Ich bin verrückt, aber keine Verrückte - Elisabeth Gurcke - E-Book
Beschreibung

Von einer inneren, nicht zu bändigenden Kraft geleitet, lebt die Ich-Erzählerin Extreme aus, die in ihrem Umfeld nur Kopfschütteln auslösen: In einem Moment fühlte sie sich als Millionärin, in einem anderen als Filmstar eines Softpornos, dann riss sie sich im Krankenwagen die Kleider vom Leib und legte schließlich ihr Neugeborenes nackt auf den Balkon, weil sie glaubte, nicht seine Mutter zu sein … Mit schonungsloser Offenheit erzählt Elisabeth G. ihre Lebensgeschichte, die von der Autorin und Ghostwriterin Annette Piechutta niedergeschrieben wurde. So entstand ein ergreifendes Buch, das humorvoll und selbstironisch Einblick in eine „andere Wahrnehmungswelt“ gibt. Rezensionszitat „Liest sich wirklich spannend – und berührt.“ Swantje Steinbrink, M. A., Literaturagentin „Eine bewegende Geschichte, die, wie ich finde, sehr gut dem Leser näher gebracht wird.“ Katja Back, Diplom-Germanistin, freie Journalistin und Lektorin Biografische Anmerkung Elisabeth G., 1946 geboren, ist eher manisch als depressiv und war acht Mal in der „Klapse“. Nach der Handelsschule begann sie auf Druck ihres Vaters eine kaufmännische Ausbildung, die sie abbrach, um als Serviererin zu arbeiten. Sie ist in erster Ehe geschieden und in zweiter verwitwet, hat zwei erwachsene Kinder und betreibt als selbstständige Unternehmerin einen Textilhandel. Sie lebt in einer Kleinstadt in Hessen.

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Seitenzahl:280

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Elisabeth Gurcke

Ich bin verrückt, aber keine Verrückte

Die Geschichte einer Manisch-Depressiven

edition lithaus

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

Schwankungen

Vorwort

ErstesKapitel- Säu-Liz...Drecks-Liz

ZweitesKapitel- Verliebt, verlobt, verheiratet

DrittesKapitel- Klapse

ViertesKapitel- Die kenn ich nicht

FünftesKapitel- Millionärin

SechstesKapitel- Immer wenn es mir zu viel wird

SiebtesKapitel- Völlig andere Probleme

AchtesKapitel- Das Wunder

NeuntesKapitel- Verleumdungen

ZehntesKapitel- Die Bombe

ElftesKapitel- Der Lebensretter

ZwölftesKapitel- Olaf in Jungformat

DreizehntesKapitel- Veränderungen

VierzehntesKapitel- Verfolgungswahn

FünfzehntesKapitel- Eingeliefert, ausgeliefert

SechzehntesKapitel- Wer jemand heiratet wie dich

SiebzehntesKapitel- Kinder, Kinder

AchtzehntesKapitel- Abgehaun

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Impressum

Entstanden mit Unterstützung von Annette Piechutta, Autorin und Ghostwriterin, www.ghostwriterin.com

ISBN: 9783955961107

1. digitale Auflage 2014: Zeilenwert GmbH

© edition lithaus, September 2011

Zehrensdorfer Str. 11

12277 Berlin

Internet: http://www.lithaus.de

e-Mail: verlag@lithaus.de

Satz: Ralf Burzlaff

Umschlag: Chinbat Oyunaa

Unter Verwendung eines Gemäldes von Rainer Magold,

www.rainer-magold.de

Alle Rechte vorbehalten.

Alle Nachdrucke sowie Verwertung in Film, Funk und Fernsehen und auf jeder Art von Bild-, Wort- und Tonträgern sind honorar- und genehmigungspflichtig.

Schwankungen

eben noch gut, jetzt wieder schlecht,

was ich so fühl? weiß nicht so recht.

fühl mich heut einfach nicht gut,

hab kein vertrau‘n, mir fehlt der mut.

gute gefühle, sie kommen und geh‘n,

kann meine gefühle oft nicht versteh’n.

hoffe der weg, den ich beschreite, ist richtig

und meine probleme werden kleiner und nichtig.

ich versuch die schwankungen als fortschritt zu seh’n

hoffe, dass die sorgen und nöte vergeh’n.

ich will mich verstehen und meines lebens sinn,

damit ich endlich befreit leben kann– und weiß, wer ich bin.

