Im 7. Himmel - Philippa L. Andersson - E-Book

Im 7. Himmel E-Book

Philippa L. Andersson

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  • Herausgeber: BookRix
  • Kategorie: Erotik
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2016
Beschreibung

Glück im Unglück. Nachdem Julia wegen eines kleinen Missgeschicks stirbt, darf sie als Engel zur Erde zurück und sich um den "Fleisch gewordenen Traum einer jeden Frauenfantasie", Erik Schwarz, kümmern. Leichter gesagt als getan. Denn während Julia die Grenzen ihres Engeldaseins erfährt, sorgt der himmliche Duft, den sie verströmt, für eine ziemlich aufgeheizte Atmosphäre zwischen beiden. Erst ein unerwarteter Zwischenfall und etwas göttliche Einmischung bringen die Wende ...

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Seitenzahl: 108

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Inhaltsverzeichnis

Impressum

Widmung

1 Sehnen

2 Spüren

3 Schwärmen

4 Spielen

5 Streiten

6 Schützen

7 Sehen

Über die Autorin

Leseprobe The Actress

Originalausgabe

Dezember 2012

2. korrigierte Auflage

Mai 2016

Im 7. Himmel

Philippa L. Andersson

Copyright: © Philippa L. Andersson, 2012, Berlin, Deutschland

Umschlagfoto: © iStock/Casarsa

Umschlaggestaltung: Philippa L. Andersson

Philippa L. Andersson vertreten durch:

Sowade, Plantagenstraße 13, 13347 Berlin, Deutschland

[email protected]

www.facebook.com/PhilippaLAndersson

www.philippalandersson.de

Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck oder eine andere Verwertung ist nachdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin gestattet.

Sämtliche Personen in diesem Text sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig.

Für alle Engel

(die guten und die bösen)

1 - Sehnen

Kann das der Himmel sein? Warmes Licht umgibt mich, ohne dass zu erkennen ist, woher es kommt. Ich will nichts und brauche nichts, fühle mich rundum wohl in meiner Haut und eins mit mir und meiner Welt. Für einen Augenblick genieße ich diesen schwerelosen Zustand. Dann kommen die Fragen. Wo bin ich? Was ist passiert? Ungläubig blinzele ich, denn das Letzte, woran ich mich erinnern kann, ist ein bitterer Geschmack auf meiner Zunge. Mir ist schwarz vor Augen geworden. Nun fühle ich mich wieder fit. Doch ich sehe nicht meine vertraute Küche, sondern einen scheinbar endlos von Licht erfüllten Raum.

»Julia Bergmann?«

Erschrocken drehe ich um und nicke bestätigend einem ziemlich durchtrainierten, weißbärtigen Herren zu, der maßgeschneiderte Designerkleidung trägt und aus dem Nichts erschienen ist.

»Du möchtest sicherlich wissen, was passiert ist, oder?«, fragt der Mann.

Ich nicke vage. Vielleicht habe ich das Essen einfach nur nicht gut vertragen.

»Das könnte man so sagen«, erklärt der Mann heiter und ich stutze. Eindeutig, das muss ein Traum sein, denn kein laut ausgesprochenes Wort hat meine Lippen verlassen.

So, als hätte der Mann auch diesen Gedanken gelesen, schmunzelt er über mich. Dann mustert er mich eingehender und im Stillen verfolge ich, was er sieht: Helle, blaue Augen, natürlich blonde halblange Haare, von der Sonne verwöhnte Haut mit niedlichen Sommersprossen, ein langer Hals, schmale Schultern, ein runder, fester Busen, ein flacher Bauch, eine schmale Taille und lange Beine, die nur von einer Narbe vom Skifahren in ihrer Perfektion gestört werden. Findet er mich attraktiv? Den Blick kenne ich von anderen Männern und nehme ihn genauso hin, wie jedes Mal, wenn ich nicht interessiert bin … mit einem Schulterzucken.

»Ich will dich gar nicht lange auf die Folter spannen, Julia. So sehr du auch Pilze liebst und sie schon zigmal gesammelt und zubereitet hast. Dieses Mal hast du dich bei einem vergriffen. Er war hochgiftig. Den Rest kannst du dir denken: Du hast ihn gegessen. Es folgten Krämpfe. Leider konnte dir keiner helfen und nun bist du tot«, erklärt er. Kurz und knapp.

