John Sinclair 1118 - Jason Dark - E-Book

John Sinclair 1118 E-Book

Jason Dark

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Beschreibung

Endlich als E-Book: Die Folgen der Kult-Serie John Sinclair aus den Jahren 1990 - 1999!

Zwischen Himmel und Hölle (2. Teil).

Der Hellseher Veritas hatte sein erstes Ziel erreicht. Lady Sarah Goldwyn war tot ...

Oder doch nicht? Wir wussten es nicht genau. Aber er holte sich bereits sein nächstes Opfer. Sheila Conolly Der Reihe nach wollte er vorgehen und erst aufgeben, wenn es keinen mehr aus dem Sinclair-Team gab.

Wir erlebten die Rache des Hellsehers, die uns zwischen Himmel und Hölle führte.

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung. Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

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Seitenzahl: 136

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Inhalt

CoverJohn Sinclair – Die SerieÜber dieses BuchÜber den AutorImpressumZwischen Himmel und Hölle (2. Teil)Vorschau

John Sinclair – Die Serie

John Sinclair ist der Serien-Klassiker von Jason Dark. Mit über 300 Millionen verkauften Heftromanen und Taschenbüchern, sowie 1,5 Millionen Hörspielfolgen ist John Sinclair die erfolgreichste Horrorserie der Welt. Für alle Gruselfans und Freunde atemloser Spannung.

Tauche ein in die fremde, abenteuerliche Welt von John Sinclair und begleite den Oberinspektor des Scotland Yard im Kampf gegen die Mächte der Dunkelheit.

Über dieses Buch

Zwischen Himmel und Hölle (2. Teil)

Der Hellseher Veritas hatte sein erstes Ziel erreicht. Lady Sarah Goldwyn war tot …

Oder doch nicht? Wir wussten es nicht genau. Aber er holte sich bereits sein nächstes Opfer: Sheila Conolly. Der Reihe nach wollte er vorgehen und erst aufgeben, wenn es keinen mehr aus dem Sinclair-Team gab.

Wir erlebten die Rache des Hellsehers, die uns zwischen Himmel und Hölle führte.

Über den Autor

Jason Dark wurde unter seinem bürgerlichen Namen Helmut Rellergerd am 25. Januar 1945 in Dahle im Sauerland geboren. Seinen ersten Roman schrieb er 1966, einen Cliff-Corner-Krimi für den Bastei Verlag. Sieben Jahre später trat er als Redakteur in die Romanredaktion des Bastei Verlages ein und schrieb verschiedene Krimiserien, darunter JERRY COTTON, KOMMISSAR X oder JOHN CAMERON.

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen RomanheftausgabeBastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG© 2015 by Bastei Lübbe AG, KölnVerlagsleiter Romanhefte: Dr. Florian MarzinVerantwortlich für den InhaltE-Book-Produktion:Jouve

ISBN 978-3-8387-3851-2

www.bastei-entertainment.dewww.lesejury.dewww.bastei.de

Zwischen Himmel und Hölle (2. Teil)

»Sarah! Bist du wahnsinnig?« keuchte Jane Collins, die einfach nicht glauben wollte, was sie sah.

Sarah Goldwyn, die Horror-Oma, hielt die Waffe mit beiden Händen fest und hatte die Arme vorgestreckt. Es war Janes Ersatz-Beretta, die sie sich geholt hatte, und die ältere Frau machte den Eindruck, dass sie auch schießen würde.

Sarah hatte sich verändert. Ihr Blick war so kalt geworden. Leblos und fremd. Sie war nicht mehr sie selbst. Ein fremder Einfluss hatte die Gewalt über sie bekommen.

Nichts war mehr von ihrer üblichen Freundlichkeit und Lockerheit zu erkennen, sie hatte sich völlig verändert. So kannte Jane Collins ihre ältere Freundin, bei der sie wohnte, nicht. Und sie musste sich erst damit zurechtfinden, dass dies alles auch in der völlig normalen Umgebung im Haus passierte, in der kleinen Küche, nicht weit von der Eingangstür entfernt.

Jane hatte sie betreten, um sich eine Dose Wasser aus dem Kühlschrank zu holen. Die Dose hielt sie noch in der Hand. Sie war von einem feuchten Film überzogen, und die Detektivin wunderte sich, dass sie ihr noch nicht aus der Hand gerutscht war.

