John Sinclair 1116 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1116 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Der Hexenkelch.

Der Mann mit der Maschinenpistole fing mich ab, als ich den Supermarkt verließ. Sehr bald schon merkte ich, dass er mich nicht töten wollte, er brauchte meine Hilfe.

Ich erfuhr, dass es um eine Hexe mit dem Namen Alana ging und um einen Hexenkelch mit magischen Kräften.

Die Spur führte zu einer einsamen Insel westlich von Cornwall. Genau dort entbrannte der mörderische Kampf um das Andenken aus einer fernen Zeit des König Artus und des Zauberers Merlin ...

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 145

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumDer HexenkelchVorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Der Hexenkelch

Der Mann mit der Maschinenpistole fing mich ab, als ich den Supermarkt verließ. Sehr bald schon merkte ich, dass er mich nicht töten wollte, er brauchte meine Hilfe.

Ich erfuhr, dass es um eine Hexe mit dem Namen Alana ging und um einen Hexenkelch mit magischen Kräften.

Die Spur führte zu einer einsamen Insel westlich von Cornwall. Genau dort entbrannte der mörderische Kampf um das Andenken aus einer fernen Zeit des König Artus und des Zauberers Merlin …

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3849-9

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Der Hexenkelch

Der Gewitterregen war vorbei, aber die Sonne erholte sich nicht. Es blieb ein blaugraues Zwielicht zurück.

Der Platz vor dem Supermarkt glänzte noch nass. In den Pfützen spiegelte sich das durch die breiten Scheiben fallende Licht. Nur wenige Autos parkten.

Der Mann aber stand im Schatten. Er trug einen dunklen Trench. Darunter versteckte er eine kurzläufige Maschinenpistole, die er ab und zu liebevoll streichelte …

Ich wartete an der Kasse des Supermarkts, und vor mir stand eine dicke Frau mit hennarot gefärbten Haaren, die sich mit der Kassiererin stritt. Um was es genau ging, hatte ich nicht mitbekommen, jedenfalls konnten beide keine Freundinnen werden, und die Kundin giftete die Angestellte an, weil sie etwas zweimal berechnet hatte.

Die Kassiererin wehrte sich. Es ging hin und her, und an der zweiten Kasse wurde man ebenfalls aufmerksam. Dann kam der Geschäftsführer, und ich stand da mit meinen Einkäufen; es war nicht besonders viel und fiel auch nicht aus der Reihe.

Ein paar Konserven, ein Sechserpack Bier, Toilettenpapier, Zahnpasta und so weiter. Was der Mensch eben braucht. Kaffee hatte ich auch gekauft, Tee ebenfalls. Es war einfach über mich gekommen. Wahrscheinlich auch, weil es den plötzlichen Regenschauer gegeben hatte, sodass ich in den Supermarkt hatte flüchten können. Ansonsten brachte mir Sukos Partnerin Shao mit, was ich so brauchte, aber an diesem frühen Abend hatte ich es eben allein versucht und war reingefallen.

Der Geschäftsführer war ein kleiner Mensch mit dicker Brille. Zwei Frauen sprachen auf ihn ein. Er hörte hin, schaute dabei gottergeben zur Decke und gab der Kundin schließlich recht, die darüber sehr froh war. Sie blähte ihre Wangen auf, stieß dann die Luft durch den Mund, bevor sie triumphierend in die Runde schaute, um zu zeigen, dass sie die Gewinnerin war.

Auch mich blickte sie an, und es gefiel ihr nicht, dass ich den Kopf schüttelte.

»Ist was, Mister?«

»Mit mir nicht.«

»Ach, Sie meinen mich.«

»Jeder ist ebenso wie er ist.«

»Ja – eben.« Sie packte endlich ihre Einkäufe in die Tüte, und dann war ich an der Reihe.

Die Kassiererin war so aufgeregt, dass sie noch im Nachhinein zitterte. Sie wischte sich sogar Tränen aus den Augen und atmete tief durch.

»Manchmal sind auch die Kunden schlimm«, sagte ich.

»Ja, Mister, da haben Sie recht. Besonders diese Frau. Es gibt immer Streit, wenn sie hier einkauft. Niemand kann es ihr recht machen. Diese Menschen sind schrecklich, die so denken.«

Das konnte ich ihr nachfühlen. Bei mir klappte alles reibungslos. Die wenigen Lebensmittel passten in die Tüte, und den Sechserpack mit dem Bier trug ich in der linken Hand.