Ungläubig staune ich, mit welcher Ruhe dieser alte Mann einfach so die Fakten aufzählt. »Und nun?«, will ich wissen.

»Oh, das ist der schöne Teil!«, ruft der Typ und holt hinter seinem Rücken eine Art Tablet hervor, das dem heutigen iPad um Jahrzehnte voraus ist. Mit einem Blick erkenne ich mein Leben im Schnelldurchlauf. »Mmh …«, nuschelt er nachdenklich, während er meine Lebensjahre betrachtet.

Ist das nun gut, oder schlecht? Etwas verunsichert trete ich von einem Fuß auf den anderen. Im Stillen bin ich immer davon ausgegangen, dass ich direkt im Himmel landen würde. Klar habe ich auch mal geflunkert, oder einen Porno geschaut, wer denn bitte nicht?, aber dafür kann man mir doch nicht mein Ticket verwehren. Oder? Ich beginne zu zweifeln, denn die Begegnung mit dem alten Herrn dauert länger als gedacht.

»Schau mal!« Nach endlosen Minuten hält er mir das Display unter die Nase und was ich so unvorbereitet sehe, lässt mich alles um mich herum vergessen. Mir wird sofort an Stellen warm, die ich in letzter Zeit viel zu sehr vernachlässigt habe. Mein Mund wird trocken und meine Brustwarzen werden hart.

Intuitiv greife ich nach dem Display und zoome fasziniert ins Bild. Der Himmel kann vorerst warten. Der Himmel interessiert mich nicht einmal mehr. Wer oder was ist bitteschön der Himmel?

Am New Yorker Vorort-Flughafen Newark sitzt das Fleisch gewordene Abbild meiner Männerfantasien und telefoniert.

»Du gibst es wohl nicht auf?«, lacht er über den Kommentar seines Gesprächspartners. »Als würde meine Traumfrau einfach so vom Himmel fallen.«

Er lauscht auf die Antwort und sagt dann: »Ich weiß, dass ich nicht so einfach bin, okay? Aber wer ist das schon?«

Seine wunderschöne Hand streicht mit einer frustrierenden Geste durch seine dunklen Haare und meine eigenen Finger brennen. Wie gerne möchte ich diese Geste wiederholen! Oder einfach nur seine Haut berühren! Er tut nur so relaxt. Ich sehe ihm an, dass ihn das Gespräch mehr beschäftigt, als er zugeben will.

»Oh komm schon, es muss doch noch irgendwo auf der Welt wenigstens eine attraktive, selbstbewusste, clevere Frau geben, die sich nicht nur um ihre nächste Maniküre, sondern auch um ihre Mitmenschen kümmert!«

Die Antwort scheint ihm zu gefallen.

»Na siehst du, da könnte Anni nie im Leben mithalten.«

Wieder eine Pause.

»Ich weiß eben, was ich will.«

Nun lacht er und mir wird warm.

»Ja, genau deshalb habe ich ein gut gefülltes Konto und du drei wunderbare Kinder.«

Nachdenklich reibt er sich das Kinn und seine Finger tippen gedankenverloren an seinen sexy Mund. Seine Lippen bewegen sich einladend mit jedem Wort, das er spricht. So verheißungsvoll. Dann …

»Hey!«, protestiere ich, als der bärtige Mann mir ohne Vorankündigung das Display wieder abnimmt.

»Dachte ich es mir doch!« Ein wissendes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. »Natürlich gefällt dir, was du siehst. Das ist Erik Schwarz, 36 Jahre alt, geboren in München, aufgewachsen in London, Paris und Frankfurt. Nicht verheiratet. Zurzeit lebt und arbeitet er für einen Finanz-Investor in Berlin.«

Selbstverständlich höre ich aufmerksam zu, aber mir ist völlig unklar, worauf der Typ hinaus will.

»Ich weiß, ich weiß«, wiegelt der bärtige Mann meine erneut nicht laut ausgesprochenen Bedenken ab.

Lass mich nochmal schmulen, denke ich, denn deutlich klarer ist mir, dass der Typ immer noch das Display hält. Ich versuche wieder, einen Blick auf meinen Traummann zu erhaschen.

