John Sinclair 1100 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1100 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Die Hölle von Sodom (1. Teil).

Jahrelang hatte der Grieche Aristoteles Leonidas an seiner Rache gearbeitet. Er war untergetaucht und hatte es geschafft, im geheimen seinen Plan zu perfektionieren. Noch immer schob er den Tod seiner Tochter den Conollys in die Schuhe.

Und deren Sohn Johnny sollte als Erster dafür büßen. Leonidas ließ ihn entführen. Der Junge erlebte die Hölle von Sodom.

Eine andere Hölle erlebten auch Bill und Sheila. Klar, dass Suko und ich den beiden zur Seite standen.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 139

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDie Hölle von Sodom (1. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Die Hölle von Sodom (1. Teil)

Jahrelang hatte der Grieche Aristoteles Leonidas an seiner Rache gearbeitet. Er war untergetaucht und hatte es geschafft, im geheimen seinen Plan zu perfektionieren. Noch immer schob er den Tod seiner Tochter den Conollys in die Schuhe.

Und deren Sohn Johnny sollte als Erster dafür büßen. Leonidas ließ ihn entführen. Der Junge erlebte die Hölle von Sodom.

Eine andere Hölle erlebten auch Bill und Sheila. Klar, dass Suko und ich den beiden zur Seite standen.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3833-8

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Die Hölle von Sodom (1. Teil)

»Bill? Was ist los? Wo willst du hin?« Sheila Conolly erwachte, als ihr Mann das Licht einschaltete und die Beine aus dem Bett schwang. Er stand noch nicht auf. Blieb sitzen und schüttelte den Kopf. »Ich kann nicht schlafen.«

»Warum nicht?«

»Keine Ahnung, Sheila. Ich finde einfach keine Ruhe. Das verstehe ich selbst nicht.«

»Wir haben keinen Vollmond.« Es sollte etwas spöttisch klingen, hörte sich jedoch eher besorgt an.

»Das weiß ich selbst.«

»Liegt es an Johnny?«

Bill drehte sich auf der Bettkante sitzend um. Sheila saß jetzt ebenfalls, und ihre Blicke begegneten sich. »Warum sollte es an unserem Sohn liegen?«

»Weil er zehn Tage auf Klassenfahrt ist und Griechenland weit weg ist.«

»Nein, nein«, sagte der Reporter, ohne sehr überzeugend zu klingen. »Es hat mit mir zu tun. Das ist die innere Unruhe, die einfach nicht verschwinden will. Ich nehme an, dass ich mich nicht zu sorgen brauche. Jeder Mensch ist mal schlecht drauf, auch Nachts.«

Sheila strich das blonde Haar zurück. Dann runzelte sie die Stirn. »Was willst du machen?«

»Erst mal schauen, was die Uhr zeigt.« Bill warf einen Blick auf die Ziffern des Weckers.

»Bestimmt nach Mitternacht.«

»Du hast recht. Ein Uhr drei.« Er lachte leise. »Da gehen manche noch in die Disco.«

»Aber nicht du.«

»Nein, um Himmels willen.«

»Ich dachte schon … aber, wo willst du hin?« Sheila schaute zu, wie ihr Mann aufstand.

»Schlafen werde ich nicht können, das sage ich dir gleich. Deshalb ist es am besten, wenn ich ins Arbeitszimmer gehe.«

»Stark. Und was willst du dort?«

»Ich warte, bis ich schlafen kann.«

»Du willst lesen – oder?«

»Wahrscheinlich.« Über einen Stuhl hatte der Reporter seinen braunen Bademantel gehängt. Er streifte ihn über und verknotete ihn lose. Dabei schaute er seine Frau in der anderen Betthälfte lächelnd an und registrierte auch, dass Sheila einige Male den Kopf schüttelte.

