Internetmobbing – ein Thema für die Schule? - Sarah-Alena Bade - E-Book

Internetmobbing – ein Thema für die Schule? E-Book

Sarah-Alena Bade

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Beschreibung

Examensarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Pädagogik - Schulpädagogik, Note: 1,0, Universität Osnabrück, Sprache: Deutsch, Abstract: Immer mehr Lehrer haben im Schulalltag mit dem Problem zu tun, dass Schüler nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch nachmittags gemobbt werden. Dieses Mobbing findet aber nicht auf dem Heimweg oder in der Stadt, dem Spielplatz oder in Jugendtreffs statt, sondern im Internet. Die zunehmende Medialisierung Deutschlands betrifft Jugendliche, Eltern und die Schule. Durch meine Arbeit an verschiedenen Schulen sowie durch eigenes, seit mehr als einem Jahrzehnt bestehendes, Interesse an dem Medium Internet, hat sich das Thema für diese Examensarbeit über die letzten Jahre herauskristallisiert. Viele Kinder und Jugendliche sind mit dem Web 2.0 als selbstverständliche Einrichtung in ihrem Privatleben aufgewachsen und integrieren dieses daher ohne weitere Umstände in die zwischenmenschliche Kommunikation mit ihren Altersgenossen, Familienmitgliedern und Freunden. Die Tatsache, dass sich viele Lehrer hingegen noch nicht im Internet aufhalten und in den Schulen oft keine oder meist nur wenig Medienerziehung geleistet wird, zeigt, dass zwischen der aktuellen Jugend und denen, die ihnen zeigen sollen, wie sie später in der Welt zurechtkommen, ein großes Informationsloch klafft. Auch Eltern setzen sich oftmals nicht mit dem auseinander, was ihre Kinder im Internet tun. Eine Folge dessen ist, dass Internetmobbing zu einem täglichen Phänomen geworden ist, dem Eltern und Lehrer hilf- und machtlos gegenüberstehen. Ziel dieser Examensarbeit ist es auf der einen Seite über die bereits bestehenden Präventions- und Interventionsmöglichkeiten gegen Internetmobbing zu berichten und auf der anderen Seite durch qualitative empirische Forschung in Form von Experteninterviews den tatsächlichen Stand der Prävention und Intervention an Schulen gegenüberzustellen.

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Veröffentlichungsjahr: 2010

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Inhaltsverzeichnis

 

1) Einleitung

1.1) Zur Motivation über das Thema „Internetmobbing" zu forschen

1.2) Ziel der Examensarbeit

1.3) Aufbau

2) Theorieteil

2.1 Grundlegende Begriffe

2.2) Aktueller Stand International

2.2.1) Die erste Erwähnung von Mobbing durch die Neuen Medien

2.2.2) Gesetze und Erlasse

2.2.3) Wissenschaftliche Studien und Fachliteratur

2.2.4) Medien und Internet

2.2.5) Organisationen und Kampagnen gegen Cybermobbing

2.3) Aktueller Stand National

2.3.1) Die KIM- und JIM-Studien

2.3.2) Wissenschaftliche Studien und Fachliteratur

2.3.3) Ratgeber und vorhandene Präventionskampagnen

2.3.4) Umgang der Medien mit dem Thema Cybermobbing

2.3.5) Alltag an den Schulen

2.3.6) Die aktuelle Rechtssituation

2.4) Zusammenfassung

3) Empirischer Teil

3.1) Expertenbefragung

3.1.1) Befragte Experten

3.2) Durchführung der Interviews

3.3) Auswertungsverfahren

4) Ergebnisteil

4.1) Definition von und Erfahrungen mit Internetmobbing

4.1.1) Vorherrschende Teilbereiche bei Internetmobbing

4.1.2) Anzahl der Vorfälle

4.1.3) Anonymität und Kräfteungleichgewicht

4.1.4) Verbindung zu Schulmobbing

4.1.5) Öffentlichkeit, Geschwindigkeit, Dauerhaftigkeit

4.1.6) Genutzte Plattformen

4.1.7) Zwischenfazit

4.2) Prävention aus Sicht der Experten

4.3) Intervention aus Sicht der Experten

4.4) Zusammenfassung der Expertenansichten

5) Vergleich der Aussagen und Diskussion

5.1) Definition

5.2) Möglichkeiten und Grenzen von Prävention und Intervention

5.3) Fazit

6) Resümee und Lösungsansätze

Literatur

Anhang

 

