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Bachelorarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich BWL - Bank, Börse, Versicherung, Note: 2,0, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Sprache: Deutsch, Abstract: „Sogar der Vatikan zeigt Interesse am Islamischen Bankenwesen – Koran als Schutz vor der Finanzkrise?“ So oder so ähnlich wird in letzter Zeit vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- bzw. Bankkrise vermehrt in den Medien berichtet. Das islamische Bankenwesen wird schlechthin als die risikoärmere Alternative zu dem konventionellen, westlich orientierten Bankenwesen propagiert. Es scheint nämlich, als sei bereits aufgrund der prinzipiellen Ausrichtung der islamischen Finanzgeschäfte der Begriff der Unsicherheit bzw. des Risikos aus dem Islamic Banking weitestgehend ausgeklammert. Doch was bedeutet Islamic Banking (IB)? Unter dieser Art des Bankings versteht man i.A. Bankdienstleistungen und -produkte, die im Einklang mit den Regeln des Islam, der Scharia, stehen. Welche Bestimmungen das genau sind und wie die Umsetzung in die bankbetriebliche Praxis erfolgt, soll in den nächsten Abschnitten dieser Arbeit geklärt werden. Nennens-wert an dieser Stelle ist, dass die islamische Bankenbranche eine beeindruckende Wachs-tumsgeschichte hinter sich hat. Der Markt wächst seit Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten. So verwalteten islamische Finanzdienstleister im Jahr 2008 weltweit ein Vermögen von über 950 Mrd. US-Dollar, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Obwohl der Marktanteil islamischer Finanzinstitute global betrachtet noch gering ist, sehen Experten ein enormes Potenzial. So geht Standard & Poor’s etwa davon aus, dass das Potenzial einen geschätzten Wert von rund 4 Bio. US-Dollar hat. Es scheint also, als wäre das islamische Bankensystem tatsächlich eine vielversprechende Alternative. Ob und inwieweit aber wirklich davon ausgegangen werden kann, dass sich das Risikoprofil islamischer Banken von dem der konventionellen Banken unterscheidet, soll im Rahmen dieser Arbeit untersucht werden.
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Veröffentlichungsjahr: 2010
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Abkürzungsverzeichnis
AAOIFI -Accounting and Auditing Organization for Islamic Financial Institutions d.h. -das heißt etc. -et cetera evtl. -eventuell i.A. -im Allgemeinen IB -Islamic Banking i.d.R. -in der Regel IFI -Islamische Finanzinstitute IFSB -Islamic Financial Services Board o.Ä. -oder Ähnliches PLS -Profit- and loss-sharing PSIA -Profit-sharing investment accounts s.a.s -Sallallahu 'alaihi wa sallam z.B. - zum Beispiel
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So oder so ähnlich wird in letzter Zeit vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzbzw. Bankkrise vermehrt in den Medien berichtet. Das islamische Bankenwesen wird schlechthin als die risikoärmere Alternative zu dem konventionellen, westlich orientierten Bankenwesen propagiert. Es scheint nämlich, als sei bereits aufgrund der prinzipiellen Ausrichtung der islamischen Finanzgeschäfte der Begriff der Unsicherheit bzw. des Risikos aus dem Islamic Banking weitestgehend ausgeklammert.
Doch was bedeutet Islamic Banking (IB)? Unter dieser Art des Bankings versteht man i.A. Bankdienstleistungen und -produkte, die im Einklang mit den Regeln des Islam, der Scharia, stehen.2Welche Bestimmungen das genau sind und wie die Umsetzung in die bankbetriebliche Praxis erfolgt, soll in den nächsten Abschnitten dieser Arbeit geklärt werden. Nennenswert an dieser Stelle ist, dass die islamische Bankenbranche eine beeindruckende Wachstumsgeschichte hinter sich hat. Der Markt wächst seit Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten. So verwalteten islamische Finanzdienstleister im Jahr 2008 weltweit ein Vermögen von über 950 Mrd. US-Dollar, 25 Prozent mehr als im Vorjahr.3Obwohl der Marktanteil islamischer Finanzinstitute global betrachtet noch gering ist, sehen Experten ein enormes Potenzial. So geht Standard & Poor’s etwa davon aus, dass das Potenzial einen geschätzten Wert von rund 4 Bio. US-Dollar hat.4Es scheint also, als wäre das islamische Bankensystem tatsächlich eine vielversprechende Alternative.
Ob und inwieweit aber wirklich davon ausgegangen werden kann, dass sich das Risikoprofil islamischer Banken von dem der konventionellen Banken unterscheidet, soll im Rahmen dieser Arbeit untersucht werden.
1O.V. (2009), www.nz-online.de.
2Vgl. Gassner / Wackerbeck (2007), S. 13.
3Vgl. International Financial Services London (2010), S. 1.
4Vgl. PricewaterhouseCoopers (2008), S. 3.
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Für diese Zielsetzung ist das Verständnis des muslimischen Glaubens und der damit verbundenen Grundprinzipien und Regeln unerlässlich. Denn diese determinieren letztendlich die Gestaltung der islamischen Bankgeschäfte. So sollen in einem ersten Schritt zunächst einige islamische Grundlagen betrachtet werden, um dann darauf aufbauend deren Implementierung in Form von islamgerechten Bankprodukten darzulegen.
Der nächste Abschnitt wird den Herausforderungen gewidmet, die sich für islamische Banken angesichts suboptimaler Rahmenbedingungen, sowohl makro- als auch mesoökonomischen Ursprungs, ergeben und letztendlich den Handlungsrahmen auf der operationalen Bankenebene beschränken.
Der nachstehende vierte Teil dieser Arbeit, bei dem es um die eigentliche Risikobetrachtung im islamischen Bankensystem geht, wird mit relevanten, definitorischen Grundlagen zum Risikomanagement eingeleitet. Darauf aufbauend werden die einzelnen Risikoarten, die sich im Kontext des IB ergeben, untersucht. Dabei wird eine Unterteilung der Risiken in typische, bankbetriebliche Risiken, die sowohl islamischen als auch konventionellen Banken inhärent sind, und Risiken die in ihrer Art islamspezifisch sind, unternommen. Beendet wird dieser Abschnitt mit einer kurzen Darstellung, wie Risiken in der islamischen Bankpraxis tendenziell wahrgenommen werden.
