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Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!
Die Spur des irren Köpfers.
Die Spur des irren Köpfers ließ den G-man Abe Douglas fast verzweifeln. Er und seine Kollegen jagten ein dämonisches Phantom, das ihnen stets einen Schritt voraus war. Es hatte bereits acht Tote gegeben, als ich gerufen wurde und nach Texas flog. Gemeinsam hetzten wir diesen Killer, bis es auch Abe Douglas erwischte.
Von da an stand ich dem Köpfer allein gegenüber ...
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
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Seitenzahl: 138
Veröffentlichungsjahr: 2015
John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.
Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.
ließ den G-man Abe Douglas fast verzweifeln. Er und seine Kollegen jagten ein dämonisches Phantom, das ihnen stets einen Schritt voraus war. Es hatte bereits acht Tote gegeben, als ich gerufen wurde und nach Texas flog. Gemeinsam hetzten wir diesen Killer, bis es auch Abe Douglas erwischte.
Von da an stand ich dem Köpfer allein gegenüber …
Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.
BASTEI ENTERTAINMENT
Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve
ISBN 978-3-8387-3837-6
www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de
Pete Gladstone roch den heraufziehenden Sturm, aber er roch auch den Tod.
Mit seinen fast 70 Jahren kannte er das Leben hier draußen, und er wusste auch, dass um diese Zeit kaum mehr jemand kam, um zu tanken.
Der Wind war schon da. Er umwehte mit säuselnden und leicht heulenden Tönen den alten Anbau der Tankstelle, in dem Pete die Nacht als Wächter verbrachte. Für ein paar Scheine tat er dies gern. Hier hatte er seine Ruhe, konnte lesen, auch in die Glotze schauen und brauchte sich nicht die Nörgelei der Nachbarn anzuhören, mit denen er in diesem Heim für Vietnam-Veteranen lebte. Da gab es ständig Streit, es war auch in der Nacht laut, und Gladstone gehörte zu den Menschen, die gern ihre Ruhe haben wollten. Außerdem hasste er es, über die Vergangenheit und den Krieg zu reden.
Im Gegensatz zu anderen war er nicht unbedingt stolz auf seine »Heldentaten«.
Er hockte im Liegesessel, hatte den Fernseher ausgeschaltet und lauschte den Geräuschen des Windes, die immer mehr zunahmen. Eine Hurrikan-Warnung war nicht gegeben worden. Das musste nichts bedeuten. Die Typen in der Station hatten sich schon oft genug geirrt, auch wenn sie mit der modernsten Technik ausgerüstet waren.
Nicht so Pete. Er verließ sich lieber auf seine Nase. Die sagte ihm, dass ein Sturm aufziehen würde. Und lokale Stürme in Texas konnten verdammt schlimm sein.
Die Fenster hatte er geschlossen. So konnte keine frische Luft in den Anbau dringen, um die Wärme zu vertreiben. Die Sonne hatte schon viel Kraft und die Erde teilweise ausgetrocknet. Ein kräftiger Frühjahrsregen hätte gut gepasst. Der aber ließ auf sich warten. Die leichten Kopfschmerzen deuteten ebenfalls an, dass sich mit dem Wetter etwas tat, und darüber konnte sich Gladstone überhaupt nicht freuen.
Allerdings lag der Anbau in einem günstigen Winkel. Er hatte den Stürmen bis jetzt trotzen können. Die meiste Kraft wurde sowieso vom Bau der Tankstelle abgefangen.
Pete überlegte, ob er alles getan hatte. Ja, es war abgeschlossen. Auch die Außentür zu den Toiletten. Da hatte er noch einmal kontrolliert. Der Besitzer kümmerte sich nicht darum. Er war ein junger Mann aus dem Ort und besaß mehrere Tankstellen, die sich in einem Umkreis von hundert Meilen verteilten.
