Ich war einmal - null Fanny - E-Book

Ich war einmal E-Book

null Fanny

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Beschreibung

Jessy und Amy werden von Amys Freund, aus Rache an allen Beliebten Kids der Schule entführt. Sie werden gequält und gezwungen weiterzuleben, obwohl der Tod ihnen näher scheint. als jede Form von Leben. Sie verzweifeln und schmieden Pläne Ihrer Flucht. Doch am Ende kommt alles anders.

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Seitenzahl: 158

Veröffentlichungsjahr: 2012

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Fanny

Ich war einmal

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Ich war einmal

Impressum neobooks

Ich war einmal

Nichts! Das was du weißt wenn du aufwachst. Nichts! Das was du fühlen willst, wenn du wieder alles weißt! Nichts! Das was du sein willst wenn sie dich wieder schlagen!

Ich wurde geschlagen, getreten und mit allen Mitteln gequält, nur um so zu sein wie sie.

Ich hatte oft genug gehört, dass alles wieder gut werden würde. Ich hatte es mir oft genug selbst eingeredet, aber langsam sah ich kein Licht am Ende des Tunnels mehr. Es wurde immer schwächer und irgendwann würde es erlöschen und dann hätte er mich gebrochen. Diesen Triumph konnte ich ihm nicht gönnen.

Ich weiß wie lächerlich das klingt, zu sagen, man gönnt ihm nicht zu gewinnen, wenn man in meiner Situation ist, aber es war das einzige woran ich denken wollte. An diesen verdammten Machtkampf, der mir das Leben kosten und aber auch retten konnte. Es war der Vorhof, vor der großen Angst die in mir schlummerte, die Angst, dass sie mich töten würden und dass ich nie wieder nach Hause kam.

All das war die Angst hinter der Fassade. Ich blieb lieber auf dem Vorhof und scherte mich um Machtkämpfe.

Ich wollte aufstehen und wurde wieder zu Boden gedrückt. Ich wollte leben. Aber sie nahmen mir die Kraft dazu. Nichts! Das woran du dich erinnern willst, wenn du endlich wieder frei bist.

Ich war einmal!

Meine Geschichte

Ich ging in die Stammkneipe von Amy und mir. Na ja, dort gingen wir schon immer hin, aber in den letzten Tagen und Wochen hatte sich etwas geändert! Amy, war nicht mehr so ganz im Leben wie eine 17-jährige es sein sollte. Sie hatte einen neuen Freund. Oder wie auch immer man das nennen mochte. Sein Name war Kai. Er war eine seltsame Gestalt. Immer schwarz gekleidet und immer düster gelaunt. Was meine süße, liebe, lebenslustige, bunte Amy mit ihm wollte war mir nunmehr ein Rätsel. Er mochte mich nicht. So hatte ich zumindest den Eindruck. Er musterte mich immer mit einem sehr verächtlichen Blick und sprach die ganze Zeit nur von Dingen wie Tod und Teufel und abergläubischem Humbug. Er war so das genaue Gegenteil zu Amy und mir. Ich mochte ihn aber auch nicht und somit versuchte Amy es zu vermeiden, uns beide am selben Tag zu treffen.

Amy war meine beste Freundin und immer für einen Ausflug zu haben. In letzter Zeit jedoch, verkroch sie sich immer mehr bei Kai und seinen komischen Freunden. Die ganz nebenbei bemerkt genauso schräg drauf waren, wie er selbst. Heute allerdings, war einmal wieder Jessy - Tag in Amys engem Terminkalender und deshalb trafen wir uns im Blauen Admiral. Ich war pünktlich und wie ich es von Amy kannte, war sie schon 10 Minuten vor mir dagewesen. Sie saß am Tresen und trank einen Appletini Lime. Ihr Lieblingsgetränk. Sie wollte einmal vom Barkeeper etwas haben in dem Apfel und Limette drin sind und aber gleichzeitig den guten alten Martini nicht weglassen, und so wurde extra für Amy - die süße, liebe Amy - ein neuer Drink erfunden. Technisch gesehen hatte Amy also immer alles gehabt was sie wollte. Und jetzt hatte sie Kai.

Eigentlich war ich weniger eifersüchtig auf diesen Kerl, als dass ich Angst vor ihm hatte. Und weniger Angst vor ihm als vor seiner Einstellung!

Es war kompliziert.

“Hallo Amy!” rief ich ihr zu. Sie sah mich zuerst gar nicht. Doch dann drehte sie sich um und kam auf mich zu

“Hallo Jessy!” Sie sah nicht sehr glücklich aus.

