Verlag: Melanie Holzner Kategorie: Erotika Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

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E-Book-Beschreibung Inside Girl - Melanie Holzner

Jade 'J' Wilson arbeitet für den bekannten Escort Service Inside in Los Angeles. Sie genießt ihr Leben als Single und hat viele Stammkunden, hauptsächlich Geschäftsmänner, die gerne ihre Begleitung buchen. Manches Date geht auch über den normalen Service hinaus, was ein gut gehütetes Geheimnis in der Branche ist. Eines Tages bekommt Jade eine Nachricht von einem Unbekannten, der ihren Service buchen möchte. Die Bedingung: er möchte anonym bleiben. Dies funktioniert nur durch eine Augenbinde, die Jade schon auf dem Weg zum Anwesen des Kunden anlegen muss. Ein aufregendes erotisches Spiel beginnt…. Würde sie je hinter die Identität des Fremden kommen? Wollte sie das überhaupt? Und was würde passieren, wenn sie wusste, wer er war? Als all diese Fragen mit einem Schlag beantwortet werden, findet sich Jade in einem Gefühlschaos wieder, das sie bald vor eine lebensverändernde Entscheidung stellt. Achtung: Erotikroman ab 18 Jahren aufgrund von eindeutigen sexuellen Handlungen und Beschreibungen

Meinungen über das E-Book Inside Girl - Melanie Holzner

E-Book-Leseprobe Inside Girl - Melanie Holzner

Inside Girl

Melanie Holzner

© 2013 Melanie Holzner, Salzburg, Österreich

© Cover Art by jdesign.at, Bild: Bigstock.com, matusciac

Für Wolfgang. Danke!

1

„Verdammt!” Jade warf die Wimperntusche in ihr Waschbecken. Sie hatte sich gerade die Wimpern frisch tuschen wollen und war in ihr Auge abgerutscht. Es brannte wie Feuer und nun hatte sie einen schwarzen Strich unter dem rechten Auge. Genervt nahm sie ein Kleenex und wischte sich die Farbe vom unteren Augenrand. Sie sah auf die Uhr. Mist, sie war sowieso schon zu spät dran. Die Tanzstunde, die sie heute genommen hatte, hatte etwas länger gedauert und nun musste sie sich in aller Eile fertig für ihren Abendtermin machen. Schnell fischte sie sich ihre Augentropfen aus dem Badschrank und träufelte einen Tropfen in das rechte Auge. „Ach was soll’s“, murmelte sie und gab auch noch einen Tropfen in das linke Auge. Sie sorgten dafür, dass ihre Augen nicht rot waren. Sie tuschte ihre Augen fertig, puderte nochmals ihre Nase und trug Lippenstift auf. Jade betrachtete sich im Spiegel, ihre langen kastanienbraunen Haare hatte sie immer noch vom Duschen hochgesteckt. Zufrieden zwinkerte sie sich zu. Sie gefiel sich und sie wusste, dass sie ihren Kunden auch gefiel. Nackt ging sie in ihr Ankleidezimmer und studierte ihren Kleiderschrank. Ihr Kunde war heute Russell Kline, mit ihm war sie schon öfters in Geschäftsbeziehung gewesen. Er hatte sie heute für ein Abendessen mit neuen Geschäftspartnern gebucht. Deshalb wählte Jade einen schwarzen Hosenanzug mit dünnen Nadelstreifen. Mit einem Griff schnappte sie sich einen schwarzen Stringtanga und den dazu passenden BH. Gekonnt verpackte sie ihre großen Brüste darin und schmunzelte, denn sie vermutete, dass Russell diese heute zu späterer Stunde genussvoll auspacken würde. Sollte ihr recht sein, schließlich verdiente sie damit in die eigene Tasche. Linda, die Agenturchefin, tolerierte das Nebengeschäft ihrer Mädchen, wusste aber offiziell nichts davon. Schließlich vermittelte sie nur Begleitungen, keine Call-Girls. So sah sich Jade auch nicht wirklich. Richtig, sie verdiente dabei, hatte aber selbst meistens großen Spaß am Sex mit ihren Kunden. Gerade wenn man sich länger kannte, war ein guter Schuss Sympathie mit dabei, das kam nie schlecht bei einer intimen Beziehung.

Als sie 5 Minuten später komplett angezogen vor ihrem Spiegel stand, war sie zufrieden mit dem Ergebnis. Der Hosenanzug schmiegte sich gekonnt an ihre tolle schlanke Figur. Sie hatte ein Trägertop unter dem Blazer an, so dass der Ausschnitt nicht zu viel enthüllte. Schließlich war es ein seriöses Geschäftsessen und sie wusste, dass Russell nicht auf Flittchenkleidung stand. Ihre schulterlangen Haare hatte sie zu einer Banane hochgesteckt und ein paar neckische Strähnen herausgezogen.

Es klingelte an der Türe, das musste der Chauffeur sein. Russell ließ sie immer abholen. Das Essen war in einem edlen Lokal in West Hollywood reserviert. Puh, Jade atmete erst einmal tief durch und war froh, dass sie doch noch zur geplanten Zeit fertig geworden war. Sie schnappte sich ihre silberne Clutch-Bag und fuhr mit dem Lift nach unten. Jade mochte ihr Loft. Es lag in einer ruhigen Seitenstraße in Bel Air und hatte eine tolle Dachterrasse, welche man bei dem herrlichen Wetter in LA fast das ganze Jahr nutzen konnte. Bel Air lag in der Nähe von Brentwood und West Hollywood, alles Nobelviertel in Los Angeles. Dank ihrer großzügigen Gage und ihren kleinen ‚Nebengeschäften‘ konnte sie sich diese ausgezeichnete Lage leisten.

„Hi Andrew“, begrüßte sie Russells Chauffeur.

„Guten Abend, Miss Wilson. Bitte.“ Er hielt ihr die hintere Wagentüre der schwarzen Limousine auf. Mit einem Lächeln setzte sie sich auf die Rückbank. Wie immer war eine kleine Flasche Champagner für sie bereitgestellt und sie schenkte sich ein Glas ein. Mit Gedanken der Vorfreude auf den Abend, lehnte sie sich entspannt zurück und genoss ihr kühles Glas der prickelnden Flüssigkeit. Die Fahrt dauerte nur 15 Minuten, jetzt um kurz vor halb 8 Uhr abends war die Rushhour schon vorbei und sie kamen gut voran. Russell wartete bereits vor dem Restaurant auf sie. Es war das Cecconi’s West Hollywood, ein ausgezeichneter Italiener.

