Verlag: Mozaika Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

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E-Book-Beschreibung Hold Me – Verbunden - Anna Zaires

Entführer und Entführte. Liebhaber. Seelenverwandte. Das alles sind wir und noch mehr. Wir dachten, wir hätten das Schlimmste hinter uns gebracht. Wir dachten, endlich hätten wir eine Chance. Wir haben uns geirrt. Wir sind Nora und Julian und das ist unsere Geschichte. *** Hold Me - Verbunden ist der letzte Teil der Twist Me Trilogie, der aus Noras & Julians Perspektive erzählt wird***

Meinungen über das E-Book Hold Me – Verbunden - Anna Zaires

E-Book-Leseprobe Hold Me – Verbunden - Anna Zaires

Hold Me - Verbunden

Verschleppt 3

Anna Zaires

Aus dem Amerikanischen von Grit Schellenberg

♠ Mozaika Publications ♠

Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, Geschäftseinrichtungen, Ereignissen oder Schauplätzen wären zufällig und nicht beabsichtigt.

Copyright © 2015 Anna Zaires

www.annazaires.com/deutsch.html

Alle Rechte vorbehalten

Kein Teil dieses Buches darf reproduziert, gescannt oder in gedruckter oder elektronischer Form ohne vorherige Erlaubnis verbreitet werden. Ausnahme ist die Benutzung von Auszügen in einer Buchbesprechung.

Veröffentlicht von Mozaika Publications, einer Druckmarke von Mozaika LLC.

www.mozaikallc.com

Lektorin: Kerstin Frashier

Cover: Najla Qamber Designs

www.najlaqamberdesigns.com

e-ISBN: 978-1-63142-105-1

Print ISBN: 978-1-63142-106-8

Wir danken unseren Lesern für Ihre Treue und Unterstützung und Inna, die uns in den vergangenen Monaten unglaublich geholfen hat. Wie immer auch ein dickes Dankeschön an unsere Betaleser, an unsere Kollegin Mella und unsere Familien, die immer für uns da sind.

I

Die Rückkehr

1

Julian

Ein unterdrückter Aufschrei weckt mich auf, reißt mich aus meinem unruhigen Schlaf. Mein unverletztes Auge öffnet sich augenblicklich durch den Adrenalinrausch und ich schnelle nach oben, was meine angebrochenen Rippen zu einem lautlosen Aufschrei veranlasst. Der Gips an meinem linken Arm knallt gegen den Herzfrequenzmonitor der neben meinem Bett steht und der Schmerz, der mich durchfährt, ist so intensiv, dass sich alles um mich herum übelkeitserregend dreht. Mein Puls hämmert und ich brauche einen Moment um zu begreifen, was mich aufgeweckt hat.

Nora.

Sie scheint schon wieder einen Albtraum zu haben.

Mein auf Kampf eingestellter Körper entspannt sich etwas. Wir befinden uns nicht in Gefahr, niemand ist gerade hinter uns her. Ich liege neben Nora in meinem luxuriösen Krankenhausbett und wir befinden uns beide in Sicherheit. Dieses Schweizer Krankenhaus ist so sicher, wie Lucas es möglich machen kann.

Der Schmerz in meinen Rippen und meinem Arm hat leicht nachgelassen, ist erträglicher geworden. Ich bewege mich vorsichtiger und lege meine rechte Hand auf Noras Schulter, um sie durch sanftes Schütteln aufzuwecken. Sie hat mir den Rücken zugedreht und ihr Gesicht zeigt in die andere Richtung, weshalb ich nicht sehen kann, ob sie weint. Ihre Haut ist allerdings kalt und feucht von dem ganzen Schweiß. Sie muss schon eine ganze Weile in dem Albtraum gefangen sein. Außerdem zittert sie.

»Wach auf, Baby«, flüstere ich und streichele ihren schlanken Arm. Ich kann das Licht durch die Vorhänge hineinscheinen sehen und nehme an, dass es bereits Morgen sein muss. »Es ist nur ein Traum. Wach auf, mein Kätzchen...«

Sie versteift sich, als ich sie berühre und ich weiß, dass sie noch nicht vollkommen wach ist, sondern immer noch von ihrem Albtraum gefangen gehalten wird. Sie atmet hörbar unregelmäßig und ich spüre, dass sie zittert. Ihre Qualen zerreißen mich, verletzen mich mehr als jede Wunde es könnte und das Wissen, wieder einmal dafür verantwortlich zu sein — sie nicht in Sicherheit behalten zu haben — verbrennt mich innerlich.

Ich bin wütend auf mich selbst und auf Peter Sokolov — den Mann der es zugelassen hat, dass Nora ihr Leben riskierte, um meines zu retten.

Vor meiner verfluchten Reise nach Tadschikistan war sie gerade dabei gewesen, langsam über Beths Tod hinwegzukommen, hatte weniger Albträume. Jetzt sind die alten Träume jedoch zurück — und es geht Nora schlechter als jemals zuvor, wie die Panikattacke beweist, die sie gestern beim Sex hatte.

Ich möchte Peter dafür umbringen — und das werde ich auch, sollten sich unsere Wege erneut kreuzen. Der Russe hat mein Leben gerettet, aber dafür Noras aufs Spiel gesetzt — und das werde ich ihm niemals verzeihen können. Und seine verdammte Namensliste? Die kann er vergessen. Auf gar keinen Fall werde ich ihn dafür belohnen, mich derart hintergangen zu haben, egal was Nora ihm versprochen hat.

»Komm schon, Baby, wach auf«, versuche ich es erneut und lasse mich mit Hilfe meines rechten Armes wieder auf das Bett sinken. Meine Rippen schmerzen bei dieser Bewegung, aber nicht so schlimm wie vorher. Ich schiebe mich vorsichtig näher an Nora heran, bis mein Körper sie von hinten berührt. »Du bist in Ordnung. Es ist alles vorbei, ich verspreche es dir.«

Sie atmet ein als ob sie Schluckauf hätte und ich spüre wie ihre Spannung nachlässt, als sie begreift wo sie sich befindet. »Julian?«, flüstert sie und dreht sich herum, um mich sehen zu können. Ich sehe, dass sie geweint hat, da ihre Wangen tränenfeucht sind.

