Hope Forever Leseprobe - Colleen Hoover - kostenlos E-Book
Beschreibung

Die 17-jährige Sky ist starken Gefühlen bisher aus dem Weg gegangen. Wenn sie einem Jungen begegnet, verspürt sie normalerweise keinerlei Anziehung, kein Kribbeln im Bauch. Im Gegenteil. Sie fühlt sich taub. Bis sie auf Dean Holder trifft, der ihre Hormone tanzen lässt. Es knistert heftig zwischen den beiden und der Beginn einer großen Liebe deutet sich an. Doch dann tun sich Abgründe aus der Vergangenheit auf, die tiefer und dunkler sind, als Sky sich vorstellen kann.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl:51


XXL-Leseprobe

Colleen Hoover

Hope Forever

Roman

Aus dem amerikanischen Englischvon Katarina Ganslandt

Deutscher Taschenbuch Verlag

Von Colleen Hoover sind

bei dtv junior außerdem lieferbar:

Weil ich Layken liebe

Weil ich Will liebe

Das gesamte lieferbare Programm von dtv junior

und viele andere Informationen finden sich unter

www.dtvjunior.de

Deutsche Erstausgabe

2014 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

2014 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

© Colleen Hoover 2013

Titel der amerikanischen Originalausgabe: ›Hopeless‹,

2013 erschienen bei Simon & Schuster Inc., New York

© der deutschsprachigen Ausgabe:

2014 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

2014 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

Umschlagkonzept: Balk & Brumshagen

Umschlaggestaltung: Frauke Schneider unter Verwendung

eines Fotos von plainpicture/Millennium/Greta Tuckute

Gesetzt aus der Janson 10,5/13,5°

Gesamtherstellung: Druckerei C.H.Beck, Nördlingen

Gedruckt auf säurefreiem, chlorfrei gebleichtem Papier

Printed in Germany · ISBN 978-3-423-71606-2

Für Vance

Es gibt Väter, die einem das Leben schenken, und welche, die einen lehren, es zu leben. Danke, dass du mir beigebracht hast, meins zu leben.

SONNTAG, 28. OKTOBER19:29

Ich stehe auf, sehe auf das Bett hinunter und halte die Luft an, weil ich Angst vor den Lauten habe, die in meiner Kehle stecken und hinausdrängen.

Ich werde nicht weinen.

Ich werde nicht weinen.

Langsam sinke ich auf die Knie und streiche mit beiden Händen über die leuchtend gelben Sterne auf der dunkelblauen Bettdecke, immer und immer wieder, bis ihre Konturen hinter einem Tränenschleier verschwimmen.

Ich kneife die Augen zu, vergrabe mein Gesicht im Stoff und verkralle die Finger darin. Meine Schultern zucken, als jetzt doch ein Schluchzen mit aller Gewalt aus mir hervorbricht. Ich springe auf, stoße einen ohrenbetäubenden Schrei aus, reiße die Decke vom Bett und werfe sie auf den Boden.

Schwer atmend sehe ich mich im Zimmer um, bis mein Blick auf das Mädchen fällt, das ich nicht mehr kenne. Wutentbrannt greife ich mir ein Kissen vom Bett und schleudere es nach dem Spiegel. Sie sieht mich an und schluchzt erbärmlich. Ihre Schwäche und ihre Tränen machen mich nur noch wütender. Wir stürmen aufeinander zu und schlagen mit Fäusten aufeinander ein, bis das Glas klirrend bricht und ich zusehe, wie sie auf dem Teppich in eine Million funkelnde Scherben zersplittert.

Als ich die Wäschekommode packe und mit einem Ruck herumreiße, löst sich aus meiner Kehle ein weiterer Schrei, der sich viel zu lange darin aufgestaut hat. Ich zerre den Inhalt aus den Schubladen, wirble herum und kicke wahllos alles, was am Boden liegt, aus dem Weg. Ziehe an den dünnen blauen Vorhängen, bis das Stahlseil oben aus der Verankerung springt und der Stoff um mich herum zu Boden fällt. In der Ecke sind Kartons aufgestapelt. Ich nehme mir den obersten und schleudere ihn mit aller Kraft, die ich aufbringen kann, gegen die Wand.