Noch bevor sie ausgestiegen war, musste sie wieder lächeln. Russell. Sie mochte ihn wirklich sehr. Jetzt, wie er da so dastand, gab er ein Bild von einem Mann ab. In einem perfekt sitzenden schwarzen Anzug mit hellgrauem Hemd und dazu passender Krawatte sah er einfach umwerfend aus. Für seine 43 Jahre kleidete er sich sehr modern, mit jugendlichen Schnitten bei seinen Anzügen. Sein dunkelbraunes Haar trug er sehr kurz geschnitten und er hatte tiefblaue, intensive Augen. Als er den Wagen sah, ging er auf sie zu. Andrew öffnete ihr die Türe und Russell reichte ihr bereits galant die Hand.

„Hallo, meine Schöne“, begrüßte er sie mit seiner etwas rauen Stimme.

Er gab ihr einen Kuss auf die Wange.

„Hallo Russell.“ Sie sog den herben Duft seines Aftershaves ein und ihre Brustwarzen verhärteten sich. Ja, er hatte immer eine erregende Wirkung auf sie, musste sie wieder einmal feststellen.

Er war überzeugter Single und wollte sich partout nicht binden. Deshalb nahm er immer wieder die Dienste eines Escort-Services entgegen. Das war bei vielen ihrer Kunden so, manche waren einfach auch zu viel in der Welt aufgrund ihrer Geschäfte unterwegs und hatten schlichtweg keine Zeit für ernsthafte Beziehungen.

„Du siehst toll aus“, raunte er ihr zu, während sie auf den Restauranteingang zugingen. „Ich will dich später!“

Ihr Herz hüpfte, wusste sie doch, wie gekonnt er im Bett war.

„Oh, damit habe ich gar nicht gerechnet“, scherzte sie. Er lachte und entblößte dabei seine strahlend weißen Zähne.

Sie betraten das Cecconi’s. Das Hauptrestaurant hatte viele kleine runde Tische mit weißen Tischleinen, die Stühle waren in einem Taubenblau gehalten. Große Chandeliers hingen von der Decke. Am Ende des Restaurants befand sich eine Bar.

Russells Gäste warteten bereits an einem größeren Tisch. Es waren zwei Geschäftspartner, welche einen Abschluss für einen Werbespot mit Russells Firma vorhatten. Die Medienbranche war ein hart umkämpftes Business in LA. Sie wurden einander vorgestellt und Jade spielte gekonnt die Begleitung von Russell. Niemand wusste, dass sie von einem Escort-Service gebucht war.

Als Begleitung musste man, wenn möglich, sehr belesen sein. Man musste sich in vielen Bereichen auskennen und sollte zumindest bei ein paar Themen mitreden können. Eine gute Allgemeinbildung war Voraussetzung. Jade hatte Journalismus studiert und konnte von sich behaupten, sich, mit jetzt 25 Jahren, gut in mehreren Themen zu Hause zu fühlen. So konnte sie auch immer zu den Gesprächen am Tisch beitragen. Das kam dem Kunden meistens sehr zugute, machte es doch von ihm auch ein gutes Bild, sich mit einer gutaussehenden, intelligenten Frau zu schmücken.

Der Abend verlief lebhaft fröhlich und schien für Russell ein guter Erfolg zu sein. Seine zukünftigen Partner versprachen, gleich nächste Woche den Vertrag zu unterzeichnen, nachdem dieser von deren Rechtsabteilung geprüft worden war.

Sie verabschiedeten sich etwas früher und Jade und Russell blieben, um noch eine Nachspeise einzunehmen. Er nahm ihre Hand und hauchte ihr einen Kuss darauf. Seine warmen Lippen lösten ein angenehmes Prickeln bei ihr aus. Sie konnte es kaum erwarten, mit ihm im Bett zu liegen. Und dafür wurde sie auch noch bezahlt. Sie konnte ein inneres Grinsen nicht unterdrücken.

„Ich wette, du nimmst wieder deine Lieblings-Panna-Cotta.“ Er lächelte sie charmant an.

„Wie du das wieder erraten hast? Du kennst mich schon zu gut mittlerweile.“

„Nun, wir treffen uns ja auch schon drei Jahre mittlerweile, da lernt man schon einiges über seinen … äh ‚Geschäftspartner‘.“

„Schön gesagt, mein lieber Russell. Vielleicht möchtest du mal wechseln. Du weißt, wir haben viele nette Damen im Programm.“

Er schüttelte entsetzt den Kopf. „Niemals. Ich liebe Beständigkeit, das weißt du mittlerweile auch schon. Außerdem bin ich ein bisschen verliebt in dich, ich könnte gar nicht mit einer anderen ausgehen.“ Er schmunzelte und seine Augen blitzten vergnügt.

„Verliebt? Das ist aber ein großes Wort für dich.“

Russell zog eine Augenbraue nach oben. „Es ist die Wahrheit.“ Er fasste sich theatralisch ans Herz. Sie musste unwillkürlich lachen.

Es war die unbeschwerte Offenheit, die sie so sehr an ihrer Beziehung mochte. Russell war unheimlich unkompliziert. Sie legte ihre Hand auf seine, die noch immer auf seiner Brust war.

„Dann kann ich dir ja auch endlich meine Liebe gestehen.“ Sie zwinkerte.

„Ha, du und Liebe? Bei Gott, alles, aber das nicht. Ich kenne dich, J. Du pickst dir die Rosinen aus dem Kuchen, aber den ganzen Kuchen brauchst du nicht.“

„J“, so nannten sie Leute, die sie länger und gut kannten. Sie mochte es, wenn Russell sie J nannte.

„Du hast Recht. Aber ohne Gefühle geht es bei mir auch nicht. Ich gehe keine Geschäftsbeziehungen mit Menschen ein, die ich nicht leiden kann. Da kann es gut sein, dass das erste Date dann das letzte war.“

„Na da habe ich doch aber ein Glück!“

Sie lachten beide. Nachdem sie ihre Nachspeise und den Rest des hervorragenden Weines genossen hatten, gingen sie hinaus in die laue Nacht. Andrew wartete bereits mit der Limousine auf sie. Diese brachte sie zu Russells Haus in Brentwood.

Es war ein feudales Herrenhaus, Jade mochte es. Sie fühlte sich immer sehr wohl darin. Russell schloss die Tür hinter ihm. Schnell drehte er sie herum und drückte sie dagegen. Der Kuss, der dann kam, war voller Leidenschaft. Begierig saugte er an ihren Lippen und Jade erwiderte den Kuss. Ihre Zungen fanden sich und führten einen gekonnten Tanz auf. Schwer atmend hielt er inne.