»Ja. Du bist in Sicherheit. Es ist alles in Ordnung.« Ich strecke meine rechte Hand aus, um meine Finger über ihr Kinn gleiten zu lassen, während ich die zerbrechliche Schönheit ihres Gesichts bestaune. Meine Hand sieht auf ihrem zarten Gesicht riesig und rau aus, besonders durch meine abgebrochenen Nägel und die Verletzungen, die mir Majid mit den Nadeln zugefügt hat. Der Unterschied zwischen uns ist riesig — und das, obwohl Nora auch nicht ganz unverletzt ist. Die Reinheit ihrer goldenen Haut wird durch eine Verletzung auf ihrer linken Gesichtshälfte beeinträchtigt, die ihr diese Al-Quadar Arschlöcher zugefügt haben, als sie sie bewusstlos schlugen.

Wenn sie nicht schon tot wären, würde ich sie mit meinen bloßen Händen dafür in Stücke reißen, dass sie sie verletzt haben.

»Wovon hast du geträumt?«, frage ich leise. »Von Beth?«

»Nein.« Sie schüttelt ihren Kopf und ich kann sehen, dass sich ihre Atmung langsam wieder normalisiert. Aus ihrer Stimme kann ich allerdings immer noch Entsetzen heraushören, als sie rau erwidert: »Diesmal von dir. Majid hat dir deine Augen herausgeschnitten und ich konnte ihn nicht aufhalten.«

Ich versuche mir keine Reaktion anmerken zu lassen, aber das ist unmöglich. Ihre Worte bringen mich zurück in diesen kalten, fensterlosen Raum, zurück zu diesen übelkeitserregenden Empfindungen, die ich in den letzten Tagen vergessen wollte. Mein Kopf beginnt bei der Erinnerung an diese Qualen zu dröhnen und meine halbverheilte Augenhöhle brennt wieder leer. Ich kann spüren, wie Blut und andere Flüssigkeiten mein Gesicht hinablaufen, und mein Magen krampft sich bei dieser Erinnerung zusammen. Schmerzen sind mir nicht gerade fremd, genauso wenig wie Folter — mein Vater glaubte sein Sohn sollte allem standhalten können — aber mein Auge zu verlieren, war das mit Abstand qualvollste Erlebnis meines Lebens.

Zumindest körperlich.

Emotional gesehen wird Noras Erscheinen in jenem Raum diese Ehre zuteil.

Ich muss meinen ganzen Willen aufbringen, um meine Gedanken wieder der Gegenwart zuzuwenden, sie von dem betäubenden Entsetzen abzulenken, das ich verspürte, als Majids Männer sie in diesen Raum zerrten.

»Du hast ihn gestoppt, Nora.« Es bringt mich um, dies zuzugeben, aber nur ihrem Mut habe ich es zu verdanken, jetzt nicht in einem tadschikischen Müllcontainer zu verrotten. »Du bist zu mir gekommen und hast mich gerettet.«

Ich habe immer noch Schwierigkeiten zu glauben, dass sie das getan hat — dass sie sich freiwillig in die Hände psychotischer Terroristen begeben hat, um mein Leben zu retten. Sie hat es nicht getan, weil sie der naiven Überzeugung war, dass sie ihr nichts antun würden. Nein, mein Kätzchen wusste ganz genau wozu sie fähig waren und hatte trotzdem den Mut zu handeln.

Ich habe mein Leben dem Mädchen zu verdanken, das ich entführt habe und ich weiß nicht so recht, wie ich damit umgehen soll.

»Warum hast du es getan?«, möchte ich von ihr wissen und fahre mit meinem Daumen den Rand ihrer Unterlippe entlang. Tief in mir weiß ich es, aber ich möchte hören, dass sie es zugibt.

Sie blickt mich an und in ihren Augen sehe ich immer noch die Schatten ihrer Träume. »Weil ich nicht ohne dich überleben kann«, sagt sie ruhig. »Das weißt du, Julian. Du wolltest, dass ich dich liebe, und das tue ich. Ich liebe dich so sehr, dass ich für dich durch die Hölle gehen würde.«

Ich sauge ihre Worte mit gieriger, schamloser Freude auf. Ich kann nicht genug von ihrer Liebe bekommen. Ich kann nicht genug von ihr bekommen. Anfangs wollte ich sie wegen ihrer Ähnlichkeit zu Maria, aber meine Freundin aus Kindheitstagen hatte nie derartige Gefühle in mir hervorgerufen. Meine Zuneigung zu Maria war unschuldig und rein gewesen, genauso wie Maria selbst.

Meine Besessenheit von Nora ist etwas völlig anderes.

»Hör mir mal zu, mein Kätzchen...« Ich lasse ihr Gesicht los und lege meine Hände auf ihre Schultern. »Du musst mir versprechen, dass du nie wieder so etwas tun wirst. Selbstverständlich bin ich glücklich darüber am Leben zu sein, aber ich wäre lieber gestorben als dich einer solchen Gefahr ausgesetzt zu sehen. Du wirst nie wieder dein Leben für mich riskieren. Hast du mich verstanden?«

Ihr Nicken ist nur ganz leicht, fast nicht zu sehen und sie hat ein rebellisches Funkeln in ihren Augen. Sie möchte nicht, dass ich wütend werde also widerspricht sie mir nicht. Allerdings habe ich den starken Eindruck, dass sie das tun wird was sie für richtig hält, egal was sie jetzt gerade sagt.

Das schreit eindeutig nach härteren Maßnahmen.