Zuerst hatte sie sich einfach nur über das Auftauchen der Horror-Oma erschreckt. Dann jedoch hatte sie gesehen, dass Sarah Goldwyn nicht scherzte. Dazu reichte einfach ein Blick in das Gesicht, und jetzt, als in Sekunden so viel durch ihren Kopf huschte, fragte sie sich, wie es zu dieser Veränderung hatte kommen können.

Es gab einen Grund. Jane Collins kannte ihn auch, wenn sie ehrlich genug war.

Der Grund hieß Vernon Taske. Unter diesem Namen war er geboren worden. Er hatte sich ein Pseudonym zugelegt. Jetzt nannte er sich Veritas, er arbeitete als Hellseher mit großem Erfolg. Er hatte Lady Sarah so verändert, und das Gleiche wäre ihm beinahe auch mit Jane gelungen, die Taske auf Bitten ihres Freundes John Sinclair besucht hatte. Aber bei ihr war es nicht gelungen; die wenigen Hexenkräfte, die noch in ihr schlummerten, hatten sie davor geschützt.

Trotzdem hatte Jane erleben müssen, wie gefährlich dieser Mann war, der sich auch Herr über Leben und Tod nannte. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, das Sinclair-Team aus der Welt zu schaffen, weil ihm die Personen in die Quere gekommen waren.1

Der erste Schreck hatte sich gelegt. Jane konnte wieder tief durchatmen. Es gelang ihr sogar, ein Lächeln zu zeigen. Sie wollte dadurch die Lage entspannen.

Lady Sarah gehörte zu den Menschen, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen standen, und sie hatte verdammt oft bewiesen, auf welcher Seite sie stand. Das war in diesen Augenblicken alles vergessen. Um das zu erfahren, brauchte Jane nur in das Gesicht der älteren Frau zu schauen. Diese Kälte, diese Fremde, diese Verbissenheit und auch die Entschlossenheit, es durchzuziehen bis zum bitteren Ende.

Sarah als Mörderin?

Im Leben war alles vorstellbar. Da konnte sich von einem Moment auf den anderen alles umkehren. Was gestern noch einer Regel entsprochen hatte, war heute nichts mehr wert. Genau so musste Jane es auch bei Lady Sarah sehen. Man hatte sie manipuliert.

Jane Collins merkte, wie der Eisschauer an ihrem Rücken entlang nach unten sickerte. Es hing nicht nur damit zusammen, dass man sie mit der Waffe bedrohte, vielmehr war sie über Sarahs Verhalten entsetzt. Und sie gab zu, zu spät gekommen zu sein. Sie hatte sich von John Sinclair und Suko getrennt, um schon mal vorzufahren, weil sie das ungute Gefühl nicht mehr hatte kontrollieren können. Es war gut gewesen, aber sie hätte nicht gedacht, in Lebensgefahr zu geraten. Und sie hatte auch nicht damit gerechnet, dass Vernon Taske so schnell war.

»Bitte«, sagte sie mit leiser Stimme. »Wir sollten über alles reden, Sarah. Aber nicht hier und auch nicht mit einer Waffe. Lass uns woanders hingehen. Wir setzen uns zusammen, und dann kannst du mir alles erzählen.«

»Nein!«

»Warum nicht?«

»Ich will es nicht. Ich gehe einen anderen Weg. Ich habe mich entschlossen, und dabei bleibt es.«

Das hatte Jane Collins befürchtet. Es war ihr nicht möglich, gegen den Einfluss des Hellsehers anzukämpfen. Der hatte die Horror-Oma voll unter seine Kontrolle gebracht und es damit geschafft, einen Teil seines Plans in die Tat umzusetzen.

»Hast du dir das genau überlegt?«

»Habe ich!«

Auch ihre Stimme hatte sich verändert, dachte Jane. Da war nichts Verbindliches mehr zu hören. Sie hatte hart und fremd geklungen. Brutal, abweisend, sodass Jane das Schlimmste befürchtete. Dieser Hellseher musste einen wahnsinnigen Einfluss auf Lady Sarah gehabt haben, und dabei war sie immer so stark gewesen. Sie hatte es geschafft, Jane Mut zu machen, wenn es der Detektivin schlechtging. Jetzt waren die Vorzeichen umgekehrt, aber Jane brachte es noch nicht fertig, die ältere Freundin wieder auf ihre Seite zu ziehen.