Es war ein warmer Sommertag gewesen. Ein kurzes Gewitter hatte zwar für Feuchtigkeit gesorgt, aber weniger für Abkühlung, denn als ich den Parkplatz betrat, wehte kniehoch Dunst darüber hinweg. Die Nässe war auch weiterhin vorhanden, aber die dunklen Wolken hatten sich verzogen, und am Himmel zeigte sich bereits wieder das erste Blau. Sogar. die Sonne erschien. Sie brannte mir bereits wieder in den Nacken.

Ich hatte den Rover nahe der Zufahrt zu einem Anbau geparkt, der als Lager diente. Der Regen hatte die Kunden vertrieben oder zurückgehalten. Jetzt kamen sie wieder. Durch die Einfahrt schoben sich mehrere Fahrzeuge.

Ich erreichte den Rover und öffnete den Kofferraum. Dort fanden die Einkäufe ihren Platz. Der Weg bis zu meiner Wohnung war nicht besonders weit, aber ich würde trotzdem zu kämpfen haben, denn in London staute sich mal wieder der Verkehr.

Ich zog die Fahrertür auf.

Hinter mir hörte ich ein Geräusch. Ein scharfes Atmen vielleicht. Ich war irgendwie immer auf dem Sprung, drehte mich um und schaute in das Gesicht eines fremden Mannes, der auch bei diesem warmen Wetter einen Trench trug.

Den hatte er in der Mitte allerdings zur Seite geschoben. Durch die Lücke schaute mich etwas an.

Es war die Mündung einer Maschinenpistole!

*

Wir sagten beide kein Wort. Ich musste mir eingestehen, dass ich mit einer derartigen Begegnung nicht gerechnet hatte, und dementsprechend überrascht war ich.

Mein Blick glitt von der Waffe hoch und zum Gesicht des Mannes. Es war gerötet. Der Typ stand unter Druck. Er war etwa in meinem Alter, hatte ein nicht unsympathisches Gesicht, sehr helle Augen und einen schmalen Mund, der zu einem verzerrten Grinsen verzogen war. Er schwitzte, und das lag bestimmt nicht nur an der Temperatur. Auch innerlich war er aufgeheizt.

Ich behielt die Ruhe. »Was soll das?« fragte ich. »Wollen Sie mich berauben?«

»Einsteigen!« flüsterte der Mann.

»Warum?«

»Steig ein!«

Ich überlegte. Ein Profi war dieser Mensch nicht. Die verhielten sich anders. Wahrscheinlich hatte er noch nie in seinem Leben mit einer derartigen Waffe geschossen, aber sein verdammter Finger lag am Abzug. Ein kurzes Zucken nur, und ich war tot, ohne dass er es so genau gewollt hatte.

Hilfe hatte ich nicht zu erwarten. Wer kümmerte sich schon auf dem Parkplatz eines Supermarkts um zwei dicht beisammenstehende Männer? Die Leute hatten andere Sorgen.

Trotzdem kam ich der Aufforderung noch nicht sofort nach. »Hören Sie, Mister, sind Sie davon überzeugt, den Richtigen erwischt zu haben? Ich meine, dass …«

»Ja, das habe ich!«

»Sie meinen also mich?«

»Sie heißen Sinclair.«

»Das kann ich nicht leugnen.«

»Dann bin ich richtig.«

»Wohin soll die Reise denn gehen?«

»Zu mir.«

Ich deutete auf die Waffe. »Warum reden wir nicht vernünftig miteinander?«

»Das haben Sie ja nicht gewollt.«

Über die Antwort dachte ich nach und kam auch zu einem Ergebnis. »Moment mal, dann sind Sie der Typ, der heute schon zweimal im Büro angerufen hat?«

»Ja, das bin ich. Ich wollte Sie sprechen, aber Sie haben nicht reagiert.«

»Nun ja, Sie haben sich auch seltsam gemeldet.«

»Ich stand unter Druck.«

»Und jetzt nicht mehr?«

»Doch, noch stärker. Es könnte gefährlich für Sie werden, Sinclair. Alles liegt an Ihnen.«

Ich ließ mir die Worte noch einmal durch den Kopf gehen. Noch immer war ich nicht in der Lage, den Mann richtig einzuschätzen. Als sehr große Gefahr sah ich ihn allerdings nicht an. Dass er sich eine Waffe besorgt hatte, sah ich mehr als Verlegenheitslösung an.