1) Einleitung

1.1) Zur Motivation über das Thema „Internetmobbing" zu forschen

Immer mehr Lehrer haben im Schulalltag mit dem Problem zu tun, dass Schüler nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch nachmittags gemobbt werden. Dieses Mobbing findet aber nicht auf dem Heimweg oder in der Stadt, dem Spielplatz oder in Jugendtreffs statt, sondern im Internet. Die zunehmende Medialisierung Deutschlands betrifft Jugendliche, Eltern und die Schule.

Durch meine Arbeit an verschiedenen Schulen sowie durch eigenes, seit mehr als einem Jahrzehnt bestehendes, Interesse an dem Medium Internet, hat sich das Thema für diese Examensarbeit über die letzten Jahre herauskristallisiert.

Viele Kinder und Jugendliche sind mit dem Web 2.0 als selbstverständliche Einrichtung in ihrem Privatleben aufgewachsen und integrieren dieses daher ohne weitere Umstände in die zwischenmenschliche Kommunikation mit ihren Altersgenossen, Familienmitgliedern und Freunden.

Die Tatsache, dass sich viele Lehrer hingegen noch nicht im Internet aufhalten und in den Schulen oft keine oder meist nur wenig Medienerziehung geleistet wird, zeigt, dass zwischen der aktuellen Jugend und denen, die ihnen zeigen sollen, wie sie später in der Welt zurechtkommen, ein großes Informationsloch klafft. Auch Eltern setzen sich oftmals nicht mit dem auseinander, was ihre Kinder im Internet tun. Eine Folge dessen ist, dass Internetmobbing zu einem täglichen Phänomen geworden ist, dem Eltern und Lehrer hilf- und machtlos gegenüberstehen.

Diese scheinbare Hilflosigkeit ist meine Motivation über das Thema Internetmobbing zu schreiben, da ich der Ansicht bin, dass es viele Teilaspekte des Internetmobbings gibt, an denen gearbeitet werden könnte, wenn Lehrer wie Eltern mehr Wissen über die Materie des Internets, sowie der Prävention und Intervention von Mobbing im Internet besäßen.

1.2) Ziel der Examensarbeit

Ziel dieser Examensarbeit ist es auf der einen Seite über die bereits bestehenden Präventi- ons- und Interventionsmöglichkeiten gegen Internetmobbing zu berichten und auf der anderen Seite durch qualitative empirische Forschung in Form von Experteninterviews den tatsächlichen Stand der Prävention und Intervention an Schulen gegenüberzustellen.

Da das Thema Internetmobbing international und inzwischen auch national unter dem Überbegriff „Cybermobbing" bzw. „Cyberbullying" zusammen mit Mobbing über SMS, MMS und „Happy Slapping" (wörtlich übersetzt „Fröhliches Schlagen", hierbei werden Personen tätlich angegriffen und die Täter oder Zuschauer filmen dies mit dem Mobiltelefon, um es später an ihre Freunde zu verschicken), also Handymobbing, gefasst wird, werde ich im Folgenden einige Einschränkungen machen:

Diese Examensarbeit handelt vom Mobbing im Internet. Sie erhebt keinen Anspruch darauf, Handymobbing mit einzubeziehen. Der Grund dafür ist, dass die Entwicklungen von Mobiltelefonen und ihren Funktionen weitaus schneller vorangeht, als die des Internets und daher davon auszugehen ist, dass sich bestimmte Vorgehensweisen von Tätern, die Mobbing über das Mobiltelefon über SMS oder MMS betreiben, ändern werden.