“Du siehst aber gar nicht gut aus süße. Was ist los?” fragte ich und hoffte, dass mein Gesicht nicht allzu verräterisch, über das was ich dachte, war.

“Es ist nicht wegen Kai!” sagte sie mit Nachdruck.

“Schon OK. Hab ich doch auch gar nicht gesagt oder?!”

“Nein aber gedacht. Das sieht man dir an der Nasenspitze an.” sagte sie und grinste.

“Ja schön. Aber in letzter Zeit, hast du doch kaum noch ein anderes Thema als ihn im Kopf. Da kann man schnell mal auf so was kommen, wenn man eins und eins zusammenzählt.” Sagte ich und grinste ebenso.

“Es ist wegen dem Skiurlaub den meine Eltern geplant haben. Kai kann nicht mitfahren!”

“Also doch wegen ihm!” sagte ich etwas wütend.

“Nein! Wegen meinen Eltern.” sagte sie nachdrücklich.

“Aber der Grund warum du traurig bist, ist der dass er nicht mitfahren kann. Ergo doch wegen ihm!” erläuterte ich.

“Na ja aber eben indirekt.” flüsterte sie in ihren Jackenkragen.

Ich sah an die Decke und betete, dass ich nicht laut sagen würde was ich dachte. Zu spät!

“Du denkst wirklich nur noch an diesen Kerl. Dass du mich mitnehmen könntest hast du völlig außer Acht gelassen und dass es mich verletzen könnte, wenn du die ganze Zeit nur von diesem Kerl sprichst, ist dir auch total egal! Dich interessiert nur, wie gemein es ist, dass er nicht mitfahren kann. Deine Eltern werden sich schon ihre Gedanken gemacht haben und haben sicher auch einen vernünftigen Grund, warum er nicht mitfahren darf. Mann! Bist du so blind, dass du gar nicht siehst, wie er dich ausnutzt? Oder willst du es nicht sehen?” Ich war wütend, und das dürfte die ganze Bar mitbekommen haben.

Amy sah mich verständnislos an und sagte: ”Du hast doch keine Ahnung. Für dich ist er nur ein Konkurrent im Kampf um meine Aufmerksamkeit! Und für dich ist auch nicht wichtig, dass er mich glücklich macht, sondern nur dass er dir nicht gefällt oder zusagt! Wie kannst du so egoistisch sein Jessy? Er tut mir so gut! Du hast doch auch einen Freund, warum gönnst du mir keinen hä?”

“Nein! Nein er tut dir ganz und gar nicht gut! Ich habe dich seit Wochen nicht mehr lachen sehen. Seit Wochen nicht mehr so lebendig erlebt wie du es eigentlich immer warst! Seit du mit diesem Kerl zusammen bist, bist du ein ganz anderer Mensch. Das ist nicht mehr meine beste Freundin die ich da vor mir sehe. Das ist ein seelenloser Klon von ihr, die einem miesen Kerl völlig verfallen ist! Und Amy, es ist schon lange kein Konkurrenzkampf mehr, er hat doch längst gewonnen!” Den letzten Satz sagte ich mehr enttäuscht als sauer.

Ich drehte mich um und ging!

Ich lag abends noch lange wach. Ich machte mir die wildesten Gedanken, darüber ob dieser Kerl ihr wirklich gut tat und ich es nur nicht sah. Aber das war nicht möglich. Ich hatte eine gute Menschenkenntnis und dieser Kerl war mir nicht ganz geheuer!

Wie konnte Amy nur nicht sehen, dass er ihr nicht gut tat?!

Als ich aufwachte, war es noch dunkel also drehte ich mich noch einmal um. Aber schlafen, konnte ich nicht mehr. Ich hatte etwas sehr seltsames geträumt. Ich hatte geträumt, dass ich und Amy in einem dunklen Raum wären und Kai uns anschreit. Was er schrie, konnte ich nicht verstehen. Aber es klang nicht nett. Es waren noch andere Typen da. Seine komischen Freunde und auch sie schrien. Aber sie grölten mehr, so wie Fußballfans. Ich verstand nicht was sie zu diesen Anfeuerungslauten bewegte. Sie hoben die Fäuste in die Luft und grölten. Aber alles was ich verstand in dem Getümmel, waren Amys und mein Name. Danach war ich aufgewacht.

