Im Penthouse der Domina - A. F. Morland - E-Book

Im Penthouse der Domina E-Book

A. F. Morland

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Beschreibung

REDLIGHT STREET #12von A. F. MorlandDer Umfang dieses Buchs entspricht 106 Taschenbuchseiten.Sie ist die Domina, der die Männer aus den höheren Kreisen zu Füßen liegen und die sie mit Geld und teuren Geschenken überschütten. Und das Geld liefert sie bei Bertrand ab, der nicht nur ihr Zuhälter, sondern auch ihre große Liebe ist. Als Monique aber erfährt, dass er sie betrügt, bricht in ihr eine Welt zusammen. Doch welche Konsequenz wird sie ziehen?

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A. F. Morland

Im Penthouse der Domina

Redlight Street #12

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Im Penthouse der Domina

REDLIGHT STREET #12

von A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 106 Taschenbuchseiten.

 

Sie ist die Domina, der die Männer aus den höheren Kreisen zu Füßen liegen und die sie mit Geld und teuren Geschenken überschütten. Und das Geld liefert sie bei Bertrand ab, der nicht nur ihr Zuhälter, sondern auch ihre große Liebe ist. Als Monique aber erfährt, dass er sie betrügt, bricht in ihr eine Welt zusammen. Doch welche Konsequenz wird sie ziehen?

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

[email protected]

Die Hauptpersonen:

Monique Azema - Stardirne in Brüssel, mit Sonderprogramm für reiche Freier mit ausgefallenen

Wünschen.

Bertrand Didier - ihr Zuhälter, den sie trotz seines miesen Charakters liebt.

1

Brüssel war Monique Azemas Stadt. Hier war sie auf die Welt gekommen, aufgewachsen, zur Schule gegangen und sie hatte schon als ganz junges Mädchen davon geträumt, dass ihr diese Stadt einmal gehören würde.

Es war in Erfüllung gegangen, dieser große, anmaßende Traum jenes armen kleinen Mädchens aus dem Vorort. Auf eine eigenartige Weise hatte er sich erfüllt. Man konnte ohne Übertreibung behaupten, dass Monique eine der außergewöhnlichsten Karrieren gemacht hatte, die in dieser Stadt je möglich gewesen waren.

Monique - die Dirne!

Sie war mit ihrem liebesroten Ritmo unterwegs. Die Farbe des Wagens war genauso einmalig wie das Mädchen, dem er gehörte. Monique hatte ihn gekauft und gleich nach ihren Vorstellungen umspritzen lassen, und die Farbe, die sie dafür ausgewählt hatte, nannte sie »liebesrot«. Ja, sie verband die Liebe mit einem ganz bestimmten Rotton. Auch ihr Lippenstift hatte diese eigenwillige Farbe; sie bezog ihn aus Paris.

Monique fuhr also mit ihrem Auto durch das abendliche Brüssel. Nicht, um irgendwelche Kunden aufzureißen - das hatte sie nicht mehr nötig. Heute kamen die Freier zu ihr, baten um Termine. Es waren hochgestellte Persönlichkeiten: Direktoren multinationaler Großkonzerne, Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Politiker ...

Wenn Monique behauptete, Brüssel wäre ihre Stadt, dann hatte das durchaus seine Berechtigung, denn auf Grund ihrer hervorragenden Beziehungen zu den höchsten Kreisen, die bis ins Königshaus hineinreichten, konnte sie den Lauf so mancher Dinge beeinflussen. Welche Nutte in dieser Stadt war dazu in der Lage?

Das hübsche blonde Mädchen blickte auf die Armbanduhr von Cartier. Sie war spät dran, weil sie zu Hause aufgehalten worden war. Bertrand Didier, ihr Freund und Lude, hatte angerufen, und sie hatte sich für dieses Gespräch Zeit nehmen müssen, obwohl sie bereits im Weggehen gewesen war. Aber Bertrand konnte sehr sauer werden, wenn sie ihn kurz abzufertigen versuchte. Er hielt sich für den Nabel der Welt, und Monique musste nach seiner Pfeife tanzen. Tat sie es nicht, gab es Ohrfeigen. Er behandelte sie nicht besonders gut, vertrat den Standpunkt, ein Zuhälter müsse seiner Tülle gegenüber Härte zeigen, damit sie spurte.