Eine dieser rasanten Weiterentwicklungen betrifft die Tatsache, dass immer mehr Mobiltelefone die Möglichkeit aufweisen, über sie im Internet surfen zu können; dies verleiht ihnen den gleichen Status, wie ihn Laptops und Computer haben.

Der dritte Punkt ist, dass die wenigsten Jugendlichen mit dem Mobiltelefon aufgenommene Videos ins Internet stellen, diese werden meistens über die Drahtlosverbindung Bluetooth ausgetauscht. Dieser private Austausch unterscheidet sich von dem öffentlichen Bloßstellen im Internet insoweit, dass die Zuschauer sich nicht an übergeordnete Zuständige wenden können, um etwas gegen das von ihnen erhaltene Video zu unternehmen. Sie würden sich des Regelbruchs schuldig machen und hätten mit einer Strafe von Seiten der Schule zu rechnen.

Sobald sich dieses Video aber im Internet, beispielsweise auf einem Videoportal, befindet, ist dies möglich. Auch die Tatsache, dass der Täter es online gestellt hat, macht einen Unterschied: So ist ein auf ein Videoportal oder in ein soziales Netzwerk geladenes Video Internetmobbing und kein Mobbing per Mobiltelefon mehr - Handymobbing endet dort, wo die Datei das Mobiltelefon verlässt und auf einen Computer gespielt wird, um sie dann über Email, IM (Instant Messenger) und Chat zu verschicken oder auf einem generischen

Portal hochzuladen.

Diese Arbeit erhebt aus diesen Gründen keinen Anspruch darauf, Lösungsvorschläge für das Mobbing durch SMS/MMS oder privaten Bluetooth-Videoaustausch durch Schüler aufzuzeigen.

Obwohl diese Unterscheidung in der vorliegenden Arbeit gemacht werden wird, werden im Theorieteil die Fachtermini der entsprechenden Studien genutzt. So werden die Begriffe „Cybermobbing" und „Cyberbullying" durchaus vorkommen, sie werden sich aber auf den Anteil des Internetmobbings beziehen, auch aus dem Grund, weil die Öffentlichkeit unter beiden Begriffen oft dasselbe versteht und wissenschaftliche Arbeiten durch die Öffentlichkeit beeinflusst werden. In vielen Arbeiten wird so das Thema „Cybermobbing" mit dem des Internetmobbings gleichgesetzt. Zeitweise wird es, um die ganze Breite einer wissenschaftlichen Untersuchung darzulegen, außerdem nötig sein, Handymobbing mit einzubeziehen. Dies wird aber nur der Vollständigkeit halber geschehen und im Ergebnisteil kein gesonderte Aufmerksamkeit bekommen.

1.3) Aufbau

Diese Arbeit in drei Teilbereiche gegliedert: Den Theorieteil, den empirischen Teil sowie den Ergebnisteil.

Im Theorieteil werden die für das Verständnis der Arbeit notwendigen Begriffe erklärt. Es wird der aktuelle internationale Forschungsstand aufgezeigt sowie die rechtliche Einordnung und der Umgang der Medien und der Öffentlichkeit mit dem Thema „Internetmobbing".

Anschließend wird der nationale Stand der Fachwissenschaft dargelegt. Nachfolgend wird bereits existierende Ratgeberliteratur zum Thema Prävention und Intervention eingebunden, wie auch der Umgang der deutschen Medien mit dem Thema Internetmobbing. Abschließend wird die aktuelle Situation an deutschen Schulen dargelegt sowie der momentane Rechtstand.

Im empirischen Teils der Arbeit wird zu allererst die Methode des Experteninterviews vorgestellt, um dann auf die näheren Umstände der empirischen Arbeit einzugehen. Es folgen die Auswertung der Interviews sowie ein kurzer Abgleich zwischen Theorie und Empirie und ein Fazit.