„Gott, du machst mich immer so heiß. Den ganzen Abend hatte ich schon einen Ständer. Ich konnte nur an dich denken, wie du nackt vor mir liegst.“

„Dann lass uns keine Zeit verlieren. Du weißt, ich hasse lange Vorspiele.“ Sie zog ihn an seiner Krawatte nach oben in sein Schlafzimmer. Sein Jackett warf sie achtlos zu Boden und Russell knöpfte sich bereits seine Hose auf. Als er diese ausgezogen hatte, sah Jade die große Beule in seinen Shorts. Oh wow, noch größere Vorfreude machte sich in ihr breit. Sie liebte sein bestes Stück, verwöhnte er sie doch immer damit.

Er ließ sie nicht aus den Augen und legte sich auf sein Bett. Jade zog sich gekonnt langsam aus, obwohl sie innerlich bereits vor Erregung kochte. BH und Slip behielt sie an, sie wusste, dass er darauf stand, sie noch nicht völlig nackt neben sich zu haben. Den Rest wollte immer er erledigen. Jade legte sich auf ihn. Er lächelte sie an und küsste sie zärtlich. Er fuhr ihr mit den Fingern durch ihr Haar, welches sie vorher gelöst hatte.

„Du bist so wunderschön, J, so wunderschön.“

„Du auch“, flüsterte sie. Seine Hände wanderten über ihren Körper, liebkosten Zentimeter für Zentimeter ihre Haut. Er massierte sanft ihre Pobacken und küsste ihre Schulter dabei. Sie bekam Gänsehaut. Wohlig räkelte sie sich auf ihm. Er drehte sich und sie rutschte seitlich neben ihn. Langsam streifte er ihre BH-Träger herab und schob eine Seite nach unten. Ihre große Brust mit der harten Knospe kam zum Vorschein. Er massierte die Brustwarze mit seinem Daumen. Jade bog den Kopf nach hinten und schloss die Augen. Was für ein gutes Gefühl, er wusste genau, was sie mochte. Dann spürte sie seine Zunge auf ihrer Brust. Ein kurzes Stöhnen kam aus ihrer Kehle. Seine Zunge umkreiste spielerisch ihre erregte Warze, welche noch härter wurde. Russell fasste nach hinten und öffnete ihren Büstenhalter. Langsam wanderte seine Hand dann nach unten und seine Finger tauchten unter ihren String. Sie war feucht, das wusste sie, und sie wusste, wie sehr er das mochte. Seine kundigen Finger tauchten in ihre warme Feuchte ein und massierten dann ihre empfindliche Mitte. Sie stöhnte laut auf.

„Oh, du bist so schön bereit für mich, Jade.“

„Ja, ich will dich so sehr.“

Er zog seine Shorts aus und danach ihren Slip. Gierig betrachtete er sie, als er vor ihr kniete. Sein erigiertes Glied war unübersehbar.

Sie leckte sich die Lippen. Sie konnte nicht länger warten, wollte ihn in sich spüren.

„Komm“, flüsterte sie.

Er legte sich auf sie und drang mit einem sanften Stoß in sie ein.

„Oh Gott“, keuchte Jade. Russell stöhnte über ihr, als er sich langsam in ihr bewegte. Gleich passte sie sich seinem pulsierenden Rhythmus an. Sein Penis füllte sie vollkommen aus, sie fühlte die beständige Reibung in ihr.

„Oh Jade, ich tue es so gerne mit dir. Das ist so gut.“

Seine Bewegungen wurden schneller und sie küssten sich inbrünstig.

„Ich will, dass du kommst“, hauchte er stockend an ihrem Ohr.

Sie keuchte, ihre Brust war nass vom Schweiß. Ja, sie war nahe, sie würde gleich kommen, er wusste, wie es ging.

Und dann kam er, der Höhepunkt, wie ein Wasserfall, der herabdonnerte, strömte das Gefühl durch sie hindurch. Jade schrie.

Dann kam auch Russell und bog seinen Rücken durch, als er sich entlud. Schwer atmend wurden seine Bewegungen langsamer, bis er lächelnd in die Kissen sank.

Er griff sich eine Zigarette und bot ihr auch eine an. Jade nahm diese gerne. Sie rauchte nicht oft, aber gerade nach gutem Sex oder wenn sie etwas zu viel getrunken hatte, mochte sie es.

„Du schaffst es immer wieder, dass ich nicht genug von dir bekomme“, sagte Jade.

„Ha, man möchte meinen, du bezahlst mich, so wie du redest. Ich muss dir für deine Dienste danken, Süße!“

„Immer gerne.“ Sie grinste ihn an.

Er stand auf und ging zu seinem Jackett. Mit ein paar Geldscheinen in der Hand und der Zigarette im Mund kam er zum Bett zurück. „Hier, das hast du dir verdient.“ Er ließ fünf 100-Dollar-Scheine auf ihren Bauch fallen.

„Danke Russell, es war mir wie immer eine Ehre.“

Er küsste sie innig. „Ich bleibe dir treu, J!“

„Hattest du heute keine Lust auf ein paar Sexspielchen?“, fragte Jade.

„Nein, heute wollte ich es bodenständig. Ich war zu heiß auf dich, meine Liebe. Nächstes Mal werden wir uns vielleicht ein paar BDSM-Phantasien widmen, was meinst du?“

„Sag mir was du willst, und ich bin dein Girl.“

Er lachte. „Meine abenteuerlustige Jade!“

Später fuhr Andrew, der Chauffeur, Jade wieder nach Hause. Es war schon weit nach Mitternacht und sie gähnte auf dem Rücksitz der Limousine. Der Abend war ganz nach ihrem Geschmack gewesen. Sie liebte ihre Stammkunden und sie vertraute ihnen. Genauso mussten die Kunden ihr vertrauen. Denn die meisten wollten nicht, dass man sie mit einem Call-Girl erwischte, auch nicht als Escort-Service getarnt. Beide Seiten wussten immer das stille Einvernehmen zu schätzen. Jade überlegte, was die nächsten Tage auf dem Plan stand.

Morgen kam ihr Bruder Marcus zum Abendessen zu ihr. Er hatte seine eigene Marketingfirma in LA und sie sahen sich öfters. Sie freute sich auf ihn, auch wenn sie, was ihre Tätigkeit anbelangte, sich meistens darüber in die Haare bekamen. Aber sie hatten nur einander. Ihre Eltern waren vor etwa drei Jahren bei einem Autounfall in ihrer Heimatstadt San Francisco ums Leben gekommen. Diese Tragödie hatte sie und ihren Bruder zusammengeschweißt. Sie bekam immer noch Tränen in den Augen, wenn sie an das Unglück dachte. Obwohl es nun schon Jahre her war, so fehlten ihr ihre Eltern sehr. Da war sie dankbar über die, wenn auch oft nicht einfache, Beziehung zu Marcus.

