Identitätsgenese durch Devianz. Aspekte einer Subkultur - Tomas Jerkovic - E-Book

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Tomas Jerkovic

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Beschreibung

Vordiplomarbeit aus dem Jahr 1999 im Fachbereich Soziologie - Recht und Kriminalität, Note: 1-2, Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Soziologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Einleitung Das Finden der persönlichen Identität ist gewiß eine der wichtigsten Herausforderungen, der sich jeder Mensch stellen muß. Die Identitätsfindung ist oft das Resultat der Sozialisation in einem sozialen Kreise, welchem man sich besonders verbunden fühlt, wie beispielsweise dem Berufsumfeld. Gegenstand dieser Studienarbeit soll sein, wie Devianz in einem subkulturellen Umfeld zur Genese von Identität beitragen kann. Als Ausgangspunkt der Untersuchung soll das Buch Turkish Power Boys von Hermann Tertilt dienen. In diesem wird detailliert beschrieben, wie türkische Jugendliche aus Frankfurt/Main mit Hilfe einer zur Delinquenz neigenden Bande eigene Werte und somit Identität bilden. Eine kurze Zusammenfassung erfolgt in Kapitel II. Devianz ist zwar die Hauptquelle der Identitätsbildung, doch müssen in diesem Zusammenhang weitere Faktoren untersucht werden: In Kapitel III wird anhand der Bücher Soziologie des Jugendalters und Einführung in die Gruppensoziologie von Bernhard Schäfers der Einfluß des Lebenszyklus Jugend dargestellt. Augenmerk fällt dabei auf die Sozialisationseffekte der peer-group. Kapitel IV behandelt mit Hilfe verschiedener Aufsätze, die Konstantin Lajios unter dem Titel Die zweite und dritte Ausländergeneration herausgegeben hat, die besonderen Aspekte der Sozialisation aufgrund des Status als Ausländer. Insbesondere werden strukturelle und kulturelle Probleme beleuchtet, sowie die erschwerte familiäre Sozialisation. Mit Kapitel V nähert sich der Schwerpunkt der Studienarbeit. Mit Siegfried Lamneks Werk Neuere Theorien abweichenden Verhaltens sollen Erklärungsansätze des sozialen Phänomens Abweichung aufgezeigt werden. Nützlich erscheinen u.a. der handlungstheoretische Ansatz, der die Genese des Selbst über Devianz erklärt und die Subkultur-Theorie. In Kapitel VI erfolgt eine genauere Darstellung des Konzeptes Subkultur in Albert Cohens Kriminelle Jugend. In der Subkultur werden die Faktoren Devianz, Jugend, Ausländerstatus, Unterschicht insgesamt als Lebensstil wirksam, die den Jugendlichen Status und Identität geben. Im Rahmen dieses Kapitels lassen sich leicht Parallelen zu den Verhaltensmustern der Turkish Power Boys ziehen sowie Aspekte der Inszenierung und Action-Suche aus Herbert Willems’ Aufsatz Elemente einer Theorie der Theatralität “unanständigen” Verhaltens aufzeigen. In Kapitel VII möchte ich dann noch abschließend Stellung nehmen.

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Veröffentlichungsjahr: 2005

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Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 1 /
III. Jugendphase 4 -
IV. Aspekte des Status als Ausländer 9 -
1. Gespaltene Identität 10 /
2. Familie 11 /
4. Familiäre Sozialisation 13 -
V. Abweichendes Verhalten 16 -
1. Klassische Schule
2. Anomietheorie
3. Theorien des differentiellen Lernens
4. Labeling Approach 17 /
5. Handlungstheoretische Ansätze
VI. Subkultur 19
1. Begrifflichkeit
2. Cohen - Kriminelle Jugend 19 /

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I. Einleitung

Das Finden der persönlichen Identität ist gewiß eine der wichtigsten Herausforderungen, der sich jeder Mensch stellen muß. Die Identitätsfindung ist oft das Resultat der Sozialisation in einem sozialen Kreise, welchem man sich besonders verbunden fühlt, wie beispielsweise dem Berufsumfeld. Gegenstand dieser Studienarbeit soll sein, wie Devianz in einem subkulturellen Umfeld zur Genese von Identität beitragen kann. Als Ausgangspunkt der Untersuchung soll das Buch Turkish Power Boys von Hermann Tertilt dienen. In diesem wird detailliert beschrieben, wie türkische Jugendliche aus Frankfurt/Main mit Hilfe einer zur Delinquenz neigenden Bande eigene Werte und somit Identität bilden. Eine kurze Zusammenfassung erfolgt in Kapitel II.

Devianz ist zwar die Hauptquelle der Identitätsbildung, doch müssen in diesem Zusammenhang weitere Faktoren untersucht werden:

In Kapitel III wird anhand der Bücher Soziologie des Jugendalters und Einführung in die Gruppensoziologie von Bernhard Schäfers der Einfluß des Lebenszyklus Jugend dargestellt. Augenmerk fällt dabei auf die Sozialisationseffekte der peer-group. Kapitel IV behandelt mit Hilfe verschiedener Aufsätze, die Konstantin Lajios unter dem Titel Die zweite und dritte Ausländergeneration herausgegeben hat, die besonderen Aspekte der Sozialisation aufgrund des Status als Ausländer. Insbesondere werden strukturelle und kulturelle Probleme beleuchtet, sowie die erschwerte familiäre Sozialisation.

Mit Kapitel V nähert sich der Schwerpunkt der Studienarbeit. Mit Siegfried Lamneks Werk Neuere Theorien abweichenden Verhaltens sollen Erklärungsansätze des sozialen Phänomens Abweichung aufgezeigt werden. Nützlich erscheinen u.a. der handlungstheoretische Ansatz, der die Genese des Selbst über Devianz erklärt und die Subkultur-Theorie.

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In Kapitel VI erfolgt eine genauere Darstellung des Konzeptes Subkultur in Albert Cohens Kriminelle Jugend. In der Subkultur werden die Faktoren Devianz, Jugend,

Ausländerstatus, Unterschicht insgesamt als Lebensstil wirksam, die den Jugendlichen Status und Identität geben.

Im Rahmen dieses Kapitels lassen sich leicht Parallelen zu den Verhaltensmustern der Turkish Power Boys ziehen sowie Aspekte der Inszenierung und Action-Suche aus Herbert Willems’ Aufsatz Elemente einer Theorie der Theatralität “unanständigen” Verhaltens aufzeigen.

In Kapitel VII möchte ich dann noch abschließend Stellung nehmen.

II. Zusammenfassung der Bandengeschichte der Turkish Power Boys Die Bandengeschichte der Turkish Power Boys soll als Hintergrund der Studienarbeit dienen.(vgl. Tertilt 1996: 17-88) Mit ihr als exemplarischen Fall soll die Hauptthese unterstützt werden, daß Devianz Identität generieren kann. Aufgezeichnet wurden die Erlebnisse der türkischen Jugendlichen im Rahmen einer ethnographischen Arbeit des Soziologen Hermann Tertilt. In seiner etwa einjährigen Feldstudie begleitete er die Jugendlichen, wurde Zeuge ihrer Freizeitgestaltung, Selbstfindung, auch ihrer kriminellen Aktivitäten. Dabei bediente er sich zur Datengewinnung der Methoden von Beobachtung, Gedächtnisprotokollen, Einzel-und Gruppeninterviews.(vgl. Tertilt 1996: 9ff.)