»Willst du wirklich schießen?« fragte sie leise.

»Ich muss es!«

»Und dann?«

»Ich werde schießen!« erklärte sie stereotyp, was Jane wieder daran erinnerte, dass sie über die eigene Zukunft nichts wusste. Sie selbst war nicht in der Lage, sich Gedanken zu machen, ein anderer dachte jetzt für sie, und der war gefährlich genug.

Jane schätzte die Entfernung zwischen ihnen ab. Sie war ideal für einen gezielten Schuss. Da hätte sogar ein Kind treffen können, wäre es ihm gelungen, die Waffe normal zu halten.

Das schaffte Sarah. Nicht grundlos hielt sie die Beretta mit beiden Händen. Ihr Lächeln war böse. Es verzerrte die Lippen. Aber die Augen lächelten nicht mit.

»Warum, Sarah? Warum?«

»Ich töte dich!«

Diese Worte trafen sie wie Schläge. Harte, unsichtbare Hiebe, unter denen Jane Collins zusammenzuckte. Sie bekam für einen Moment kaum Luft. Sie war einfach fertig, so etwas aus dem Mund der Horror-Oma zu hören. Und mit welcher Verbissenheit sie gesprochen hatte!

»Du kannst mich doch nicht erschießen, verdammt! Denk daran, Sarah, das ist unmöglich. Du weißt doch, wer ich bin und wie wir zueinander stehen. Überlege mal. Das kann nicht angehen, was du tust. Das ist einfach nicht mehr wahr.«

»Doch, Jane!«

»Ha, du kennst meinen Namen. Du hast dich wieder erinnert. Wunderbar, wir sollten uns jetzt zusammensetzen und …«

»Ich muss dich töten!«

Jane schloss für einen Moment die Augen. Sie konnte das Bild nicht mehr länger ertragen, und sie musste sich damit abfinden, eine Todfeindin vor sich zu sehen.

Noch immer spürte sie das Gewicht der mit Mineralwasser gefüllten Dose in der rechten Hand. Sie kam ihr jetzt schwer wie eine Hantel vor. Sie wollte auch nicht mehr reden, und sie konzentrierte sich einzig und allein auf die Augen der vor ihr stehenden Person, die für sie so fremd geworden war. Jane befand sich in einem Zustand zwischen Himmel und Hölle. Sie fühlte sich von den beiden Kräften umgeben, und in ihr Blickfeld geriet immer stärker die Stirn der Lady Sarah hinein. Sie war plötzlich interessant für Jane Collins geworden, denn die Veränderung dort auf der Mitte bildete sie sich nicht ein. Sie war vorhanden. Auf der glatten Haut zeichnete sich sehr dünn etwas ab.

Ein Fünfeck?

Es war ihr bekannt. Der Hellseher trug es ebenfalls auf der Stirn. Bei ihm jedoch hatte es rubinrot geleuchtet, und es hatte auch ausgesehen wie ein Stein.

Sarah Goldwyn war von ihm infiziert worden. Sie stand unter seinem Bann, und Jane würde es nicht schaffen, sie wieder in die Normalität zurückzuholen.

Trotzdem versuchte sie es. »Wir können noch einmal miteinander reden, und wir könnten auch …«

Sarah sagte nichts mehr.

Sie handelte.

Und schoss!

*

Vielleicht war es die schlimmste Sekunde, die Jane in ihrem Leben je durchlitten hatte. Und auch deshalb zog sich diese Sekunde scheinbar so lange hin, um die doppelte, dreifache und vierfache Zeitspanne hinweg. Sie hatte sich sehr stark auf die Horror-Oma konzentriert. Sie hatte auch den rechten Zeigefinger sehen können, und ihr war dessen Zucken nicht entgangen.

Was dann passierte, bekam sie kaum mit, weil sie reagierte wie ein Automat. Als Lady Sarah abdrückte und Jane sah, dass sie mit Worten nichts mehr erreichen konnte, da wuchtete sie der Horror-Oma die gefüllte Wasserdose entgegen.