»Gut«, sage ich seidig. »Denn das nächste Mal — sollte es ein nächstes Mal geben — werde ich jeden umbringen, der dir entgegen meiner Anweisungen hilft, und das langsam und schmerzvoll. Verstehst du mich, Nora? Wenn jemand auch nur ein Haar deines Kopfes in Gefahr bringt, ob um mich zu retten oder aus einem anderen Grund, wird diese Person einen sehr unangenehmen Tod haben. Habe ich mich klar ausgedrückt?«

»Ja.« Jetzt sieht sie blass aus und presst ihre Lippen zusammen, als müsse sie sich einen Widerspruch verkneifen. Sie ist wütend auf mich, hat aber gleichzeitig Angst vor mir. Nicht ihretwegen — diese Angst hat sie überwunden — aber wegen der anderen. Mein Kätzchen weiß, dass ich genau das meine, was ich sage.

Sie weiß, dass ich ein gewissenloser Mörder bin der nur eine einzige Schwäche hat.

Sie.

Ich verstärke meinen Griff an ihrer Schulter und beuge mich nach vorne um sie auf ihren geschlossenen Mund zu küssen. Einen Moment lang sind ihre Lippen hart und widerstehen mir, aber sobald meine Hand unter ihren Hals gleitet und ihren Nacken umfasst atmet sie hörbar aus und ihre Lippen werden weich um mich eindringen zu lassen. Die Hitze, die in meinem Körper aufsteigt, überkommt mich stark und plötzlich, und mein Geschlecht verhärtet sich unkontrollierbar, als ich sie schmecke.

»Entschuldigen Sie bitte, Herr Esguerra...« Diese weibliche Stimme wird von einem schüchternen Klopfen an die Tür begleitet und ich bemerke, dass es die Schwestern auf ihrem morgendlichen Rundgang sind.

Scheiße. Ich bin kurz versucht sie zu ignorieren, aber ich denke dass sie nach einer Weile wiederkommen werden — wahrscheinlich genau dann wenn ich in Noras engem Gang stecke.

Ich lasse Nora widerstrebend los und rolle mich auf meinen Rücken, eine Bewegung die so stark schmerzt, dass ich nach Luft schnappen muss. Während ich darauf warte, dass der Schmerz nachlässt, sehe ich Nora dabei zu wie sie vom Bett springt und sich schnell einen Bademantel überzieht.

»Soll ich ihnen die Tür öffnen?«, fragt sie und ich nicke resigniert. Die Krankenschwestern müssen meine Bandagen wechseln und überprüfen, ob es mir gut genug geht um heute reisen zu können — ein guter Grund für mich, mit ihnen zu kooperieren.

Je schneller sie fertig sind, desto eher kann ich dieses verdammte Krankenhaus verlassen.

Sobald Nora die Tür öffnet treten zwei weibliche Schwestern ein, die von David Goldberg begleitet werden, einem kleinen, glatzköpfigen Mann der mein persönlicher Arzt auf meinem Anwesen ist. Er ist ein hervorragender Unfallchirurg, weshalb er die Reparaturarbeiten an meinem Gesicht überwacht hat, um sicherzustellen, dass der plastische Chirurg es nicht versaut.

Ich möchte Nora nicht mit meinen Narben abschrecken, wenn es sich vermeiden lässt.

»Das Flugzeug wartet schon«, sagt Goldberg als die Schwestern damit beginnen die Bandagen an meinem Kopf zu entfernen. »Wenn es keine Anzeichen für eine Infektion gibt sollten wir nach Hause fliegen können.«

»Hervorragend.« Ich liege still und ignoriere die Schmerzen der Untersuchung. Nora nimmt sich währenddessen einige Kleidungsstücke aus dem Schrank und verschwindet in das Badezimmer, welches an unseren Raum grenzt. Ich höre das Rauschen von Wasser und mir wird klar, dass sie beschlossen haben muss die Zeit für eine Dusche zu nutzen. Wahrscheinlich ist das ihre Art mir ein wenig aus dem Weg zu gehen, da sie immer noch wütend wegen meiner Drohung ist. Mein Kätzchen ist sehr empfindlich was Gewaltanwendungen bei Personen betrifft, die sie als unschuldig ansieht — wie bei diesem dummen Jungen Jake den sie in der Nacht geküsst hat, als ich sie entführte.

Ich will immer noch seine Eingeweide dafür herausreißen, dass er sie geküsst hat... und vielleicht werde ich das eines Tages auch tun.

»Keine Anzeichen einer Infektion«, teilt mir Goldberg mit als die Schwestern die Verbände abgenommen haben. »Die Wunden heilen gut.«

»Schön.« Ich atme tief ein um den Schmerz zu kontrollieren, während die zwei Schwestern die Nähte reinigen und meine Rippen wieder verbinden. Ich habe in den letzten Tagen nur die Hälfte meiner verschriebenen Dosis an Schmerzmitteln genommen, und das spüre ich auch. In einigen Tagen werde ich gar keine Medikamente mehr nehmen um zu verhindern, von ihnen abhängig zu werden.

Eine Abhängigkeit ist mehr als genug.

Als die Krankenschwestern mich gerade verbinden kommt Nora aus dem Badezimmer. Sie ist frisch geduscht und trägt Jeans und eine kurze Bluse. »Alles in Ordnung?«, fragt sie und schaut zu Goldberg.

»Es geht ihm gut genug, um zu reisen«, erwidert er und lächelt sie warm an. Ich denke er mag sie — was für mich in Ordnung ist, da er homosexuell ist. »Wie fühlen Sie sich?«

»Gut, danke.« Sie hebt ihren Arm, um ihm ein großes Wundpflaster an der Stelle zu zeigen, an der die Terroristen ihr fälschlicherweise ihr Verhütungsimplantat herausgeschnitten haben. »Ich bin froh wenn die Stiche erst einmal draußen sind, aber es tut nicht besonders weh.«

»Schön, es freut mich das zu hören.« Goldberg wendet sich wieder mir zu und fragt: »Für wann sollen wir den Abflug vorbereiten?«

»Lucas soll das Auto in zwanzig Minuten bereitstehen haben«, sage ich ihm und stelle vorsichtig meine Füße auf den Boden, als die Schwestern den Raum verlassen. »Ich werde mich anziehen und dann können wir los.«

»In Ordnung«, erwidert Goldberg und dreht sich herum um den Raum zu verlassen.