»Ich hasse dich!«, brülle ich. »Ich hasse dich! Ich hasse dich! Ich hasse dich!«

Blindlings greife ich nach allem, was ich zu fassen bekomme, und werfe es durchs Zimmer. Jedes Mal, wenn ich den Mund zum Schreien öffne, schmecke ich das Salz der Tränen, die mir über die Wangen laufen.

»Hey.« Holder packt mich unversehens von hinten und hält mich so fest, dass ich mich nicht mehr rühren kann.

Mich windend versuche ich mich zu befreien und steigere mich in einen solchen Schreikrampf hinein, dass ich irgendwann nur noch besinnungslos reagiere.

»Beruhig dich«, sagt er in mein Ohr, ohne mich loszulassen. Ich höre ihn, aber es ist mir egal, was er sagt. Je mehr ich mich wehre und loszureißen versuche, desto fester packt er zu.

»Fass mich nicht an!«, brülle ich, so laut ich kann, und zerkratze ihm die Arme. Er hält mich unbeirrt fest.

Fass mich nicht an. Bitte fass mich nicht an. Bitte nicht.

Im Geist höre ich das Echo der hellen Stimme und erschlaffe mit einem Mal in seinen Armen. Mit den Tränen scheint alle Kraft aus mir herauszufließen und mich vollkommen hilflos zu machen. Ich fühle mich, als wäre ich nichts weiter als ein Behälter, randvoll mit Tränen, die unaufhörlich aus mir herausströmen.

Ich bin nicht stark genug. Ich komme nicht gegen ihn an und muss mich geschlagen geben.

Nach einer Weile lockert Holder seinen Griff, legt mir die Hände auf die Schultern und dreht mich zu sich. Ich bringe es nicht über mich, ihn anzusehen. Erschöpft sinke ich gegen seine Brust, klammere mich an seinem T-Shirt fest und lege hemmungslos schluchzend die Wange an die Stelle, wo ich sein Herz schlagen spüre. Meinen Hinterkopf umfassend, zieht er mich sanft an sich und bringt den Mund ganz nah an mein Ohr.

»Sky.« Seine Stimme klingt ganz ruhig. »Du musst jetzt hier raus. Sofort.«

ZWEI MONATE VORHER

Ich bilde mir gern ein, dass ich in meinem siebzehnjährigen Leben hauptsächlich kluge Entscheidungen getroffen habe. Zumindest haben sie hoffentlich die dummen, die im Laufe der Zeit auch dabei waren, überwogen. Damit das so bleibt, werde ich als Nächstes allerdings ziemlich viele kluge Entscheidungen treffen müssen, um wieder auszugleichen, dass ich Grayson schon zum dritten Mal in diesem Monat nachts heimlich durchs Fenster in mein Zimmer klettern lasse. Ich fürchte nämlich, dass das auf der Dummheitsskala ziemlich schwer wiegt.

Jedenfalls wenn meine Mutter es mitkriegt.

Nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich bin keine Schlampe. Es sei denn, man wäre eine Schlampe, wenn man sich gelegentlich von irgendwelchen Typen küssen lässt, ohne wirklich in sie verknallt zu sein. In dem Fall müsste man überlegen, ob es nicht vielleicht doch die passende Bezeichnung für mich wäre.

»Hey, was ist?« Grayson, der offensichtlich nicht versteht, warum ich mir so viel Zeit lasse, klopft ungeduldig an die Scheibe.

Ich lege den Riegel um und schiebe das Fenster so geräuschlos wie möglich nach oben. Karen ist zwar eine ziemlich untypische Mutter, aber wenn es um mitternächtliche Jungsbesuche geht, ist sie genauso streng wie andere Eltern auch.

»Schsch, nicht so laut«, zische ich.