Jetzt saß ich im Bett. Ich sah zum Boden und dachte nach, was dieser Traum bedeuten konnte. Ich zog mich um und schlich durch den Hausgang in die Küche. Ich setzte Kaffee auf und warf ein paar Cornflakes in eine Schüssel mit Milch.

Ich war auf dem Weg in die Schule. Es war warm und schön draußen. Die Blumen blühten und die Vögel sangen. Ich sang auch. Nicht das was sie sangen. Ich sang ein Lied meiner Lieblingsband und tänzelte auf dem Feldweg hin und her. Ich bog gerade auf den Gehweg an der Hauptstraße ein und ging in Richtung Schule. Vor dem Gebäude stand Stefan, mein Freund. Er lächelte als er mich kommen sah und nahm mich in den Arm. Ich erzählte ihm nicht von dem Vorfall gestern im Admiral. Stefan erzählte mir von seinem Wochenendausflug mir seinen Kumpels nach Sylt. Natürlich hatten die Jungs das ganze Wochenende nichts anderes gemacht, als sich zu zu saufen. Seine Freunde hatten sich wahrscheinlich noch durch die halbe, weibliche Sylter Jugend gevögelt. Aber das taten sie ja nicht selten. Stefan, und da vertraute ich ihm hundertprozentig, ging mir nicht fremd. Warum sollte er auch?

Ich war mir sicher mit unserer Beziehung und das wusste er.

Wir gingen nach oben in unseren Unterricht. Die Klasse war ausnahmsweise mal Vollständig. Alle 23 Schüler der 11a waren da und starrten auf die Tafel auf der Lehrer Kleinert die Gesetze der Parabeln erklärte. Ich und Markus schrieben Zettel. Amy und Kai flirteten ohne Zettel. Er saß mit uns an einem dieser dämlichen Gruppentische, die das Sozialklima in der Klasse verbessern sollten. Es war schon fast kriminell wie offensichtlich sie miteinander flirteten. Immer wieder stupste ich Amy an und machte sie auf den Unterricht aufmerksam. Doch das ignorierte sie geflissentlich. Lehrer Kleinert jedoch wollte es nicht mehr ignorieren und sagte: “Amy und Kai ihr setzt euch sofort auseinander! Amy rüber an den Tisch von Ralle und Stefan! Sofort!” Zum ersten Mal in meinem Leben war Kleinert mir sympathisch. Ich dachte an meinen ersten Umsetzer nachdem Stefan und ich ein Paar geworden waren. Wir hatten daraus gelernt, dass wir uns nur gegenseitig ablenkten und die Entscheidung unseres Lehrers damit akzeptiert.

Amy hingegen zog ein Gesicht wie hundert Tage Regenwetter. Kai sah auch nicht glücklich aus, aber das störte mich nicht. Ich hasste ihn regelrecht für das was er Amy antat, also lachte ich mir ins Fäustchen.

In der Pause, ging ich nicht zu Amy, heute war nämlich, wie die restliche Woche auch, Kai - Tag. Amy stand bei ihm und seinen Freunden am Rand des Pausenhofs. Ich und Stefan standen nicht weit von ihnen. Als Amy kurz ging um sich etwas zu Essen zu holen, konnte ich ein Gespräch zwischen Kai und seinen Freunden belauschen.

Kai flüsterte: “Ich hab sie bald soweit. Dann können wir sie Taufen.”

“super. Ich kann es schon kaum erwarten!” Erwiderte einer seiner Freunde.

“Eine neue im Bunde… Mann. Wie lange haben wir darauf gewartet?!” Das war wieder Kai.

“Du hast Recht, aber wir müssen vorsichtig sein, sie darf uns nicht verraten. Die Schlachtung muss nachts bei Vollmond von statten gehen und am besten am Friedhofswald. Und Vollmond ist erst wieder in 4 Tagen. Also Kai, sei Vorsichtig was du zu ihr sagst!” Ich glaube der Typ der das geflüstert hatte hieß Timo. Und das klang alles gar nicht nett!!

Stefan hatte auch mithören können! Er war ebenso entsetzt wie ich. Was hatten diese schmierigen Kerle mit Amy nur vor.

“Komm wir müssen sie warnen!” flüsterte Stefan.

Da ertönte die Pausenglocke und alle gingen hinein. Ich nickte Stefan zu und sagte: “Du könntest das in Englisch machen! Du sitzt ja jetzt neben ihr!”

“Nein! Wir müssen das irgendwo machen wo die anderen nichts davon mitbekommen. Auch Timo und Kai nicht. Das wird sonst nicht gut enden.” dieser Einwand war berechtigt. Immerhin wussten wir ja nichts Genaues von den Plänen der Idioten. Ich nickte und sagte: “Wir können sie nach der Schule abfangen!”