Monique liebte ihn trotzdem. Sie wusste, dass sie verrückt war, aber sie konnte nicht anders. Irgendeinen Tick hatte jeder Mensch. Moniques Tick war Bertrand. Er hatte sie auf ihrem Weg nach oben begleitet.

Eigentlich war ,begleitet‘ nicht das richtige Wort, denn es hatte sich herausgestellt, dass er nicht über das Format verfügte, mit seiner Tülle Schritt zu halten. Monique hätte sich seiner elegant entledigen können. Gelegenheiten hätten sich dazu bereits einige angeboten, aber sie wollte sich nicht von Bertrand trennen. Er gehörte irgendwie zu ihrem Leben, das ohne ihn leer gewesen wäre. Sie nahm seine Wutausbrüche in Kauf und sagte nichts, wenn er sie schlug, denn sie war davon überzeugt, dass er sie im Grunde genauso liebte und brauchte wie sie ihn. Er zeigte seine Liebe eben anders - auf seine Weise.

Das Kleid, das Monique trug, war ein weißer Traum aus Satin - ein teures Geschenk eines glühenden Verehrers, den sie heute Abend treffen sollte. Doch nicht nur ihn, sondern auch noch einige andere Leute von Rang und Namen. In ihrer Handtasche befand sich eine persönliche Einladung zu einem Empfang, der im Palais eines reichen Aristokraten stattfand.

Guy Maginot, der Mann, der ihr das teure Modellkleid geschenkt hatte, hatte sie heute Morgen angerufen, um sich zu vergewissern, dass sie die Einladung auch tatsächlich annehmen würde.

»Warum liegt dir so viel daran, dass ich auf diesem Empfang erscheine, Guy?«

»Weil es mir ein Riesenvergnügen bereitet, dabei zuzusehen, wie all diese eingebildeten Idioten, die sogenannten Honoratioren dieser Stadt, vor einer Dirne buckeln. Du kriegst ein Kleid von mir - in dem wirst du wie eine Königin aussehen. Wenn du erscheinst, wird es bei manchem Herrn eine nasse Hose geben.«

»Wenn mich jemand erkennt ...«

»Niemand wird es sich anmerken lassen. Es wird ein Heidenspaß.«

Und nun war Monique unterwegs zu diesem »Heidenspaß«, den sich Guy Maginot, der Honorarkonsul irgendeiner winzigen Inselgruppe im Stillen Ozean, eine hübsche Stange Geld kosten ließ. Er hatte das Mädchen für vierundzwanzig Stunden bezahlt, und er hatte noch ein paar dicke Scheine extra draufgelegt. Leicht verdientes Geld. Warum sollte Monique dem Kunden diese Freude nicht machen?

Wieder warf sie einen ungeduldigen Blick auf ihre Uhr und drückte etwas mehr aufs Gaspedal.

Sie erreichte den Stadtteil Heysel, und kurz darauf ragte das Atomium, dieses beeindruckende Wahrzeichen, vor ihr auf - 110 Meter hoch, zur 58er Weltausstellung erbaut. Diese Metallkonstruktion versinnbildlichte den Sieg des Menschen über die Materie und stellte die 200milliardenfache Vergrößerung eines Eisenmoleküls dar: neun Hohlkugeln von 18 Metern Durchmesser, die durch drei Meter starke Rohre, in denen sich Rolltreppen befanden, verbunden waren.

Selbst Monique, die an diesen Anblick gewöhnt war, wurde davon immer wieder fasziniert. Sie ließ sich jedoch nur kurz davon ablenken, schaute dann wieder nach vorn auf die Straße.

Aber dennoch passierte es. Da waren auf einmal zwei betrunkene Männer!

Der eine wollte die Fahrbahn noch vor dem Ritmo überqueren, der andere blieb stehen und versuchte den Freund zurückzuziehen.

Hin - her - hin - her ...

Dann riss der eine Mann sich los und torkelte direkt vor Moniques Auto. Selbstherrlich hob er die Hand.

»Jetzt gehe ich!«, sollte das wohl heißen.

