In der Brandung - Gianrico Carofiglio - E-Book
  • Herausgeber: Goldmann
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2013
oder
Beschreibung

Ein Polizist mit einer dunklen Vergangenheit, eine Frau mit einer schweren Schuld und ein Mädchen in Gefahr.

Roberto Marías führt als verdeckter Ermittler im Kampf gegen Drogenhandel und Bandenkriminalität ein Doppelleben. Die Grenze zwischen Rolle und Realität verschwimmt jedoch zusehends, als er sich in die Tochter eines Drogenbosses verliebt. Es kommt der Moment, in dem Roberto sich entscheiden muss, auf welcher Seite er steht – mit tragischen Konsequenzen, an denen er fast zerbricht. Er wird vom Dienst freigestellt und versucht, Schritt für Schritt wieder ins Leben zurückzufinden. Eines Tages begegnet er Emma, die genau wie er an einer großen Last trägt. Die beiden kommen sich vorsichtig näher. Als Emmas Sohn Giacomo ihm von einem Mädchen erzählt, das in Gefahr zu sein scheint, muss Roberto sich die Frage stellen, ob er bereit ist, den Kampf gegen die dunkle Seite wiederaufzunehmen.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl:301


Buch

Jeden Montag und Donnerstag besucht Roberto Marías seinen Psychiater. Roberto ist Polizist, doch er übt seinen Beruf derzeit nicht aus. Er arbeitete lange Zeit als verdeckter Ermittler im Kampf gegen Drogenhandel und Bandenkriminalität und führte ein Doppelleben. Dabei wurde Roberto immer mehr eins mit seiner Rolle und verliebte sich in die Tochter eines südamerikanischen Drogenbosses. Doch als Undercoveragent musste er tatenlos fortgesetzten Gewaltverbrechen zusehen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Roberto für eine Seite entscheiden musste – mit tragischen Konsequenzen. Nach einem Zusammenbruch versucht Roberto nun, mithilfe des Psychiaters ins Leben zurückzufinden. Vor dem Hauseingang der Praxis begegnet er eines Tages seiner Mitpatientin Emma, die genau wie er an einer großen Last trägt. Diese Begegnung beginnt Roberto aufleben zu lassen. Als Emmas Sohn ihm von einem Mädchen in Gefahr erzählt, muss Roberto sich die Frage stellen, ob er bereit ist, seinen Beruf wieder aufzunehmen und einen Neuanfang zu starten.

Weitere Informationen zu Gianrico Carofiglio sowie zu lieferbaren Titeln des Autors finden Sie am Ende des Buches.

Gianrico Carofiglio

In der Brandung

Roman

Aus dem Italienischen von Viktoria von Schirach

Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel»Il Silenzio Dell’Onda« bei Rizzoli, RCS Libri S.p.A., Milano

1. Auflage Mai 2013

Copyright © der Originalausgabe 2011 by Gianrico Carofiglio

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe 2013

by Wilhelm Goldmann Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur München

Umschlagmotiv: © plainpicture / Denise Vernillo

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

ISBN 978-3-641-09281-8

www.goldmann-verlag.de

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1

Er begegnete ihr nun zum dritten Mal vor der Haustür des Doktors, wieder an einem Montag und wieder zur selben Uhrzeit. Er war sich sicher, sie schon einmal gesehen zu haben, aber er hätte nicht sagen können, wo oder wann.

Vielleicht war sie auch eine Patientin, die für vier Uhr bestellt war, sagte er sich, während er die Treppe zur Praxis hinaufstieg.

Die Klingel schellte, kurz darauf ging die Tür auf, und der Doktor ließ ihn ein. Wie immer durchquerten sie den Flur mit den vollen Bücherregalen schweigend, betraten das Sprechzimmer und setzten sich. Roberto vor den Schreibtisch, der andere dahinter.