»Er fliegt nach einem Wochenende in Boston nun nach seinem Business Diner in New York wieder zurück nach Berlin«, erklärt der Mann weiter und scheint sich über meine Versuche auf sein Display zu schmulen in keinster Weise gestört zu fühlen, im Gegenteil. »Du würdest gerne mehr von ihm erfahren, oder?«

Wetten? Mit dieser einfachen Frage erhält der Mann meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich ignoriere, was allein Eriks Anblick mit meinem Körper anstellt, nehme mich zusammen, erinnere mich an meine guten Manieren und nicke.

»Wunderbar! Das geht nämlich ganz einfach. Er braucht dringend einen Schutzengel. Und du könntest diese Aufgabe übernehmen.«

Ich starre ihn an und kapiere nichts. Ich bin doch tot!

»Ach Julia, das versteht doch jedes kleine Kind! Du wachst über ihn, begleitest ihn überall hin, bist immer in seiner Nähe.«

»Wüsste er von mir?«

»Vielleicht, vielleicht nicht.« Er wiegt seinen Kopf abwägend und trägt ein mysteriöses Lächeln auf den Lippen, das mich spontan daran zweifeln lässt, dass ich wirklich im Himmel bin. Es steht kein Schild herum und wenn ich mich umschaue, bin ich hier die Einzige.

»Was bedeutet das?«, frage ich vorsichtig nach.

»Du wärst die eine Frau in seinem Leben, die wirklich alles von ihm wüsste.«

»Und er wäre mein Mann?«, hake ich nach. Die Vorstellung hat etwas für sich.

»Na ja«, streicht er sich zögernd über seinen Bart. »Für dich würde es natürlich nur ihn geben. Er wird jedoch irgendwann seine Traumfrau treffen. Was dann mit dir wird, kann ich gar nicht sagen …« Nachdenklich streicht er sich wieder seinen Bart und lächelt geheimnisvoll. »Es könnt wirklich … ob ich das darf … ich könnte es natürlich mal probieren … wir werden sehen, aber wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, Julia Bergmann … wie entscheidest du dich?« Der Mann blickt mich fragend an.

Ein bisschen komisch kommt mir die ganze Situation schon vor. Ich habe das Gefühl, ich wüsste selbst jetzt im Jenseits längst nicht alles von dem, was zwischen Himmel und Erde passiert. Ein Angebot habe ich jedoch verstanden: nur ihn, Erik Schwarz, für mich. Ich lasse mir die Worte auf der Zunge zergehen, spiele mit ihnen.

»Ja, ich will«, stimme ich leise zu und spüre sofort ein angenehmes Kribbeln auf meiner Haut. Ich will ihn, wie nie einen anderen Mann zuvor und wenn ich auch nur in seiner Nähe sein könnte, dann wäre das besser, als im Himmel zu sitzen und in Ewigkeit Däumchen zu drehen. Die Entscheidung ist schon in dem Augenblick gefallen, als ich Erik Schwarz zum ersten Mal gesehen habe.

»Dann komm!«, antwortet der bärtige Mann mit nach wie vor gütig lächelnden, glücklichen Augen. Er streckt seine Hand aus und meine Finger berühren seine.

»Viel Spaß mit Erik!«, ist das Letzte, was ich höre. Dann werde ich ohnmächtig.

Wo bin ich?, frage ich mich, als ich wieder zu mir komme.

Oho!

Ich befinde mich mitten auf dem Lufthansa-Flug 7606 vom New York nach Berlin.

2 - Spüren

»Halleluja, bitte kneif mich einer!«

Nicht nur wegen leichter Turbulenzen verliere ich prompt das Gleichgewicht und kippe einem Passagier neben mir Kaffee auf seine Papiere. Erik Schwarz kommt gerade aus dem Waschraum. Das Geruckel bringt ihn dabei nicht aus der Ruhe, ebenso wenig wie die Blicke einiger weiblicher Passagiere. Und die verstehe ich nur zu gut. Alles an ihm ist der Stoff, aus dem Frauenträume sind, seine Statur, die Art, wie er geht, seine geheimnisvollen grünen Augen, die ernste Stirn, der sinnliche Mund. Und er gehört mir. Ich kann mein Glück kaum fassen!