Monique trat hart auf die Bremse. Ihre Züge waren zu einer Maske des Schreckens erstarrt. Sie zog den Ritmo nach rechts und versuchte an dem Betrunkenen vorbeizukommen. Es wäre gut ausgegangen, wenn der Mann stehengeblieben wäre, aber er schätzte die Situation falsch ein und taumelte unbekümmert weiter.

Das rote Auto rutschte auf ihn zu. Auf ihn und auf eine Straßenlaterne, die am Gehsteigrand stand.

Monique schloss die Augen, verzerrte das hübsche Gesicht, stützte sich mit gestreckten Armen am Lenkrad ab. Mehr konnte sie nicht tun.

Ein dumpfer Aufprall, ein Schrei!

Das war der Mann, durchzuckte es Monique.

Noch ein Aufprall, hart und schmerzhaft! Monique wurde nach vorn gerissen. Klickend spannte sich der Sicherheitsgurt.

Laterne!, dachte Monique.

Dann kam der Blackout ...

2

Sie kam erst wieder so richtig zu sich, als sie sich auf dem Polizeirevier befand. Die Geschehnisse waren an ihr vorbeigezogen wie ein düsterer, verschwommener Alptraum mit bizarren Bildern. Relativ unbeteiligt hatte sie die Bilder in sich aufgenommen - die vielen Leute, die auf einmal dagewesen waren, den verletzten Mann, den Krankenwagen, die Polizisten.

Und nun saß sie hier, hatte keine Ahnung, wie lange schon, und wurde allmählich wieder klar.

»Wie geht es dem Mann?«, hörte sie sich fragen. Ihre Stimme kam ihr fremd vor.

»Betrunkene haben einen besonders wachsamen Schutzengel«, antwortete der Beamte, dem sie gegenübersaß - Typ: braver Familienvater, leicht übergewichtig, langsam, behäbig. Wenn er daheim etwas Aufregendes erleben wollte, musste er wahrscheinlich das Fernsehgerät einschalten und sich einen Krimi ansehen.

»Darf ich gehen?«, fragte Monique.

»Nein.«

»Und warum nicht?«, wollte das blonde Mädchen wissen.

»Weil wir mit Ihnen noch nicht fertig sind.«

»Hören Sie, ich mag es nicht, wenn Sie mich so behandeln, als wäre ich an diesem Unfall schuld«, sagte Monique ärgerlich. »Der Mann torkelte mir vor den Wagen, das wird er Ihnen selbst bestätigen.«

»Im Moment ist er noch viel zu blau, um eine vernünftige Aussage machen zu können.«

»Haben Sie etwa vor, mich hier festzuhalten, bis dieser Mann nüchtern ist?«, fragte Monique empört.

»Sie werden sich in Geduld fassen!«, sagte der Beamte unwillig.

»Warum fragen Sie nicht den Freund des Verunglückten?«

»Welchen Freund?«

»Na, diesen anderen Betrunkenen.«

»Wir wissen nichts von einem anderen Betrunkenen«, behauptete der Beamte.

»Aber es gab einen zweiten.«

»Das tut nichts zur Sache. Sie sind zu schnell gefahren. Hat man Ihnen in der Fahrschule nicht beigebracht, wie man ein Auto zu fahren hat? Dann will ich es Ihnen sagen: Die Geschwindigkeit darf nur so hoch sein, dass Sie jederzeit stehenbleiben können. Und das konnten Sie ja wohl nicht.«

.»Sie haben doch nicht etwa die Absicht, mir einen Strick zu drehen!«, begehrte Monique auf.

»Es gibt einen Vertrauensgrundsatz ...«

»Ich pfeife darauf!«, schrie sich das Mädchen immer mehr in Wut.

»Ich muss Sie bitten, sich zu mäßigen!«, sagte der Beamte scharf.

»Ich will telefonieren! Das dürfen Sie mir nicht verwehren! Ich kenne meine Rechte.«

»Möchten Sie Ihren Anwalt anrufen?« fragte der Polizist.

»Ich brauche keinen Anwalt, denn ich bin unschuldig. Ich werde jemanden anrufen, der Ihnen das klarmachen wird«, ereiferte sich Monique. Ihre Augen verschossen kalte Blitze. »Also, was ist nun? Darf ich telefonieren?«

Der Beamte wies auf den Apparat.

