Hotel Elysium - Tanya Huff - E-Book
Beschreibung

Austin ist ein schwarzweißer, alles andere als junger Kater. Aber nicht irgendeiner, sondern der einer Hüterin, ein sehr wortgewandtes Katzentier mit deutlichen Ansichten, die er stets gerne zum besten gibt. Wer wüßte schließlich besser als Austin, was das beste für Claire ist - und für den nicht ganz so wichtigen Rest des Universums? Claire Hansen ist eine Hüterin, Mitglied einer kleinen, elitären Gruppe, die das Universum zusammenhält. Aber jetzt wird sie ins Hotel Elysium gerufen, eine heruntergekommene Pension, das die "außergewöhnlichste” Klientel anzulocken scheint. Über diesen neuen Einsatz ist Claire alles andere als glücklich … Dies ist der erste Band der Chroniken der Hüter, einer neuen Reihe phantastischer Romane von Tanya Huff, die mit rasantem Tempo und augenzwinkerndem Humor Horror-Fans ebenso ansprechen dürfte wie Freunde ironischer Fantasy.

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Seitenzahl:678

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Autorin: Tanya Huff

Deutsch von: Dorothee Danzmann

Lektorat: Oliver Hoffmann

Umschlaggestaltung und Satz: Oliver Graute

© Tanya Huff 1998

© der deutschen Übersetzung Feder&Schwert 2004

E-Book-Ausgabe 2014

Originaltitel: Summon the Keeper

ISBN 978-3-86762-231-8

ISBN der gedruckten Ausgabe 978-3-935282-88-8

Hotel Elysium ist ein Produkt von Feder&Schwert unter Lizenz von Tanya Huff 2003. Alle Copyrights mit Ausnahme dessen an der deutschen Übersetzung liegen bei Tanya Huff.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck außer zu Rezensionszwecken nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Die in diesem Buch beschriebenen Charaktere und Ereignisse sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit zwischen den Charakteren und lebenden oder toten Personen ist rein zufällig. Die Erwähnung von oder Bezugnahme auf Firmen oder Produkte auf den folgenden Seiten stellt keine Verletzung des Copyrights dar.

www.feder-und-schwert.com

Für den echten Austin und für Sid und Sam und Sasha und in liebevollem Gedenken an Emily und Ulysses.

„Nur eine Katze“ – so etwas gibt es nicht!

Kapitel 1

Als der Sturm losbrach und der Regen gleich kübelweise aus einem pechschwarzen, erbarmungslosen Himmel stürzte, mußte Claire Hansen sich eingestehen, daß sie eigentlich nichts anderes erwartet hatte. Der ganze Abend war schon so gewesen. Sie hatte eine Fahrkarte nach Colburg gelöst, war aber bereits drei Stationen vorher ausgestiegen und hatte den Bahnhof von Kingston in dem sicheren Wissen betreten, die Quelle des Hilferufs nunmehr gefunden zu haben. Danach hatte der Tag ihr keine weiteren Gewißheiten mehr beschert.

Als es dann anfing zu regnen, taten Claire bereits die Füße weh, ihr Gepäck schien ihr die Schultergelenke ausrenken zu wollen, ihr Reisegefährte schmollte, und sie war nur allzu bereit, die ganze Sache erst einmal aufzustecken. Sie wollte die Suche am folgenden Morgen fortsetzen und sich zunächst gründlich ausschlafen.

Das jedoch erwies sich als gar nicht so einfach.

Zwei der Hotels im Zentrum waren belegt, weil in der Stadt gerade eine Konferenz über die Hydroökologie der Großen Seen stattfand. Im dritten duldete man keine Haustiere, und das vierte beherbergte die Vereinigten Bierdosensammler Amerikas aus Südostontario. Letzteres hatte Claire einfach nicht glauben wollen, bis ihr der Portier des Hotels auf ihre indignierte Nachfrage hin die Tafel zeigte, mit der das Hotel die Sammler in Kingston willkommen hieß.

Manche Leute haben einfach zuviel Freizeit, dachte Claire, packte den schweren Koffer zur Abwechslung mit der linken, den wesentlich leichteren Katzenkorb aus Weidengeflecht mit der rechten Hand und machte sich erneut auf den Weg. Viel zuviel Freizeit!

Claire fummelte ihren Mantelkragen unter dem schweren Rucksack hervor, zog die Schultern hoch, um wenigstens den Nacken ein wenig gegen Regen und Wind zu schützen und stapfte auf gut Glück die King Street hinunter in Richtung Universität. Sie meinte, sich vage erinnern zu können, daß man einige der riesigen alten Villen dort am See in Gasthäuser und Pensionen umgewandelt hatte. Weitaus logischer wäre es gewesen, sich von einem Taxi an den Highway 2 bringen zu lassen, den auf der Strecke zwischen Kingston und Cataraqui unzählige Hotels und billige Motels säumten, aber logische Lösungen waren in Claires Betätigungsfeld nicht gerade die Regel, weshalb sie einfach immer weitertrottete.

Donner krachte, Blitze zuckten grell über den Himmel, und nun regnete es womöglich noch heftiger. In der Mitte der Straße, wo die schützenden Zweige und Blätter der riesigen alten Bäume nicht mehr ganz hinreichten, hüpften weintraubengroße Wassertropfen über das Pflaster. Hier auf dem Bürgersteig unter den Bäumen war es ...