»Plagen dich irgendwelche Probleme? Ich meine, in der letzten Zeit ist es ruhiger gewesen. Kein Ärger mit irgendwelchen Feinden. Wir sind dem Stress entwischt und …«

»Ja, du hast recht. Trotzdem kann ich nicht schlafen. Ich habe auch beruflich keine Probleme. Die letzten beiden Artikel sind fertig und warten darauf, abgedruckt zu werden. Es ist wirklich alles okay, Sheila. Da muss es wohl am Wetter liegen.«

»Wieso das denn? Wir hatten heute einen tollen Tag. Frühling im März.«

Bill war schon an der Tür. »Das kann es sein. Das Wetter ist plötzlich umgeschwungen.«

»Hast du denn Kopfschmerzen?«

»Nein.«

»Spürst du Schwindel?«

»Auch nicht.«

»Dann weiß ich auch nicht mehr weiter.«

Er lächelte ihr zu. »Mach dir bitte keine Sogen. Die Dinge werden sich schon wieder richten. Gib mir eine halbe Stunde, dann komme ich zurück.«

Sie lächelte kantig. »Das kenne ich. Wenn es dich einmal packt, bleibst du den Rest der Nacht im Arbeitszimmer und spielst den großen Surfer. Alles schon gehabt. Das Internet kann zu einer gefährlichen Heimat werden. Ich kenne das von Shao.«

Der Reporter zuckte mit den Schultern. »Mal sehen.« Er verließ das Schlafzimmer und trat hinein in den Flur, wo er das Licht einschaltete. Er musste ihn durchqueren, um zu seinem Arbeitszimmer zu gelangen.

Die Conollys wohnten in einem Bungalow, in dem alle Räume zu ebener Erde lagen. Allerdings war das Haus auch unterkellert. Dort befand sich unter anderem Bills Archiv.

Dort ging er nicht hin, sondern bewegte sich durch die Stille auf sein Arbeitszimmer zu. Es war recht geräumig und ein regelrechter Medienraum.

Die Regale waren mit Büchern vollgestopft, aber es gab noch genug Platz für den Computer, den Drucker, auch für den Fernseher und den Videorecorder. Der wuchtige Schreibtisch bildete so etwas wie einen Mittelpunkt des Raumes, der tagsüber gut beleuchtet war, da das Licht durch zwei Fenster fließen konnte.

Bill kannte sich hier aus. Er fand sich auch im Dunkeln zurecht und machte erst Licht, als er sich in den dunklen Ledersessel gesetzt hatte. So schaute er über die Platte hinweg zu den Fenstern hin, vor denen die Rollos hingen.

Wenn er den Kopf etwas nach rechts drehte, erschien der graue Bildschirm des Monitors. Er schien in der Luft wie ein Fremdkörper zu schweben. Zwei Lautsprecher bildeten so etwas wie Ohren, und Bill überlegte, wie er sich die Zeit vertreiben sollte.

Okay, er konnte surfen. Dabei verging die Zeit, und er stand mit der ganzen Welt in Kontakt. Hin und wieder hatte er sich wertvolle Informationen aus dem Internet geholt. Natürlich besaß auch Bill Conolly seine eigene E-Mail-Adresse.

Nicht eben selten schickte man auch ihm eine Nachricht. In seinem Beruf war es gut, vernetzt zu sein, und die meisten E-Mails hielten sich auch nicht unbedingt an Uhrzeiten.

Er schaltete den Apparat ein.

Bill hatte den Drang verspürt, es tun zu müssen. Er wollte auch herausfinden, ob ihm eine Nachricht geschickt worden war. Da Bill in der gesamten Welt Kollegen und Bekannte hatte, war das nicht einmal so unwahrscheinlich.

Er lächelte, lehnte sich zurück – und bekam plötzlich einen starren Blick.

Ja, jemand hatte ihm eine Nachricht geschickt. Jemand hatte seine E-Mail-Anschrift gewählt.

Eine Botschaft, die er einfach nicht übersehen konnte, weil sie den Schirm in der Breite ausfüllte. Sie bestand aus vier Wörtern, doch das reichte aus.

DIE HÖLLE VON SODOM!