»Bitte. Aber machen Sie es kurz!«

»Danke«, sagte Monique giftig. Und dann rief sie Guy Maginot an.

»Monique, wo bleibst du so lange?«, fragte der Honorarkonsul verstimmt. »Sag jetzt bloß nicht, du kannst nicht kommen.«

»Es ist aber leider so«, sagte Monique heiser.

»Das ist nicht fair! Ich habe deine Zusage ...«

»Ich hatte einen Unfall«, berichtete das Mädchen ihrem Kunden.

»Bist du verletzt?«, fragte Maginot erschrocken.

»Nein, es geht mir gut, aber ich kann hier nicht weg. Man hält mich fest.«

»Was heißt das?«, brauste der Konsul auf. »Wer hält dich fest?«

»Die Polizei.«

»Aber wieso denn? Auf welchem Revier befindest du dich?«

Sie sagte es ihm.

»Ich komme sofort«, sagte Guy Maginot, und Monique legte den Hörer mit einem überheblichen, triumphierenden Lächeln auf.

Guy wird dir gehörig den Kopf waschen, du armes Würstchen, dachte sie schadenfroh.

Zwölf Minuten nach dem Telefonat erschien der Konsul und machte einen Riesenwirbel. Er brüllte den selbstherrlichen Polizeibeamten zusammen, ließ ihn nicht zu Wort kommen und drohte, das skandalöse Verhalten des Mannes dem Polizeipräsidenten persönlich vorzutragen.

»So anmaßend werden Sie nie wieder sein, das verspreche ich Ihnen!«, schrie Maginot. »Sie können von Glück reden, wenn man kein Verfahren gegen Sie einleitet.«

»Aber ...«

»Schweigen Sie!«, brüllte Maginot weiter. »Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind? Man sollte Sie degradieren, oder besser gleich aus dem Polizeidienst entlassen. Sie sind eine Schande für die gesamte Brüsseler Polizei! Ich verlange von Ihnen, dass Sie sich bei Madame Azema für Ihr impertinentes Benehmen entschuldigen!«

Wird er?, fragte sich Monique amüsiert.

Der Beamte erhob sich, bleich wie ein Laken, und entschuldigte sich tatsächlich mit kratziger Stimme.

Monique lachte das Herz im Leibe. Sie stand gleichfalls auf.

»Haben Sie immer noch etwas dagegen, dass ich gehe?«, erkundigte sie sich spöttisch lächelnd.

»Selbstverständlich nicht«, beeilte sich der Polizist zu sagen. »Wenn ich geahnt hätte, dass Sie mit dem Konsul befreundet sind ... Sie hätten es mir sagen sollen ... Es tut mir aufrichtig leid ...«

Monique schob ihre schlanke Hand unter Maginots Arm.

»Bring mich von hier fort, Guy! Ich kann diese Umgebung nicht länger ertragen.«

»Natürlich, meine Liebe. Das kann ich verstehen.«

Niemand hinderte den Konsul daran, mit Monique das Revier zu verlassen.

Der Beamte ließ sich zähneknirschend auf seinen Stuhl fallen, und schlug mit der Faust wütend auf den Tisch.

»Verdammt!«, knurrte er. »Warum muss ausgerechnet mir so etwas passieren? Immer trete ich ins Fettnäpfchen!«

Draußen umarmte Maginot die Dirne. Lachend fragte er: »Na, wie war ich?«

»Du warst großartig. Sehr überzeugend.«

»Wenn ich loslege, werden sie alle ganz klein.«

»O ja, du hast sehr viel Macht über deine Mitmenschen«, sagte Monique.

»Manchmal zu viel Macht«, erwiderte Guy. »Darin liegt mein Problem, wie du weißt. Ich kann überall auftrumpfen, kann Männer vernichten. Die Leute zittern vor mir, haben Angst. Ich beherrsche sie. Aber niemand beherrscht mich.«

»Das stimmt nicht«, widersprach ihm Monique. »Ich beherrsche dich.«

»Ja, du beherrscht mich. Deshalb brauche ich dich. Deshalb werde ich immer wieder zu dir kommen und mich von dir demütigen lassen. Immer nur herrschen und strafen, das ist kein Leben. Ich muss ab und zu beherrscht und bestraft werden. Du stellst mit dem, was du tust und wofür ich dich bezahle, mein seelisches Gleichgewicht wieder her.«

Monique Azema, die Domina von Brüssel, lächelte.