Gladstone hätte zufrieden sein können. Er ärgerte sich, dass er es nicht war. Dieser Gedanke an den Tod wollte ihn einfach nicht loslassen. Er fand es verrückt, dem Wahnsinn nahe, aber er konnte gegen seine Gedanken nicht ankämpfen. Irgendetwas lag in der Luft, und das hatte nicht unbedingt mit dem aufziehenden Sturm zu tun. Es war so etwas wie eine Gefahr, die sich unsichtbar immer näher an ihn herandrängte und ihn leicht nervös werden ließ.
Hinweise darauf gab es nicht.
Okay, er hörte das unheimliche Heulen. Ein Jammern wie von verwundeten Tieren. Das fand er ganz okay. Es war auch nicht für seine innere Unruhe verantwortlich. Sie musste einen anderen Grund haben.
Gladstone strich über sein kurz geschnittenes graues Haar und stöhnte leise auf. Der Gedanke an den Köpfer war ihm wieder gekommen. An das Gespenst mit dem Beil. An ein Phänomen, das seit einigen Wochen durch das County geisterte und die Polizei, selbst das FBI vor ein gewaltiges Rätsel stellte.
Es gab einen Killer, der Menschen zerhakte!
Er köpfte sie nicht nur, er ließ sich auch an ihnen aus, und genau das war das Fatale. Zudem war dieses Gespenst nicht fassbar. Es war eine Gestalt, die keinen Kopf besaß. Zumindest erzählte man dies, weil es einmal von zwei Zeugen gesehen worden war. Auch in einer stürmischen Nacht, ebenfalls bei Sturm. Am Morgen danach hatte man dann zwei Tote gefunden. Brutal ermordet und übereinandergelegt zu einem Kreuz. Es war ein Omen gewesen, und deshalb war er auch vorsichtig. Er rechnete damit, dass sich so etwas wiederholen könnte.
Nicht, dass er große Angst verspürt hätte. Dazu war er zu alt. Sein Leben lag hinter ihm. Und wer in Vietnam gekämpft hatte, der hatte seine Angst verdrängt.
Doch das Gefühl, die Ankunft eines Tods zu spüren, war schon komisch.
Er stand auf.
Vom Sessel aus schaute er zum Fenster hin. Draußen war es finster. Er hätte auch normal nur wenig sehen können, denn die Lichter der Tankstelle reichten auch in ihren Ausläufern nur schwach bis hinter den Anbau. Dass er jetzt so gut wie überhaupt nichts sah, lag am Staub und auch am Sand, den der Wind aus der Wüste mitgebracht hatte und fahnengleich über die Landschaft trieb und wie Vorhänge wirkten, die nie abrissen. Gladstone schaute sie an und verzog die Lippen. Er mochte das Wetter nicht, aber er war auch pflichtbewusst genug, um auch seine letzte Runde zu gehen.
Wenn nur nicht die verdammte Ahnung gewesen wäre …
Wann hatte der irre Köpfer denn zum letzten Mal zugeschlagen? Pete überlegte und kam zu keinem Resultat. Er wusste nur, dass das Opfer ein Tramp gewesen war. Ein noch junger Mann, der mit seiner Gitarre durch das Land zog und die alten Western-Songs spielte, bei deren Melodien selbst hartgesottene Texaner feuchte Augen bekamen und sich jeder wie ein kleiner John Wayne fühlte.
Pete nahm den Schlüssel vom Tisch. Dann trank er seine Flasche Wasser leer, zog seine Hose etwas höher und drückte den Stetson fest auf den Kopf. So gerüstet wollte er sich dem Wind stellen.
Er öffnte die Tür – und trat sofort zurück, denn der Wind blies ihm den Staub ins Gesicht. Er hörte das Heulen jetzt lauter. So stark hatte er sich den Sturm nicht vorgestellt, und er drückte die Tür sofort wieder zu.