Andrew hielt vor ihrem Loft und hielt ihr die Autotüre auf.

„Gute Nacht, Miss Wilson.“

„Gute Nacht, Andrew, bis zum nächsten Mal.“

Er nickte ihr zu. Auch er war zur Verschwiegenheit per Vertrag mit Russell verpflichtet.

2

Colin McDermot saß in seinem Wohnzimmer in seinem feudalen Haus in den Hollywood Hills und starrte auf den Pool hinaus. Sie lag in der Sonne und hoffte auf eine dunklere Tönung ihrer sowieso schon gut gebräunten Haut. Innerlich schüttelte er den Kopf. Gott, war sie eitel. Er konnte das nicht mehr ab. Es nervte ihn tierisch. Warum mussten Modells, denen die Welt sowieso schon bestätigte, wie schön sie waren, dann auch noch immer darauf aus sein, noch schöner und toller zu werden und noch mehr Bestätigung dafür zu bekommen. Colin seufzte. Er würde Schluss machen, jetzt sofort. Dem ganzen langweiligen Trara ein Ende setzen. Er fuhr sich durch die braunen, kurzen Haare. Ich kann es mir leisten, dachte er. Als Schauspieler mit einigen Golden Globes, absolut gut aussehend mit Dreitagebart, durchtrainierter Hammerfigur und seinem herben irischen Charme, den er immer wieder bei Frauen auf Kommando einsetzen konnte. Gott, sie standen alle auf seinen irischen Akzent. Ironie des Schicksals, dass er diesen bei den meisten Filmen, die er drehte, nicht sprechen durfte. In seinen üblichen Rollen war er der amerikanische Bad Boy. Aber es fiel ihm nicht schwer, er konnte das gut. Man hörte nur, wenn man ganz genau aufpasste, einen leichten ausländischen Touch.

Er kehrte mit seinen Gedanken zurück zu Eva, die draußen auf der Liege döste. Das war alles, was sie wollte. Schlafen, sonnen, ein Salatblatt essen, Party machen, Sex, wenn es ihr in den Kram passte und modeln. Und, natürlich, seinen Ruhm. Sich mit ihm, Colin McDermot, zu schmücken, war für diese Art von Frauen das Nonplusultra. Nun gut, eine Win-win-Situation bisher. Er wollte ficken, sie wollten berühmt werden. Es hatte bisher gut gepasst. Aber nun nicht mehr. Etwas hatte sich geregt in ihm. Russell Kline, sein befreundeter Geschäftsmann, hatte ihm da etwas erzählt, das ihn seither nicht mehr losgelassen hat. Jade. Eine Frau, die er nicht kannte. Aber von der Russell bis ins Kleinste schwärmte. Getarnt durch einen Escort-Service befriedigte sie auch die sexuellen Wünsche von manchen Kunden. Und was das Beste war, sie schien daran Spaß zu haben, wie ihm Russell versicherte. Das wäre für Colin eine neue Erfahrung. Die Ficks, die er seit Jahren hatte, waren mit Frauen, die es nur taten, um etwas damit zu erreichen. Oder sie waren so zugedröhnt mit Alkohol oder Koks, dass sie gar nicht wussten, was sie taten oder mit wem sie gerade schliefen. Für Colin eine Zeit lang befriedigend, aber je älter er wurde, umso mehr sehnte er sich nach etwas anderem. Nach etwas Tieferem. Nein, nicht nach Liebe. Keineswegs. Aber nach intensiveren sexuellen Erfahrungen. Jetzt mit 32 Jahren war er bereit, sich neu zu orientieren. Aber, und das kam ihm nun mit dieser Jade gerade recht, eher anonym. Er wollte Dinge ausleben, die er nicht in seinem Lebenslauf wiederfinden wollte. Und sie liebte Spielchen, das hatte Russell ihm versichert.

Sie durfte ihn nur nicht offiziell kennenlernen. Er würde dafür sorgen, dass sie nicht wusste, mit wem sie sich einließ. Er konnte nur hoffen, dass sie das mitmachte.

Beschwingt durch diese Gedanken, stand er auf und ging zum Pool.

Er schüttelte Evas Bein.

„Hey, wach auf.“ Sie hatte gestern wieder einmal zu viel getrunken.

Sie blinzelte verträumt in den Himmel, bis sie merkte, dass Colin neben ihr war.

„Hey Schatz.“

„Pack deine Sachen und geh.“

Verwirrt sah sie ihn an. „Was?“

„Ich will, dass du von hier verschwindest. Für immer. Die tollen Zeiten sind vorbei. Such dir einen anderen, den du aussaugen kannst, ohne ihm weiß Gott wie viel zu bieten. Ich bin fertig mit dir.“

Damit ging er, ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen, ins Haus.

Eine Stunde später war sie weg.

Erleichtert atmete er auf. Sein schönes Gesicht entspannte sich und er setzte sich an seinen Computer, um die alles verändernde E-Mail zu verfassen.

Nach dem Frühstück checkte Jade ihre E-Mails.

Sie hatte eine Nachricht von Sandy bekommen, ihre Freundin, die auch für die Escort-Agentur „Inside“ arbeitete. Sie wollte sich mit ihr treffen und schlug ein paar Termine vor. Da sie beide sehr beschäftigt waren, war das manchmal gar nicht so einfach. Jade würde später ihren Kalender checken.

Stirnrunzelnd sah sie auf die nächste E-Mail. Den Absender kannte sie nicht: C@yahoo.com. Sie öffnete gespannt die Nachricht und las:

Jade. Wir haben einen gemeinsamen Freund, dessen Namen ich nicht nennen werde. Deshalb werde ich auch anonym bleiben. Du wirst meinen Namen nie erfahren.

Ich möchte, dass wir uns kennenlernen und ich möchte deine Dienste in Anspruch nehmen. Aufgrund meiner Anonymität werde ich nicht über die Agentur gehen, ich weiß, dass du für einen gewissen Service privat arbeitest.

Mein Fahrer wird dich übermorgen um 20 Uhr abholen. Während der Fahrt und auch danach werden dir die Augen verbunden sein.

Alles andere erfährst du von mir persönlich.

Jade, ich gehe davon aus, dass dieses Arrangement für dich in Ordnung sein wird und du dir den Termin einrichten wirst.