*

Bill Conolly saß vor dem Schirm wie von einem Tiefschlag getroffen. Er bewegte sich nicht. Er war einfach wie erschlagen. In der letzten Zeit hatte er nie viele Botschaften erhalten, und wenn, dann setzten sie sich aus anderen Texten zusammen. Es waren meist berufliche Nachrichten gewesen. Was er hier allerdings las, ließ seine Nackenhaare zittern, und er bekam eine Gänsehaut.

»Die Hölle von Sodom«, flüsterte der Reporter einige Male hintereinander. Das war alles andere als ein Gag. Das hatte etwas zu bedeuten. Das war einzig und allein die Nachricht für ihn.

Er schaute auf den Bildschirm und auf die Buchstaben. Sie kamen ihm kalt vor. Sie konnten angst machen, und Bill spürte auch die Kopfschmerzen, die ihn plötzlich überfallen hatten. Auf der Innenfläche der Hände lag ein leichter Schweißfilm. Er grübelte darüber nach, wer ihm die Nachricht geschickt haben könnte und auch, warum dieser Unbekannte es getan hatte.

Abermals wiederholte er den Satz, ohne jedoch eine Lösung zu finden. Er hatte nichts damit zu tun. Er kannte die lasterhafte Stadt Sodom aus der Bibel. Der Herr hatte Feuer und Schwefel über sie regnen lassen, um sie zu vernichten. Lot und seine Familie hatte er noch fliehen lassen, aber Lots Weib hatte sich während der Flucht noch umgedreht, um der dem Untergang geweihten Stadt einen letzten Blick zuzuwerfen. Die Strafe des Herrn hatte sie auf der Stelle erwischt, und sie war zur Salzsäule erstarrt.

Die Hölle von Sodom!

Bill schüttelte den Kopf. Es konnte nur ein Vergleich sein, der in dieser Nachricht steckte. Sodom gab es nicht mehr, doch jemand musste die Stadt wieder auferstehen lassen haben, sonst wäre sie nicht ins Spiel gebracht worden.

Sodom selbst war damals eine Hölle gewesen. Ein Ort, in dem die Bewohner keine Gesetze mehr anerkannten. Fremde waren dort geschlagen, gefoltert und getötet worden. Es galt nur das Gesetz des Stärkeren, und die wenigen Gerechten waren vertrieben worden, wie eben Lot und seine Familie.

Was hatte Sodom mit der Gegenwart zu tun?

Bill, der sich etwas gefangen hatte, klopfte mit dem Finger auf den Schreibtisch. Er dachte nach und gelangte zu dem Entschluss, dass es Sodom trotz allem noch gab. Nicht so, wie es in der Bibel beschrieben worden war. Nein, das neue Sodom gab es auch nicht nur einmal, sondern überall auf der Welt.

Gewalt, Kriminalität, Drogen. Menschen, die nur ihren Vorteil kannten. Die andere vernichteten, um zu Geld zu kommen. Manche ganz offen, andere wiederum auf subtile Art und Weise. War nicht schon ein großer Teil der Welt zu Sodom geworden, und wurden die Inseln des Glücks nicht immer weniger?

Man konnte die Welt so sehen. Besonders jemand wie Bill Conolly, der schon einiges hinter sich hatte und mehr wusste, als die meisten anderen Menschen. Dessen bester Freund John Sinclair hieß und Geisterjäger war.

Es gab immer wieder Menschen, die versuchten, diesem Sodom der Welt zu entgehen. Man konzentrierte sich auf seine Familie, auf Freunde, die auch in der Not da waren. Da hatte Bill Conolly das Glück, beides zu haben. Auch wenn immer wieder von außen versucht worden war, diese Gemeinschaft zu zerstören. Sie hatten gekämpft, sie würden auch noch weiter kämpfen, denn trotz aller Freude, die es bei ihnen ebenfalls gab, war ihr Leben in einen gefährlichen Sog hineingeraten, der noch immer anhielt. Die Botschaft war der beste Beweis.

DIE HÖLLE VON SODOM!

Es war dem Reporter nicht möglich, den Blick vom Bildschirm zu wenden. Er wusste auch, dass diese Botschaft kein Irrläufer war. Sie hatte schon die richtige Adresse erreicht, das stand für ihn fest.