Es war Blödsinn, noch einmal die Runde zu machen. Er wusste, dass er alles abgeschlossen hatte. Also blieb er am besten in seiner Bude zurück und ließ den Sturm Sturm sein.
Außerdem brachte eine der TV-Stationen bald einen anständigen Western mit Randolph Scott. Pete mochte den Schauspieler. In jüngeren Jahren hatte er ähnlich ausgesehen.
Er wollte wieder zurück zu seinem Sessel und hatte sich schon gedreht, als ihn der Klang der Hupe erwischte.
Es war ein schriller Ton. Sogar aggressiv, und Pete ballte seine Hände unwillkürlich zu Fäusten. Er fluchte in sich hinein und stellte sich vor, dass ein Typ mit seinem Wagen an die Zapfsäulen herangefahren war, obwohl er doch sehen musste, dass die Tankstelle nicht mehr geöffnet hatte.
Es gab überall auf der Welt eine gewisse Anzahl von Idioten, nicht nur in Texas. Dieser Typ gehörte wohl dazu, denn er hupte erneut. Diesmal kurz hintereinander. Die Töne zeigten an, welche Ungeduld in ihm brannte.
Pete überlegte, was er tun sollte. Wenn der Typ sich stur stellte, dann hupte er durch, und so gut waren Petes Nerven auch nicht. Der andere würde erst aufhören, wenn er erfahren hatte, dass es an dieser Tankstelle keinen Sprit mehr gab.
Pete drückte seinen Hut fester auf den Kopf. Diesmal war er auf den Wind vorbereitet, als er die Tür öffnete. Nur wunderte er sich, dass es ihn nicht traf. Der Sturm hatte eine Pause eingelegt. Pete schlüpfte nach draußen und hämmerte die Tür zu. Der Anbau stand im rechten Winkel zur Rückseite des Tankstellengebäudes. Die Tür lag an der Seite, und Pete musste ein kurzes Stück an der Mauer entlanggehen, um die vordere Seite zu erreichen.
Es brannte nur eine einsame Lampe an der Rückseite. Sie erreichte nichts gegen den in der Luft wehenden Staub. Der Sturm war abgeflacht. Kein Heulen mehr, nur noch ein Säuseln. In Böen wehte er heran, die den alten Mann auf seinem Weg zur Tankstelle immer wieder trafen und durchschüttelten.
Er erreichte den Bereich der Zapfsäulen. Hier war es durch die Lichter etwas heller. Die bleichen Fahnen wehten durch die Lichtinseln hindurch, und sie wirkten tatsächlich wie fliehende Gespenster.
Er sah den Wagen!
Ein Station-Car, wie man sie aus den fünfziger Jahren kannte und sie jetzt wieder gebaut wurden. Natürlich mit aller Technik, die zur Verfügung stand, und Pete freute sich immer, wenn er eines dieser neuen-alten Fahrzeuge sah.
Der Wagen stand neben der Zapfsäule, aber der Fahrer war nicht ausgestiegen. Das Auto sah vergessen aus. Bei dem Wetter würde ich auch drinbleiben, dachte Pete. Er näherte sich dem Auto von der Heckseite. Wahrscheinlich war der Fahrer sauer, wenn er kein Benzin bekam. Er brauchte nur ein paar Meilen weiter nach Norden zum nächsten Ort zu fahren. Bis Dallas würde er schließlich nicht wollen. Diese Zapfanlage stand auf der Strecke zwischen Dallas und San Antonio, zwar nicht an einem Highway, aber tagsüber herrschte trotzdem Betrieb.
Nicht in der Nacht. Da sah die Tankstelle ausgestorben aus. Durch den treibenden Staub, der auch unter dem Dach herwehte, wirkte sie auf Pete sogar gespenstisch.
