mache kann, was i will. Grad wie mr dr Schnabel gwachse isch ond mr’s aus dr Feder spritzt.
Ond wenn mr gar en oim von de letschte oabhängige Hoimetblättle, wo‘s em Ländle noh gibt, sein Senf als dr Wonderfitz drzuegebe kann, derf mr sich wirklich überglücklich schätze. Des goht freile bloß so lang weiter, wie sich gnueg Leutle fendet, wo ihr Gerschde net bloß für‘s lebensnotwendige Sach ausgebet oder für onötige Luxus ond Lompakruscht zom Fenschder nausschmeißet, sondern au für Bildong ond Kultur a weng ebbes übrig hent. Ond do ghört au a gscheide Zeidong drzue wie dr GÄUBOTE. Der liefert en seine Text, Bilder, Grafike ond Anzoige jeden Tag ozählige, guet recherchierte Informazione ond drzue strittige ond ostrittige Moinonge, älles em handliche Format, en Farb ond en Schwarz-Weiß. Ond grad mit dr Wocheendbeilag isch des doch jeden Samschdich a echte Freud, wenn mr am Frühstückstisch zom woiche Oi ond dr Butterbrezg s frisch druckte Blättle en d Hand nemmt ond sich, je nach Altersgruppe ond Spezialinteresse zerscht d Todesanzoige, d Lokalseite, de Leitartikel, d Kulturbericht oder de Sportteil vornemmt. Ond falls noh jemand mit am Tisch hockt, kann mr dem glei vrzähle, was oin beim Lese ärgert oder freut, ond em scho mol s Maul wässrig mache, drnoch älles genauer nochzlese.
Als Dipfele auf em i isch sogar a elektronische Ausgab drbei zom bequeme Lese en dr Ferne, wenn mr womöglich em auschtralische Spätsommer gmiatlich do dronte hockt ond sei schlechts Gwisse beruhige muss, weil mr drhoim doch grad am Schönbuchrand d Bäum schneide sott. Weiters kannsch sogar wichtige Artikel abspoichre ond später nomol studiere oder an deine Freund:enne vrschicke, wenn d geschtrige Zeidong scho längscht em Altpapier isch.
Aber des E-Blättle wird den Lesegenuss auf Papier nie ersetze! Wie sollsch do überhaupt des Kreuzworträtsel ond Sudoku löse, wenn des bloß auf em Bildschirm hosch? Die voll entspannte Viertelstond mit em tägliche GÄUBOTE-Rätsel - wo se Gottseidank noch dr Coronazeit net abgschafft hent - bei me doppelte Espresso mackiado ond Cantutschini oder au mit Zwetschgegsälz auf me schwäbische Hefezopf fällt do doch glatt ens Wasser. Ond die omweltschonende Verwertung vom alte Zeidongspapier als Verpackongsmaterial, Pappmaschee, Fenschterpolierlappa, Isolier- ond Verdonklongsfolie (em äußerschte Notfall au als Klopapier) fällt drzue noh weg. Was de echte, schwäbische Hausfraue ond -manne arg fehle dät, moint
dr Wonderßtz
Hoimetabera u,
des Halali noch de herbschtliche Treibjagde isch kaum vrklonge, wo d Beute trotz großräumige Stroßesperronge em Schönbuch scheint’s a weng mägerle ausgfalle isch, weil halt d Wildsäu arg schlaue Viecher send.
Do wird scho wieder kräftig ens Horn gstoße. Aber no net glei bruddle, onsere Jäger haltet scho d Schonzeit ein, aber se hent ihre Kamerade em Landtag quer durch älle Fraktione en Marsch gsetzt, weil onsere drei oizechte Schwarzwaldwölf auf Brautschau gange könnet! Isch doch glatt so a wonderfitzige (= neugierigvorwitzige) Ossi-Wölfe aus de braune Gefilde von ihrer Hoimet gflüchtet ond treibt sich liebestoll en onsere grün-schwarze Wälder rom. Ond wenn d Wölflessuche -Äpp em digitale Schwarzwälder Nirwana fonktioniere dät, häbet mr scho em Sommer mit me Wolfsrudel zom rechne, hot der Alarmruf ghoiße!
Späteschtens no dät des Märle vom „guate Wolf austräumt“ sei (dr Wonderfitz kennt freile bloß des vom böse Wolf) ond mr miaßt den blutrünschtige Kerle wie jeden drhergloffene Fuchs ond Hennaräuber wieder ens Jagdrecht überführe, hent glei welle von de gelb-blaue „Freiheitskämpfer“ gmoint. Frei noch dem altbekannte Autoraser-Slogän „Freier Schuss für freie Jäger“. Drweil stoht bereits a ganz Weile a länderübergreifendes WEK (Wolf-Einsatz-Kommando) Gwehr bei Fuaß, wo an auffällige „Problemwolf“ ohne Fisematente abschiaße dürft.
Falls a Wolf ond sei Rudel sich aber normal verhält ond zu 99 Prozent net uff dr Viehwoid wildert, sondern wie au mir Mensche Wildfloisch ond sogar Vegetarisches aus em Wald veschbert, no könnt mr se sogar en Schönbuch ond ens Obere Gäu einlade, drmit’s do weniger Wildsäu ond Wildverbiss gibt. Des könnt scho bald sei, wenn die paar kloine Wölfle, wo sich grad noh en ihrer Wurfhöhle beim Schluchsee em Schwarzwald vrstecket, größer werdet ond auf Wanderschaft ganget.
A Wolf ond a Wildsau send sich übrigens do scho früher begegnet, bei seller legendäre Treibjagd, wo a waidwond abgschossener, riesiger Keiler auf de Stiftongspfleger ond Treiber Johann Georg Wolf aus „Broadepriegele“ (Breitenholz) rabiat losgange isch ond erscht em letschte Moment vom Förschter Münst de Fangschuss verpasst kriagt hot. Ond emmer wenn dr Wolfe Schorsch ond sei Retter später gfrogt worde send, was se en derra brenzlige Lage denn so denkt hättet, hent se unisono erwidert: „S wird doch koi Sau koin Wolf et fresse!“
A sotte Gelassenheit wünscht mr sich en derra aufgregte Wolfsdebatte em Ländle. Au wenn mr scho vrstande muaß, dass d Jägerschaft halt a bsonders Völkle isch, wie mol d Gitte Müller aus Reudenge (1958-2021) en me schwäbische Liedle gsonge hot:
Mr häbet miaße, schiaße, schiaße häbet mr miaße.
Miaßa, schiaße, em Wald ond iebrall em Land ..
(www.youtube.com/watch?v=ktuMR3JGDx).
Ond wenn‘s net grad gege gschützte Arte goht, isch jo au recht, moint
dr Wondcrßtz
Hoimetaberau...