Es gab einen Absender, das wusste er auch. Wer steckte dahinter? Wer schickte ihm eine derartige Nachricht? Was wollte dieser Unbekannte damit bezwecken?

Wenn er einen Irrtum ausschloss, dann hatte ihm dieser Unbekannte etwas geschickt, das ihn auf eine Sache aufmerksam machen sollte. Bill war durch die Botschaft animiert worden, sich um Sodom zu kümmern. Um die Stadt der Ungerechten, der Selbstgerechten und der Mörder und Mörderinnen.

Der Untergang dieser Stadt lag lange zurück. Trotzdem hatte der Mythos überlebt. Sodom war in zahlreichen Vergleichen zu finden. Nicht nur diese Stadt. Auch die Zweite sündige, die namentlich immer im Zusammenhang mit Sodom erwähnt wurde – Gomorra – sowie die fünf anderen Städte, die um die beiden herumlagen. Die Bewohner hatten In- und Unzucht getrieben, sie waren verdorben bis ins Mark gewesen, und so etwas konnte nur einem gefallen – dem Teufel!

Auch ihn gab es. Bill wusste es. Der Teufel konnte in verschiedener Form auftreten. Er war da, er konnte in der Seele eines Menschen stecken, aber er war auch in der Lage, sich so zu zeigen, wie es sich die Menschen wünschten, weil sie ihn seit altersher schon immer so gesehen hatten.

Bill fiel ein, dass ein Kollege von ihm mal die Stadt Los Angeles als das Sodom der Westküste bezeichnet hatte. Aber Bill glaubte auch daran, dass diese Botschaft auf dem Bildschirm nichts damit zutun hatte. Kein Hinweis auf L. A.

Es waren schon Minuten vergangen, bis sich der Reporter soweit gefangen hatte, um klar und logisch zu denken. Diese Botschaft war wie eine Seite. Es gab möglicherweise noch eine Zweite. Eine Erklärung, da diese vier Worte mehr einer Headline glichen.

Bill fing an zu suchen. Er hatte Pech. Niemand hatte ihm eine zweite Nachricht geschickt. Es blieb bei diesem ersten verdammten Rätsel, ganz persönlich auf ihn zugeschnitten.

Ein Luftzug streifte seitlich Bills Gesicht. Er drehte den Kopf und blickte zur Tür.

Sheila war gekommen. Sie stand noch auf der Schwelle und hielt mit einer Hand die Klinke fest. »Bitte, Bill, komm doch ins Bett. Es bringt nichts, wenn du hier sitzt.«

Er gab keine Antwort.

Sheila schüttelte den Kopf. »Was ist denn los mit dir? Himmel, das hast du denn? Geht es dir schlecht?«

Der Reporter drehte den Kopf. Auf Sheila wirkte sein Gesicht gespenstisch blass, da es vom fahlen Licht des Monitors getroffen wurde. Der Reporter lächelte zwar, doch es sah sehr unecht und gezwungen aus. »Bitte, komm her.«

Bill wartete, bis sie neben ihm stand. Er deutete auf den Monitor. Sheila hatte die Nachricht dort längst ablesen können, sich allerdings mit einer Bemerkung zurückgehalten.

»Siehst du es?«

»Ich bin ja nicht blind.«

»Die Botschaft ist für mich bestimmt.«

Sheila las sie flüsternd ab und erschauerte. »Tut mir leid, aber damit kann ich nichts anfangen.«

»Du weißt nicht, was sich hinter Sodom verbirgt?«

»Doch – schon. Ich kenne das Alte Testament. Aber was hat das mit uns zu tun?«

»Eben. Genau das ist das Problem. Das frage ich mich schon die ganze Zeit über, in der ich hier sitze.«

»Hölle und Sodom«, murmelte Sheila.