»Und, wie geht es Ihnen heute? Letztes Mal hatten Sie schlechte Laune.«

»Heute geht es besser. Ich weiß nicht, warum, aber als ich die Treppe heraufkam, kam mir eine alte Geschichte aus meinen frühen Jahren als Carabiniere in den Sinn.«

»Und zwar?«

»Nach der Polizeiakademie wurde ich als Unteroffizier im Bahnhof einer kleinen Stadt in der Nähe von Mailand eingesetzt.«

»War das üblich für einen ersten Einsatz?«

»Ja, absolut. In dem Städtchen war es sehr ruhig. Fast schon zu ruhig, es passierte rein gar nichts. Der Bahnhofsvorsteher – ein älterer Polizeihauptmeister – war ein friedliebender Mensch, der immer versuchte, die Dinge gütlich zu lösen. Ich glaube, dass er nicht einmal Spaß daran hatte, Leute festzunehmen, was auch nur sehr selten vorkam. Ein paar kleine Diebe, höchstens mal ein harmloser Dealer.«

»Machte es Ihnen denn Spaß?«

»Wie bitte?«

»Machte es Ihnen Spaß, jemanden festzunehmen?«

Roberto zögerte einen Augenblick.

»So ausgedrückt, klingt es tatsächlich nicht schön. Aber es ist wahr. Der echte Bulle – das sind nicht alle Carabinieri, und auch nicht alle Polizisten – lebt für den Moment der Festnahme. Was den Beruf angeht, meine ich. Wer seinen Beruf liebt, will auch ein Resultat sehen. Und das Resultat unserer Arbeit, da braucht man sich nichts vorzumachen, ist es nun einmal, jemanden hinter Gitter zu bringen.«

Roberto dachte nach über das, was er gerade gesagt hatte. Es war zwar selbstverständlich, aber so ausformuliert und laut ausgesprochen, bekam es eine neue, unangenehme Bedeutung. Er schüttelte den Kopf und versuchte, den Faden seiner Geschichte wieder aufzunehmen.

»Eines Tages sitze ich gerade beim Friseur, als ich Geschrei von der Straße höre. Gleich danach rennt eine Frau vorbei und zieht ein Kind hinter sich her. Ich stehe auf und reiße mir das Handtuch herunter, während der Friseur mich ermahnt, keinen Dummheiten zu machen. Ich denke, da sind wir hier in Norditalien, und der Mann sagt so etwas zu mir. Das passiert doch nur im Süden. Dann sage ich ihm, dass ich ein Carabiniere bin, was er längst weiß, laufe aus dem Laden und der Frau nach.«

»Was war passiert?«

»Ein paar hundert Meter weiter wurde gerade eine Bank ausgeraubt.«

»Ach so.«

»Ich sehe alles noch ganz genau vor mir. Ich zog meine Pistole heraus, lud sie, sicherte sie und lief los. Als ich an der Straßenecke ankam, direkt vor dem Eingang zur Bank, sah ich einen Volvo mit laufendem Motor, aber ohne Insassen.«

»Stand er vor der Bank?«

»Nein, um die Ecke. Ein paar Dutzend Meter vom Eingang entfernt, aber in der Querstraße. Die Bank war in der Hauptstraße. Ich schob mich ins Auto, machte den Motor aus und zog den Schlüssel ab.«

»Aber warum hatten sie das Auto unbeaufsichtigt gelassen?«

»Die beiden Bankräuber brauchten länger als gedacht, und der Fahrer war ausgestiegen, um sie zur Eile anzutreiben. Das fanden wir natürlich erst später heraus. Ich war gerade um die Ecke gebogen, als ich sie aus der Bank kommen sah. Ich versuchte mich zu erinnern, was wir auf der Polizeischule über das Verhalten in solchen Situationen gelernt hatten.«

»Was hatten sie Ihnen beigebracht?«

»Keinen Unsinn zu machen. Bei Überfällen sollten wir Verstärkung holen und die Situation beobachten, statt im Alleingang zu handeln.«

»Dann hat der Friseur das Richtige gesagt.«

»Stimmt.«

»Und?«

»In jenem Moment fielen mir diese Instruktionen nicht ein.«

»Die Bankräuber waren natürlich bewaffnet?«

»Zwei Pistolen. Als ich sie kommen sah, warnte ich sie im Namen der Polizei. Wie das ging, wusste ich noch, denn ich hatte es immer wieder allein geübt, in Erwartung meiner ersten Gelegenheit, den Warnruf anzuwenden.«

Roberto dachte, dass er diese Geschichte fast noch nie erzählt hatte, und hatte den Eindruck, dass sich dahinter eine ganze Menge von Erinnerungen zusammenballte. Einen Moment fühlte er sich wie überwältigt von dieser Empfindung, und er konnte nicht weitersprechen. Er glaubte, nichts mehr erzählen zu können, weil er sich nicht entscheiden konnte, was.