S. P.

Im Gedenken an meine Mutter, die eine „Gute“ war. Dieses Buch widme ich ihr und meinen Kindern.

Vorwort

Diese Geschichte beruht auf tatsächlichen Ereignissen, soweit zumindest, wie ich mich erinnern kann, denn mein Gedächtnis war zeitweilig gestört. Zusätzlich wurden Szenen und Dialoge aus dramaturgischen Gründen rekonstruiert. Die krankhaftbedingten Ereignisse sind durch Recherchen untermauert (siehe Quellenverzeichnis im Anhang), ersetzen jedoch kein Fachbuch. Auch hier wurde frei interpretiert. Alle Personen sind durch Namen, Berufe und andere Merkmale verfremdet, um sie zu schützen. Meine Geschwister und meine Familie werden so manche Szene anders erlebt haben. Dieses Risiko muss ich eingehen, wenn ich mein Leben schriftlich festhalten will. Insbesondere meinem geschiedenen Ehemann, der mittlerweile verstorben ist, mache ich keine Vorwürfe. Er wusste „gewisse Dinge“ nicht anders, hatte sein eigenes Trauma, war so unerfahren wie ich, und dachte, er würde das Richtige tun. Und dass es schwer ist, mit einer Frau zu leben, deren Seelenleben zeitweilig verrückt ist, kann ich aus heutiger Sicht verstehen. Ich möchte nicht anklagen, nur aufzeigen und meine Lebensgeschichte und die meiner Krankheit aus meiner ganz persönlichen Sicht erzählen.

„Ich bin verrückt, aber keine Verrückte“ soll darüber hinaus Verständnis für die rund vier Millionen Menschen in Deutschland wecken, die manisch-depressiv sind.

Elisabeth Gurcke

ErstesKapitel Säu-Liz...Drecks-Liz

Das Leben schreibt die besten Geschichten, so sagt man, aber die Wirklichkeit kann so schrecklich sein. Wie um alles in der Welt soll ich meine Kindheit beschreiben? Meine älteste Schwester Karin würde die Schultern zucken. Es sei damals halt eine schwere Zeit gewesen, mit sieben Kindern und kurz nach dem Krieg, außerdem sei ich ein eigenwilliges Kind gewesen, da würde einem Vater schon mal die Hand ausrutschen, zumal das früher eine übliche Erziehungsmethode gewesen sei. Meine jüngere Schwester Marie würde mir ihr sanftes Lächeln schenken und bedauern, dass sie Vaters Liebling gewesen war. Und meine Mutter, wäre sie noch am Leben, würde ergeben die Augen zum Himmel richten und mir versichern, sie habe so manches Mal beim lieben Gott ein gutes Wort für mich eingelegt, was geholfen habe, schließlich habe mein Vater mich nicht totgeschlagen.

„Wie kommt das Mädchen hierher?“, fragte sich mein Vater wohl, als er nach Krieg, Gefangenschaft und Lazarett endlich nach Hause kam, desillusioniert und schwer verwundet. Ich war im Januar 1946 zur Welt gekommen und konnte ihm noch nicht sagen, WIE. Dabei hätte er es wissen müssen. Ich war nicht das erste Kind, das er gemacht hatte, und seinen Fronturlaub hatte er wohl vergessen.

Er nahm mich mit einem ärgerlichen Seufzer zur Kenntnis. Sein ablehnendes Verhalten wurde mir erst viel später bewusst, als sich weitere Geschwister im Haus tummelten und meine jüngere Schwester Marie, von ihrer Art her eher sanft, mit meinem Vater schmuste und ihn zärtlich neckte. Da war er ein anderer und mir vollkommen fremder Mann.

Auch wenn wir Besuch hatten, war er anders. Die Leute amüsierten sich über seinen trockenen Witz, lobten seinen Humor und meinten, er sei ein raffinierter Kerl, einer, der sich nichts vormachen ließe, der den Durchblick habe und wisse, wo es langgehe. Er konnte gut erzählen, war amüsant und in der Nachbarschaft galt er als hilfsbereit. Morgens trug er bei der Post Briefe und Päckchen aus und am späten Nachmittag baute er bei uns im Garten an einem Holzschuppen, verlegte Rohre und flickte Fahrräder, obwohl er einen Finger im Krieg verloren hatte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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