C

Jade starrte auf die E-Mail. Was war denn das bitte? Verdutzt las sie die Zeilen noch einmal. Schnell griff sie nach ihrem Kalender. Übermorgen … kein Termin. Aber was machte sie da? Sie checkte, ob sie Zeit hatte für einen Verrückten? Sie konnte sich doch unmöglich mit so jemandem treffen? Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf, sämtliche Szenarien rannten wie ein Film an ihr vorbei.

C … wie geheimnisvoll! Na gut, sie wurde ja auch von manchen nur J genannt. Und er hatte ja geschrieben, er wolle anonym bleiben.

Wieder las sie die E-Mail. Die Augen verbunden. Ein leises Kribbeln wanderte durch ihren Körper. Aufregend! Und doch, unmöglich. Sie machte ihren Maileingang zu und ging auf die Terrasse. Sie wollte eine Zigarette rauchen. Das Päckchen lag auf ihrem Terrassentisch. Sie nahm eine der Zigaretten heraus und zündete sie an. Genüsslich sog sie daran. Ah, gut! Das tat sie immer, wenn sie aufgeregt war, dann wollte sie rauchen. Oder nach dem Sex, so wie gestern. Sie dachte wieder an den Anonymen. Es war klar, was er wollte. Sex. Mit ihr. Gemeinsamer Bekannter …, wer konnte das sein? Sie hatte ihre Stammkunden und es kam nicht selten vor, dass sie auf Empfehlung arbeitete. Das wäre also ganz normal.

Jade blickte auf ihre Armbanduhr. Es war 11 Uhr Vormittag. Sie wollte noch einkaufen, um Marcus was Nettes zu kochen heute Abend.

Als sie die Zigarette ausgedrückt hatte, ging sie hinein, um sich anzuziehen. Sie musste später Sandy anrufen. Sollte sie ihr von dem Anonymen erzählen? Was würde das bringen. Sie würde ihr sowieso keine Adresse sagen können, wo man ihre Leiche suchen könnte, sollte sie an den Falschen geraten sein. Ach Quatsch, schalt sie sich. Nicht gleich so negativ denken. Es war ein Abenteuer, oder etwa nicht? Sie liebte Abenteuer und neue Geschichten. Sie war süchtig nach Neuem. Vielleicht wusste der Typ das?

Sie strich sich über die Stirn, wie um die nagenden Gedanken wegzuwischen.

Fertig angezogen, mit Jeans und T-Shirt, schnappte sie sich ihre Tasche und die Schlüssel und fuhr mit dem Fahrstuhl in die Tiefgarage. Dort stand ihr Audi TT Cabrio, den sie sich erst vor kurzem geleistet hatte. Sie wollte in den Costco Supermarkt nach Glendale fahren. Das lag zwar östlich von Hollywood, aber dort bekam sie eine super Auswahl an tollen Steaks, die sie heute auf den Grill werfen wollte. Natürlich wäre Marcus der Grillmeister. Sie würde noch ein paar Zucchini und Auberginen mitgrillen und einen knackigen Salat beisteuern. Und es ging nichts über ihre selbstgemachte Grillmarinade.

Als sie eingekauft hatte, fuhr sie noch spontan an ihrer Lieblingsboutique vorbei. Sie hatte Lust auf ein neues Kleid, vielleicht für Mister Anonym? Sie konnte nicht aufhören, an ihn zu denken. Er war sicher ein alter, fetter, hässlicher Typ, der sonst keine Frauen abbekam. Aber irgendwie fühlte sich sein Schreibstil nicht danach an.

Beschwingt von dem Kauf eines schwarzen eng angliegenden Kleides mit silber besticktem Ausschnitt fuhr sie nach Hause. Dort machte sie ihre Marinade aus Gewürzen und Olivenöl und legte das Fleisch im Kühlfach darin ein.

Dann checkte sie nochmals die E-Mail von Sandy wegen der vorgeschlagenen Termine. Dann rief sie sie an.

„Hey Babe“, meldete sie sich.

„Hey Süße, was machst du gerade?“

„Ich putze, stöhn. Muss mal wieder sein. Ich war nachlässig.“

„Ach ja? Dein Appartement kommt mir immer blitzeblank vor, wenn ich dich besuche.“

„Ja, da putze ich ja immer wie die Wahnsinnige vorher“, lachte sie.

„Ich habe deine Nachricht gelesen. Also Donnerstag nächste Woche passt mir sehr gut. Wo wollen wir hingehen?“

„Ich hätte mal wieder Lust auf das Ivy.“

„Tolle Idee, ich kann gleich online reservieren.“

„Passt hervorragend, sagen wir um 19 Uhr?“

„Ist gebongt. Was treibst du sonst so, wie gehen die Geschäfte?“

„Kann nicht klagen, es läuft sprichwörtlich wie geschmiert.“ Sie lachte schmutzig.

„Oh Mann, du wieder. Hast du neue Kunden auch?“

„Ja, zwei Geschäftsleute aus New York. Sie wollten einen flotten Dreier. Ich war live dabei. Wir haben’s genossen kann ich nur sagen.“

„Das kann ich mir vorstellen. Ich war gestern mit Russell bei einem Geschäftsessen und danach, na du weißt ja.“

„Der liebe Russell, warum steht er nur nicht auf mich. Ich würde ihn mir zu gerne mal ausleihen, so toll wie der aussieht.“

„Ja, ich weiß, und er vögelt wie ein Weltmeister.“

„Mmmmhhhh“, schwärmte sie.

„Ich hab vielleicht auch einen neuen Kunden.“

„Ach ja? Wer ist es denn?“

„Nun ja, das ist ziemlich geheimnisvoll. Ich hab eine E-Mail bekommen. Er nennt sich ‚C‘ und will anonym bleiben. Er möchte mich übermorgen treffen. Und jetzt kommt’s, ich muss eine Augenbinde tragen.“

„Echt? Klingt verrucht!“

„Na ja, oder gefährlich. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Andererseits, er meinte, dass er mich von einem gemeinsamen Bekannten kennt. Und, wo sollte er sonst meine E-Mail-Adresse herhaben. Die ist nicht öffentlich. Ich glaube kaum, dass mir jemand von meinen Stammkunden einen Scheißkerl vermitteln würde.“

„Nein, sicher nicht. Und wie ich dich kenne, bist du ganz versessen drauf, Mister Geheimnisvoll kennenzulernen!“

„Du sagst es, Sandy. Ich kann eigentlich gar nicht anders.“

„Na dann, drauf los. Und berichte mir am Donnerstag.“

„Werde ich machen. Also, wir sehen uns.“

„Bis dann.“ Sie legten auf.

Marcus traf um 19 Uhr bei Jade ein. Wie immer kam er lässig gekleidet in Jeans und weißem T-Shirt an. Seine hellblonden Haare standen ihm wuschelig vom Kopf. Er war ein gutaussehender junger Kerl von 23 Jahren. Jade liebte ihn, obwohl sie ihn manchmal überhaupt nicht ausstehen konnte.