»Sie haben also die polizeiliche Warnung ausgesprochen, und dann?«

Die Stimme des Doktors setzte den stockenden Mechanismus wieder in Gang.

»Im Protokoll schrieben meine Vorgesetzten, dass die Bankräuber das Feuergefecht eröffneten und der Unteroffizier Roberto Marías mit seiner Dienstpistole zurückschoss. Aber ich weiß nicht, wer tatsächlich zuerst geschossen hat. Sicher ist nur, dass ein paar Sekunden später einer von ihnen am Boden lag, vor dem Eingang zur Bank, und die anderen beiden davonliefen. Was danach geschah, ist mir deutlicher in Erinnerung geblieben. Ich kniete mich hin, zielte und schoss das ganze Magazin leer.«

Roberto erzählte den Rest der Geschichte. Ein weiterer Bankräuber lag am Boden, er war an den Beinen getroffen worden. Der dritte wurde später festgenommen. Der Mann, der vor der Bank angeschossen worden war, war schwer verletzt, überlebte jedoch. Ein paar Tage nach der Schießerei wurde Roberto zum Einsatzchef gerufen, der ihm gratulierte, ihm eine Auszeichnung ankündigte und ihm eine Versetzung nach Mailand vorschlug. Roberto nahm an und wurde auf diese Weise mit nur dreiundzwanzig Jahren das, was er im Sinn hatte, als er zu den Carabinieri ging: Fahnder.

»So hat also alles angefangen?«

»So hat alles angefangen.«

»Und Sie sagten, diese Geschichte sei Ihnen wieder eingefallen, als Sie die Treppe zu mir hochstiegen?«

»So ist es.«

»Wollten Sie mir ursprünglich etwas anderes erzählen?«

»Ja. Ich wollte Ihnen einen Traum von letzter Nacht erzählen.«

»Was haben Sie geträumt?«

»Vom Surfen. Ich habe geträumt, dass ich auf den Wellen stand.«

»Windsurfen?«

»Nein, Wellensurfen.«

»Haben Sie diesen Sport jemals ausgeübt?«

Roberto schwieg eine Weile, während sein Blick auf ferne, stille Wellen gerichtet war, und dachte an den herben Duft des Ozeans, ohne dass es ihm gelingen wollte, ihn heraufzubeschwören.

»Ich habe als Kind viel gesurft, bevor ich mit meiner Mutter nach Italien kam.«

Er wollte weitersprechen, aber er fand entweder die Worte oder die Erinnerungen nicht mehr, vielleicht fehlte ihm auch der Mut, und so blieb er stumm sitzen, ohne den Doktor anzusehen. Dieser ließ ein paar Minuten verstreichen und sagte dann, dass es für diesen Nachmittag genug sei.

»Wir sehen uns kommenden Donnerstag wieder.«

Roberto blickte ihn erwartungsvoll an. Der Doktor schien immer etwas hinzufügen zu wollen, was dann aber ausblieb. Wir sehen uns kommenden Montag, wir sehen uns kommenden Donnerstag. Das war alles. Roberto verließ die Praxis mit einer leichten Enttäuschung, in die sich jedoch in letzter Zeit auch eine gewisse Erleichterung mischte.

Nach langen Monaten des Sich-Treiben-Lassens schien so etwas wie Ordnung in sein Leben zurückzukehren.

Zunächst einmal konnte er wieder schlafen. Mit Hilfe von Tropfen, zugegebenermaßen, aber das war ein Klacks im Vergleich zu der Zeit vor ein paar Monaten, als er sich mit schweren Geschützen betäuben musste, um in einen metallischen, todesähnlichen Schlaf zu versinken.

Er hatte begonnen, wieder ein wenig Sport zu treiben, las von Zeit zu Zeit die Zeitung, trank so gut wie nichts und hatte seinen täglichen Tabakkonsum auf weniger als zehn Zigaretten reduziert.

Außerdem waren da die Spaziergänge.