»Darf ich jetzt erfahren, wohin wir fahren?« hakte ich nach.

»Zu mir.«

»Immerhin etwas.«

»Steigen Sie jetzt ein!«

Ich entspannte mich. »Reden wir mal vernünftig miteinander. Sie wollen etwas von mir und sind davon überzeugt, dass Sie es nur mit Waffengewalt schaffen können. Ich denke da anders. Wenn Sie die MPi verschwinden lassen, komme ich freiwillig mit Ihnen. Ich kann mir vorstellen, dass Sie unter Druck stehen, und das, was Sie jetzt tun, einfach nicht zu Ihnen passt. Liege ich da richtig?«

Er gab mir keine Antwort und dachte über meine Worte nach. »Sie tragen mir den kleinen Überfall nicht nach?«

»Nein, wenn wir uns vernünftig unterhalten.«

»Okay!« sagte er und nickte. »Es ist alles okay. Ich vertraue Ihnen. Aber ich behalte die Waffe, sollten Sie es sich unterwegs noch einmal überlegen.«

»Das können Sie gern. Da wir schon dabei sind, uns netter zu unterhalten, hätte ich gern Ihren Namen gewusst. Meinen kennen Sie ja schließlich.« Es war ein Friedensangebot, und ich war gespannt, ob der Fremde darauf einging.

»Ich bin Alan Friedman.«

»Danke. Und nun nehmen Sie Platz, Alan.«

Er tat es noch nicht und war verwundert über meinen lockeren Ton. Er zögerte, räusperte sich und kam der Aufforderung schließlich nach, als ich auf die Beifahrerseite deutete.

Ich hatte wirklich nicht vor, ihn zu überwältigen oder zum Yard zu schaffen. Dieser Mann interessierte mich plötzlich. Nicht unbedingt die Person, sondern mehr das Motiv. Grundlos hatte er mir nicht aufgelauert. Es gab sicherlich ein schweres Problem, das ihn belastete, und dabei wollte ich ihm helfen.

Die MPi legte er zwischen die Sitze. So groß war sein Vertrauen zu mir geworden. Er wirkte auch nicht mehr aggressiv auf mich. Alan Friedman glich einem Mann, der ziemlich down war und große Probleme mit sich herumschleppte.

Ich startete noch nicht und wartete ab, bis er sich wieder gefasst hatte. Ihm war der Schweiß ausgebrochen, und er flüsterte: »Eigentlich bin ich froh, dass es vorbei ist.«

»Das sieht man Ihnen an, Alan.« Ich erinnerte mich wieder an die beiden Anrufe, die ich entgegengenommen hatte. Den Ersten am Morgen, den zweiten am Mittag. Da hatte die fremde Stimme einen harten Klang gehabt, aber auch einen nervösen. Es war für mich schwer gewesen, den Anrufer einzuschätzen. Auch nach mehrmaligem Fragen hatte er mir keine Antwort geben können oder wollen. Er hatte sein Problem auch nicht ansatzweise angesprochen, aber bald würde ich mehr erfahren, davon war ich überzeugt.

»Wohin müssen wir?«

»Das sage ich Ihnen. Fahren Sie bitte.«

»Okay, Sie sind der Boss!«

*

Wir waren in Richtung Südosten gefahren und in Belgravia, gelandet. Dieser Stadtteil stand auf der Shopping-Liste der Touristen ganz oben, denn hier gab es die King’s Road, die Brompton Road und die Sloane Street. Da reihte sich ein Luxus-Laden an den nächsten. Hier waren die Marken der Welt vertreten, und man musste nur genügend Kohle mitbringen, um sich die Sachen leisten zu können.

Es war nicht meine Welt, und die Geschäfte interessierten mich auch nicht. In Belgravia fanden sich auch die meisten Botschaften, aber durch dieses Viertel rollten wir, ohne dass mir Alan ein Zeichen gab, anzuhalten.

Seine Nervosität hatte sich gelegt. Er war recht still und ließ mich fahren. Mal starrte er sekundenlang einfach nur vor sich hin, dann wiederum schaute er strikt auf seine beiden Hände, die zu Fäusten geballt waren.