„Hallo Schwesterlein“, begrüßte er sie und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

„Hi Marcus. Komm rein.“ Er reichte ihr die Papiertüten mit zwei Baguettes darin.

„Eine kleine Spende.“

„Mmh, Baguettes von meinem Lieblingsbäcker.“ Marcus wohnte in Malibu und dort war auch eine Bäckerei, die Jade liebte. Es gab dort unverschämt gute Leckereien.

Er ging durch zur Terrasse. Jade brachte die Baguettes in ihre Küche. Diese war komplett in weißem Holz gestaltet. Eigentlich untypisch für amerikanische Küchen, da diese meistens dunkel waren.

„Aperitif“, rief sie hinaus.

„Aperol Spritz, wenn du hast.“

„Klar.“

Sie schenkte 2 Getränke, man bekam diese fertig gemischt im Supermarkt, ein und ging hinaus.

Marcus hatte es sich in einem der Korbsessel gemütlich gemacht.

„Cheers.“ Jade setzte sich ihm gegenüber.

Er begutachtete sie. „Du siehst gut aus, es scheint dir gut zu gehen.“

„Ja, danke, es geht mir sehr gut. Hast du etwa daran gezweifelt?“

„Nein, aber ich denke mir immer, deinen unsteten Lebensstil wird man dir irgendwann ansehen.“

Da war sie wieder, die Stichelei, die Jade so hasste. Er konnte einfach nicht mit ihrem Beruf klarkommen.

„Welcher unstete Lebensstil?“, fragte sie unschuldig.

Er schnaubte nur und sah in den Himmel hinaus, welcher in LA wieder einmal in zartes Rosé des Sonnenuntergangs getaucht war.

„Ach komm schon, Marcus. Nicht wieder dieses Thema. Nach all den Jahren solltest du dich nun schon damit abgefunden haben.“

Er sah sie unverblümt an. „Denkst du, ja? Du bist meine Schwester. Bist du vielleicht mal auf den Gedanken gekommen, dass ich mich um dich sorge?“

Sie senkte die Augen. Nein, das war sie nicht. Sie stand auf und ging zu seinem Stuhl. Sanft legte sie die Hand auf seine Wange. Er sah zu ihr auf.

„Tust du das?“

„Ja verdammt. Ich liebe dich. Und das weißt du.“

Sie beugte sich herab und küsste ihn auf den Mund. „Ich liebe dich auch. Lass uns Frieden schließen und uns einen schönen Abend machen.“ Sie fuhr ihm mit den Fingern durch sein Wuschelhaar. Er blinzelte sie an. Dann grinste er. „Okay. Du lullst mich immer wieder ein.“ Dann nahm er ihre Hand. „Aber ehrlich, Jade, du bist alles, was ich habe. Bitte pass auf dich auf.“

Sie erwiderte seinen Blick. „Das werde ich, mach dir keine Sorgen.“

Jade und Marcus verbrachten einen gemütlichen Abend und genossen das Barbecue auf ihrer Dachterrasse. Sie erzählte ihm natürlich nicht von Mister Anonym, er hätte sich Sorgen gemacht, und nicht verstanden, warum sie plante, sich mit ihm zu treffen. Denn das hatte sie beschlossen, sie würde die Einladung annehmen.

3

Colin stand in der Tür des Zimmers. Er betrachtete den Raum. Es war alles vorbereitet.

Der Raum hatte alles, was er brauchte. Er war perfekt. Colin fragte sich, wie er ihr wohl gefallen würde. Nun ja, sie würde ihn nicht zu Gesicht bekommen. Aber sie würde ihn fühlen, spüren können, den Raum mit ihren restlichen Sinnen erforschen. Sie würde ihn mögen.

Das Bett stand genau in der Mitte des Raumes. Es war mit schwarzem Satin bezogen. Am rechten Ende des Raumes war eine Kommode, in der viele Spielzeuge enthalten waren, die sie vielleicht benutzen würden. Auf der linken Seite, vor dem mit Jalousien verdunkelten Fenster, hing eine Liebesschaukel. Er wurde hart, wenn er daran dachte, was man darin alles vollführen konnte. Gedankenverloren rieb er seinen Schritt. Noch nicht.

An der linken Wand war eine Holzvertäfelung, in der Fesseln angebracht waren. Daneben hingen einige Utensilien wie Peitschen, Halsbänder, Fußbänder, Rohrstöcke, Gerten, Flogger. Er hatte sie noch nie benutzt, es war alles neu.

Neben dem Bett stand ein kleiner Tisch mit Schubladen, in denen sich auch noch Spielzeug befand. Darauf hatte er einige Kerzen drapiert.

Colin sah sich um. Ja, so konnte es beginnen. Er war bereit.

Am Tag des Dates verbrachte Jade sehr viel Zeit mit ihrer Körperpflege. Sie wusste selbst nicht, warum sie das tat. Gepflegt war sie natürlich immer, für alle Dates. Aber dieses Date war für sie irgendwie etwas Besonderes, obwohl sie überhaupt nicht wusste, was sie erwartete. Sie badete genüsslich nach dem Frühstück und rasierte ihre Beine und auch ihren Intimbereich. Diesen rasierte sie immer komplett. Sie fühlte sich so am wohlsten, und den Kunden gefiel es auch. Sie verwendete ein Peeling, um ihre Haut weich zu machen. Als sie abgetrocknet war, kam ein besonderes Ritual. Sie verwöhnte ihren Körper mit duftendem bulgarischem Rosenöl. Sie liebte es. Sie bestellte es mit Echtheitszertifikat immer im Internet in Deutschland. Wenn sie es auftrug, entfaltete es bereits einen zarten, liebenden Duft. Sie war darin eingetaucht. Danach fühlte sich ihre Haut zart und geschmeidig an. Vielleicht gefiel es auch C.

Jade stand im Bad und überlegte, wie sie sich schminken sollte. Sie wusste ja gar nicht, wie der Abend ablaufen würde. Jedenfalls musste sie sicherlich den ganzen Abend eine Augenmaske tragen. Trotzdem, sie wollte schön sein. Sie trug grauen Lidschatten auf und umrahmte ihre Augen mit schwarzem Kajal. Sie tuschte ihre Wimpern mit einer teuren Mascara, die ihre Wimpern verlängerten. Kräftiges Rouge, so sah sie frisch aus. Ihre Lippen zog sie mit zartem Rosé nach.