»Warten Sie, Dr. Goldberg, ich werde mit Ihnen nach draußen kommen«, sagt Nora schnell und hat dabei etwas in ihrer Stimme, das meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. »Ich brauche etwas von unten«, erklärt sie.

Goldberg sieht überrascht aus. »Natürlich.«

»Was brauchst du denn, mein Kätzchen?« Ich stehe auf obwohl ich nackt bin und Goldberg wendet freundlicherweise seinen Blick ab, als ich Noras Arm ergreife um sie davon abzuhalten hinauszugehen. »Was brauchst du denn?«

Sie sieht betreten aus und ihr Blick schweift unruhig umher.

»Was ist es, Nora?«, frage ich erneut da meine Neugier geweckt ist. Mein Griff um ihren Arm verstärkt sich, als ich sie zu mir heranziehe.

Sie schaut zu mir auf. Ihre Wangen sind gerötet und sie hat einen entschlossenen Zug um ihr Kinn. »Ich brauche die Pille danach, in Ordnung? Ich wollte sichergehen sie zu bekommen, bevor wir abreisen.«

»Oh.« Einen Moment lang setzen meine Gedanken aus. Ich hatte gar nicht daran gedacht, dass Nora ohne das Implantat schwanger werden könnte. Ich habe sie jetzt seit zwei Jahren in meinem Bett und die ganze Zeit über war sie durch das Implantat geschützt gewesen. Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, dass ich nicht einmal auf den Gedanken gekommen bin, dass wir jetzt Verhütungsmittel benutzen müssen.

Offensichtlich hat Nora jedoch daran gedacht.

»Du möchtest die Pille danach?«, wiederhole ich langsam und versuche mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass Nora — meine Nora — schwanger sein könnte.

Schwanger mit meinem Kind.

Ein Kind, das sie offensichtlich nicht möchte.

»Ja.« Ihre dunklen Augen sehen riesig aus als sie mich anschaut. »Es ist natürlich unwahrscheinlich von diesem einen Mal, aber ich möchte es nicht riskieren.«

Sie möchte es nicht riskieren, mit einem Kind von mir schwanger zu sein. Meine Brust fühlt sich eigenartig eingeschnürt an als ich die Angst erkenne, die sie unbedingt verstecken will. Sie macht sich Sorgen über meine Reaktion, hat Angst, dass ich sie davon abhalten werde diese Pille zu nehmen.

Angst davor, dass ich sie zu einem ungewollten Kind zwingen werde.

»Ich bin direkt vor der Tür«, sagt Goldberg, der die Spannung in diesem Raum offensichtlich spüren kann und verschwindet, bevor ich etwas erwidern kann.

Nora hebt ihr Kinn und schaut mir in die Augen. Ich kann die Entschlossenheit auf ihrem Gesicht sehen als sie sagt: »Julian, ich weiß wir haben niemals darüber gesprochen, aber—«

»Aber du bist nicht bereit«, unterbreche ich sie und die Enge in meiner Brust verstärkt sich. »Du möchtest zum jetzigen Zeitpunkt kein Baby.«

Sie nickt mit aufgerissenen Augen. »Genau«, erwidert sie vorsichtig. »Ich habe noch nicht einmal meine Ausbildung beendet und du bist verletzt—«

»Und du bist dir nicht sicher, dass du ein Kind mit einem Mann wie mir haben möchtest.«

Sie schluckt nervös, aber leugnet es nicht und schaut auch nicht weg. Ihr Schweigen ist eindeutiger als jede Antwort, und aus dem engen Gefühl in meiner Brust wird ein eigenartiger Schmerz.

Ich lasse ihren Arm los und trete zurück. »Du kannst Goldberg ausrichten, dass er dir die Pille und das Verhütungsmittel geben kann, das er für das Beste hält.« Meine Stimme klingt ungewöhnlich kalt und distanziert. »Ich werde mich jetzt waschen und anziehen.«

Und bevor sie die Gelegenheit hat etwas zu sagen, gehe ich ins Badezimmer und schließe die Tür hinter mir.

Ich möchte die Erleichterung auf ihrem Gesicht nicht sehen.

Ich möchte nicht darüber nachdenken, wie sich das anfühlen würde.

2

Nora

Fassungslos beobachte ich, wie Julians nackter Körper im Badezimmer verschwindet. Seine Verletzungen sind offensichtlich, denn seine Bewegungen sind weniger geschmeidig als sonst, auch wenn sie immer noch anmutig sind. Selbst nach diesen höllischen Qualen ist sein muskulöser Körper stark und athletisch und der weiße Verband um seine Rippen verstärkt die Breite seiner Schultern und den Bronzeton seiner Haut.

Er hat keine Einwände gegen die Pille danach.

Als ich diese Tatsache verdaut habe, bekomme ich vor Erleichterung weiche Knie und die Anspannung und der erhöhte Adrenalinspiegel sind plötzlich weg. Ich war mir fast sicher gewesen, er würde es nicht zulassen; sein Gesichtsausdruck während unseres Gespräches war verschlossen, unleserlich... gefährlich in seiner Unleserlichkeit. Er hatte meine fadenscheinigen Ausreden über meine Schule und seine Verletzungen durchschaut, sein unverletztes Auge funkelte mit einem kalten blauen Licht, das einen Angstknoten in meinem Magen hervorgerufen hat.

Aber er hat mir die Pille nicht verweigert. Im Gegenteil, er hat sogar vorgeschlagen, dass ich außerdem ein neues Verhütungsmittel von Dr. Goldberg bekommen sollte.

Ich bin schon fast überschwänglich vor Freude. Julian muss trotz seiner eigenartigen Reaktion mit mir auf der Keine-Kinder-Seite stehen.