Das schwere Ding flog wie ein Stein auf Lady Sarah zu. Es hatte sie im letzten Augenblick abgelenkt, sodass die Waffe etwas aus der Richtung gekommen war.

Die Dose traf, aber die Kugel auch.

Jane sah nicht, wo die Wasserdose aufgeprallt war, sie spürte nur den scharfen beißenden Schmerz in ihrer linken Schulter, aber auch in der Nähe des Halses. Etwas glühendes war über ihr Fleisch gefahren und musste dort eine Furche hinterlassen haben.

Jane Collins war nicht stehen geblieben. Noch während ihrer Aktion hatte sie sich zur Seite geworfen, und sie landete hart auf dem Küchenboden, wo sie nicht liegen blieb, sondern sich um die eigene Achse drehte. Sie stieß dabei gegen den kleinen, im Weg stehenden Tisch, der von der Küchenzeile her ausziehbar war.

Auf ihre Verletzung achtete Jane nicht. Sarah war wichtiger. Wenn sie es richtig durchziehen wollte, dann musste sie noch einmal schießen, und Jane rechnete auch damit.

Aber die Horror-Oma war verschwunden. Sie hatte die Küche fluchtartig verlassen, und Jane wusste auch nicht, wo sie jetzt steckte. Zu hören war jedenfalls nichts. Sie konnte sich auch nicht vorstellen, dass sie das Haus verlassen hatte. Wahrscheinlich würde sie einen zweiten Anlauf nehmen.

Jane hatte Zeit, sich um sich zu kümmern. Sie lag auf dem Rücken und auch halb auf der Seite. Der Blick war auf die Tür gerichtet, die offenstand. Dahinter sah sie einen Ausschnitt des leeren Flurs, aber von Sarah Goldwyn war nichts zu entdecken. Sie hatte sich an irgendeine Stelle zurückgezogen, um dort auf Jane zu lauern.

An der linken Körperseite hatte das Geschoss sie erwischt. Jane spürte das Brennen jetzt deutlicher. Sie merkte auch das Tuckern in der Wunde, und als sie den Kopf drehte, erkannte sie ihre Verletzung. Die Kugel hatte eine Bahn schräg über ihre Schulter gezogen und dort einen blutigen Streifen hinterlassen. Ein etwas anderer Winkel hätte ausgereicht, und sie wäre in den Hals der Detektivin eingeschlagen. Dieser Kelch war noch einmal an Jane vorbeigegangen.

Blut rann aus der Wunde. Es war nur ein Streifschuss geworden, und er behinderte Jane Collins kaum. Die Schmerzen ließen sich ebenfalls ertragen, da brauchte sie sich keine großen Sorgen zu machen. Außerdem war es die linke Seite und nicht die rechte. So hatte sie letztendlich Glück im Unglück gehabt.

Sie blieb zunächst liegen. Versuchte es mit Dehn- und Streckübungen des linken Arms, um dessen Bewegungsfreiheit zu erkunden. Es ging relativ gut.

Sie richtete sich hinter den beiden metallenen Tischbeinen auf und zog sich mit der rechten Hand an der Platte in die Höhe. Die Küche sah fast aus wie immer. Nur die Blutstropfen auf dem Boden deuteten darauf hin, dass es hier beinahe ein tödliches Drama gegeben hätte.

Sie merkte das Ziehen noch stärker, und sie ärgerte sich über ihre Lage.

Es war nicht gut, wenn sie die Küche auf dem normalen Weg verließ. Sarah brauchte sich nur in den Flur zu stellen, egal, ob links oder rechts, und auf sie zu warten. Da konnte sie Jane abschießen wie einen Hasen.

Es gab noch die Möglichkeit, durch das Küchenfenster zu verschwinden. Daran dachte Jane auch. Zuvor jedoch wollte sie zumindest einen Blick in den Flur werfen.

In diesem Moment klingelte das Telefon.

Damit hatte Jane nicht gerechnet. Sie schrak zusammen. Das Blut stieg ihr in den Kopf, und auch die Wunde schmerzte stärker.

Abheben oder nicht?