Die Hutkrempe hatte er nach unten gedrückt, um sich vor den feinen Partikeln zu schützen. Er hielt auch den Mund geschlossen. Trotzdem spürte er die kleinen Treffer im Gesicht, und der Fahrer war noch immer nicht ausgestiegen. Am Heck blieb Pete stehen und schlug mit der flachen Hand auf das Wagendach. Er wollte den Mann nicht zu sehr erschrecken und sorgte auch dafür, dass seine Gestalt im Rückspiegel gesehen werden konnte.
Der Fahrer bewegte sich nicht.
Er öffnete keine Tür, er stieg nicht aus. Er ließ auch kein Fenster nach unten, er tat gar nichts, und das wunderte Pete. Das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmte, verstärkte sich. Eine Ahnung riet ihm, dass es besser wäre, jetzt zu verschwinden. An der Stelle, wo die Ladefläche und das Fahrerhaus sich trafen, blieb er zunächst stehen, um seine Gedanken zu ordnen.
Sekunden vergingen. Pete hörte die Geräusche des Sturms. Er nahm auch die nebensächlichen Laute auf. Irgendwo klapperte es blechern. Eine Dose rollte in seiner Nähe vorbei. Papier flog durch die Luft. Auch dünnes Holz hatte sich auf den Weg gemacht. Es war vom Straßenrand hergeweht worden.
Der Mann oder die Frau stiegen noch immer nicht aus. Es hupte auch niemand mehr.
Pete kam der verrückte Gedanke, dass der Fahrer vielleicht eingeschlafen sein könnte. Möglich war alles, und deshalb musste er ihn wecken. Mit den Knöcheln klopfte er gegen die Fahrerscheibe, bevor er sich nach unten beugte, um in das Fahrzeug hineinzuschauen.
Niemand saß auf dem Sitz.
Aber es lag dort etwas.
Petes Neugierde war angestachelt worden. Er beugte sich noch tiefer, um besser sehen zu können. Dabei entdeckte er tatsächlich den Gegenstand, den jemand auf den Fahrersitz gelegt und dann vergessen hatte. Pete wischte über die Außenseite der Scheibe hinweg, um ihn besser erkennen zu können.
Plötzlich riss er seinen Mund auf. Ein Schrei drang nicht daraus hervor. Pete konnte es einfach nicht. Er war wie vor den Kopf geschlagen, er wollte nicht glauben, was er sah, und seine Knie wurden so weich, dass er sich am Dach festhalten musste.
Auf dem Sitz lag der Kopf eines Menschen!
*
Die Gedanken rasten wie von einer Säge getrieben durch das Gehirn des Mannes. Alles war so schrill, so durcheinander. Er spürte Frost in seinem Körper, aber er wusste zugleich, dass dieser Kopf nicht künstlich, sondern echt war.
Das Gespenst mit dem Beil hatte wieder zugeschlagen. Es war mit einem Station-Car unterwegs, hatte jemand aufgelesen, ihn geköpft und den Kopf dann auf dem Fahrersitz als schaurigen Beweis hinterlegt. Etwas anderes kam Pete nicht in den Sinn, und er fragte sich, warum gerade er mit dem Wahnsinn konfrontiert wurde.
Er rannte nicht weg. Er schrie auch nicht. Vietnam war eine harte Schule gewesen. Da hatte er Ähnliches oft genug sehen müssen. So riss er sich auch hier zusammen.
Pete nahm sich sogar Zeit, sich den Kopf genauer anzuschauen. Auf dem Gesicht zeigte sich ein böser Ausdruck. Der Mund stand offen, aber er war verzerrt. Das übrige Gesicht hatte sich dadurch zusammengezogen, und dieses Faltenmuster war bis hoch in die Stirn gezogen. Tote Augen mit weißblassen Pupillen. Ein kräftiges Kinn. Graues Haar. Es war recht lang und reichte bis hin zu den Ohrläppchen.
Pete schluckte. Er hörte sich stöhnen und sich auch flüstern, aber er verstand die eigenen Worte nicht.
Der Kopf lag dort. Er wurde regelrecht präsentiert, und Pete wusste auch, dass mit diesem verdammten Schädel etwas nicht stimmte. Es fehlte etwas.