Da ich mein Glück nicht überstrapazieren möchte, verlasse ich schnell das Zimmer um mir Dr. Goldberg zu schnappen. Ich möchte sicher gehen, alles was ich brauch zu bekommen, bevor wir die Klinik verlassen.

Verhütungsimplantate sind im Dschungel nicht so leicht zu erhalten.

»Ich habe die Pille genommen«, teile ich Julian mit als wir es uns in seinem Privatjet gemütlich gemacht haben — der gleichen Maschine die uns nach Julians Rückkehr im Dezember von Chicago nach Kolumbien gebracht hatte. »Und das hier habe ich außerdem bekommen.« Ich hebe meinen Arm an und zeige ihm das kleine Pflaster an der Stelle, an der mir das neue Verhütungsimplantat eingesetzt wurde. Mein Arm schmerzt stumpf, aber ich bin so glücklich über das neue Implantat, dass mich das unangenehme Gefühl nicht stört.

Julian schaut von seinem Laptop auf und hat immer noch diesen verschlossenen Gesichtsausdruck. »Gut«, antwortet er kurz angebunden bevor er sich wieder der Email an einen seiner Ingenieure zuwendet. Er beschreibt gerade die genauen Spezifikationen der neuen Drohne, die er entwickeln möchte. Ich weiß das, weil ich ihn vor ein paar Minuten gefragt habe was er macht und er es mir erklärt hat. In den letzten Monaten ist er mir gegenüber viel offener geworden — weshalb ich es eigenartig finde, dass er dem Thema Geburtenkontrolle ausweicht.

Ich frage mich, ob er es vielleicht nicht besprechen möchte, weil Dr. Goldberg anwesend ist. Der Mann sitzt im vorderen Bereich der Maschine, also fast vier Meter von uns entfernt, aber wir sind nicht völlig ungestört. Wie dem auch sei, ich beschließe, es für den Moment gut sein zu lassen und es zu einem geeigneteren Zeitpunkt erneut anzusprechen.

Während das Flugzeug aufsteigt betrachte ich die Schweizer Alpen, bis wir über den Wolken sind. Danach lehne ich mich zurück und warte auf unsere hübsche Flugbegleiterin — Isabella — die uns unser Frühstück bringen wird. Wir haben das Krankenhaus heute Morgen so schnell verlassen, dass die Zeit nur für einen Kaffee gereicht hat.

Einige Minuten später betritt Isabella in einem hautengen roten Kleid die Kabine. In ihren Händen hält sie ein Tablett mit Kaffee und einem Teller voll Gebäck. Goldberg scheint eingeschlafen zu sein, also kommt sie mit einem verführerischen Lächeln auf ihren Lippen direkt zu uns.

Als Julian im Dezember kam um mich zu holen und ich sie zum ersten Mal sah, war ich verrückt vor Eifersucht. In der Zwischenzeit habe ich erfahren, dass Isabella nie etwas mit Julian hatte und mit einem der Wächter des Anwesens verheiratet ist — zwei Tatsachen die meine Eifersucht ein wenig beruhigt haben. Ich habe diese Frau in den letzten Monaten nur ein oder zweimal gesehen; im Gegensatz zu den meisten Angestellten von Julian verbringt sie den Großteil ihrer Zeit außerhalb der Siedlung, da sie für ihn ihre Augen und Ohren bei verschiedenen luxuriösen Privatjetanbietern offenhält.

»Du wärst überrascht, wie sehr sich nach ein paar Drinks in neuntausend Metern Höhe bei den Menschen die Zungen lösen«, hat Julian mir einmal erklärt. »Geschäftsführer, Politiker Kartellbosse... Sie alle mögen es, Isabella bei sich zu haben und achten nicht immer auf das, was sie in ihrer Gegenwart sagen. Ich habe es ihr zu verdanken, alle möglichen Informationen, angefangen von internen Börsentipps bis hin zu Drogendeals in unserem Gebiet erfahren zu haben.«

Aus diesem Grund bin ich nicht länger ganz so eifersüchtig auf Isabella, finde aber immer noch, dass ihr Verhalten Julian gegenüber für eine verheiratete Frau ein wenig zu kokett ist. Andererseits bin ich wahrscheinlich nicht die geeignetste Person, um angemessenes Verhalten von verheirateten Frauen beurteilen zu können. Sollte ich einen Mann länger als eine Sekunde anschauen wäre das sein Todesurteil.

Julian hebt das Konzept des Besitzanspruchs auf ein ganz neues Niveau.

»Möchten Sie einen Kaffee?«, fragt Isabella als sie neben seinem Stuhl steht. Heute starrt sie ihn weniger an, aber trotzdem spüre ich immer noch den Drang, sie für das einladende Lächeln, das sie meinem Ehemann schenkt, in ihr hübsches Gesicht zu schlagen.

Ich muss zugeben, dass Julian wohl nicht der Einzige ist der Besitzansprüche stellt. So eigenartig das auch sein mag, dieser Mann, der mich entführt hat, gehört mir. Das ergibt keinen Sinn, aber ich habe es schon vor langer Zeit aufgegeben, einen Sinn in der verrückten Beziehung mit Julian zu suchen.

Es ist leichter, sie einfach zu akzeptieren.

Auf Isabellas Frage hin schaut Julian von seinem Laptop auf. »Gerne«, erwidert er bevor er in meine Richtung schaut. »Nora?«

»Ja, bitte«, sage ich höflich. »Und einige von diesen Croissants bitte.«

Isabella schenkt jedem von uns eine Tasse ein, stellt den Teller mit dem Gebäck auf meinen Tisch und stolziert mit einem aufreizenden Hüftschwung zurück zum vorderen Teil des Flugzeugs. Einen Moment lang bin ich wieder eifersüchtig, bis ich mich daran erinnere, dass Julian mich will.

Er will mich sogar zu sehr, aber das ist ein anderes Thema.