Ein Windstoß packte das Blätterdach und kippte einen eisigen Wasserschwall direkt in Claires Nacken.

... auch nicht merklich trockener.

Es gibt Zeiten, da hilft nichts anderes, als herzhaft und unflätig zu fluchen. Diese Art der Erleichterung war Claire verwehrt, und so biß sie die Zähne zusammen und stapfte unverdrossen durch immer größer werdende Pfützen auf den Stadtpark zu. Der Park war ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen; hier würde sich gewiß eine Unterkunft finden lassen, auch wenn jetzt im September im Park keine Ausstellungen und Konzerte mehr stattfanden. Claire war hundemüde, pitschnaß und ganz allgemein schlecht gelaunt. Sie war bereit, sich mit allem zufriedenzugeben, vorausgesetzt, es konnte Dach und Bett vorweisen.

Als sie an der Kreuzung Lower Union Street und King Street stand, zuckte erneut ein greller Blitz auf, so daß die Häuser und Bäume der beiden Straßen vor Claire als scharfgezeichnete Schattenrisse erschienen. Am dritten Haus nach der Ecke warf ein Schild an einem schmiedeeisernen Zaun den Lichtschein des Blitzes derart heftig zurück, daß Claire noch lange ein Nachbild auf der Netzhaut hatte.

„Sehen wir uns das mal an?“ Claire sah sich gezwungen, gegen den Sturm anzuschreien, um sich Gehör zu verschaffen.

Aus dem Katzenkorb kam keine Antwort. Aber Claire hatte auch nicht wirklich eine erwartet.

Sie befand sich in einem der ältesten Teile der Stadt, und die Häuser hier waren alle zwei- und dreistöckige rote viktorianische Ziegelbauten. Sie waren viel zu groß, um in Zeiten stetig steigender Energiepreise noch jeweils nur eine Familie zu beherbergen, weswegen man die meisten von ihnen in Wohnungen unterteilt hatte. Die ersten beiden Häuser hinter der Kreuzung waren so. Das dritte, zu dem man gelangte, nachdem man eine kleine Auffahrt überquert hatte, war noch größer.

Claire kniff die Augen zusammen. Es war dunkel, Wasser troff ihr aus dem Haar in die Augen, und sie hatte Mühe, die Schrift auf dem Schild am Zaun zu entziffern. Sie ging davon aus, daß es beschriftet war. Welchen Sinn hätte es auch sonst gehabt, ein Schild aufzuhängen?

„Wo bleibt der Blitz, wenn man ihn braucht?“

Wie auf ein Stichwort zuckte es am Himmel blendend hell auf, woraufhin jedes noch so kleine Fleckchen abgeblätterter Farbe auf dem Schild seinen eigenen Schatten erhielt. Es folgte ein zweifacher Donner. Claire ließ den Koffer fallen und klammerte sich am Zaun fest. Das ließ sie allerdings umgehend wieder sein: Mochte sie auch noch so verrostet sein, eine Eisenstange blieb eine Eisenstange und war bei Gewitter nicht unbedingt das, was man anfassen sollte.

Vor Claires Augen tanzten gelbe und weiße Flecken. In ihren Ohren summte der Nachhall der elektrischen Entladung. Unbeholfen stolperte sie auf den Eingang des Hauses zu. Auch wenn sie nur einen ganz kurzen Blick auf das Schild am Zaun hatte werfen können – das Wort ‚otel’ hatte sie deutlich erkannt, und das reichte ihr als Information im Moment voll und ganz.

Die neun Stufen waren glatt, uneben und so abgetreten, daß sie ständig drohten, Claire samt Koffer, Katzenkorb, Rucksack und allem Drum und Dran in die Tiefen vor dem Hauseingang zurückzubefördern. Claire stolperte und kippte gegen das Geländer, das sich daraufhin gefährlich bog. Sie lehnte es ab, darin ein Omen zu sehen. Endlich stand sie auf der nicht überdachten Veranda, konnte am Haus aber weder Klingel noch Klopfer entdecken. Das besagte wenig, denn die Nacht war so düster, das Wetter so stürmisch, daß selbst eine Plakette am Haus mit der Warnung, jeder, der hier eintrat, möge alle Hoffnung fahren lassen, unentdeckt geblieben wäre. Claire jedenfalls hätte ein solches Warnschild nicht gesehen – oder es ignoriert. Sie wollte jetzt nur noch eins: aus dem Gewitter heraus und ins Trockene. Durch das Milchglasfenster der Tür schimmerte ein trübes Licht. Claire lehnte ihren Koffer gegen die Backsteinwand des Hauses, hinderte ihn mit dem Knie am Umstürzen und drückte vorsichtig die Türklinke herunter.

Die Tür war unverschlossen.

Claire hätte das unter anderen Umständen sehr zu schätzen gewußt. Welch dramatischer Augenblick: eine schwere Tür, die sich langsam und knarrend öffnet, unheimliche Begleitmusik durch quietschende Türangeln. Wie die Dinge lagen, versetzte sie der Tür einen raschen Stoß, schob sich und ihr Gepäck ins Hausinnere und sorgte mit einem Fußtritt dafür, daß ihr das schlechte Wetter nicht folgen konnte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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