Scharf dachte er nach. Immer wieder schaute er auf das verzerrte Gesicht, und plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Ja, jetzt wusste er Bescheid.
Es fehlte das Blut!
Kein einziger Fleck malte sich auf dem Sitz ab. Auch an der Schnittstelle hatte sich kein Blut ausgebreitet. Kopf und Hals waren trocken, wie man hätte sagen können.
Wieder dachte er an Vietnam. Da hatte er andere Köpfe gesehen. Da war auch das Blut geflossen. Seine Farbe hatte den Schrecken noch mehr verstärkt.
Und hier …?
Kein Blut. Sauber abgetrennt. Eigentlich unmöglich. Das musste etwas zu bedeuten haben. Auf einmal kam Pete der Gedanke, dass er durch diese Entdeckung einem Geheimnis auf die Spur gekommen war. Mehr konnte er darüber nicht sagen, aber irgendwo musste es stimmen. Denn hier stimmte normalerweise nichts.
Der Schreck oder der Schock der Entdeckung war bei ihm verflogen. Er stand neben dem Wagen und merkte nicht einmal, dass das Heulen des Sturms zugenommen hatte. Etwas anderes hielt ihn im Bann.
Links neben ihm stand eine der Tanksäulen. Der Staub war daran vorbeigeweht, sie sah ziemlich blank aus, und Pete hatte den Eindruck gehabt, so etwas wie eine Spiegelung oder einen Schatten zu sehen, der über die Säule hinweggehuscht war.
Von ihm stammte der Schatten nicht.
War einer hinter ihm?
Der Fahrer, der den Kopf gebracht hatte?
Peter Gladstone spürte wieder das Herzklopfen, das er noch aus seiner alten Vietnam-Zeit kannte. Auch das kalte Gefühl setzte sich in seinem Nacken fest, und er merkte, dass sich die Haut dort spannte.
Die Gefahr lag nicht im Wagen. Sie war woanders.
Pete drehte sich. Das tat er so schnell es seine alten Knochen erlaubten.
Diesmal traf ihn der Schock noch stärker.
Vor ihm stand eine Gestalt.
Sie hielt ein Beil mit Doppelklinge in der Hand. Sie trug eine graue Hose, ein graues Hemd und eine graue Weste. Bis dahin war alles normal, abgesehen von dem Beil.
Und doch hätte er diese Gestalt nach den Regeln des menschlichen Daseins nicht geben dürfen, denn dem Mann fehlte der Kopf. Der lag auf dem Beifahrersitz …
*
Pete wusste nicht, was er denken sollte. Er konnte nur hoffen, dass er einem Spukbild gegenüberstand. Zugleich aber glaubte er daran, dass es kein Spuk war. Keine Halluzination, die der Wind aus der Wüste herangetrieben hatte.
Das hier war etwas anderes.
Es war die verdammte Wahrheit. Er hatte den irren Köpfer gefunden. Der Typ besaß selbst keinen Kopf mehr. Er stand vor ihm. Er lebte. Er konnte sich auch ohne Kopf bewegen, obwohl er eigentlich längst hätte tot sein müssen.
Peter Gladstone hatte viel erlebt, aber das war auch für ihn nicht mehr tragbar. Er merkte, wie ihn die Kraft verließ, und sein Blick klebte wie hypnotisiert an der Klinge, denn der Kopflose hatte sie so angehoben, dass es aussah, als wollte er im nächsten Moment zuschlagen und Pete erwischen.
Die Sekunden dehnten sich. Pete wusste nicht mehr, ob er überhaupt noch etwas dachte. Nicht einmal der Gedanke an Flucht kam ihm. Er wusste genau, dass der Kopflose stärker und schneller war.
»Bitte …«, brachte er hervor.
Der andere ging nur einen Schritt.
Dann schlug er zu.