Die nächste halbe Stunde verbringe ich mit lesen, Croissants essen und Kaffee trinken. Julian scheint stark mit seiner Email über das neue Drohnendesign beschäftigt zu sein und ich möchte ihn nicht stören. Ich versuche mich stattdessen auf mein Buch zu konzentrieren, einen Science-Fiction-Thriller den ich im Krankenhaus gekauft habe. Meine Aufmerksamkeit lässt allerdings zu wünschen übrig und alle paar Seiten streifen meine Gedanken ab.

Es fühlt sich eigenartig an hier zu sitzen und zu lesen. Irgendwie surreal. So als sei nichts passiert. So, als hätten wir nicht gerade erst Qualen und Folter überlebt.

So, als hätte ich nicht kaltblütig einem Mann das Gehirn weggeschossen.

So, als hätte ich nicht fast schon wieder Julian verloren.

Mein Herz beginnt schneller zu schlagen und die Bilder meines Alptraums von heute Morgen steigen wieder klar und deutlich in meinem Kopf auf. Blut... Julians Körper aufgeschnitten und verstümmelt... Sein wunderschönes Gesicht mit leeren Augenhöhlen... Das Buch rutscht aus meinen zitternden Händen und fällt auf den Boden, als ich versuche durch meine plötzlich zugeschnürte Kehle Luft einzuatmen.

»Nora?« Starke warme Finger schließen sich um meine Handgelenke und durch den panischen Schleier der meinen Blick vernebelt sehe ich Julians bandagiertes Gesicht vor mir. Er hält mich in einem festen Griff, während sein Laptop vergessen auf dem Tisch neben ihm liegt. »Nora, kannst du mich hören?«

Es gelingt mir zu nicken und meine Lippen mit meiner Zunge zu befeuchten. Mein Mund ist vor Angst ganz trocken und meine Bluse klebt durch den Schweiß an meinem Rücken. Meine Hände umklammern die Kante meines Sitzes und meine Nägel graben sich in das weiche Leder. Ein Teil von mir weiß, dass mir mein Kopf einen Streich spielt — dass diese panische Angst unbegründet ist — aber mein Körper reagiert so, als sei die Bedrohung real.

So als seien wir wieder zurück auf der Baustelle in Tadschikistan und der Gnade Majids und der anderen Terroristen ausgesetzt.

»Atme, Baby.« Julians Stimme ist beruhigend, als er seine Hand hebt um mein Kinn zu liebkosen. »Atme langsam, tief... So ist es gut, braves Mädchen...«

Ich mache was er sagt und schaue ihm ins Gesicht während ich tief einatme, um meine Panik in den Griff zu bekommen. Nach einer Minute verlangsamt sich mein Herzschlag und meine Hände lösen sich vom Rand meines Sitzes. Ich bin immer noch zittrig, aber die erstickende Angst ist verschwunden.

Der Vorfall ist mir unangenehm und ich umfasse Julians Hand um sie von meinem Gesicht wegzuziehen. »Es ist alles in Ordnung«, kann ich mit einer halbwegs ruhigen Stimme sagen. »Es tut mir leid. Ich weiß nicht, was gerade mit mir los war.«

Er blickt mich mit funkelnden Augen an und ich erkenne in seinem Blick eine Mischung aus Wut und Frustration. Seine Finger halten die meinen noch immer umfasst, so als widerstrebe es ihm mich loszulassen. »Mit dir ist nicht alles in Ordnung, Nora«, sagt er harsch. »Ganz im Gegenteil.«

Er hat Recht. Ich möchte es nicht zugeben, aber er hat Recht. Seit Julian das Anwesen verlassen hat um die Terroristen zu jagen, ist mit mir nichts mehr in Ordnung. Seit seiner Abreise bin ich ein Wrack gewesen — und jetzt, da er wieder da ist, scheint es noch schlimmer zu sein.

»Mir geht es gut«, erwidere ich, damit er nicht denkt ich sei schwach. Julian wurde gefoltert und scheint damit zurechtzukommen, während ich ohne einen guten Grund zerbreche.

»Gut?« Er zieht seine Augenbrauen in die Höhe. »Du hattest innerhalb der letzten vierundzwanzig Stunden zwei Panikattacken und einen Albtraum. Das ist nicht gut, Nora.«

Ich schlucke und schaue auf meinen Schoß, auf dem er meine Hand in einem festen, besitzergreifenden Griff hält. Ich hasse die Tatsache, dass ich das ganze Zeug nicht einfach abstreifen kann, so wie das bei Julian der Fall zu sein scheint. Er hat zwar immer noch Albträume von Maria, aber das Foltern durch die Terroristen scheint ihn kaum berührt zu haben. Dabei sollte er eigentlich derjenige sein der ausrastet, nicht ich. Ich bin kaum angefasst worden, während er tagelang gequält wurde.

Ich bin schwach und ich hasse es.

»Nora, Baby, hör mir zu.«

Ich blicke auf, da mich die sanfte Note in Julians Stimme überrascht und sehe, dass er mich eindringlich anschaut.

»Das ist nicht deine Schuld«, sagt er ruhig. »Nichts davon. Du hast eine Menge durchgemacht und du bist traumatisiert. Du musst mir nichts vormachen. Wenn du anfängst eine Panikattacke zu bekommen, sag mir bitte Bescheid und ich helfe dir dabei sie zu überwinden. Hast du mich verstanden?«

»Ja«, flüstere ich und bin eigenartig erleichtert, dass er mir das gesagt hat. Ich weiß, dass es ironisch ist, dass gerade der Mann der die Dunkelheit in mein Leben gebracht hat mir dabei hilft, mit ihr zurechtzukommen, aber genau so war es von Anfang an.

Schon immer habe ich in den Armen meines Entführers Trost gefunden.