»Ich gebe mein Bestes.«

»Und ich weiß es zu schätzen.«

»Wir müssen mit deinem Wagen fahren«, sagte die Dirne. »Meiner ist ziemlich hinüber. Er hat eine Straßenlaterne geküsst. Das ist ihm nicht bekommen.«

»Macht nichts. Wenn ich darf, schenke ich dir einen neuen«, sagte der Konsul und öffnete den Schlag seiner teuren schwarzen Limousine.

Auf dem Empfang zeigte Guy Maginot das attraktive Mädchen stolz herum. Er behauptete, sie bekleide ein hohes Amt in der flämischen Gewerkschaft, und niemand wäre auf die Idee gekommen, in ihr eine Tülle zu sehen, ein Mädchen, das man für Geld haben konnte. Sie wurde von Herren mit Glatze oder schütterem Haar hofiert, man sonnte sich in ihrem strahlenden Glanz, ständig war sie von Männern umringt.

»Ich lache mich kaputt«, sagte Maginot, als er Monique am kalten Büffet traf. »Sie kriechen dir alle hinten rein, diese Schafsköpfe. Ihre Weiber, die wie Weihnachtsbäume geschmückt sind, würden reihenweise in Ohnmacht fallen, wenn sie wüssten, wer du wirklich bist. Kein Mann dürfte sich mehr in deine Nähe wagen. Eine Dirne auf so einem sauberen Fest - wie schockierend. Hast du unter den Anwesenden ein bekanntes Gesicht entdeckt?«

»Noch nicht«, antwortete Monique. »Dabei dachte ich, die oberen Zehntausend dieser Stadt würden bei mir aus und ein gehen.«

»Nur jene, die man pervers nennt!«, schränkte der Konsul ein. »O Monique, ich würde es mit dir am liebsten hier vor allen Leuten treiben. Gleich auf diesem Tisch, zwischen all diesen Köstlichkeiten.«

»Du wirst dich beherrschen!«, sagte die Domina streng.

»Es fällt mir schwer.«

»Ist es eine Folter für dich?«

»Ja«, stöhnte der Konsul.

Monique schmunzelte.

»Nun, dann kann es dir ja nur recht sein.«

Schweißtröpfchen glänzten auf seiner Stirn.

»Ich muss unbedingt etwas trinken«, sagte er. »Ich komme um vor Durst.«

»Hoffentlich guckst du nicht zu tief ins Glas, sonst läuft heute Nacht nichts. Du weißt, dass ich etwas gegen Freier habe, die sternhagelvoll sind.«

»Ich werde mich nicht betrinken«, versprach er. »Ich will schließlich etwas von den gemeinen Spielchen haben, die du dir für heute ausgedacht hast. Ich bin verrückt nach dir, Monique.«

»Ich weiß«, erwiderte sie kühl.

»Du behandelst mich genau richtig.«

»O ja, ich weiß, was du brauchst, und ich geb’s dir.«

»Mit der Peitsche«, seufzte der Konsul.

»Auch damit«, bestätigte Monique.

Ein Mann holte Guy fort. Er müsse unbedingt den Legationsrat Soundso kennenlernen, sagte der Mann.

»Entschuldige mich«, sagte Maginot zu Monique.

»Ausnahmsweise«, entgegnete sie lächelnd.

Er beugte sich vor und flüsterte ihr ins Ohr: »Ich werde heute Nacht in deinem Penthouse heulen wie ein Wolf!« Dann entfernte er sich.

Um Mitternacht wurde Kaffee serviert. Damit wurde das Ende des Empfangs angezeigt.

»So!«, sagte der Konsul ungeduldig. »Und nun fahren wir zu dir. Ich bin schon ganz geil. Wie hat es dir hier gefallen? Hast du dich amüsiert?«