Sie ging ins Schlafzimmer und schnappte sich das neu erstandene Kleid. Es lag eng an ihrer guten Figur an. Sie war schlank, aber nicht dünn. Sie hatte ein kleines Bäuchlein, das viele sexy fanden. Und ihre Schenkel waren gut geformt, keine dünnen Storchenbeine wie die Models von heute. Sicherlich, viele Frauen waren dünner als sie. Aber sie gefiel sich so, und ihre Männer mochten auch, wenn sie ein bisschen was zum Angreifen hatten. Und ihr Busen und Po waren sowieso phänomenal. Sie hatte ein D-Körbchen und ihr Hintern war so knackig und rund wie ein reifer Apfel. Alles in allem war sie rundum zufrieden mit sich. Die langen Haare hatte sie eingedreht und nun zu langen Wellen ausfrisiert. Sie checkte sich im Spiegel und lächelte sich an. Ja, so konnte sie Mister Geheimnisvoll gegenübertreten.

Sie zog rote Highheels an und wartete mit einem Glas Prosecco, bis es so weit war. Punkt 20 Uhr klingelte es. Durch die Sprechanlage erfuhr sie, dass es der Fahrer von „Mister C“ war.

Er erwartete sie unten. Sie stieg in einen dunkelblauen Rolls Royce ein. Als sie auf dem Rücksitz Platz nahm, drehte sich der Fahrer um.

„Ich bin Tyson, der Fahrer und Bodyguard von Mister C.“ Er war ein bulliger, äußerst muskulöser Schwarzer.

„Hallo“, sagte Jade schüchtern.

„Würden Sie nun bitte die Augenbinde anlegen?“ Er reichte ihr eine Maske aus schwarzer Spitze.

„Ja, natürlich.“ Sie band sich die Augenmaske um. Sie war nun blind.

„Wir werden etwa eine halbe Stunde fahren, bis wir angekommen sind. Machen Sie es sich also bitte bequem. Wenn Sie nach rechts greifen, dort steht ein Glas Champagner für Sie bereit. Bedienen Sie sich bitte.“

Jade tastete nach dem Glas und nahm sofort einen Schluck. Ihr Bauch rumorte ein wenig, das war die Aufregung. Gott, sie hatte sich tatsächlich auf dieses Abenteuer eingelassen. Jetzt gab es kein Zurück mehr, oder doch? Nun, Tyson schien ein ganz normaler Mitarbeiter zu sein. Wenn sie Hilfe brauchte, würde er ihr sicherlich beistehen.

Die Zeit verging quälend langsam. Es fühlte sich an, als wären sie stundenlang gefahren, als sie endlich irgendwo ankamen. Sie hörte, wie Tyson ausstieg. Dann öffnete sich die Wagentüre.

„Bitte, ich nehme Ihre Hand“, hörte sie ihn sagen. Sie ertastete diese und stieg aus.

„Es geht immer geradeaus. Ich werde Ihnen vorne noch die Türe öffnen, dann wird Mister C übernehmen.“

„Gut, danke.“ Ihre Stimme zitterte etwas.

„Sie brauchen keine Angst zu haben, Miss Wilson. Mister C ist ein netter Mann.“

„Das beruhigt mich.“ Sie lächelte.

„So, stopp. Wir sind da.“ Sie hörte, wie er einen Code eingab. Dann klickte das Schloss einer Türe.

Von drinnen hörte sie eine Stimme. „Danke Tyson.“

Sie wurde nach vorne geschoben, dann schloss sich die Türe hinter ihr. Sie stand da und wartete. Hörte ihren eigenen Atem. Neben ihr bewegte sich etwas, sie hörte ein, zwei Schritte. Dann plötzlich war eine Stimme neben ihrem Ohr, die leise sprach.

„Willkommen Jade. Schön, dass du da bist.“ Fremder Atem streifte ihre Wange.

Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie räusperte sich.

„Komm, ich führe dich. Es geht erst geradeaus, dann nach oben.“

Er sprach leise, nicht mit voller Stimme. Sie setzte langsam einen Fuß vor den anderen. Nach ein paar Schritten geleitete er sie nach links. „Vorsicht, jetzt kommen Stufen.“

Sie schritten hinauf, dann führte er sie nach rechts und öffnete eine Türe. Sie ging weiter und hörte, wie sich hinter ihr eine Tür schloss. Stille.

Plötzlich, wieder seine Stimme an ihrem Ohr.

„Das wird unser Zuhause für einige Zeit werden. Du wirst es nicht sehen. Schade eigentlich. Aber es geht nicht anders.“ Er schob sie weiter nach vorne. Dann fühlte sie, wie er sich von ihr entfernte. Sie stand einfach nur da. Angestrengt versuchte sie zu lauschen. Leise hörte sie ein paar Bewegungen am anderen Ende des Raumes.

„Du sagst ja gar nichts, Jade. Hat es dir die Sprache verschlagen?“

Wieder räusperte sie sich. „Nein, nein. Es ist nur …, ich bin etwas angespannt. Es ist nicht eine Situation, die ich jeden Tag erlebe.“

„Wolltest du denn nicht herkommen?“ Seine Stimme war angenehm dunkel, obwohl er ihrer Meinung nach immer noch leiser sprach als normal.

„Doch. Ich wollte es.“

„Gut. Unser gemeinsamer Freund hat mir gesagt, dass du ein einwandfreies Gesundheitszeugnis hast. Ich lege dir meines in deine Tasche. Es ist ein anonym durchgeführter Test, den du per Telefon mit dem Codewort „Jade“ abfragen kannst. Soweit zum unromantischen Teil des Deals.“

Sie hörte, wie er wieder näher kam. Dann spürte sie seinen Atem auf ihrem Gesicht. Und dann … eine Hand, an ihrer Wange. Zart und vorsichtig. Er streichelte sie.

„Er hat Recht, du bist wirklich wunderschön. Schöner, als ich gedacht hatte. Ich habe nur ein Foto von dir gesehen.“

Er beugte sich nach vorne und sie konnte fühlen, wie er an ihrem Hals roch, seine Nase in ihr Haar steckte.

„Wow, du duftest nach Rosen. Was für ein betörender Duft. Willst du mich verführen, J?“

„Wieso nennst du mich J? So nennen mich nur meine Freunde.“

„Wir sind ab heute Freunde. Wir werden so gute Freunde werden, wie du es nie erwarten wirst.“

Sie dachte über diese Aussage nach. Aha. Freunde. Wohl kaum. Sie wusste nicht, ob sie ihn überhaupt mochte. Aber er interessierte sie, das war schon mal ein guter Start.