»Gut. Vergiss das nicht.« Er beugt sich zu mir um mich zu küssen und ich treffe ihn auf halbem Wege, da ich an seine verletzten Rippen denke. Seine Lippen sind ungewöhnlich weich, als sie meine berühren und ich schließe meine Augen, als auch der letzte Rest meiner Angst durch die Hitze, die mich bis ins Innerste erwärmt verfliegt. Meine Hände finden sich auf seinem Nacken zusammen und ein Stöhnen vibriert leise in meiner Kehle als seine Zunge mit ihrem vertrauten Geschmack und ihrer dunklen Sinnlichkeit in meinen Mund eindringt.

Er stöhnt auf als ich seinen Kuss erwidere und meine Zunge um seine schlinge. Sein rechter Arm schlingt sich um meinen Rücken und ich fühle die wachsende Anspannung in seinem starken Körper. Er atmet schneller, sein Kuss wird hart und verschlingend und mein Körper beginnt zu pulsieren.

»Schlafzimmer. Jetzt.« Er knurrt diese Worte fast während er seinen Mund wegreißt, sich hinstellt und mich von meinem Sitz hochzieht. Bevor ich etwas erwidern kann schlingt er seine Finger um meine Handgelenke und schiebt mich zum hinteren Teil des Flugzeugs. Ich bin dankbar dafür, dass Dr. Goldberg fest schläft und Isabella sich wieder im vorderen Teil des Flugzeugs befindet; so gibt es niemanden der sehen könnte wie Julian mich ins Bett schleift.

Als wir uns in dem kleinen Raum befinden schließt er die Tür mit einem Tritt und zieht mich zum Bett hinüber. Selbst verletzt ist er immer noch unglaublich stark. Seine Stärke erregt mich aber macht mir gleichzeitig Angst. Nicht weil ich befürchte, dass er mir wehtun wird — ich weiß, dass er es wird und ich weiß, dass ich es genießen werde — sondern weil ich gesehen habe wozu er fähig ist.

Ich habe gesehen wie er einen Mann nur mit einem Stuhlbein bewaffnet umgebracht hat.

Diese Erinnerung sollte mich abschrecken, aber irgendwie ist dieser Gedanke genauso erregend wie angsteinflößend. Und Julian ist ja schließlich nicht der Einzige der diese Woche ein Leben genommen hat.

Jetzt sind wir beide Mörder.

»Zieh dich aus«, weist er mich an, bleibt einige Zentimeter vor dem Bett stehen und lässt meine Handgelenke los. Ein Ärmel seines ist abgetrennt worden, um Platz für den Gips an seinem linken Arm zu machen und mit dem Verband um sein Gesicht sieht er gleichzeitig verwundet und gefährlich aus — wie ein moderner Pirat nach einem Raubzug. An seinem rechten Arm zeichnen sich die Muskeln ab und sein unbedecktes Auge strahlt blau in seinem gebräunten Gesicht.

Ich liebe ihn so sehr, dass es schmerzt.

Ich gehe einen Schritt zurück und beginne mich auszuziehen. Meine Bluse ist zuerst dran, danach kommt die Jeans an die Reihe. Als ich nur noch einen weißen Tanga und einen dazu passenden BH trage sagt Julian rau: »Steig auf das Bett. Ich will dich auf allen Vieren mit dem Po zu mir gedreht haben.«

Hitze bahnt sich ihren Weg meine Wirbelsäule entlang nach unten und intensiviert das wachsende Verlangen zwischen meinen Schenkeln. Ich drehe mich herum, tue was er möchte und mein Herz schlägt voller nervöser Vorfreude. Ich erinnere mich an das letzte Mal an dem wir in diesem Flugzeug Sex hatten — und an die blauen Flecken, die meine Schenkel die nächsten Tage geschmückt haben. Ich weiß, dass es Julian noch nicht wieder gut genug geht um etwas ähnlich Anstrengendes zu tun, aber dieses Wissen verringert weder meine Angst noch meinen Hunger.

Mit meinem Ehemann gehen Angst und Verlangen Hand in Hand.

Als sich mein Po auf seiner Lendenhöhe befindet ist Julian mit meiner Stellung zufrieden und tritt näher an mich heran, schiebt seine Finger unter das Bündchen meines Tangas und zieht ihn bis zu meinen Knien hinunter. Ich erschaudere bei seiner Berührung, mein Geschlecht zieht sich zusammen und er stöhnt als seine Hand meine Schenkel entlangfährt, um schließlich in meine Falten einzutauchen. »Du bist so unglaublich feucht«, flüstert er rau als er zwei große Finger in mich hineinschiebt. »So nass für mich und gleichzeitig so eng... Du willst das, oder etwa nicht, Baby? Du willst, dass ich dich nehme, dich ficke...«

Ich stöhne als er die Finger krümmt und einen Punkt berührt, der meinen ganzen Körper versteifen lässt. »Ja...« Ich kann kaum sprechen als die Hitzewellen über mich hinwegrollen und meinen Kopf vernebeln. »Ja, bitte...«

Er lacht auf, ein Laut, der leise und voller dunkler Lust ist. Er zieht seine Finger zurück und hinterlässt mich leer und pulsierend. Bevor ich protestieren kann höre ich das Geräusch eines Reißverschlusses der geöffnet wird und spüre den weichen, großen Kopf seines Geschlechts, das gegen meine Schenkel stößt.

»Das werde ich«, flüstert er mit belegter Stimme während er sich meiner Öffnung nähert. »Ich werde dir so viel Lust bereiten« — seine Spitze dringt in mich ein und mir stockt der Atem — »dass du für mich schreien wirst. Das wirst du doch, Baby?«

Und ohne meine Antwort abzuwarten ergreift er meine rechte Hüfte und dringt vollständig in mich ein. Ich schreie stöhnend auf. Wie immer ist sein Eindringen zu viel für meine Sinne, seine Größe dehnt mich so weit aus, dass es schon fast schmerzhaft ist. Wäre ich nicht so erregt, würde er mir wehtun. In diesem Fall ist seine Rauheit allerdings ein köstliches Extra, das meine Erregung steigert und mein Geschlecht noch feuchter werden lässt. Mit meinem Slip um den Knien kann ich meine Beine nicht weiter spreizen und er fühlt sich riesig in mir an, jeder Millimeter ist hart und brennend heiß.