Ich musste an einer Kreuzung stoppen und sprach Friedman wieder an. »Sie müssen sagen, wann ich abbiegen soll oder …«

»Ja, ja, schon gut. Fahren Sie hier die Pont Street weiter und dann rechts in die Lennox-Street. Sie können dort halten, wo sich der kleine Park befindet.«

Den kannte ich. Er sah eiförmig aus, und wurde von der Lennox und der Gardens Street umschlossen.

»Dort wohnen Sie?«

»So ist es.«

Die Gegend war verdammt nicht preiswert. Hier lebten auch viele Botschaftsangestellte, und da wurde fast jeder Mietpreis bezahlt. In wenigen Minuten hatten wir das Ziel erreicht, und ich lenkte den Rover auf einen kleinen Parkplatz, der den Mietern des Hauses vorbehalten war, dessen vier Etagen sich hinter Bäumen versteckten. In einem sandigen Gelb schimmerten die Mauern durch, aber auch weil sie von der Abendsonne beschienen wurden.

Beim Aussteigen nahm Friedman die MPi wieder an sich und verbarg sie unter dem Mantel.

»Wie sind Sie an das Ding herangekommen?« fragte ich.

Er zuckte nur mit den Schultern.

Wir gingen auf das Haus zu, das im Prinzip wie eine Pyramide gebaut war, allerdings keine Spitze besaß. Unten breiter, oben schmaler, und die Balkone glichen schon kleinen Terrassen, so groß waren sie angelegt worden. Sonnenschirme standen auf den Vorbauten. Ich sah auch Tische und gepolsterte Stühle, und hin und wieder war einer dieser Balkone auch besetzt. Eine dunkelhäutige Frau erschien in der zweiten Etage. Sie war dabei sich aus ihrem Kleid zu drehen und sich oben-ohne zu sonnen. Schade, dass sie so schnell verschwand. Der Anblick war wirklich etwas fürs Auge gewesen.

Friedman schloss die breite Haustür auf. Wir betraten einen kühlen Flur mit Marmorwänden. Auf den Lift verzichteten wir. Wir brauchten nur in die zweite Etage, und ich ließ Alan Friedman vorgehen. Bevor er aufschloss, überreichte er mir die Waffe, ein wirklich großer Vertrauensbeweis.

Die Wohnung war groß, sehr spärlich möbliert. Vor dem großen Terrassenfenster im Wohnzimmer hingen Rollos, die das noch kräftige Sonnenlicht filterten, das auf die Terrasse fiel.

Ich schaute mich um und fragte: »Wohnen Sie hier allein?«

»Ja.«

»Sehr geräumig.«

Friedman hob kurz die Schultern und hängte seinen Trench auf. »Deshalb habe ich sie auch gemietet.«

»Was machen Sie beruflich?«

Er hatte an mir vorbeigehen wollen, blieb aber stehen und lächelte spöttisch. »Ich bin so etwas wie ein Hobbyforscher«, erklärte er.

»Wonach forschen Sie?«

»Ich interessiere mich für vieles. Kommen Sie.«

Wir durchquerten den offenen Durchgang zum großen Wohnzimmer. Auch hier war der Fußboden mit großen, hellen Marmorfliesen belegt. Fast weiß, mit kleinen grauen Einschlüssen. Zwei Teppiche, in denen sich helle Farben verteilten, gab es ebenfalls, und die orangefarbenen Ledersessel bildeten um einen Glastisch herum eine Vierergruppe. Von hier aus konnte der Sitzende auch auf den Fernseher mit dem übergroßen Bildschirm schauen.

»Einen Drink?«

»Ja, ich könnte einen vertragen.«

»Alkohol oder …«

»Nein, keinen.«

»Auch kein Bier?«

Ich dachte an den Sechserpack im Auto und auch daran, dass ich Durst hatte. »Ja, eine Dose oder Flasche.«

»Gut, das brauche ich jetzt auch.« Er verschwand in der Küche und kehrte sehr bald mit den kalten Dosen zurück. Auf Gläser verzichteten wir. Es zischte, als wir die Lasche aufrissen.

Ich hatte Zeit, mich noch umzuschauen. Der alte Bücherschrank fiel mir auf. Er war sehr breit und verdeckte eine Wand fast völlig. Hinter der Glasscheibe standen die Werke dicht an dicht. Da passte kein Blatt mehr dazwischen.