Trotz seiner Größe lässt sich Erik elegant in den Sitzplatz sinken. Routiniert greift er nach Unterlagen, die neben ihm liegen, und beginnt Tabellen nachzurechnen.

Hypnotisiert folge ich Erik an den Platz und komme schlagartig zu mir.

»Was zum Teuf- ich meine Herrgottnochmal!« Ich laufe praktisch nackt herum, ohne Höschen, ohne BH, nur in einem seidig glänzenden Babydoll, das gerade so alles verdeckt. Es ist so kurz, dass dadurch meine sowieso langen Beine noch länger wirken und das muss wohl auch der Grund sein, weshalb man an Schuhen gespart hat und ich barfuß unterwegs bin. Welchen Grund es für fehlende Unterwäsche gibt, erschließt sich mir dagegen nicht. Vielleicht ist der Engelsetat überzogen und der Himmel muss das Geld zusammenhalten. Ich verrenke mich und entdecke auf meinem Rücken süße Engelsflügelchen, die sich je nach Bedarf ein- und ausfahren lassen. Okay, dieses zugegebenermaßen nette technische Spielzeug muss an den Einsparungen Schuld sein. Na großartig!

Bemüht möglichst alles zu bedecken, zupfe ich an meinem Outfit, bis ich mich im Sitz neben Erik endlich entspanne. Zum Glück scheint er nichts zu bemerken. Dagegen nehme ich ihn sehr wohl wahr. Die Mischung aus seinem Parfum und seinem eigenen Duft hüllt mich mehr und mehr ein. Dazu genieße ich die Wärme, die sein Körper ausstrahlt, und ein wohliges Seufzen entschlüpft mir.

Aus einem Impuls heraus vergleiche ich meine Hand mit seiner. Seine Finger sind lang mit schönen, gepflegten Nägeln. Meine wirken dagegen zierlich und sehen, wie sich das für einen geisterhaften Engel gehört, etwas transparent aus.

»Was zum-!« Blitzschnell ziehe ich erschrocken meine Finger zurück und reibe mir meinen Arm. Dort wie auf meinem ganzem Körper hat sich Gänsehaut ausgebreitet. Mist! Beim Umblättern einer Seite haben sich unsere Hände berührt.

Verwirrt starre ich den Mann an meiner Seite an. Irgendetwas muss er ebenfalls wahrgenommen haben, denn mit geschlossenen Augen reibt er sich stirnrunzelnd seine Hand.

Wieder ruckelt der Flieger, dieses Mal stärker, und die Anschnallzeichen leuchten auf. Doch Erik macht keinerlei Anstalten, den Gurt zu schließen.

»Sir, alles in Ordnung? Brauchen Sie Hilfe?«

Zeitgleich starren Erik und ich die Stewardess an, die wie aus dem Nichts aufgetaucht ist. Ihr Blick misst ihn unverhohlen ab, wandert einmal über seine gesamte Gestalt, bleibt kurz an seinen Lippen hängen und klettert mit ihrem antrainierten Lächeln, das kaum ihre zweideutigen Gedanken verbergen kann, zu seinen Augen. Wobei sie wirklich helfen will, ist offensichtlich und bedarf keiner göttlichen Eingebung.

Wider Erwarten lässt sich Erik mit seiner Antwort Zeit.

Bitte nicht die, bitte nicht die, bitte nicht die, bete ich im Stillen.

»Sie müssen sich anschnallen, Sir«, erklärt die Frau und befeuchtet ihre Lippen. »Wenn ich Ihnen dabei helfen soll, kann ich-«

»Nein, danke«, schneidet Erik der Stewardess seelenruhig das Wort ab. »Ich bin ein großer Junge und kann das alleine.«

Seine Stimme klingt tief, sexy und eine Spur amüsiert. Wie zum Beweis zieht er den Anschnallgurt zu und gibt der Stewardess damit wortlos zu verstehen, dass sie hier nicht benötigt wird. Sie geht.

Das Geräusch der Maschine brummt sanft im Hintergrund. Die meisten Passagiere haben mittlerweile ihre Sitze zurückgestellt und versuchen zu schlafen. Erik ist einer der wenigen, bei dem die Leselampe noch leuchtet und der mit müden Augen weiter in seinen Unterlagen liest.