Ich erwarte, dass er passend zu dem ersten Stoß eine brutale Geschwindigkeit vorgeben wird, aber jetzt, da er sich in mir befindet, bewegt er sich langsam. Langsam und bedächtig, jede Bewegung so kalkuliert, dass sie meine Lust maximiert. Rein und raus, rein und raus... Es fühlt sich an, als würde er mich von innen heraus streicheln, jedes Gefühl herauskitzeln, zu dem mein Körper fähig ist. Rein und raus, rein und raus... Ich bin kurz vor meinem Orgasmus aber ich kann nicht kommen, nicht solange er sich in diesem Schneckentempo bewegt. Rein und raus...

»Julian«, stöhne ich und er wird noch langsamer, so dass ich frustriert wimmere.

»Sag mir was du willst, Baby«, flüstert er und zieht sich fast vollständig aus mir zurück. »Sag mir ganz genau, was du willst.«

»Fick mich«, hauche ich und meine Hände krallen sich zu Fäusten geballt in die Laken. »Bitte, lass mich kommen.«

Er lacht erneut auf, aber diesmal hört es sich angespannt an, sein Atem wird schwer und ungleichmäßig. Ich spüre sein Geschlecht tiefer in mir und ich spanne meine inneren Muskeln um ihn, zwinge ihn, sich nur ein kleines Bisschen schneller zu bewegen, mir das kleine bisschen mehr zu geben, das ich brauche...

Und endlich gibt er nach.

Er hält meine Hüfte fest und nimmt mich härter und schneller. Seine Stöße vibrieren in mir, senden aus meinem Innersten Lustwellen aus. Meine Hände krallen sich in das Bettlaken und meine Schreie werden mit der steigenden Anspannung in mir lauter, bis das Gefühl unerträglich wird... und dann explodiere ich in eine Million Stücke während sich mein Körper hilflos um seine massives Geschlecht krampft. Er stöhnt, seine Finger graben sich in mein Fleisch, als sich sein Griff an meiner Hüfte verstärkt und ich fühle wie er sich gegen meinen Po reibt und in mir zuckt als er sich entlädt.

Als alles vorbei ist zieht er sich aus mir zurück und nimmt Abstand. Ich zittere wegen der Intensität meines Orgasmus, lasse mich auf die Seite fallen und drehe meinen Kopf um ihn anzusehen.

Er steht mit seiner geöffneten Jeans da und seine Brust hebt und senkt sich mit seinem schweren Atmen. Sein Blick ist voller unterschwelliger Lust als er mich anblickt und seine Augen sind auf meine Schenkel geheftet, wo gerade sein Samen aus meiner Öffnung rinnt.

Ich erröte und schaue mich auf der Suche nach einem Taschentuch im Raum um. Zum Glück finde ich eine Box auf einem Regal in der Nähe des Betts. Ich greife danach und wische den Beweis unserer Vereinigung weg.

Julian beobachtet meine Handlungen schweigend. Dann tritt er zurück und sein Gesichtsausdruck wird verschlossener, als er sein weiches Geschlecht zurück in seine Jeans schiebt und den Reißverschluss nach oben zieht.

Ich nehme mir die Decke und ziehe sie auf mich, um meinen nackten Körper zu bedecken. Mir ist kalt und ich fühle mich plötzlich bloßgestellt während die Hitze in mir verschwindet. Normalerweise würde Julian mich nach dem Sex in seinen Armen halten, unsere Nähe verstärken und durch Zärtlichkeiten die Rauheit ausbalancieren. Heute scheint er das allerdings nicht vorzuhaben.

»Ist alles in Ordnung?«, frage ich zögerlich. »Habe ich etwas falsch gemacht?«

Er lächelt mich kalt an und setzt sich neben mich auf das Bett. »Was hättest du denn falsch gemacht haben können, mein Kätzchen?« Er schaut mich an, nimmt eine meiner Locken in seine Hand und reibt sie zwischen seinen Fingern. Trotz dieser spielerischen Geste glänzt sein Auge hart und verstärkt meine Furcht.

Und plötzlich habe ich eine Eingebung. »Es ist die Pille danach, habe ich Recht? Du bist wütend weil ich sie genommen habe?«

»Böse? Weil du kein Kind mit mir haben möchtest?« Er lacht, aber die Kälte dieses Geräusches erzeugt einen Knoten in meinem Magen. »Nein, mein Kätzchen, ich bin nicht böse. Ich wäre ein furchtbarer Vater und das weißt du auch.«

Ich blicke ihn an und versuche zu verstehen, wieso ich mich wegen seiner Worte schuldig fühle. Er ist ein Mörder, ein Sadist, ein Mann der mich rücksichtslos entführt, mich gefangen gehalten hat und trotzdem fühle ich mich schlecht — so als hätte ich ihm ungewollt wehgetan.

So als hätte ich etwas falsch gemacht.

»Julian...« Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich kann nicht lügen und behaupten, dass er ein guter Vater sein würde. Er würde das durchschauen. Also frage ich vorsichtig: »Möchtest du Kinder haben?«

Dann halte ich die Luft an während ich auf seine Antwort warte.

Er schaut mich an und sein Gesichtsausdruck ist wieder unleserlich. »Nein, Nora«, sagt er ruhig. »Kinder sind das letzte was wir gerade gebrauchen könnten. Du kannst alle Verhütungsimplantate haben, die du möchtest. Ich werde dir keine Schwangerschaft aufzwingen.«

Ich atme hörbar erleichtert auf. »Gut. Aber warum—«

Bevor ich meine Frage zu Ende aussprechen kann steht Julian auf und beendet damit unsere Unterhaltung. »Ich bin in der Hauptkabine«, sagt er ruhig. »Ich muss arbeiten. Komm doch zu mir, wenn du angezogen bist.«

Und damit verschwindet er aus dem Zimmer und lässt mich nackt und verwirrt im Bett zurück.

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