Alan Friedman ließ sich in einen Sessel fallen, und ich setzte mich ebenfalls. Auf dem Glastisch lagen nicht nur Zeitschriften aus allen möglichen Gebieten, sondern auch die Fernbedienung, mit der Friedman spielte. Er trug jetzt nur ein weißes Hemd und eine schwarze Hose. An den Achseln zeigte das Hemd Schwitzflecken.

»Dann kommen Sie mal zur Sache«, sagte ich.

»Ich möchte Ihnen etwas zeigen.«

»Was?«

»Einen Film.«

»Video?«

»Sicher.« Er hob die Dose an und trank wieder einen Schluck Bier. »Es ist Wahnsinn, und ich weiß auch nicht, wer mir die Kassette geschickt hat, doch was Sie gleich zu sehen bekommen, das setzt sich nicht aus einer Spinnerei zusammen. Das ist einfach echt und auch so passiert. Ich schwöre es.«

»Es hat Sie stark beeindruckt, nicht wahr?«

»Ja«, gab er flüsternd zu. »Das ist der Fall. Seit ich diesen Film gesehen habe, fühle ich mich verfolgt, und ich rechne damit, dass mir das gleiche Schicksal widerfährt wie Justin Corner.«

»Wer ist das?«

»Ein Freund.«

»Um den es geht?«

»Er ist der Mittelpunkt.«

»Und der Mann lebt noch?«

Mit dieser Frage hatte ich Alan hart getroffen. »Das … das … will ich doch hoffen. Auch wenn es nicht den Anschein hat, aber ich bin mir nicht sicher.«

»Dann lassen Sie den Film mal laufen.«

Die Kassette war bereits eingelegt. Die Fernbedienung hielt Friedman in der rechten Hand, und Sekunden später erhellte sich der Bildschirm, das heißt, sehr hell wurde er nicht. Eine dunkle Szene zog langsam vor unseren Augen ab.

Glücklicherweise wurde das einfallende Sonnenlicht durch die Rollo-Lamellen gefiltert, so konnten wir trotz der Dunkelheit alles recht gut erkennen.

»Ist es Nacht?« fragte ich.

»Nein. Es ist der Eingang zu einer Höhle. Die Kamera fährt genau hinein. Warten Sie ab.«

»Aber die Höhle kennen Sie?«

»Ja, ich bin ihr entkommen.«

»Ihr Freund nicht?«

Er starrte mich für einen Moment an. »Sie wissen ja viel, Mr. Sinclair.«

»Reines Nachdenken.«

Danach konzentrierte ich mich auf den Film. Der Bildschirm wurde nicht heller. Eine sehr dunkle und schattenhaften Umgebung und schon leicht wolkig, wie von einem Dunstschleier oder Nebelschwaden durchzogen, präsentierte sich uns. Der Nebel war keine Einbildung. Er blieb auch weiterhin und nahm sogar eine grünliche Farbe an, wie von einem geheimnisvollen Licht durchdrungen, dessen Quelle ich allerdings nicht sah.

Ich wollte unsere Betrachtungen auch nicht stören und stellte deshalb keine Fragen mehr.

Der Nebel blieb, das seltsame Licht auch, und es nahm noch an Stärke zu. Die Höhle hellte sich auf, als wären mehrere Scheinwerfer auf einmal eingeschaltet worden.

»Gleich sehen Sie es!« flüsterte Friedman.

»Ich bin gespannt.«

Er warf mir einen raschen Blick zu. »Sie werden sich wundern, Mr. Sinclair.«

»Das kommt in meinem Job des Öfteren vor.«

Alan Friedman schwieg. Er schaute wieder auf den Bildschirm, und ich konzentrierte mich ebenfalls. Das Ende der Höhle zeichnete sich ab, allerdings nicht so, wie ich es erwartet hatte. Nicht normal, denn dort wartete die Überraschung auf uns.

An der Höhlenwand war ein Mann zu sehen. Durch den grünlichen Nebel sah er aus wie jemand, der leicht über dem Boden schwebt. Das konnte ich nicht glauben. Zudem sah ich auch die eisernen Ringe um seine Handgelenke und auch die Kette, die diese beiden Ringe zusammenhielt.

Man hatte den Ärmsten angekettet!