Nach dem vierten Klingeln hatte sie sich entschieden. Außerdem war schon viel Zeit vergangen. Normalerweise hätten John Sinclair und Suko längst hier eintreffen müssen, aber sie waren nicht gekommen. Und es musste demnach einen Grund für ihre Verspätung geben.

Ihre Hand war schweißnass, und der Hörer wäre ihr beinahe entglitten, als sie ihn abhob.

»Ja, was …«

»Ich bin es.«

»Mein Gott, John!«

»Rede. Was ist passiert?«

Das konnte Jane nicht. Ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie wollte keine langen Erklärungen geben. »Ihr müsst kommen – sofort!«

Mehr sagte sie nicht. Auflegen und darauf vertrauen, dass die Freunde schnell genug waren.

Als sie an sich herabschaute, sah sie, dass das Blut auf ihrem Oberteil einen roten Streifen hinterlassen hatte. Das Blut hatte sie dort festgesaugt und die Kleidung beinahe bis zum Ansatz der Hose beschmutzt. Sie versuchte, den Schmerz in der Schulter zu ignorieren, was nicht so einfach war.

Noch stärker machte ihr die Übelkeit zu schaffen.

Schwindel erfasste sie plötzlich. Die Verletzung und dieser verdammte Stress der letzten Minuten, das war für Jane Collins zu viel. Sie brauchte eine Pause.

Ihr Blick glitt durch das Fenster über den Vorgarten hinweg bis hin zur Straße. Dort hatte sich nichts verändert. Der Verkehr floss normal ruhig, die Sonne schien wieder, obwohl der Himmel wolkig war, und niemand ahnte, dass dieses alte Haus sehr schnell im Innern zu einer Todesfalle werden konnte.

Jane ging zur Tür, als sie sich wieder besser fühlte und auch richtig durchatmen konnte. Sie blieb dort stehen, ohne jedoch den Kopf zu drehen und in den Gang zu blicken.

Sie lauschte angespannt. Es fiel ihr schwer, den Atem unter Kontrolle zu bringen. Um sich selbst machte sich Jane weniger Sorgen als um Lady Sarah, die voll und ganz unter dem Einfluss einer anderen und brandgefährlichen Macht stand, die eben von dem Hellseher ausging.

Herr über Leben und Tod! So hatte er sich selbst bezeichnet. Allmählich begann Jane Collins dies zu glauben. Er hatte es geschafft, die Horror-Oma unter seinen Bann zu bekommen.

Nachdem einige Zeit verstrichen war und sich Jane wieder etwas beruhigt hatte, drückte sie ihren Kopf vor und setzte auch einen Schritt bis auf die Schwelle, um von dort einen besseren Blick zu haben. Sie wollte nach links und nach rechts schauen. Es war recht dunkel im Flur und auch kühler als draußen. Im Prinzip angenehm, doch nun hatte Jane den Eindruck, dass ihr die Kälte des Todes entgegenströmte. Ihr Körper wurde von einer Gänsehaut überzogen.

Sarah zeigte sich nicht. Sie hockte irgendwo, und es war fraglich, ob sie den Flur unter Kontrolle hielt oder nicht.

Der nächste Blick.

Diesmal länger.

Nichts hatte sich verändert. Die Tür zum unteren Wohnzimmer stand halb offen. Das war auch schon zuvor der Fall gewesen.

Jane betrat den Flur. Eine Waffe besaß sie nicht. Irgendwie kam sie sich nackt vor, und wieder wurde ihr die Situation vor Augen gehalten, die für sie so wahnsinnig absurd war. Sie konnte sich einfach nicht damit abfinden, dass genau die Person, der sie immer so zugetan gewesen war, sie töten wollte.

Es war still im Haus. Mit keinem Geräusch gab Lady Sarah zu erkennen, wo sie sich aufhielt. Sie hätte auch durchaus nach oben laufen können, wo sich Janes kleine Wohnung befand. Die Zeit dafür hätte sie gehabt. Jane war zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen, als dass sie darauf geachtet hätte.

Sie ging nach links. Am Ende des Flurs lag das Wohnzimmer. Eine kleine Toilette war hier ebenfalls vorhanden. Lady Sarah schlief in der ersten Etage. Dort verteilten sich drei Räume. Zwei davon benutzte Jane. Zwei Badezimmer gehörten ebenfalls dazu.