Im Ergebnisteil wird weiter auf die Ergebnisse des Abgleichs zwischen Theorie und Empirie eingegangen. Als Konsequenz werden Lösungsvorschläge zur aktuellen Situation der Prävention und Intervention sowie deren Grenzen aufgezeigt.

Es folgt ein Resümee, in dem das Gesamtergebnis der Arbeit kurz zusammengefasst wird.

2) Theorieteil

 

2.1 Grundlegende Begriffe

 

Um sich näher mit dem Thema Internetmobbing auseinandersetzen zu können, ist es eine grundlegende Notwendigkeit, bestimmte Begriffe und deren Bedeutungen zu kennen.

 

Bei diesen Begriffen handelt es sich einerseits um Fachbegriffe, welche sich bereits in der Forschung um das Thema Cybermobbing etabliert haben und der Fallbeschreibung bzw. Bewertung dienen, und andererseits um Worte, welche dem Nutzer, der aktiv am Internet teilnimmt, bekannt sind, aber im täglichen Leben selten fallen.

 

Ich werde im Folgenden näher auf die wichtigsten Begriffe eingehen, um so eine Grundlage für das weitere Lesen der Arbeit zu schaffen.

 

Cyberspace: Bei dem Begriff Cyberspace handelt es sich um einen von William Gibson eingeführten Begriff, welchen er in seinem Roman „Neuromancer" (1984) zur Beschreibung des von Computern generierten, virtuellen Raumes nutzt. Der Begriff besteht aus zwei Teilen, der erste Teil Cyber leitet sich von dem griechischen Begriff Kybernetike ab und bedeutet so viel wie Kunst des Steuermanns (vgl. Fawzi 2009, 17). Der zweite Teil Space bezieht sich im Englischen ursprünglich auf den Weltraum. Hier wird er in Zusammenspiel mit Cyber zum virtuell erschaffenen Raum, der im Zusammenhang mit sozialen Vorgängen steht (vgl. Döring 2003, 48).

 

Cybermobbing: Beschreibt psychisches Mobbing durch neue Technologien in Form von Mobiltelefonen und Internet. Cybermobbing kann im Internet über Foren, Chats, Gästebucheinträge, Videos oder hochgeladenes Bildmaterial stattfinden, ebenso auch über Email und Instant Messenger (vgl. „SCHAU HIN" 2010, 1). Ein Alternativbegriff im deutschen Sprachgebrauch ist Cyberbullying. Es existieren verschiedene Ausprägungen dieses Mobbings, die ursprünglich aus dem englischen Sprachgebrauch stammen und hier ebenfalls übernommen werden sollen:

 

1. Flaming: Flaming bedeutet hier Beleidigen oder Beschimpfen. Flaming kommt aufgrund der öffentlichen Vorgehensweise des Täters dem Trolling am nächsten, ist aber im Gegensatz zum Trolling gegen eine Person gerichtet. Im allgemeinen Jugendsprachgebrauch bedeutet „jemanden anflamen" oder „rumflamen", derzeit, jemanden provozierend „von der Seite anzumachen"; genauso ist dieses Vorgehen

 

auch im Internet, meist in Chats, wieder zu finden. Hieraus können sich Flamewars (Beschimpfungsduelle) entwickeln, bei denen sich die Jugendlichen so lange gegenseitig beschimpfen, bis ein „Sieger" hervorgeht. Flamewars können in manchen Fällen sogar zu realen Treffen der verfeindeten Gruppen oder Personen führen, bei denen dann es dann zu Handgreiflichkeiten kommen kann. Hier ist dann ein Punkt erreicht worden, an dem der reine Schriftverkehr nicht mehr ausgereicht hat, um den Gegner zu „besiegen". Gerade hier bieten Jugendliche mit Migrationshintergrund Angriffspunkte für potentielle Täter, da ihr öffentliches Profil in Social Networks oft auch auf ihre ethnische Herkunft aufmerksam macht. Meistens können solche Flamewars durch frühzeitiges Blockieren oder Löschen der betreffenden User verhindert werden (vgl. Grimm 2008, 229, 246-251).