Stefan nickte auch und wir gingen in den Unterricht!

Nach der Stunde hatten wir Freistunde und fingen Amy ab. Wir brachten sie zu den Müllcontainern hinter dem Schulhaus und erzählten ihr was wir gehört hatten. Sie wollte uns kein Wort glauben und schrie: “ihr seid doch verrückt. Kai ist doch kein Irrer! Echt mal, ihr habt doch brutal ein` an der Waffel!! Und Jessy, dass du Stefan da mit reinziehst, ist echt die mieseste Nummer seit langem!” Dann zischte sie ab. Ich weinte. Sie wollte uns einfach nicht glauben. Stefan nahm mich in den Arm. Ich weinte und weinte. Ich wollte nicht, dass sie Amy etwas antaten. Wir standen noch ein Weilchen so da. Ich weinte und er hielt mich und versuchte mich zu trösten. Doch was er auch versuchte, es war ohne Erfolg. Wieso glaubte sie mir nicht? Ich wollte sie doch nur schützen.

Wir gingen zurück in die Klasse, die Freistunde war vorüber und Frau Hill stand an der Tafel um uns die Literaturgeschichte etwas näher zu bringen.

Ich passte kaum auf. Kai sah mich die ganze Zeit an und ich wagte nicht ihn anzusehen. Er sah mich an als wollte er mich jeden Moment umbringen. Stefan saß zu weit weg um es zu sehen und Amy… na ja, wir wissen ja wie sie über Kai dachte.

Ich hatte direkt Angst. Dieser Kerl war mir nie geheuer gewesen, und würde es auch nie sein.

Nachdem es geklingelt hatte, ging ich direkt zu Stefan und erzählte ihm von der Schreckensstunde. Er nahm mich in den Arm und sagte: “Ach was. Der tut dir nichts. Das traut der sich gar nicht. Jessy, du wirst doch keine Angst haben?”

“Doch ich habe Angst. Vor allem vor dem alleine nach Hause gehen.”

Er grinste und fragte: “Soll ich dich nach Hause begleiten. Aber halt! Oh Mist! Nein das geht nicht! Ich muss noch zum Arzt. Du könntest mitkommen, aber ob dir das was bringt?”

“Nein. Egal ich schaff das schon. Du hast Recht das ist dämlich! Er wird mir nichts tun! Danke Stefan. Viel Spaß beim Arzt!” sagte ich und grinste auch.

Auf dem Nachhauseweg war mir allerdings nicht mehr nach grinsen. Es war fünf Uhr. Eigentlich eine schöne Zeit um nach Hause zu gehen. Es war warm und die Sonne schien in ihrem schönsten orange.

Ich war dennoch alleine und hatte immer noch Angst. Aber das war lächerlich. Außer mir war niemand auf dem Schulweg unterwegs.

Auf einmal knackte es im Gebüsch. Ich drehte mich um und sah niemanden. Darauf folgerte ich, dass es ein Vogel oder eine Maus oder irgendein anderes kleines Tier war. Dennoch lief ich schneller.

Es knackte wieder und diesmal war ich mir sicher, dass es nicht von einem Tier kommen konnte. Dazu war es zu laut und zu schwer.

Ich lief immer schneller und plötzlich stand Kai vor mir!

“Was willst du von mir?!” fragte ich zitternd.

“Was hast du Amy erzählt?! Das wir ihr etwas Böses wollen? So ein Humbug!! Mann was hast du für ein Problem Jessy!” Kai klang nicht direkt freundlich. Er war gereizt und sauer.

“Ich.. Es…. Nein! Ich hab ihr nur erzählt, was ihr auf dem Schulhof gesagt hattet! Und das ist ja wohl nicht verboten, wenn es nichts Schlimmes war. Oder?” Konterte ich.

Kai knurrte und drehte ab.

Dann drehte er sich noch einmal um und sagte: “Warte nur Jessy! Pass gut auf dich auf kleines.”

Dann verschwand er endgültig.

Was hatte er damit gemeint. Ich solle auf mich aufpassen. Warum?

Ich hatte Angst. Und diesmal nicht nur ein bisschen! Ich rannte den Rest nach Hause. Als ich ankam, war meine Mutter schon da.

Besorgt fragte sie: “Jessica was ist los? Du bist ja ganz außer Atem.”