Der Doktor hatte ihm geraten, viel zu Fuß zu gehen. So viel, dass er müde oder – noch besser – erschöpft war, wenn er nach Hause kam. Er hatte seine Skepsis kundgetan, sich jedoch gefügt, so wie man sich einer ärztlichen Anordnung fügt – und genau das war es ja auch –, und hatte kurz darauf staunend festgestellt, dass die Spaziergänge aus irgendeinem Grund ihren Zweck erfüllten.

Er konzentrierte sich auf seine Schritte und wiederholte im Geiste den Vorgang. Ferse, Spitze, Abstoßen, Schwung. Und wieder Ferse, Spitze, Abstoßen, Schwung. Ohne Ende, wie ein Mantra.

Diese ungewohnte Bewusstmachung der Bewegungen hatte eine hypnotische Wirkung und vertrieb seine schlechte Laune. Roberto lief manchmal drei, vier Stunden lang, und wenn er am Ende müde war, erschien ihm das als ein Anzeichen von Gesundheit im Vergleich mit der Erschöpfung und dem Nebel der vergangenen Monate.

Es war nicht so, dass er nicht nachgedacht hätte während dieser Spaziergänge. Nichts zu denken wäre zweifellos das Beste gewesen. Aber das schnelle Gehen und die Konzentration auf die Bewegung verhinderten, dass seine Gedanken sich allzu sehr festhakten in seinem Kopf. Die Dinge kamen ihm in den Sinn, doch sie machten auch schnell wieder anderen Platz.

Die Tage und Wochen hatten wieder einen Rhythmus bekommen. Die Woche kreiste um die zwei Termine beim Doktor, Montag und Donnerstag. Der Tag kreiste um seine endlosen, hypnotischen Wanderungen.

Manchmal riefen Kollegen an und schlugen ihm vor, sich auf einen Kaffee oder eine Pizza zu treffen. Anfangs hatte er immer höflich abgelehnt, aber sie ließen sich nicht entmutigen, und mit der Zeit merkte er, dass es ihn weniger Mühe kostete, die Einladung anzunehmen, als sie abzulehnen. Er ertrug dann das fürsorgliche und umsichtige Verhalten des jeweiligen Kollegen so lange, bis er sich verabschieden und gehen konnte. Mitunter fühlte er sich, als halte er das Gleichgewicht neben einem Abgrund. Danach kehrte er nach Hause zurück, machte die Stereoanlage oder den Fernseher an und überbrückte so die Zeit bis zu seinen Tabletten und dem chemischen Schlaf.

Giacomo

Heute Nacht habe ich meinen Vater gesehen. Es klingt vielleicht nicht allzu erstaunlich, dass jemand seinen Vater sieht, selbst wenn es nachts ist.

Nur dass meiner tot ist.

Vor vier Jahren hat er nach einem Streit mit meiner Mutter das Haus verlassen und ist nicht mehr zurückgekommen. Ich habe erst viel später erfahren, dass er tot ist. Ich war damals siebeneinhalb.

Und jetzt habe ich zum ersten Mal, seit er weggegangen ist, von ihm geträumt. Im Traum lächelte er – was er sonst nur sehr selten tat –, und das erinnerte mich, ich weiß nicht, warum, an den Ausflug in den Zoo, den wir zu meinem siebten Geburtstag machten, dem letzten, den wir gemeinsam feierten.

Ich traf meinen Vater auf einer Allee, mitten in einem wunderschönen Park voller Wiesen und Bäume. Er kam auf mich zu und reichte mir die Hand, als wollte er sich mir vorstellen. Das kam mir zwar ungewohnt vor, aber als ich seine Hand schüttelte, war das ein gutes Gefühl, und es schien mir ganz natürlich. Mein Vater sagte nichts, aber ich verstand, dass ich mit ihm gehen sollte, und wir wanderten die Allee hinunter.

Nach ein paar Minuten (um die Wahrheit zu sagen, wusste ich nicht, ob es Minuten waren oder sehr viel mehr Zeit; im Traum ist das Zeitgefühl anders, als wenn man wach ist) kamen wir an einem großen Schäferhund vorbei. Er lag am Straßenrand im Gras und schlief. Als wir auf seiner Höhe waren, sprang er auf und lief mir entgegen. Er wedelte dabei mit seinem dicken Schwanz, ließ sich streicheln und leckte mir die Hände.