»Passt irgendwie zusammen – oder?«

Sie zuckte die Achseln. »Ja, wenn man dem glaubt, was in der Bibel geschrieben steht, hast du recht. Trotzdem will mir nicht in den Sinn, was es mit uns zu tun hat.«

»Darüber grübele ich auch nach«, gab der Reporter zu. »Ich bin der Meinung, Sheila, dass man uns auf etwas hinweisen will. Eben auf Sodom. Aber nicht auf das alte Sodom, das hat man nur als Vergleich herangeholt. Es muss etwas anderes sein.«

»Und es ist an uns gerichtet. Es gilt für uns beide, Bill. Man will uns auf etwas aufmerksam machen. Auf Sodom. Auf ein anderes Sodom in unserer Nähe.«

»London?«

Sheila hielt sich mit einer Antwort zurück. Sie hatte sich jetzt auf die Sessellehne gesetzt. »Ich bin der Meinung, dass es nicht unbedingt eine Stadt sein muss, Bill. Damit kann auch eine Gruppe oder ein Mensch gemeint sein. Sodom ist der Oberbegriff für den Verlust der Moral und des menschlichen Zusammenlebens. Das finde ich jedenfalls. Deshalb dränge ich meine Gedanken von dieser Stadt weg. Ich weiß nicht, wie du dazu stehst. Wenn du eine andere Meinung hast, sage sie lieber. Nicht, dass ich mich in etwas verrenne.«

»Das glaube ich nicht«, erwiderte Bill.

»Okay. Und weiter?«

Der Reporter musste leise lachen. »Es gibt kein weiter, Sheila. Das ist die einzige Nachricht, die ich erhalten habe. Dabei bleibt es. Was glaubst du, wie froh ich wäre, Erklärungen zu bekommen. Die sind nicht vorhanden. Ich sitze hier ebenso ratlos wie du. Kann nur abwarten.«

»Auf was?«

Bill strich über sein Haar. »Auf eine nächste Nachricht.«

»Nein.«

»Wieso nicht?«

»Sie wird nicht kommen, Bill.«

»Du hast verdammt überzeugt geklungen.«

»Das bin ich auch. Ich habe einfach das Gefühl, nein, es ist schon mehr das Wissen, dass diese Botschaft hier der einzige Hinweis auf die zerstörte Stadt bleibt.«

Der Reporter nickte. »Wenn das stimmt, dann wäre ich gezwungen, dem Rätsel nachzugehen. Wir müssen die Spur aufnehmen.«

»Und genau das hat man gewollt. Das steckt hinter der Botschaft des Unbekannten.«

»Womit du das zweite Problem angesprochen hast, Sheila. Wer könnte uns die Nachricht geschickt haben?«

»Jemand, der es nicht eben gut mit uns meint.«

»Sehr gut. Fällt dir ein Name ein?«

Sie schüttelte den Kopf.

»Mir auch nicht«, gab Bill seufzend zu. »Wir haben ja vielen Personen im Lauf der Zeit auf die Füße getreten. Das ist schon ein ganzer Pool. Wenn ich jedoch konkret jemand herausfischen sollte, dann muss ich leider passen.«

Sheila nagte auf ihrer Unterlippe. »Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es nicht der einzige Hinweis bleiben wird, Bill. Da kommt noch was nach, ganz bestimmt sogar.«

»Und was?«

»Keine Nachricht. Etwas Konkretes. Die Gefahr ist jetzt nur angedeutet. Sie kann sich verdichten.«

Bill sah seine Frau an, die es nicht merkte und weiterhin auf den Bildschirm starrte. »Denkst du da an etwas Bestimmtes, Sheila?«

Für einen Moment schloss sie die Augen. »Lieber nicht …«

»Doch, sag es.«

Sheila räusperte sich. Sie hielt sich zudem an ihrem Mann fest. »Jeder trägt oder jeder kann sein eigenes Sodom in sich tragen. Der Meinung bin zumindest ich. Jemand will dafür sorgen, dass wir die Hölle von Sodom in uns tragen sollen.«

»Puh – das ist weit hergeholt.«

»Keine Ahnung. Ich habe dir nur meine Gedanken und meine Ängste mitgeteilt.«

»Die nur durch diese Botschaft aufgekommen sind?« erkundigte sich Bill lauernd.

»Erstens ja und zweitens habe ich da noch an etwas anderes gedacht, Bill.«