„Es ist unfair. Ich kann dich nicht sehen. Ich kann niemanden zum Freund haben, der mich sich nicht sehen lässt.“

Er seufzte. „Glaub mir, es ist besser so.“ Er ging um sie herum, streifte mit seiner Hand ihre Hüfte und wanderte dann ihren Po entlang. Dann war er auf der anderen Seite und flüsterte in ihr Ohr.

„Ich will Dinge mit dir tun, von denen ich schon lange träume. Du wirst sie mir erfüllen. Wir werden viel Spaß zusammen haben.“ Sein Flüstern löste ein Prickeln auf ihrer Haut aus. Ihre Brustwarzen wurden instinktiv hart. Ihr Atem ging schneller.

„Welche Dinge?“, hauchte sie.

„Viele Dinge. Schöne Dinge. Keine Angst J, wir werden nichts tun, was du nicht auch magst. Ganz im Gegenteil, irgendwann wirst du diejenige sein, die mich anbetteln wird, Dinge zu tun.“

Plötzlich spürte sie seine Lippen leicht auf ihren. Seine Zungenspitze berührte zart ihre Unterlippe, leckte leicht. Ihre Lippe begann zu zittern. Sie traute sich kaum zu atmen. Das war gut, das war einfach zu gut. Was machte dieser Typ nur mit ihr? Was war das für ein Spiel? Dann küsste er sie ganz. Sein Mund presste sich auf ihren, seine Zunge drang forschend in ihren Mund ein. Sie spürte seinen heißen Atem, der sich mit ihrem mischte. Ein leises Wimmern entkam ihr und auch er stöhnte. Sonst berührten sich ihre Körper nicht, nur ihre Lippen klebten aufeinander. Dann war es vorbei und sie spürte nichts mehr. Er war weg. Sie fuhr sich mit den Fingern über die Lippen.

Sie hörte ihn etwas weiter weg.

„Wieso hast du gerade mich ausgesucht? Was willst du von mir?“, fragte sie in den Raum hinein.

„Ich möchte und werde dich benutzen, und dafür bezahle ich dich. Nicht mehr und nicht weniger.“

Tausend Gedanken schossen Jade durch den Kopf. Was sollte das? Er erniedrigte sie, wies sie auf ihren Platz. In seinen Augen war sie nichts, jemand ohne eigenen Willen, nur für sein Vergnügen da. Das empörte sie und doch fand sie seine kühne Offenheit berauschend!

Sie schluckte.

„Gut, dann weiß ich ja, woran ich bin.“

„Zieh dich aus.“

Kurz überlegte sie. Aber ja, sie wollte sich auf sein Spiel einlassen.

Sie wollte gerade aus ihren Pumps schlüpfen, als sie wieder seine leise Stimme hörte. „Nein, nur das Kleid. Lass die Schuhe an.“

Okay. So streifte sie ihr Kleid nach unten. Dann löste sie ihren BH und zog auch ihren Spitzenslip aus. Nun war sie vollkommen nackt, bis auf ihre roten High Heels.

„Stell dich mit gespreizten Beinen hin.“ Sie tat es und hörte, wie er eine Schublade öffnete. Dann hörte sie, wie er auf sie zukam. Unwillkürlich hielt sie den Atem an. Dann spürte sie etwas Weiches zwischen ihren Beinen. Sie konnte es erst nicht einordnen, kam aber dann zu dem Schluss, dass es sich um Federn handeln musste.

Gemächlich streichelte er damit ihre Scham. Es kitzelte und fühlte sich gut an. Durch die gespreizten Beine berührte er auch ihre empfindliche Mitte und ihre Klitoris wurde durch die sanften Bewegungen gereizt. Dadurch, dass sie nichts sah, konzentrierte sich alles aufs Fühlen. Sie erlebte dieses Spiel sehr intensiv und wohlige Schauer machten sich in ihr breit. Sie seufzte.

„Gefällt dir das?“

„Ja“, hauchte sie.

Er fuhr mit den Federn nach oben und umspielte ihre Brüste damit. Ihre Brustwarzen stellten sich auf und empfingen ihn mit Freuden.

Sie wollte mehr, wollte ihn spüren. Bis jetzt kannte sie nur seine Stimme. Sie wusste sonst nichts von ihm, hatte seinen Körper noch nicht gespürt.

„Darf ich dich berühren?“

„Nein.“ Seine Stimme war hart und bestimmt.

„Okay“, flüsterte sie.

Dann spürte sie seine Zunge auf ihrer Klit. Oh. Mein. Gott. Seine feuchte Zunge umkreiste ihre sogleich erigierte Knospe. Umspielte sie, saugte leicht, dann wieder fester. Verdammt, sie durfte ihn nicht berühren. Sie wollte ihre Hände in seine Haare krallen. Aber sie wusste nicht einmal, ob er Haare hatte. Schnell verdrängte sie den Gedanken. Bei der Stimme. Er musste einfach toll aussehen. Sie wollte nichts anderes denken. Sie gab sich wieder seinem Zungenspiel hin. Plötzlich hörte er auf.

„Willst du kommen?“ Seine Lippen waren nun wieder knapp vor ihren. Sie zögerte. Was wollte er hören? Durfte sie kommen?

„Ich … ja, ich will.“

„Aber du wirst noch nicht kommen, noch nicht, J. Später vielleicht.“

Er nahm sie bei der Hand und führte sie ein paar Schritte nach vorne.

„Das ist ein Bett“, sagte er. „Knie dich davor und lege deinen Oberkörper darauf.“

Sie tat wie befohlen und wartete. Jade hörte, wie Stoff hinter ihr raschelte. Dann spürte sie urplötzlich seinen Penis in ihr. Sie war so überrascht, dass sich ihr ein lautes Stöhnen entrang.

Er lachte. Es war ein volles, gutes Lachen. Sie erschauerte vor Wohlgefallen.

Dann begann er sich in ihr zu bewegen. Er klatschte ihr auf den nackten Hintern. Nicht zaghaft, aber auch nicht zu fest. Noch nicht. Sie wusste, er würde vielleicht härter zuschlagen. Das kam auf sie an. Jade fing an, sich seinem Rhythmus anzupassen. Seine Hände packten ihre Schultern fest und umklammerten sie wie ein Ertrinkender.

„Ich ficke dich, J, spürst du es?“

„Ja, ich spüre es. Dein Schwanz fühlt sich so gut an in mir.“

Er stieß weiter in sie hinein, fest, und Jade fühlte sich so genommen wie schon lange nicht mehr. Ihr gefiel es. Ja, es gefiel ihr sogar sehr. Sie hatte ganz vergessen, dass sie eine Augenmaske trug. Es war ihr egal. Sie lebte gerade nur nach Gefühl.