 

2. Harassment: Belästigen oder auch Schikanieren. Hierbei handelt es sich um sich wiederholende zielgerichtete Attacken gegen einen User. Diese Attacken können entweder von dem User bekannten oder unbekannten Personen stammen. Hierbei ist zwischen Sexual Harassment und Harassment zu unterscheiden. Bei ersterem handelt es sich um sexuelle Belästigung über beispielsweise Chats. Hierbei werden vor allem weibliche Jugendliche dazu aufgefordert, Nacktaufnahmen an den Täter zu senden, oder es wird der Versuch des CS (Cybersex) unternommen. Hierunter fällt auch die Aufforderung, dem Täter bei Selbstbefriedigung über eine Webcam zuzuschauen oder sich für ihn davor auszuziehen (vgl. Grimm 2008, 229, 253-255).

 

3. Denigration: Das Verbreiten von Gerüchten sowie das Anschwärzen einer Person. Denigration ist oft eine Folge vom Scheitern von Freundschaften oder entsteht aus Neid. Hier werden Texte, Fotos oder Videos genutzt, um eine Person bloßzustellen oder zu schädigen, indem diese einen schlechten Ruf bei ihrer Umwelt bekommt. Dies muss aber nicht immer der Fall sein; oftmals werden Fotos oder Videos, auf denen Personen die beispielsweise betrunken sind, ohne Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte oder Rechte am eigenen Bild, aus „Spaß" online gestellt. Hierbei wird von den Jugendlichen unterschieden, welche Personen das Foto/Video im Internet hochgeladen hat und wie die Reaktionen im Freundeskreis auf das Foto/Video sind sowie der Punkt, ob es noch andere Fotos mit gleichem oder ähnlichem Inhalt im Freundes- oder Bekanntenkreis gibt und welcher Personenkreis die Fotos einsehen kann. Des Weiteren ist es ebenfalls wichtig, ob der Person im Vorfeld bekannt war, dass dieses Foto/Video hochgeladen werden soll, d.h., ob man sie im Vorfeld um Erlaubnis gefragt oder über das Vorhaben des Hochladens informiert hat. Dies gibt der Person die Möglichkeit, zu intervenieren oder im Nachhinein um Löschung des Fotos durch den Provider (Betreiber der Webseite) zu bitten, wenn sie Angst um ihren Ruf bei Intervention haben sollte. Es folgt daraus der Schluss, dass Jugendliche diese Form von Mobbing am drastischsten und verletzendsten empfinden, wenn sie nicht über die Existenz der Aufnahme im Internet informiert wurden und die Aufnahmen außerdem heimlich oder unfreiwillig entstanden sind. Ist dies nicht gegeben, empfinden die Jugendlichen die Aufnahmen meistens nicht als Denigration, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie erstmals negative Reaktionen darauf erleben. Die langfristigen Auswirkungen, die diese Form von Internetmobbing hat, sind schwerer, als viele Jugendliche annehmen, da inzwischen auch Unternehmen ihre potentiellen Mitarbeiter über Suchmaschinen zu finden versuchen. Diesen Vorgang nennt man googeln (vgl. Grimm 2008, 229-244).

 

4. Impersonation: Eine falsche Identität annehmen. Dies kann entweder durch das Erfinden einer neuen Identität geschehen oder aber durch „Identitätsdiebstahl". Im zweiten Fall ist es oft so, dass jemand ein persönliches Passwort herausgefunden hat. Von diesem Teilbereich sind nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer betroffen, so gibt es Fälle, bei denen Schüler so genannte Fakeaccounts (falsche Internetprofile) ihrer Lehrer im Internet erstellt haben, um über diese zu kommunizieren (vgl. Grimm 2008, 229, 263).