Es war eine außergewöhnliche Erfahrung, denn normalerweise habe ich Angst vor Hunden, und wenn ich einen auf der Straße sehe – vor allem, wenn es sich um einen Schäferhund oder ein ähnliches Ungetüm handelt –, bleibe ich ganz gewiss nicht stehen, um ihn zu streicheln. Ich genoss es sehr, keine Angst zu haben.

»Wie heißt er?«, fragte ich meinen Vater. Im selben Moment merkte ich, dass er nicht mehr da war.

Ich heiße Scott, Chef.

Diese Antwort tauchte in meinem Kopf auf und war ein Zwischending zwischen dem, was nur in meinen Gedanken existierte, und einer Schrift wie in einer Sprechblase.

»Kannst du sprechen?«

So genau kann man das nicht sagen, Chef. Du kannst mich ja nicht hören. Aber das ist meine Stimme.

Während er das sagte, bellte er mit einem sehr tiefen Ton, beinahe einem Brummen, das jedoch sehr beruhigend war. Und diesen Ton vernahm ich ganz deutlich. Es war sogar der einzige Ton, den ich außer meiner eigenen Stimme in dem ganzen Traum gehört hatte.

»Warum ist mein Vater weggegangen?«

Auf diese Frage antwortete Scott nicht.

Machen wir einen Spaziergang, Chef?

Mit diesen Worten setzte er sich in Bewegung, und ich folgte ihm, wenn auch ein wenig enttäuscht darüber, dass mein Vater nicht mehr bei uns war. Ich dachte aber, wenn ich ihm nun schon einmal begegnet war, würde ich ihn vielleicht auch wiedersehen, und dann würden wir uns auch unterhalten können.

Dafür, dass es ein Traum war, erschien mir alles sehr real: Ich spürte den frischen Wind auf meiner Haut, roch den Duft des Grases, und wenn ich in eine bestimmte Richtung sah, blendete mich das Sonnenlicht.

Da fiel mir plötzlich etwas ein, was ich schon lange vergessen hatte. Mein Vater hatte einmal gesagt, er wolle mir einen Hund schenken; ich müsse nur erst alt genug sein, um mich um ihn kümmern zu können. Ich war begeistert von dieser Idee und fragte ihn, wann genau ich alt genug dafür wäre, und er antwortete, dass elf, zwölf wohl das richtige Alter wäre, denn da höre man auf, ein Kind zu sein und beginne, erwachsen zu werden.

Während ich noch daran dachte, wachte ich auf.

Ich blieb im Bett liegen, bis meine Mutter kam und mir sagte, dass ich aufstehen und zur Schule gehen musste. Ich dachte, wie schön es wäre, wenn Scott auch tagsüber bei mir wäre. Ich könnte ihn überallhin mitnehmen und mich vielleicht sogar von ihm von der Schule abholen lassen. Ich bin sicher, dass manche Leute sehr viel vorsichtiger wären mit dem, was sie sagen oder tun, wenn sie mich in Scotts Begleitung anträfen.

2

Als er um die Ecke bog, sah er gerade noch, wie sie aus dem Hauseingang kam, ein paar Meter ging und dann einen Kleinwagen aufsperrte und sich hineinsetzte. Roberto ging langsam auf die Haustür zu und wollte gerade den Klingelknopf drücken, als er ein dumpfes Geräusch aus der Richtung des Autos hörte, eine Art wütendes Knirschen von verhakten Metallteilen. Er zog den über dem Klingelknopf schwebenden Finger zurück und ging zum Auto.

Die Frau drehte den Zündschlüssel erneut, und wieder ertönte das unangenehme, feindselige Geräusch. Roberto klopfte an die Scheibe; sie drehte sich um, blickte nach oben, hantierte am Türgriff und öffnete schließlich die Wagentür.

»Das ist die Batterie«, sagte Roberto.

»Wie bitte?«, fragte sie mit leicht gebrochener Stimme, wie jemand, der dabei ist, die Ruhe zu verlieren und sich beherrschen muss.

»Die Batterie Ihres Wagens ist leer. Deshalb können Sie den Motor nicht anlassen und auch die Scheibe nicht herunterlassen.«

»Und was mache ich jetzt? Muss ich sie austauschen lassen? Ich bin in Eile, ich habe eine Verabredung. Vielleicht rufe ich besser ein Taxi?«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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