Ich will alles! - Nina Kresswitz - E-Book
Beschreibung

Raus aus dem grauen Hausfrauenalltag und hinein in ein Leben voller Glamour! Das ist für Lale ein bunter Tagtraum, wenn's mal wieder zu viel wird im Dreieck Kinder-Küche-Supermarkt. Doch als eine Freundin ihr eines Tages zu Karneval eine Perücke schenkt, wird aus dem Traum langsam Wirklichkeit. Immer öfter stöckelt die brave Ehefrau mit Perücke und High Heels gestylt unerkannt durch die Stadt und lernt dabei einen verführerischen Mann kennen, der ihr Leben völlig durcheinander bringt. Ist es die große Liebe? Ein aufregendes Doppelleben beginnt. Bis sie sich entscheiden muss: Alltag oder Abenteuer? Weitere Romane von Nina Kresswitz: Ein Mann zum Nachtisch. Männer-Mix auf Eis, Ein Mann mit Sahnehäubchen, Die Männertest-AG, Kuschelkurs für Anfänger, Ferien auf Sylt-Krokan.

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Seitenzahl:281

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Über die Autorin

Nina Kresswitz wurde 1960 in Regensburg geboren. Sie studierte in München Romanistik und Archäologie. 1996 kam ihre Tochter Anna zur Welt.

Nina Kresswitz
Ich will alles!

Roman

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabedes in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Originalausgabe:

Copyright © 2007/2015 by Bastei Lübbe AG, Köln

Titelbild: © shutterstock/haveseen

Umschlaggestaltung: Jeannine Schmelzer

Datenkonvertierung E-Book:

hanseatenSatz-bremen, Bremen

ISBN 978-3-7325-0793-1

Sie finden uns im Internet unter www.luebbe.deBitte beachten Sie auch: www.lesejury.de

Mal ehrlich, wann hattest du das letzte Mal Sex?«

»Wie bitte?« Lale fiel fast die Kaffeetasse aus der Hand. »Wann ich das letzte Mal – was?«

»Ich meine, du und dein Ralf …«

Kitty war wirklich unmöglich. Frech, direkt, indiskret. Dummerweise war es genau das, was Lale an Kitty mochte. Doch das ging eindeutig zu weit. Na gut, Lales Eheleben war in etwa so aufregend wie die Feinrippunterhosen ihres Gatten. Aber das ging niemanden was an. Und schon gar nicht Kitty, das verrückte Huhn, das sich einen ganzen Streichelzoo allzeit bereiter Lover hielt. Kitty genoss ihr temporeiches Singledasein in vollen Zügen, während Lale jetzt schon seit neun Jahren brav mit Mann und Kindern in einem Reihenhaus lebte. Es war so gut wie abgezahlt. Das war doch was.

»Ich liebe meinen Mann, ich liebe meine Kinder, und ich habe eine erfüllte Ehe«, sagte sie trotzig. »Sonst noch was?«

Klar ist da noch was, dachte sie, aber man kann nicht alles haben. Oder doch? Plötzlich wurde ihr das Herz sehr schwer. Oder – doch?

Sie saßen in der Küche, an dem winzigen Tisch zwischen Edelstahlspüle und Mikrowelle, und hatten gerade Lales letzten Diätversuch und Kittys neueste Eroberung durch, als Kittys Frage mitten in Lales Herz geplumpst war wie ein Stein in einen tiefen, tiefen See. Da lag er nun. Er wog Tonnen.

Kichernd lehnte Kitty sich zurück. »Sorry, Süße, war nur ’ne kleine Nachfrage, weil du so einen unbetreuten Eindruck machst. Ich weiß ja, dass du glücklich bist.«

»Sehr glücklich«, sagte Lale mit Nachdruck und stand auf.

Wie jeden Morgen trug sie einen abgeliebten Jogginganzug in verwaschenem Hellgrau, hatte ihre dunkelblonden Haare mit einem Gummiband festgezurrt und ihre Füße in ein Paar bequeme Sneakers gesteckt. Sie war der Aber-praktisch-muss-es-sein-Typ. Kitty dagegen trug schon am helllichten Tag einen roten Stretchmini zu rattenscharfen Pumps. Sie war genau das, was Männer einen Hingucker nennen.

»Feierst du eigentlich deinen Geburtstag?«, wechselte Kitty das Thema. »Wenn ich richtig gerechnet habe, wirst du in zwei Wochen fünfunddreißig. Da sollten wir es mal richtig krachen lassen!«

Lale werkelte auffällig lange an der Kaffeemaschine herum. Geburtstag?, dachte sie. Sehr witzig. Sind fünfunddreißig Jahre etwa ein Grund zum Feiern? Der erste Lack war längst ab. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie in die Stützstrumpfliga wechseln würde.

»Mal sehen«, murmelte sie. »Kannst ja zum Kaffee vorbeikommen, die Kinder backen bestimmt wieder eine Torte.«

»Torte …«, echote Kitty, und man sah ihr an, dass sie eher an eine entfesselte Party gedacht hatte als an ein Kaffeekränzchen. »Also gut, ich bin dabei. Aber jetzt muss ich los, heute ist im Theater der Fundusverkauf, da werden Kostüme versteigert und schräger Kleinkram, was ist, hast du nicht Lust zu kommen? Und heute Abend nach der Vorstellung gehen wir noch alle zusammen einen Absacker trinken.«

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