“Nichts Mama. ES ist nichts. Die Tasche ist nur etwas schwer und es ist so warm weißt du.”

“In Ordnung. Wenn etwas wäre, würdest du mir doch Bescheid sagen oder?”

“Sicher Mama.”

Dann ging ich in mein Zimmer und schloss die Tür ab. Ich versuchte Stefan auf dem Handy zu erreichen, aber erfolglos. Er war bestimmt noch beim Arzt.

Ich setzte mich auf mein Bett und zappte mich durch die Kanäle.

Eine Stunde später klingelte mein Handy. Endlich Stefan. Ich nahm ab und meldete mich. Aber die Person am anderen Ende der Leitung war nicht Stefan. Ich hörte nur jemanden atmen und dann eine mir völlig unbekannte Stimme: “Pass auf dich auf Jessy! Du bist nicht mehr sicher! Nirgends. Sie einfach still und sprich nicht mit Amy! Das geht dich nichts an! Das ist unser Bier!” dann legte er auf und ich hörte nur noch ein Tuten.

Jetzt war ich mir sicher. Ich war nicht mehr sicher auf der Straße und in der Schule. Aber mit wem darüber sprechen. Außer Stefan konnte ich mit niemandem darüber reden.

Dann klingelte das Handy erneut auf dem Display stand Stefans Name und ich nahm ab. “Stefan? Gott sei Dank! Ich wurde gerade angerufen und ich wurde angewiesen nicht mehr mit Amy zu sprechen und mich nicht einzumischen. Ich hab so Angst Stefan!!”

“Jetzt beruhige dich doch erst einmal Jessy. Ich komm gleich zu dir Okay! Bis gleich Süße.” Er klang ruhig und so als wolle er sich wirklich beeilen.

“Danke!” Ich legte auf und zog mir die Decke über den Kopf.

Als es klingelte schreckte ich zusammen. Ich stand langsam auf und ging an die Zimmertür als es klopfte.

Als ich öffnete, fiel ich Stefan um den Hals. Er brachte mich zurück in mein Zimmer und wir setzten uns auf mein Bett.

Ich fing an zu erzählen und als ich fertig war, liefen mir die Tränen aus den Augen. Stefan war entsetzt und wütend. Wütend auf die Kerle die mir drohten. Er schwor mir, mich ab jetzt immer nach Hause zu begleiten. Egal wohin ich ging. Das versprach er mir.

Trotzdem hatte ich Angst. Ich war immerhin nicht immer bei Stefan. Und überhaupt, was wollten diese Kerle von mir?!

Ich war nicht mehr sicher. Und dieses Gefühl war schrecklich. Ich war immer in einem behüteten Haushalt aufgewachsen und wurde von allen Ecken beschützt. Hatte immer Freunde gehabt, denen es genau so ging und meine Freunde hatten mich immer beschützt. Vor allem Bösen in der Welt. Und auf einmal schienen diese Schutzbarrieren völlig Machtlos, gegen die Attacken dieser seltsamen Leute. Und das Gefühl der verlorengegangenen Sicherheit, machte mich wahnsinnig!!

Noch nicht einmal Stefans versprechen konnte mich beruhigen. Ich war nervlich am Ende.

Am nächsten Tag, ging ich nicht allein in die Schule sondern Stefan holte mich ab und brachte mich nach der Schule wieder nach Hause. So ging das ab diesem Tag immer. Fast einen Monat lang. Solange sprach ich auch nicht mehr mit Amy und solange konnte ich auch Kai nicht ansehen.

Angst regierte mein Leben und ich versteckte mich immer mehr hinter Stefan.

Nach und nach, nahm meine Angst ab und Stefans Beschützerinstinkt lies nach. Ich kam wieder ans Licht und wurde Selbstbewusst wie eh und je.

Ich fing auch wieder an mit Amy zu sprechen und eines Tages, passierte es.

Amy kam morgens nicht zur Schule. Ich dachte mir nichts dabei, aber sie kam Tagelang nicht wieder. Sie war wie vom Erdboden verschluckt. Weil wir uns gestritten hatten, wollte ich nicht bei ihr zu Hause anrufen. Ihre Mutter wusste sicher davon und hätte mich direkt danach gefragt. Sie wusste nicht, dass Amy ständig bei Kai war, wenn sie sagte sie ginge zu mir. Und ich wollte nicht die jenige sein, die es ihr erzählte.

Langsam machte ich mir Sorgen. Amy blieb dem Unterricht über eine Woche fern und rief auch niemanden wegen den Hausaufgaben an.